Ausgabe 
2.1.1930
 
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Donnerstag, 2. Zanuar 1950

180. Jahrgang

chnung trug, das Land aber um die Krone Englands kettete. Ob die

liche Gesundheit all er Staate« zur Voraussetzung. 3n der Hoffnung, daß dieses Ziel erreicht wird, spreche ich Ihnen, Herr Botschaf­ter, und Ihnen, meine Herren, zugleich auch für

Dah England Gefahr lief, die Herrschaft über Indien zu verlieren, das hat ein kluger Brite schon vor sechs Jahren eindringlich auseinaiidrr- gesctzt. Seine Wartungen sind auch in London gehört worden, denn die llntersuchungs- a u s s ch ü s s c , die die britische Regierung nach Indien sandte, hatten ja die Aufgabe, eine Lö­sung zu finden, die der Freiheitsbewegung Indiens Rechnung trw ' r " " "'~

hören sollten, die mit dem Kongrehprogramm voll und ganz einverstanden seien. Der Ausschuß wählte die von Gandhi Borgeschla­genen. Die Gruppe der 30 Ausgetretenen hielt inzwischen eine Beratung ab und beschloß, eine demokratische Partei innerhalb des Kongresses zu bilden. Die Führer der Ra­tionalisten in der gesetzgebenden Ver­sammlung, Ghandi. Motilal Rehru sowie Sen Guptoa, der Führer in der bengalischen Pro­vinzialvertretung, haben bereits ihre Mit­glieder in jenen Körperschaften auf­gefordert, ihren Austritt zu erklären. Die Annahme der Entschließung wird als ein persönlicher Erfolg Ghandis angesehen. Der Entschließung wird in den Kreisen des Kon­gresses eine verschiedene Auslegung gegeben. Auf der einen Seite neigt man zu der Annahme, daß die Kongreßmitglieder hierdurch nicht ver­hindert werden, an einer gemeinsamen englisch- indischen Konferenz teilzunehmen und auch einem gegenseitigen Abkommen über die Einführung des Dominion-Status zuzustimmen, während die radikale Richtung auf der wörtlichen Auslegung der Entschließung besteht.

in der Vorführungszelle einen anderen Film aufrollte und plötzlich ein verdächtiges Ge­räusch hörte. Unmittelbar darauf wurde die vor- führungszelle von dichtem Rauch erfüllt. Der Vorführer erkannte sofort die Gefahr und ver­suchte, den brennenden Film aus dem Gebäude her­aus zu bringen. Zu dieser Zeit war jedoch der dichte Rauch in die Halle des Kinos gedrungen und die Kinder von einer Panik ergriffen worden. Mehr als hundert Feuerwehrleute und Polizisten versuchten mit aller Kraft, die Kinder aus der Todesfälle, die das Kino darstellte, zu retten. Außerhalb spielten sich herzzerreißende Szenen ab, da der größte Teil der Mütter und Väter der im Kino befind­lichen Kinder inzwischen eingetrosfen waren. Die Szenen wiederholten sich später im Kranken­haus, wo lange Reihen von i n b er­leiden ausgebahrt lagen. Die meisten der Opfer sind, wie später festgestellt wurde, den durch die Flammen entwickelten giftigen Gasen er­legen. Der Brandmeister VZilson bezeichnet die Brandkatastrophe atvdasschrecklichsteLrcig- nisseines Lebens. Gr betonte, daß die Feuer­wehr zwei Minuten nach dem Alarm an der Brand­stelle eingefroren fei. Das ganze Gebäude war in dichte Rauchwolken gehüllt. Zivilpersonen, riefen ihnen zu:Seht Eure Rauchhelme auf, man kann in den Rauch nicht hinein". Als aber feine Leute hörten, daß Kinder in Gefahr seien, warteten sie nicht erst auf die Rauchhelme, sondern machten sich an ihr Rettungswerk. Ein Feuerwehrmann, der in das brennende Gebäude eingedrungen war, er­zählt, daß er eine feste Masse von Men- icheuleibern vorfand. Die verzweifelten Kinder packten die Feuerwehrleute bei ihren Röcken, und diese griffen so viel sie nur greifen konnten, und eil­ten mit ihnen ins Freie. 3n der Rühe der Aus­gänge lagen in dichter Menge zusammengeballt die Lebenden rnb bie Toten.

Annahme von Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfcnnig; für Ne. Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 ReichspfenniL Platzvorfchrist 20" , mehr.

