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durch Leistung überzeugen wollen und nicht durch Worte.

Ser Führer

dankte Dr. Decker für seine Worte sehr herzlich und wandte sich dann an den Reichsarbeitssührer Hier!. Die Beharrlichkeit seiner Führer und seiner Gefolgschaft hätte dem nationalsozialisti­schen Arbeitsdienst endlich die Füh­rung gegeben.Das, lieber Hierl, ist Ihr großes geschichtliches Verdienst.

Den nationalsozialistischen Arbeitsdienst haben Sie geschaffen, und dafür danke ich Ihnen und dafür dankt Ihnen das deutsche Volk."

Der Führer schloß an diese Bemerkung neuerlich herzliche Dankesworte für den Reichsarbeitsdienst- iührer und seine Mitarbeiter und äußerte sich über den nationalsozialistischen Arbeitsdienst rückhaltlos anerkennend.

Dem Führer wurde dann Frühsport einer Ar­beitsdienstabteilung vorgeführt, prachtvolle turner­rische Leistungen, die allseitige Bewunderung her­vorriefen. Diese Leistungen zeigten, daß gesunde, frische und körperliche leistungsfähige Kerle in den Arbeitsdienstlagern erzogen werden. Auch die Be­sichtigung der Baracken der Lehrabteilung brachte dem Arbeitsdienstführer wiederum be­sonderes Lob des Führers, der anschlie­ßend im kleinen Kreise der Arbeitsdienstführer und SA.-Führer seiner großen Freude über das Ge­sehene und seine Eindrücke Ausdruck gab und allen seinen Dank aussprach.

Der Arbeitsdienst habe sich seine Stellung selbst erobert und könne stolz darauf sein.

Die Fahrt ging dann über L u e n e n, einst eine bolschewistische Hochburg, jetzt ein Meer aus roten Hakenkreuzfahnen, dessen Bevölkerung sich in ge­schlossener Einheit zum Führer und zum National­sozialismus durchgerungen hat, weiter nach Olfen. Unterwegs zeigte überalle die Bevölkerung dem Führer ihre schrankenlose Begeisterung. Im Arbeitsdienstlager Olfen waren Formationen des Arbeitsdienstes, der SA. und SS. zur Begrü­ßung angetreten, außerdem eine Abteilung Jung­volk mit Fccklfaren und Landsknechtstrommeln, die vom Führer besonders freundlich begrüßt und gelobt wurden. Der Führer besichtigte das Baracken­lager des Arbeitsdienstes Olfen. Er verabschiedete sich vom Reichsarbeitsführer Hier! und von den Gauleitern und fuhr dann, begleitet vom Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley, zu wichtigen Verhandlungen ins Rheinland. Unterwegs wurde er immer wieder von der Bevöl­kerung erkannt und sein Wagen von jubelnden Menschen umringt. Staatssekretär, Reichsarbeits­führer Hier!, setzte die Besichtigungsfahrt fort und überbrachte der Bevölkerung überall Grüße des Führers, der zu seinem Bedauern einen anderen Weg habe nehmen müssen.

Begeisterte Huldigung für den Führer in Godesberg.

Bad Godesberg, 30. Juni. (DNB.) Zu einem unvergleichlichen Erlebnis gestaltete sich eine nächtliche Feier st unde vor dem Führer am Rhein in Godesberg. Gegen Mitter­nacht marschierten die vereinigten Kapellen verschie­dener Arbeitsdienstgruppen in Stärke von etwa 150 Mann vor dem Hotel auf. Am gegenüberliegenden Berghang bildeten mehrere hundert Arbeitsdienft- männer mit Fackeln ein flammendes Hakenkreuz. Dann setzten lockende Töne der Flöten ein, Wirbel der Trommeln und der alte preußische große Zap­fenstreich klang auf, dasGebet vor der Schlacht" feierlich vorgetragen, dann schmetternd und wie ein Gelöbnis das Deutschlandlied. Daran schloß sich das Horst-Wessel-Lied, das Lied der nationalsozialisti­schen Revolution. Der Führer dankte dem Diri­genten der Musikzüge und erbat sich den Badenwei­ler Marsch. Kaum hatte die Kapelle geendet, so hörte man von ferne wie ein Echo die Antwort einer anderen Kapelle. Der Badenweiler Marsch ging über in das Lied der Bergleute:Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt".

