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Als Friedrich Borgloh sich nach drei Jahren nach Europa einschiffte, war er ein berühmter Mann.

Er stand an Bord derMayflower", die ihn nach Europa bringen sollte. Sinnend schaute er noch einmal zurück nach der Küste des Landes, das er nun für immer verlassen sollte. Es war ihm zur zweiten Heimat geworden. Er liebte es mit der samtigen Dunkelheit seiner Nächte. Dem Sternen­himmel, der wie von tausend Diamanten bestickt war. Mit dem geheimnisvollen Leben Tausender von Schmetterlingen und Insekten. Er liebte es trotz seiner Tücken und Gefahren. Dieses Land, es erforderte Männer, Wagemut und Kühnheit. Wie würde es drüben in Europa wieder sein? Eng, verworen und konventionell. Aber wie es auch war drüben war Eva van Koster.

Eva ..." Er sprach es vor sich hin, ganz leise und versonnen. Und noch einmal: Eva, kleine Eva

Der Name schon allein war etwas, was wie eine Zärtlichkeit war. Wie einsam hatte er gelebt! Bis er hier auf das Schiff kam, hatte er kaum eine weiße Frau mehr gesehen. Und auch jetzt ging er an allen fremd und wie blicklos vorüber. Bor seinem Geiste stand noch ein zartes Mädchengesicht mit blauen Augen. Ein scheuer Mund. Ein süßes Oval rosiger Wangen, umrahmt von dem lichten Gespinst des goldblonden Haares.

Immer wieder mühte er sich, sich Eva in Er­innerung zu rufen. Aber es war alles unbestimmt. Es lagen ja auch drei lange Jahre dazwischen. Doch dies Unbestimmte vergrößerte die Erwartung.

Eva van Koster war der einzige Mensch, der ihn nach drüben zog. Sie war ihm wie ein Vermächt­nis des teuren Toten. Freude und Bangen waren in ihm, dachte er an das Wiedersehen.

3. Kapitel.

Das Schiff zog seinen Weg. Die Küsten Afrikas gingen an Friedrich Borgloh vorüber. Palmen, Walder, Dickicht, aus dem seltsame Vögel heraus­kreischten, Riesenbaumstämme, von Lianen und Orchideen umzogen. Dann wieder öde Sandstrecken, auf denen nichts wuchs als ein paar stachlige Zwergbüsche. Und wieder Himmel und Wasser bis zum Horizont.

Braune Menschen ruderten in schlanken Booten, winkten herüber zu dem Schiff. Dann Häfen, bunt und lärmend. Schiffssirenen heulten. Händler mit seltsamen Waffen, korbgeflochtenen Matten, mit bunten Seidenschals, Steinen und tausenderlei fremdartigen Zierat kamen an Bord. Es gab ein Feilschen, Handeln, Lachen und Kreischen, wenn sich die europäischen Passagiere mit den Eingebore­nen verständigen wollten.

Ein paarmal ging man an Land. Dann saß Friedrich Borgloh auf schattigen Hotelterrassen in tiefen Korbsesseln, einen amerikanischen ice drink vor sich, und hatte ein Vorgefühl von Europa.

Es wurde futter. Die Glut der Tropen blieb zurück. Man näherte sich der gemäßigten Zone.

Es war Mai, als Friedrich Borgloh den europäi­schen Kontinent wie einen schmalen Streifen vor sich sah.

Er ging in Marseille an Land. Unter anderen Umständen hätte es ihn gelockt, die bunte Hafen­stadt mit ihren Geheimnissen, ihrem malerischen Schmuck und ihrer südlichen Buntheit näher ken­nenzulernen. Jetzt aber hatte er nur einen Gedan­ken: Eva.

Von Marseille aus nahm er einen englischen Dampfer nach Southampton. Es war der 15. Mai, als er in England landete. London hatte sich, wie zu Ehren seiner Ankunft, in das lichteste Frühlings- grün gehüllt. Der englische Nebel, sonst ein Be­gleiter dieser Frühlingstage, war gewichen. Weich und blau spannte sich die Luft über den Villen- vorort, in dem das Haus van Kosters stand.

Friedrich Borgloh hatte seine Ankunft von Lon­don aus angemeldet. Nun stand er am Fenster des kleinen Lokalzuges und spähte mit sehnsüchtigen Augen hinaus. Jetzt kam der große öffentliche Park. Nun die kleine Brücke. Und nun sah man schon die Station.

Auf dem sonnenhellen Bahnsteig' standen meh­rere Menschen. Aber so sehr er auch Ausschau hielt, es war niemand darunter, der eine Aehnlichkeit mit Eva van Koster hatte.

