unerfreulichen Presscerörterungen erfährt, sein gutes Geld an den Staatssäckel abzuliefern, damit auf diese Weise die Stadt Darmstadt zu einem für sie relativ billigen Theater kommt. Das klingt zwar sehr vulgär, spricht aber die vorherrschende Ansicht der Provinz aus, der man im Landtag doch künftig etwas mehr Aufmerksamkeit schenken sollte, wenn man es wieder unternimmt, eine Erhöhung des Zuschusses von 5000 Mark, in Worten fünftausend Reichsmark, den sich der Landtag für das Gießener Stadttheater abklemmt, zu verweigern. — Von den übrigen Punkten wollen wir heute nur noch die Abstriche an den Kosten für die beiden Hochschulen herausgreifen. Wir bedauern es, daß über Einzelheiten keine präzisen Angaben zu erhalten waren und müssen uns daher eine Kritik vorbehalten, bis wir wissen, woran im einzelnen gespart werden soll. Rur das sei heute schon gesagt, daß ein Abstrich von mehr als 100 000 Mark bti dem ohnehin schon angespannten Etat der Universität kein Pappenstiel ist und wir den Staatspräsidenten gegebenenfalls beim Wort nehmen werden, wenn uns die Abstriche mit der zugesagten pfleglichen Behandlung dieser vornehmsten Bildungsstätte des Hessenlandes nicht mehr vereinbar zu sein scheinen. Die umfangreichen Einsparungen am Etat des W i r t s ch a f t s m i n i st e r i u m s hat Minister Korell erschöpfend erläutert, so daß hierzu bis zum Vorliegen des Haushaltsvoranschlags kaum noch etwas zu sagen sein dürfte. Wir mochten nur den Minister noch einmal auf seine ausdrückliche Zusage besonders festlegen, daß bei der Rückzahlung der überraschend hohen Vorschüsse, die der Staat den Gemeinden zu Zwecken der Feldbereinigung gewährt hat, die leistungsschwachen Gemeinden unseres Vogelsbergs mit aller Schonung behandelt werden sollen. — Es ist anzunehmen, daß nun in Kürze auch der Finanzausschuß des Landtags an die Beratung des Sofortprogramms und des Staatsvoranschlags herangeht. Dringend zu wünschen wäre, daß die Regierung dann auch unverzüglich das Gutachten des Sparkommissars und ihre eigenen noch ausstehenden Vorschläge zur Verwaltungsreform der Oeffentlichkeit unterbreitet, denn nur dies alles als ein Ganzes gewährt einen hinreichenden Ueberblick, der eine abschließende Kritik erlaubt.
Die Flottenkonferenz.
Begrenzuntt nach (Kesamitonnage ober Lchiffskategorien
London, 31. San. (WB.) Nach einem amtlichen Kommunique hat die erste Kommission der Seemächtekonferenz die Entschließung Stimsons überprüft. Die Kommission prüfte die Fragen der Begrenzung der Gesamttonnage und der Begrenzung nachSchiffskate- g o r i e n.
Man will wissen, daß der Erste Lord der Admiralität Alexander nochmals betont hat, daß Großbritannien dem Schiffsklassensh st e m den Vorzug gibt. Großbritannien, so sagte er, wünsche ein Kompromiß zwischen den beiden Systemen in Betracht zu ziehen. W a k a t s u k i (Japan) erklärte, daß er persönlich ein Kompromiß gleich welcher Art begünstige: denn das System der Gesamttonnage allein könnte ernste Nachteile haben, andererseits ermangele dem System der Schisfsklassen die notwendige Biegsamkeit. S i r i a n i (Italien) ist der Ansicht, daß den Sonderausgaben der kleinen Flotten besser mit dem System der Gesamttonnage gedient sei, während das System der Schiffskategorien für die großen Flotten sich mehr eigne. Der amerikanische Marinesekretär Adams behielt sich seine Stellungnahme vor, bis die Besprechungen weitere Fortschritte gemacht hätten.