An das Konzert schloß sich ein Vorbeimarsch der Arbeitsdienstzüge mit Fackeln an. Der Führer begab sich dann auf dem zum Rhein gelegenenen Balkon, von wo aus sich ihm ein reiz­volles Bild bot. Am Abend war ein schweres Ge­witter über Bad Godesberg und den Mittelrhein niedergegangen. Aber jetzt war der Himmel stern­besät und hell leuchtete der Mond. Im Rhein spie­gelten sich die Lichterkette der Rheinuferstraßen, vom Petersberg und Drachenfels flammten Lichter. Auf dem Rhein gegenüber dem Hotel lag ein Dampfer mit Saar deutschen, die gebeten hatten, dem Führer ihre Huldigung bringen zu dürfen. Als der Führer, von Fackelträgern flankiert, an die Brüstung des Balkons trat, sangen die Saardeut­schen feierlich und getragen einen Schwur kann man es nennen das Saarlied, anschließend das Lied der Bergleute. Dann brachten sie immer erneut Hoch- und Heilrufe auf den Führer aus. Als sich der Führer schließlich wieder ins Hotel begab, klangen das Deutschlandlied und von einem Männerchor gesungen Lieder des deutschen Vater­landes auf. Nächtliche Feierstunde am Rhein, so kann man es nennen. Jeder, der Zeuge dieser Stunde war, wird sie als Erlebnis in seinem Her­zen bewahren.

Veränderungen im englischen Kabinett.

London, 29. Juni. (DNB.) Wie Minister­präsident Macdonald im Unterhaus bekannt gab, ist Sir Henry B e 11 e r t o n , der Arbeits­minister, zum Vorsitzenden des Arbeitslosen-Unter- stützungsamtes ernannt worden. Das bedeutet den Rücktritt des Ministers als Mitglied des Kabinetts und als Parlamentsmitglied. Das Gesetz über die Arbeitslosenunterstützung sieht ausdrücklich vor, daß kein Mitglied des Unter­stützungsamtes einen Sitz im Unterhaus haben darf. Die Nachricht von der Ernennung Bettertons verursachte große Ueberraschung in parlamenta­rischen Kreisen. Betterton ist, wie Macdonald im Unterhaus mitteilte, für den neuen Posten gewählt worden, weil er eine eingehende Kenntnis der Arbeitsgesetze besitzt.

Die durch den Rücktritt des bisherigen Arbeits­ministers Betterton notwendig gewordene Re- gierunasumbildung hat sich hauptsächlich auf Verschiebungen unter den Staats­sekretären beschränkt. Der gegenwärtige Trans­portminister Stanley wird Arbeitsminister und damit Mitglied des Kabinetts. Ihm folgt als Transportminister der Finanzsetretär des Schatzamtes Höre Belisha, dessen Stelle vom jetzigen Finanzsekretär des Kriegsamtes Duff C o o- per, eingenommen wird. Hacking, der bisher Unterstaatssek''''t^'' Innenministeriums war.

wird Finanzsekretär des Krlegsumles, und Crock- s h a n k, der keinen Posten bekleidet hat, wird Unterstaatssekretär des Innenministeriums.

Die von manchen Seiten gehegte Erwartung, daß sich die Umbildung der Regierung auch auf wich­tige Kabinettsmitglieder ausdehnen wird, hat sich nicht bestätigt. Macdonald fährt, wie amtlich mitgeteilt wird, am Sonntag zu einem kurzen Aufenthalt nach Loffiemouth, bevor er sich zu feinem langen Erholungsurlaub ins Aus­land begibt. Während feiner Abwesenheit wird Baldwin die Geschäfte des Premierministers führen. Der Staatssekretär des Aeußeren Sir John Simon hat seine ursprüngliche Absicht, seinen Sommerurlaub im Ausland zu verleben, aufge­geben. Er wird während der Abwesenheit des Premierministers England nicht verlassen.

Oer Generalsekretär des Völker­bundes in London.

London, 30. Juni. (DNB.-Funkspruch.) Der Generalsekretär des Völkerbundes A v e n o l ist in

London eingetroffen. Er wird voraussichtlich zu Beginn der kommenden Woche Besprechungen mit dem englischen Außenminister Sir John Simon, dem Lordsiegelbewahrer Eden und dem Präsidenten der Abrüstungskonferenz Henderson haben. Anschließend beabsichtigt Avenol zum Ferien­aufenthalt nach Schottland zu fahren.

