durch Leistung überzeugen wollen und nicht durch Worte.
Ser Führer
dankte Dr. Decker für seine Worte sehr herzlich und wandte sich dann an den Reichsarbeitssührer Hier!. Die Beharrlichkeit seiner Führer und seiner Gefolgschaft hätte dem nationalsozialistischen Arbeitsdienst endlich die Führung gegeben. „Das, lieber Hierl, ist Ihr großes geschichtliches Verdienst.
Den nationalsozialistischen Arbeitsdienst haben Sie geschaffen, und dafür danke ich Ihnen und dafür dankt Ihnen das deutsche Volk."
Der Führer schloß an diese Bemerkung neuerlich herzliche Dankesworte für den Reichsarbeitsdienst- iührer und seine Mitarbeiter und äußerte sich über den nationalsozialistischen Arbeitsdienst rückhaltlos anerkennend.
Dem Führer wurde dann Frühsport einer Arbeitsdienstabteilung vorgeführt, prachtvolle turnerrische Leistungen, die allseitige Bewunderung hervorriefen. Diese Leistungen zeigten, daß gesunde, frische und körperliche leistungsfähige Kerle in den Arbeitsdienstlagern erzogen werden. Auch die Besichtigung der Baracken der Lehrabteilung brachte dem Arbeitsdienstführer wiederum besonderes Lob des Führers, der anschließend im kleinen Kreise der Arbeitsdienstführer und SA.-Führer seiner großen Freude über das Gesehene und seine Eindrücke Ausdruck gab und allen seinen Dank aussprach.
Der Arbeitsdienst habe sich seine Stellung selbst erobert und könne stolz darauf sein.
Die Fahrt ging dann über L u e n e n, einst eine bolschewistische Hochburg, jetzt ein Meer aus roten Hakenkreuzfahnen, dessen Bevölkerung sich in geschlossener Einheit zum Führer und zum Nationalsozialismus durchgerungen hat, weiter nach Olfen. Unterwegs zeigte überalle die Bevölkerung dem Führer ihre schrankenlose Begeisterung. Im Arbeitsdienstlager Olfen waren Formationen des Arbeitsdienstes, der SA. und SS. zur Begrüßung angetreten, außerdem eine Abteilung Jungvolk mit Fccklfaren und Landsknechtstrommeln, die vom Führer besonders freundlich begrüßt und gelobt wurden. Der Führer besichtigte das Barackenlager des Arbeitsdienstes Olfen. Er verabschiedete sich vom Reichsarbeitsführer Hier! und von den Gauleitern und fuhr dann, begleitet vom Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley, zu wichtigen Verhandlungen ins Rheinland. Unterwegs wurde er immer wieder von der Bevölkerung erkannt und sein Wagen von jubelnden Menschen umringt. Staatssekretär, Reichsarbeitsführer Hier!, setzte die Besichtigungsfahrt fort und überbrachte der Bevölkerung überall Grüße des Führers, der zu seinem Bedauern einen anderen Weg habe nehmen müssen.
Begeisterte Huldigung für den Führer in Godesberg.
Bad Godesberg, 30. Juni. (DNB.) Zu einem unvergleichlichen Erlebnis gestaltete sich eine nächtliche Feier st unde vor dem Führer am Rhein in Godesberg. Gegen Mitternacht marschierten die vereinigten Kapellen verschiedener Arbeitsdienstgruppen in Stärke von etwa 150 Mann vor dem Hotel auf. Am gegenüberliegenden Berghang bildeten mehrere hundert Arbeitsdienft- männer mit Fackeln ein flammendes Hakenkreuz. Dann setzten lockende Töne der Flöten ein, Wirbel der Trommeln und der alte preußische große Zapfenstreich klang auf, das „Gebet vor der Schlacht" feierlich vorgetragen, dann schmetternd und wie ein Gelöbnis das Deutschlandlied. Daran schloß sich das Horst-Wessel-Lied, das Lied der nationalsozialistischen Revolution. Der Führer dankte dem Dirigenten der Musikzüge und erbat sich den Badenweiler Marsch. Kaum hatte die Kapelle geendet, so hörte man von ferne wie ein Echo die Antwort einer anderen Kapelle. Der Badenweiler Marsch ging über in das Lied der Bergleute: „Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt".
