gen. zur Geltung bringt und diese« Ziel mit allen zu Gebote stehenden Mitteln der Wissenschaft und Politik zu erreichen versucht."
25. Jubelfest des kirchlichen Verbandes der oberhesfifchen Posaunenchöre.
Der kirchlich« Verband der oberhessischen Posaunenchöre hatte für den29. 3uni zu seinem 2 5. 3 ubelfest nach Gießen em- geladen. 14 Posaunenchöre aus ganz Oberhessen mit etwa 160 Mitgliedern waren der Ginladung gefolgt. Schon früh um 7 il&r erschallte von den Türmen der Iobannes- und der Stadtkirche alte schöne TurmmusU, von den beiden Chören Lang- GönS und Klein-Linden mit hohem künstlerischem Können und wundervoller Exaktheit geblasen. Den Höhepunkt des Festes bildete der F e st- GotteSdienst in der Stadtkirche, an dem etwa 1800 Besucher teilnahmen. Cs war eine große, aber auch eine lebendige Gemeinde, wie der machtvolle Gesang der Sieber spuren ließ. Die Festpredigt hielt Pfarrer Weber aus Holzheim mit Bezugnahme auf den Aposteltag »Petrus und Paulus" im Anschluß an das PetruS- bekenntnis von Cäsarea Philippi Matth. 16 B. 13 bis 20 und legte in packenden Ausführungen dar, daß auch die Sendung der Posaunenchöre im Bekenntnis zu Christus begründet sei. 3m Aamen der Kirchenbehörde begrüßte den feiernden Verband der Superintendent von Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner, indem er unter Zugrundelegung von Aöm. 10 V. 9 und 10 nachdrücklich darauf hinwies, daß solche Bekenntnis der Po- sannenchöre nur aus dem Glauben geboren werde, der die Herzen zu frohem Dank gegen Gott stimmt.
So führten diese Worte hinauf zu dem Te- beum, bas die Gemeinbe dann nach der Verdeutschung Luthers im Wechsel mit verschiedenen Chören sang. Die Chorpartie wurde wiedergegeben zuerst vom Kirchengesangverein, bann in Strophe 4, wo bie ernsten Bitten ben Lobpreis unterbrechen, von dem einstimmigen von der Orgel begleiteten Männerchor bes Kirchengesang- vercins, und in der 5. Strophe, wo wieder heller Lobgesang ertönt, von dem Kirchenchor im Verein mit einem starken aus Schülern der höheren Schulen zusammengestellten außerordentlich frischen Schülerchor. Die Gemeinde antwortete stets Zelle für Zeile, begleitet von der ganzen Wucht der 160 Bläser. Liehen auch die Cinsähe hier und da noch Wünsche offen, so war doch der Zusammenklang der ganzen Masse wohltuend weich und rein. Uni) der Gesang der einunbein- halbtaufend Menschen, die zum großen Teil vorher treulich für diese Stunde geübt hatten, kam gut zur Geltung. Bedenkt man, daß es sich bei all diesen Mitgliedern der Posaunenchöre nicht um Fachmusiker handelt, so muß man ihre.Leistungen gewiß anerkennen, besonders wertvoll ist ihr erfolgreiches Streben, der Gemeinde die Schätze der alten Kirchenlieder und Kompositionen der alten Meister der Kirchenmusik bekannt zu machen. Seit langen Jahren ist Verbandschormeister Boller (Lang-Göns) in dieser Richtung tätig. Auch jetzt wieder bewährte sich seine sichere und feine Leitung.
