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Letzte Sitzung des Landesrats vor der Saarabstimmung

Protest gegen das Klaggenverbot

Nur eine Lösung des Gaarproblems

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lich der nach Agram einberufenen Konferenz Kleinen Entente ein Bombenanschlag auf Schnellzug WienAgram verübt worden.

Am 9. Oktober wurde die Welt durch Schreckenskunde überrascht, daß der Köstig und

Beide sagen es selbst von sich, daß sie feint (hr°r;'! wäre sind. Aber ihre grundlegenden Ideenbank Flügel und werden getragen von den Stürmen, seit dem Beginn des Weltkrieges über die der ganzen Erde brausen. Die Gesicht-M ; 20. Jahrhunderts sind noch verschwommen, üoer jedes neue Jahr wird sie deutlicher prägen.

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kroatischen Separatisten, teils in Belgrader Gefäng­nissen sitzen, teils als Emigranten in Italien, Un­garn, Oesterreich oder sonstwo leben, unter sich aber, wie man wissen mußte, die rege Verbindung einer politischen Verschwörerorganisation hielten. Zahlreiche Attentate hatten ihre terroristische Tätig­keit ausgewiesen; noch am 22. Januar war anläß-

Saarbrücken, 28. Dez. (DNB.) In der heu­tigen letzten Sitzung des Landesrates vor der Ab­stimmung gab die Deutsche Front durch den Abgeordneten Martin eine Erklärung ab, die bedauerte, daß es nunmehr den Separatisten ge­lungen sei, die fremden Truppen ins Saargebiet zu ziehen. Die Saarbevölkerung hege gegen diese Truppen nicht die geringste Ab­neigung; den sie gehorchten nur ihrer Pflicht. Aber über diejenigen, die Veranlassung gewesen seien, daß diese Truppen gesandt worden seien, werde einst die Geschichte richten. Bedauerlich sei, daß das fremde Militär gleich zu Beschlagnahmun­gen geschritten sei und daß es wichtige Ge­bäude in Besitz genommen habe. Jetzt aber müsse verlangt werden, daß endlich die Emigran­ten aus der Polizei entfernt werden. Durch ihre Pflichtverletzungen hätten sie das Volk genügend beleidigt und gereizt, und die fremden Truppen würden sicher nicht stolz darauf sein, daß vor unter hinter ihnen bei ihrem Einmarsch saar­ländische Polizei-Ueberfallkomman- d o s gefahren seien, die dem Befehl eines Mannes unterstanden hätten, der sich bis heute noch nicht von dem schweren Vorwurf der Feigheit vor dem Feind gereinigt habe. Es müsse ferner verlangt werden, daß nunmehr endlich d e n N i ch t - abstimmungsberechtigten verboten werde, sich aktiv i m S-a arkampf zu betäti­gen.

Das Flaggenverbol, das die Regierungskom- mlsfion ausgerechnet am Tage vor dem Weih­nachtsfrieden habe in Kraft treten taffen, fei in Wirklichkeit eine ungeheure Verletzung der Neutralität, das es verhindern solle, daß das Volk auch nach außen hin feine Meinung zum Ausdruck bringe. Außerdem fei dieses Verbot ungültig, weil vor seinem Erlaß der Lan­desrat nicht gehört worden sei. Genau so verhalte es sich mit dem Verbot der Plaka- tierung. Auch gegen die Art der Slimmenzäh- lung und die verspätete Bekanntgabe

des Abstimmungsergebnisses müsse p r o t e st i e r t werden. Das Verfahren, das die Abftimmungskommiffion in Aussicht genommen habe, fei außerordentlich verwickelt und geeignet in die Bevölkerung d i e größte Beunruhigung hineinzutragen. Denn man habe Oberschlesien, Eupen-Malrnedy und das Memelgebiet noch in recht guter Erinnerung.

