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Samrtag, 29. Dezember (934

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhesien)

11.503 Drittes Blatt

, Ser Stand her W-Lmbörgening im Vogelsberg

Von Or. Karl Rudolf Fischer, Gießen.

Aus her provinzialhauptstaht

Nachdruck verboten!

1E . ortsetzung.

sagte Inspektor Bruce

beit und

DerGießener Anzeiger" hat schon wie­derholt über die laufenden Arbeiten des Ver­suchs zur Wiedereinbürgerung des Uhu im Vogelsberg in den Revieren des Grafen zu Solms-Laub a^h be-> richtet. In diesem Aufsatz gibt Dr. Karl Ru­dolf Fischer, der staatliche Vertrauensmann für den Naturschutz in Hessen und Kreisfach- t-.mtsleiter für Naturschutz und Tierschutz im Reichsbunb Volkstum und Heimat, Landschaft Rheinfranken, Nassau und Hessen, zum er« * stenmale einen umfassenden Rechenschaftsbe­richt über alles, was bisher bei diesem Ver­such getan und erreicht wurde. Er kommt dabei zu dem Ergebnis, daß der interessante Versuch als r e st l o s geglückt anzusehen ist. D. Red.

1 Vorbereitungen zum Wiedereinbürg e-

und zwar gerade jene an unserem jagd-, land- und forstwirtschaftlichen Nutz- und Produktionsgut zeh­renden Vertreter, die seit Wegfall ihrer natürlichen Feinde spürbar übervermehrungstark geworden sind, wie Mause, Ratten, Krähen, Häher, Eichhörnchen usw. Für die Vogelsberg-Verhältnisse kam weiterhin in Frage, daß in den ausgedehnten Hochwaldgebieten des Zentralmassivs die Nieder­jagd ohnehiy eine untergeordnete Rolle spielt und Hase und Huhn dort so oerbreitungsschwach sind, daß ernsthafte Störungen des natürlichen Gleich­gewichts durch das Neüeinführen einer seither dem dortigen Naturhaushalt fehlenden Art nicht zu be­fürchten war. Alle diese Probleme mußten aber zuvor restlos durchdacht und mit der rauhen Wirk­lichkeit in ein richtiges Beziehungs- und Avhängig- keitsverhältnis gebracht werden, wenn man keine ernsthaften Konsequenzen für die Folge provozieren wollte.

Nach diesen mehr ideellen und theoretischen Vor­bereitungen konnte das angefangene Werk weiter reifen. Unter Mitwirkung des For ft zoologi­sch en In st it utes der Universität Gie­ßen als Ausführungsstelle und unter der Initiative seines Leiters, Universitätsprofessor Dr. Max D i n g- l e r, erschien zuerst als öffentliche Vorberei­tung der bekannte Aufruf zum Schutz des Uhus in Hessen, der von hohen Staatsbeamten aus Regie­rungskreisen, von den führenden Jagdorganisatio­nen, wie Hessischer Jagdklub, ADJV. usw., und einer Reihe prominenter Jäger und Tierheger unter­zeichnet war. Damit war in der Oeffentlichkeit für die Erhaltung des Uhus alles getan, was menschen­möglich war, und die praktische Ausführung des Versuches konnte beginnen.

Im Jahre 1932 wurde daraufhin zunächst in den Graf zu Solms-Laubachfchen Wäldern in der Nähe des Jägerhauses an der Landstraße Laubach Schotten eine große Eingewöhnungs­voliere errichtet, um die Tiere eine zeitlang mit dem neuen, ihnen ungewohnten Waldbild und feinen Bewohnern, sonderlich mit der örtlich gebote­nen Beute vertraut machen zu können, und im Herbst kam dann der erste Transport. Die Tiere wurden zuP Teil bis Ende Februar 1933 im Groß­käfig gefüttert und dann freigelaffen, ein paar an­dere aber bis zum Sommer im Käfig gehalten. Da­durch konnten Beobachtungen über die Paarungs­lust in und außerhalb der menschlichen Gefangen­schaft angefteUt werden, doch ergab es sich, daß alle Tiere noch zu jung waren zur Fortpflanzung. Der Uhu wird nämlich, genau wie der Adler, erst im vierten ober fünften Jahre geschlechtsreif. Dazu kommt, baß er nicht jebes Jahr horstet unb mit­unter lange Pausen macht.

