noch die größte Revolution durchzukämpfen, die je in Deutschland gewesen ist. Aber ihr werdet, wenn ihr noch härter, noch mutiger, noch disziplinierter seid, die sein, die vollenden dürfen. Oder aber, von euch wird man nach Jahrhunderten noch sagen, daß ihr zu schwach gewesen seid, Deutschland vollends auf den Gipfel seines staatlichen Seins zu führen, nachdem es kurz vor der Vollendung stand."
Im Anschluß an diese Ausführungen entwickelte Obergebietsführer S t e l l r e ch t das Programm für die kommenden Monate. Obergebietsführer Stellrecht schloß seine Rede mit der Aufforderung, die Schulungsarbeit als Arbeit für ein zukünftiges, besseres Deutschland aufzufassen.
Erleichterung für die Einstellung von Landhelfern.
Berlin, 28. Roo. (DRB.) Um einen verstärkten Einsatz von Landhelfern besonders in den Wintermonaten zu ermöglichen, hat der Präsident der Reichsanstalt erhebliche Erleichterungen eingeführt. Durch den neuen Erlaß ist u. a. die G r ö ß e der Bauernbetriebe, als Aufnahmebetriebe für Landhelfer, erhöht worden. Ferner wird der Person e n k r e i s der zur Landhilfe zugelassenen Jugendlichen erheblich erweitert. Die Weitergewährung der Beihilfe bis zu zwölf Monaten ist schon dann zulässig, wenn beispielsweise nach sechsmonatiger Förderung ein weiterer Arbeitsvertrag für 6 Monate abgeschlossen wird.
Einrichtung von personenkrastfahriinien.
Berlin, 28. Roo. (DRB.) In letzter Zeit mehren sich die Fälle, in denen sich Omnibusbesitzer zu Interessengemeinschaften zusammenschließen, um unter gegenseitiger Unterstützung die Beförderung von Personen zwischen bestimmten Punkten regelmäßig zu betreiben. Sie werben nicht selbst für diesen Verkehr, sondern bedienen sich hierzu anderer Firmen, insbesondere Reisebüros, die auch den'gesamten Fahrkartenverkauf übernehmen. Der R e i ch s - verkehrsmini st er hat entschieden, daß es sich hierbei um einen Kraftfahrlinienoerkehr handelt, I zu dessen Einrichtung eine besondere staat- liche Genehmigung erforderlich ist. Es liegt deshalb im eigenen Interesse des Unternehmers, sich vor der Anschaffung eines Kraftomnibusses darüber zu vergewissern, ob er den geplanten Verkehr auch ausführen kann.
Gegen unberechtigte Mietpreissteigerungen.
Berlin, 28. Rov. (DRB.) Beim Reichskommissar für Preisüberwachung Dr. Goerdeler sind Beschwerden darüber eingelaufen, daß in Orten, in denen ein starker Zuzug stattgefunden hat, starke M i e t p r e i s st ei gern n g e n vorgenommen seien. Der Reichskommissar hat daraufhin mit dem Zentralverband deuscher Haus- und Grundbesitzervereine Fühlung genommen und die Zusicherung erhalten, daß diese Miß
stände sofort abgestellt werden würden. Die obersten Landesbehörden sind gebeten worden, in derartigen Gemeinden unter Zuhilfenahme der Unterorganisationen des Verbandes unverzüglich feit dem 1.4.d.J. vorgekommene unberechtigte Mietpreissteigerungen sofort zu beseitigen. Sollte dieses auf die Einsicht, das Verantwortungsgefühl und die nationale Disziplin aller Beteiligten abgestellte Verfahren nicht zum Ziele führen, so ist den obersten Landesbehörden der Erlaß einer Ermächtigung zugesichert worden, die ihnen die erforderlichen rechtlichen Handhaben bietet. Es ist aber zu erwarten, daß es solcher Ermächtigungen nicht erst bedarf, sondern daß sich alle Beteiligten klar sind, daß der gegenwärtige Zustand der Miet- preisbildung seinerzeit nach schweren wirtschaftlichen Kämpfen und Enttäuschungen errungen ist und daher nicht durch wucherische Disziplinlosigkeit aufs Spiel gesetzt werden darf.