Chefredakteure

Dr Friede Wilh. Lange. Berantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuillewn Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchcin und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich tn Gießen.

Loudon, 31. Dez. (Icl.-Un.) Durch einen Brand, der in einem Lichtspieltheater in Paysley (Schott­land) ausbrach, kamen 72 Personen, meist Kinder, ums Leben. Die Brandkatastrophe erfolgte wäh­rend einer Kindervorstellung. Der Brand ging von dem Vorführungsraum aus, und die Flam­men griffen auf den Zuschauerraum über. Ls ent­stand eine Panik, und alles stürmte zu den Ausgängen, die bald durch einen Knäuel von Kin­dern versperrt waren. Polizei, Feuerwehr und Zi­vilisten zogen in fieberhafter Anstrengung die Kin­der vor den Augen der entsetzten Mütter ins Freie. Ueber den Verlauf des Unglücks und die näheren Umstände werden eine Reihe weiterer Linzelheiten berichtet. Danach wurde etwa um 42 Uhr nachmit­tags in der Stadt Feueralarm gegeben. Zwei ober brei ftinber kamen aus einem schmalen Tor bes Glen-Kinos heraus. Der etwa 20 Meter entfernt auf ber Straße in Dienst befinbliche Schuhmann war sofort darüber klar, baß irgend etwas L r n - ftc s öorgefallen war und hielt sämtlichen Verkehr an. Bei seiner Ankunft am Eingang des Linos war die Panik unter den Kindern jedoch in vollem Gange und fein Versuch, durch Wiederherstellung ber Orbnung den größten Teil ber Kinber zu retten, war hoffnungslos. Die Rach- richt von bem Ausbruch bes Feuers hatte sich inzwi­schen in ber Stabt mit größter Schnelligkeit verbrei­tet unb hunbarte von Angehörigen, be­reu Kinber im Kino waren, waren innerhalb weni­ger Minuten eingetrosfen, Personen, bie bei bem Feueralarm in ber Röhe waren unb bie ersten Ret­tungsarbeiten mitteten, berichten, bah bie Panik so groß war, dah bie Kinber zn zehn unb zwölf nebeneinanbet in ben Ausgängen la­gen. Die Rettungsarbeiten würben dabucch ungeheuer erschwert. 3m Augenblick war es noch nicht möglich, bie Ursache bes Feuers genau festzustellen, boch sagt ber Vorführer aus, daß einer feiner Kollegen

der wie jeder Pfad, der aufwärts führen soll, hart und schwer sein wird. Aber ich glaube doch, daß ein Rückblick auf das vergangene Jahr, der am Reujahrstage sich unwillkürlich aufdrängt, uns mit frischem Mut und neuer Zuver­sicht erfüllen kann.

Im Zusammenhang mit der vorgesehenen Er­leichterung unserer Lasten hat die Reichsregierung eine Reichsfinanzreform in Angriff ge­nommen und dazu die Grundzüge eines umfassen­den Programms vorgelegt. Durch die bereits ge­setzlich festgelegte Schuldentilgung, die in dem beschlossenen Umfang entschlossen durchgeführt werden muß, werden in Ausmaß und Tempo dieser Reform Aenderungen an dem ur­sprünglichen Plane eintreten müssen. Jede Fi­nanzreform, die diesen Ramen wirklich verdien^ muß auf einem in Einnahme und Ausgabe aus­geglichenen Reichshaushalt beruhen, der auch die Kasse des Reiches von Belastungen - befreit, die aus der Vergangenheit auf sie drücken. Die Erledigung dieser Ausgaben wird nach 2(6- schluß der Haager Verhandlungen die vordring, lichste Sorge der Reichsregierung sein. Gesunde Finanzen sind eine Vorbedingung politischer Frei­heit.

3hre Staatsoberhäupter, Regierungen unb Völ­ker im Ramen bes Deutschen Reiches unb im eigenen Ramen meine aufrichtigsten unb herz­lichsten Reujahrswünsche aus.

Um 12.30 Uhr empfing der Herr Reichs­präsident den Reichskanzler, die Reichsminister und die Staatssekretäre der Reichsregierung.

Oer Reichskanzler

hielt folgende Ansprache:

Herr Reichspräsident'.