Von ben freigelassenen Tieren würbe lange Zeit nichts mehr gehört noch gesehen. Von ben im Februar in Freiheit gekommenen Tieren fanb ber Leibjäger bes Grafen Solms-Laubach im Juni un­weit ber Voliere Gewölle, bie barauf hinwiefen, baß

sich bas Paar im Revier hielt. Dann mürbe bis zum nächsten Jahre kein Uhu mehr beobachtet. Auch bie im Juli entlassenen Tiere galten zunächst als ver­schwunden. Dann kam im März 1934 eine Meldung vom Forstamt Nidda (Forstmeister Bauer), bie besagte, baß sich die Uhus, wenigstens zum Teil, doch im Vogelsberggebiet gehalten hätten, daß sie sich in ber bärtigen Gegend in der Balz befinden und nachts von Kennern beim Rusen vernommen worden feien. Diese Nachricht habe ich im März ber Oeffentlichkeit übermittelt unb dabei festgestellt, baß der hessische Wiedereinbürgerungsversuch vorläufig als geglückt bezeichnet werden kann, denn obwohl bie einzelnen Paare nicht gehorstet hatten unb ba= mit brüt- unb reoierftänbig geworben sind, so haben sie doch von der von mir befürchteten Abwanderung in die Hochlagen ber Rhön ober bes Spessart keinen Gebrauch gemacht unb finb in benen ihnen zuge- bachten Walbgebieten geblieben. Die nächste Mel- bung kam um bie gleiche Zeit aus bem Oben- roalb, wo nach Mitteilung bes Vorfitzenben bes Hessischen Jagbklubs (Vonberheib) ein Uhu am Frankenstein beobachtet worben sei. So nahe ber Gebaut liegt, baß es sich hierbei um eins der unfrigen Tiere gehanbelt hat, so kann biese Annahme jeboch nicht bewiesen werben.

Figuren, die nach bem Erkalten des Bleies ent­stehen, will man ersehen, was bas neue Jahr an Gutem und Unangenehmen bringt. Wer vom Sil- vesteresfen bis zu Neujahr Speisen aufbewahrt, dem wird es an einem gedeckten Tische bas ganze Jahr über nicht mangeln.

Fast überall verbringt bie Jugend den letzten Abend des Jahres in der Spinnftube. Vielerorts durchziehen vermummte und verkleidet» Gestalten unter Lärmen bie Srahen. Dabei werben Feuer­werkskörper zum Entzünden gebracht. Man will das neue Jahr anschießen. Ursprünglich wollte man die unheimlichen Mächte des Geisterreiches vertrei­ben. Wer in ber Silvesternacht punkt 24 Uhr auf dem Friedhöfe zu weilen wagt, an btm werben alle Seelen berjenigen Menschen in Leibesgestalt vorbei­wandern, die im kommenden Jahre auf bem Gottes­acker zur letzten Ruhe gebettet werden. Nur ganz furchtlosen Menschen ist es möglich, diesen gruseligen Augenblicken Stand zu halten.

Mannigfaltig sind die Sitten in denZwölften" in unserem Vaterlanbe. Wenn es irgendwie mög­lich zu machen ist, wird am Neujahrstage weder ein Arzt, noch bie Apotheke ausgesucht. Wer sich wäh­rend des beginnenden neuen Jahres bei steter Ge­sundheit erhalten will, der muß sich in einer Schüssel waschen, in der einige Gelbstücke, gleich welcher Art, liegen. Vor allen Dingen muß das Haus in allen Winkeln vom alten zum neuen Jahre sauber sein. Ist Schmutz liegen geblieben, so wird das Haus während des folgenden Jahres niemals gründlich rein fein.

Die Kinder, die sonst an Weihnachten ihre Ge- schenke, ihrChriftkindchen" holen, verschieben in vielen Gegenden heute noch diesen langersehnten Besuch bei Paten und Goten auf den Neujahrstag, um ihrNeujährchen" in Empfang zu nehmen, wo-

In den heiligen zwölf Nächten.

