Gir Simon über Deutschland
Er fügte hinzu, er habe es für richtig ge-
mfrter
,auf
werde.
n n e reo en. Dlt ge Mini
er ergeben
pruch.) <c reichischi ertreter bei n wie folgt mmensehM uf. Es fehl! des Heinen
iher abgi- 'n gegen- n waren in UmfchllMS be 3leigunc $ der Slatio- iht fei-
u Dien«
M
Außenminister Sir John S im o n schloß die Aussprache mit der Erklärung, die Vorschläge für die Luftfahrt seien nicht nach Rücksprache mit irgendwelchen anderen Mächten zustandegekommen. Sie seien auch nicht Gegenstand einer Unterredung mit einer anderen Macht gewesen, sondern das Er-
Heißt es u. a.: _
Dor einem Jahr, am 1. Juni 1933, wurde die „Adolf - Hitler - Spende verdeutschen Wirtschaft" von den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft ins Leben gerufen. Die Spende, die unter der Leitung eines Kuratoriums mit dem Vorsitz von Herrn Dr. Krupp von Bohlen und Halbach steht, hat dem Führer Mittel für Lie Durchführung des nationalen Wiede ra u f b a u w e r k s zur Verfügung gestellt. Am BL Mai 1934 ist das erste Spendenjahr abgelaufen. Das Kuratorium der „Adolf-Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft" hat beschlossen, dem Führer für ein weiteres Jahr d i e Spende zur Verfügung zu stellen, um ihm auch auf diese Weise die Dankbarkeit der deutschen Wirtschaft für den Neuaufbau des Reiches zu bezeugen.
Der Stellvertreter des Führers erläßt dazu eine Anordnung an alle Angehörigen, Dienststellen, Einrichtungen und Formationen der NSDAP., in Der es u. a. heißt:
Anläßlich der Weiterführung der „Adolf-Hitler- Spende der deutschen Wirtschaft" vom 1. Juni 1934 bis 31. Mai 1935 erneuere ich das im August 1933 erlassene Sammlungsverbot. Auf Grund der zwischen der Reichsleitung der NSDAP, unb Beauftragten der deutschen Wirtschaft getroffenen Vereinbarungen verbiete ich allen Angehörigen, Dienststellen, Einrichtungen und Forma- klonen der NSDAP, das Sammeln von Geldbeträgen und Sachspenden bei allen Unternehmungen und Verbänden der Wirtschaft, die sich an der ,,Abolf - Hitler - Spende der deutschen Wirtschaft" beteiligen.
Sunbts. wurde "mann do' 'urbe }ue r bisher^ »r°nhad
London, 31. Juli. (DNB.-Funkspruch.) In der Morgenpresse finden sich allerlei kritische Randbemerkungen zu Baldwins Unterhausrede. Die Grunde der Ausstellungen sind verschieden und bisweilen entgegengesetzt. Im Grunde aber findet sich in allen Lagern einige Unzufrieden he i t.
Die „Morning Post" nimmt es Baldwin Übel, daß die Notwendigkeit der Landesverteidigung ihm offenbar zur Begründung der geplanten englischen Rüstungen nicht genügt habe. Statt dessen habe er mit Argumenten gearbeitet, die anscheinend in seinen Augen Anrecht auf größere Achtung hätten, nämlich die angebliche Möglichkeit, durch die englischen Maßnahmen den Gang der A b r ü st u n g s k o n f e r e n z starker zu beeinflussen, die Rücksicht auf die kollektive Sicherheit und auf die Verpflichtung aus dem Locarnopakt. Das Blatt erhebt dagegen Einspruch. Es bedeute, daß die Notwendigkeiten der britischen Landesverteidigung der internationalen Politik untergeordnet wurden.
News Chronicle" wirft die Frage auf, wer denn der Feind sei, gegen den England angeblich unbedingt Flugzeuge bauen müsse. Es gäbe in Baldwins Rede verschiedene Stellen, die man als Eingeständnis dafür deuten müffe, daß eigentlich Deutschland gemeint sei.
