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Br. 228 Zweiter Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger sm Gberhessen)Zamztag, 29. September (934

pacelli fährt zum Eucharistischen Kongreß

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Kardinalstaatssekretär P a c e l l i in Genua auf der Fahrt zum Hafen, wo er sich nach Buenos Aires einschiffte, um an dem dortigen Eucharistischen Kongreß teilzunehmen.

Ein Konzentrationslager für streikende Textilarbeiter in LlGA.

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400Lahre Lutherbibel!

Don Professor D. Schöttler, Generalsuperiniendent i. X

Die Anfangsbuchstaben in der ersten Lutherbibel, wie sie im Jahre 1534 bei dem Wittenberger Buch­drucker Hans Lufft ersckienen ist, dünken uns gewaltig, ja überwältigend. Und wie die Schrift, so ist auch der Geist, aus dem die Bibel, das Buch der Bücher, geflossen ist! Denn so sagt von ihr ein Sachverständiger, der selbst an diesem Buche mit- aearbeitet, ja mit geschaffen hat, nämlich der Apostel Petrus:Diese Schrift ist nicht aus mensch­lichem Willen hervorgegangen, sondern die heiligen Gottesmänner haben gerodet, getrieben durch hei­ligen Geist!"

Und gewaltig wie der Geist, der sie schuf, ist auch der Geist gewesen, der sie uns verdeutschte: der Geist Dr. Martin Luthers. Als sie erschien, lautete ihr Titel:Biblia, das ist die gantze Heilige Schrifft Deudsch, Wittenberg 1534." Diese Heilsbotschaft ist nun seit vierhundert Jahren durch unser Volk ge­gangen und hat die Bibel zu dem gemacht, was sie geworden ist und was sie bleiben soll bis an das Ende der Tage: ein Lebensbuch des deutschen Vol­kes, ein Kampfbuch des deutschen Geistes und ein Heimatbuch der deutschen Seele!

Das Leben eines Menschen fängt eigentlich erst an, wenn er zu sprechen anfängt. Vorher 'ist er wohl da, er existiert als Lebewesen, aber er lebt nicht als Mensch, deny er steht mit seinesgleichen nicht in der Verbindung, die den Menschen vor allen andern auszeichnet: das ist seine Sprache! Mit der Sprache wird er erst Mensch! An der Sprache wächst und entwickelt sich sein Geist; durch die Sprache schafft er sich eine Welt, die über Raum und Zeit hinausreicht und in der es Werte gibt, die nicht auf dem Markt zu Verkauf stehen.

So geht's mit dem einzelnen Menschen. So ist es auch mit einem Volk. Es wird durch seine Volks- spräche! Seine geistige Kraft, ja seine ganze innere Eigenart entfaltet sich erst dann, wenn es sich eine Sprache schafft, die allen gehört und für alle ver­ständlich ist. Sie darf nicht nur in verschiedenen Mundarten vorhanden sein, sondern muß über alle Stammesgrenzen hinaus das ganze Volk um­fassen und zu einem lebendigen Ganzen zu­sammenschließen. Diesen Dienst hat unserm Volke die Lutherbibel geleistet; aus der Bibel heraus ist die deutsche Sprache geboren! Denn eine Sprache kann man nicht machen; sie ist etwas Lebendiges; alles was lebt, muß geboren werden. Und diese Geburts­stunde schlug, als der große Reformator seinem Volk 1534 die deutsche Bibel schenkte.