Reue Anschläge in Oesterreich.

München, 29. Juni. (DNB.) Wie der Oester- reichische Pressedienst meldet, ist vor Schloß Leopoldskron bei Salzburg, dem Som­meraufenthalt des Regisseurs Max Reinhardt, ein Sprengkörper zur Explosion gebracht worden. Zahlreiche Fensterscheiben wurden zertrümmert. In Aigen bei Salzburg wurde ein Transsormatoren- haus gesprengt. Ein Teil des Ortes ist ohne Licht. Wie nachträglich bekannt wird, wurde die Salz­burger Wasserleitung dadurch stillgelegt, daß das Hauptreservoir gesprengt wurde und teil­weise eingestürzt ist.

Deutschlands Recht auf die Saar.

si Hamburg, 30.Juni. (DNB.) Die akademische Ortsgruppe Hamburg für das Deutschtum'im Aus­lande veranstaltete im Auftrage des Grenzland­amtes der Deutschen Studentenschaft am Freitag­abend in der hamburgischen Universität eine große Saarkundgebung, auf der der Saarbe­vollmächtigte des Reiches, Vizekanzler v. Papen, über den historischen Kampf um die Saar sprechen sollte. Da der Vizekanzler jedoch aus dienstlichen Gründen am Erscheinen verhindert war, sprach führ ihn der Saarreferent Oberregie­rungsrat Dr. W i n g e n. Die Kundgebung, die im Auditorium Maximum stattfand, war außerordent­lich stark besucht.

Oberregierungsrat Dr. W i n g e n führte die Zu­hörer in die großen geschichtlichen Zusammenhänge des Saarproblems ein und charakterisierte die Saarfrage als eine Konstruktion der französischen Ausdehnungspolitik.

Die Saarlande liegen auf dem Wege Frank­reichs zum Rhein." Das ist der Angelpunkt, um den sich die ganze französische Saarpolitik seit Jahren gedreht hat.

Die Franzosen haben diese Ausdehnungsansprüche zu den verschiedensten Zeiten in das Gewand ge­schichtlicher Beweise zu kleiden versucht, in Wirklich­keit sind jedoch stets politische, geographische und wirtschaftliche Momente für die Geltendmachung ihrer Ansprüche maßgebend gewesen.

Der Redner schilderte dann die einzelnen Etap­pen der französischen Ausdehnungspolitik am Rhein im Laufe der Jahrhunderte und betonte, daß durch den zweiten Pariser Frieden am Jahre 1815 die Grenzlinie gezogen worden sei, die bis auf die Ge­genwart das Deutsche Reich von Lothringen trenne.

Durch diesen zweiten Pariser Frieden sei Preu­ßen an die Saar gelangt und habe hier eine geschichtliche Aufgabe übernommen. Es hieße nur eine bittere Lehre der Vergangenheit an­wenden, wenn an Rhein und Saar eine wirk­samere Verteidigung gegen die französische

Ausdehnungspolitik getrieben werden solle.

Seit dem Pariser Frieden seien die französischen Angriffe auf das Saarland für ein Jahrhundert lahmgelegt worden. Während des Weltkrieges feien die Saarländer vor einem ernstlichen Angriff Frankreichs bewahrt geblieben, und erst nach dem Zusammenbruch der deutschen Front seien franzö­sische Truppen im Saargebiet erschienen.

Sodann schilderte der Redner den Kampf um das Saarland in Versailles zwischen Clemen- c e a u und Wilson, sowie auf den verschiedenen internationalen Konferenzen nach Friedensschluß. Frankreich sollte nach dem Willen Wilsons aus den Saargruben die Entschädigung für die Verluste erhalten, die es im Weltkriege durch die Zerstörung der nordfranzösischen Gruben erlitten hatte. Frank­reichs Reparationsanspruch umfaßte jedoch das ganze Saarrevier. Wilsons Unnachgiebigkeit in die­ser Frage veranlaßte dann die Franzosen, von ihren übermäßigen Forderungen abzustehen. So kam schließlich ein Kompromiß zustande, dessen

eigentlicher Zweck die französische Veherrschung der deutschen Saarlande

jedoch blieb. Nachdem der Redner den deutschen Rechtsstandpunkt in der Saarfrage dargelegt hatte, betonte er abschließend, daß die Franzosenzeiten im Laufe der Jahrhunderte nur kurze gewaltsame Unterbrechungen einer Jahrtau­sende alten Zugehörigkeit des Saargebietes zum Deutschen Reich gewesen seien.