An das Konzert schloß sich ein Vorbeimarsch der Arbeitsdienstzüge mit Fackeln an. Der Führer begab sich dann auf dem zum Rhein gelegenenen Balkon, von wo aus sich ihm ein reizvolles Bild bot. Am Abend war ein schweres Gewitter über Bad Godesberg und den Mittelrhein niedergegangen. Aber jetzt war der Himmel sternbesät und hell leuchtete der Mond. Im Rhein spiegelten sich die Lichterkette der Rheinuferstraßen, vom Petersberg und Drachenfels flammten Lichter. Auf dem Rhein gegenüber dem Hotel lag ein Dampfer mit Saar deutschen, die gebeten hatten, dem Führer ihre Huldigung bringen zu dürfen. Als der Führer, von Fackelträgern flankiert, an die Brüstung des Balkons trat, sangen die Saardeutschen feierlich und getragen — einen Schwur kann man es nennen — das Saarlied, anschließend das Lied der Bergleute. Dann brachten sie immer erneut Hoch- und Heilrufe auf den Führer aus. Als sich der Führer schließlich wieder ins Hotel begab, klangen das Deutschlandlied und — von einem Männerchor gesungen — Lieder des deutschen Vaterlandes auf. Nächtliche Feierstunde am Rhein, so kann man es nennen. Jeder, der Zeuge dieser Stunde war, wird sie als Erlebnis in seinem Herzen bewahren.
Veränderungen im englischen Kabinett.
London, 29. Juni. (DNB.) Wie Ministerpräsident Macdonald im Unterhaus bekannt gab, ist Sir Henry B e 11 e r t o n , der Arbeitsminister, zum Vorsitzenden des Arbeitslosen-Unter- stützungsamtes ernannt worden. Das bedeutet den Rücktritt des Ministers als Mitglied des Kabinetts und als Parlamentsmitglied. Das Gesetz über die Arbeitslosenunterstützung sieht ausdrücklich vor, daß kein Mitglied des Unterstützungsamtes einen Sitz im Unterhaus haben darf. Die Nachricht von der Ernennung Bettertons verursachte große Ueberraschung in parlamentarischen Kreisen. Betterton ist, wie Macdonald im Unterhaus mitteilte, für den neuen Posten gewählt worden, weil er eine eingehende Kenntnis der Arbeitsgesetze besitzt.
Die durch den Rücktritt des bisherigen Arbeitsministers Betterton notwendig gewordene Re- gierunasumbildung hat sich hauptsächlich auf Verschiebungen unter den Staatssekretären beschränkt. Der gegenwärtige Transportminister Stanley wird Arbeitsminister und damit Mitglied des Kabinetts. Ihm folgt als Transportminister der Finanzsetretär des Schatzamtes Höre Belisha, dessen Stelle vom jetzigen Finanzsekretär des Kriegsamtes Duff C o o- per, eingenommen wird. Hacking, der bisher Unterstaatssek''''t^'' Innenministeriums war.
wird Finanzsekretär des Krlegsumles, und Crock- s h a n k, der keinen Posten bekleidet hat, wird Unterstaatssekretär des Innenministeriums.
Die von manchen Seiten gehegte Erwartung, daß sich die Umbildung der Regierung auch auf wichtige Kabinettsmitglieder ausdehnen wird, hat sich nicht bestätigt. — Macdonald fährt, wie amtlich mitgeteilt wird, am Sonntag zu einem kurzen Aufenthalt nach Loffiemouth, bevor er sich zu feinem langen Erholungsurlaub ins Ausland begibt. Während feiner Abwesenheit wird Baldwin die Geschäfte des Premierministers führen. Der Staatssekretär des Aeußeren Sir John Simon hat seine ursprüngliche Absicht, seinen Sommerurlaub im Ausland zu verleben, aufgegeben. Er wird während der Abwesenheit des Premierministers England nicht verlassen.
Oer Generalsekretär des Völkerbundes in London.
London, 30. Juni. (DNB.-Funkspruch.) Der Generalsekretär des Völkerbundes A v e n o l ist in
London eingetroffen. Er wird voraussichtlich zu Beginn der kommenden Woche Besprechungen mit dem englischen Außenminister Sir John Simon, dem Lordsiegelbewahrer Eden und dem Präsidenten der Abrüstungskonferenz Henderson haben. Anschließend beabsichtigt Avenol zum Ferienaufenthalt nach Schottland zu fahren.