Don französischer Seite wurde auch die Frage des neuen deutschen Kreuzers, der allgemein als „Taschenschlachtschiff" bezeichnet wird, aufgeworfen und hierzu erklärt, man sei sehr darauf bedacht, eine Möglichkeit zu finden, Kreuzer zu bauen, die diesem Schlachtschiff gleichwertig, aber kleiner seien und eine geringere Bestückung aufwiesen, als wirkliche Schlachtschiffe. Sn den englisch-französisch-amerikanischen Besprechungen über die Quotenzuteilung an Frankreich tritt die Dereitwilligkelt auf Anerkennung des Status quo, d. h. offiziell« Gewährung einer Quote von 2,4 an« st a t t 1,75 des Washingtoner Vertrages erneut stärker in den Vordergrund. Die beiden angelsächsischen Mächte sollen, wie zuverlässig verlautet, sogar bereit sein, über diese Quote von 2,4 hinauszugehen, wenn Frankreich bindende Versprechungen eingeht, auf den Bau ozeantüchtiger großer kl-Boote mit eurem sehr großen Aktionsradius zu verzichten. Die amerikanisch-japanischen Verhandlungen haben sich wiederum auf die beiderseitige Kreuzerstärke konzentriert. Man plant, eine Erhöhung der japanischen Quote von 6 auf 6,5. Für die Berechnung der Quote wird die japanische Kreuzerstärke maßgebend sein.
Garden zur Finanzlage Englands.
London, 1. Februar. (WTD. Funkspruch.) Schatzmeister Snowden sagte in einer Rede in Leeds u. a., wenn sich die Einnahmen aus der Einkommensteuer in den nächsten zwei Monaten nicht wesentlich besserten, dann werde der Budgetvoranschlag des letzten Sahres nicht zu- treffen. Snowden erklärte, er werde unter keinen Umständen vom Kapital leben, um die laufenden und die künftigen Ausgaben zu decken. Er wurde nur die unbedingt notwendigen Ausgaben genehmigen. Größere Ersparnisse würden sich aber in der nächsten Zeit nur auf dem Gebiete der Rüstungen und vielleicht auf dem der Kriegsschulden ermöglichen lassen, trotzdem bestehe kein Anlaß zum Pessimismus, u. a. sei die Lage des Kohlenmarktes hoffnungslos, und es fei zu hoffen, daß es in absehbarer Zeit eine dauernde Besserung des Handels geben werde, die es ermöglichen würde, die nationalen Schulden merklich zu vermindern.
Die Lage in Spanien.
Bor Auslösung Oer Nationalversammlung.
Paris, 31. San. (TL1.) Nach einer Meldung des „Tcrnps" aus Madrid hat der Präsident der Nationalversammlung, Prof. P a n g u a s. sein Gntlassungsgesuch eingcreicht. Man versichert in Madrid, daß der Auflösungs- erlaß für die Nationalversammlung unverzüglich bekanntgcgrben werde. Sn spanischen politischen Kreisen hebe man hervor, daß das neue Kabinett den großen Vorteil habe, keine bestimmte politische Fär-
Um die Aachsotze des SberdiirMnneisters Jöß.
Eine böse Erbschaft.
Von unserer Berliner Redaktion.
Das Verhängnis läßt sich nicht mehr aufhalten, Berlin wird sich von wesentlichen Teilen seines Besitzstandes trennen müssen, eines Besitzstandes aber, den es sich in den letzten Jahren erst mit Hilfe fremder Gelder zuaelegt hat, die letzt zurück- gezahlt sein wollen. Dabei liegt das Verhängnisvolle der Entwicklung gerade in der Tatsache, daß diese Vermögensobjekte, wenn sie erst einmal unter dem Druck der enormen 400 Millionen Mark aus- madjenben kurzfristigen Verschuldung auf den Markt geworfen werden, nureinen Bruchteil ihres wahren Wertes bringen werden. Unter diesen Umständen werden der Stadt Berlin neue, vorläufig noch garnicht abzuschätzende Verluste nicht erspart bleiben.