Es ist jetzt bie Zeit ber sog. heiligen 12 Nächte, bie mit Weihnachten begonnen haben unb mit bem 6. Januar enbigen. Die wichtigsten Tage in den Zwölften" sind außer ben Christtagen Silvester und Neujahr.

Von jeher war gerade diese Zeitzwischen den Jahren", wie sie vielfach genannt wird, reich an Dolksbräuchen, und der Volksglaube war nicht min­der lebendig. Während dieser Tage werben gewisse Arbeiten, wie beispielsweise bas Spinnen der Wolle, nicht ausgeführt.

Alte Leute beobachten heute noch den Verlauf des Wetters in denZwölften" und wollen daraus auf bie Witterung der 12 Monate des neuen Jah­res schließen. In manchen Gegenden wird bie Wet­tervorhersage durch den sog. Zwiebelkalender vor­genommen, indem eine Zwiebel in zwölf Teile zer­legt unb jeder mit Salz bestreut wird. Jedem Mo­nat ist ein Stück zugeteilt. Schmilzt auf bem einen ober anbern Zwiebelstück bas Salz, b. h. wirb es stark naß, so wird nach dem Glauben ber betreffende Monat eine feuchte, ja nasse Witterung aüfzuweisen haben.

An manchen Bräuchen, bie hauptsächlich bei ber Jugend beliebt finb, will man bie Zukunft erfor­schen. Gerade bie Mäbchen im heiratsfähigen Alter möchten gerne erfahren, ob sie bald von einem jungen Manne zum Altar geführt werben. Am Sil­vesterabend werfen sie zu diesem Zwecke einen Schuh mit einem Fuße rücklings über ben Kopf. Kommt ber Schuh babei so zu stehen ober liegen, daß seine Spitze nach ber Tür weist, so wirb ihnen im neuen Jahre bas Glück halb sein.

In welchem Hause ist heute nicht bie alte Sitte bes Bleigießens zu finden? Flüssiges Blei wird in kaltes Wasser gegossen. Aus ben mannigfaltigsten

sich darunter befand.

Entsetzt sahen sich die beiden Männer an. Unter der Decke verborgen lag, mit dem weißen Gesicht eines Toten, Friedrich Borgloh. Eine Chloroform­

maske lag auf feinem Munde. Mit einem Griff riß Mac Lean bie Maske fort.

Wasser!" sagte er zu einem der Barnten.Drau­ßen vor dem Haus ist ein Brunnen!"

Der Beamte stieg eilig die Kellertreppe empor; man hörte ihn davonlaufen.

Inspektor Bruce fragte leise:

Ist er tot?"

Mac Lean schüttelte mit bem Kopfe.

Ich glaube nicht. Die Atmung scheint noch zu funktionieren. Wir müssen ihn schleunigst ins Hospital schaffen. Aber sagen Sie nur, Inspektor Bruce, wie kommen Sie denn um Gottes willen hierher? Wer hat Ihnen denn bie Meldung ge­macht?"

Ich tun angerufen worden. Man hat mir ge­sagt, ich möchte sofort mit Beamten hierherkom­men. Es droht hier jemandem eine Gefahr. Ich nehme an, daß dieser Bewußtlose Herr Professor Borgloh ist!?"

Mac Lean nickte.

Das ist er. Aber wer um Gottes willen hat Ihnen diese Meldung gemacht?"-

Jemand, der seinen Namen nicht nennen wollte; auf alle Fälle aber eine Frau."

Eine Frau?"

Ja! Und eine, die offertbar eine furchtbare Angst hatte, bah Borgloh etwas geschehen könnte. Nun, wenn wir nach Scotland $arb zurückkom- men, werden wir schon feststellen, wer angerufen hat." . . _

Mac Lean sah ernst aus. Nur eine einzige Frau kannte ahnen, was hier gespielt worden war! Sollte sie es sein, die in letzter Minute versucht hatte, Borgloh zu retten? Hatte ihr Gewissen geschlagen? Das würde alles Kommende etwas leichter machen.

Der Polizist war nun inzwischen wiedergekom­men. Mac Lean rieb die Schläfen Borglohs mit Wasser ein. Borgloh seufzte tief auf öffnete ein­mal die Augen. Sein Blick war leer unb verwirrt. Sofort schloß er auch bie Augenlider wieder.