Ausführlich behandelte die Erklärung die Frage der angeblichen Möglichkeit einer zweiten Abftim- m u n g im Saargebiet. Sie weist darauf hin, daß bindenoe Versprechungen des Völkerbundsrates nicht vorliegen und daß der Wortlaut des Saarstatuts eine zweite Abstimmung grundsätzlich ausschließt. Hinter einer zweiten Abstimmung, bei der durchaus nicht nur von der Rückkehr allein zu Deutschland die Rede wäre, lauere der französische Imperia­lismus. Die Erklärung weist bann auf Eupen und Malmedy hin, wo die versprochene freie Abstimmung mit Billigung der Mächte des Völker- bundes zu einer Farce gestaltet worden sei. Auch Danzig und der Korridor seien ohne Abstimmung von Deutschland losgerissen worden, und das un­glückliche Memelgebiet habe das gleiche Schicksal erduldet.Wir wissen", so fuhr Martin fort,wie wenig den Russen Litwinow das Saargebiet interessiert und irren uns auch in der Annahme nicht, daß er nur deshalb eine zweite Abstimmung propagiert, weil er im Saargebiet eine sichere Keimzelle des Bolschewismus für Westeuropa schaf­fen möchte.

Dem Saarvolk genügt eine Abstimmung. Unser Ziel heißt Deutschland. Das wollen nur die nicht einsehen, die im fremden Solde stehen und zum größten Teil nicht ab­stimmungsberechtigt sind. Bereits in der aller­ersten Sitzung des Landesrates im Jahre 1922 haben die Parteien der heutigen Deutschen Front und mit ihnen die Sozialdemokraten und die Kommunisten einmütig erklärt, daß das

rie gegen die Häuserblocks in den Arbeitervierteln in Tätigkeit trat, blieb die Regierung Dollfuß Herr der Lage mit dem Ergebnis, daß der stark kommu­nistisch durchsetzte Austromarxismus als politischer Faktor in Oesterreich ausgeschaltet wurde. Eine Forderung aller nationalen österreichischen Kreise war damit erfüllt.

Mer bei der nun reifen Aufgabe der neuen staat­lichen Gestaltung trat der internationale Charakter der österreichischen Frage und die nur sehr bedingte Unabhängigkeit des Landes scharf und verhängnisvoll in Erscheinung. In der Abwehr gegen den heraufdrängenden Nationalsozialismus,

Der Garantiepakt für Oesterreich

Frankreichs Antwort auf die Vorschläge Mussolinis.

dem der legale Nachweis seiner inneren Machtstel- hing durch Wahlen verweigert wurde, stützte sich die Regierung Dollfuß auf die auswärtigen Mächte, die aus einer innerpolitischen Gleichschaltung Oester­reichs mit dem Reiche die Gefahr der Aufrollung derAnschlußfrage" fürchten. Unter den Schutz­mächten der österreichischenUnabhängigkeit" über­nahm Italien die führende Rolle, hinter ihm Frankreich mit dem größten diplomatischen Ziel, Italien, die bisherige Vormacht einer euro­päischen RevisionsPolitik, in das Sager der auf Versailles begründeten Beharrung herüberzuziehen. Am 14. März wurde in Rom zwischen Italien, Ungarn und Oesterreich ein Abkommen unterzeich­net, das in drei Protokollen die politische Zusam- menarbeit der drei Länder in gemeinsamen Kon­sultationen beschloß und für die wirtschaftlichen Be­ziehungen eine dauernde Kommission von drei Sach­verständigen einsetzte. Der Anspruch Italiens auf Führung in der politischen und wirtschaftlichen Ge­staltung des Donauraums und die Anerkennung die­ses Anspruchs durch die österreichische Regierung ohne Heranziehung Deutschlands wurden durch die­ses politischen Akt deutlich.

