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tür ihre vornehmste internationale Pflicht, diese Zerantwortung vor dem höchsten Organ der Völker- Imndsgemeinfchaft zur Anzeige zu bringen.

Ungarn weist die südslawischen Veschuldigungen zurück.

Genf, 29. Nov. (DNB.) Der Führer der unga- chchen Abordnung Tibor Eckhart hat zu der süd- lawischen Denkschrift eine Gegenerklärung derausgegeben, in der die in dieser Denkschrift ent­haltenen Behauptungen aufs Schärfste zu- lück gewiesen werden. Die Erklärung betont, tafc es der südslawischen Regierung lediglich auf dne beabsichtigte Diffamierung Ungarns zu raein politischen Zwecken ankomme. Der Mörder sei !in Ungarn vollkommen unbekannt und rote dort niemals gewohnt. Richtig lei, daß I rei der Verschworenen vor dem Atten- !,atin Ungar n gewohnt haben. Andere Per- ünlichkeiten gleicher Art seien aber aus anderen Ländern gekommen, und die Verschwörung selbst t*i außerhalb Ungarns geplant worden. ; ngarn habe seit dem letzten Frühjahr die nöti­gen Maßnahmen ergriffen, um zu ver­blassen, daß die südslawischen Emigranten Janka l uszta verlassen. Im übrigen sei Janka Puszta kein bager, sondern eine bescheidene Farm, die 30 oder 0 kroatische Emigranten beherbergt habe. Das lanze sei eine private Angelegenheit ,-^wesen. Die Räumung von Janka Puszta sei am I Oktober bendet gewesen. Die ungarische Regierung hbe durch die Auflösung desLagers" die F o r - her u n g e n Südslawiens vollständig e r- (üUt.

Dann heißt es weiter: Ich protestiere auf das kmergischste gegen alle Anspielungen der südslawi- sven Regierung, in denen offiziellen unga- n.schen Persönlichkeiten oder Offizie- 12 n der ungarischen Armee eine Rolle rgeroiefen wird oder Absichten, die sie für das Attentat selbst verantwortlich machen oder für lZendeinen anderen Terroristenanschlag oder auch wr für die verabscheuenswüvdige Verschwörung. Senso muß ich energisch Verwahrung einlegen ge- c n die offensichtlich bösartiae Anspielung der süd- suwischen Regierung, wonach die ungarischen 1 ehörden die Ziele und Methoden der terroristi- h-en Emigranten gekannt hätten, die sich auf mg arisch em Boden befanden, und wonach die unga- i che Regierung in ihrer Rote vom 26. April diese Beschuldigung selbst zugestanden hätte.

Dann heißt es u. a. weiter: Die südslawischen slüchtlinge haben niemals von feiten Ungarns aoas anderes als ein einfaches Asyl erhal- in, was alle ander en Länder ihnen eben« ha H s gewährt hätten. Die revolutionäre kroatische Isewegung hat niemals eine finanzielle Unterstützung von ungarischer Seite erhalten, tioroeit diese Emigranten eine strafbare T ä - I gkeit betrieben, sind die Behörden stets gegen f mit unnachsichtiger Strenge vor- ji2 g a n g e n. Die revolutionäre kroatische Be­rgung kann in keinerlei politische Beziehung zu dir gegenwärtigen Politik Ungarns gebracht wer- dm. Es ist eine bekannte Tatsache, daß das un- oi rische Streben nach einer friedlichen Revision sitz nid)t auf Kroatien bezieht. Diese revolu- ti näre Bewegung, die mit legalen oder illegalen Mitein überall betrieben wird, wo Kroaten leben, h.tt ihre ausschließliche Quelle in einer Unzufrie- dlnheit, die aus der inneren Lage Süd - sl>a Wiens kommt. Das Marseiller Verbrechen i| nichts anderes als die natürliche Folge einer L rschwörung, die im Innern von Südsla - lliien selb st angezettelt worden ist. Die ungarische Ration und ihre Regierung verurteilen alüe Terrorakte, lehnen die Verleumdungen der siDslawischen Denkschrift ab und stellen sich mit rinem Gewissen vor die Öffentlichkeit der ganzen Lielt, um ihre Ehre zu verteidigen und die Wahr­st zu beweisen.