Vorsichtig faßten bie Polizisten ben ohnmäch­tigen Mann an unb transportierten ihn bie Keller­treppe hinauf.

Zum nächsten Hospital!" befahl Inspektor Bruce.Kommen Sie mit, Mac Lean?"

Ich bleibe noch hier! Ich will hier diese Der- brecherhöhle noch etwas näher besehen. Vielleicht

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riums, Dr. Heinroth.

Mein Schreiben, in bem bereits die Vorbestim­mung niedergelegt ist, lautete folgendermaßen: Sehr verehrter, Herr Geheimrat! Unter Berufung auf meinen kürzlich ftattgehabten Besuch in Berlin gestatte ich mir. Ihnen die beifolgenden Federn mit der Bitte um Nachbestimmung zu übersenden. Die Einsender derselben (Forstamt Nidda und Graf Laubachsche Jagdverwaltung) vermuten, daß es sich um Uhufedern handelt, bie von ben Tieren unseres Wiedereinbürgerungsversuchs im Vogelsberg stam­men. Auch wir sind dieser Meinung, und zwar Han­es sich unserer Bestimmung nach bei Feber 1 3 um Uhu, bei Feder 2 um Mesopt.il aus

fesselt

So! Das hätten wir!" sagte Inspektor Bruce und holte tief Atem.Was gibts denn hier noch?"

Das hier", sagte Mac Lean, kniete rasch nie­der, hob eine Decke von einem Gegenstand, ber

In diesem Augenblick wurde die morsche Tür mit einem Griff zurückgefchoben. Die beiden drin­nen auf ber Erde wandten sich um, wollten auf- fpringen. Zwei Revolver waren schußbereit auf sie gerichtet: . ...

,Hände hoch!" rief Mac Lean.Es ist zu fpat Guten Abend, meine Herren. Starren Sie mich nur nicht so an. Es ist nicht mein Geist. Ich lebe noch. Was Sie in meinem Zimmer getroffen haben, war nur eine gut ausgeftopfte Puppe in meinen Kleidern hat zwar ein Loch in dem Anzug ge­kostet; aber ich bin großzügig."

Die beiden Verbrecher hatten nicht gewagt, auf- zuftehen. Angesichts der schußbereiten Pistolen sahen sie, baß jede Gegenwehr vergeblich war. Sie knie­ten da, hielten bie Arme in die Höhe unb sahen mit wütenden Augen auf Mac Lean und den Pv- lizeibeamten neben sich.

Mac Lean und der Polizeibeamte gingen naher und näher auf. die beiden Verbrecher zu.

Haben Sie Ihre Handschellen parat, Kommis­sar?" fragte Mac Lean.Gut! Ich halte die bei­den inszwifchen mit diesen Revolvern in Schach."

Der Kommisar gab Mac Lean feinen Revolver, ging auf den jungen Mann zu. In diesem Augen­blick sprang dieser auf, stieß von hinten mit furcht­barem Stoß gegen ben Polizeibeamten. Der tau­melte vorwärts auf Mac Lean zu. Mac Lean ge­riet ins Wanken. Der zweite Verbrecher sprang auf, wollte seitwärts an Mac Lean heran. Da, in diesem Augenblick, ertönte Laufen von vielen Schritten.

Strengen Sie sich nicht an!" rief Mac Lean unb stieß mit bem Fuß einem der Verbrecher vor den Bauch.Da oben kommen schon die anderen."

Und wirklich, die Wendeltreppe hinab stürmte das Überfallkommando, allen voran Inspektor Bruce. ,

Zwei Minuten später waren bie Verbrecher ge-

6- zog aus seiner Tasche einen kunstvoll gearbei« ifc? Nachschlüssel. Ein leiser, knirschender Laut im i DM nuM gab bie Tür nach; bie beiben Man- i ve eilten lautlos mit entsicherten Revolvern vor- IBBK-5. Bald befanden sie sich in einem großen, 1 ftMrt Gelaß, dessen Wände absolut glatt zu sein I nen.' .

?:.r eine ber beiben kniete auf bem steinernen iuö| schmutzigen Fußboden nieder. Wieder spielte i d: Schein ber Taschenlampe lag auf den brei« I ts Quadern bes Fußbobens.

