Ausgabe 
1.9.1930
 
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Aus der Provinzialbauptfiadl

Dietzen, den 1. September 1930.

Prof. Or. Roller 60 Jahre alt.

2m heutigen 1. September vollendet der Ober« ftubienbirrftor der Dietzen er OberreaUchul« und SrtraordinariuS an der Lande» Universität Dietzen Pros. Or. Karl Roller in bester Irisch« sein 60. Lebensjahr.

Karl Roller wurde am 1. September 1870 in Darmstadt geboren, wo er auch seine Schul­ausbildung erhielt. 3m 3ahr« 1889 bezog er die Technische Hochschule in Darmstadt, dann studierte er in Dietzen Neuere Sprachen. Seine erste Schuldienst liche Verwendung sand er in Ttlbei als Leiter der dortigen Höheren Burger- schule, hieraus war er bi» 1917 als Oberlehrer an der Ludwigs-Oberreal'chule in Darmstadt tätig. 2m 1. August 1917 übernahm er als Oderstudiendircklor die Leitung der Höheren und erweiterten Mädchenschule In Dicstzen, seit 10. Ja­nuar 1923 wirkt er als Oberstudtendirektor an der Oberrealschule zu Dietzen und zugleich als Leiter des mit dieser Schule verbundenen Päda­gogischen Seminar». Don 1913 bis 1917 war er Privatdozent sür Pädagogik an der Technischen Hochschule zu Darmstadt, seit Herbst 1918 Privar- dozent der Pädagogik an der Universität Dietzen. Seit dem Sommer 1922 gehört er dem Lehr­körper der Landesuniversität als autzerordent- licher Proseslvr der Pädagog f an.

Kaum in da» praktische Schulleben cingesührt, trat Roller aus dem engen Rah-'cn seine» Jaches herau» und beschästigte sich mit allge­meinen Fragen der Erziehung und des Unter­richt» Dor allem war es da» Gebiet der Schulgesundheit»pslege, dem er sich zuwandle. 3m Verein mit dem bekannten Donner Schul- Hygieniker Pros. H. Selter gab Roller die Zeit- schrist .Desunde Jugend" herau», die bi» 1911 da» Organ de» .Deutschen Vereins sür Schul- aesundheitSpsleac" war. Frühzeitig trat er in den Vorstand oe» genannten Verein» ein.

SS ist säst eine Selbstverständlichkeit, dah ein Mann wie Roller zur Klärung der großen päda­gogischen Probleme Hellen wollte, die vor und nach dem Kriege unser Volk bewegten. Er tat dies in Verbindung mit anderen (Block, Messer) in der Schristenreiye .DaS Dildungswesen. Bei­träge zur Reugestaltung des gesamten Schul­wesen» .

3m Jahre 1917 wurde, wie bereit» erwähnt, K. Roller nach dem Tode des Deh. Schulrat» Dr Stoeriko die Leitung der damaligen Höheren und Erweiterten Mädchenschule in Dietzen über­tragen. Rach dem Ausscheiden de» Direktors Dr. Schnell beriet ihn die Regierung an die Diehener Oberreaischule, eine der größten Schulen unseres Hessenlandes. Hier sand Roller vollauf Gelegenheit, seine organisatorischen und päda­gogischen Fähigkeiten zu entfalten.

Die Leitung einer Schule ist heutzutage keine kleine Aufgabe. Reue erzieherische und metho­dische Gedanken verlangen oft stürmisch Eingang in unsere Schulen, unter rad ialer Beseitigung de» Alten, mag diese» sich auch erprobt haben. Roller befolgt hier den goldenen Mittelweg. Er verschließt dem Reuen nicht den Weg, soweit es sich mit den Bedürfnissen der Schule und de» Leben», für da» diese immer noch zu erziehen hat, verträgt.

