wagen noch km letzten Augenblick zum Stehen bringen.
Bis in die späten Nachtstunden war die ganze Stadt in eine Art Belagerungszustand versetzt. Erst als Polizeioer st ärkungen aus Versailles und aus Paris eintrafen, gelang es, die Ruhe wieder herzustellen. Die Polizeiverstärkungen trafen erst ein, nachdem sich Franklin-Bouillon in sehr scharfer Form an den Präfekten des Departements und später a n d a s Innenmini st erium gewandt und auf den Ernst der Lage hingewiesen hatte. Polizeipatrouillen durchzogen bis in die frühen Morgenstunden die Straßen. Der Kraftwagenverkehr, der wegen der Unruhen ganz eingestellt werden mußte, konnte erst gegen drei Uhr früh wieder ausgenommen werden. 20 Polizeibeamte wurden durch Steine und Eisenstücke mehr oder weniger schwer verletzt.
Saalschlacht in Rouen.
Paris, 30. April. (DNB. Funkspruch.) In Rouen kam es während einer politischen Versammlung, die von dem radikalsozialistischen Abgeordneten Mendes-France einberufen worden war, zu heftigen Zwischenfällen, die schließlich in eine wahre Saal'schlacht ausartete. Etwa 10 0 0 Bauern und ehemalige Frontkämpfer machten den Abg. Mendes für die augenblickliche Krise mitverantwortlich. Als die Anhänger Mendes' gegen den Vizepräsidenten d^r nationalen Frontkäm'pferver- einigung tätlich vorgingen, kam es zum Kampf, der fast zwei Stunden dauerte. Der Abg. Mendes mußte schließlich unter dem Schutze der Polizei in Sicherheit gebracht werden.
Eine Oeuischlandfahrt polnischer Journalisten.
Auf Einladung des Automobilklubs von Deutschland (AoD.) bereisen zwölf f ü h - rende polnische Journalisten Deutschland. Die Gäste trafen Samstag von Warschau kommend mit dem Flugzeug in Berlin ein. Der Automobilklub von Deutschland hatte die Iournalisten- gruppe zu einem Empfang in seine Klubräume geladen. An der Veranstaltung, die dem gegenseitigen Kennenlernen diente, nahmen führende Persönlichkeiten von beiden Seiten teil. So bemerkte man u. a. den polnischen Gesandten in Berlin Li p s k i, den Kommandanten von Berlin Generalmajor Schaumburg, Vizeadmiral Dr. h. c. Groos vom Reichswehrministerium, Ministerialdirektor Dr. Brandenburg vom Reichsverkehrsministerium, Ministerialrat Dr. Jahnke vom Reichsministerium für Dolksaufklärung und Propaganda, sowie eine Anzahl deutscher Journalisten.
Im Verlauf des Abends ergab sich eine herzliche Aussprache und Unterhaltung über das deutsch-polnische Verhältnis, die — umrahmt von den Nationalhymnen beider Länder — ihren Niederschlag fanden in einer Ansprache des Vizepräsidenten des AvD. und einer Antwort des Chefredakteurs Swie- cicki als Sprecher der polnischen Iournalistenab- ordnung.
auswirkt.
SA. und Giahlhelm.
Eine Rede des Reichsministers Seldte.
Halle, 29. April. (DNB.) Reichsarbeitsminister Seldte sprach auf einer Feier, die der Stahlhelm zu Ehren von 155 halleschen Frontkämpfern veranstaltete, die dem Stahlhelm seit 1919 angehören. Der Minister erklärte u. a., er nehme keinen Augenblick der nationalsozialistischen Bewegung übel, wenn sie den T o t a l i t ä t s a n s p r u ch erhebe, den jede wirkliche Bewegung erheben müsse. Der
Nationalsozialismus könne diesen Anspruch erheben mit dem Recht des Stärkeren und des Siegers. Kräfte, die in gleicher Richtung wirken, wie jene Bewegung, haben d i e Pflicht, sich anzuschließen, damit sie sich nicht in gegenseitigem Widerstände verbrauchen.
In einer Reichsführertagung des Stahlhelms werde er am kommenden Samstag die Parole ausgeben: Es gibt keinen Kampf zwischen SA. und Stahlhelm, es gibt nur innige Zusammenarbeit ohne Vorbehalte. Der wehrfähige Stahlhelm werde in der SA.-Reserve I so viel Dienst tun, als er machen könne. Die anderen
Aus all
Nachklänge zum Mastershausener Mordprozeß.