Am 14. Juni erfolgte der Besuch Adolf Hit­lers in Venedig und eine politische Aussprache mit Mussolini, über deren Einzelheiten nichts be­kannt geworden ist. Inzwischen hatte die innere Spannung in Oesterreich zu einer Reihe von Bombenattentaten geführt, die die Regierung veranlaßten, am 13. Juli die Todesstrafe gegen Sprengstoffoerbrechen anzudrohen. Aber die Atmo­sphäre war schon so geladen, daß gesetzliche Maß­nahmen keine Ruhe schassen konnten. Am 2». Juli kam es in Wien zu einem in seinen Hintergründen noch ungeklärten Putsch, bei dem Aufständische die Bunbeskanzlei und das Rundfunkhaus kurze Zeit besetzen konnten und dem der Bundeskanzler Dollfuß zum Opfer fiel. Obwohl die deutsche Re­gierung sofort durch unzweideutige Schritte jede Einmischung in die österreichischen Verhältnisse ab- lehnte und sich von den Ereignissen distanzierte, die Gefahr einer außenpolitischen Wirkung des Putsches also in keiner Weise gegeben war, mobilisierte Ita­lien Truppen und ließ sie an der Tiroler Grenze aufmarschieren; italienische Presseangriffe der mas­sivsten Art gegen Deutschland begleiteten diese De- monstration, die eine heute noch nicht völlig beho­bene Abkühlung der deutsch-italienischen Beziehun­gen einleitete.

Daß der Führer entschlossen ist, das Verhältnis zu dem trotz allem deutschen Oestereich wieder normaler und freundlicher zu gestalten, bewies die Entsendung des Vizekanzlers von Pape n als Gesandten und besonderen Bevollmächtigten nach Wien, dem die österreichische Regierung nach vieler­lei internationalen Intrigen am 7. August das Agrement erteilte und sich so der Versöhnlichkeit Deutschlands zur Verfügung stellte, ohne daß frei- lich sichtbare Folgen zu verzeichnen wären. Bundes- kanzler Schuschnigg, der am 21. August Musso- lini in Florenz seine Aufwartung machte, setzt im allgemeinen die innere Politik der gewaltsamen Niederhaltung der nationalsoüalistischen Bewegung und die auswärtige Politik der sichtbaren Schutz­bedürftigkeit des künstlichen Staates durch fremde Jnteressen-Protektion fort.

Die Vorgänge in Oesterreich bildeten für die schon lange bestehenden Bemühungen der fran­zösischen Diplomatie, zu einem engeren Verhältnis mit Italien zu kommen, zwei- fellos das, was man in der Medizin ein Stimulans, ein Anregungsmittel, nennt Die Verhandlungen über eine für Italien günstigere Grenzziehung im tripolitanischen Hinterlande und über Abstellung der italienischen Beschwerden wegen der Rechtsstellung der italienischen Einwanderung in Tunis, die Jahre lang im Sande verlaufen waren, gingen plötzlich vorwärts und sollten bei einem Besuch Barthous in Rom den Rahmen einer großen Freundschafts­demonstration bilden. Das einzige Hinbernis lag in den Gegensätzen, die die Beziehungen zwischen Italien und dem mit Frankreich verbündeten jugoslawischen Königreich belasten und die nun durch französische Vermittlung ausgeräumt werden solllen.

Dies war der politische Hintergrund und Plan : der Reise, die König Alexander an Bord eines Kriegsschiffes noch Marseille führte. Er i war der Träger und erste Garant der großserdischen . Einheitsidee» deren unversöhnlichste Gegner, die i

des Kabinetts Chautemps, neue blutige Unruhen am 6. Februar zu dem des Kabinetts Daladier und zur Berufung des ehemaligen Präsidenten der Re­publik Doumergues als Führer eines Reform­kabinetts. Eine neue blutige Straßenschlacht zwischen Polizei und faschistischen Gruppen am 5. Juni führte nahe an eine Staatskrile, der Doumergue durch Vorlegung eines umfassenden Reformpro­gramms in der Richtung einer autoritären, vom Parlament unabhängigeren Staatsführung zu be­gegnen suchte. Die alten Gewalten erwiesen sich jedoch vorläufig als stärker. Doumergue überließ am 6. November dem jetzigen Ministerpräsidenten F l a n d i n und dem an Stelle Barthous am 13. Oktober zum Außenminister ernannten Laval die politische Führung und das ganze ungelöste Problem der Erneuerung.