Eine stattliche Zahl von hessischen Philologen der RachkriegSzeil hat dem Pädagogischen Semi­nar an der Gießener Oberrealschule feine prak­tische Ausbildung zu verdanken. Wie anregend Roller hier wirkt, beweisen die .Beiträge zur Fortbildung der Lehrer an höheren Schulen". (Verlag S. Roth, Gießen.) SS werden hier Ar­beiten von Mitgliedern deS Seminars geboten, die. aus der Prari» ßeroorgegangen, dem prak­tischen Schulmann Fingerzeige geben, wie er die eine oder die andere Frage im Unterricht be­handeln kann.

Oberftudiendirektor Roller kann an seinem 60. Geburtstage mit Desriedigung und Stolz auf die von ihm biS jetzt geleistete Arbeit Aurüd- bliden. Mögen ihm die große Arbeitskraft, die feine Freunde an ihm bewundern, fein zäher Wille zur Arbeit und auch der goldene Humor, den eine gütige Vorsehung ihm mit in das Leben gab. noch recht lange erhalten bleiben

tAornomen.

1 TageSkalender für Montag. Verein für deutsche Schäferhunde Lichtbilder­vortrag. 15 Uhr, im Hörsaal des Landwirt­schaftlichen 3nstitutS. Lendenbergstrahe. Deutschnationale DolkSpartei: Wahlversammlung, 20.15 Uhr, in der Turnhalle am Oswaldsgarten. Deutsche Volkspartei: Ausspracheabend. 20 Uhr, im .Hindenburg". Lichtspielhaus Dahnhos- ftrahe: Tonfilm .Skandal um Dva" und .Midy, da» Tonfilmwunder".

HauSfrauen-Abend. Die im heutigen Anzeigenteil angekündigten Vorträge anläßlich der Diehener DaS-Woche versprechen, wie man uns schreibt, für die Hausfrauen besonders inter­essant zu werden. Der Besuch des Hausfrauen- Abends ist daher au empfehlen. Auch zu dieser Veranstaltung werden nur so viel Karten aab­gegeben, al» Sitzplätze vorhanden sind. Ferner werden an die Besucher kostenlos Freilose ausge- geben. Ratürlich sind auch am HauSfrauen-Abend Herren willkommen. (Liehe heutige Anzeige.)

R a t i o n a ls ozi a l i st i s ch e Deutsche Arbeiterpartei (Hitler-Bewegung). Mor­gen. DienStag abend, in der Turnhalle am 06- wa Id »garten, öffentliche Versammlung. Redner ist Lehrer RingShausen auS Offenbach. (Siehe Anzeige.)

Eine neue Polizeiverordnung über den Verkauf von Speiseeis ist soeben in Kraft getreten. Die interessierten Kreise seien auf die Bekanntmachung deS KreiSamtS Gießen im neuesten AmtSverkündigungSblatt Ar.,65 vom 29. August hingewiesen.

Straßensperrungen, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobilclub SD (2vD) Gießen: Die Straßensperre auf der Strede Wiesed Alten-Bused ist wieder aufgehoben. Die Provinzialftraße Schotten Rainrod wird ab 4. September für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über WingershausenEichel- sachsen.

Unerwarteten Zeppelin-Besuch erhielt unsere Stadt gestern um 21.15 Uhr. Auf feiner Rückfahrt vom Besuch in Bielefeld, den da» Luftschiff unter Führung des Kapitän» Le h- m a n n unternommen hatte, kam es in geringer Höhe über unsere Stadt hinweg, wobei es nicht nur durch sein bekannte» Motorengeräusch, son­dern auch durch seine hellerleuchtete Passagier­kabine und die Tätigkeit seine» Scheinwerfer»

sofort ausfiel. Bei dem klaren Himmel waren di« Umriss« des Lustschiffes gut sichtbar. Mit die­sem unerwarteten Besuche hat der .Graf Zep­pelin" unseren Mitbürgern, die begeistert an die Fenster und auf die Straßen eilten, wie­derum em« dankbar begrüßte Freude bereitet Heute früh kurz nach 7 Uhr ist das Luftschiff in Friedrichshafen glatt gelandet.