Wie Daily Hera Id erklärt, bestehe auf Grund der Rede Baldwins Anlaß zu der Sorge, daß
die Regierung in aller StiUe die Wiederbelebung der alten englisch-französischen Entente vorbereite. Baldwins Behauptung, daß Englands Verteidigungslinie am Rhein liege, ist nach Feststellungen des Blattes in den Wandelgängen des Parlaments lebhaft besprochen worden.
In linksgerichteten Kreissn wurde dabei die Vermutung geäußert, daß diese Stelle der Rede von den Militärtechnikern inspiriert worden sei. In militärischen Fachkreisen behauptet man nämlich, daß eine Luftverteidigung Englands nur dann Aussicht auf Erfolg habe, wenn man über 12 Flugplätze auf bem Kontinent verfüge, entweder in Belgien oder tn Nord frankreich ober in Hollands). Anderseits wurde in den Wandelgängen auch die harmlosere Auffassung verteidigt, daß Baldwin nur auf die Verpflichtungen aus dem Locarnovertrag habe Hinweisen wollen.
Das Blatt bezeichnet in seinem Leitartikel die Aeußerung über den Rhein als bedauer- l i ch. Sie müsse nämlich den Eindruck erwecken, daß England einseitig an Frankreich gebunden sei.
Die privaten Flugzeuge in Deutschland seien bekanntlich sehr zahlreich, und jedermann wisse Bescheid über das eifrige Interesse der deutschen Jugend an der Luftfahrt. Man müsse im Auge behalten, daß sich viele Maschinen für zwei verschiedene Zwecke verwenden ließen. Es sei aber sehr schwer, festzustellen, wie weit sich die deutschen Flugzeuge etwa zur Ausführung von Bombenangriffen eigneten. Deutschland habe wahrscheinlich die Höch st entwickelte Handelsluftsahrt in Europa. Seine geographische Lage rechtfertige dies und seine Unternehmungslust' und seine Geschicklichkeit hatten es zustande gebracht. Er, Simon, furchte, daß Handelsflugzeuge mit genügender Flugtuchtig- feit und genügendem Operationsradius ebensogut Bomben befördern könnten, wie Passagiere und Gepäck, besonders, wenn sie auch noch eine genügende Schnelligkeit besäßen. Diese Erwägungen mußten offenbar im Auge behalten werden, wenn die etwaige Luftstärke der Länder der Welt abgeschatzt
„EnglandsVerteidigNgSlmieamRhein"
Oie Londoner presse kritisiert die 2Reöe Baldwins.
In feiner Rede im Unterhaus zum Abschluß der Luftrüstungsaussprache ging der
Staatssekretär des Aeußern, Sir John Simon
auf eine Forderung Churchills ein, die Regierung solle erklären, Deutschland halte die Versailler Vertragsbestimmungen über Militärflugzeuge ein. Simon sagte, Churchill glaube sicherlich, daß die Regierung die von ihm geforderte Zusicherung nicht geben könne. Er wolle keine Erklärung abgeben, die den Charakter einer Anschuldigung haben und naturgemäß zu der Forderung führen würde, Beweise vorzulegen. Indessen stehe es ihm frei, zu sagen, daß
bas deutsche Interesse an der Entwicklung der Luftfahrt sehr groß sei und bah die geplanten Summen für Zivilluftfahrt Und passive Luftverteidigung sehr bedeutend seien. Simon ging auf diesen Pakt noch weiter ein, indem er bemerkte, im allgemeinen gebe es keine v e r - lragsgrenze für die Entwicklung der deutschen Zivilluftfahrt.
worden seien, daß aber die betreffenden Redner keine Quelle für ihre Angaben genannt hät- ten. Er wies darauf hin, daß die Regierung nicht in der Lage sei, ihre Informationen über derartige Dinge bekanntzugeben und daß geheime Informationen über solche Sachen sehr widerspruchsvoll
Zum Schluß seiner Rede bemerkte Baldwin, bas englische Volk neige zu sehr zu der Annahme, daß alle Völker der Welt von denselben Idealen, die es bewege, erfüllt seien. Dies sei im gegenwärtigen Zeitpunkt nicht wahr. Unter Beifall erklärte Baldwin, man dürfe niemals vergessen, daß seit den Tagen der Bezwingung der Lust die alten Grenzen verschwunden seien, daß,
wenn man an die Verteidigung Englands denke, man nicht mehr an die Kreidefelsen von Dover denke, sondern an den Rhei n. „Dorf liegt heute unsere Grenze".
