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M. 255 Zweites Blatt

Glehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Mittwoch, 3'. Oktober W

Aus dem Reiche der Krau.

Feierstunden im Leben der5rau.

ßon Lrmgard Otto.

Nach langer Sommerpause öffnen in diesen Wochen die Konzertsäle wieder ihre Tore, um mit ihren musikalischen Darbietungen vielen Volks- oenossen Stunden der inneren Erbauung, vielen aber auch Arbeit und Brot zu geben. Man versteht nicht, warum die Schar der Konzertbesucher immer noch'zu klein ist. Was gibt es Schöneres, als durch die Werke großer Tonkünstler erbaut zu werden nach der meist sehr mühevollen Tagesarbeit. Nicht nur unverständlich ist das Fernbleiben so vieler Volksgenossen, sondern auch bedauerlich. Jeder ein­zelne sollte sich einmal dessen bewußt werden, daß er bei mangelnder Anteilnahme am Musikleben eine Pflicht gegenüber der Erhaltung deutscher Kultur versäumt. Denn die deutsche Musikkultur braucht, wie überhaupt jede Kultur, für ihren Bestand Menschen, die sich für sie einsetzen. Darum muß jedes Jahr von neuem geworben werden und an jeden Volksgenossen die Mahnung ergehen: Besuche Konzerte, nimm teil am Musikleben und -schaffen! Zeige, daß du nicht zu den Ewig-Gleich­gültigen und Uninteressierten gehörst! Denn darüber besteht kein Zweifel, es ist nicht etwa Gegnerschaft, die viele vom Konzertbesuch fernhält. Aber die Hausfrau hält sich für zu abgespannt, um ein Sin­foniekonzert zu Horen. Der Familienvater besteht darauf, wenigstens den Abend im Kreise der Fami­lie zu verbringen; die Kleinen sollen ins Bett, und die größeren Kinder haben entweder keine Zeit oder sie ziehen andere Vergnügungen vor: das alles ist aus eigener Erfahrung nur zu bekannt. Aber Hand aufs Herz; diese Widerstände ließen sich bei gutem Willen einmal innerhalb von acht oder vierzehn Tagen gewiß überwinden. Die Unlust muß bekämpft werden; Zeitmangel darf es da nicht geben. Der Familienvater wird einen mit Frau und Kindern verlebten Musikabend bald ebenso schätzen lernen wie den Feierabend im eigenen Heim. Am meisten Ueberwindung wird von der Hausfrau verlangt, sie hat so viele häusliche Pflichten, daß man ihr das Fernbleiben von Konzerten am wenigsten verdenken kann. Selbst wenn sie von der Wirtschaft unab­kömmlich ist, kann sie doch ihren großen Einfluß geltend machen und Mann und Kinder wieder und wieder zum Besuch von Musikabenden anhalten. Für jede Geschmacksrichtung findet sich etwas unter den vielen Konzertankündigungen, die nur mit Lust gelesen sein wollen, um gleich die schönsten Gesangs­abende, Orgelkonzerte, Orchesterdarbietungen und Chorgesänge zu versprechen. Mehr noch: wer ge­nügend musikalisch ist, um selbst mitzuwirken, hat in vielen Choren Gelegenheit zu eigenen Beiträgen in großen Konzerten. Viele Chore 'werben gerade jetzt, zu Beginn der Konzertzeit um neue Mitglieder. Heder sangesfrohe Mensch hat dort Gelegenheit, in einer regen Gemeinschaft mitzuarbeiten. Männer­chöre, Volksliedsingkreise, Oratorienvereine und nicht zu vergessen die Kirchenchöre, alle freuen sich, die Stimmzahl vermehren zu können. Die Furcht, daß man zu wenig kann zum Eintritt in einen Chor, der Volkslieder und Choräle vierstimmig singt oder sogar öffentlich Messen und Oratorien darbiete, ist oft unbegründet; Musikverständnis vorausgesetzt, kann man, wenn man nur will, mithelfen an der Erhaltung und Pflege deutscher Musikkultur.

Rumpelkammer, Uelchstustschuh und RGB.

13on Carrota Groos.