"Hausange st ellten-3ubiläum. Am heutigen 1. September ist die Hausangestellte Fräulein Elise Küster30 3ahre im HauShalt der Frau Deheimrat Bi er m er tätig. Dieses Jubiläum ist sowohl für die 3ubüarin, wie auch für die Hausherrin em ehrenvolles Zeichen harmonischer Zusammenarbeit, das be'onders in der heutigen Zeit zu gebührender Hervorhebung Anlatz gibt.

ee Gesetzliche Gesellenprüfungen. Die Anmeldungen zu den Herbst-Gesellenprüfun- aen sind vom 8. bis 13. September vorzunehmen. 3n unterem heutigen Anzeigenteil ist ans der Bekanntmachung des GefeUenprufungsauL chuffes d«S Dewerbevereins näheres ersichtlich.

Oessentliche Bücherhalle. Im August wurden 1298 Bände ausgeliehen. Davon kommen aus: Erzählende Literatur 952, Zeitschriften 36. Zu- gendschristen 47. Gedichte und Dramen 13, Litera­turgeschichte 1 Länder- und Völkerkunde 75, Kultur- gefch'chte 5, Geschichte und Biographien 95, Kunst- tzefchichte 7, Naturwissenschaft und Technologie 23, Heer- und Seewesen 3, Haus- und Landwirtschaft 3, Religion und Philosophie 12, Staatswisienißaften 16. Sport 2, Fremdsprachliches 8 Bände. Nach aus- wart» kamen 3 Bande.

Der Verband oberheffifcher De - flügelzuchtvereine hielt unter der Lei­tung seines Vorsitzenden 3«an Kolter, Dad- Rauheim. im Hotel Hopseld zu Gießen eine Dorstandssitzung ab. in der u. a. als Gäste der Ehrenvori itzende Schwan. Herr Philipp vom Landwirtschastskammerausschuß und Dr. Lang vom Tterzuchünstitut der LandeSuni er i ät zu­gegen waren. Zur weiteren Förderung der Ge­flügelzucht wurden vom Verbände le- Mk. be­willigt. die alljährlich den neugegrünbeten sechs Bezirk-Vereinen In Oberhessen als Preise für die BeAirküauSsteUungen gleichmäßig verteilt zu­gehen sollen. Unterftüfcungen für kleine Lokal- auSstellungen können infolgedessen nicht gewährt werden. Der Soedler-Fonds wurde von 441.78 Mark auf 500 Mk. erhöht. Der Socdler Ehren­preis zum Andenken an den Altmeister So edler in Rieder-Gemünden soll aus den Zinsen bestrit­ten werden. Als Ehrenpreise iur die Landes- verbandsauSstellung in Gießen sind vom Lan­desverband 15 Ehrenpreise zu je 10 Mark be­willigt worden. Der Obcihessifche Verband gibt weitere zehn Ehrenpreise zu je 10 Mark, und zwar je drei für Hühner und Tauben, je Awei für Zwerg- und Großgeflügel. Für die Abteilung .Hühner" stiftete der Versand noch einen Lei- stungSprei» von 20 Mark, ebenso einen solchen für Tauben. 3m weiteren Verlaufe der Sitzung wurden die Geslügelzuchivereine Alten-Duseck, Vrohen-Bused, Rieder-Aoßbach, Düdelsheim und Ricder-Weisel in den Verband ausgenommen. Schließlich berichtete Dr. Lang noch über seine Eindrücke vom Wclt-Desl- g lzuch kongreß in Lon­don. 3m Anschluß an die Sitzung sand eine Be­sichtigung der Geslügelzuchlanlage des Herrn Funk, Gießen, statt.