Der prager Ltniversiiäis- skandal.

Rektor und Dekane legen ihre Aemter nieder.

SP rag, 28.Rov. (DRB.) Rektor und De« k i n e der Prager deutschen Universität haben in der ksitzung des Akademischen Senats vom 28. Novem­ber die Erklärung abgegeben, daß sie ihr Amt nieberlegen, um damit einen bedeutsamen tliugenblick in der vielhundertjährigen Geschichte der hatschen Universität zu Prag zu kennzeichnen. Der ^'ademische Senat spricht den zurücktretenden Wür­denträgern das vollste Vertrauen aus. Er aiot zugleich der sicheren Erwartung Ausdruck, daß o efe feierliche Dertrauenskundgebung bei der ge­samten Professoren- und Studentenschaft Wider- b:a 11 f i n b e n und daß es den vereinten Bemühun­gen aller Unioersitätskreise gelingen werde, Rektor irib Dekane zur Zurücknahme ihres Entschlus- leü zu bewegen. Rektor und Dekane dankten für den Üiisdruck des Vertrauens, behielten sich eine end- Mige Entscheidung vor und ersuchten ihre gesetz­ten Vertreter, vorläufig die Geschäfte der Prager Rutschen Universität weiterzuführen. In Kreisen der s'ager deutschen Studenten wurde die Absicht laut, di? ihrer Insignien beraubten deutschen Universität n -u e zu widmen. Um dem Ernst und der Not der I Mit Ausdruck zu verleihen, soll eine Rektors- litte aus Eisen und ein Zepter aus kichenholz angefertigt werden, die bas Da­hm des 2 6. November 1934 tragen. Die Dittel werden die deutschen Studenten aus- jc.ließlich in ihren Reihen aufbringen.

Im Abgeordnetenhaus brachte der deutsche chnst- Asoziale Abgeordnete Dr. Luschka als Beauf- hiigter der gesamten deutschen Opposition die Um« OTfitätsangelegenbeit zur Sprache. Die Regierung W wissen müssen, daß der Erlaß zur Uebergabe b'r Insignien ein erneuter Anlaß zu Stö- ringen des Friedens im Lande werden trifcte. Gerade jetzt sei dies der ungünstigste Zeit- pr.ntt zur Inszenierung des Insignienstreites ge- chsen. Gerade jetzt hätten sich d i e Deutschen

lückenlos in Anerkennung geschichtlicher Tatsachen zum Staat bekannt. Sie hofften, für ihre Loyalität gerade auf kulturellem Gebiet Entge - genkommen zu finden und haben eine Ent­täuschung erlitten. Im Universitätsgesetz von 1920 seien auch manche Bestimmungen zugun ° st en der Deutschen enthalten, die jedoch noch nicht durchgeführt worden seien. Der Ab­geordnete schloß wörtlich:Wir verlangen Sicher- heit und behördlichen Schutz für die deut­sche Universität. Wir wollen die ganze Angelegen­heit würdig behandeln. Es handett sich für uns nicht um eine Prestigefrage, sondern um ein lebens­wichtiges kulturelles Interesse des gesamten Sudetendeutschtums."

Weitere Protestkundgebungen in deutschen Universitätsstädten.