Wiederum habe ich die Ehre, Ihnen am heu- tigen Tage die aufrichtigen und herzlichen Glück­wünsche der Reichsregierung auszusprechen. Mit dem deutschen Volke, das in Ehrerbietung zu Ihnen aufblickt, hofft die Reichsregierung, daß auch im neuen Jahre Ihnen Gesundheit und Wohlergehen beschieden fein mögen. Das deutsche Volk ist glücklich, in Ihnen, Herr Reichspräsident, ein Oberhaupt zu besitzen, das in der ganzen Welt geachtet und in Deutschland verehrt wird. Sie sind uns in der unermüdlichen und treuen Pflichterfüllung, mit der Sie Ihr hohes Amt versehen, Vorbild und An» sporn.

3m vergangenen Jahre hat es uns an schwe­ren Sorgenwahrlich nicht gefehlt. Sie werden auch in Zukunft unseren Weg begleiten,

Neujahrsempfänge beim Reichspräsidenten.

Hindenburg fordert Freiheit und Gleichberechtigung für Deutschland und mahnt das Vater­land über die Parteien zu stellen:Mitarbeiten an den Aufgaben der Gegenwart und am Aufbau der Zukunft ist wahrhast national!"

Berlin, 1. Jan. Aus Anlaß des Reujahrs­tages fanden auch in diesem Jahre bei dem Herrn Reichspräsidenten die üblichen Empfänge statt. Gegen 10 Uhr traf bie Mache mit der Kapelle des Wachtregiments am Hause des Reichspräsidenten ein. Die Kapelle brachte anschließend dem Herrn Reichspräsidenten im Park des Hauses ein Ständchen.

Um 12 Uhr mittags empfing der Herr Reichs­präsident die Chefs der beim Reich be­glaubigten fremden diplomatischen Vertretungen, denen eine im Ehrenhof des Reichspräsidentenhauses aufgestellte Abteilung Reichswehr militärische Ehrenbezeugungen er­wies.

Oer französischeBotschaster deMargerie brachte als rangältester Botschafter dem Herrn Reichspräsidenten die Glückwünsche des Diplo­matischen Korps in einer Ansprache zum Ausdruck:

Nr. 1 (Elftes Blatt

Erjchelnl i ä g lt ch, außer Sonntags unb Feiertags.

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Die Illustrierte _ Gießener FamilienblStter

Heimat im Bild Die Scholle

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Entsetzliche Brandkatastrophe in einem schottischen Kino.

Zweiundsiebzig Kinder im R-mch umgekommen.

Als Zeugen des geradezu heroischen Eifers, mit welchem der hervorragendeDertre- ter Deutschlands im Rate der Völ­ker sich trotz drückender Krankheit so lebhaft dem dauernden Suchen nach friedlichen Ver­einbarungen und Lösungen gewidmet * ~l. wün­schen meine Kollegen und ich die Gefühle, mit denen das gesamte Diplomatische Korps vor kurzem an der Trauer des Deutschen Volkes teil« genommen hat, heute vor dem Staatsoberhaupt erneut zum Ausdruck zu bringen.

In dem soeben abgefaufenen Jahre haben wir die schwierigsten neuen Probleme zur Be­ratung tommen sehen, von denen in Europa und der übrigen Welt Ruhe und Sicherheit abhängt, ohne die sich die Menschheit nicht mit Erfolg der Arbeit widmen könnte, die doch für jeden

Regelung der nationalen Bewegung an und er­klärt. daß der Leitgedanke des Kongresses die völlige Unabhängigkeit Indiens ist. Die Entschließung tritt weiter für Richtbetei­lig un g der Engländer an der zentralen und den provinzialen gesetzgebenden Versamm­lungen ein und ermächtigt den Ausschuß des Kongresses, wenn er es für nötig hält, ein Programm des Wider st an des gegen die Ge­setze aufzustellen, sowie die Richt Zahlung der Steuern zu empfehlen. Die Entschließung fordert die Ablehnung aller Indien durch die fremde Verwaltung aufgebüröeten finanziellen Lasten, soweit sie nicht durch einen unabhängigen Feststellungsausschuh anerkannt werden. Der Vor­sitzende des Kongresses, Iawaharlal Rehru, erklärte hierzu, die Ablehnung beziehe sich auch aus solche Verpflichtungen, die aus dem Bestre­ben Englands, Indien zu unterjochen und seine imperialistischen Absichten durchzuführen, erwach­sen seien.