" Wichtige Erleich terungen im internationalen Krafts ahrzeugver- k e h r. Der Allgemeine Deutsche Automobilklub schreibt: Am 1. Oktober wird endlich der lang­gehegte Wunsch der Krastsahrer erfüllt werden. Der bisher bei Auslandreisen vorgeschriebene internationale Fahrtausweis rief Unannehmlich­keiten hervor, da er nur auf ein bestimmtes Fahrzeug lautete, während zur Führung deS Fahrzeuge» im Auslande höchstens zwei im Fahr­ausweis namentlich eingetragene Personen be­rechtigt waren. Es wird nun durch zwei Doku­mente ersetzt: 1. Die internationale Zulassungs­bescheinigung für Kraftfahrzeuge (tritt im Aus­land an Stelle der heimatlichen Wagenpapiere), 2. der internationale Führerschein. ES hat jahre­langer Verhandlungen derAlliance Internatio­nale de TouriSme" und deren DerwaltungsratS- mitglied, demAllgemeinen Deutschen Automobil­klub", mit den zuständigen Stellen bedurft, um dieses lang herbeigesehnte Ergebnis (Ratifikation der internationalen Konvention vorn 24. April 1926) zu erzielen. Die Komplikationen, die sich auS dem alten kombinierten internationalen Fahr­ausweis ergaben, werden nun mit einem Schlag verschwinden. Vorn 24. Oktober 1930 biS 24. Ok­tober 1931 bleiben der alte internationale Fahr­ausweis und die neuen getrennten Dokumente nebeneinander gültig. Ab 24. Oktober 1931 wer­den nur die neuen Dokumente anerkannt.

Oberheffen.

Landkreis Gies;cn.

h Staufenberg, 30. Aug. Heute wurde unser früherer langjähriger Lehrer 3. Schlapp, der feit vorigem Jahre nach Erreichung der Altersgrenze bei seiner Tochter in Lollar lebte, dort unter großer Beteiligung zur letzten Ruhe gebracht. Er hatte in großem Segen 38 3ahre lang an der hiesigen Schule gewirkt. Rach der Grabrede des DekanS Gußmann, in der ein Lebensbild des Verstorbenen gezeichnet wurde, kam in allen Rachrufen die große Wertschätzung, die der Verewigte sich erworben hatte, zu Wort. ES legten Kränze nieder: Rektor Heller, Lollar, für Schule und Lehrerschaft, Bürger­meister Meyer, Staufenberg, für feine Ge­meinde, Landwirt Fehh für den Kriegerverein Staufenberg und Milchhändler Dietz, Staufen­berg, für den Gesangverein, dessen früherer Dirigent der Entschlafene gewesen war.

U Grohen-Linden, 30. Aug Au» der jüngsten DemeinderatSsitzung ist ilo.au berichten: Für die Teerung der neu Hergestell- ten Moltke- und Alte-Heerstrahe soll die Ge­meinde einen Zuschuß von 2000 Mk. leisten. Wird genehmigt mit der Bedingung, daß auch der Steinweg ohne weiteren Zuschuß geteert wird. Die vorläufigen Steuersätze für 1930 wurden wie folgt festgesetzt: Grundsteuer von Gebäuden und Bauplätzen für je 100 Mk. Steuerwert 16 Pf.: Grundsteuer von landwirt­schaftlich genutzten Flächen für je 100 Mk. Steuerwert 40 Pf., Gewerbesteuer: a) vom Ge­werbekapital für je 100 Mk. Steuerwert 78 Pfennig: b) vom Gewerbeertrag für je 100 Mk Steuerwert 240 P*. Steuer. Die Sondergebäude­steuer wurde aus die hochstzulässigen Sätze von 39,93 bzw. 45,75 (25) Prozent de» staatlichen Steuersoll» festgesetzt. Das Desamtaufkommen der Gemeindesteuern nach der vorläufigen Ver­anlagung für 1930 ergibt einen Betrag von 48 440 Mk.

s. Trais-Horloff, 31. Aug. 3n unserem Kirchspiel ist di« Zahl der bie»idbr:qcn Kon­firmanden. die in den Kriegsjahren 1916 und 1917 geboren find, noch geringer als im vergangenen 3ahr: fit beträgt in allen drei Ge­meinden zusammen nur 12. 3n Trais-Horloff sind es 1 Knabe und 3 Mädchen, in den Filialen In­heiden 1 Knabe und 2 Mädchen. Utphe 3 Knaben und 2 Mädchen.