Die Rede Baldwins löste im Unterhaus großen Beifall aus.
Jft % ’9e
Baldwin über die Lustaufrüstung
Keine Kriegsgefahr in Gicht!
London, 30. Juli (DNB.) Im Unterhaus brachte am Montag die Arbeiteropposition einen Tadelsantrag gegen die Cuftauf» r ü ft u n g der Regierung ein, die, wie es in dem Antrag heißt, „sicher die Aussichten internationaler Aufrüstung gefährdet und ein Wiederaufleben der Gefahren sowie einen verschwenderischen Wettbewerb zur Vorbereitung eines Krieges fördern wird". Als erster Redner legte der stellv. Premierminister Baldwin die Grundsätze dar, die die Regierung in ihrer Politik geleitet haben, und begründete im einzelnen die von ihr geplanten Maßnahmen. Er wies auf die Schwierigkeiten der Erzielung eines Abrüstungsabkommens hin, die, wie er erklärte, sehr gewachsen seien, „nicht nur durch die Abwesenheit Deutschlands von den internationalen Beratungen, sondern auch wegen der Tatsache, daß während des ganzen Jahres nur wenig Wahrscheinlichkeit bestand, Deutschland zu bewegen, sich in der nahen Zukunft von neuem an diesen Erörterungen zu beteiligen." Dazu komme noch, daß Ereignisse in verschiedenen Gebieten Europas eingetreten seien, die ein größeres Gefühl des Unbehagens in Europa, als man es bisher empfunden habe, erzeugt hätten: im Saar- gebiet, in Memel und in Danzig (?) hätten beim» ruhigende Ereignisse stattgefunden, und die kürzlichen tragischen Zwischenfälle in Deutschland selbst und schließlich in Oesterreich hätten gezeigt, daß im Auslande, in Teilen Europas, ein Geist herrsche, der eines Tages die Aufgabe, auf die heute unsere Gedanken gerichtet seien, unerreichbar machen werde. Die Zukunft sei ebenso unsicher, wie die unmittelbare Vergangenheit es war.
Dian könne noch nicht sagen, ob die Bildung jenes Ostabkommens, das bei dem britischen Parlament und bei der britischen Regierung Anklang gefunden habe, erfolgreich sein werde. Das Schicksal dieses Abkommens müsse feine Rückwirkungen auf die Arbeit in Genf haben.
d ürften. . _ ,,
Die „Deutsche Allgemeine Zeitung beschäftigt sich mit dem Grundsatz der italienischen Folitik, der sog. Verteidigung der Unabhängigkeit Oesterreichs, und sagt, diese Politik glaube einen c roßen Nachbarn im Norden nicht vertragen zu liönnen, und fragt, für welchen Fall bie ! talienischen Truppen eigentlich mar= chieren sollten. „Don Deutschland" — so ührt das Blatt fort — „ist die staatliche U n - -bhängigkeit Oesterreichs erneut betätigt worden. Es konnte sich also nicht um die
Gefahr" des Anschlusses handeln. Wären die italienischen Truppen marschiert, wenn die Aufständi- ■ leben in der Provinz gesiegt hätten, oder wenn die österreichische Exekutive bei der Unterdrückung auf größere Schwierigkeiten gestoßen wäre? Die Art I lanb Weise, wie durch eine maßlose Hetze bie I ilalienische Volksstimmung mobilisiert worben ist, ILßt an ber italienischen Entschlossenheit kaum einen Zweifel, nämlich nicht etwa nur ben Anschluß zu 1 v erhinbern, sonbern in Oe st erreich nur eine !olche Regierung zu bulben, bie Italien genehm ist. Das ist bie gröbste Ein- Mischung in bie inneren Verhältnisse eines anbe- iten Lanbes, bie wohl benfbar ist."