Zu der Rachmittagsversammlung, welche um 15 Uhr auf der Waldbühne stattfand, führte ein Feftzug vorn Oswaldsgarten aus, an dem insbesondere alle anwesenden Posaunenchöre teilnahmen. Auch dort wechselten Darbietungen der Chöre mit Gemeindegesängen und Ansprachen. Zuerst sprach Missionar Keller (Baseler Mission), Heidelberg, im Anschluß an Off. 3oh. 3 V. 8 aus reicher Erfahrung über die gegenwärtige Lage der Mission, der Gott eine „offene Tür" gegeben habe. Dann begrüßte Dekanftellvertreter Pfarrer Sattler, Wieseck, im Ramen des Dekanats die Festversammlung unp begründete seinen herzlichen Gruß durch persönliche Erinnerungen aus der Arbeit der Pvfaunenchöre. Die Schlußansprache hielt der Vorsitzende des oberhessischen Posaunenchorver- bcmdes, Pfarrer Lenz, Gießen, in dessen Hand die ganze mühevolle Vorbereitung und Leitung des Festes lag. Indem er allen, die zum Gelingen des Festes mitgeholfen hatten, herzlich dankte, warb er zugleich aus warmem Herzen und mit ernsten Worten für die Arbeit der Posaunen- rftore, in der eine dreifache Liebe — zu der Musik, zu den Brüdern, zum Herrn — wirke und zum rechten Leben führe, 1. 3oh. 3, 13.
Das Ganze war ein schöner Festtag, dessen feiner Verlauf ben beteiligten Posaunenchören große Genugtuung für geleistete Arbeit und Freudigkeit zu weiterem Wirken gibt, und an den die mitfeiernbe Gemeinde mit herzlicher Dankbarkeit denkt.
Oer Auftakt
zum Schiffenberg-Zubiläum.
Wie uns von dem Presfeausschuh für die Schisfenberg-Iubiläumsfeier mitgeteilt wird, ist für die Einleitung des Festes am Samstagabend auf dem Schiffenberg ein abwechslungsreiches Programm aufgestellt worden. Um 19 Mr wird die Enthüllung einer Gedenktafel für den Kulturhistoriker Wilhelm Heinrich Riehl statt- sinden. Univerfitätsbibliothekar Dr. W a l - brach wird dabei die Gedenkrede halten. Von 20 Ufjr ab wird ein allgemeiner Kommers den Besuchern des Schifsenbergs einige frohe Stunden bereiten. Der Eintritt zu diesen Veranstaltungen ist für jedermann unentgeltlich. Der Abend wird u. a. Darbietungen von Gesangvereinen, Turnvereinen und ferner Reigen bringen, daneben soll bei frohem Liedersang und bei mancherlei^ anderen Vorträgen das Beisammensein in schöner Weise ausgefüllt werden. Sowohl zur Hinfahrt, wie auch insbesondere für die Heimkehr stehen Kraftomnibusse zur Verfügung.
Gießener Wochenmarktpreise.
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 Pfennig das Pfund, Matte 30 bis 35, Wirsing 10 bis 15, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 25 bis 30, Gelbe Rüben (Bund) 8 bis 10, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grüne 30 bis 35, Spargel 40 bis 70, Erbsen 20 bis 25, Tomaten 40 bis 70, Zwiebeln 10 bis 15, Rhabarber 10 bis 15, Pilze 35 bis 40, Kartoffeln, alte 4i/2 bis 5, Kartoffeln, neue 10 bis 12, Dörrobst 30 bis 35, Kirschen 25 bis 30, Heidelbeeren 35 bis 40, Stachelbeeren 20 bis 25, Johannisbeeren 20 bis 25, Erdbeeren 60 bis 80, Himbeeren 50 bis 55, Aprikosen 50 bis 55, Pfirsiche 60 bis 70, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Rüsse 60 bis 70; Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pfennig, Tauben 70 bis 80 Pfennig das Stück, Eier 10 bis 11, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 8 bis 10, Salatgurken 20 bis 50, Einmachaurken 10 bis 12, Ober-Kohlrabi 8 bis 10, Rettich 10 bis 15, Radieschen (Bündel) 10 bis 15 Pfennig. Kartoffeln 3,80 bis 4 Mark bet Zentner.