Die älteste moderne Demokratie der Vereinig- t e n Staaten hat unter der Führung des Prä­sidenten Roosevelt den Kampf gegen die wirt­schaftliche und moralische Zersetzung der Krisenzeit energisch ausgenommen, dem das Volk in den Wahlen zum Repräsentantenhaus und Senat vom 6. November durch eine Zweidrittelmehrheit die außerordentlichen Vollmachten einer nahezu unbe­schränkten Gewalt bestätigte.

Am 8. September begann mit einem General­streik in Madrid, mit der Verkündung des Alarmzustandes im ganzen Lande am 23. die Krise der bisher unter republikanisch-sozialistischer Füh- rung stehenden jungen spanischen Republik. Dom 4. bis 8. Oktober waren besonders die Provinzen Katalonien und Asturien Schauplatz blutiger Kämpfe zwischen Regierungstruppen und sozialistisch^nar- chistischen Arbeitern in Verbindung mit dem kata- Ionischen Separatismus. Die Bildung des Kabinetts Lerroux ist eine Etappe in der Rückwärtsbewe- gung Spaniens vom politischen und sozialen Radi­kalismus, in der das katholische, vielleicht auch das monarchistische Element wieder die traditionelle Rolle im spanischen Staatsleben einnehmen wird. In Lettland wurden am 16. Mai Parlament und Parteien aufgelöst, in Bulgarien am 9. Mai unter Beseitigung des Parlaments eine Regierung unter militärischer Führung gebildet.

Der gemeinsame Zug dieser großen und kleinen Ereignisse ist deutlich: die Frucht des liberalen 19. Jahrhunderts, d i e parlamentarische Demokratie, ist im Verwelken. Was an ihre Stelle tritt, wird nach den Verhältnissen v e r - schieden fein, wie Faschismus und Ratio- naljozialismu» sich verschiede» entwickeln.

Paris, 29. Dez. (DNB. Funkspruch.) Außen- Minister Laval hat dem französischen Botschafter in Rom am Freitagabend die französische Antwort auf die Vorschläge Mussoli- n i s übermittelt. Sie besteht aus zwei Hauptpunk­ten, die die stets gut unterrichtete Außenpolitikerin desOeuvre" folgendermaßen zusammenfaßt:

1. Ein G a r a n ti e a b k o m m e n über die Unabhängigkeit Oesterreichs. Dieses Ab- kommen solle in den nächsten Tagen in Rom von Italien, Südslawien und der Tschechoslowakei unter­zeichnet werden. Es soll Frankreich, Rumänien, England, Ungarn und D e u s ch l a n d zum Bei- t r i t t o ff e n stehen;

2. Die unterzeichneten Mächte garantieren s i ch gegenseitig ihre Grenzen.

Sollten diese Ausführungen zutreffen, so würde das bedeuten, daß die französische Regierung nach wie vor darauf bestehe, die Mächte der Klei­nen Ententeals ein politisches Staa­te n g e b i l d e zu betrachten, und die Kleine (En­tente als solche an dem französischen Abkommen teilnehmen lassen will. Benesch und Titu- lescu sollen bereits fernmündlich ihre Zustimmung gegeben haben. Die Zusage Jeftitschs sei nicht zwei­felhaft. Auch die englische Regierung stehe diesem Plane wohlwollend gegenüber. Die Frage sei nur, ob die italienische Regierung sich angesichts ihres Abkommens mit Ungarn, das sicher auch einen vorläufig noch nicht bekannten politischen