Wiederankündigung der „Adolf-Hitler-Gpende der deutschen Wirtschaft".
Ein anderer Faktor, dessen Ergebnisse einen wichtigen Einfluß auf die gesamten Fragen ausüben müsse, sei der Erfolg bzw. Mißerfolg der im nach- ften Jahr stattfindenden Flottenkonferenz. Auf den bei der Arbeitsopposition beliebten Begriff ; „kollektive Sicherheit" eingehend, erklärte Bald- , win, die britischen Verteidigungsstreitkräfte seien heute so gerng, daß sie nur einen geringen Beitrag 1 zur „kollektiven Sicherheit" leisten könnten. In den j letzten Jahren sei man allgemein bemüht gewesen, ■ bie Luftrüstungen in ber ganzen \ Welt z u erhöhen. Man habe ferner ben , Gebauten einer enbgültigen „ßuftftrateaie" geför» bert, in ber bas Flugwesen als offensive । Waffe in Aussicht genommen sei. Balbwin verglich hierauf bie von verschiebenen Länbern in ben letzten vier Jahren porgenommene Erhöhung ber Luftstreitkräfte: In Gn glaub seien es nur in biesem Zusammenhang, wie er sagte: 42 Flugzeuge. Sollte bas neue Programm völlig burchgeführt werben, so werbe bie Gesamtzahl 1304 britische Flugzeuge betragen. Frankreich habe währenb ber letzten vier Jahre seine Flugzeuge um 200 bis 300 vermehrt; ber französische Plan betreffe aber jetzt neue Rüstungen unb Umorganifationen, für bie ein Haushaltskrebit von 15 Millionen Pfunb über bie jährlichen Voranschläge hinaus vorgesehen sei. Italien habe seine Luftflotte zwar nur um 65 Flugzeuge erhöht — es besitzt heute zwischen 1000 unb 1100 Flugzeuge — boch seien etwa 2,75 Milli- onen Pfunb für Ümorganifation vorgesehen. Belgien erhöhe s«ws Frontstärke um 30 v. H. Die Vereinigten Staaten haben währenb ber letzten vier Jahre 240 Flugzeuge neu eingestellt, außerbem sei bie Zustimmung für eine Erhöhung ber Marineluftstreitkräfte um 1184 Flugzeuge erteilt worben. Auch R u ß l a n b erhöhe beträchtlich ferne bereits große Luftstreitmacht.
Die Lage in Deukschland sei schwierig zu beurteilen. Ls bestehe kein Zweifel, daß im Reich das größte Interesse an der Luftfahrt bestehe. Aber, so fuhr Baldwin fort, wir haben nicht gezweifelt daran und haben es stets anerkannt, daß im Augenblick, in dem Deutschland sich berechtigt sühle, wieder aufzurüsten, der Gedanke an die Luft eine seiner Haupterwägungen sein werde. Es leuchtet tatsächlich ein, wie dies im Unterhaus auch erklärt worden sei, daß, wenn Deutschland dieses Recht habe oder das Recht, wiederaufzurüsten ergreife, feine wehrlose Lage in der Lust als Beweisgrund für Deutschland spreche, wenn es versuche, sich Sicherheit zu geben. Ich sage nicht mehr in diesem Augenblick darüber, was dahinter liegen mag. Aber hier besteht eine Lage möglichen Ernstes, die zu übersehen zwecklos und töricht sein würde.
