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anderen Staatsmännern In Europa habe, werde mehr und mehr der Argwohn wachsen und es könne fein, daß auch Deutschlands eigene Schwie­rigkeiten immer weiter wachsen werden.

Baldwin schloß: Ich hoffe, daß diese Aussprache, die mit einem aufrichtigen und berechtigten Wunsch eingeleitel worden ist, die Wahrheit in Europa kennenzulernen, größere und bessere Folgen haben wird als irgend jemand von uns für möglich gehalten hat. Vielleicht ist dadurch Gelegenheit für einen ersten S chritt geschaffen worden, von neuem die Nationen Europas zufammenzubringen und vielleicht wird, nachdem man aus der Verschlech­terung der Lage Europas in den letzten zwei Jahren etwas gelernt hat, die Stimme der Weisheit und des Friedens sich doch noch geltend machen.

Der Abgeordnete Morgan Jones, der für die Arbeiteroppofition das Wort ergriff, bemerkte, die Leute, die für die Kriegsstimmung verantwortlich seien, seien die Regierung und ihre Anhänger. Er glaube nicht, daß man eine Einigung Europas erreichen könne durch ein System von Bündnissen großer Mächte, die gegeneinander rüsten, wie sie dies in den Tagen vor dem Weltkrieg taten. Das junge Deutschland sei er­mutigt worden, auf die Philosophie der Gewalt zurückzugreifen,weil wir unser eigenes Wort nicht gehalten haben".

Lloyd George

dankte dann Baldwin für diesehr klare und be­ruhigende Erklärung über die von der Regierung unternommenen Schritte". Dom militärischen Stand- punkt bestehe kein Zweifel, daß Deutschland un­endlich stärker für seine Verteidigung sei als vor einem Jahre.

Frankreich zum Mall bis auf die Zähne gerüstet Oie deutschen Rüstungen haben reinen Verteidigungscharakter.

Aber es sei ein großer Unterschied zwischen einem Heer, das vorbereitet für die Verteidigung sei, und einem Heer, das aus den eigenen Befestigungen in ein anderes Land einbrechen könne. Lloyd George erklärte:Ich habe keinen Aweifel, daß Deutschland in einer starken Stel­lung ist, wenn es angegriffen wird. Aber es ist etwas anderes, wenn man glauben wollte, daß Deutschland die mächtigen Festun­gen durchbrechen könnte, die die Franzo­sen errichtet haben, Festungen, die, wenn sie im Jahre 1914 vorhanden gewesen wären, be­deutet hätten, daß man niemals verwüstete Gebiete erlebt hätte." Es gebe, fuhr Lloyd George fort, keine Beweise irgendwelcher Art, daß Deutschland schwere Geschütze hergesiellt habe. Deutschland brauche sehr lange Zeit, Aus­rüstungen dieser Art herzusiellen. Man brauche sich nur den deutschen haushalt anzusehen. Er betrage weniger als die Hälfte des französischen.

Ich kann mir nicht vorstellen, daß Deutschland uns mutwillig angreift. Um was zu gewinnen? Was die Geheimtuerei anbetrifft, so bemerkte Lloyd George weiter, glaube ich, daß es unendlich besser sein würde, wenn Deutschland ausdrücklich mitteilt, was es ausgibt, und uns dies wissen läßt.

In Kriegszeiten zählen vor allem die Reser­ven jedes Landes. Frankreich hat über

vier Millionen ausgebildeter Männer in Reserve, jeder bereit mit einem Gewehr und es besitzt alles, was ihm ermöglichen würde, ein Heer von Millionen ins Feld zu stellen. Frankreich ist im gegenwärtigen Augenblick für einen großen Krieg besser

ausgerüstet, als es im Jahre 1914 war.