Schon zwölf Jahre vorher hatte er dazu den An­fang gemacht, als er von der Wartburg das neue T e st a m e n t, das er griechisch mit nach Worms genommen, als deutsches Buch wieder mit heimbrachte. Damit hatte er dem deutschen Volk die Zunge gelöst. 1523 lehrte er sie singen mit dem deutschen Kirchenlied; 1528 lehrte er sie beten mit dem deutschen Katechismus, und das Jahr 1534 setzte seinem Werke die Krone auf in der deut­schen Bibel. Denn sie wurde das unvergleichliche, unvergängliche Lehrbuch für die Meisterschule, in die alle großen Deutschen gegangen sind. In Luthers Sprache hat Paul Gerhardt gedichtet, hat Aug. Herm. Francke die deutsche Jugend er­zogen. Zu Luthers Worten hat derfünfte Evange­list" I. S. Bach seine unsterblichen Weisen geschaf­fen und der große Weltweise Immanuel Kant seine tiefen Gedanken gekleidet. In Luthers Spuren sind alle die großen Dichterfürsten Herder, Les­sing, Klopstock, Goethe und Schiller ge­wandelt, denen wir die Blüte deutschen Geistes­lebens verdanken. Aus Luthers Bibel haben die großen Befreier Stein, Arndt, Schleier­macher und Fichte für sich und ihr Volk die Kraft geschöpft, die das Joch des fremden Erobe­rers zerbrach und ihn zu Boden stürzte. Von Luthers Bibel hat sich der große Kanzler und Gründer des deutschen Reiches deutscher Nation, der Fürst Bis­marck, täglich die Richtung geben lassen, in der er selbst ging und in der er das deutsche Volk führte. Mit Luthers Bibel ist der große Schlachtendenker M o l t k e dreimal in den Krieg gezogen. Luthers Bibel ist dem unvergeßlichenVater des Vater­landes" Hindenburg die tägliche Begleiterin gewesen. Und was Deutschlands Retter, unser Kanzler und Führer, unserm Volke ge­schenkt hat, ist es nicht in Luthers Sprache gerecht, aus Luthers Geist geboren, nach Luthers Losung gehandelt:Für meine Deutschen bin ich geboren, ihnen will ich dienen!" Wer Augen hat und sehen will, der muß es zugeben: Das Lutherbuch von 1534 ist und bleibt das Lebensbuch des deutschen Volkes!

Aber die Bibel ist nicht allein der Boden, auf dem wir stehen, die Quelle, aus der wir schöpfen, sondern auch die Waffe, mit der wir kämpfen: Die Bibel ist das Kampfbuch des deutschen Geistes! Als vor zwanzig Jahren unsere Strei­ter hinauszogen in den gewaltigen Krieg, da er­schien ein Büchlein unter dem Titel:Das Schwert des Geistes!" Es war ein Bibelauszug, der alles das enthielt, was ein deutscher Mann nötig hat im Kampf gegen alle Feinde, auch gegen den letzten, den Tod! Und es dauerte nicht lange, da wurde von allen Seiten nach diesem Büchlein gegriffen. Es war so klein und leicht, daß es in jede Tasche ging, und so ist es denn unfern tapferen Streitern ein treuer Genosse geblieben und auf allen Wegen mit ihnen gegangen, auch auf dem letzten, wie mir so mancher Vater geschrieben hat:Unter dem, was mir mein fürs Vaterland in den Tod gegangener Sohn hinterlassen hat, fand sich auchDas Schwert des Geistes!" Und mancher hat hinzugosetzt:Was ihm dies Büchlein gewesen ist, das soll es mir nun auch werden: Ein treuer Begleiter fürs Leben und Sterben!"

Das Schwert des Geistes? welch merkwür­diger Name'." so wird mancher denken. Der soll es wissen: Dieser Name stammt von dem größten Kämpfer für Jesu Sache, der je über diese Erde gegangen ist, vom Apostel Paulus. Er ruft den Christen in Ephesus zu: Ergreiftdas Schwert des Geistes, das Wort Gottes!" Er wußte wohl, warum er das schrieb. War er doch mit dieser Waffe hinausgezogen, um die Welt zu erobern für den, der von sich sagen konnte:Ich bin dazu ge­boren und in die Welt gekommen, daß ich für die Wahrheit Zeugnis ablegen soll!" Und die Wahrheit ist immer und überall die schärfste Waffe, die es gibt! Wo die Wahrheit hinkommt, da muß der Irr­tum verschwinden und muß die Lüge schweigen. Geradeso wie das Licht überall, wo es hinkommt, nicht nur alles Dunkel vertreibt, sondern auch alle die Todeskeime vernichtet, die im Finstern ihr We­sen treiben, aber im Sonnenschein zugrunde gehen!