Reue Anschläge in Oesterreich.
München, 29. Juni. (DNB.) Wie der Oester- reichische Pressedienst meldet, ist vor Schloß Leopoldskron bei Salzburg, dem Sommeraufenthalt des Regisseurs Max Reinhardt, ein Sprengkörper zur Explosion gebracht worden. Zahlreiche Fensterscheiben wurden zertrümmert. In Aigen bei Salzburg wurde ein Transsormatoren- haus gesprengt. Ein Teil des Ortes ist ohne Licht. Wie nachträglich bekannt wird, wurde die Salzburger Wasserleitung dadurch stillgelegt, daß das Hauptreservoir gesprengt wurde und teilweise eingestürzt ist.
Deutschlands Recht auf die Saar.
si Hamburg, 30.Juni. (DNB.) Die akademische Ortsgruppe Hamburg für das Deutschtum'im Auslande veranstaltete im Auftrage des Grenzlandamtes der Deutschen Studentenschaft am Freitagabend in der hamburgischen Universität eine große Saarkundgebung, auf der der Saarbevollmächtigte des Reiches, Vizekanzler v. Papen, über den historischen Kampf um die Saar sprechen sollte. Da der Vizekanzler jedoch aus dienstlichen Gründen am Erscheinen verhindert war, sprach führ ihn der Saarreferent Oberregierungsrat Dr. W i n g e n. Die Kundgebung, die im Auditorium Maximum stattfand, war außerordentlich stark besucht.
Oberregierungsrat Dr. W i n g e n führte die Zuhörer in die großen geschichtlichen Zusammenhänge des Saarproblems ein und charakterisierte die Saarfrage als eine Konstruktion der französischen Ausdehnungspolitik.
„Die Saarlande liegen auf dem Wege Frankreichs zum Rhein." Das ist der Angelpunkt, um den sich die ganze französische Saarpolitik seit Jahren gedreht hat.
Die Franzosen haben diese Ausdehnungsansprüche zu den verschiedensten Zeiten in das Gewand geschichtlicher Beweise zu kleiden versucht, in Wirklichkeit sind jedoch stets politische, geographische und wirtschaftliche Momente für die Geltendmachung ihrer Ansprüche maßgebend gewesen.
Der Redner schilderte dann die einzelnen Etappen der französischen Ausdehnungspolitik am Rhein im Laufe der Jahrhunderte und betonte, daß durch den zweiten Pariser Frieden am Jahre 1815 die Grenzlinie gezogen worden sei, die bis auf die Gegenwart das Deutsche Reich von Lothringen trenne.
Durch diesen zweiten Pariser Frieden sei Preußen an die Saar gelangt und habe hier eine geschichtliche Aufgabe übernommen. Es hieße nur eine bittere Lehre der Vergangenheit anwenden, wenn an Rhein und Saar eine wirksamere Verteidigung gegen die französische
Ausdehnungspolitik getrieben werden solle.
Seit dem Pariser Frieden seien die französischen Angriffe auf das Saarland für ein Jahrhundert lahmgelegt worden. Während des Weltkrieges feien die Saarländer vor einem ernstlichen Angriff Frankreichs bewahrt geblieben, und erst nach dem Zusammenbruch der deutschen Front seien französische Truppen im Saargebiet erschienen.
Sodann schilderte der Redner den Kampf um das Saarland in Versailles zwischen Clemen- c e a u und Wilson, sowie auf den verschiedenen internationalen Konferenzen nach Friedensschluß. Frankreich sollte nach dem Willen Wilsons aus den Saargruben die Entschädigung für die Verluste erhalten, die es im Weltkriege durch die Zerstörung der nordfranzösischen Gruben erlitten hatte. Frankreichs Reparationsanspruch umfaßte jedoch das ganze Saarrevier. Wilsons Unnachgiebigkeit in dieser Frage veranlaßte dann die Franzosen, von ihren übermäßigen Forderungen abzustehen. So kam schließlich ein Kompromiß zustande, dessen
eigentlicher Zweck die französische Veherrschung der deutschen Saarlande
jedoch blieb. Nachdem der Redner den deutschen Rechtsstandpunkt in der Saarfrage dargelegt hatte, betonte er abschließend, daß die Franzosenzeiten im Laufe der Jahrhunderte nur kurze gewaltsame Unterbrechungen einer Jahrtausende alten Zugehörigkeit des Saargebietes zum Deutschen Reich gewesen seien.