Die Abwendung Polens von feiner bisherigen Politik einer unbedingten Gefolgschaft Frankreichs, das Bestreben des Marschalls Pilsudski und des Außenministers Beck, Polen den Rang und die Bedeutung einer selbständigen osteuropäischen Groß­macht zu verschaffen, bildeten für den französischen Plan des Ostpaktes dieselben. Hindernisse und (Ein- Wendungen, die ihm auch Deutschland entgegen^- stellen hatte. Diese wurden am 10. September durch eine deutsche Note den beteiligten Mächten zur Kenntnis gegeben; eine Antwort auf die 'darin auf­geworfenen Fragen und Zweifel ist bis jetzt nicht erfolgt. Der Plan hat, nachdem auch die klei- neren Oststaaten ihre geringe Begeisterung dafür haben erkennen lassen, wenig Lebenskraft mehr, wird aber als Requisit der neuen französisch- russischen Freundschaftspolitik in das kommende Jahr hineinragen, als deren für die künftige Ent- Wicklung wichtiges Ergebnis die Aufnahm Sowjetrepublik in den Völkerbund am 15. Se

Englische Landesverteidigung Die Territorialarmee soll die Luftabwehr übernehmen.

London, 29. Dez. (DNB. Funkspruch) ®H> Daily Telegraph" berichtet, sind bedeutsame Aci-^ derungen in der Organisation der lerritorialarmt* geplant. Sie zielen darauf ab, dieBürgerwedr der modernen Kriegsführung a nu' passen und sie für die Aufgaben der Verteidigung geeigneter zu machen. Ein lfl Punkt des Planes soll sich auf die UmnianDiun. eines wesentlichen Teiles der Londoner Jerrttoria. divisionen in Luftabwehrabteilung^ zum Schutze der Hauptstadt und der Küstenve;i beziehen. Man glaube, daß ein hinreichendes der Luftverteidigung mehr als 100 neue ®ru^ mit Flugzeugabwehrgeschützen und Spinn und ein Personal von ungefähr 40000 und Mannschaften erfordern würde. Der etv Weg, die Unkosten zu vermindern, bestehe keine neuen Truppenkörper aufzul sondern einen Teil der jetzigen Territona a _ umzuwandeln. Zugunsten einer foW«* litik werde darauf hingewiesen, daß die bell 9 14 Territorialdivisionen, die von der Hal a ganisation von 1908 herrühren, den Aufga c modernen Krieges nicht mehr seien. Gegenwärtig besitze London n u r 4 ,

Luftabwehrbrigaden, von denen je Abteilungen Luftabwehrartillerie und e,n ^uC werferbataillon umfassen. Sie genügten a n zur Verteidigung des inneren g e s. Anscheinend werde geglaubt, datz -j Wandlung von zwei Jnfanteriebataillonen o * die. Rekrutierung sich nicht bessere, von einer ganzen Jnfanteriebrigade für die einer modenen Lustabwehrbrigade genügen

Saargebiet unter alten Umstand,' zum Deutschen Reich zurückkehr^ müsse. Und diese Forderung besteht auch

Wir im Landesrat haben den Kampf um die i der deutschen Saarbevölkerung nur führen? weil unsere Wähler in all diesen Jahren die gehalten haben und sich mit uns im gleichen r? verbunden fühlten. Unser bodenständiges uni" stimmungsberechtigtes deutsches Saarvolk -i allen Vaterlandsoerrätern am 13. Januar die? tung ausstellen. Wir legen Wert darauf, letzten Sitzung des Landesrates vor der Ai-, mung, deren Ergebnis alle Hoffnungen der: paratiften und Emigranten mit elementarer t zerschlagen wird, nochmals vor aller Well Zeugnis abzulegen, daß es nach löjährigem für das deutsche Saaroolk und für uns f(* andere Lösung der Saarfrage gib; die re st lose Rückkehr unserer deut! Saarheimat zum geliebten deut!

V a t e r l a n d."

