Gauleiter Schwede Oberpräsident von Pommern.
Berlin, 30. Juli (DNB.) Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat Ministerpräsident Göring den Gauleiter Schwede zum O b e r p r ä s i d e n t e n der Provinz Pommern zu Stettin ernannt.
Zum Reichsparteitag 1934.
Nürnberg, 30. Juli. (DNB.) Am Dienstag, 31. Juli, um 22.20 Uhr, spricht im Reichssender München der Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg Liebel über die Vorbereitungen Nürnbergs zum R e i ch s p a r t e i t a g 1934.
Kunst und Wissenschaft.
Ernst von Wolzogen
Der bekannte Gründer des Ueberbrettls, Ernst Freiherr von W o l z o g e n, der auch als Novellist und Ronwnschriftsteller heroorgetreten ist, ist in München im Alter von 79 Jahren den Folgen einer Operation erlegen. Wolzogen, ein gebürtiger Bres
lauer, hätte den 80. Geburtstag feiern können. Schon in seiner Jugend erfüllte ihn größte Liebe zum Theater. Er studierte Literaturwissenschaft und wandte sich der Schriftstellerei zu. Um 1900 machte er den gewagten Versuch, das französische, aus der Pariser Boheme herausgewachsene Kabarett nach Deutschland zu verpflanzen. Das von ihm gegründete „Ueberbrettl" hatte zunächst einen großen Erfolg, zu dem seine Frau Else Laura, geborene Seemann, viel beitrug. Wolzogens Idee wurde aber von geschäftstüchtigen Leuten ins Unkünstlerische gezogen und verkümmerte bald. Den Weltkrieg hat der 60jährige noch als Landsturmmann im Schützengraben mitgemacht. Damals wurden seine Bücher viel gelesen-, sein Buch „Landsturm im Feuer" erreichte 100 Auflagen. Der Zusammenbruch 1918 zerrüttete Wolzogen im Innersten. 1921 begegnete Wolzogen gemeinsam mit Dietrich Eckart Adolf Hitler und schloß sich diesem an. 1923 erschienen seine „Lebenserinnerungen". Wolzogen hat viele Jahre bittere Not leiden müssen, bis auch ihm durch den Nationalsozialismus Unterstützung zuteil wurde.
Verfassungsänderung an der Technischen Hochschule in Darmstadt.
Nach einer Bekanntmachung des Hessischen Staatsministers erhält der § 2 der Verfassung der Technischen Hochschule D a r m st a d t folgende Fassung: „Der Rektor wird auf Vorschlag des Staatsministers von dem Reichs st atthalter in Hessen ernannt und verpflichtet. Der Rektor bestimmt seinen Stellvertreter aus dem Kreis der Professoren."
Aus aller Wett.
Euringers
„Deutsche Passion" bei den Reichsfestspielen.
In Heidelberg fanden die Reichsfestspiele ihre Krönung mit dem Thingspiel „Deutsche Passion 1 9 3 3" von Richard Euringer, das vor einigen Monaten mit dem Stefan-George-Preis ausgezeichnet worden ist. Das Werk schildert den Leidensweg der Deutschen durch Krieg, Verrat und Schmach, durch Hungerblockade und Schiebertum, Jnflationsverarmung und undeutsches Wesen. Der Geist der Verneinung führt das deutsche Volk in Verwirrung, bis aus dem Stacheldraht im Niemandsland der namenlose Soldat hervorkommt, der das Gute im deutschen Menschen erkennt und ihm den Glauben an bessere Zeiten beibringt, denen das Licht des Führers voranstrahlt. Die Aufführung war außerordentlich eindrucksvoll und so ergreifend, daß die große Zuschauermenge, unter denen man auch die badischen Minister Köhler, P f l a u n e r und Dr. Schmitthenner sah, davon absah, mit dem üblichen Theaterbeifall den Spielern und dem anwesenden Dichter zu danken.