Berlin, 28. Rov. (DNB.) Die Studierenden der Technischen Hochschule Berlin- Charlottenburg versammelten sich zu einer Protestkundgebung gegen die Prager Ausschreitun­gen. Aus allen Hörsälen und Seminaren ftrömten Studenten, Professoren und Hochschulbeamte in den riesigen Lichthof. Sprechchöre gaben unter dem stürmischen Beifall der Studierenden ihrer Empö­rung über die Prager Vorfälle Ausdruck. Der Studentenschafts ührer wies darauf hin, daß seit sechs Jahrhunderten deutsches Kulturgut und deutsche Wissenschaft in der Tschechoslowakei verkündet werden und hervorragende deutsche Wis­senschaftler an der deutschen Universität Prag ar­beiten. Heute könnten es sich kleinliche Elemente nicht verkneifen, alle Regungen des deutschen Gei­stes abzudrosseln. Mit großem Beifall wurde der Rektor, SA.-Oberführer Prof. v. Arnim, begrüßt, der die Studentenschaft zur Disziplin er­mahnte und unter stürmischen Beifallskundgebungen verkündete, daß zum Protest gegen die Prager Vorfälle die Vorlesungen an diesem Tage ausfiel en. In mustergültiger Ordnung for­mierten sich darauf die Studenten, um durch Den Tiergarten zur tschechischen Gesandt­schaft zu ziehen. Nationalsozialisttsche Kampf­lieder und Sprechchöre begleiteten den Marsch. Auf mitgeführten Transparenten sah man Inschriften und Kampfrufe, die der Empörung der Studenten­schaft Ausdruck gaben. Aehnliche Kundgebungen fanden auch in Frankfurt, Heidelberg und Mün­chen statt.

OerWille derGaarbewohner ist Gesetz."

DieStainpa" zur Saar-Abstimmung.

Mailand, 29. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die Starnpa" schreibt: Für die Saar muß alles m i t Klarblick und Gerechtigkeit vorbereitet werden. Der Abstimmungstag muß wirklich das Ende eines krankhaft gespannten Zu- st a n d e s an der Rheingrenze bedeuten. Der Dreierausschuß arbeitet seit Wochen unter dem Vorsitz von Baron Aloisi daran, um dieses Ziel zu erreichen. Bemerkenswert ist, welches An­sehen dieser Ausschuß bei den streitenden Parteien genießt. Man müsse wünschen und sich bemühen, damit seine Schlußfolgerungen das gleiche Ver­trauen erlangen und keine Schatten hin­terlassen. Der Wille der Saarbewoh­ner i st Gesetz. Die vertraglichen Bestimmun­gen müssen beachtet werden. Wenn ihre Anpassung an die Zeit nötig ist, muß die Gerechtigkeit jeden einseitigen Druck überwinden. Wenn am Tage nach dem 13 Januar das Schicksal des Saarbeckens ohne Nachwirkungen entschieden ist, wird Europa aufatmen.

Die Zusammenarbeit der ostasiatischen Nächte.

Tschiangkeischek über das Verhältnis Chinas zu Japan.

Schanghai, 28. Nov. (DNB.) In einer Un­terredung, die der chinesische Generalismus Tschiangkaifchek einem Vertreter der Osaka Mainichi Shimbun gewährte, betonte der Marschall, China und Japan seien Schwesternationen, deren Beziehungen auf Gerechtigkeit und guten Willen begründet sein sollten. Eine Verzögerung der chinesisch-japanischen Zusammenarbeit durch ein weiteres Anwachsen der militärischen und wirtschaftlichen Einflüsse anderer Mächte in China sei nicht zu befürchten, da sowohl Amerika wie die europäischen Staaten sich einer Ausdehnung ihres Einflusses entfiel« t e n. Eine Lösung für das chinesisch-japanische Ver­hältnis könne auf der Grundlage gegen­seitiger Achtung und gegenfeitgen Vertrauens durchaus gefunden werden. Dabei liege der Schlüssel der Lage völlig in den Händen Japans. Die Verwirklichung der allasiatischen Lehre, der Gleichberechtigung und gegenseitiger Zusammenarbeit werde sich nie­mand in China widersetzen.