S Aus der nördlichen Detterau. 31. Aug. Die ®rummeternte konnte, durch das anhaltende hochsommerliche Wetter der letzten Tage begünstigt, schneller al» je ein 3ahr be­endigt werden. Die geerntete Menge ist zu­friedenstellend Aus trockenen Wiesen läßt sie jedoch au wünschen übrig, da hier selbst die vielen Regensälle des August den DraSwuch» nicht mehr entscheidend beeinflussen tonnten. Die ObstauSsichten find auch in unserer Gegend sehr schlecht. Aepsel gibt c» so gut wie gar keine. Verhältnismäßig am besten ist noch da» Steinobst geraten. Pflaumen und Reineclauden hingen zum Teil sehr voll.

I Au» dem südlichen Kreise Dießen, l.Sept. Wohl selten ist das Grummet so schnell und glücklich eingebracht worden, wie 1930. Die Wiesen sind leer. Der Ertrag war recht gut, besonder» in feuchten Lagen und auf Daum- f rüden. Aus den trockenen W'esen hatte die Juni- Hitze kein rechte» W»ck tum aufkommen lassen. Die Landwirte wissen nickt, wohin mit dem Segen, da es auch sehr viel Heu gegeben hat und das Getreide in diesem Jahre besonders reichlich Stroh einbrachte. Die heißen Tage der letzten Woche haben auch den Kartoffeln sehr genützt.

Kreis Schotten.

*- Ober-Schmitten, 29. Aug. Die hiesige Krankenpflege st ation, in der Schwestern deS Diakonievereins zu Darmstadt tätig sind, wurde am 1. August neu besetzt. Ansteue von Schwester Thea, die erholungshalber ander­weitig verwendet wird, ist jetzt Schwester Maria Kircher (Ridda) mit der Station betraut Der Krankenpf lege bewirk umfaßt die Ge­meinden Ober-Schmitten um) Eichelsdorf. Die Kosten werden au» den Zinsen einer Stiftung, Zuschüs'en der beiden Gemeinden, Beiträgen der Frauenvereine und privaten Zuwendungen auf­gebracht. Die Station wurde in den KriegSjahren in» Leben gerufen und hat seitdem sehr segens­reich gewirkt.

ZuwelendiebstahlinFrankfurt.

WSR. Frankfurt a. M., 30. Aug. Gestern gegen 13.30 Uhr erschien in dem Ga­ben eine» Juweliers ein Mann, der einen Siegelring verlangte. Der Juwelier, der allein im Laden war, legte ihm verschiedene Siegel­ringe vor. Darauf verlangte der Betreffende einen im Schaufenster liegenden Siegelring. Da diese Ringe im vorderen Teile deS Schau­fensters lagen, mußte sich der Juwelier büden, um die Ringe herauSzuholen. Währenddessen war ein zweiter Mann in dem Laden er­schienen, Der ein silbernes Streichholz- et u i verlangte. AIS der Juwelier der ersten Person die Siegelringe vorleate erklärte diese, sie werde nach einigen Minuten wie­derkommen, und verließ den Ladern Die zweite Person folgte nach kurzer Zeit der ersten mit dem Bemerken, daß die Streichholz­etuis ihr zu teuer seien. Rach dem Fort­gang der beiden bemerkte der Juwelier nach einigen Minuten, daß ihm fünf wertvolle BriUantringe und ein Kollier ge­stohlen waren. Der Täter muß, al» der Ju­welier die Ringe auS dem Schaufenster nahm, den Diebstahl begangen haben. Es wird vermu­tet, daß die beiden Personen unter einer Dede fledten. Man nimmt an, daß eS sich um Ausländer handelt, da sie nur gebrochen deutsch sprachen.