Die soziale Arbeit der Wer-Zugend.

Eine Unterredung mit Obergebietsführer Axmann.

Berlin, 30.Juni. (DNB. Funkspruch.) Aus Anlaß des einjährigen Bestehens des Sozialen Amtes der Reichsjugend­führung gewährte der Leiter dieses Amtes, Ober- gebietsführer Axmann, einem Vertreter des Deutschen Nachrichtenbüros eine Unterredung, in der er sich über feine Arbeit äußerte. Als die vor­dringlichste Aufgabe der Reichsjugendführung be­zeichnete er die Frage der Freizeit fürJung- a rbe i te r.

Gerade der Jungarbeiter, der sich noch im Wachstum befinde und häufig unter mangel­haften hygienischen Verhältnissen zu leiden habe, müsse eine entsprechende Freizeit erhal­ten, um sich wirklich von seiner schweren Ar­beit zu erholen. Die Freizeit für Jungarbeiter würde also nur die Einführung des gerechten Zustandes, in dessen Genuß jeder andere junge Volksgenosse komme, auch für die Jungarbei­ter bedeuten.

Die freiwillige Gewährung von Urlaubszeit in einer Reihe nationalsozialistischer Betriebe beweise, daß die Urlaubszeit der Jungarbeiter zu keinen wirtschaftlichen Schäden für den Betrieb führe.

Daneben stehe für die werktätige Jugend die gesetzliche Verankerung der geordneten Be­rufsausbildung im Vordergrund. In einem allgemeinen Berufsausbildungsgesetz seien alle Be­stimmungen hierüber niederzulegen. Hierbei feien u. a. zu regeln die Rahmenbestimmungen über den Inhalt der Lehrverträge, der Verhältnisfatz der Lehrlingszahl zur Gefamtbelegscbaft, Bestimmun­gen über die Eignung und Zulassung der Betriebe zur Berufsausbildung sowie Bestimmungen über die Eignung der Lehrherren zur Berufsausbildung Jugendlicher und über das Prüfungswesen.

Der Obergebietsführer ging dann auf die Maß­nahmen ein, um die arbeitslose Großstadt- jugend auf das Land zurückzuführen. Die Landjahrslager hätten einen großen Teil der 1,2 Millionen Schulentlassenen von Ostern 1934 auf­nehmen können. Durch die Landhilfeaktion werde die erwerbslose Jugend in den Städten ver­mindert und gleichzeitig den deutschen Bauern wert­volle Hilfe zuteil.

Die Hitlerjugend betrachte es als ihre Aufgabe, sich vor allem um die örtliche Betreuung der Landhelfer zu kümmern und ihnen das Einleben

in die ländlichen Verhältnisse zu erleichtern. Für die Durchführung der Landhilfeaktion sei eine strenge Auslese der Landhelfer sowie auch der Betriebe, die die Jugendlichen aufnehmen,, not­wendig, damit verhindert werde, daß ungeeig­nete Elemente den nationalsozialistischen Ge­danken der Landhilfe verfälschen.

Für die jungen Mädchen sei außerdem das haus­wirtschaftliche Jahr ins Leben gerufen worden.

Overgebietsführer Axmann wandte sich dann gegen die Befürchtung, daß etwa die Hitler­jugend durch zu starken Dienst überlastet werde. Die Gesundheitsführung der Hitlerjugend wache darüber, daß eine körperliche Ueberlaftung der Jugendlichen unterbunden werde. Deshalb wirkten Aerzte an der Aufstellung der Dienstpläne mit. Durch die Reihenuntersuchungen sei die ge­sundheitliche Bestandsaufnahme der gesamten Ju­gendbewegung erfolgt, deren Ergebnis in Kar­teien niedergelegt werde. Es werde aber nur unter­sucht und nicht behandelt, so daß eine Konkurrenz für die freie Aerztepraxis nicht bestehe.

Die gesunde Jugend bilde die Kraft, die ein­mal das Deutschland der Zukunft bestimmen werde. Denn im vergangenen Jahr 70 000 Kinder verschickt worden seien, so werde deren Zahl durch die Zusammenarbeit mit der JISD. in diesem Jahre eine halbe Million über­schreiten.