„Graf Zeppelin"
von der vierten diesjährigen Amerikafahrt zurück.
„Graf Zeppelin" ist heute (Dienstag) von seiner vierten diesjährigen Amerikafahrt zurück- gekehrt und um 7.58 Uhr in Friedrichshafen glatt gelandet. Die Führung hatte Kapitän Lehmann. Das Luftschiff hatte 16 Fahrgäste, 149 Kilo Post und 45 Kilo Fracht an Bord.
Weniger als drei Stunden Flugzeit von London nach Berlin.
Die Deutsche Lufthansa teilt mit' daß ihr auf der Strecke London—Amsterdam—Berlin eingesetztes Junkers Ju 52 - Flugzeug am letzten Sonntag für die Reise von London nach Berlin eine reine Flugzeit von 2 Stunden 57 Minuten benötigte. Es ist das erste Mal, daß auf dieser 1000 Kilometer langen Strecke die Flugzeit unter 3 Stunden blieb. An Bord der Maschine, die von Flugkapitän Gut schm i d t, einem der 15 Luftmillionäre der Deutschen Lufthansa, geflogen wurde, befanden sich neben der dreiköpfigen Besatzung 17 Fluggäste.
Die Donaubrücke bei Straubing abgebrannt.
Wie die „Bayerische Ostwacht" aus Straubing meldet, ist die alte hölzerne Donaubrücke, die sog. Schiffsbrücke, die bei Hornsdorf über das Altwasser der Donau führt, in Brand geraten. Als die Feuerwehr am Brandplatz erschien, stand bereits die Hälfte der Brücke in hellen Flammen. An der riesigen, durch den langen trockenen Sommer ausgedörrten Balkenüberdachung fanden die Flammen reiche Nahrung. Der Wind fachte das Feuer noch mehr an. Eine Stunde nach dem Ausbruch des Brandes stürzte ein Teil der Brücke auf der Hornsdorfer Seite ins Wasser, bald darauf folgte der mittlere Teil der Brücke Durch die Z e r- störung der Brücke ist der gesamte Straßenverkehr über Straubing in den Bayerischen Wald, der sich über diese Brücke abwickelte, ins Stocken geraten Durch das Straßen- und Flußbauamt Deggendorf wurden sofort Maßnahmen zur Errichtung einer Notbrücke getroffen Die Brandursache ist noch nicht geklärt
INehrtägige Schiffahrtssperre aus der Elbe.
Nachdem die große Schiffahrtsstockung bei Unbesandten gerade eben durch Bagger der Elbstrom- bauverwaltung behoben werden konnte, hat sich oberhalb dieser Stelle ein neues Hindernis gebildet. Die Schiffahrt mußte daher erneut für mehrere Tage vollständig gesperrt werden. Das neue Hindernis besteht aus Sandbänken sowie aus großen, uralten Eichenstämmen, die im Flußbett liegen und für die Schiffahrt eine außerordentliche Gefahr darstellen.
Reue Schiffsbrücke über die Rogat
An der Danzig-ostpreußischen Grenze bei Einlage wurde anstelle der bisherigen umständlichen Fährverbindung über die Nogat eine Schiffsbrücke eingeweiht und dem Verkehr übergeben. Durch die 164 Meter lange und 25 Meter breite Brücke, die im Rahmen des Arbeitsprogramms der nationalsozialistischen Danziger Regierung errichtet wurde.
wird die Verbindung zwischen Danzig und Elbing erheblich abgekürzt.
Fünf Schwerverletzte bei einem Kraftwagenunfall.
In Altenbruch bei Cuxhaven ereignete sich ein folgenschwerer Kraftwagenunfall. Ein Lieferwagen der Cuxhavener Meierei stieß in der Kurve mit einem Personenkraftwagen zusammen, in dem sich ein Arzt aus Greifswald befand, der sich mit seiner Frau und seinen drei Kindern nach Cuxhaven begeben wollte. Der mit fünf Personen besetzte Kraftwagen wurde völlig zertrümmert und die Insassen erlitten sämtlich schwere Verletzungen. Sie mußten dem Krankenhaus zugeführt werden, wo sie zum Teil in Todesgefahr schweben.