Die Kriminalpolizei war zunächst der Ansicht, daß zwischen diesem Diebstahl und dem dieser Tage gemeldeten versuchten Bankraub ein Zusammenhang bestünde Sie hat deshalb den Fall nicht sofort bekanntgegeben. Die Tat stellt sich als ein fein ausgeklügelteSVer- brechen dar, bei dem zwei Komplicen zusam- menarbelteten. Dafür spricht die Tatsache, daß der zweite Komplice in dem Augenblid erschien, al» der erste hinter dem Rücken deS in die Auslage sich hinauSbeugenden Juweliers die Pretiosen an sich nahm: denn der 3uwelier mußte sich durch die Anwesenheit deS zwei­ten Kunden vor einem Diebstahl sicher fühlen. Die Diebe hatten sich zweifellos von der Straße auS schon genau au-gefucht, welche Stücke sie nehmen wollten: in der Tat stellen die fünf Ringe und daS Kollier einen Wert von über 600 0 Mk. bar. ein Ring hat allein einen Wert von 1850 Mk

anstieg ein, und der hohe Druck über den briti­schen 3nfcln gewinnt ostwärts nach dem Fest­lande an Raum. Wenn auch vorerst etwa» wech­selhaftes Wetter herrscht, d. d Bewölkung und vereinaelt geringe Schauer austreten, so steht durch Den hohen Druck doch wieder Besserung fn Ausficht.

Aussichten für Dienstag Kühle» Det­ter, Bewölkung und Äusdciterung wechselnd, zu­nächst noch vereinzelt geringe Schuuer.

Lufttemperaturen am 31 August: mittag* 25.8 Grad Celsius, abends 18,8 Grad am 1. September: morgen» 17,9 Grad Celstus Maximum 26.2 Grad Minimum 16.4 Grad. Crdtempcraturen in 10 an Tiefe am 31. August abends 22 Grad Celsius am 1 September: morgen» 19,4 Grad Celsius Nieder- schlage 0,1 nun. Sonnenscheindauer 11** Stunden.

Oie Wetterlage.

-44.

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®trolnnau»4ufl

6. Klasse 35. Preotzisch-Süddeulsche (26L Preutz.) Klasien-Lotterie

Ohne Gewähr Nachdruck verboten

18. Ziehungstag 29. August 1930

Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich bebt Gewinn« gefallen, und zwar je einer

auf btt Lose gleicher Nummer io den beideo Abieilungen I und II

On der heutigen Bonniltagsziebung wurden Dewinu» über 150 M. gezogen

4 n 10000 W. 10967 288182

4 »relnne |u 6000 UL 90066 263163

4crinnt n 3000 UL 114526 271717

14rwlnn« in 2000 HL 84684 96072 212706 242848 269317 322769 376126

52 ®«trlnnt m 1000 <O 301 66443 84007 91328 124947 143722 149802 169940 182637 234031

237287 248997 253556 260690 264883 293023

307174 309822 317711 319641 323777 347051

360908 374485 394842 398196

92 e«einnt in 500 UL 2649 15713 32218 33078 38120 38837 47135 82237 55977 66362 74255 81941 107656 126581 126140 128240 137103 143191 147100 156696 158310 166828 169050

198268 200380 209150 209.45 212707 246226

249891 262556 264134 293118 313735 322324

332334 334063 338467 340196 341229 342155

346939 353916 355243 379187 393427

252 ®n>.nn< iu 300 M. 1047 1844 5639 8513 17006

28553 32923 33364 34598 35351 36119 39171

61953 52574 54079 66066 66517 67312 69079

71036 73009 74606 79249 83998 84226 88740

89475 101852 104095 104931 108056 111976 112424 115018 120566 120960 122267 122986