Die gesamte soziale Arbeit der Hitlerjugend auf allen Gebieten werde durchgeführt in lebendiger Verbindung mit den dafür zuständigen Dienststel­len der Partei und des Staates. Ein echtes kame­radschaftliches Zusammenarbeiten bürge dafür, daß dieses vom besten sozialistischen Wollen getragene Vorhaben des sozialen Amtes der Reichsjugend­führung zum Besten der Jugend und damit des Volkes durchgeführt würden.Wir wollen", schloß Axmann,im Sozialen Amt der Reichs- juyendführung ein Instrument schaffen, das i m Dienste des Sozialismus eingesetzt werden kann. Es kommt darauf an, daß

die sozialistische Lebenshaltung des deutschen Frontsoldaten

zum Gesetz des politischen Aufbaues ge­macht wird und daß sie ihren praktischen Nieder­schlag findet auf allen Gebieten des öffenllichen Lebens."

Oer Rüstungs-Wettlauf.

Oie Ausrüstung der neuen englischen Schlachtschiffe.

London, 30. Juni (DRB.Funkspruch.) lieber die neuen englischen Schlachtschiffe, die im Jahre 1937 aufgelegt werden sollen, meldet der Marineberichterstatter desDaily Telegraph" bemerkenswerte Einzelheiten. Rach seiner Darstel­lung wird man beim Bau dieser Schiffe, die, je nach dem Ausgang der Flottenkonferenz, eine Ton­nage von 22 000 bis 35 000 haben werden, in erster Linie auf zuverlässige Schutzmaßnah­men gegen Flugzeugangriffe achten. Die Maschinen- und Kesselräume, sowie die Maga­zinräume werden durch besonders dicke stählerne

Schutzdächer bombensicher gemacht werden. Die Kommandobrücke, Signalstationen ufro. werden gegen Maschinengewehrangriffe niedrig fliegender Flugzeuge geschützt. Die neuen Schlachtschifftypen werden mit 8 bis 12 Schnellfeuergefchühen und 6 fchwerkalibrigen Maschinengewehren zur Flug­zeugabwehr ausgerüstet. Ferner werden sie Geschütze erhalten, deren Schußge­schwindigkeit beinahe doppelt so schnell ist, wie diejenige der jetzt in Gebrauch befindlichen 15-Zoll-Geschühe. Die Schlachtschiffe, die vorläufig mit dem SammelnamenKönig

Georg V." bezeichnet werden, sollen ferner außer den Dampfturbinen mit Diefelanlagen ausgerüstet werden, um ihren Wirkungsradius auf 20 000 Kilometer zu erhöhen.

Japan verlangt Flottengleichheii mit Amerika und England.

London, 30. 3uni. (DNB. Funkspruch.) Die .spanische Regierung soll, einer Meldung des diplomatischen Mitarbeiters desDaily Tele­graph" zufolge, endgültig beschlossen Haben, auf der ^stjährigen Flottenkonferenz die Flotten- gleichheit mit Amerika und England zu verlangen. Es sei jedoch möglich, daß die von Japan während der Dauer des neuen Flottenvertrages ge­orderten Zahlen für Kriegsschiffe und Tonnage zu­mindest in bestimmten Schiffsklassen beträchtlich hinter den von Amerika und England vorgesehenen Zahlen zurückbleiben würden.

Englische Tanks für Japan.

Tokio, 29. Juni (DNB.) Wie hier verlautet, verhandeln gegenwärtig die japanischen amtlichen Stellen mit den englischen Armstrong-Wer- k e n über den Erwerb von englischen Tanks für das japanische Heer. Ein Vertreter der Armstrong-Werke befindet sich auf der Reise nach Tokio, um die Verhandlungen zum Abschluß zu bringen.

Neue Kampfflugzeuge in Amerika.

Washington, 29. Juni (DNB.) Das Kriegs- amt hat 81 Kampfflugzeuge und 280 Flugzeugmotore in Auftrag gegeben. Diese Bestellungen sind die ersten für den Plan, 1000 neue Flugzeuge anzuschaffen, um die Stärke der amerikanischen Flugwasfe der anderer Länder gleichzustellen.

Zwei japanische Zerstörer zusammen­gestoßen und gesunken.

Tokio, 30. Jan. (DNB. Funkspruch.) Bei Nachtmanövern an der Küste von Korea sind die japanischen ZerstörerIna- z u m a" undMiyuki" zusarnrnengesto- st o h e n und kurz darauf gesunken.