Nach unerhört scharfen Angriffen gegen die na­tionalsozialistische deutsche Regierung betonte Lloyd George:Inzwischen laßt uns Deutschland klar­machen, daß wir beabsichtigen, seine Beschwer­den in billiger und unparteiischer Weise zu er­wägen. Ihnen ist feierlich von den Unterzeichnern des Vertrages von Versailles versprochen worden, daß, wenn sie abrüsten, die anderen n a ch f o l g e n werden. So lautete das Versprechen. 14 Jahre lang haben sie auf die Ein­haltung gewartet. Sie hatten eine aufein­anderfolgende Reihe der friedlichsten Minister der Welt. Sie ersuchten dringend die Großmächte, zu beginnen, ihr Versprechen einzuhalten, erhielten als Antwort aber eine Reihe von Pakten, die den Krieg verdammen. Inzwischen hat jedes Land außer Großbritannien seine Rüstungen, Geschütze und Reserven erhöht. Geld wurde an Deutschlands Nachbarn verliehen, um mächtige Heere an seiner Grenze aufzubauen. Wie kann man überrascht sein, daß die Deutschen schließlich zur Revolution gegen das getrieben wur­den, was sie als chronische Enttäuschung ansahen?

Deutschland das europäische Bollwerk gegen den Bolschewismus.

Das kommunistische Rußland hält Wache Über ein heftig antikommunistisches Deutschlandl Ich sage voraus, daß in einer sehr kurzen Zeit vielleicht in ein, vielleicht in zwei Jahren die konservativen Elemente in England a u f Deutschland als ein Bollwerk gegen den Kommunismus in Europa blicken werden. Denn Deutschland vor dem Kommu­nismus niederbricht und der Kommunismus Deutschland ergreift, so wird Europa fol­gen, weil die Deutschen ihn am besten bewerk­stelligen würden. Ihr werdet Deutschland als euren Freund begrüßen. Ich bitte die Regierung, zu erwägen, ob nicht eine weitere Möglichkeit besteht, zu versuchen, die Machte in Europa zu überreden, ihre Zusage und ihr feier­liches Versprechen, abzurüsten, wenn Deutschland dies tut, neu zu erwägen. Ihr werdet nicht Frieden in Europa haben, bis ihr das tut.

Das konservative Mitglied Lord W i n t e r t o n , eines der Mitglieder, die Churchills Abänderungs­antrag unterstützen, erklärte, die Hauptbeschwerde Deutschlands sei der Versailler Vertrag. Es sei unsinnig, dem Unterhaus vorzureden, daß Abrüstung die einzige Frage sei, die Deutschland verärgert. Zwischen Europa und dem Frieden stän­den die im Jahre 1919 niedergelegten Bedingun­gen.Wir stellen", bemerkte Winterton,jede Ab­sicht der Feindseligkeit gegenüber Deutschland in Abrede. Wir bewundern seine Männlichkeit und seine Entschlossenheit sowie die Art, in der es wäh­rend all' dieser Jahre der Peinigung weiterhin seinen nationalen Geist aufrechterhalten hat. Aber ebenso gut sagen wir, daß wir nicht wün­schen, den mächtigsten unserer frühe­ren Feinde genau so stark, wie wir es sind, in der Luft zu sehen, solange er vor­sätzlich den Völkerbund verlassen und das soge­nannte kollektive Friedenssystem beiseitegeschoben hat." Winterton fuhr fort, Informationen feien in Frankreich ausgegeben worden, wonach Grund zu der Annahme bestehe, daß das deutsche Kurz­dien st Heer von 300 000 Mann in 21 ziemlich gut ausgerüstete Divisionen eingeteilt sei. Lloyd George irre sich, wenn er denke, daß dies Heer

nicht eine große Menge Geschütze, auch 15-Zen- timeter-Geschütze, besitze.

Hierauf fragte Lloyd George, ob Simon eine Information über die schwere Artillerie und die 15-Zentimeter-Geschütze geben könne. Churchill verlangte Informationen über das deutsche Heer. Simon erwiderte, das Friedenskurzdienst- heer von 300 000 Mann werde in 21 Divisionen organisiert, wie er annehme, zusammen mit mecha­nisierten Formationen und Kavallerie. Er wisse nichts über die Ausrüstung mit 15-Zentimeter- Geschützen.