Baldwin bemerkte bann, es könne tatsächlich möglich sein, baß K o 11 e k t i v s i ch e r h e i t schließ lich bie Sicherheitsform.in Europa sein werbe. Wenn Rüstungen von irgendwelchem Wert in ber kollektiven Sicherheit fein Jollen, I f allerdings di- Streitkräfte angemessen ausgerüstet sein, Riesige Verantwortung für d°n Stieben (Europas ruhe auf En gland. Die Vorfchläge der Regierung feien -in betracht ticher Sdjritt in Richtung der ^aritat DOn« ®e Mehrung der Luftstreitkräste werde England stchrr zu keiner wirksamen Mitarb-> 'N irgend -m-m System kollektiver Sicherheit unter dem tötia lein Es fei eine bedauerliche Tatsache, o°ll die Nktiönen, die an Abrüstungseror erung-n^ t-£ nahmen „ober bie versuchen, dies einem
SÄ&WFA Länder folgen muffe, fuhr er fort.
-«weil er sehe, bestehe feine Gefahr, dah der Trieben in der unmittelbaren Zukunft gebro- ch-n wird. Die Regierung ha e keme neuen Bindungen übernommen. Pollllk fel,
neue Llndungen 3u vermeiden. S.e mü s- aber bie Luftwaffe vermehren, wenn sie in der tage sein ,°ll im Notfall die bestehenden Bindungen u erfüllen. Ohne die fetzt vorge chlagene Er- Höhung der britischen custverle.d.gung wurde England in einigen -ähren unfähig sein, d.e
I Locarnoverpslichlung durchzusühren.
(=:- e,nhn MON erwähnte, daß im Verlaufe mit einer anoeren luiaaji gellen, |v»uu.l
ber Aussprache Ziffern über ben Umfang bes gebnis eingeljenber Erörterungen ber zuständigen Flugzeugbaues in Deutschland genannt Minister.
„Daily Mail" ist unzufrieden mit bem Ausmaß ber englischen Aufrüstung. Man müsse weit- aus stärker rüsten.
Bestürzt zeigt sich „Daily Expreß . Seit langem ist bas Blatt, wie bekannt, leibenschaftlich bafur eingetreten, baß Großbritannien sich ganz auf sich s e l b ft zurückziehe unb sich jeder Beteiligung an ber Kontinentalpolitik enthalte. Balbwin aber, so behauptet es, habe es ge- rabezu befürwortet, baß man sich in alle europäischen Verwicklungen hineinziehen lasse.
„Wir wollen unsere Grenze bis zum Rhein vorschieben", so heißl es in dem Artikel, „aber die Schnelligkeit der Flugzeuge wirb immer größer. Bald wirb auch schon ber Rhein nicht mehr in Frage kommen. Sollen wir bann womöglich bie Elbe, bie Weichsel ober bie Wolga garantieren?
Oie Gewaltherrschaft im Memellanb.
K o w n o , 30. Juli. (DNB.) Die Auslösung bes Memelländischen Landtags wirb amtlich b e ft ä t i g t. Begründet wird die Maß- nähme damit, daß der Landtag durch Sabotage ber Abgeordneten während der Sitzung am oergange- nen Freitag seins Arbeitsunfähigkeit erwiesen habe. Nach dem Statut werden Neuwahlen späte- stens in sechs Wochen stattfinden. Es steht jedoch noch nicht fest, ob der Gouverneur diese Bestimmung des Statuts e i n h a l t e n wird. Wie verlautet, würde dieser, gestützt auf den Staatsnot» stand, die Wahl wahrscheinlich verschieben.
Dieses Vorgehen ist ein weiterer Schritt auf dem Wege der Entrechtungder metnel- ländischen Bevölkerung. Der Landtag ist bekanntlich d o rr dem Gouverneur beschlußunfähig gemacht worden durch zahlreiche Mandatsentziehungen ber memellänbischen Parteien, u. a. finb 22 Vertretern ber Lanbwirt- schaftspartei eine halbe Stunbe vor Beginn ber Sitzung bie Manbate entzogen worben, ferner sind auf Weisung bes Gouverneurs bie fünf litauischen Abgeorbneten von der Sitzung ferngeblieben. Die Maßnahmen des Gouverneurs sind erfolgt, um bem sicheren M i ß t r a u e n s v o t u m bes Land- tags gegenüber bem litauischen Direktorium zu ent- gehen Da bie Bevölkerung bei einer Neuwahl sich bestimmt nicht zu Gunsten bes litauischen Direkto- riums aussprechen würbe, scheint Herr Novakas die Bestimmung des Statuts über ben verfassungsmäßigen Zusammentritt eines neuen Landtag» m i ß a chten zu wollen. Eine nicht fristgemäße Abhaltung würde die litauischen Rechtsbrüche um ein neues Glied vermehren.