Eter kniende Mann tastete mit den Händen den ! Moden ab. ... r

«er ist es", sagte er. Seme Fingerspitzen fuhl- i bi eine kleine Vertiefung. Vorsichtig schoben nun to* ihre Messer in die Ritze. Sie wich zur Seite - rin Loch zeigte sich von dem aus eine Wen- dt"ppe hinabging. r ..

Hören Sie", flüsterte der eine von beiden <i(. beide lauschten atemlos. Wirklich, man horte der Tiefe ein schwaches Geräusch wie Stim- 1 . die durcheinander sprachen.

vorwärts!" Aber so leise wie möglich.

iie beiden Männer oben zogen ihre Schuhe aus Ti kletterten vorsichtig die Wendeltreppe hinab, le: Treppe endete vor einer verschlagartigen Kel- ttir. Sie war aus Brettern grob 'zusammenge- \ durch ihre breiten Ritzen schimmerte Licht. Ile beiden Männer legten den Kopf an die Tür. ; Jen konnte durch die Ritzen bequem hindurch- vi. Ein Heller Lichtschein, von einer elektrischen hupe offenbar, drang ihnen entgegen. Zwei Män- Er ein keiner, untersetzter in Chauffeurkleidung, löi ein großer, schlanker mit einem scharfgeschnit- 1 n Profil, knieten auf der Erde und waren of- t ur beschäftigt, irgendeinen Gegenstand zu ver- i±m ober zu verschnüren.

Schnell!" hörten die beiden Lauscher den jungen f ischen mit dem dunklen Gesicht sagen.Wir r en uns beeilen, sonst ist es zu spät."

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Brustlatz von Asio. Nun möchten mir uns aber doch einer prominenten Zeugenschaft versichern und bitten Sie hiermit um Ihre Auskunft. Die Sache ist recht wichtig, weil sich aus dem Ergebnis der Nachprüfung der Schluß ziehen läßt, ob ber Ver­such bereits als geglückt angesehen werden kann, und weiterhin recht eilig, weil bie Deutsche Orni­thologische Gesellschaft heute von uns einen Bericht über ben Staub ber Uhufrage erbat."

Darauf ging von Heinroth folgende Antwort ein:Sehr verehrter Herr Kollege! Ich möchte die Federn wohl für Uhufebern halten, schicke sie aber mit gleicher Post an Prof. Stresemann ins Zoologische Museum, damit er sie auch noch einmal mit einem Balg vergleicht, denn schließlich sind die größten Unterschwanzdecken der Waldohreule den kleineren Urtterschwanzdecken des Uhus wohl zum Verwechseln ähnlich, und man weiß nicht genau, von welcher Körperstelle die mir übersandten Federn finb."

Die Antwort von Stresemann an Hein« roth lautet nun folgenbermafeen:Lieber Herr Doktor! Die brei Febern wieder anbei zurück; eine davon ist Asio, bie beiden andern Bubo."

Damit also kann mit bestem Gewissen unb unter prominentester Rückendeckung bas weitere Vorhandensein bes Uhus im Vogelsberg als erwiesen angesehen werden.

Trotzdem sollen die Versuche noch weiter fort­gesetzt werden, um auch die Nachbarlandschaften allmählich vom Vogelsberg aus mit Uhus zu be­siedeln. Nachdem nun in Ostpreußen feine Uhus mehr abgegeben werden dürfen und somit wegen Eigenbedarfs unsere ursprüngliche Bezugsquelle als versiegt angesehen werden muß, sind die Schwierig­keiten für die Beschaffung von neuem Blut aller­dings gewachsen. Unsere damalige Hoffnung, von der Tscheche! neue Tiere, sogenannteKarpathen­uhus" zu erhalten, muß auch aufgegeben werden, da wir auf die von dort gestellten Forderungen nicht eingehen können. Dafür haben wir neuer­dings die Unterstützung der Jagdhofdirektion des Königs von Rumänien (Oberst von Spieß) zuge­sagt bekommen. Wir werden schon im kommenden Jahre neue Tiere aus freier Wildbahn von dort beziehen.

gibt es noch allerhand Ueberrafchungen. Die eine Ueberrafchung kann ich Ihnen schon voraus sagen", meinte Mac Lean,Sie werden vermutlich hier eine vollständig eingerichtete Falschmünzerwerk­stätte finden. Kommen Sie nur mit."