Wie die „Nürnberger Zeitung" aus Schweinfurt meldet, wird der Staatsanwalt gegen das freisprechende Urteil im Waltershausener Mordprozeß keine Revision anmelden. Auch sei gegen Frau W e r t h e r ein Strafverfahren nicht anhängig gemacht worden.
Das allgemeine Interesse der Oeffenüichkeit an dem Waltershausener Mordprozeß hat ein gemeingefährlicher Betrüger für seine Zwecke ausgenutzt. In letzter Zeit trat in Berlin ein Mann auf, der sich jungen Mädchen im Alter von 17 bis 20 Jahren näherte und sich dabei für den Verteidiger des Angeklagten Liebig, Rechtsanwalt Dr. D e e a, ausgab. Es ist ihm gelungen, mehrere junge Mädchen zur Flucht aus dem Elternhaus zu bewegen. Nachdem er dann feine Opfer in der ab* scheulichsten Weise ausgebeutet hatte, ließ er sie völlig mittellos zurück und verschwand, um nach einer neuen Beute Ausschau zu halten. Die Kriminalpolizei ist bemüht, dem Gauner baldmöglichst sein unsauberes Handwerk zu legen.
Die elfte Partie im Schachweltmeisterschaftskampf.
Der Wettkampfabschnitt Stuttgart der Schach- weltmei st erschaft wurde mit der elften Partie begonnen. Es zeigte sich, daß der Weltmeister ernste Absicht hat, die vorausgegangene Niederlage wieder gutzumachen. Er legte die Partie, in der er sich holländisch verteidigte, auf Biegen und Brechen an, und nachdem im Mittelspiel Bogoljubow im Vorteil gewesen war, gelang es dem Weltmeister, sich aus seiner beängstigenden Lage zu befreien und einen Königsangriff einzuleiten. Der deutsche Meister konnte sich nur durch Damentausch in ein Feldspiel retten, das jedenfalls verlorengeht.
Schwere Wolkenbrüche in Berlin und Schlesien.
Am Spätabend des Sonntag wurden die Reichs- hauptstabt und ihre Umgebung von mehreren G e - wittern, die mit schweren Wolkenbrüchen und H a g e l s ch l a g verbunden waren, heimgesucht. Gegen 23 Uhr hatten die Wolkenbrüche in Berlin ihren Höhepunkt erreicht. Das Wasser konnte auf den Straßen nicht abfließen und trat stellenweise über die Bürgersteige. Die Feuerwehr wurde bis 1 Uhr etwa 200mal arlarmiert und mußte Keller auspumpen. Stellenweise kam der Straßenbahnverkehr ins Stocken. Auf den Bahnhöfen drängten sich die Massen der Ausflügler, die von dem Unwetter überrascht wurden.
*
In der neunten Abendstunde des Sonntags ging über dem Ort Neuendorf-Liebenthal (Kreis Löwenberg), ein ungeheures Hagelunwetter nieder. Die gewaltigen Wassermassen des Wolkenbruches ließen den sonst drei Meter breiten Dorfbach innerhalb kürzester Zeit aus dem Bett treten, so daß weite Flächen von Wiesen und bestelltem Ackerland unter Wasser stehen. Da die erst vor kurzer Zeit angebrachten Uferbefestigungen des
werden im Unterstand der affen Ortsgruppen ehrlich sich mit dem Ideengut des nationalsozialistischen Deutschland auseinandersetzen. SA. und Stahlhelm kennen keine W e sens - und keine Gradunterschiede. Sie fügen s i ch zusammen zu einem Ganzen, genau so, wie sich in der NSDAP, die vielen Gliederungen der Arbeitsfront, der PO., der Wehrverbände usw. zusammen- fügen zum Ganzen. Wenn auch der Stahlhelm Wege und Methoden habe ändern müssen, fein Ziel sei immer das Gleiche gewesen. Wenn dieses Ziel heute nicht mehr an fernen Ufern stehe, so sei das der Erfolg der nationalsozialistischen Revolution.
?r Welt.