Daß es zu einer Veräußerung von städtischem Eigentum kommt, kann keinem Zweifel mehr unterliegen. Irgendeine Möglichkeit, aus dem finanziellen Chaos herauszukommen, ist nicht zu erkennen, auch der Oberpräsident der Provinz Brandenburg hat schon energisch die Reichshauptstadt aufgefordert, ihm eine Lifte aller Vermögenswerte einschließlich bei stäbtischen Werke auszuhänbigen. Der große Ausverkauf kann also beginnen. Und das alles nur, weil die Linke einer hemmungslosen Ausgabefreudigkeit verfallen war, die durch den Oberbürgermeister Böß nicht gedämpft, sondern noch genährt wurde. Das Erbe, das er hinterlassen hat, kann einen nur mit Schauer erfüllen. Handelt es sich bei alledem zunächst nur um eine lokale Angele- i genheit der Reichshauptstadt, so darf doch nicht ver- ' gessen werden, daß Berlins Wirtschaft sich mit den i großen Industrieprovinzen messen kann, daß sie mit der Wirtschaft im ganzen Reiche auf das engste verbunden ist, aber bereits so stark mitgenommen j wurde, daß Rückschläge draußen im Reiche nicht I mehr ausbkiben konnten. Der Nachfolger des nun i kaltgestellten Oberbürgermeisters wirb um die Erb- | schast nicht zu beneiden sein, er kann aber nur damit fertig werden, wenn er eiserne Neroeu besitzt und mehr als einmal den Mut aufbringt, der Linksmehrheit des Stadtparlaments ein energisches Nein entgegenzustellen, wenn es ihr einfallen sollte, wieder in das alte Fahrwasser der hemmungslosen Ausgabenpolitik hineinzurutschen.
Oezentralisierungspläne für Berlin.
Berlin, 31. San. (WB.) Der Gedanke einer einschneidenden Dezentralisierung der Berliner Verwaltung ist während der letzten Wochen in Besprechungen im preußischen Ministerium des Snnern behandelt worden, wo die Bezirksbür- germelfter Augustin, Dr. Herz, Reicher und Sem- brihki ein Projekt vortrugen, das vorsieht, daß die jetzt bestehenden fünf Snnenbezirke und 15 Außenbezirke so zusammengelegt werden, daß eine Neu einte ilung in nur 12 Bezirke erfolgt. Den neuen Bezirken soll in Verwal- tungsfragen eine weitaus größere Selbständigkeit als bisher eingeräumt werden. Weiter wurde auch die Frage, welche Stellung der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung gegenüber einnehmen soll, ausführlich behandelt. Während Bürgermeister Herz die Forderung der Sozialdemokratie vertrat, daß d i e
Stadtverordnetenversammlung in allen städtischen Fragen die letzte Entscheidung haben soll, stellten sich die übrigen drei Bezirksbürgermeister mit Rücksicht gerade auf die jetzigen Vorgänge im Stadtparlament auf den Standpunkt, daß der Magistrat nach wie vor als regelndes Element bei undurchführbaren Beschlüssen der Stadtverordneten wirksam bleiben müsse, wenn nicht eines Tages die Selbstverwaltung Groß-Berlins ihr Ende finden soll. Am Samstag wird ein Antrag, der sich im Rahmen der geschilderten Sdeen hält, beim preußischen Ministerium des Snnern eingereicht werden.
Wer wird Oberbürgermeister?
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Kandidaten für den Oberbürgermeisterposten von Berlin: Oben: Dr. Mulert, Präsident des deutschen Städtetags, Oberbürgermeister Brauer von Altona. Unten: Reichskanzler a. D. Dr. Luther, Reichsminister a. D. Koch-Weser.
Oie Beweisaufnahme gegen Böß abgeschlossen.
Berlin, 1. Febr. Die Beweisaufnahme im Verfahren gegen den Oberbürgermeister Böß ist abgeschlossen. Die Alten liegen augenblicklich dem Oberpräsidenten zur Entscheidung vor. Sn etwa acht Tagen wird noch die gesetzlich vorgeschriebene Schlußvernehmung von Böß durch den Llnterfuchungskom- miffar stattfinden. Bis dahin dürste sich der Oberpräsident darüber schl ssig geworden sein, ob er dem Bezirksausschuß die Weiterfüh- rung des Verfahrens oder die Einstellung des Verfahrens Vorschlägen will.
9er Seamtenabbau im hessischen Sosvriprogramm
Sie Streichung der Lehrerstellen.