Vier Bergarbeiter tödlich verschüttet.
Im Stollen eines Erzbergwerks bei Angerville in der Gegend von Metz wurden von den dort arbeitenden 27 Bergleuten vier durch einen Stolleneinbruch verschüttet. Bisher konnte nur die Leiche eines Arbeiters geborgen werden. Die Leichen der drei anderen Arbeiter, die polnischer Staatsangehörigkeit waren, liegen noch unter dem Geröll.
Sechs Tote beim Dreschen.
Aus einem französischen Gut in der Nähe von Niort, westlich von La Rochelle, kamen infolge einer Explosion einer Dampfmaschine beim Dreschen sechs Personen ums Leben. Die Explosion entzündete das für den Drusch bestimmte (Betreibe. Die Flammen dehnten sich mit ungeheurer Schnelligkeit auf die Stallungen und das Wohnhaus aus. Viele Personen wurden schwer verletzt und mußten ins Krankenhaus gebracht werden
Acht Personen im Tessin ertrunken.
Ein schweres Unglück ereignete sich, wie aus Mailand gemeldet wird, auf dem Tessin in der Nähe von Ponte Ticino bei Galliate. Eines der Außenbordmotorboote, die den starken Ausflüglerverkehr am Sonntag zu bewältigen haben, hatte anstelle der 10 zugelassenen Fahrgäste über 20 an Bord genommen. Bei Bewegung der Bootsinsassen floß Wasser über den infolge der Belastung unmittelbar über der Wasserfläche liegenden Bootsrand. Als in der Aufregung einige Insassen im Boot aufsprangen, schlug das Boot um, und sämtliche Personen fielen in den reißenden Fluß. 10 Personen konnten lebend ans Ufer gebracht werden. Nur zwei hatten die Kraft, sich selbst zu retten. Acht Personen wurden von den Fluten mitgerissen und ertranken. Man weiß nicht, ob nicht noch weitere Opfer zu beklagen sind. Bisher wurden fünf Leichen geborgen.
Drei Tote bei einem Flugzeugabsturz in Rumänien.
Ein schweres Flugzeugunglück ereignete sich, wie aus Bukarest gemeldet wird, im Hafen von Conftanza. Ein Wasserflugzeug stürzte aus einer Höhe von 250 Meter ab. Zwei Offiziere und der Bordmechaniker wurden getötet.
Fliegende Ameisen
Überfallen Pariser Vergnügungsstätten.
An einem der letzten Abende gingen über Paris Schwärme von geflügelten Ameisen nieder, die sich besonders die Cafehausterrassen der bekannten Vergnügungsstätten auserkoren zu haben schienen. Wirte, Kellner und Gäste führten einen erbitterten Kampf gegen die Eindringlinge, die aus den Wäldern der Umgegend kamen und auf ihrem Hochzeitsflug waren.