Der Reichsluftschutz kümmert sich immer mehr um das Aussehen der Rumpelkammern, soweit sie unter dein Dache liegen. Er will und muh dort auf peinlichste Ordnung halten, damit ein unge­hinderter Weg vom Bodeneingang bis zu den Dach­sparren und dem Gebälk sowie entlang der etwa vorhandenen Trennwände aus Holz offenbleibt. Außerdem müssen die Boden von unnötigemGe­rümpel" freigemacht werden, das selbst leicht brenn­bar das Feuer mit Windeseile durch den ganzen Dachboden verbreiten würde. Dazu gehört nicht nur Packmaterial, wie Stroh, Knüllpapier usw., das beim Auspacken irgend welcher Packkisten immer wieder übrig bleibt und oft wohlzur späteren Verwendung" einfach wieder in die ge­leerte Kiste hineingeworsen wird. Auch Matratzen der alten Art, wie unsere Eltern sie meistens hatten, d. h. Polsterung und Jnlettbezug gleich auf den Sprungfederboden aufgearbeitet, leichte Korb­möbel und vieles andere mehr.

Nun werden die meisten Hausfrauen zwar über­zeugt fein, daß sie selbst diesem Wunsche nach Ord­nung auf dem Dachboden längst oder immer schon entsprachen, aber wenn man der Sache mal ernst­lich auf den Grund geht, so sieht esda oben" meistens schlimm aus. Ganz besonders dort, wo ein eigenes Haus bewohnt wird, das vielleicht schon mehrere Generationen der gleichen Familie ihr eigen nannten. Also in Mittel- und Kleinstädten und auf dem Lande selbst. Das liegt in der Natur der Sache. Es gibt oft Dinge, die man für den täglichen Gebrauch nicht mehr verwendet, bie uber= lebt find, die neueren Gewohnheiten gehen einfach über sie hinweg. Ob es sich dabei um Kleidungs­stücke oder um Möbel oder andere Gegenstände aus der Wohnungseinrichtung handelt, spielt nur eine unteiaeorönete Rolle. Man bringt sieerst mal, auf den Boden, teils um abzuwarten, ob man selbst mal später wieder Gebrauch davon machen kann, teils um siefür die Kinder" aufzuheben, teils aber auch ganz einfach, weil man sich aus irgendwelchen Gründen, vielleicht auch aus einem unklaren Pietätsgefühl heraus, nicht von ihnen trennen kann. Die tüchtige Hausfrau macht sich jedes Jahr ein- bis zweimal die große Mühe, die Bodenkammern aufzuräumen. Freude hat sie daran nicht, denn sie muß eftts von neuem beobachten, daß die schadhaften Stücke von Jahr zu Jahr noch schadhafter werden, um schließlich doch auf dem Müllhaufen zu enden. Es wird auf alle Fälle viel Arbeit, wohl gar Geld erforderlich sein, um die mehr oder weniger großen Schäden auszumerzen, sollten die Dinge mal wieder ihren Platz innerhalb der bewohnten Räume einnehmen. Und ob es je dazu kommen kann. Oft freilich macht es nur kleine Mühe, Leisten wieder anzunageln. Schubladen wieder ineinanderzusetzen, den Anstrich oder die Peize zu erneuern ober begleichen mehr. Der Hausvater ober ein Sohn, machmal auch bie Haus­frau selbst ober eine besonders geschickte Tochter,

unterziehen sich der notwendigen Arbeit, und der I alte Schrank oder Tisch erstrahlt in neuem Glanze.

Fraglicher ist bie Wiederverwendung^ alter Kleiber sie werben aus ihrer Ver­borgenheit in alten Koffern unb Kisten fast nie roieber an bas Licht gezogen, weil bas Umänbern ber Hausfrau zu mühselig ober zu teuer erscheint. All biefe Dinge Kleider, Möbel, alte Geräte bleiben oft nur auf den Böden, weil man nicht weiß, wohin mit ihnen, wenn sie aussortiert wer­den. Alte Kleider, wenn sie wert sind, als Zeugen alter Überlieferung aufbewahrt zu werden, nimmt jedes Heimatmuseum gern auf, alles andere, Kleidungsstücke sowie Wäsche kann für viele Volks­genossen zum willkommenen Nothelfer werden zum Arbeitgeber für die, die die NSV. mit ihrer Instandsetzung betreut, bis sie sie an Bedürftige

weitergibt. Außerdem können manche alte Klei­dungsstücke noch wertvolle Hilfe zur Einfuhr- e r s p a r n i s werden, wenn man sie nämlich dem Lumpenmann gibt, der sie an die Wollverwertungs­stellen weiter leitet. Kunstwolle wird bekanntlich aus schon einmal verwebter Wolle mit einer ge­ringen Beigabe von Kunstseide hergestellt.