Die soziale Arbeit der Wer-Zugend.
Eine Unterredung mit Obergebietsführer Axmann.
Berlin, 30.Juni. (DNB. Funkspruch.) Aus Anlaß des einjährigen Bestehens des Sozialen Amtes der Reichsjugendführung gewährte der Leiter dieses Amtes, Ober- gebietsführer Axmann, einem Vertreter des Deutschen Nachrichtenbüros eine Unterredung, in der er sich über feine Arbeit äußerte. Als die vordringlichste Aufgabe der Reichsjugendführung bezeichnete er die Frage der Freizeit fürJung- a rbe i te r.
Gerade der Jungarbeiter, der sich noch im Wachstum befinde und häufig unter mangelhaften hygienischen Verhältnissen zu leiden habe, müsse eine entsprechende Freizeit erhalten, um sich wirklich von seiner schweren Arbeit zu erholen. Die Freizeit für Jungarbeiter würde also nur die Einführung des gerechten Zustandes, in dessen Genuß jeder andere junge Volksgenosse komme, auch für die Jungarbeiter bedeuten.
Die freiwillige Gewährung von Urlaubszeit in einer Reihe nationalsozialistischer Betriebe beweise, daß die Urlaubszeit der Jungarbeiter zu keinen wirtschaftlichen Schäden für den Betrieb führe.
Daneben stehe für die werktätige Jugend die gesetzliche Verankerung der geordneten Berufsausbildung im Vordergrund. In einem allgemeinen Berufsausbildungsgesetz seien alle Bestimmungen hierüber niederzulegen. Hierbei feien u. a. zu regeln die Rahmenbestimmungen über den Inhalt der Lehrverträge, der Verhältnisfatz der Lehrlingszahl zur Gefamtbelegscbaft, Bestimmungen über die Eignung und Zulassung der Betriebe zur Berufsausbildung sowie Bestimmungen über die Eignung der Lehrherren zur Berufsausbildung Jugendlicher und über das Prüfungswesen.
Der Obergebietsführer ging dann auf die Maßnahmen ein, um die arbeitslose Großstadt- jugend auf das Land zurückzuführen. Die Landjahrslager hätten einen großen Teil der 1,2 Millionen Schulentlassenen von Ostern 1934 aufnehmen können. Durch die Landhilfeaktion werde die erwerbslose Jugend in den Städten vermindert und gleichzeitig den deutschen Bauern wertvolle Hilfe zuteil.
Die Hitlerjugend betrachte es als ihre Aufgabe, sich vor allem um die örtliche Betreuung der Landhelfer zu kümmern und ihnen das Einleben
in die ländlichen Verhältnisse zu erleichtern. Für die Durchführung der Landhilfeaktion sei eine strenge Auslese der Landhelfer sowie auch der Betriebe, die die Jugendlichen aufnehmen,, notwendig, damit verhindert werde, daß ungeeignete Elemente den nationalsozialistischen Gedanken der Landhilfe verfälschen.
Für die jungen Mädchen sei außerdem das hauswirtschaftliche Jahr ins Leben gerufen worden.
Overgebietsführer Axmann wandte sich dann gegen die Befürchtung, daß etwa die Hitlerjugend durch zu starken Dienst überlastet werde. Die Gesundheitsführung der Hitlerjugend wache darüber, daß eine körperliche Ueberlaftung der Jugendlichen unterbunden werde. Deshalb wirkten Aerzte an der Aufstellung der Dienstpläne mit. Durch die Reihenuntersuchungen sei die gesundheitliche Bestandsaufnahme der gesamten Jugendbewegung erfolgt, deren Ergebnis in Karteien niedergelegt werde. Es werde aber nur untersucht und nicht behandelt, so daß eine Konkurrenz für die freie Aerztepraxis nicht bestehe.
Die gesunde Jugend bilde die Kraft, die einmal das Deutschland der Zukunft bestimmen werde. Denn im vergangenen Jahr 70 000 Kinder verschickt worden seien, so werde deren Zahl durch die Zusammenarbeit mit der JISD. in diesem Jahre eine halbe Million überschreiten.