Oie Brunnenvergifter in der italienischen presse.
Berlin, 30. Juli. (DNB.) Die Berliner Blätter liehmen ausführlich gegen bie Hetze ber italienischen Presse Stellung. So greift u. a. bas „Berliner Tageblatt" zwei Beispiele unerhörter Verunglimpfung ber Deutschen heraus. Der „M e V a g e r o" schreibt: „Siehe ba, wie bas wilbe Vier zu seiner wahren Natur zurückkehrt! Es denkt an neue Bluttaten, an Verfolgungen unb Äache." Unb ber „P o p o l o b ' Italia" sagt von den Deutschen: „In ihren trüben Seelen finb die roilben Instinkte unb ber Blutburst roieber rwacht, ben bie römische Kultur in zwei Jahr- ! causenben bes Christentums in ihren Nomabeneelen abgebämpft hatte. Die National- i o z i a l i st e n finb Mörber unb P ä b e r a st e n, - raut bas unb nichts anberes." „Wer verzichten bar« rauf", fo schreibt bas „Berliner Tageblatt", „auf ltiefes Niveau eines journalistischen Tief- ■ tta nb e 5 zurückzusteigen unb übergeben biefe Verwilderung der italienischen Presse bem Urai! bes beutschen Volkes unb ber Welt.
Der „Deutsch e" schreibt: „Es spricht em Haß d araus, eine Gesinnung, bie so tiefstehenb ist, ! daß bie It al i e n e r f r e u n b e in Deutsch- anb wohl für lange Zeit geheilt fern
Balbwin mies schließlich den Gedanken zurück, daß die Handlungsweise ber britischen Regierung auch nur um ein Jota bie Aussichten ber Ab - r ü ft u n g gefährbe. Er bemerkte, bas Haupthm- bernis für ben Abschluß einer Abrüstungsverein- barung sei heute Deutschlanbs Wunsch auf ein sofortiges Maß ber Wieberaufrüstung unb Frankreichs Weigerung, bem zuzustim- men. Diese Kluft sei nicht leicht zu überbrücken, werbe aber wohl kaum vergößert, wenn England die Mängel in seiner nationalen Verteidigung behebe. Baldwin befaßte sich hierauf mit dem Schutz der Zivilbevölkerung gegen Luftangriffe und teilte mit, daß bald Schritte unternommen würden, um der allgemeinen Öffentlichkeit die notwendigen Anweisungen zu übermitteln.
Landeshauptmann a. O. Kernmeier verhaftet.
Wi-n, 30. Juli. <DE> D-r frühere Lan- »--hauplmann von Karnt-n d-r Land-
“ fternmeier. wurde im Laufe der null- 'irM-n^Säuberungsaktion im ®ebict non St. ,?c"'h an der Glan verhaftet und nach Klagen- ^art gebracht. Kernmeier war noch bis vor kurzem Landeshauptmann von Kärnten.
Zwaugsarbeitölager für „Minderbeteiligte-.
Wien, 30.Juli. «DNB.f Der Minist-rrat telchlotz heute ein Bundesverfassungsgefetz, das ur |3g. „ffi inderb-teil iate" an den Er-igniffen am 25 bis 28. Juli di- Möglichkeit der U-berwei- jung in ein Z w a n g s ° r b-i t s l a g e r und den Sntzug de- Vermögens vorsteht.
Trauerfeier für Oottfuß in 2Rom.