Die Ausführungen Martins wurden wi von Zustimmungskundgebungen unterbrochen digen Widerhall und begeisterte Zustimmung die Schlußworte des Sprechers. Auf den Ein der Deutschen Front, das Flaggenverbot fei gültig, weil vor Erlaß des Verbotes der La rat nicht gehört worden sei, antwortete ein rungsvertreter mit einem Hinweis auf §34" Saarftatuts, daß bei Maßnahmen im Zuso Hang mit der Abstimmung eine Anhorun Landesrates nicht vorgesehen sei. 3m An hieran verließen die Mitglieder Deutschen Front den Sitzungssaal'-, die Separatisten und Rückgliederungsgegner ov-. zu lassen. Diese wußten nichts anderes als alten Märchen vom Terror vorzubringen ober in gehässigen persönlichen Angriffen zu gefa^ Als ein Sprecher sich bis zu der Beleidigung W sindel" verflieg, wurde ihm vom Präsidenten'' Wort entzogen. Die Sitzung wurde bann gsiM.

> ihm der französische Außenminister Barthou Opfer 1 eines Attentates in Marseille geworden waren; wie die noch nicht völlig und zweifelsfrei abgeschlossene Untersuchung ergab, gehörte der Täter einer kroatischen Terrororganisatiön an, die nach

; den Behauptungen der jugoslawischen Behörden auf 1 ungarischem Boden Schutz und Förderung erfahren 1 hatte. Am 18. Oktober wurde die Leiche des Königs in Belgrad unter internationalem Trauergepräge beigefetzt; das Reich war dabei durch den preußi­schen Ministerpräsidenten General Göring in Ver­tretung des Reichskanzlers und Führers vertreten. Die freundschaftlichen Gefühle, die die Regierungen und Völker Deutschlands und Jugoslawiens trotz der gegensätzlichen Gruppierung verbinden, kamen dabei deutlich zum Ausdruck.

Das Marseiller Attentat unterbrach vorläufig die politischen Pläne, die zu der verhängnisvollen Reise getrieben hatten. Am 23. November richtete Jugo» lawien eine Note an den Völkerbund, in der es Anklagen gegen Ungarn formulierte und begründete; am 28. November erfolgte die Gegenerklärung Ungarns. In der Dezembertagung des Völkerbundsrates standen beide mit einer fran­zösischen Anregung für die künftige internationale Bekämpfung des politischen Terrors zur Verhand­lung, bei der weniger das Recht als die Politik das Wort führte. Die neben dem auf dem Platze geblie­benen Mörder wirklich Schuldigen werden nie zur Rechenschaft gezogen werden. Ob der Gedanke einer wirksamen Bekämpfung des politischen Verbrecher- tums, das seinen Grund in der unzureichenden Ge­rechtigkeit und Weisheit der Politik hat, irgend­welche Frucht tragen wird, ist zweifelhaft. Die Wirkungen des Attentats auf die inneren Verhält­nisse Jugoslawiens gehen in das neue Jahr über; ebenso die französisch-italienischen Verhandlungen, die Belgrad, Rom und Paris in eine Linie bringen wollen.

Die vielfache Voraussage, daß das Vordrin­gen Japans in China und in der Mandschurei au einem Kriege mit der Sowjet­union führen werde, haben sich trotz bedenklicher Reizzustände nicht verwirklicht. Japan hat die Er­richtung des unter seinem Einfluß stehenden Staates Mandschukuo durch die Krönung des ehemaligen chinesischen Kaisers Puji in Hsinking am 1. März zu einer, wenn auch vorläufig international nicht an­erkannten Tatsache gemacht. Der Streit um die oft- chinesische Bahn, der mit einem heftigen Noten­krieg zwischen Tokio und Moskau geführt wurde, ist geschlichtet worden, indem die Russen für die machtpolitisch nicht zu haltende Bahn einen Kauf­preis nahmen. China verharrt in einer kaum über­sehbaren inneren Verwirrung, die jeden Tag zu neuen Interventionen Japans führen kann. Dieses hat bas Washingtoner FlottSnabkom- men g cf ü n b i g t unb forberte in ben in London geführten Verhandlungen über ein neues Seeab- fommen der Ostasienmächte die Rüstungsgleichheit mit England und den Vereinigten Staaten. Da diese nicht zu erreichen war, ist die Konferenz im Dezem- ber auseinanbergegangen. Das Problem Dftafien, das zugleich ein Problem Europas ist, weil es die Haltung Rußlands in europäischen Fragen stark beeinflußt, geht ungelöst und geheimnisvoll in die Zukunft über.