Er stieg aus und sah sich suchend um. Da kam ein älterer Herr auf ihn zu. Er war sehr groß, sehr hager, hatte dichte, buschige Brauen, unter denen ein Paar scharfe, schwarze Augen funkelten. Sein Gesicht war etwas verkniffen.

Mister Borgloh?" fragte er, zu Friedrich ge­wandt.

Jawohl, der bin ich."

Das verkniffene Gesicht des älteren Herrn ver­zog sich liebenswürdig:

Willkommen bei uns, Mister Borgloh." Er streckte Friedrich eine magere, etwas kalte Hand entgegen.Ich bin John Parkins. Wie geht es Ihnen? Ich freue mich, Sie hier zu sehen."

Sehr freundlich von Ihnen, Mister Parkins", sagte Friedrich etwas befangen,daß Sie mich selbst abholen. Ich hatte allerdings gehofft ..."

Oh, Sie meinen, daß Eva Sie hätte abholen sol­len. Sie sollte es auch, aber sie war so tief be­wegt durch den Gedanken Ihrer Rückkehr. Sie fürchtete, ihre Fassung zu verlieren. Die Erinne­rung an ihren lieben Vater überwältigt sie oft noch sehr stark. Und nun das Wiedersehen mit Ihnen, der Eva unter ganz anderen Umständen verlassen hat! Sie fürchtete, hier auf dem Bahnsteig ihre Fassung zu verlieren. So hat meine Frau ihr ge­raten, zu Hause zu bleiben. Ich soll Ihnen die herz­lichsten Grüße von Eva bringen."

Friedrich Borgloh kam gar nicht dazu, etwas zu sagen. Parkins überschüttete ihn sofort mit einer Flut von Worten. Er geleitete ihn zum Wagen, einem wunderbaren schweren Reiseauto.

(Fortsetzung folgt!)

r 280 Drittes Blatt

Eichener AnzeigerlEeneral-Anzeiger für Oberhessen)

Hreiiag, ^0. November 1954

Die feierliche Verpflichtung der Jungmeister durch den Innungs-Obermeister.

2s JNnungslade mit den Wahrzeichen der Innung, zur Verpflichtung der Jungmeister feierlich aufgestellt.

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die Einführung der Iungm?ister.

Der Obermeister nahm den neun Jungmeistern, nachdem kundgetan war, daß sie um bu Aufnahme als Zunftmeister gebeten hatten, das Gelöbnis ab, mit ganzer Kraft sich ihrer Handwerkskunst zu widmen und treu dem Obermeister, dem Handwerk und Adolf Hitler zu folgen Im Chor gaben sie die Antwort, während die MusikVerachtet mir das Handwerk nicht" spielte. Zur

Freisprechung der Junggesellen,

16 an der Zahl, scharten sich diese um die Zunft- lade. Nach Rede und Gegenrede und dem Gesellen­trunk sprach der Altgeselle den Glückwunsch zum Gesellenstande aus.Obermeister mann be­tonte, daß alle ihre Schuldigkeit getan hätten, Jung­meister sowohl wie Junggesellen. Den beiden Jungmeistern, die die Zunftlade und den Gong der Innung gestiftet, übergab der Obermeister Ge­schenke im Namen der Innung.

Den Dank der Jungmeister übermittelte Jung­meister Willi Appel (Gießen), der im besonderen auf die mißliche Lage des Kraftfahrzeughandwerks im marxistisch-liberalistifchen System hinwies, wo alles darniederlag, während heute durch die natio­nalsozialistische Regierung auch diesem Handwerk durch tatkräftige Förderung wieder auf die Beine geholfen werden soll. Seine Ausführungen endeten mit einem dreifachenSieg-Heil!" auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler.

Das Schlußwort sprach der Kreishand­werk s m e i st e r , der Jungmeistern und Jung- gehilfen herzliche Glückwünsche übermittelte und sie auf ihre berufsständischen Aufgaben hinwies. Je­der einzelne habe durch Qualitätsarbeit und Lei­stung zu beweisen, daß er mithelfen wolle, die gro­ßen Aufgaben für Volk und Vaterland zu meistern und alles däranzusetzen, um dem Handwerk und dem Führer Ehre zu bereiten.

Ein dreifachesSieg-Heil!" auf Volk und Vater­land und unseren Führer Adolf Hitler schloß die einfache, aber würdige Feier.

Ae neue Innung des Krasisahrzenghandwerks.