Baches durch die Gewalt des Wassers fortgerissen worden sind und sich an den Brücken flauen, sind viele Häuser in erhöhtem Maße gefährdet. Die Dorfstraße ist bis dicht vor Löwenberg bis zu einem Meter Höhe überschwemmt. Die bis taubeneigroßen Schlossen richteten gleichfalls großen Schaden an. Das Löwenberger Abeitsdienstlager sowie die SA. leisteten erste Hilfe. Der Schaden läßt sich zur Zeit noch nicht übersehen. Auch in der Stadt Greiffenberg trat der Oelse-Bach über feine Ufer und richtete schwere Ueberschwemmungen an. In zahlreichen Häusern mußten die unteren Stockwerke geräumt werden. Die Wassermassen haben, außer an Häusern, in den vielen frisch angepflanzten großen Gartenanlagen erheblichen Schaden angerichtet.
Riesiger Waldbrand in Rumänien.
Wie die amtliche Telegraphenagentur Rador aus Bukarest meldet, wütet an den Südhängen der Karpathen bei Targoviste ein riesiger Wald- brand, der bereits eine Fläche von 12 Quadratkilometern Wald vernichtet hat. Das Feuer breitete sich mit rissiger Schnelligkeit besonders in Richtung Sinaia aus. Der Feuerschein ist bis weit nach Altrumänien zu sehen. Opfer an Menschenleben sind der Agentur Rador zufolge nicht zu beklagen.
Hinrichtung eines gefürchteten Verbrechers in Marseille.
In Marseille wurde eines der gefürchtetsten Mitglieder der Marseiller Unterwelt, M a u c u e r vorn Pariser Scharfrichter hingerichtet. Maucuer hatte im Oktober 1931 einen Raubüberfall auf ein Marseiller Postbüro verübt, wobei drei Postbeamte getötet worden waren. Der Polizei gelang es e r st n a ch z w e i I a h r e n, die Täter au verhaften, von denen zwei zu lebenslänglicher Zwangsarbeit und die beiden anderen, Maucuer und Ioulia, zum Tode verurteilt wurden. Das Todesurteil gegen Ioulia wurde in lebenslängliche Zwangsarbeit umgewandelt, da der Verurteilte sich im Heer während des Krieges besonders ausgezeichnet hat.
Drei Sträflinge aus einem amerikanischen Gefängnis ausgebrochen.
In Columbus (Ohio) überwältigten im Gefängnis drei Sträflinge, die sich auf noch ungeklärte Weife Revolver verschafft hatten, einen Wächter und kletterten über die Gefängnismauer. Im Freien bemächtigten sie sich eines Kraftwagens und fuhren in der Richtung auf Marysoille davon. Unterwegs tauschten sie den gestohlenen Wagen gegen einen anderen um, um die Verfolgung zu erschweren.
Das Urteil
gegen die Offiziere der „Sieben Provinzen".
Meldungen aus Soerabaja (Java) zufolge hat der Marinekriegsrat fein Urteil in dem Strafverfahren bekanntgegeben, das gegen das Offizierskorps des Panzerkreuzers „Sieben Provin- z e n" wegen Begünstigung der auf diesem Schiff
seinerzett ausgebrochenen Meuterei eingeleitet worden war. Der an Bord befindliche älteste Offizier, Oberleutnant zur See Fels, erhielt ein Jahr Gefängnis, die übrigen Angeklagten wurden ebenfalls zu Gefängnisstrafen, und zwar zwischen sechs Monaten und drei Tagen verurteilt. Der Militärstaatsanwalt hatte wesentlich höhere Strafen beantragt. Sechs Offizieren wurde die Eignung zur weiteren Verwendung in der Wehrmacht aberkannt. — In der Urteilsbegründung heißt es, daß es dis Angeklagten versäumt hätten, durch Ergreifen geeigneter Maßnahmen, nötigenfalls unter Waffengebrauch, entweder die Meuterei zum Scheitern zu bringen oder sich später der Befehlsgewalt über das Schiff wieder zu bemächtigen. Nur wenige Offiziere hätten den Willen zum Einschreiten bekundet, seien von ihrem Vorhaben aber durch ihre Kameraden wieder abgebracht worden.
Frankfurter Pilot in der Schweiz abgestürzt. Seine Frau getötet.