25 jährigeLubiläumsschau des Kreisziegenzuchtvereinö Gießen inQ'ch
Der Kreisziegenzuchtverein Gießen veranstaltete dieser Tage in Lich seine 2 5- jährige Iubiläumsschau, zu welcher rund 250 Tiere aufgetrieben wurden. Von diesen standen 200 zur Prämiierung in verschiedenen Klassen, während der Rest von 50 Stück verkäufliche Tiere waren. Den Preisrichtern fiel »8 manchmal nicht leicht, das Beste in den verschiedenen Klassen an den richtigen Platz zu bringen. Die Ausstellung war quantitativ und qualitativ sehr gut beschickt. Nachdem das Richten beendet war, eröffnete der Vorsitzende, Landtagsabgeordneter Fenchel, Ober-Hörgern, die Ausstellung und begrüßte besonders die Vertreter des Landwirtschaftskammer-Ausschus- ses, Oek.-Rat Breidenbach , Dorheim, Generalsekretär Dr. Wagner, Gießen, den Vor, sitzenden des Verbandes der Oberhessischen Zie- genzuchtvereine, Kulturbauoberinspektor Kunz, Lauterbach, und die Vertreter der einzelnen Kreisziegenzuchtvereine der Provinz Oberhessen. Oek.-Rat Breidenbach dankte dem Vorsitzenden für die Begrüßung und beglückwünschte den Verein zu seinem Iubelfeste. Herr Kunz schloß sich diesen Glückwünschen seitens des Verbandes der Oberhess. Ziegenzuchtvereine und des Kreisziegenzuchtvereins Lauterbach an. Anschließend hieran fand ein gemeinsames Essen statt. Hierbei dankte der Vorsitzende den Preisrichtern für die geleistete Arbeit. Für den Ortsziegenzuchtverein Lich begrüßte Landw.-Assessor Dr. Zöller die Gäste.
Bei der
Dockdersteigerung
erzielte Heinrich Münster, Hattenrod, für einen 3ährlingsbock den höchsten Preis mit 150 Mark, während der zweithöchste Preis 100 Mk. betrug. Den höchsten Preis für Docklämmer erzielte Ludwig SchelldV., Großen-Buseck, mit 96 Mark. Der Dock wurde von der Gemeinde Rieder-Weisel erworben. Den nächsthöchsten Preis erzielte Wilhelm Wagner IX., Großen- Buseck, mit 92 Mark. Dieser Dock ging in ben Desitz bes Ortsziegenzuchtvereins Gießen über.
Am Abend fand in der Turnhalle der Züchterabend
statt, der recht gut besucht war. Rach einem Prolog begrüßte der Vorsitzende, Landtagsabgeordneter Fenchel, die Gäste und dankte den Ehrenpreisstiftern, der Fürstlichen Gutsverwaltung für Ueberlassung des Platzes und allen denen, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben. Für die Landwirtschastskammer sprach Generalsekretär Dr. Wagner, Gießen, und überreichte dem Kreisziegenzuchtverein Gießen die bronzene Medaille der Lindwirtschaftskammer und eine Chren-Urkunbe für feine auf dem Gebiete der Landwirtschaft geleistete Arbeit. Auch wurden dem Vorsitzenden, Abgeordneten Fenchel, Ober-Horgern, und dem Zuchtwart des Vereins, Dalth. Philipp III., Steinberg, Ehren-Urkunden für ihre Verdienste um die Ziegenzucht überreicht. Dürgermeister ©eil, Lich, beglückwünschte den Verein namens der Stadt Lich und hieß die Gäste in den Mauern Lichs willkommen. Für ben Ortsziegenzuchtverein Lich sprach Herr F i n ö t. Zur Verschönerung bes Abends wirkten die beiden Gesangvereine Einigkeit und Rothscher Männerchor mit, deren Chöre reichen Beifall fanden. Auch der Turnverein Lich hatte es sich nicht nehmen lassen, zur Verschönerung des Abends beizutragen; die Vorführungen des Vereins fanden ebenfalls lebhaften Deifall. Auch konnten gelegentlich dieser Feier verschiedene Mitglieder des Verins für langjährige treue Mitarbeit ausgezeichnet werden. Es wurden folgenden Herren Ehren-Urkun- den überreicht: Friedr. Stauf in Utphe, Johannes 3 ä g e r in Queckborn, Ludw. ScheldV. in Großen-Duseck, Karl LuhI. in Leihgestern, Dürgermeister Fendt in Hungen, Dürgermeister Schmid t in Trohe, Heinrich 3ak ob i lll. in Dellersheim, Heinrich RauIV. in Hattenrod und Rudolf Hahn in Obbornhofen.