Die Winterhilfe tritt jetzt ihre Arbeit wieder an, außerdem ist Winterkälte in nicht allzu ferner Zukunft zu erwarten, also entrümpelt noch vorher eure Boden und werdet dabei gern und schnell zum Wohltäter der Menschheit! Euch selbst tut ihr auch einen großen Nutzen, denn nichts ist doch für eine Frau schöner als das Gefühl, geben, helfen zu können. Und wenn es auf so leichte Art geschehen kann, so sollte man nicht versäumen, sich diese Freude zu verschaffen.

Mas sollen wir tragen?

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

i

Für Theater und Geselligkeit schlagen wir Ihnen heute ein Nachmittags- und ein kleines Abendkleid vor. Das Nachmittagskleid (rechts) mit den großen, weichen Revers und dem neuartigen, dreiviertellangen Raglanärmel zeigt den stark modellierenden Rock, dessen schräg angesetzte Glockenpartien erst unterhalb des Knies die nötige Weite ergeben. Material: Matelassö, stumpfe oder auch doppelseitige Seide. In letzterem Falle ist nur das obere Revers glänzend. Farbe:

schwarz, wobei ein großer aparter Clip aus Bergkristall die einzige Verzierung bildet. Das Abendkleid (links) mit der neuartig drapierten Halsumrahmung ist aus dunklem Samt oder stumpfer Seide. Sein langer, betont schlichter Raglanärmel steht in starkem Gegensatz zu dem interessanten Rückenausschnitt. Die Gürtel- schliehe ist am schönsten aus handgetriebenem Silber. Sehr gut ergänzt den festlichen Anzug ein halb- langes Cape aus gleichem Material. H.

Oas Nastüchlein

23on E £ Stoltenberg, Gießen.

Wenn die Herbstnebel steigen, die braunen und roten Blätter welkend auf der spiegelnden Straße liegen, ist die Zeit der Schnupfen gekommen und das Taschentuch wird begehrtester Gegenstand. Aber wissen Sie eigentlich, seit wann man dies Tüchlein kennt, das sich vom einfachsten Leinenlappen zum allerfeinsten Spitzentuch gewandelt hat?

Die genaue Zeit feines Erscheinens ist tatsächlich unbestimmt. Seine früheste Erwähnung finden wir in einer Verfügung Kaiser Friedrichs des Zweiten aus dem Jahre 1215, in der er bestimmt, daß auf feinen Besitzungen in Sizilien die weibliche Diener­schaft sowie die Kinder mit je zwei Taschentüchern ausgerüstet sein müßten. In Deutschland nannte man diese Tücher zuerst nach dem italienschen faccolo oder fazzoletto: Fatzelin, Fazilletlein oder Fatzenlein.

Wegen dieses italienischen Namens nimmt man an, daß das Taschentuch aus Italien stammt, von wo aus es dann nach Frankreich und dem übrigen Europa kam. Doch hören wir, daß es im 16. Jahr­hundert noch ein kostspieliger Gegenstand war, den sich die große Masse nicht leisten konnte. Dürer bekam 1520 auf einer Reife in Köln ein Taschentuch geschenkt:Auch hat man uns eine Kollation im Barfüßerkloster geben, und der Münch hat mir ein Fazalet geschenket." Sie waren inzwischen immer prunkvoller geworden, mit goldenen und silbernen Stickereien, Spitzenbesätzen, Hohlnähten mit Perlen­verzierungen und mit kostbaren Duftwässern getränkt. Pierre de l'Estroile sah bei Gabriele d'Estrees ein wunderbar gesticktes Tuch, das 1900 Taler gekostet hatte! Die Königin Marie-Antoinette zahlte für Ta­schentücher 400 bis 525 Mk. und die Kaiserin Jo­sephine, die Gemahlin Napoleons L, wandte 80 bis 100 Franken fürs Stück an. Ursprünglich waren die

Taschentücher rund oder oval. Im Louvre hängt das Bild einer Dame aus dem Ende des 16. Jahr­hunderts, die ein sechseckiges Spitzentuch in der Hand hält. Eine Verordnung Ludwigs XVI. aus 1785, wonachdie Länge stets mit der Breite gleich sein mußte", führte dann das viereckige Tuch ein.