Amerika

zum Wettrüsten mit Japan bereit.

Neuyork, 28. Nov. (DNB.) Eine Erklärung des Vorsitzenden des Flottenausschusses im Unterhaus, S i m s o n, sagt, daß die Vereinigten Staaten auf drei japanische Kriegs­schiffe fünf amerikanische bauen wür­den, falls die Kündigung des Flotten­paktes durch Japan tatsächlich erfolgt. Simfon fügte hinzu: Der Weltkrieg hat bewiesen, daß die Kosten militärischer Rüstungen unendlich ge­ring sind gegenüber den Kosten eines wirk­lichen Krieges. Die Vereinigten Staaten könn­ten Japan keine Flottengleichheit zuge­stehen, selbst wenn die Washingtoner und Lon­doner Verträge darüber zugrunde gehen sollten.

Die englische Prinzenhochzeit.

Heute heiraten Prinz Georg und Prinzessin Marina in London.

London am Hochzeitsmorgen.

London, 29. Nov. (DNB.-Funkspruch.) Heute vormittag wird in der Westminster-Abtei die Ver­mählung des vierten Sohnes des englischen Königspaares, des Herzogs von Kent, mit der griechischen Prinzessin Marina vollzogen werden. Der Nebel, der London mehrere Tage ein­hüllte, hat sich verzogen. Nur ein leichter Dunst liegt über der Themse. Die Wettervorhersage kündigte leidlich gutes Wetter an. Bereits kurz vor

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Die Geschenke zur Vermählung desHerzogsvon Kent mit der Prinzessin Marina von Griechen­land, die aus allen Teilen der Welt in London zu­sammengekommen sind, wurden im St.-James-Pa- last ausgestellt. Dort durften sie von Vertretern der Preffe besichtigt werden, die, wie unser Bild zeigt, sich genaue Aufzeichnungen über die einzelnen Gegenstände machten.

1 Uhr nachts erschienen gegenüber der Westminster- abtei und in Whitehall, Der Straße des Regie­rungsviertels, eine Anzahl Frauen, die sich Plätze als Zuschauer sichern wollten. Sie waren in dicke Decken gehüllt und vertrieben sich die Zeit mit Stricken und Lesen im Schein der Straßenlampen. Auch die Straßenhändler, die in der Hauptsache kleine Fahnen und sonstige Erinnerungszeichen ver­kaufen, gingen bereits zu nächtlicher Stundein Stellung".

Oie Glückwünsche des Führers.

Der Führer, und Reichskanzler hat Ihren Majestä- ten dem König und der Königin von England zur Vermählung des Herzogs von Kent mit der Prin­zessin Marina von Griechenland telegraphisch seine aufrichtigsten Glückwünsche ausgesprochen. Der Führer und Reichskanzler hat ebenso dem jungen Paar selbst telegraphisch seine herzlichen Glück- und Segenswünsche übermittel.

Was eine Prinzenhochzeit kostet.

Wenn diese Zeilen erscheinen, wird die größte Sensation, die London seit langen Jahren ge­sehen hat, ihr Ende genommen haben: unter der Anteilnahme ganz Englands werden Prinz Georg von England und Prinzessin Ma­rina von Griechenland endlich Mann und Frau geworden sein, und die rasenden Reporter werden sich für ihre Stifte und Kameras andere Objekte suchen müssen unter tiefem Bedauern übrigens, denn einen so dankbaren Stoff werden sie so leicht nicht wiederfinden. Am meisten interessiert zur Zeit den Engländer noch die Frage, wer denn eigent­lich die immensen Kosten der Hochzeit be­zahlt? Nun: keineswegs der angehende Ehemann, sondern die königliche Schatulle. Prinz Georg wäre dazu gar nicht in der Lage, denn seine Bezüge stellten sich bisher fürs Jahr auf ungefähr hundert­fünfzigtaufend Mark. Allerdings bedeutet die Heirat nebenbei auch noch eine gewaltige 23 e r b ei­fer u n g feines Einkommens; sogleich nach der Trauung erhöht es sich nämlich auf dreihundert- fünfundsiebziatausend Mark, und für jedes Kind, das dieser Ehe entsprießen wird, erhält er jährlich einen weiteren Zuschuß von ungefähr hundert­tausend Mark. Davon läßt sich eigentlich schon leben...