Erie Pflichtversammlung. Gin neuer Landesverband und Reichsverband ' für das Krastfahrzeughandwerk

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arbeiten, und daß mit Kritisieren und Nörgeln und Beiseitestehen nichts getan sei. Was für die Gesamt, heit des Staates gelte, gelte für den Handwerker­stand im gleichen Sinne. Der Führer habe uns durch die Gesetzgebung lediglich den Rahmen zum kommenden Ständestaat gegeben, den Inhalt müß­ten wir uns alle selber geben. Deshalb bestehe für uns die doppelt? Ausgabe, die eigene Person in den Hintergrund zu stellen, und alle Kräfte ein­zuspannen zum Wohle der Gesamtheit, dann werde und müsse es möglich sein, bleibende Werte zu schaffen, die im Interesse des Handwerks und des Vaterlandes notwendig feien. Voraussetzung hier­für sei jedoch ein gut geschultes, durchgebildetes und diszipliniertes Handwerk. Wenn wir in der Ferne die Gliederung des Ständestaates sähen, so wüß­ten wir, daß zunächst einmal jeder Stand in sich fest gegliedert und organisiert werden müsse und sich mit den berufsständischen Aufgaben vertraut mache. Dazu gehöre aber auch, daß wir guten Willens sind, alle persönlichen Interessen zurückzu­stellen und alle Fragen nur vom Gesichtspunkt der Allgemeinheit, auch innerhalb der Innungen, be­trachten.

Der Kreishandwerksmeister widmete, im Hinblick auf den Totensonntag, den Helden des Weltkrieges und den im Kampf um das Dritte Reich gefallenen Kameraden treffende Gedenkworte und stellte sie allen Anwesenden als Vorbild hin. Die Versamm­lung erhob sich von ihren Plätzen, und die Musik spielte das Lied vom guten Kameraden.

Im Auftrage des Präsidenten der Handwerks­kammer Darmstadt überbrachte Pg. S t ü h l e r dessen Wünsche und Grüße und betonte weiter, wir wollen uns verpflichten, durch Disziplin und Selbst-

Nchdern das Kraftfahrzeughandwerk durch iitni eigenen Reichsfachverband selbständig ge- nciijt und mit allen Rechten und Pflichten der Jn- Wljig laut Gesetz zum vorläufigen Aufbau des

zücht das Handwerk zu fördern und ihm zu dienen. Das Handwerk in unserem engeren Kreise (Gie­ßen) habe bewiesen und werde es auch w'eiter be­weisen, daß es treu und aufrichtig zum Führer steht. In diesem Sinne verpflichtete er über die Jn- nungslade hinweg den Obermeister Ernst A ß - mann, mit dem Wunsche, daß dieser treu und redlich alle Zeit seine Pflicht tue, wie sie der Füh­rer von jedem deutschen Manne, der es mit sei­nen Aufgaben ernst meint, fordert.

Obermeister Ernst Aßmann übernahm nunmehr den Vorsitz. Er dankte für das Vertrauen und versprach, seine ganze Kraft einzu­setzen für das Handwerk und für unser geliebtes Vaterland. Der Obermeister verpflichtete nunmehr in gleicher Weise seinen Innungs-Beirat durch Handschlag. Diese versprachen ebenfalls treu und redlich ihm zur Seite zu stehen. Es sind stellvertreten­der Obermeister Otto P r e n z e l l (Nidda), Schrift­führer Otto Neils (Gießen), Kassenwart Adam Kircher (Gießen), Lehrlingswart Willi Letsch (Gießen), Gesellenwart H. Mohr (Klein-Linden), ferner die Beauftragten für den Bezirk Friedberg Bezirksmeister Ernst R o d i u s (Butzbach), Bü­dingen: Bezirksmeister Otto Pr en zell (Nidda), Schotten: August Jägle (Schotten), Alsfeld: Be­zirksmeister Franz Müller (Alsfeld), Lauterbach: Bezirksmeister F. W. Möller (Lauterbach), so­wie die Fachobmänner: für Fahrlehrer Heinrich Appel (Gießen), für Auto - Elektriker Ludwig Feltzer (Gießen), für Vukaniseure Mono (Gie­ßen), für Zylinderschleifer Kraft (Gießen).