Die Preisrichter, denen hier Gelegenheit zu einer Kritik über das Zuchtmaterial gegeben war, sprachen sich sehr lobend über die ihnen vorgestellten Tiere aus und wünschten, daß die Züchter des Kreises Gießen weiter in ihrer Arbeit fortfahren möchten.
Der Festzug
der sich am Sonntagmittag durch die Straßen Lichs bewegte, hatte eine große Menschenmenge nach Lich gelockt, und die im Festzuge fahrenden Festwagen und Dockgespanne fanden allgemeine Dewunderung.
Die Prämiierung
hatte folgendes Ergebnis: Klasse 1, Docke, vor dem 1. 3an. 1928 geboren: Ehrenpreise: Gemeinde Lich u. Gemeinde Obbornhofen; 3. Preise:
Ortsziegenzuchtverein Gießen und Gemeinde Lumda.
Klasse 2, zweijährige Döcke. Ehrenpreise: Gemeinde Großen-Duseck und Gemeinde Inheiden; 3. Preis Gemeinde Hattenrod.
Klasse 3, einjährige Böcke. Ehrenpreise: Heinr. Münster, Hattenrod, Gemeinde Lich, Dalth. Philipp III., Steinberg, Gemeinde Grohen-Linden; 2. Preise: Ludw. Schäfer, Hattenrod, Gemeinde Utphe, Gemeinde Langsdorf; 3. Preise: Heinr. Rühl II., Utphe, Gemeinde Watzenborn-Steinberg, Gemeinde Laubach, Gemeinde Ettingshausen und Adolf Lind, Stangenrod.
Klasse 4, Ziegen, vor dem 1. Ianuar 1928 geboren. Ehrenpreise: Heinr. Rau IV., Hattenrod, Heinr. Wagenbach VI., Großen-Duseck, Heinr. Wagner III., Großen-Duseck, Wilh. Gorr, Lich, Elisabeth Seipp, Hattenrod, Iak. Raumann, Karl Peter in Laubach, Herrn. Ph. Ledermann, Lich; 2. Preise: Heinr. Scheid VII., Heinr. Wagner XVIII Wilh. Scheid III., Großen-Duseck, Friedr. Löffler, Hungen, Ph. Heinr. Findt, Lich, Herm. Moll, Hungen, Heinr. Lotz, Lich, Andr. Durkart, Ettingshausen, Dalth. Philipp IN., Steinberg, Wilh. Keil II., Ettingshausen, Wilh. Wagner IX., Großen-Duseck, Kari Münster, Hattenrod, Ludw. Scheid V., Großen-Duseck; 3. Pr.: Karl Iünger, Reiskirchen, Paul Iakob, Inheiden, Aug. Schmautz, Lindenstruth, Hch. Scheid IN., Harbach, Herm. PH. Ledermann, Karl Ludw. Albach, Friedr. Lechens, Lich, Herm. Degenhardt, Gießen, Phil. Schul Wwe., Hattenrod, Aug. Rohmig, Gießen, Dalth. Philipp UL, Steinberg, Otto Fink, Hattenrod, Georg Schäfer VI., Steinberg.