Die gesamte soziale Arbeit der Hitlerjugend auf allen Gebieten werde durchgeführt in lebendiger Verbindung mit den dafür zuständigen Dienststellen der Partei und des Staates. Ein echtes kameradschaftliches Zusammenarbeiten bürge dafür, daß dieses vom besten sozialistischen Wollen getragene Vorhaben des sozialen Amtes der Reichsjugendführung zum Besten der Jugend und damit des Volkes durchgeführt würden. „Wir wollen", schloß Axmann, „im Sozialen Amt der Reichs- juyendführung ein Instrument schaffen, das i m Dienste des Sozialismus eingesetzt werden kann. Es kommt darauf an, daß
die sozialistische Lebenshaltung des deutschen Frontsoldaten
zum Gesetz des politischen Aufbaues gemacht wird und daß sie ihren praktischen Niederschlag findet auf allen Gebieten des öffenllichen Lebens."
Oer Rüstungs-Wettlauf.
Oie Ausrüstung der neuen englischen Schlachtschiffe.
London, 30. Juni (DRB.Funkspruch.) lieber die neuen englischen Schlachtschiffe, die im Jahre 1937 aufgelegt werden sollen, meldet der Marineberichterstatter des „Daily Telegraph" bemerkenswerte Einzelheiten. Rach seiner Darstellung wird man beim Bau dieser Schiffe, die, je nach dem Ausgang der Flottenkonferenz, eine Tonnage von 22 000 bis 35 000 haben werden, in erster Linie auf zuverlässige Schutzmaßnahmen gegen Flugzeugangriffe achten. Die Maschinen- und Kesselräume, sowie die Magazinräume werden durch besonders dicke stählerne
Schutzdächer bombensicher gemacht werden. Die Kommandobrücke, Signalstationen ufro. werden gegen Maschinengewehrangriffe niedrig fliegender Flugzeuge geschützt. Die neuen Schlachtschifftypen werden mit 8 bis 12 Schnellfeuergefchühen und 6 fchwerkalibrigen Maschinengewehren zur Flugzeugabwehr ausgerüstet. Ferner werden sie Geschütze erhalten, deren Schußgeschwindigkeit beinahe doppelt so schnell ist, wie diejenige der jetzt in Gebrauch befindlichen 15-Zoll-Geschühe. Die Schlachtschiffe, die vorläufig mit dem Sammelnamen „König
Georg V." bezeichnet werden, sollen ferner außer den Dampfturbinen mit Diefelanlagen ausgerüstet werden, um ihren Wirkungsradius auf 20 000 Kilometer zu erhöhen.
Japan verlangt Flottengleichheii mit Amerika und England.
London, 30. 3uni. (DNB. Funkspruch.) Die .spanische Regierung soll, einer Meldung des diplomatischen Mitarbeiters des „Daily Telegraph" zufolge, endgültig beschlossen Haben, auf der nä^stjährigen Flottenkonferenz die Flotten- gleichheit mit Amerika und England zu verlangen. Es sei jedoch möglich, daß die von Japan während der Dauer des neuen Flottenvertrages georderten Zahlen für Kriegsschiffe und Tonnage zumindest in bestimmten Schiffsklassen beträchtlich hinter den von Amerika und England vorgesehenen Zahlen zurückbleiben würden.
Englische Tanks für Japan.
Tokio, 29. Juni (DNB.) Wie hier verlautet, verhandeln gegenwärtig die japanischen amtlichen Stellen mit den englischen Armstrong-Wer- k e n über den Erwerb von englischen Tanks für das japanische Heer. Ein Vertreter der Armstrong-Werke befindet sich auf der Reise nach Tokio, um die Verhandlungen zum Abschluß zu bringen.
Neue Kampfflugzeuge in Amerika.
Washington, 29. Juni (DNB.) Das Kriegs- amt hat 81 Kampfflugzeuge und 280 Flugzeugmotore in Auftrag gegeben. Diese Bestellungen sind die ersten für den Plan, 1000 neue Flugzeuge anzuschaffen, um die Stärke der amerikanischen Flugwasfe der anderer Länder gleichzustellen.
Zwei japanische Zerstörer zusammengestoßen und gesunken.
Tokio, 30. Jan. (DNB. Funkspruch.) Bei Nachtmanövern an der Küste von Korea sind die japanischen Zerstörer „Ina- z u m a" und „Miyuki" zusarnrnengesto- st o h e n und kurz darauf gesunken.