Nur in Gebrauch genommen wurden sie recht selten, selbst in den höheren Ständen, denn Erasmus von Rotterdam schreibt in seiner Anleitung zur Wohlanständigkeit":Die Nase soll stets sein wie ein sauber Geschirr und niemals soll mit dem Parett oder dem Rocke geputzt werden, sondern mit dem Facolettlein." Dann, Ende des 18. Jahrhunderts, als der Gebrauch wohl schon all­gemein war, erging es dem Taschentuch schlecht: sein Name durfte in der Gesellschaft nicht genannt wer­den; auch verstieß es gegen die gute Sitte, es sicht­bar zu tragen. Erst unter Kaiserin Josephine durfte man es wieder öffentlich sehen lassen. Die Kaiserin hatte nämlich schlechte Zähne und hielt sich deshalb beim Sprechen stets ein Spitzentuch vor dem Mund. Die Pariser Damen beeilten sich natürlich, diese Mode nachzuahmen, und bald sah man auf den Boulevards und in den Salons Damen mit einem Taschentuch in der Hand. Auch im Orient, wo es gleichfalls wegen feiner Kostbarkeit lange ein Vor­recht der Fürsten und Würdenträger blieb, wurde es sichtbar, und zwar im Gürtel getragen. Das Zu­werfen, besonders an Frauen, war eine Gunstbe­zeugung und wird heute noch in diesem Sinne in der Türkei geübt.

Die Beliebtheit des Taschentuchs stieg mit feiner Verbreitung. Die Art feiner Aufbewahrung blieb jedoch verschieden, vor allem bei dem schonen Ge­schlecht, dem eine gütige Frau Mode nicht soviel Kleidertaschen beschert hat, wie den Herren der Schöpfung. Sei es nun aus Seinen, Baumwolle oder Seide, einfach oder üppig ausgestattet, es ist und bleibt ein unentbehrliches Zubebor unserer Kleidung.

Behr Arbeit, mehr Handpflege!

Lon Lieselotte.

Wer seine Arme tüchtig rührt und jede Haus- arbeit verrichtet, braucht durchaus nicht weniger schone Hände zu haben, als jemand, der nur geistig arbeitet. Beim Händewaschen darf man und das ist das erste und wichtigste Gebot der Schön­heitspflege nicht mit Wasser sparen. Rohe Tomate, rohe Gurke, ja sogar Gurkenschalen und bekanntlich auch Zitronenreste sind vorzügliche Mittel, um die Hände gründlich zu säubern. Wer eine empfindliche Haut hat, sollte diese nach dem Waschen mit Hafermehl einftreuen, das Hafermehl saugt die Feuchtigkeit sehr gut auf und verhütet auf diese Weise, daß die Hände aufspringen. Auch das Einfetten der Hände mit Vaseline, das ge­wissermaßen eine Schutzschicht der Haut bildet, ist zu empfehlen. Bei Ueberlegenheit und Vorsicht kann jede Hand, auch wenn sie noch so schwer arbeitet, gepflegt aussehen. Es gibt überdies heute so mannigfache erleichternde Geräte, die gerade bei unangenehmer Hausarbeit die Berührung mit Schmutz und ätzender Flüssigkeit verhindern.

Ein paar allgemeine Regeln zur Handpflege sollen noch angeführt werden: Es ist wichtig, im Winter die Handgelenke warm zu halten. Die Hände bleiben auf diese Weise weiß und laufen auch nicht an. Wasserstoff, den man mittels eines kleinen Wattebäuschchens und einer Pinzette unter jeden einzelnen Nagelrand führt, ist ein gutes Reini­gungsmittel. Flecke auf den Nägeln werden mit Zitronensaft mühelos entfernt. Bienenwachs ist ein vorzügliches Mittel, um brüchige Nägel geschmeidi­ger zu machen. Wer plumpe und dicke Finger hat, kann Fingermassage betreiben. Jeder einzelne Fin­ger wird von der Spitze aus in drehenden Bewe­gungen nach abwärts massiert. Schon nach kurzer Zeit zeigt sich eine gute Wirkung. Gichtkranke neigen zu brüchigen Nägeln und zu dicklichen Fin­gergelenken. Hier kann durch äußerliche Mittel natürlich nicht geholfen werden. Bekämpft man aber die Ursache, so verschwindet selbstverständlich auch diese Nebenerscheinung.