123921 124221 130014 136859 139180 139621

142938 146311 146598 161403 152287 164276

155296 159008 162551 166361 168967 171494

171632 171887 178849 186484 185547 187766

188687 188690 190417 196086 197813 199322

201013 203821 207612 208664 209.303 209412

212249 217866 217t>61 219656 226923 227671

232151 233853 236055 237607 241423 247688

248312 255957 262005 270306 273554 278173

278208 278959 282498 291906 304323 307897

309245 313035 315457 315563 317782 323163

335677 339659 339849 341285 348664 349560

349752 351914 354182 360569 363768 364435

367392 369324 375411 387674 387716 388563

390310 391392 391395 397754

On der heutigen Nachmittagszlehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen

Hassia-Tagung in Mainz.

WSR. Mainz, 31. Aug. Die Krieger- tameradschast ..H a s s i a" und die An­gehörigen der allen Mainzer Regimenter hatten sich schon gestern in großer Zahl hier versammelt, um daS 60jährige Bestehen deS Mail zerDetcranenvereins und die Be­freiung te8 Rheinlande.» von fremder Besatzung feierlich zu begehen. Dem gestrigen Begrüßung-'- abend in der Stadthalle wohnte u. a. auch der ehemalige Grohherzog von Hessen bei. Rachdem heute vormittag an den Ehrenmälern Kränze niedergelegt worden waren, versammel­ten sich die Teilnehmer zu einem schier endlosen Zug mit Fahnen und Musik durch die Stadt. Um die Mittagszeit fand in der überfüllten Stadthalle eine eindrucksvolle Befreiung»» funbgebung statt.

Kirchliche Nachrichten

Katholische Gemeinden.

Mittwoch, den 3. September.

Höngen. 6.15 Uhr: hl. Messe.

Freitag, den 5. September.

Lich. 6.15 Uhr: Segensmesse, vorher Beichte: Ge­neralkommunion der Kinder.

Wettervoraussage.

Der Ausläufer de» skandinavischen Tief», der gestern bis in da» Rordküstengebiet ragte, hat sich weiter über Deutschland ausgebreitet und zum Kaltlufteinbruch geführt. Reben allgemeinem Temperaturrückgang, der im westlichen Deutsch­land feit gestern morgen 6 bi» 8 Grad aus- rnacht, herrscht stärkere Bewölkung, stellenweise treten Rieberschläge auf. Die Riederschlage sind jedoch nicht von starker Art, nur die Wasfer- kuppe meldete 15 Millimeter. Mit der Kalt- lust setzt bereit» wieder leichter Darorneter-

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76etDfnn. »u 500 Ul. 9493 18384 40847 46588 62971 65646 85942 92491 93502 99899 102424 102827 110234 112645 127648 129978 144986

151159 156404 169087 174585 179758 193699

207476 242521 248999 266021 284410 284686

297017 304213 327262 328910 351013 357117

359271 362142 394003

202 »«ülnn. tu 300 Ul. 2269 2646 3012 5186 6435 7407 9707 11499 15809 16674 20359 20835 25020 25547 35651 37385 39700 45412 48643 53645 67119 58456 65664 70501 72157 78401 79349 93327 95802 96288 98911 105731 107809 110727 119317 128692 129758 134621 140371 143346

14*966 146265 155586 156646 161196 168738

171635 173586 174013 177987 195761 203246

203421 207480 208307 212564 222951 223446

227970 234273 236018 238^29 249381 252850

254150 260366 262471 268769 269099 275075

276246 279467 290870 291631 296540 303007

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397238

Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 600000, 2 Gewinne zu je y/00, 8 zu je 25000, 88 zu je lOCOO, 56 zu je 5000, 144 zu je 3000, 804 zu je 2000, 712 zu je 1000, 1748 zu je 500, 4428 zu je 800.

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