D a r m st a d t, 1. Febr. (WTB.) In dem Sofortprogramm der Hessischen Regierung befindet sich ein Betrag, der in die Millionen geht und der aus Stellenoerminderungen bei der P o - lizei und aus einer Erhöhung der Klassen- stärken der Volksschulen herausgewirtschaf- tct werben soll. Nach Informationen aus zuständiger Stelle ist hierzu folgendes mitzuteilen: In Hessen haben wir zur Zeit mehr als 3600 Lehrer, zu denen in Zukunft d i e Gemeinden einen Betrag von 200 Mark je Lehrerstelle zahlen soll. Durch die unbedingt notwendigen Sparmaßnahmen sind 2 05 Stellen f ü r Lehrer gestrichen worden. Das bedeutet, baß also natürlich nurjungeLeh- r e r ober Schulverwalter abgebaut werben. Man muß babei voraussichtlich dis in ben Examensjahrgang 1925 zurückgreifen, bei den katholischen Lehrerinnen soaar in den Jahrgang 1922. In Zukunft soll die Klassenstärke 45 Schüler betragen. Wo seither, wie z. B. in den Städten mehrere Parallelklassen des gleichen Jahrganges bestanden, wird also ab 1. April eine Lehrerstelle wenn möglich eingespart werden. Namentlich auf dem Lande aber, wo sich z. B. in manchen oberhessischen Gegenden Schulen mit nur wenigen Schülern, sogar für mehrere Jahrgänge, finden, kann natürlich eine Stelleneinsparung nicht eintreten.
Die Zahl von 205 Stellen ist nicht schematisch ausgerechnet worden, sondern nach eingehender Prüfung der Schülerzahlen von 1922, 1925 und 1929 und der in Zukunft ziemlich stark ansteigenden Schülerzahlen der betreffenden Gemeinden. So beträgt zum Beispiel dieses Sahr der Zugang an Schulkindern 8000 mehr als im Vorjahre. Durch die zuständigen Kreis- oder Stadtschulämter werden dann demnächst in Zusammenarbeit mit dem Referenten des Kultusministeriums die jeweils einzusparenden Stellen festgestellt. Die bereits eingestellten Sunglehier werden nun aber nicht völlig auf die Straße geworfen. Durch die am 1. eines jeden Monats erfolgende Ruhestands- Versetzung im Zusammenhang mit notwendig werdender Aushilfe ufto. werden nach den Berechnungen im Sahre durchschnittlich 100 bis 140 Junglehrer benötigt. Spätestens innerhalb zwei Sahren werden also die jetzt
gestrichenen Stellen wieder beseht sein, ihn aber die bisher • angestellten Junglehrer in Fühlung mit dem Berufe zu lassen, werden außerdem dort, wo sich das ermöglichen läßt, an Stelle eines Dollehrers zwei Junglehrer angestellt werden, allerdings zum halben Gehalt, das heißt, wenn die Junglehrer am Orte selbst wohnen oder die Familie in der unmittelbaren Nähe wohnt, so daß also für das eine Sahr die Möglichkeit des Durchhaltens gegeben ist. Daneben bestehen weitere Verwendungsmöglichkeiten durch die Gliederung des Schulwesens in Normal-, Hilfs- ufto. Klassen. Sn allen Fällen soll mit möglichster Milde vorgegangen werden. Die vom Seminar abgehenden Schulanwärter werden durch die Streichungen allerdings ein'Sahr länger auf dieAnstellungwa r t e n müssen. Daß man inzwischen die Klassenstärke auf 45 Schüler erhöhen muhte, ist durch die gebotene Lage erforderlich geworden, wie das Kultusministerium soeben erst in einer Besprechung mit den Beamtenvertretern darlegte
Bei den Einsparungen im Polizeietat wird man ähnlich vorgehcn. — In manchen Kreisen hat man auch davon gesprochen, die Pensions- grenze in dieser Notzeit für die Lehrerschaft zum Beispiel auf das 6 8. statt 6 5. Lebensjahr herauf zu setzen, um so gewissermaßen von oben herab zu sparen. Nach den Berechnungen der Sachverständigen hätte das k a u m g r ö ß e r e E i n- sparungen erbracht, weil durch diese Maßnahme eine frühere Einstellung neuer Kräfte hätte erfolgen müssen. Wie wir Hören, ist dies innerhalb der Regierung nicht geplant Die Beamtenvertreter haben bei der erwähnten Aussprache einmütig die Hinaufsetzung des Pensionsalters auf 68 Jahre abgelehnt. Im Landtage wäre eine Heraufsetzung der Pensionsgrenze wohl auch nicht durchzusetzen gewesen, da verfassungsrechtliche und juristische Bedenken bestehen, so daß außer der Volksrechtpartei und dem Landbund sämtliche Parteien sich für diese Grenze ausgesprochen haben. Im Etatsjahre 1928 beträgt die Erhöhung des Ge- Halts- und Pensionsetats 8,9 Millionen, und auch der diesjährige Etat ist wieder um etwa 4 Millionen höher.
b u n g zu besitzen, da keiner der beteiligten Minister einer bestimmten Partei angehöre. Alle seien indessen Monarchisten.