Das Beschneiden der Nägel muß ebenfalls richtig gehandhabt werden. Es wirkt stets unschön, wenn man hierbei keine Regelmäßigkeit walten läßt. Wie oft sieht man Hände, bei denen der eine Nagel kurz, der andere (insbesondere am kleinen Finger) lang ist, oder wo der eine Nagel spitz, der andere rund geschnitten erscheint. Wer viel Hausarbeit ver­richten muß, wird seine Nägel möglichst kurz, aber sorgfältig und gut gefeilt halten. Es ist gefährlich, rostige oder unsaubere Nagelfeilen zu verwenden. Auf deren saubere Beschaffenheit muß unter allen Umständen geachtet werden. Das Zurückschieben der kleinen Nagelhäute erfolgt am besten nach dem Händewaschen mit einem Handtuch. Jrn Winter soll man, besonders wenn man unmittelbar danach fort- gehen muß, die Hände stets sorgfältig trocknen. Ein paar Glyzerintropfen wirken vorbeugend gegen Rötung und Rissigkeit der Haut. Aus der Hand eines Menschen kann man viel entnehmen. Wie das Auge als der Spiegel des inneren, ist die Hand als ein Erkennungszeichen des äußeren Menschen an« Zusehen.

Sie können nie pünktlich sein...

... wenn Sie erst am Morgen nach dem Auf­stehen Ihre Strümpfe stopfen. Legen Sie Ihre Strümpfe am Abend zurecht und sehen Sie nach, ob sie ganz sind.

... wenn Sie im Augenblick, in dem Sie sich anziehen wollen, feststellen müssen, daß an Ihrer Wäsche Knopfe und Bänder fehlen, und daß Gum­mis augeleiert sind. Ein probates Mittel dagegen ist, Wäsche nie ungeprüft in den Schrank zu legen und plätten zu lassen.

... wenn Sie kurz vor dem Weggehen bemerken, daß Ihre Kleider zerdrückt sind und dann anfangen, sie zu bügeln. In der Hitze des Gefechtes ver­derben Sie mehr als Sie retten, Brandflecke an Kleidern und an Händen find das Ergebnis, die Druckstellen sind nach wie vor drin.

... wenn Sie des morgens anfangen, Expe­rimente zu machen. Zum Beispiel eine Zusam­menstellung in der Garderobe, wie Sie sie noch nie getragen haben. Einen Jumper, der in der Farbe nicht zum Rock paßt, einen Hut, den Sie zu einem bestimmten Kleidungsstück nicht vorgesehen haben. Wenn Sie angekleidet sind, müssen Sie sich sofort wieder umziehen. Sie werden nervös, schließlich ziehen Sie sich im Eilzugstempo aus, was Ihren Kleidern und Ihrer Stimmung nicht zustatten kommt.

... wenn Sie das, was Sie eigentlich nähen soll­ten, mit Stecknadeln befestigen wollen. Stecken dauert länger als Nähen und hat den Nachteil, nicht zu halten, sondern im ungeeigneten Augen­blick wieder abzugehen.

... wenn Sie, kurz bevor Sie zu bestimmter Stunde an einem bestimmten Ort fein sollen, ein Telephongespräch führen, von dem Sie annehmen, daß es nur kurze Sekunden, das in Wirklichkeit aber lange Minuten dauert.

... wenn Sie, kurz bevor Ihr nach Haufe kommt, die Spanne Zeit, die Ihnen bleibt, um alles gut vorzubereiten oder um ein wenig auszuruhen, da­für verwenden, um Ihrer Nachbarinmal schnell" das vor langer Zeit versprochene Buch zu bringen.

Schü.

Für den Eintopfsonntag

30 deutsche Eintopfgerichte. Koch­anweisungen aus der Lehrküche, von A m e l y Sprenger, Hauswirtschaftslehrerin in Würzburg. Druck und Verlag C. I. Becker, Univerfitätsdruckerel, Würzburg. Preis 30 Pfennig. Die übersichtlich gehaltene Broschüre kommt zur rechten Zeit. Aus einer 35jährigen Lehrtätigkeit hat Amely Sprenger, die seit Jahrzehnten als Leiterin einer Kochschule bekannt ist, ihre Kochoorschriften so gewählt, daß auch die ungeübte Hausfrau an Hand der Rezepte ein gutes und schmackhaftes Gericht fertigfteüen kann. Wichtig war der Verfasserin, dabei recht viel Abwechslung zu bringen, nicht nur in der Zuberei­tung, sondern auch in den Zutaten, besonders in der Fleischart und Anrichtweise. Die Kochvorschriften sind im allgemeinen für vier bis fünf Personen zusammengestellt. Die Hausfrau kann natürlich be­liebige Aenderungen treffen. Sie wird mit diesem Büchlein in der Hand dem Eintopf-Sonntag ohne Sorge entgegensehen können.