Eine gemeine Fälschung.
München, 28. Rov. (DRB.) Die Reichspressestelle der NSDAP, gibt bekannt: In einigen Emigrantenblättern findet sich der Abruck eines Rundschreibens, welches angeblich vom Schatzamt der NSDAP, an die Gauamtsleiter ergangen sein soll. In diesem angeblichen Rundschreiben soll die NSDAP, verlangt haben, daß die Grundstücke und Gebäudekomplexe der in den Gaubezirken sich befindenden Ordens - und Missionsgeselllschaften beider Konfessionen genauestens zu vermessen seien. — Im Einvernehmen mit dem Reichsschatzmeister der NSDAP, wird festgestellt, daß weder ein solches, noch ein ähnliches Rundschreiben jemals ergangen ist. Dieser Fall zeigt neuerdings, mit welchen Mitteln die Emigrantenpresse ihren Kampf gegen den Nationalsozialismus führt. Es wird hiermit ausdrücklich erklärt, daß das angebliche Rundschreiben eine gemeine Fälschung darstellt.
Aus aller Welt.
Der Emigrant Egon Erwin Kisch zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt.
Der berüchtigte Emigranten-Schriftsteller Egon Erwin Kisch wurde zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt, weil er trotz Landungsverbots als unerwünschter Ausländer australischen Boden betreten hatte. Nach Verbüßung seiner Gefängnisstrafe hat Kisch sofortige Ausweisung zu gewärtigen.
„Persische Straße" in Berlin.
Im Norden Berlins fand die feierliche Umbenennung des größten Teiles der Exerzierstraße in „Persische Straße" statt. An der Feier nahmen neben dem persischen Gesandten und der persischen Kolonie Vertreter des Auswärtigen Amtes teil. Oberbürgermeister Dr. S a h m wies in seiner Ansprache darauf hin, daß die Reichsregierung auf freundschaftliche Beziehungen zu Persien den allergrößten Wert lege. Die Reichshauptstadt wolle mit der Straßenumbenennung zugleich auch ihrer Bewunderung dafür Ausdruck geben, was Persiens Kaiser für sein Land geleistet habe. Der persische Gesandte, Abolghassem Khan Nadjm, dankte in
herzlichen Worten für die Ehrung und betonte, daß die Einweihung dieser Straße vom ganzen persischen Volke als ein Zeichen 'der täglich wachsenden freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern begrüßt werde. Der Gesandte betonte, daß das heutige Persien unter der Führung eines großen Mannes in vieler Hinsicht dem Deutschen Reiche ähnlich sei, das einen ruhmreichen Führer besitze, der sich für den Aufstieg und die Größe seines Landes aufopfere.
Das Leipziger Schlageterhaus erstes anerkanntes Kameradschaftshaus.
Im Rahmen eines Besuches, den der Reichsführer des NS.-Studentenbundes, Reichsamtsleiter D e - r i ch s w e i l e r, der Leipziger Studentschaft abstattete, hielt er einen Appell über die Mannschaft des Kameradschaftshauses „Schlageter" ab. Hierbei betonte er erneut die Wichtigkeit der Kameradschaftshauserziehung und erklärte: „Das Leipziger Kameradschaftshaus „Schlageter" wird hiermit unter Führung des ersten Kameradschaftshausführers, Sturmführer Zimmermann, als bisher einziges und erstes Kameradschaftshaus des NS.-Studentenbundes der NSDAP, in ganz Deutschland anerkannt. Ihr seid die Mannschaft, nach der ich die studentische Erziehungsarbeit aufrichten will. Sturmführer Zimmermann ist Freikorpskämpfer und ein Freund Albert Leo Schla- geters".
Exemplarische Bestrafung einer gemeingefährlichen Wiläererbande.