Der Staatssekretär des Aeußeren Sir John Simon

der die Aussprache beendete, beantwortete einige Fragen. Die Rede Baldwins fei dem deut­schen Reichskanzler, Frankreich, Ita­lien und den Vereinigten Staat en mit vollen Erläuterungen m i t g e t e i l t worden, weil es sich nicht um eine englisch-deutsche Frage, sondern um eine W e l t f r a g e handele. Durch dieses Ver­fahren habe die Regierung geholfen, einen Teil der Besorgnis, des Argwohns und her Uebertreibung, die bestanden hätten, zu beheben. Wenn wir eine Vereinbarung erzielen können, so würden wir gern eine vereinbarte Abrüstung auf einem niedrigen Stand sehen. Wenn wir nicht ein unerreichbares Ideal erreichen können, so müssen wir suchen, eine Vereinbarung zum niedrig st en Stand, zu dem sie erreicht werden kann, zu erzielen. Wir erklären von neuem, daß wir für geregelte Beschränkung sind im Gegensatz zu Wettbewerb und ungeregelten Rüstungen. Wir ersuchen das Haus, uns zu helfen, für Europa eine Politik des Friedens zu fördern, die nicht auf die Vorschriften der Nachkriegsperiode gegründet ist, sondern eine neue Bemühung darstellt, den Frieden in der Welt zu errichten."

Der Abänderungsantrag der Ar­beiterpartei zu Churchills Abänderungs­antrag zur Antwortadresse auf die Thronrede wurde mit 276 gegen 35 Stimmen a b - gelehnt. Churchill zog hierauf feinen Abänderungsantrag zurück. Die Antwortadrefse selbst wurde darauf­hin gebilligt

Das Echo der englischen presse.

London, 29. Nov. (DNB.)Time s" unter­streicht Baldwins Ausführungen über Revolutio­nen und Diktaturen: Der Diktator ist beinahe un­vermeidlich bei Männern, die in der diplomatischen Ueberlieferung unerfahren sind und die Staatsmän­ner anderer Länder nicht kennen. Seine privaten Sendboten können diesen Mangel nicht in kurzer Zeit abstellen. Es wird natürlich alles darauf an­kommen, ob der Reichskanzler seinen Wunsch be­weist, die ihm zukommende Rolle in einem Kol- lektivsystem zu spielen. Zweifellos ist, vom deut- schen Gesichtspunkt aus betrachtet, die notwen­dige Vorbedingung dieser Rückkehr in die Gemeinschaft der Nationen die Anerkennung der deutschen Gleichheit in irgendeiner praktischen Art und Weise.

Das Blatt pflichtet Lloyd Georges Aeuherun- gen über die Sinnlosigkeit eines deutsch-französischen Wettrüstens bei und schließt: Was ist geeignet, dieser zweck­losen, fieberhaften und herausfordernden Re-

benbuhlerfchaft ein Ende zu machen? Sicher wird ihr zum ersten 2Ual Einhalt getan wer­den, wenn wir wagen, um die Worte des Ge­nerals Smuts zu gebrauchen, Deutschland völlige Gleichberechtigung der Rechtsstellung mit feinen Gefähr- tenoffen, freimütig und ohne Vorbehalt" zuzuerkennen. Dann kann ein

neuer Anfang gemacht werden.

Daily Telegraph" (Konservativ) drückt die Hoffnung aus, daß Deutschlandin seinem eigenen Interesse" dem von Baldwin gegebenen Wink Folge leisten und seiner Politik der Vereinsamung ein Ende machen werde.M o r n i n g Po ft" (ultra- konservativ) sagt, daß Deutschland vielleicht keine bösen Absichten gegenüber England habe. Aber die Politik der deutschen Regierung erweckte den Wunsch, alle vernünftigen Vorsichtsmaßregeln gegen unerfreuliche Ueberraschungen zu ergreifen. Das ArbeiterblattDaily H e r a l d" wirst der Re­gierung vor, daß sie eine Panikstimmung zu oer­