Der Ausgang des Weltkrieges sollte den Siea ber bemokratischen Ideen und Staatsverfassungen brin­gen. Die Ereignisse des abgelaufenen Jahres haben gezeigt, daß dies ein Irrtum war, denn in den verschiedensten Formen vollzieht sich das Streben der Völker nach einer anderen leistungsfähigeren 1 politischen Führung. Am interessantesten, aber auch am zähflüssigsten ist die Entwicklung in Frank- 1 reich. Die Straßenkämpfe, die am 11. Januar im ( Zusammenhang mit dem Korruptionsfall Stavisky j in Paris stattfarrdeu. führten am 27. zum Rücktritt 1

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Teil enthalte, bereit erklären könne, diesrmpsrt^ Vorschläge anzunehmen. Im Falle euttui-. lehnung werd« die französische Regime1 ber Fortsetzung frer Verhandlungen abfei)«n,!o sie der Ansicht fei, daß dann für eine gernfh alle Möglichkeiten erschöpft feien.

Man rechnet damit, daß der französische fBot'i; ter in Rom noch heute Gelegenheit haben er I dem Duce die neuen Vorschläge zu unierte 1 und daß die Antwort spätestens am Sonnte; ' Paris vorliegt. Im günstigsten Fall würde ßac:: dann feine Reise am 2. Januar anl: 1 ten. ImFigaro" warnt Wladimir b'h mess 0 n vor übertriebenen Hoffnungen atn > fertige Auswirkungen der Romreise Lavals, fcr könne wohl von einer französisch-italienischen I näherung eine wesentliche Besserung ber ger madigen politischen Lage in biesem Teile erv:i ten, aber man dürfe keine U rnw älzunzi erhoffen. Wirklichkeiten ließen sich nicht r Schachfiguren versetzen. Was besonders Oest< reich angehe, so werde sich die Tätigkeit jjrr' I reichs und Italiens notgedrungen darauf befe* ken müssen, die zusammen mit England ab^^ 1 Erklärung zu erneuern und die mithin ' päischen Mächte des Donaubeckens einzuladei f:t I zu beteiligen. Es handele sich also nicht umitr- fationelle Ereignisse, aber wenn man gesteckte Ziel erreiche, so sei das mehr Bert ali 1 eine Sensation.

------ölkerbund am 15. Septem­ber zu verzeichnen ist.

Wir haben von der Frontveränderung der italienischen Politik gesprochen. Die Ursachen liegen, soweit sie dem sichtenden Blick er­kennbar sind, in der Entwicklung der öster- reichischen Frage im vergangenen Jahr, das angefüllt war von Entladungen der inneren Span­nungen zwischen der mit dem Anspruch auf autori­täre Führung auftretenden Regierung und zwei großen Volksströmungen, ber republikanisch- ozialistischen und der durch die reichsdeut- chen Vorgänge angeregten nationalsoziali- tischen. Die Auseinandersetzung der Staatsge­walt gegen die erstere vollzog sich ohne Einmischung des Auslandes. Am 12. Februar kam es in Wien und Linz zu blutigen Zusammenstößen zwischen der Bundespolizei und dem republikanisch-sozialistischen Schutzbund, der am Tage darauf die Verhängung des Belaaerunaszustandes, >das Verbot der foztal- bemokratifchen Partei und die Besetzung des Wiener Rathauses, ber Festung des Marxismus, folgten. Nach heftigen Kämpfen, bei denen in Wien Artille-