30000 Lehrer kommen nach 'trän urf
LPD. Frankfurt a. M., 30. Juli Vorn 3 bis 5 August findet in Frankfurt a M. die erste Reichstagung des NS.-Lehrerbundes statt, zu der 30 000 Lehrer und Erzieher aus allen Gauen des Reiches erwartet werden. Diese gewaltige Kundgebung des NSLB. wird die gesamte Erzieherschaft in geschlossener Front zeigen und einen neuerlichen Beweis erbringen, mit unerschütterlicher im Sinne nationalsozialistischer Erziehung unsere Jugend zu führen. Der Verlauf der Tagung ist folgender: Am Freitag, 3. August, wird um' 16 Uhr durch den Reiechsführer des NSLB., Minister Schern m, die Lehrmittel- und Buchausst llung im Bachsaal
eröffnet. Am Abend findet die Begrüßung der Ta, gungsteilnehmer in der Fefthalle statt. Im Mittelpunkt dieser Veranstaltung steht eine Saar kund, g e b u n g unter Beteiligung der Saarlehrerschaft. Der Samstag, 4. August, sieht am Vormittag in der Festyalle eine Reihe von Vorträgen vor, die doi führenden Persönlichkeiten der NSDAP, gehalten werden. Die Zusammenkunft der Reichsfachschaftsleiter mit Vertretern der einzelnen Fachschaften ist für den Nachmittag vorgesehen. Höhepunkt und Abschluß des Reichstreffens bildet die große Kundgebung am Sonntag von io bis 12 Uhr. im Stadion. Der Festzug marschiert um 9.30 Uhr vom Innern der Stadt ab. Außer Reichs, statthalter Gauleiter Sprenger und Reichsführer Minister Schemm werden Rerchsminifter Rust und Reichsjugendführer Baldur von Schirach sprechen. Die Organisationsleitung der R^ch..:agung des NSLB. hat einen ausgezeichneten bebilderieii Festführer herausgegeben, in welchem Gaul jter Sprenger, Bürgermeister Linder und Mini, sterialrat Ringshausen der Tagung Gruß, worte entbieten.
Kurze Sportnotüen
Eine Abnahme der Prüfung für b g s Turn- und Sportabzeichen im Rabfah. ren findet am morgigen Mittwoch, 18 Uhr, am Schützenhaus statt. Die Strecke die zu fahren ish führt' über 20 Kilometer.
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Bester Tour-de-Erance-Fahrer in der Klasse der Touristen war der Belgier F. Ver- waecke, der die 23 Etappen in einer Gesamtfahr- zeit von 148:11:38 Stunden zurücklegte. Der Jta. Heuer Morelli (148:26:00) und S. Maes (Belgien! (148:35:14) belegten die nächsten Plätze. Von den 60 gestarteten Fahrern schieden 21 vorzeitig aus,
Sieger der Tour de France, die nach fast vier, wöchiger Dauer am Sonntag in Paris ihr Endr fand, wurde der Franzose Antonin M a g n e.
Wettervoraussage.
Durch das Umdrehen der Winde an der Vorderseite des neuen Tiefs hat sich vielfach aufheiternbes Wetter eingestellt. Da aber die Störung unter Barometer ostwärts vorschreitet, wird mit der Zei! wieder ozeanische Luft heranbefördert, die zunächst schwüles Wetter veranlaßt und dann auch' lokale Gewitterstörungen bewirken wird.
Aussichten für Mittwoch: Teils aufhei- ternd, teils Bewölkungsaufzug, warm, Neigung zui lokalen Gewitterbildungen.
Lufttemperaturen am 30. Juli:
24,1 Grad Celsius, abends 17,9 Grad; am 31 "uli: morgens 16,3 Grad. Maximum 25,8 Grad, M: u mum 10,3 Grad. Erdtenzperaturen in 10 cm T > fe am 30. Juli: abends 22,4 Grad, am 31. Juli mor- ! gens 17,8 Grad Celsius. Sonnenscheindaue- 511 Stunden
Hauptschriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Stellv. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein Verantwortlich für Politik: I. V. Ernst Blumjchein, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenl'eiter: Hans Bech verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 34: 10 100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei ________R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.
Frankfurt a. M.
Restaurant Seeber-Falstaff
neben Kaffee Rumpelmayer, gegenüber dem Schauspielhaus
ab 1. August 1934 geöffnet!
Mittag- und Abendessen von 1.-, 1.25 und
1.50 mit Dessert — Reichhaltige Tageskarte
Siechen - Bier, I. G. Reif, Nürnberg Henninger-Bi er, Frankfurt am Main Bestgepflegte Weine [4418D
Zum Besuch ladet freundlichst ein
Inh. Georg Seeber
Zurrt Feldzug gegen Verschandelung der Heimatnatur!
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