Rom, 30. Juli. (DNB.) Von ber öfter- -eichischen (3 e f a n b t f d) a f t am Quirinal rUröe am Montag in ber Kirche St. Jgnazio eine Erauerfeier für Dollfuß abgehalten, an ter Mussolini mit ber italienischen R e - per ung, bas gesamte biplomatische Korps unb bie österreichische Kolonie mit ben mgenblirflid) in Rom roeilenben 200 Kinbern bes Iungvaterlanbs" teilnahmen. Anschließenb würbe ion der österreichischen Gesandtschaft beim Heiligen Ztuhl eine Trauermesse in der Kirche Santa Maria tel Anima abgehalten.
Die ilalienische Presse hetzt weiter
samtlij uschnitzi oartige An. empfang« nt Rücksich swert, bat 5 ü 1) r u n c übernehmt werde fid I zur Der ndeskanzlei wird Idjor i ernannter gg in bei ickkehrei lieber übet'
i a U n.An
Berlin, 31. Juli. (DNB.) Der Stellvertreter bes Führers veröffentlicht im „Völkischen Beobachter" eine Bekanntmachung, in ber bie Abolf-Hitler-Spenbe ber beutschen Wirtschaft roieber angefünbigt wirb. Darin
nennun: Bundestag i lugtuun; ie Besorgt , der Reff e r p o 11 ti* eben scheint, r Schau » Stellen nch en M'1’ n Schul-' at, d°ß d-' t Oelti.' rt habe, °« oft s°rW i daraus ui den al»;
Mich. » rbe, wie
Wir» I"*( SS tt5 dos aUer * au** ttuidlunfl
«he lest-
riAe Vin«
Mailanb, 30. Juli. (DNB.) Die italieni- che Presse setzt ihre antibeutsche Kampagne mit unverminberter Heftigkeit ort unb überschlägt sich vor Zorn über bie kräftige Zurechtweisung ihres Tones durch beutsche Zeitungen. In allen Zeitungen erscheint überbies ber Artikel des „Giornale b'Jtalia", ber bie Verant- nortung Deutschlanbs am Tobe Dollfuß' Brunb von Beweismaterial" bartun soll.
rr
eien. Er fügte hinzu, er habe es für richtig gehalten, biefen Dingen gegenüber offen zu sprechen. Er glaube baburch gute Beziehungen nach außen hin nicht im mtnbeften gefährbet zu haben.
Am Schluß seiner Rede kam Simon, nachdem er versichert hatte, daß das Interesse der Regierung an der Abrüstungskonferenz unvermindert tark sei, auf den Luf tausf chuß der Ab- rüstungskonferenz zu sprechen.
Der Ausschuß habe zwar seine Sitzungen noch nicht wieder aufgenommen, die britische Regierung behalte aber die Frage im Auge. Es sei richtig, daraus hinzuweisen, dah die Abwesen- heit Deutschlands von der Konferenz für viele ihrer Aufgaben das Haupthindernis bilde. Diese Abwesenheit sei besonders ernst, wenn die Möglichkeit der wirksamen Verhinderung des Mißbrauches von Zivilflugzeugen erörtert werden sollte. Deutschland müsse selbstverständlich an solchen Verhandlungen teilnehmen.
Diese Erwägung hätten die Leute im Auge behalten, deren Aufgabe es fei, den Ausschuß einzube» rufen. Inzwischen habe die britische Reaierung mit anderen über diesen Gegenstand verschiedentlich Meinungen ausgetauscht. Mehrere Regierunas- ämter hätten die Frage sehr sorgfältig geprüft. Die Regierung stehe mit anderen Regierungen, em- schließlich der französischen Regierung, in Serbin- bung, um bie Lage zu klären, soweit bies bet dem Fehlen ber beutschen Mitarbeit in Genf möglich sei.
Das Unterhaus lehnte ben Tabelsantrag ber oppositionellen Arbeiterpartei, ber bie Regierungspolitik als Politik ber Wiederaufrüstung bezeichnete, mit 404 zu 60 Stimmen