Klasse 5, zweijährige Ziegen. Ehrenpreise: Heinr. Münster, Hattenrod, Chr. Scheid VI., Großen-Duseck, Wilh. Kaiser II., Bellersheim, Friedr. Stauf, Utphe; 2. Preise: Heinr. Rühl II., Utphe, Heinr. Bernhardt, Grotzen-Linden, Heinr. Seipp NI., Großen-Buseck, Wilh. Münster, Heinr. Münster, Hattenrod, Gg. Troller II., Laubach; 3. Preise: Herm. Phil. Ledermann, Lich, Wilh. Keil II., Ettingshausen, Paul Kächler, Lich, Heinr. Kd. Kohler, Bettenhausen, Wilh. Konr. Dem II., Lang-Gons, Bal. Weppier, Harbach, Wilh. Oechler, Laubach.
Klasse 6, einjährige Ziegen. Ehrenpreise: Peter Dietz I., Lich, Adam Zinn, Gießen, Georg Schäfer, Lich, Wilh. Wagner 1., Großen- Buseck; 1. Preis: Heinr. Holz, Steinberg; 2. Pr.: Iohs. Dörnis, Laubach, Wilh. Münster, Hattenrod, Herm. Serth, Lindenstruth, Wilh. Theis, Langsdorf, Heinr. Stengel 1., Laubach; 3. Preise: Chr. Scheid VI., Großen-Duseck, Wilh. Wagner IX.. Großen-Duseck, Wilh. Keil II., Ettingshausen, Heinr. Großer IV., Großen-Duseck, Iohs. Habermehl Wwe., Iak. Lerch, Lich, Wilh. Theiß, Langsdorf, Heinr. Decker, Gießen.
Klasse 7, Zeitziegen. 1. Preise: Karl Münster, Hattenrod, Karl Weiß L, Steinberg; 2. Preis: Phil. Schul Wwe., Hattenrod; 3. Preis: Dalth. Philipp III., Steinberg.
Klasse 8 Ziegenlämmer. Ehrenpreise: Chr. Scheid VI., Heinr. Frank II., Großen-Duseck, Wilh. Düringer, Dettenhausen, Wilh. Müller, Obbornhofen; 1. Preise: Andr. Durkart, Ettingshausen, Heinr. Münster, Hattenrod; 2. Preise: Karl Peter, Laubach, Heinr. Frank II., Inheiden, Heinr. Scheid IN., Harbach; 3. Preise: Heinrich Rau IV., Hattenrod zweimal, Wilh. Scheid IN., Großen-Buseck, Gg. Schäfer, Lich, Karl Rock, Hattenrod, Wilh. Keil, Ettingshausen zweimal, Rud. Sack, Bellersheim, August Petry, Hattenrod, Wilh. Müller, Obbornhofen.
Klaffe 9, Familien. Ehrenpreis: Chr. Scheld VI., Großen-Buseck; 2. PreiS: Herm. Ph. Ledermann, Lich.
Klasse 10, Familien. Ehrenpreis: Karl Münster, Hattenrod.
Klasse 11, Ortssammlungen. 1. Preis: Ortsverein Lich; 2. Preise: Ortsvereine Watzen- born-Steinberg, Ettingshausen; 3. Preise: Ortsvereine Laubach, Obbornhofen.
Klasse 12, Ortssammlungen. 1. Preise: Ortsvereine Hattenrod und Großen-Duseck.
Klasse 13, Bezirkssammlungen. 1. Preis: Bezirk Lich; 2. Preis: Bezirk Alten- Buseck-Lollar; 3. Preis: Bezirk Gießen.