Diese wunderbare Kraft ist dem Worte Gottes verliehen, denn in ihm tritt uns ja der Einzige ent­gegen, von dem der Jünger, der ihm am nächsten stand, sagen konnte:Es war das wahrhaftige Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kom­men!" Das war die Erfahrung, die er gemacht hatte, und die Paul Gerhardt bestätigt mit sei­nem Jubelliede: Ich lag in tiefer Todesnacht Du wurdest meine Sonne! In diese Sonne hat Luther einst sich und sein Volk hineingestellt, als er ihm die Bibel gab. Durch diese Sonne ist über der ganzen Menschheit ein neuer Frühling aufgegangen; durch diese Sonne kann allein das Dunkel, in dem wir jetzt wandeln, wieder vertrieben werden, und darum du deutscher Mensch, du deutsches Volk, du deutsche Nation an allen Enden der Erde: Hinein in die Sonne! Dann werden die Schatten schwin­den und die Wolken weichen, dann wirst du ein­stimmen können in den alten und doch ewigen neuen Sang:Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ!", dann wird dir diese Sonne zum Siege verhelfen!

Das ist keine neue Weisheit, sondern uralte Wahr­heit, die unsre Väter seit 400 Jahren erprobt haben. Darum sorgten sie dafür, daß jedes Haus, was sie bauten, einHaus in der Sonne" wurde! mit andern Worten: Sie machten die Bibel zum Haus- unb Heimatbuch! Sie sorgten dafür, daß jeder Tag anfing mit einemMorgenglanz der Ewigkeit!" und mit der Gewißheit schloß:Fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in mei­nem Herzen scheint". So ist Luthers Bibel das Hausbuch der deutschen Familie", ja das Heimatbuch der deutschen Seele geworden So ist die schlichte,, echte deutsche Haus- frömmigfeit entstanden, die jedem Hausvater die Würde zurückgab, die ihm schon in der germanischen Urzeit gehörte: Für die Seinen der Hauspriester zu sein, der sie nicht nur leiblich Derforgte, sondern auch ihre Seele nährte. Wie ihm diese Wurde ver­loren ging, soll uns heute nicht kümmern. Aber wie wir sie wiedergewinnen können, ja wieder­gewinnen müssen, das will uns JBbeltag in Herz und Gewissen schreiben mit den fünf Worten: Schlag täglich deine Bibel auf! Fragst du:Wo foU id) sie ausichlagen?" dann gibt es für dich einen guten fRat: Nimm die Festgabe, die zum Bibel age dem deutschen Volke geschenkt wird:Gottes Wort deutsch!" Nimm und lies! Lies für dich das Büchlein durch von Anfang bis zu Ende! Lies mit den Deinen jeden Tag den Abschnitt, der unter Lesetafel angegeben ist! Lies ihn mit Andacht, und dann falte darüber zu einem Gebetsvers, wie er dir gerade das Herz bewegt, und zu einem gemeinsamen Vaterunser!" die Hände. - Sei gewiß, dann wird die Bibel dir und deinem Hause und deinen Volks- aenossen wieder das werden, was sie sein und blei- Ä ein Lebensbuch des deutschen Volkes' Ein Kampfbuch des deutschen Geistes! Ein Heimatbuch der deutschen Seele!

Das Karbeniragen.

Berlin, 27. Sept. Die KorrespondenzGroß­deutscher Pressedienst" meldet:Nach einer Mit­teilung der Gaupressestelle der NSDAP. Gau Pom­mern verlieh die Deutsche Landsmann­schaft, einer der größten deutschen Farbenver­bände, dem Oberpräsidenten und Gau­leiter Schwede (Stettin) ihr Ehrenband. Gau­leiter Schwede nahm die Auszeichnung an und er­klärte dabei, daß er niemals das Band annehmen würde, wenn er jene falsche Meinung sich zu eigen gemacht hätte, daß das Farbentra­gen der Studenten im Dritten Reiche keine Berechtigung mehr habe. Gerade der Nationalsozialismus lehne marxistische Gleichmache­rei ab; er freue sich über jede gesunde Eigen- art und Pflege guter alter Tradition, weil es keine Zukunft ohne Vergangenheit gäbe und erst das Bewußsein jedes Menschen, Glied einer großen Kette zu sein, ein wirkliches Verantwortungsgefühl heroorbrachte. Wenn der Nationalsozialismus aus diesem Grunde, aus dem Gefühl für echte Tradition, alte Volksfitten und Trachten belebe, wenn er sich um die : Wiedereinführung von Bräuchen bemühe, dann könne er bas Farbentragen nie und n i m- mer als unnationalsozialistisch a b - i l e h n e n. Diese eindeutige Erklärung eines der be= ! währtesten Kämpfer der NSDAP, zu dem ange­schnittenen Fragenkomplex verdient die stärkste Beachtung."