Zu einer Spaltung kam es unmittelbar nach Schluß des Kongresses. Es traten nämlich 30 Mitglieder aus dem Kongreßausschuß aus wegen des Vorschlages Gandhis, daß dem Kon­greß-, Kabinett" nur solche Männer angc-

Oie Krisis in Indien. I

Vielleicht wird 1930 ein Schicksalsjahr für das englische Imperium. vielleicht auch nicht. Die britische Staatskunst, die über so reiche Erfah­rungen und Anwendungsformen verfügt, hat es noch immer verstanden, das Imperium aus der Gefahrenzone in das freie Fahrwasser zu bug- | fieren. Wenn auf dem indischen Rationalkon- | greß in Lahore Ghandi wirklich triumphiert, so wird die Labourregierung freiwillig oder un= freiwillig den Beweis erbringen müssen, daß sie imperialistischer sein kann als selbst eine Tory- Regierung. Ghandi ist im Oktober 60 Jahre alt geworden, in denen er ein Leben gelebt hat, das nur nach indischen Begriffen und Vorstellun­gen zu deuten ist. Ghandi ist heute der unbe­strittene Träger der indischen Freiheitsbewegung, einer Bewegung, die gerade unter Ghandis Ein­fluß nicht nur politisch bestimmt ist, sondern vielmehr versucht, den Indern auch sozial undwirtschaftlich zu lösen und zu befreien. Ghandi hat seine ganze Arbeit bisher darauf eingestellt, jede Gewaltanwendung zu verwerfen, um allein mit der Kraft des Geistes und der Seele Herr über die Bajonette und Flugzeuge der Engländer zu werden.

Allein Indien ist für England nicht nur eine Kolonie, sondern vielmehr Inhalt und Krone des Imperiums. Was Indien für England noch immer bedeutet, das zeigte sich ja bei den Verhandlungen um den Kellogg-Pakt, als die englische ^Regierung darauf bestand, die Schlüsselstellungen des Imperiums unter allen ilmftänöen und gegen alle Angriffe verteidigen zu können. Die wichtigste Schlüsselstellung war und ist Aegypten, aber auch nur in Hinsicht auf die Sicherung und Verteidigung Indiens. Wir kommen dem Sinn des großen Krieges

GietzeimAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck und verleg: vrühl'lche Universllitr-vuch- und Llelndrnckerei H. lange In Sietzen. Schrlstleltnng und Seschäftrllelle: rchul'tratze 7.

so fester an die Krone Englands kettete. Ob Die indische Freiheitsbewegung heute schon so stark ist, um die Entscheidung mit England zu suchen, ist nicht nur eine Frage der Waffen und der Politik. Englands Macht ist in Indien noch Wehrbewegung durch die Weigerung, immer stark verankert, denn es verfügt über eine Steuern z u bezahlen, sowie vor allem auserlesene Truppe von sechzigtausend Mann, durch den Versuch, die untersten Schichten des die mit Kraftwagen und Flugzeugen jede gefähr- indischen Volkes wirtschaftlich aus der Gebun- dete Stelle des Riesenreiches aufsuchen kann, denheit zu lösen. Das soll nach Ghandis Dor- Auch die indischen Truppen sind wenigstens schlag dadurch geschehen, dah die Inder ihre heute zum großen Teil den Engländern noch er» Kleidungsstücke selbst weben, um vom englischen geben, weil sie wissen, daß der Zusammenbruch Kattun unabhängig zu werden. Run hat die der englischen Herrschaft ihr Dasein vernichtet, englische Staatskunst wohl die größte Aufgabe Vor Jahr und Lag stellte der Rationalkongreß $u lösen, die ihr seit Menschenaltern gestellt in Lahore der englischen Regierung das bis worden ist.

zum 31. Dezember 1929 befristete Tlltimatum, In- , k .

dien das Dominiumstatut zu gewähren. Die La- Dis Beschlüsse des »ndischen bourregierung hat diese Forderung abgelehnt, *, '*

was'nun dem jüngsten Rationalkongreß Deran» Jtatt0NMf0NgreffeS.

lassung gegeben hat, völlige Freiheit und a

Llnabhängigkeit zu fordern. Lahore, 31. Dez. (WB.) Aach einer Aus-

Die Waffen, die die indische Frecheitsbewe- spräche von anderthalbstündiger Dauer hat der gung zur Verfügung hat, sind nicht geschliffen, indische Rationalkongreß mit 942 ge- auch nicht mit Giftgasen gefüllt. Aber sie sind gen 792 Stimmen die von G a n d h i befürwortete nicht minder furchtbar, weil sie in ihrer An- Entschließung angenommen, die den 'Bomben- wendung den Rerv der britischen Herrschaft anschlag auf den Sonderzug des Vizekönigs v e r- berühren und töten müssen. Dazu gehört vor urteilt und den Dizekonig und seine Beglei- allem der Verruf der englischen Wa- ter zu ihrer glücklichen Errettung beglückwünscht, ren, die Weigerung, mit englischen Behörden Die Entschließung des Kongresses erkennt die zu verkehren. Tlnd gesteigert wird diese Ab- I Bemühungen des Dizekonigs um eine friedliche

Herr Reichspräsident!