Er öffnete eine zweite Tür, die von dem unter- irdischen Raum aus in einen anderen führte. Ein elektrischer Schalter war an der Wand. Mac Lean schaltete nun das Licht ein.

Tatsächlich!" sagte Inspektor Bruce erstaunt. Was sich ihren Augen hier zeigte, war eine voll- kommen eingerichtete Werkstätte für Banknoten- Prägungen. Die Presse war allerneuester Konstruk- tion. Und sämtliche Gerätschaften, die zur Herstel­lung von Banknoten erforderlich, waren in bester Ausführung vorhanden.

Woher haben Sie denn das nur wieder gewußt, Mac Lean?" fragte Inspektor Bruce. Er war bei­nah etwas ärgerlich. Immer kam dieser Mac Lean und fischte seinen Leuten von Scotland 2)ard die besten Brocken vor der Nase weg.

Das werde ich Ihnen alles im Zusammenhang erklären, lieber Bruce. Jetzt bin ich dafür, daß wir uns schleunigst in das Haus Friedrich Borg­lohs begeben unb die beiden Parkins verhaften.

Hier können ja ein paar Ihrer Leute zur Be- wachung Zurückbleiben. Es könnte ja immerhin fern, daß wir mit den beiden Verbrechern hier noch nicht alle Teilnehmer ber Banbe gefaßt haben. Der Haupträbelsführer allerbings ist biefer sym­pathische, dunkle, junge Mann, ber heute nacht auch ben Schuß auf mich abgegeben hat."

Ein Attentat auf Sie? Ach, barum wollten Sie heute von Scotlanb Pard aus eine Begleitung zu Ihrer' Wohnung haben?"

Mac Lean nickte. Und Bruce fuhr etwas ärger­lich fort:

Da hätte man boch bas Attentat auf Sie ver- Hinbern können, Mac Lean."

Aber bas wollte ich ja nicht. Der Kerl sollte schießen. Daß er mich nicht traf, dafür habe ich vorgesorgt. In bezug auf direkte Anschläge auf bas Leben von Menschen scheint biefer Junge noch nicht befonbers raffiniert zu sein. Er ist auf einen ganz einfachen Trick hereingefallen."

(Fortsetzung folgt!)

r tiigsDerfud) mit roilbgefangenen LI h: s begannen wir bekanntlich im Jahre 1931. 5 \q jIs bestaub in Hessen für ben Uhu alsfchäb- . I H'" Raubvogel noch kein Staatsschatz, er konnte ; owenn er irgenbwo in freier Wildbahn ange- , t O'ii wurde, von jedem ^beliebigen Schießer ober ( 2 laiiger abgeknallt ober vom ersten besten B.:.ernfänger" im Pfahleisen weggefangen wer- d.'r-So war es naturgemäß unsere erste unb vor- rtl fte Aufgabe, vor bem Beginn unserer Einbür- : ?r r.igsversuche im Vogelsberg zunächst bie ftaat«

ich. Stellen, vom Gesetzgeber bis zum lieber« r xt ings« und Ausführungsbeamten draußen im r «in Land, zu gewinnen. Entgegenkommender- 1 r« fanden wir bei der resfortzuftändigen hessischen

latsfor st Verwaltung und vor allem bei i in Chef, Landforstmeister Staatsrat Dr. H e s s e, f : fin offenes Ohr unb bereitwilligste Unter« s üi.rng, unb bas zu einer Zeit, als noch nicht, wie j itji unter Görings weitschauender Initiative 6 tr Sebanfe bem beutschen Volke roieber nahe ge« b rc:t werben konnte, bem beutschen Walbe auch rilinr bas in ihm bobenftänbige, von einer natur« f :e :ien Scheinkultur vertriebene Urroilb zu schen- k rr/llud) kam uns ibeenförbernb zugute, baß ge« r ui bas neue hessische Naturschutzgesetz im Ent-

war, unb so konnte ohne große Schwieng- f ii^er Staatsschutz über ben Uhu in Hessen aus« ^fachen unb ihm bie Stellung als Naturbenkmal 3 ifrannt werben. Damit war bie erste Voraus- f für bas Gelingen unseres Planes erfüllt.