Das japanische Marineministerium teilt mit, daß bei der Katastrophe vier Matrosen ums Leben kamen, während vier weitere verletzt wurden. Zwei Angehörige der Besatzung werden noch v e r m t. Im Augenblick des Zusammen­stoßes herrschte dichter Nebel. Das Deck des Zer­störersMiyuki" wurde durch den heftigen Zu­sammenprall glatt abgeschnitten, so daß das Boot sofort sank. DieJnazuma" hat schwere Be­schädigungen am Bug davongetragen. Man will versuchen, die beiden Zerstörer, die anscheinend im seichten Wasser gesunken sind, abzuschleppen.

Verschärfte Spannung in Frankreich.

Paris, 30. Juni. (DRB.-Funkspruch.) In Paris wurden Freitagabend mehrere stark besuchte Ver­sammlungen der Frontkämpfervereinl- gungFeuerkreuz" abgehalten, während die in derFront Eommun" zusammengeschlofsenen Linksverbände ihrerseits Kundgebungen ver­anstalteten. Zu Zwischenfällen ist es nicht gekom­men. Der Führer der Feuerkreuzler, Oberst d e l a Rocque, soll, wie einige Blätter berichten, in einer dieser Versammlungen ausgeführt haben, daß die entscheidende Stunde für den Gegenangriff gegen die Linke nicht mehr fern sei. Seine Truppen stünden bereit, aus­gerüstet mit allen erforderlichen materiellen und geistigen Mitteln.

Der sozialistischePopulaire" bemerkt dazu, der Faschismus werde nicht siegen. DieFront Eommun" organisiere sich. Am kommen­den Wonlag werde eine allgemeine ant 1 faschi - stifche Mobilmachung der Pariser Ar» beiter erfolgen.

In Lyon hat dieFront Eommun" eine Werbe­versammlung abgehalten, auf der ihr Führer v e r g 6 r y die innenpolitifche Lage Frankreichs in den schwärzesten Farben schilderte. Die jetzige Ge­sellschaft liege im Todeskampf. Es bestehe eine Wirtschaftskrise, eine politische Krise und eine diplomatische Krise. Die Zahl der Arbeitslosen sei trotz aller offiziellen Statisti­ken erschreckend hoch. Frankreich suche gegen­wärtig seinen Weg. Es sei aller Illusionen bar.

Eine neue Frist für die Negierung.

Paris, 29. Juni (DNB.) In französischen poli­tischen Kreisen hatte man zeitweise befürchtet, daß die Kriegsteilnehmervereinigungen am 8. Juli erneut Straßenkundgebungen gegen die Regierung veranstalten würden, und daß es dann zu ernsten Unruhen kommen könnte. Nun hat einer der Führer des Nationalen Frontkämp­fer b u n d e s (U. N. C.), der Ageordnete G o y, einem Vertreter desExcelfior" erklärt, daß der 8. Juli ruhig verlaufen werde. Um eine Regie­rung zu stürzen, müsse man entweder den Willen der Parlamentsmehrheit zum Ausdruck bringen, oder sich auf die öffentliche Meinung stützen können. Die Kammer habe jedoch mehreremale mit mehr als 400 Stimmen der Regierung das Vertrauen ausgesprochen, und auch die Öffentlichkeit habe nicht den Wunsch geäußert, eine Regierungskrise herbeizuführen. Unter diesen Umständen werde man der Regierung eine neue Frist zuer­kennen und den Wiederzusammentritt des Parla­ments nach den Sommerferien abwarten. Es fei nicht ausgeschlossen, daß die Regierung bis zum Herbst die Wünsche der ehemaligen Kriegsteilnehmer erfülle.

Bei Bewertung dieser Erklärung ist zu berück­sichtigen, daß der Abgeordnete G o y einer rechts­stehenden Kriegsteilneymervereinigung angehört, die sich immer hinter Doumergue gestellt hatte.

Kommunistische Kundgebungen gegen Lustschuhübungen.

Paris, 30. Juni (DNB. Funkspruch). In Toulon wurden am Freitag in Verbindung mit den Flottenmanövern des Mittelmeergeschwaders und unter Beteiligung der Bevölkerung Hebun­gen jur Sicherung gegen Luftangriffe abgehalten. Mehrere hundert Kommunisten zogen zum Zeichen des Protestes gegen diese Maßnahme der Behörden durch die Straßen. Sie wurden aber fest genommen und zur Polizei­wache gebracht.