Im Ramen des in Berlin beglaubigten Diplo­matischen Korps habe ich die Ehre, Ihnen all unsere guten Wünsche zum Ausdruck zu bringen, die wir anläßlich des Jahreswechsels für Ihre Person hegen. Ihr Wohlwollen uns gegenüber hat uns im Lause der Jahres 1929 vielfach Gelegenheit gegeben, zu sehen, mit welch weiser äÄÄÄS» |

Gefahrenzone zu entrücken. Darum die Zertrum- gäbe erfüllen die das deutsche Volk Sie g mcruiig der Türkei, darum die Schaffung eines hat, auf sich zu wchmen. Bikers

machtpolitisch schwachen Staatengew'rrs im nahen ' m q°nt>n hoA Trieben Eifers.

Osten, über das England unmittelbar eine un­bedingte Herrschaft ausüben wollte. Der See­weg nach Indien konnte vielleicht einmal ge­sperrt werden. Lunte auch an Bedeutung zurück- stehen hinter ber gewaltigen Entwicklung der Luftwaffe und des Motorverkchrs.

Indien ist für England nicht nur der große Absatzmarkt, auf dem es zur Zeit noch immer für zwei Milliarden Mark Wären unterbringen kann, Indien ist für England die Quelle und der Hauptstützpunkt jener überlegenen wirtschaft­lichen Macht, die ihm im Ablauf eines Jahr­hunderts die Schöpfung des größten Reiches der Erde möglich machte. Bis zum großen Kriege war Indien eine von England unmittelbar verwal­tete Kolonie, aus der ununterbrochen Gold- I ~~ "Lebensgesetz"und Lebensfreude ift An

ströme nach England stossen. Um wahrend des tem willen hat es nirgends gefehlt und Krieges alle Tieberraschungen in den Kolonien zu teD an ber Schwelle des neuen Jahres

vermeiden, wurde .Indien das Dominion» ßöfung fo vieler Fragen gesucht wird, die Statut in Aussicht gestellt. Englische Der- Wiederaufbau der Welt und ihre

sprechungen, zumal wenn sie in höchster Rot ent- flIüd[iche Weiterentwicklung auf den Bahnen der stehen, find in der.Regel wohlfeil wie Brombeeren §intrad)t Gerechtigkeit und allgemeinen Wohl- . im warmen Herbste. Das haben die Aegypter cQ^rt bDn hoher Bedeutung sind, vereinigen erfahren, das ist auch eine Erfahrung, die den toir und bDr Ihrer ehrwürdigen Person in be- Indern geworden ist. Die Verwaltung, die Eng- rcÄtigten, durch keine Schwierigkeiten zu er­laub 1919 Indien verlieh, war nicht die der Do- schotternden Hoffnungen. In dieser feften Heber» minions. sondern die einer gemäßigten Aristo- -eugung bitten wir Sie, Herr Reichspräsident^ iratie, deren Zügel die englische Regierung in .ür Ihre Person und für das Deutsche Voll den. Händen behielt. Trotzdem bedeutete auch diese jmrerc aufrichtigsten Wünsche entgegenzunehmen. Verwaltung ein großes Opfer Englaillrs, dessen

Staatsmänner sehr wohl erkannten, daß die sich» -OCT jiClu)vpra|tvCnt

renben Schichten Inbiens vom Geiste des Selbst- erwiderte auf die Worte des Botschafters u. a.: n?i Ä J»

begonnen, bas immer mehr wuchs, obwohl ober Arbeit des letzten Jahres mit (Erfolg im neue

gerabe well bie Engländer diesen seltsamen Mann fortgesetzt werden wird. Schwere Lasten find

wiederholt einkerkerten. uns auferlegt. Deutschland kann aber seine Auf­

gaben im fireife der Rationen nur dann er­füllen, wenn es politische Freiheit und wirtschaftliche Lntfaltungsmög- l i ch k e i 1 hat. Die Ruhe und Sicherheit der Mell, die wir alle wünschen, haben politische Gleichberechtigung und wirtschaft-