Dieses finanzielle Drum und Dran der Hochzeit ist gerade dem Durchschnittsengländer ungeheuer wichtig. Mit Spannung vernimmt er, daß sich Prinz Georg einen H o ch z e i t s r e i s e a n z u g hat machen lassen, der eine extra für ihn entwor­fene Farbe zeigt und nicht weniger als taufend Mark kostet. Seine ganze Reifeaussteuer hat die Summe von zwanzigtaufend Mark erfordert. Was die Hochzeit selbst verschlang, ist vorerst noch gar nicht abzusehen; fest steht nur, daß sie ein gewal­tiges Loch in die königliche Schatulle gerissen haben muß. Immerhin ist diese Hochzeit ein gutes Ge- schäft für zahllose Unternehmer gewesen. Glück-

lich sind vor allem die Bewohner der Häuser daran gewesen, die den Weg des Brautzugs vom Bucking­ham-Palast zur Westminster-Abbey säumen. Hier ist jeder Fensterplatz für die erstaunliche Summe von zweitausend Mark vermietet worden! In der Nähe der Kirche errichteten geschäftstüchtige Unternehmer Tribünen; der Platz kostete zwei­hundert Mark. Im Verhältnis zu diesen Summen sind die Plätze in der Kirche selbst, die schon Wochen vorher ausverkauft waren, billig gewesen sie kosteten nämlichnur" fünfzig Mark, und die Gelder aus diesem Verkauf flössen den verschieden­sten Wohltätigkeitseinrichtungen Englands zu. Die Hochzeit ist überhaupt in großzügigster Form sozialen Zwecken dienstbar gemacht wor­den. Vor allem hat das Brautpaar gebeten, ihm alle geplanten nationalen Geschenke lediglich in Form von Spenden für Kranke und Arme machen zu wollen. Diese Bitte hat feine Beliebtheit noch gesteigert.

Aber wer ist der reichste Schwieger« vater der Welt?