breiten suchte und daßber vorsätzlich maßvolle Ton" Baldwins dazu bestimmt gewesen sei, die Kri- senstimmung au verstärken. Es sei bezeichnend, daß Churchill die Antwort der Regierung so befriedigend gefunden habe, daß er feinen Abänderungsantrag Aurückzog. Der liberaleNews C h r o n i c I e" hat gegen eine bescheidene Perstärkung der britischen Streitmächte nichts einzuwenden, beklagt aber, daß Baldwin kein Zeichen für eine Aenderung der Rüstungspolitik Der Regierung gegeben habe. Das Blatt bedauert, daß England sich niemals mit voller Kraft für ein kollektives Sicherheitssystem einge­setzt und keine wesentliche Verminderung der Rü­stung herbeigeführt habe.Daily M a i r (Rother- mere) ist, wie zu erwarten war, tief enttäuscht über dasTändeln und Zaudern" der Regierung. Das Blatt pflichtet Churchills Worten durchaus bei, daß Deutschland reich an militärischen lieber« raschungen sei und erklärte, die Haltung des schlaf- mützigen Kabinetts von alten Träumern bringe England in große Gefahr.

Unzufriedenheit in Paris.

Paris, 29. Nov. (DNB.-Funkspruch.) Die De­batte im englischen Unterhaus über die deutschen Rüstungen findet in der Pariser Presse starken Wi­derhall. Die meisten Blätter sind zwar zufrieden mit dem scharfen Ton, den Churchill angeschla­gen hat, aber anscheinend wenig befriedigt von den Erklärungen Baldwins und Simons. Der Londoner Havas-Berichterstatter hebt hervor, daß man in englischen Kreisen eine gewisse Ueberraschung über den Unterschied über den Ton und im Inhalt zwischen den Reden Bald­wins und Simons nicht verheimliche und dem eine bestimmte Absicht zuschreibe. Durch den Hinweis auf die militärischen Hilfsquellen Englands habe Baldwin das Unterhaus beruhigen und vor dem Ausland sein Vertrauen zum Ausdruck bringen wollen. Gleichzeitig aber hätte der Leitsatz seiner Ausführungen und noch viel eindeutiger die Worte Simons den Zweck gehabt Deutschland zu verstehen zu geben, daß eine Tür für die PerHand­lungen auf der Grundlage der Ein­deutigkeit und Klarheit offen bleibe.

DerF i g a r o" fragt, was die Ankündigung eines Vorschlages Deutschlands bezüglich der Rü­stungen besagen solle. Handele es sich etwa um den Beginn von Verhandlungen? Hier zeige sich die schwache Seite Englands. Man mache Hit­ler das Spiel leicht. DasJournal" erklärt, Baldwin habe beinahe eine deutsche Mitteilung, die nicht zu verbreiten geeignet sei, angekündigt.

Das sei eine seltsame Schlußfolgerung aus einet flagranten Verletzung der Verpflichtungen. Der Excelsior" undLe Jour" wollen in sämtliche» Reden ausschließlich eine Warnung an die AdreA Deutschlands erblicken.

Der Eindruck in Warschau.

Warschau, 29. Nov. (DNB. Funkspruch.) der halbamtlichenGazeta P o l s k a" heißt es: Die ruhige, vertrauensvolle und optimistische Redr Baldwins zeige, daß die englische Regierung gegen, über Deutschland nicht d i e Befürchtungen teile, durch die die letzte Debatte in der französi, scheu Kammer gekennzeichnet gewesen fei. Im Zu. fammenhang mit den englischen diplomatischen Schritten in Berlin könne man aus Baldwins Red, folgern, daß England in der gegenwärtigen Krise die Rolle des Vermittlers zwischen Paris uni Berlin übernehmen wolle.