Sn politischen Kreisen sei man sehr zurückhaltend: die Mehrheit bezeichne die jetzt gefundene Lösung als provisorisch. Man werde der neuen Regierung Vertrauen schenken, aber man schreibe ihr nur eine vorübergehende Autori - tä t zu. Es scheine unmöglich, daß das neue Kabinett noch sehr Lange zögern dürfte, die endgültige Rückkehr zum parlamentarischen System durchzuführen. Aber bei dem gegenwärtigen Geisteszustand der Bevölkerung könne man nicht voraussehen, welches Ergebnis Neuwah - l e n haben werden und unter toelcben Bedingungen die Wahlkampagne vor sich gehen wird.
Hessens Besatzungslast.
Ltärkste Besatzung aller deutscher Länder.
Mainz, 31. San. (WTB.) Nach der Räumung der zweiten rheinischen Besahungszone hat von der dritten Zone das hessische besetzte Gebiet jetzt auch die absolut Höch st e Besatzungsziffer. Sie betrug Mitte Dezember 14 600 Mann. Sn der Pfalz standen zu dieser Zeit 11800, im preußischen besetzten Gebiet 7700 und im badischen Kehler Brückenkopf 1500 Befahungstrupven, so daß die Desahungs- ftärte noch rund 35 000 Mann beträgt. Garnisonen befinden sich, abgesehen von kleineren Kommandos, in verschiedenen Orten des hessischen besetzten Gebiets, zur Zeit in Mainz mit Bu
denheim, Gonsenheim und Weisem nau, in Wackernheim, wo sich das Fliegerlager befindet, in Llhlenbom mit dem Munitionsdepot, im rechtsrheinischen Truppenübungslager Griesheim und in Worms. Ferner ist Bingen nach dem Abzug der britischen Besatzung mit einer Abteilung französischer Truppen belegt worden.
Beginn der Eiaiberaiungen
Die Aufgaben des Kinanzautzschusses.
Darmstadt, 31. San. (WTB.) Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags tritt bereits in der kommenden Woche zusammen, um mit feinen Arbeiten, insbesondere mit der Beratung der Hefrag-Vorlage zu beginnen. Auch die Regierungsvorlage über einen Zuschuß zu dem in diesem Sahre in Darmstadt stattfinde'nden internationalen Meisterschaften der Studenten kommt zur Beratung, in der neben einem verhältnismäßig geringen Zuschuß e ne Garantiesumme vom Staat übernommen werden soll. Angesichts Dec allgemeinen Bedeutung der Veranstaltung, um die sich mehrere europäische Länder sehr bemüht haben, ist anzunehmen, daß die Vorlage die einmütige Billigung des Parlaments finden wird. Neben der Stadt Darmstadt garantieren auch die beteiligten Verbände der teilnehmenden Länder einen gewissen Betrag.
Der Finanzausschuß glaubt in höchstens drei Tagen mit den vorliegenden Arbeiten fertig zu werden. Nach den bisherigen Dispositionen soll dann am 18. Februar öle Beratung des Staatsvoranschlags für 1930 beginnen. Der Ausschuß wird sich allerdings damit sehr beeilen müssen, da die dem Plenum zur Verfügung stehende Zeit nur kurz bemessen ist. Der Staatsvoranschiag muß bis spätestens 31. März verabschiedet fein, und da vorab schon das Sofort-Programm der Regierung verabschiedet toeraen soll, kommt das Plenum mit der Zeit ziemlich ins Gedränge. Einschränkungen der Redezeit und Dauersitzungen bei der wichtigsten Aufgabe des Parlaments, der Gestaltung des Haushalts, wirken aber nicht gerade sehr vertrauenerweckend.
Aus oller Welt.
Landung von Luftschisspasfagieren in Segelflugzeugen.