Die Ausgebooteien.

Auslassungen desAngriff".

Berlin, 28. Sept. (Priv.-Tel.) ImAngriff" stellt Hauptschriftleiter Schwarz van Berk in einem ArtikelDie A u s g e b o o t e t e n" dem Begriff der Amnestie von Staats wegen den Frie- j densschluß im Volke selbst, dieAmnestie auch unten" gegenüber. Der Verfasser schreibt u. a.: Amnestie auch unten? das heißt, daß wir als unbestreitbare Sieger der Revolution, nachdem die Verführer der Massen geflohen oder sichergestellt wurden, mit allen Volksgenossen einen neuen Z u st a n d herbeiführen. Wir müssen fähig sein, einen Schlußstrich unter Dinge zu ziehen, die hinter uns liegen. Der Verfasser schreibt dann von ausgebooteten politischen Menschen, die keinen An­schluß mehr finden können, obwohl sie den Staat 1 nicht hassen.Woran liegt das? Es liegt nicht am Führer und nicht an der Idee und nicht am Pro­gramm und auch nicht an der Lohntüte. Es liegt ganz einfach daran, daß diese Menschen im engen Bezirk ihres Lebens noch immer zu sehr zu spüren bekommen, daß sie bis zum 30. Januar falsch ge­gangen sind. Wenn es einigen von ihnen, die ar­beitslos wurden, so geht, daß sie bei den Neuein­stellungen eines Werks in der Reihe der Arbeit­suchenden ausgemustert werden und der Dertrauens-

rat sagt:Die früheren SPD.-Männer kommen nicht in Frage!" und statt ihrer solche genommen werden, die erst nach der Revolution in die SA. gingen, ist es da nicht verständlich, daß sie sich als Deklassierte vorkommen? Das liegt nicht im Sinne des Führers, nicht im Sinne der Arbeits­front, aber es kommt vor, weil irgendeine kleine, eingefleischte Feindschaft zwischen Männern noch nicht ausgeräumt ist, die nicht die Größe aufgebracht haben, genau so die Hand zur Versöhnung auszu­strecken, wie der Führer es tat. Wir müssen uns an etwas Neues gewöhnen: Der letzte Vertrauensmann des Betriebes, der letzte SA.-Führer und Amts­leiter müssen in ihrem täglichen Umgang mit Men­schen bedenken, daß der Marxismus nur eine Epi­sode in der Geschichte unseres Volkes gewesen ist und daß nicht Generationen deswegen verfeindet bleiben können, weil ein Teil der Massen dieser Episode anheimfiel. Es kommt auf den Friedens­schluß unten im Volke an!"

Rücktritt Zelenys als Stellvertreter des Reichshandwerksführers.

Berlin, 28. Sept. (DNB.) Im Vollzüge der Neuordnung und des Aufbaues des deutschen Hand­werks hat Pg. Karl Z e l e n y im engsten Einver­nehmen mit dem Reichshandwerksführer diesem sein Amt als Stellvertreter des Reichshandwerksführexs zur Verfügung gestellt. In einem beson­deren Schreiben hat der Reichshandwerksführer dem Pg. Zeleny seinen Dank für die von ihm geleistete Arbeit im Dienste des deutschen Hand­werks ausgesprochen und ihn gleichzeitig in den Führerrat des Reichsstandes des deutschen Handwerks berufen. Der Reichswirtschaftsminister hat Pg. Zeleny in den Handwerkerbeirat beim Reichswirtschaftsministerium als Mitglied be­stellt.

Einziehung von Beitrügen für die Deutsche Arbeitsfront.

Berlin, 28. Sept. (DNB.) Im Einvernehmen mit dem Reichswirtschaftsminister teilt der Reichs­arbeitsminister mit:

Einzelne Betriebe haben sich bereiterklärt, die Beiträge der Mitglieder der Gefolgschaft für die Deutsche Arbeitsfront durch die Betriebs­büros mit einzuziehen. Diese Bereitwillig­keit wird begrüßt, da sie zweifellos den auch im Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit begrün­deten Gedanken der Betriebsgemein­schaft zu fördern geeignet ist. Die übrigen Füh­rer der Betriebe werden gebeten, zu prüfen, ob sie in der Lage sind, aus freiem Entschluß diesen Vorbildern zu folgen und die verhältnismäßig ge­ringen Mühen und Kosten, die mit der betrieblichen Einziehung der freiwilligen Beiträge verbunden sind, auf sich zu nehmen.