Eine Wildererbande, die das ganze Jagdrevier von Cochem an der Mosel unsicher machte, hatte sich vor der Großen Strafkammer in Koblenz zu verantworten. Die Angeklagten — Einwohner aus Cochem — hatten die Wilddieberei bandenweise begangen und das Wild nicht nur mit Schußwaffen, sondern auch mit Schlingen erlegt. Einen Teil der Waffen hatten die Burschen gestohlen oder unberechtigt erworben. Die Wilddiebe hatten weiter zahlreiche Einbrüche verübt, wobei ihnen nuch erhebliche Mengen Lebensmittel in die Hände gefallen sind. In der Verhandlung waren die Angeklagten in der Hauptsache geständig, schoben sich aber gegenseitig die Schuld zu. Mit Rücksicht auf die Gemeingefährlichkeit der Straftaten wurde der Hauptangeklagte zu vier Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt, während die übrigen Wilderer mit Gefängnisstrafen von acht Monaten bis zu zwei Jahren davon- kamen.
Dreister Raubüberfall in Kempten.
Ein verwegener Raubüberfall wurde von zwei Burschen in Kempten (Allgäu) verübt. Dort betrat ein fremder Mann ein Kaffeegeschäft und rief: „Geld oder ich schieße!" Er eilte auf die Verkäuferin zu, die nur mit einem Lehrmädchen im Laden war, versetzte ihr einen starken Schlag und gab einen Schuß auf sie ab. Die Verkäuferin wurde aber nicht verletzt. Darauf riß der Räuber aus der Kasse Silbergeld im Betrage von 50 bis 60 Mark, worauf er die Flucht ergriff. Ans die Verkäuferin, die ihm dann folgte, gab er einen zweiten Schuß ab. Den in der Richtung Freudenberg davoneilenden
Räuber verfolgten mehrere Vorübergehende; auch auf seine Verfolger feuerte der Räuber zwei Schüsse ab. In Freudenberg sprang er in ein Auto, das augenblicklich losfuhr. Es handelt sich um zwei Sträf. linge, die aus der Gefangenenanstalt Hohenasperg bei Ludwigsburg entflohen waren. Das Auto schei« nen sie gestohlen zu haben.
Zehn Jahre Gefängnis im Brüning-Prozeh beantragt.
Im Brüning-Prozeß in Köln stellte Staatsanwaltschaftsrat Thomas den Strafantrag. Er beantragte gegen den ehemalig^ Bankdirektor Dr. Brüning wegen fort, gesetzter Untreue, wegen Betruges in sechs Fäl. len in Tateinheit mit Unterschlagung, ferner wegen Betruges und Unterschlagung im Falle der Stadt Köln und wegen Vergehens gegen die Konkursordnung die zulässige Höchststrafe von insgesamt zehn Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust.
Drahtseilbahnunglück bei Neapel. — Sieben Tote, neun Verletzte.
Bei Neapel ereignete sich ein schweres Draht, seilbahnun glück. Der Führerwagen einer Drahtseilbahn stieß an einen Pfeiler und stürzte ab. Vier Personen waren sofort t o t und 12 wurden verletzt. Von letzteren sind später drei a e st o r - den, so daß im ganzen sieben Tote bei oem Unglück zu beklagen sind.
Wettervoraussage.
Während an der Küste von einem mit seinem Kern im Weißen-Meer-Gebiet liegenden Tiefdruckwirbel kältere polarmaritime Luftmassen über Skandinavien nach Osteuropa einströmen, yat sich über Deutschland der seither bestehende Witterungscharakter noch wenig verändert. Es herrscht fast allgemein Nebel oder Hochnebel und verhältnismäßig mildes Wetter, nur im Süden werden Nachtfröste beob- achtet. Das Hochgebirge hat schönes und auß-r- ordentlich warmes Wetter. Eine rasche Witterungsumgestaltung ist noch nicht wahrscheinlich, doch kann mit einer langsamen Abkühlung gerechnet werden.
Aussichten für Freitag: Vielfach Nebel oder Hochnebel mit zeitweilig geringfügigem Regen, im ganzen etwas kühler, schwache Luftbewegung.
Lufttemperaturen am 28. November: mittags 6,1 Grad Celsius, abends 5,1 Grad; am 29. No- vember: morgens 4,8 Grad, Maximum 6,1 Grad, Minimum 4,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. November: abends 4,6 Grad; am 29. November: morgens 4,7 Grad.
Hauptschriftleiler: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot. für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. X. 34: 10 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerck
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