Klasse 14, Leistungswettbewerb. 3) Ueber drei Iahre alt. 1. Preis: Heinrich Scheld VN., Großen-Buseck; 2. Preife: Wilhelm Scheld III., Proßen-Duseck, Karl Münster, Hattenrod; 3. Preise: Heinr. Wagenbach VI., Wilh. Wagner IX., Heinr. Wagner III., Großen-Duseck. b) Zweijährige Ziegen. 1. Preise: Heinr. Rau IV., Hattenrod, Ludw. Scheld V., Großen-Duseck. c) Einjährige Ziegen: 1. Preis: Chr. Scheld VI., Großen-Duseck; 2. Preis: Heinr. Münster, Hattenrod; 3. Preis: Wilh. Münster, Hattenrod.
Vornotizen.
— TageskalenderfürDienstag. Stadttheater: „Ich habe keine Zeit", 20 bis 22 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Gedächtnisfeier für Hermann Löns und Löns-Film".
— Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: Heute abend 20 Uhr findet die Aufführung von Carl Rößlers Lustspiel „Ich habe keine Zeit" statt, das vor einigen Tagen in Bad-Nauheim vom hiesigen Theater mit großem Erfolg uraufbeführt wurde. Spielleitung des originellen und amüsanten Werkes hat Hans Tannert. Zn den Hauptrollen sind beschäftigt die Damen Heß, Mewes, die Herren Arzdorf, Hais, Ritter, Wefener.
*
* * Wichtig für Auswanderer. Die große Mehrzahl der Auswanderungswilligen unseres Volkes verfügt entweder nur über ganz geringe ober über gar keine Geldmittel. Da liegt es nahe, daß häufig der Gedanke erwogen wird, gegen entsprechende Arbeitsleistungen während der Ueberfahrt eine Freipassage zu erhalten, b. h. sich herüberzuarbeiten. Daß es heute bei der Massenarbeitslosigkeit unter geschulten Seeleuten nicht möglich ist, einen derartigen Posten auf einem Ueberseedampser zu erhalten, ist immer noch nicht genügend bekannt. Ebensowenig aber ist es möglich, eine Freipassage von ileberfee aus au erhalten, um wieder in bie Heimat zurückzukehren. Mit Recht macht deshalb bie Auswanderer b e r a t u n g s ste l le des Landes- vereinSfürInnereMission, Darmstadt, Dismarckstr. 55, die kostenlos in Fragen der Aus- toanberuno Auskunft erteilt, darauf aufmerksam, daß unt nen Umständen, weder für bie Hin-
noch für die Rückreise, mit einer Beihilfe, von welcher Seite es auch sei, gerechnet werden kann. Auch den deutschen Konsulaten stehen keine Reichsmittel zur Verfügung, um für die Heimschaffung von Auswanderern, die keine Arbeit finden können. Sorge zu tragen. Wer ins Ausland geht, muh sich darüber fiar sein, baß allein bei ihm und seinen eigenen Fähigkeiten bie Entscheidung für feine fernere Zukunft liegt. Die genannte Auswandererberatungsstelle ist in steigendem Maße bemüht, alle Anfragen gewissenhaft zu erledigen. Mit vielen Tausenden von Ausgewanderten hält sie ständig Fühlung und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Aus- klärende Vorträge, auch mit Lichtbildern, Blätter und Broschüren können von dort angeforbert werden.
* * Die evangelischen Arbeitervereine Butzbach, Gießen und Schweinsberg sowie der evangelische Männerverein Wetzlar veranstalteten am Sonntagnachmittag auf dem Schiffen- berg einen Familientag. Rach einer in der Kapelle von Pfarrer Schmidt, Wetzlar, ab gehaltenen Andacht, bei welcher der Frauenchor des hiesigen Evang. Arbeitervereins mitwirkte, bereinigten sich bie zahlreich Erschienenen zu einem geselligen Zusammensein. Der Dorsitzenbe des Gießener Evang. Arbeitervereins wies nach einer kurzen Begrüßung auf bie Rotwendigkeit ber Zusammenarbeit in ber evangelischen Arbeitervereinsbewegung hin. Ein Vertreter aus Wetzlar gab seiner Freube über bie bevorstehenbe Befreiung bes Rheinlandes Ausdruck, worauf das Deutschlandlied angeftimmt wurde. 3m übrigen trugen musikalische Darbietungen des Wandervereins »Höhenflug" und Gesangsvorträge des
Frauenchors des Evang. Arbeitervereins Gießen wesentlich zur Verschönerung ber Veranstaltung bei.