Das Marineluftschiff „Los Angeles" führte mit bestem Erfolge ein interessantes Manöver aus. Während die „Los Angeles", umschwebt von drei kleineren Luftschisfen, über dein Flugfelde von Lake- hurst in einer Höhe von 900 Meter kreiste, ließ das Luftschiff ein an ihm befestigtes 204 Pfund schweres Gleitflugzeug mit einem 125 Pfund schweren Piloten frei. Das Flugzeug glitt graziös zur Erde und landete 12 Minuten später. Dieser Versuch, der erste seiner Art, wurde ausgesührt, um die Möglichkeit einer Landung von Passagieren vom Lenkluftsch.sf aus in Segelflugzeugen zu beweisen.
Ehrenpromotion
der Kronprinzessin Juliana der Niederlande.
Sn dem Senatssaal der Reichsuniversität Leyden fand am Freitag die feierliche Ehrenpromotion der Kronprinzessin S u - I i a n a zum Doktor der Philosophie statt. Die alte Llniversitätsstadt prankte im Schmuck der niederländischen und oranischen Flaggen und auf den Straßen hatte sich eine zahlreiche Menschenmenge angesammelt, die d e Kron- » Prinzessin mit lautem Subei begrüßte.
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Die deutschen Warmblutzüchter ehren Minister Steiger.
Der Reichsverband der Warmblutzüchter Deutschlands verlieh anläßlich seines 25jährigen Subiläums dem preußischen Mini st er für Landwirtschaft, Domänen und Forsten Dr. Dr. h. c. 6 t ei ge r feine Su bi • läumsplakette für besondere Verdienste auf dem Gebiete der Pferdezucht. Diese Plakette wurde dem Minister durch einen Vertreter des Reichsverbandes am 31. Sanuar dieses Sahres persönlich als erstem überreicht.
Ein Alkoholskandal in der amerikanischen Gesellschaft.
Senator D r o o k h a r t erregte im Senat durch die Verlesung eines Briefes Aufsehen, in dem behauptet wird, daß im Century Club in Reuhork, einem der ältesten und vornehmsten Klubs des Landes, dem auch Hoover angehört, bei den monatlichen Zusammenkünften Cocktails mit Gin vorgesetzt werden und daß zu Silvester Punsch mit Rum gettunten wurde. Brookhart erklärte, er verlese den Brief in der Hoffnung, daß der Vizepräsident des Klubs Wickersham, der die kürzlich vorgenommene Llntersuchung über die Durchführung des Prohibitionsgesehes leitete, sich dazu äußern werde.
Begnadigung Dr. Richters.
Das Staatsministerium hat die gegen den Facharzt Peter Richter aus Dingen wegen Giftmordes an der Krankenschwester Frau Käthe Mertens aus Bonn erkannte Todesstrafe in lebenslängliche Zuchthausstrafe um- gewandelt.
Aufklärung eines Mordes nach zwanzig Jahren.
Sm Oktober des Sahres 19v5, alfo vor mehr als 24 Sahren, wurde der 51jährige Zementarbeiter Heinrich P l u r s ch im Kremsfluh ertrunken aufgefunden. Da die Leiche keinerlei Verletzungen aufwies, wurde damals Selbstmord angenommen. Seine Witwe heiratete später einen gewissen Franz Haselbauer. Die Ehe war nicht glücklich und wurde im Sahre 1924 g e * schieden. Vor einiger Zeit erkrankte nun die 70jährige Frau Haselbauer schwer. Am Donnerstag ließ sie einen Gendarmeriebeamten an ihr Sterbelager rufen und legte ihm gegenüber das Geständnis ab, daß ihr erster Mann, Heinrich Plursch, nicht freiwillig in den Tod gegangen sei, sondern von Franz Haselbauer, ihrem zweiten Gatten, ermordet worden sei. Dieser habe Plursch aufgelauert, ihn in den Kremsfluh gestoßen und solange unter Wasser gehalten, bis Plursch kein Lebenszeichen mehr von fid) gab. Er habe dies getan, um die Witwe heiraten zu können. Haselbauer ist verhaftet worden.
Schwerer Autounfall.
Sn Hermsdorf bei Berlin kam eine mit fünf Personen besetzte, von Berlin kommende Autodroschke infolge der Glätte i n s Schleudern, durchbrach einen Gartenzaun, stürzte um und geriet in Brand. Die Insassen eines vorüberfahrenden Autos befreiten die Fahrgäste und den Führer des brennenden Ära twagens aus ihrer gefährlichen Lage. Von den Snfaffeit der Kraftdroschke erlitten zwei schwere Verletzungen, so daß sie ins Krankenhaus gebracht werden mußten.