Es ist ein Irrtum, anzunehmen, der König Georg V. von England, der Schwiegervater der griechischen Prinzessin Marina, sei der reichste Schwiegervater Der Welt, Das ist vielmehr Der Nizam von HaiDarabaD in Indien, also ein Untertan Des Kaisers von InDien. Man kennt Den ungeheuren Reichtum Der inDischen Nabobs an Juwelen, aber seiner von ihnen kann sich mit Dem Nizarn von HaiDarabaD auch nur an­nähernd messen. Seine Schatzkammern befinben fick irgenDroo in Der Nähe feiner ResiDenz, Doch noch nie hat ein Europäer Den Blick in sie tun können. Die Vorfahren Des jetzigenNizams haben keine Ge­legenheit, Die Schatzkammern mit Den kostbar­sten Juwelen zu füllen, vorübergehen lassen, und diese Tradition wird streng bewahrt. Außer Dem Besitzer dieser Schätze wissen nur die Schatz­wächter den Weg in Die Kammern und Den Wert Der ihnen anoertrauten Schätze. Noch nie hat einer von ihnen über sie auch nur Das Geringste ver­raten. Fühlt ein Schatzwächter sein EnDe nahen, bann teilt er fein Geheimnis feinem Sohn mit. Der Dann Das Amt übernimmt. So roirb schon feit Ge­nerationen verfahren. Die beiben Töchter bes Nizams werben in Kürze heiraten. Ihre zukünftigen Gatten sinb bie Söhne bes Nabob Muzaffar Jung Bahabbur, bie in Englanb ftubiert haben, jetzt aber triebet bie Lebensweise und Tracht ihrer Ahnen übernommen haben. Dor Der Hochzeit roerDen Die Töchter in Die Schatzkammern ihres Vaters geführt, wo sie nach Belieben sich Den schönsten Schmuck aussucben Dürfen. IeDer Verwanbte des Nizams, dem Diese Gunst gewährt wird, wird mit verbundenen Augen durch die langen Gänge geführt, bis Die Schatzkammer erreicht ist. Hat Der oDer Die Glückliche Die Wahl getroffen, Dann roerDen Die Kostbarkeiten von Dem Oberschatzmeister verbucht, Denn Die Juwelen sind nur auf Lebenszeit ausgeliehen. Sobald ein Be­sitzer dieser Juwelen stirbt, meldet sich der Ober­schahmeister bei den Hinterbliebenen, um bie aus­geliehenen Juwelen roieber in Verwahrsam zu neh­men. Auf biefe Weise wirb ber Reichtum ber Na­bobs von Geschlecht zu Geschlecht nicht nur erhal­ten, fonbern burch Zukauf noch vermehrt. Die zu­künftigen Schwiegersöhne sinb ben Töchtern bes Nazim von Haibarabab schon in ihrer ersten Le- bensftunbe bestimmt worben, sie haben sie bis heute noch nicht gesehen; erst auf ber Hoch­zeit werben sie beurteilen können, ob bie Schön­heit ihrer Frauen ber Pracht ihres kostbaren Schmuckes entspricht.

Oer Präsident von Bolivien im Kriegsgebiet gefangen genommen.

London, 28. Nov. (DNB.) Reuter meldet aus Neuyork: Der Präsident von Bolivien, Sala­manca, wurde von Truppen in der Gegend von Chaco Boreal gefangengenommen. Sala­manca hatte sich ins ^Haco-Gebiet begeben, um wegen ber kürzlichen Nieberlage ber boli­vianischen Armee gegen bie Paraguayaner einen Wechsel im Obertommanbo ber Armee vvrzunehmen. Nach einer weiteren Reuter- melbung mürben im Chacogebiet außer bem Präsi» benten Salamanca auch ber neugewählte Präsibent Tamayo unb zwei Töchter Salamancas sowie ber Kriegsmini st er ge­fangengenommen. In Santiago be Chile verlautet, baß ber von ben Paraguyaern gefangene Präsibent Boliviens abgedankt hat. Vizepräsident T e j a d a soll die Macht über­nommen unb eine nationale Regierung gebt!bet haben, bie bie Führer sämtlicher Par­teien umfaßt.

Obergebietsführer Stellrecht gibt den neuen Schulungsplan der HI. bekannt.

Obergebietsführer S t e 11 r e ch t verkünbete in berStunbe ber jungen Nation" ben neuen Schulungsplan ber H I. unb führte u. a. aus:Mit bem heutigen Tage wirb bte zweite Schulungsreihe ber Hitler-Jugenb eröffnet. Die erste Reihe hat euch ben Weg bes beutschen Volkes gezeigt. Die neue Schulung führt euch in bie gro­ßen Grundgebanken bes Nationalsozialismus ein, legt sie klar vor euch aus unb vertieft euer Den­ken. Wir werben roieber anknüpfen an bie Alt- oorberen, weil wir von ihnen zu uns eine neue klare Beziehung sehen, unb weil wir nichts sinb ohne sie. Wir werben euch bie beiben großen Wege ber beutschen Politik aufzeichnen, ben Weg ber Kaiser nach bem ©üben unb ben Weg bes beutschen Volkes nach bem leeren Raum im Osten. Ihr roer­bet es schwer haben, an Tugenben ber Generation gleichzukommen, bie ben größten Krieg ber Welt burchstritten hat unb bie stark genug war, auch