Dann mürben einige Innungs-Angelegenheiten bekanntgemacht, sowie Fragen ber Organisation, bes Lehrlingsurlaubs, ber Lehrlingsvergütung, ber Lehrftellenbesetzung, über bie Berufsberatung unb oerschiebenes mehr. Wichtig zu hören war es, baß bas Kraftfahrzeughandwerk zum selbftänbigen Beruf erhoben unb bie jahrelangen Wünsche nun­mehr in Erfüllung gegangen find. Nach Schaffung bes Reichsfachverbanbes ist nunmehr auch ber Landesfachverband gebilbet worben mit bem Sitz in Gießen. Nach einer Mufikfolge begann

nbesbaljn -icutfcen Hcwbwerks, ausgestattet war, hielt bie 5 (157). UM i n 3 8 Innung Ober Hessen bes > behaMN "Q t s a h r z e u g h a n b w e r k s ihre erste kon- $ 105,6j"tit!iiii-rnbe Jnnungsversammlung am Samstag im e 9,60,6-6:i-:d!-eib zu Gießen ab Diese Veranstaltung er- > 86,50 1 nen besonders würbigen Rahmen burch ihre

nkitche^Au^ssltaltung nach zünftigem Brauch. Der Ober- Phönix unb die neu einzuführenden Jungmeister AM A bgch. fr^izusprechenden Junggehilfen waren im » 14825 blajue Arbeitsanzug (Arbeitskittel) erschienen. Die 206 ^rrourbe von musikalischen Darbietungen eines KMMv. öes SA -Musikzuges umrahmt

MM5,. den Klängen des VorspielesDie Meister- wurde die Zunftlade unter Führung ies* Oermeisters in den Saal eingebracht, und er- uest chre Aufstellung zwischen zwei brennenden ttl tctfyr im Vordergrund des Saales.

mw ^eishandwerksmeister Stühlen

2 '.e die Jnnungsversammlung und begrüßte

kichienenen aufs herzlichste. Besonderen Gruß i. i Mn tj oh er dem Vertreter der NSDAP., Pg. Haas, . lri^ e 9ab seiner Genugtuung Ausdruck, daß ge- 7JM.J abttii dieser Versammlung, die als erste in dieser ,Q) Mm i^irchgeführt würde, ein Vertreter des Ho- Ö igws anwesend sei, um die alten Zunft-

r ? 'je&rr iJlje kennenzulernen. Weiter begrüßte er den ^.^.M?üch!tsifinden der Meisterprüfungskommission. Er ) i crl)D®r i'ie Volksgenossen, insbesondere alle Hand- 11 e*' Zister, darauf hin, daß jeder einzelne berufen

S" dl Wiederaufbau unseres Vaterlandes mitzu- bi mit1

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i,628 8,17 1,204 1,047 15,32 11,04 1,395 5,47 16,38 ,8,04 J,30 ,722 j,694 52,2 18, 11,26

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fhirl er nF1' doch einst ihr Vertrauter gewesen, mit dem <y Allem kam, was ihr kleines Herz bewegte.

9>5!^ WHdjt war es doch so, daß die Entfernung SblT^ein^ griffe Scheu in ihr hervorgerufen hatte. Sie ___________ fein Kind mehr. Sie wuchs zum Weibe

A Winnis M to.

SchweiN Vornan von Rainer Helden ^verblic! UrWZrrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 11 Ochsen 3. !H»ksetzung. Nachdruck verboten!

£ Di )oir dir diesen letzten Wunsch erfüllen fönnen, Fleisch du q Seiger?, dachte Friedrich Borgloh. Nun, die ies FleiREnäH lidung steht nicht bei mir Eva ist jetzt noch 9 gnn^einH |cäbes Kind Aber wenn sie sich entwickelt, wie ilsten, l^sie >'I-iWersprach, so fönnte ich mir sehr wohl vor- üJlarl: r'stelle daß sie mir ans Herz wachsen fönnte, nicht 54 bis 56.>urfirae eine geliebte fleine Schwester, sondern wie Färsenslei'einÜezärtlich geliebte Frau!

d) 58 dii Upjtö.e lag er in dieser Nacht wach.

linefleisch ! GE; mar ein warmer, schwüler Abend. Er hatte } unter i biejl fünfter des Bungalows weit offen. Um den »etlflUf: ß)ci:i|:i Mosfitoschleier, der über das ganze Bett ^*****9efl-l*-n <t war, summten Nachtfliegen und Moski- iosÄ il'i-er feine vermochte durch das dichte Tüllge- we!lt>i tindurchzudringen. Er lag eingehüllt in diese we lch Wolke, wie in einem süßen Traum. Wachend träfe? er von Eva. Warum schrieb sie ihm nicht? !ser Tod des Vaters sie so tief getroffen? Aber

heriw. Wer mochte wissen, was sich in der Mäd- l ch efln -e se abspielte. Vielleicht sah sie in ihm nun ^niclfe.ehr den älteren Freund, den Stellvertreter i'beek Beters. Vielleicht sah sie in ihm den Mann, der Itihrß vm Vater bestimmt war. Daher ihr Schweigen, li J Si satte ihr auf das Testament hin einen Bries I? gePfeben, ganz zart, nur von der Sorge für ihr l. etgsteie Ergehen biftiert:

\ pie liebevolle Großmut Ihres Vaters, meine lliv Eva, rührt mich tief. Ich sehe darin vor ciü einen Beweis feines Vertrauens zu mir. Cffnben Sie mir, ich denfe mit inniger Liebe en Ähren Vater zurück. Er war auch mir wie e rii :3ater geworden. Ohne ihn wäre ich nach den f|ctaren Schicksalsschlägen, die mich getroffen, e ch unglücklicher, einsamer Mensch geworden. Ihr £&cr gab mir Güte, Freundschaft. Er gab mir ei? rgeim. Er gab mir in Ihnen eine liebe, fleine (eir.iefter. Ueberiaffen wir alles Weitere der Zu- ife Ihr lieber Vater hat das Beste für uns dj< Wenn ich in zwei Jahren wiederfehre, | öc - werden wir, liebe fleine Eva, uns neu f le i nternen müssen. Sie sind dann ein erwachse- »iu! Mensch und fönnen entscheiden, wie Sie sich 2 ißeben formen wollen. Unb auch ich werde rinhierst in Europa wieder neu einleben müssen. Wunsch Ihres lieben Vaters in bezug auf (Ei mnb mich soll mir heilig sein. Ich will im­

mer mehr dahin streben, seinem Vorbilde zu fol­gen. Was aber aus Ihnen und mir auch werden mag seien Sie gewiß, daß meine Freundschaft, meine liebevolle Sorge für Sie und meine Danf- barfeit für Sie als Tochter Ihres hochherzigen Vaters niemals erlöschen werden.

Ihr Friedrich."

Auch auf diesen Brief erhielt Friedrich Borgloh feine Antwort. Nur Parfins schrieb ihm von Zeit zu Zeit. Er berichtete ihm, daß Evas Gesundheits­zustand sich langsam bessere. Daß sie aber vorläufig noch durch jede Erinnerung an die frühere Zeit mit dem Vater in große seelische Erregung versetzt würde. Aus diesem Grunde halte der Arzt, so schrieb Parfins, einen Briefwechsel zwischen Eva und Mi­ster Borgloh zunächst für nicht ratsam. Er wolle aber Mister Borgloh dauernd über Evas Ergehen auf dem laufenden halten.

Friedrich Borgloh war ob dieser Nachrichten etwas enttäuscht. Aber Mister Parfins mußte ja wissen, was zu Evas Bestem war. Wenn der Arzt einen Briefwechsel zwischen Eva und ihm für un­günstig hielt, so mußte er sich fügen. Seine eigenen Wünsche mußten zurückstehen, da es Evas Wohl galt.

Er arbeitete mit erhöhtem Eifer. Wochenlang war er mit feinen Trägern und Dienern auf Karawa­nenreifen unterwegs. Der erste fleine Diftrift, in bem er sich die Befämpfung des Sumpffiebers zum Ziel gefetzt hatte, war fo gut wie feuchenfrei ge­worden. Wo er hinkam, begrüßten ihn begeisterte Eingeborene, denen er das Leben gerettet hatte. Frauen, schlank wie Gazellen, mit fein geschnitte­nen Gesichtern und glänzenden, schwarzen Augen, lächelten ihm entgegen und hielten ihm ihre Kin­der entgegen. Wie vielen von ihnen hatte er durch Einspritzung des neuen Sumpffieber-Serums Siech­tum und Tod erspart!

Aber sein wissenschaftlicher Eifer war noch nicht gestillt. Was war dieser eine kleine Distrikt, aus dem man das geheimnisvolle Sumpffieber vertrie­ben hatte? Ein Nichts gegen die ungeheuren Flä­chen Landes, in denen die Menschen noch an die­ser tückischen Krankheit zugrunde gingen. Man mußte weiter. Man mußte überallhin Heilung bingen.

Der weiße Retter", so hieß Friedrich Borgloh bald in den Dörfern der Eingeborenen. Wo er er­schien, wurde er beinah angebetet, als wäre er ein Gott. Die englischen Beamten der Kolonien kamen ihm entgegen. Denn jeder von ihnen wollte in feinem Distrikt den neuen Seuchenschutz eingerichtet haben.

Englische und französische Aerzte kamen von den heimatlichen Instituten nach Afrika gereift, um durch Friedrich Borgloh sich belehren zu lassen. Die wissenschaftlichen Zeitschriften der ganzen Welt waren bald erfüllt von den Nachrichten über feine neuartigen Hellerfolge.