Das japanische Marineministerium teilt mit, daß bei der Katastrophe vier Matrosen ums Leben kamen, während vier weitere verletzt wurden. Zwei Angehörige der Besatzung werden noch v e r m iß t. Im Augenblick des Zusammenstoßes herrschte dichter Nebel. Das Deck des Zerstörers „Miyuki" wurde durch den heftigen Zusammenprall glatt abgeschnitten, so daß das Boot sofort sank. Die „Jnazuma" hat schwere Beschädigungen am Bug davongetragen. Man will versuchen, die beiden Zerstörer, die anscheinend im seichten Wasser gesunken sind, abzuschleppen.
Verschärfte Spannung in Frankreich.
Paris, 30. Juni. (DRB.-Funkspruch.) In Paris wurden Freitagabend mehrere stark besuchte Versammlungen der Frontkämpfervereinl- gung „Feuerkreuz" abgehalten, während die in der „Front Eommun" zusammengeschlofsenen Linksverbände ihrerseits Kundgebungen veranstalteten. Zu Zwischenfällen ist es nicht gekommen. Der Führer der Feuerkreuzler, Oberst d e l a Rocque, soll, wie einige Blätter berichten, in einer dieser Versammlungen ausgeführt haben, daß die entscheidende Stunde für den Gegenangriff gegen die Linke nicht mehr fern sei. Seine Truppen stünden bereit, ausgerüstet mit allen erforderlichen materiellen und geistigen Mitteln.
Der sozialistische „Populaire" bemerkt dazu, der Faschismus werde nicht siegen. Die „Front Eommun" organisiere sich. Am kommenden Wonlag werde eine allgemeine ant 1 faschi - stifche Mobilmachung der Pariser Ar» beiter erfolgen.
In Lyon hat die „Front Eommun" eine Werbeversammlung abgehalten, auf der ihr Führer v e r g 6 r y die innenpolitifche Lage Frankreichs in den schwärzesten Farben schilderte. Die jetzige Gesellschaft liege im Todeskampf. Es bestehe eine Wirtschaftskrise, eine politische Krise und eine diplomatische Krise. Die Zahl der Arbeitslosen sei trotz aller offiziellen Statistiken erschreckend hoch. Frankreich suche gegenwärtig seinen Weg. Es sei aller Illusionen bar.
Eine neue Frist für die Negierung.
Paris, 29. Juni (DNB.) In französischen politischen Kreisen hatte man zeitweise befürchtet, daß die Kriegsteilnehmervereinigungen am 8. Juli erneut Straßenkundgebungen gegen die Regierung veranstalten würden, und daß es dann zu ernsten Unruhen kommen könnte. Nun hat einer der Führer des Nationalen Frontkämpfer b u n d e s (U. N. C.), der Ageordnete G o y, einem Vertreter des „Excelfior" erklärt, daß der 8. Juli ruhig verlaufen werde. Um eine Regierung zu stürzen, müsse man entweder den Willen der Parlamentsmehrheit zum Ausdruck bringen, oder sich auf die öffentliche Meinung stützen können. Die Kammer habe jedoch mehreremale mit mehr als 400 Stimmen der Regierung das Vertrauen ausgesprochen, und auch die Öffentlichkeit habe nicht den Wunsch geäußert, eine Regierungskrise herbeizuführen. Unter diesen Umständen werde man der Regierung eine neue Frist zuerkennen und den Wiederzusammentritt des Parlaments nach den Sommerferien abwarten. Es fei nicht ausgeschlossen, daß die Regierung bis zum Herbst die Wünsche der ehemaligen Kriegsteilnehmer erfülle.
Bei Bewertung dieser Erklärung ist zu berücksichtigen, daß der Abgeordnete G o y einer rechtsstehenden Kriegsteilneymervereinigung angehört, die sich immer hinter Doumergue gestellt hatte.
Kommunistische Kundgebungen gegen Lustschuhübungen.
Paris, 30. Juni (DNB. Funkspruch). In Toulon wurden am Freitag in Verbindung mit den Flottenmanövern des Mittelmeergeschwaders und unter Beteiligung der Bevölkerung Hebungen jur Sicherung gegen Luftangriffe abgehalten. Mehrere hundert Kommunisten zogen zum Zeichen des Protestes gegen diese Maßnahme der Behörden durch die Straßen. Sie wurden aber fest genommen und zur Polizeiwache gebracht.