Wie die Schweizerische Depeschenagentur meldet, ist ein mit zwei Personen besetztes Prioatslugzeug kurz nach dem Start vom Baseler Flugplatz wohl infolge Ueberziehens des Apparates, adge stürzt. Der Pilot E h r h a r d aus Frankfurt a. M. trug Knochenbrüche davon und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Seine Frau starb kurz nach dem Absturz an den erlittenen schweren Verletzungen.
Abenteuerliche Flucht übet den Mississippi.
Die stets freiheitsdurstigen Gangster der Vereinigten Staaten wenden entschieden recht ungewöhnliche Mittel zu ihrer Flucht an. So ist das Haupt einer Gangsterbande, Randon Norvel, wie aus Chester im Staate Illinois gemeldet wird, aus der Strafanstalt mit einem Genossen entkommen, indem er durch d i e Kanalisation, die in den Mississippi mündet, gekrochen ist. Randon Not- val hatte im Oktober vergangenen Jahres einen sehr bekannten Bankier entführt. Noroal wurde auf der anderen Seite des Flusses noch mit Sträflingskleidung gesehen. Die beiden Flüchtlinge konnten mit einem Kahn das andere Ufer des Flusses erreichen, bevor noch ihr Entweichen in der Strafanstalt bemerkt wurde.
Wettervoraussage.
An der Südseite des Hochdruckrückens, der sich von den britischen Inseln nach Finnland erstreckt, herrschen in Deutschland meist östliche Winde, die stark erwärmte kontinentale Luftmassen heranführen. Das Wetter gestaltet sich daher recht warm, nach vorübergehender Bewölkung wird der Himmel sich aufheitern, doch ist auch stellenweise mit Neigung zu lokalen Gewitterstörungen zu rechnen.
Aussichten für Dienstag: Teils aufheiternd, teils wolkig, tagsüber warm und vorwiegend trocken, stellenweise aber Gewitterneigung.
Aussichten für Mittwoch: Weiterhin warmes Wetter mit Neigung zu lokalen Gewitterstörungen.
Lufttemperaturen am 29. April: mittags 21,7 Grad Celsius, abends 15,4 Grad; am 30. Avril: morgens 14,7 Grad. Maximum 22,3 Grad, Minimum 8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. April: abends 16,6 Grad; am 30. April: morgens 13,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 11% Stunden.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. Ul. 34: 11 550. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen.
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Die trauernden Hinterbliebenen
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„Schadenverhütung" ist die neue Parole des Amtes für Volks- Wohlfahrt bei der Obersten Leitung der P. O. Schäden aller Art sollen verhütet werden, Schäden an Gesundheit und Leben, an Leib und Seele, an Eigentum und Werten.
Die wenigsten ahnen, daß Milliardenwerte alljährlich unserer Volkswirtschaft Jahr um Jahr sinnlos verloren gehen, die bei richtiger Sorgfalt und vernünftigem Wissen von der Vermeidbarkeit solcher Verluste erhalten blieben. Wir sind ein armes Volk und tonnen uns solchen Luxus, solche sträfliche Verschwendung nicht leistem Im nationalsozialistischen Staat ist Schadenoerhütung Pflicht für jedermann, Pflicht vor allem für die in verantwortlichen und führenden Stellungen des Wirtschaftslebens stehenden Volksgenossen. Es geht aber nicht nur um Sachwerte, es geht um Menschen und Volksgenossen! Es sind gerade die Besten, die Wertvollsten, die am meisten gefährdet sind. So wie im Kriege die Hoch- und Höchstwertigen überdurchschnittlich fielen, so sind in der Arbeitsschlacht, im täglichen Lebenskampf die Mutigen, Kühnen, Fleißigen, Rührigen, die Opferwilligen und Einsatzbereiten in vorderster Kampffront. Sie zählen überwiegend zu den Opfern der Unfälle in Verkehr, im Betrieb, hn Privatleben, zu den Opfern von Brand- und anderen Katastrophen, beim Sport, bei Lebensrettungsversuchen. Diese Verluste, Großkampftagen des Weltkrieges vergleichbar sind großenteils vermeidbar. Voraussetzung dafür ist Disziplin ' Das Amt für Volkswohlfahrt ruft alle auf zur Gefolgschaft, aur Mit- arbeit: SchadeLverhütuag ist Ptlichtl