Oie Eröffnung des Deutschen Binnenschiffahrtstages.

Unter dem Ehrenvorsitz des Reichsverkehrsmini' sters Freiherrn von Elz-Rübenach fand in Breslau die 63. Ordentliche Hauptversammlung des Zentralvereins für deutsche Bin­nenschiffahrt e. V. als Deutscher Sinnen- schiffahrtstag 1934 statt. Nach oorangegangener ge­schäftlicher Mitgliederversammlung eröffnete Gene­raldirektor Dr. h. c. Welker (Duisburg) den Sinnenschiffahrtstag. Anschließend an die Rede des Oberpräsidenten und Gauleiters Brückner hielt Staatssekretär König vom Reichsverkehrsmini­sterium einen Vortrag über das ThemaVerkehrs­politische Fürsorge für die Grenzgebiete". Die Ser- kehrsverwaltungen haben in erster Linie für den Absatz des Ueberfchusses zu sorgen und die Markt­ferne zu überwinden, unter der alle Grenzbezirke gleichmäßig leiden. Die Reichsbahn hat diesem Moment weitgehend Rechnung getragen. Entschei­dend ist für Schlesien d i e große Verkehrs- strahe der Oder. Soll das unmittelbar an der Grenze gelegene Kohlengebiet Oberschle­st e n s auf die Dauer wettbewerbsfähig bleiben, jo bedarf es eines vollwertigen Anschlusses an die Oder, und dieser kann nur durch einen Kanal sichergestellt werden. Der Füh­rer und Reichskanzler hat die Bedeutung der neuen Schiffahrtsstraße dadurch hervorgehoben, daß er dem Kanal feinen NamenAdolf-Hit­ler-Kan al" zu geben erlaubt hat. Die national­sozialistische Regierung hat weiter im Tal der Malapane ein Staubecken in Angriff ge­nommen, das die Wasserführung der Oder an- reichern und das Staubecken von Ottmachau wirksam ergänzen soll. Sie hat endlich die Oderoerlegung bei Ratibor begonnen und wird damit einen Jahrzehnte alten Wunsch dieser äußersten Grenzstadt erfüllen. Die Entschei­dungen über große Wasserstraßenbauten können nicht allein nach wirtschaftlich-logischen Maßstäben getroffen werden. Aus diesen Gedanken der staats­politischen Bedeutung großer Wasserstraßen und Kanäle heraus vertrete ich auch den Stand­punkt, daß wir uns dem Bau eines Oder- Donau-Kanals gegenüber nicht ablehnend verhalten sollten. Wenn die Tschechoslowakei ihn in Angriff nehmen sollte, müßten wir uns mit dem Abschnitt von Cosel bis zur Grenze an diesem Bau beteiligen.

Den Schluß der Kundgebung bildete die Vor­führung eines eindrucksvollen Tonfilmes, der die Oder in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung für den schlesischen Raum, für den ganzen deutschen Osten und nach Verwirklichung des geplanten Oder- Donau-Kanales in ihrer internationalen Bedeutung zeigt. Am Freitag nachmittag fanden Ausfchuß- sitzungen statt und am Samstag nimmt die Tagung ihre Fortsetzung mit einer Besichtigung der Bres­lauer Schiffahrtsanlagen sowie mit einer Besichti­gung des Ottmachauer Staubeckens.

Ein asiatischer Pakt?

Paris, 29. Sept. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Havasmeldung aus Stambul soll man sich in türkischen Regierungskreisen mit der Absicht tragen, zwischen der Türkei, Afghanistan und Persien einen sog. asiatischen Pakt abzuschließen. Die Reise des türkischen Generals Fahretti Pascha nach Persien, um einen persisch-afghani­schen Streit zu schlichten, werde sicherlich dazu be­nutzt werden, um in dieser Beziehung Verhand­lungen einzuleiten Gerüchtweise verlaute, daß man in englischen Kreisen einem solchen Pakt ablehnend gegenüberstehe.