Kurjer Warszawska" schreibt, (England unternehme eine neue Anstrengung, um Deutsch, land in die internationale Zusammenarbeit zurück, zuführen und sei bereit, dafür den Preis bei praktischen Anerkennung der bis, herigen deutschen st ungen zu zahlen Die Ausführungen Paldwins hätten sich durch wi gewöhnliche Ruhe und Ueberlegung scharf abge. hoben von den panikartigen Reden in der franzö fischen Kammer. Der erste Eindruck der Erklärun. gen Baldwins erlaube die Folgerung, daß ei Deutschland die Rückkehr nach Genf ohne P r e st i g e v e r l u st öffnen wolle, nämlich nach Erreichung des Zieles, dessentwegen Deutschland aus der Abrüstungskonferenz und aus dem Pötter bunt) ausgeschieden sei. Baldwin schaffe eine neu« Situation, deren Entwicklung gleichermaßen von Berlin wie von Paris abhänge. Der englische Schritt in Berlin weise daraus hin, daß der Boden für eine Einladung Deutschlands zur Rückkehr in die internationale Zusammenarbeit bereits oorbr reitet fei; es fei zu erwarten, daß Berlin von dieser Einladung Gebrauch mache» werde. In Paris aber erschwere der Mangel einer e n t s ch e i d e n e n Haltung gegenüber den deutschen Rüstungen das Urteil über die Entscheidung, die die französische Regierung in dieser neuen Situation treffen werde. Es scheine jedoch, daß Laval unter dem Drucke Englands eher bereit sein werde als sein Vorgänger, und daß also ähnlich wie England auch Frankreich sich mit der Tatsache der deutschen Rüstungen ab« finden werde.

Oer neue Danziger Genaispräsideni.

Danzig, 28. Nov. (DNB.) Der Danziger Volks- tag trat zusammen, um den Nachfolger des zurückgetretenen Senatspräfidenten Dr. Rausch- ning zu wählen. Zum Senatspräsidenten muroe mit 41 Stimmen der NSDAP, bei zwei Stimmenthaltungen der bisherige Senats­vizepräsident und Innensenator Artur Karl Greiser gewählt. Die übrigen 29 Abge­ordneten der Oppositionsparteien beteilig­ten sich nicht an der Abstimmung. Der Landes­bauernführer Lothar R e 11 e 1 s k y wurde zum unbesoldeten Senator gewählt. Beide nahmen die Wahl an. Die nationalsozialistische Mehrheit des Danziger Parlaments brachte auf den neuen Senatspräsidenten und den Senator Rettelsky ein dreifaches Siegheil aus. Senatspräsi­dent ©reifer wird neben der bisher schon von ihm geleiteten Abteilung des Innern auch die Füh­rung der auswärtigen Angelegen­heiten Danzigs übernehmen.

Der neue Senatspräsident sprach seinem Vor­gänger für die zum Nutzen des deutschen Danzigs geleistete schwere Arbeit den Dank des Senates aus. Senatspräsident Greiser erinnerte an die bis- Ijeripen großen Leistungen der nationalsozialistischen Regierung auf dem Gebiete der Arbeitsbeschaffuna, der Entschuldung, der Sicherung von Ruhe und Ordnung sowie insbesondere der politischen Be­friedung mit der Nachbarrepublik Polen. An der bisherigen Einstellung gegenüber Polen werde sich nichts ändern. Die vom Nationalsozialismus ge­tragene Danziger Regieruna werde noch eine weitere Vervollkommnung dieser wechselseitigen Be­ziehungen anstreben.

Der neue Danziger Senatspräsident Artur Karl Greiser gehörte bereits seit der Machtüber­nahme am 20. Juni 1933 der Danziger Regierung als Senatsvizepräsident und Innen­senator an. Er ist außerdem SS. - Oberführer, Fliegerkommandant bei der Fliegerlandesgruppe Danzig und stellvertretender Gauleiter der NSDAP.