sich aber galt es, eine Reihe weiterer Nahziele z ii rftreben. Dazu gehörte vor allem bie Oeroin« nur ber öffentlichen Meinung, zuförberst bie Gunst d?r «eutfchen Jägerei, beten Stellungnahme z u nferem Vorhaben bestimmt nicht einerlei war,

die Versuche vom Glück der langen Zukunft caici in diesem Punkt begünstigt sein sollten. Gr= f ru:chetweise war es gerade die hessische- a:! ei, bie sich unbebenklich Mann für Mann zu u ie|: er Sache bekannte, unb bie sich bamit als frei em?s von jenen veralteten Auffassungen bes letz- t e-i ' Jahrhunbetts, bie nur ein Abwägen von , »hjen" unbSchaben" in primitivster mensch- l' 4 ' Egoistik gekannt unb sich bem Selbstbestim- n M-,stecht bes Naturgeschehens, seinem naturnot« ruhigen Eigenausgleich unb biologischen Gleichge- BB1 gegenüber fremb, gezeigt hat. Gerabe die hes- f Jägerei war damals ber später folgenden Ent- rv!l ing schon weit vorausgeeilt unb hat bie von r rw3)en Forschern unseren Plänen gegenüber ge« c i tfrrten Bebenken und Befehbunqen als unbegrun« d >-!! angesehen, insonderheit die Befürchtungen über blkirin« unb Uebergriffe bes Uhus in bas jagbliche Slfuqut bamals schon als volkswirtschaftlich belang« l oi" rtlärt. Obzwar es allgemein bekannt war, baß tHrillfju in ben nahrungsmäßig unterschieblichen Erzgebieten seines ausgebehnten Lebensraumes c öki Derfdjiebenartige Beute schlägt, war man sich 1 och barüber einig, baß sich ber wirklich ange« r it te Schaben bei ber naturgesetzlichen Aufteilung t :<^2ebensraume5 in Nahrungs-, Balz- unb Brut- tfioip sich auf Walb- unb Felbbezirke von sochem 3 Ri.rnmaf3 verteilt, baß er einzelorts gar nicht s »har ist. Dagegen hat man von Anfang an mehr d i i> nützliche Betätigung bes Uhus in freier Wilb- £Hr unterstrichen, bie barin besteht, baß er eine

von wirtschastsschäblichen Tieren kurz halt^

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Vornan von Rainer Zeiden li-cherrechtsfchutz: Fünf-Turme-Verlag, Halle (S.)

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Der erste einwanbfreie unb exakte Nach­weis über bas tatsächliche Vorhanbensein ber Uhus im Vogelsberg ist aber erst in letzter Zeit erbracht worben unb wirb nunmehr auch bie letzten Zweifler vom Gelingen des Planes überzeugen, bzw. ihnen bie Besorgnis nehmen, baß wir in unserem Zutrauen an bie Stichhaltigkeit ber uns übermittelten Nachrichten unter llmftänben ein Opfer des menschlichen Irrtums geworden sein könnten.

Während der herbstmauser 1934 wurden näm­lich sowohl vom Forslaml Ridda, als auch von der Graf Solms-Laubachfchen Jagdverwallung Federn emgefandl, die als llhufedern einwand­frei festgeftellt werden konnten und deren Er­haltungsbefund ergab, daß die Uhus sie ganz frisch verloren hatten.

Das For st amt Nidda bemerkt zu seiner Ein­sendung, daß im August der Uhu in seinen Revieren auch gerufen habe. Forstmeister Bauer darf ich an dieser Stelle für sein wiederholt bekundetes In­teresse und seine ständige Benachrichtigung verbind- lichst danken.

Es ist ganz klar, daß der Verfasser, ber mit ben Ueberwachungs- unb A.usführungsarbeiten betraut ist, nicht allein bie Verantwortung übernehmen konnte für bie letzte zweifelsfreie Begutachtung unb Bestimmung ber Febern, ja, sie auch nicht über­nehmen wollte aus Gründen ber üblichen wissen­schaftlichen Gepflogenheiten. Deshalb fanbte er sie mit ber Bitte um Nachbestimmung an ben be­kannten Verfasser bes StanborbwerkesDie Vögel Mitteleuropas", ben Direktor bes Berliner Aqua-