* * Geschäftsjubiläum. Heute, am l.Juli, kann Herr Heinrich Becker, Steinstraße 33, auf eine 25jährige kaufmännische Tätigkeit im Hause der Firma W. und G. Schuchhard, Hut-Groß- und Kleinhandel, Gießen, zurückblicken.
* * Verkehrsunfall. Heute morgen kurz nach acht Uhr ereignete sich ein Unfall am Kirchenplah. Eine Passantin wurde von einem Motorradfahrer angefahren und erlitt dabei Verletzungen am linken Knie und am Arm. Rach Anlegung eines Rotverbandes wurde die Verletzte in die elterliche Wohnung verbracht. — Der Motorradfahrer ist von Eberstadt. Wen die Schuld an dem Unfall trifft, ist noch nicht festgestellt. Ermittlungen sind im Gange.
* * Oeffentliche Lesehalle. Folgende (z. T. gestiftete) Werke wurden u. a. neu ausgenommen. Romane: Cl. Brentano: Rovellen; Ch. de Coster: Vlämische Legenden; W. Engelke: Theodor Obermeyer; P. Fechter: Rückkehr zur Ratur; M. Hamsun: Die Lcmgerudkinder; Herm. Hesse: Rarziß und Goldmund; 3solde Kurz: Rächte von Fondi; H. Lilienfein: Welt ohne Seele; Thomas Mann: Der Tob in Venedig; C. Ramuz: Das große Grauen in den BeLgen; 3. Schaffner: Konrad Pilater; 3. Seidel: Dromses- hof; 3. Stockhausen: Greif. Dichtungen: Ferdinand Avenarius: Hausbuch deutscher Lyrik (Reue Ausgabe 1930); Goethe: Faust, erläutert von Robert Petsch. LänberkunbeundRei- sen: E. v. Dahder: Herden. Hirten und Herren; H. v. Chamier-GlisAinski: 3n Kamerun; A.Heye: Wanderer ohne Ziel; Ricarda Huch: 3m alten Reich (Lebensbilder deutscher Städte); H. Pfannl: Was bist Du mir, Berg; F. Sieburg: Gott in Frankreich. Lebensbeschreibung: Th. Dirt: Wie ich lernte; G. Bryan: Edison; W. Figner: Rächt über Rußland; 3. Sieck: Karen Ieppe. Volkswirtschaft und Staatswissenschaft: G. Dien stock: Einführung in die Weltwirtschaft; H. Gmelin: Einführung in das Reichsverfassungsrecht. Raturwissenschaft: W. Deebe: Das Arcturus-Abenteuer (Tiefseeexpedition ber Reuhorker Zoologischen Gesellschaft); Dengt Derg: Die letzten Adler; K. Floericke: Wisent und Elch. Technik: E. Preger: Metallbearbeitung: E. Schnehler: Der junge Maschinenbauer. Dildende Kunst: R. Dlürnmer: Der Geist des Kubismus in ber Kunst; 3. Meier- Gräfe: Vincent van Gogh; K. Quenzel: Der Maler Feuerbach; 3. Ruskin: Moderne Maler; W. Waezoldt: Die Kunst des Porträts. Stenographie: ©.Amsel: Lehrgang ber deutschen Einheitskurzschrift.
Oberhessen.
Landkreis Gießen.