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Als Innensenator hat er sich insbesondere tun die Neuorganisation der Danziger Polizei große Verdienste erworben. Auch «i dar erfolgreichen Anbahnung der Verstau diu gung mit Polen ist Greiser nicht unbeteiligt

Zusammen mit dem bisherigen SenatspräsideM r. Rauschning trat er im Juli 1933 jene Rc//i nach Warschau an, die Ausacmgspunkt füitaä große Werk einer ehrlichen Derständiguna zwishn Deutschtum und Polentum wurde. Greiser wuibt 1897 im Posenschen geboren. Bei Ausbruch des Krieges ging er zunächst als Freiwilliger zur Ma» rine und später zur Seefliegerei, wo er sich durch hervorragende Tapferkeit das Eiserne Kreuz 1. Klasse erwarb. Um den Ausbau der national­sozialistischen Bewegung in Danzig hat sich Greiser insbesondere als Gaugeschäftsführer in der Kämpf' zeit große Verdienste erworben.

Güdsiawiens Denkschrift zum Marseiller Königsmord dem Völkerbund überreicht.

Gens, 28.Nov. (DNB.) Die südslawische Denk­schrift, die dem Generalsekretär des Völkerbundes überreizt wurde, geht nach einer ausführlichen ge­schichtlichen Einleitung zu der eigentlichen Frage der Verantwortung für den Marseiller Anschlag über. Die Frage der Verantwortlichkeit werde durch drei Tatsachen geklärt:

1. Die Auswahl der Verbrecher sei auf ungarischem Boden unter den Terro­risten getroffen worden, die in besonderen Lagern lange und sorgfältig für die Ausführung derartiger Handlungen vorbereitet worden seien;

2. Die Verschwörer hätten das ungarische Gebiet unbehindert mit ungarischen Pässen ver­lassen ;

3. Der Marseiller Anschlag sei die Auswir­kung der Terroristenaktionen, die jahre­lang auf ungarischem Gebiet geleitet und unterstützt worden seien.

Der ungarischen Regierung wird zum Vorwurf gemacht, daß sie trotz wiederholter Beschwerden keine wirksamen Maßnahmen gegen die Terroristen getroffen habe. Dank der Duldung durch die ungarische Regierung und die Unter» tützung der Behörden habe eine wahre Verbrecher- chule entstehen können. In diesem Terroristen- eminat hätten die Organisatoren des Anschlages legen König Alexander die ausführenden Organe hrer Untat gesucht und ausgewählt. In Nagy Kanisza fei eine Art Auslosung vorgenommen wor­den, um die drei Vollstrecker des Anschlages zu wählen. Die drei Verbrecher hätten Nagy Kanisza

mit ungarischen Pässen verlaßen. Der Befehl zuk Ausreise nach Frankreich mit ungarischen Pässen, die Eisenbahnfahrkarten und das notwendige Geld seien von dem in Budapest wohnenden Führer dek Organisation überbracht worden. Trotz der wieder» holten Versprechungen der ungarischen Regierung, daß die Terroristen unter Aussicht gestellt werden, hätten die Vorbereitungen des Anschlages und die Ausreise der Verbrecher ohne jy* Schwierigkeit erfolgen können. Die Der-^ wortung der ungarischen Regierung werde bf ders verschärft durch die Tatsache, daß ihr bie Wesenheit des Attentäters Mijo Kraly gemelbjj und feine Auslieferung verlangt wurde, feine Verhaftung fei aber hartnäckig ab gelct)1 worden.

Die Denkschrift schließt: Das Marseiller Verbrechen ist die natürliche Auswirkung einer feit langem im Auslande organisierten und genährten Der» schwörerbande gegen Südslawien. Die Behörden eines einzelnen Staates stehen einer derartigen terroristischen Organisation ohnmächtig gegenüber, und ohne internationale Zusammen arbeit ist die Bekämpfung dieser besonders g fährlichen Form der internationalen Krimmalu unmöglich. Die ungarische Regierung, an o die südslawische Regierung sich so oft gewandt ya » um ihre Mitwirkung zur Perhinderung dieser u triebe zu erlangen, hat keine wirksamen Maßnaym treffen wollen. Ihrer Haltung ist es zuzuschret daß die seit längerer Zeit gegen Südslawttn 9 richteten terroristischen Aktionen zu dem MaN Verbrechen führen konnten. Die ungarische 3t 9 rung hat damit eine schwere Verantwortung nommen, und die südslawische Regierung hau w

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