LJ Lang-Gons, 30. 3uni. Der hiesige Gesangverein „Frohsinn" errang bei dem Gesangswettstreit in Ravolzhausen bei Hanau am Sonntag, 29. Iuni, in ber ersten Lanbklasse unter starker Konkurrenz ben ersten Preis und Ehrenpreis. Der Verein, der sich schon an vielen Preissingen beteiligte, steht seit Iahren unter ber bewährten Leitung des Oberreallehrers Heinrich Blaß von Großen-Linben.
s. Utphe, 30.3uni. In einer Versammlung in der Gastwirtschaft Ruhl wurde ein Fuhballverein gegründet. In den Vorstand wurden gewählt als 1. Vorsitzender Hermann Sack, als 2.Vorsitzender Derthold Wetterhahn, als Rechner Philipp Schu- bach, als Schriftführer Theod. Bildhäu- f er, als Beisitzer Polizeidiener Friedr. Dorn- mann und Rudolf Eichenauer. Zu Spielführern der beiden Mannschaften wurden Fritz Weber und Theod. Dildhäuser bestimmt. Die Gemeinde hat in anerkennenswerter Weise ein passendes Gelände auf der nahegelegenen Rachtweide als Spielplatz unentgeltlich zur Verfügung gestellt.
Kreis Schotten.
□ Laubach, 30. Iuni. In der Rächt zum Donnerstag wurde in dem hiesigen Schuhgeschäft Leidner ein Cinbruchsdieb stahl verübt. Die Diebe stiegen mittels einer Leiter durch ein Fenster in einen neben dem Laden befindlichen Raum und stahlen etwa 14 Paar Herren- und Damenschuhe. Die Suche nach den Tätern blieb bis jetzt ohne Erfolg. — In der gleichen Rächt drangen offenbar dieselben Diebe in ben Laden des Kaufmanns Ludwig Göbel ein. Beim Aufbrechen der (leeren) Ladenkasse wurden bie Hausbewohner aus dem Schlafe geweckt. Auch her gelang es jedoch den Dieben, unerkannt zu entkommen.
Kreis Büdingen.
CD Nidda, 30. Juni. Am 5. und 6. Juli veranstaltet der Reit - und Fahrverein Nidda und Umgebung auf der für diesen Zweck besonders geeigneten'Niddaer Festwiese sein erstes Reit- und Fahrturnier. Die Veranstaltung findet in größerem Rahmen statt, und zwar besteht das Programm in Vielseitigkeitsprüfung (Geländeritt, Reiterprüfung), Abteilungsreiten in sieben Abteilungen, Schaufahren in Kutsckwagen, Jagdspringen, Zugleistungsprüfungen für Arbeits- und Wagenschlag und Galoppreiten. Da annähernd 100 Nennungen eingelaufen find, ist mit einem spannenden und interessanten Verlauf des Turniers zu rechnen, das feine Anziehungskraft auf Freunde des Reit- und Fahrsports nicht verfehlen wird. Die Zugleistungsprüfungen werden von der Landwirtschaftskammer durchgeführt. Für eine einwandfreie Durchführung des Turniers bieten die Namen der bekanntesten Preisrichter sichere Gewähr. Am Samstagabend findet in der Turnhalle ein Kommers statte.
Berliner Börse.
Berlin, 1. Juli. (WTB. Funkspruch.) Mangels besonderer Anregung war der heutige Effektenfrühverkehr noch verhältnismäßig geschäftslos, wenn auch vereinzelt Orders eingegangen sein sollen. Im Anschluß an die gestrigen festeren Kurse der Frankfurter Abendbörse ist die Stimmung im allgemeinen als freundlich zu bezeichnen. Kurse waren bisher noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,73, London gegen Mailand 92,76, London gegen Madrid 43,90, London gegen Schweiz 25,0725, London gegen Brüssel 34,82, London gegen Berlin 20,39, London gegen Kabel 4,8590, Kabel gegen Berlin 4,1960.
fixfürs Haar was tun: PlXPyON'Sfampfyn!


