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Polen löst sich von -er Kontrolle -es Völkerbun-s.

Feierlicher Empfang des polnischen Außenministers Beck in Warschau.

Saargebiet einrücken zu lassen, wenn es besondere Verantwortlichkeiten", zu denen es immer bereit sei, tragen müsse. Herr Barthou vergißt aber, daß dieser Fall einmal aus der Saarbevölkerung heraus nicht gegeben wird und daß der Be­schluß damals nicht die französischen Truppen nannte, ferner daß er sich nur für den Fall der Unruhen im damals besetzten Rheinland bezog. Aber Herr Barthou will gerade, daß es zu Unruhen käme, und die Saar­bevölkerung wacht daher von selbst, daß der fran­zösische Wunsch keine Erfüllung findet.

Schließlich hat Herr Barthou noch die Frage der Regelung nach der S a a r a b st i m m u n g an­geschnitten. Abgesehen davon, daß sie im Versailler Friedensdiktat bis in alle Einzelheiten vorgeschrieben ist, kann man doch unmöglich für den Fall, daß die Saar zu Deutschland kommt, heute schon Be­stimmungen aufstellen, mit der Sicherung, erst müsse Deutschland erfüllen, und dann käme die Saar zu Deutschland. In Genf hat man sich deshalb auch mit dieser Barthouschen Auslegung nicht befreunden tonnen, denn es ist klar, daß die A b st i m ° m u n g über die Zugehörigkeit des Landes ent­scheidet und nichts anderes.

AbMIuß der srmMchen Serbstmanöver.

Paris, 29. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die gro­ßen Manöver in her Gegend von Mourmelon ^Departement Marne), die am Mittwoch begonnen haben, sind am Freitag abgeschlossen worden. Das Urteil ber Schiedsrichter steht noch aus. Man weist aber auf die vorzügliche Haltung der Reservisten hin, die den aktiven Truppen nicht nachgestanden hätten. Auch die Befürchtungen, daß die Zersetzungsarbeit der Marxisten und Kommuni­sten die Moral der Reservisten beeinflußt habe, sol­len sich nicht verwirklicht haben. General W e y - gant) und der Chef des Großen Generalstabes, Gamelin, haben dem letzten Abschnitt der Ma­növer beigewohnt. General Pretlat, der in sei­ner Eigenschaft als Mitglied des Obersten Kriegsrats ebenfalls an dem Manöver teilgenommen hat, er­klärte, daß die Reservisten, wenn sie noch zehn Tage unter Waffen stünden, einen ebenso großen Kampfwert hätten, wie d i e a k t i - ven Truppen. Auf alle Fälle könne der Ver­such als erfreulich bezeichnet werden.

Echo de Paris" sucht seinerseits einige Schluß­folgerungen zu ziehen und stellt dabei fest, daß die Reserveoffiziere, die die Kurse an der Kriegsschule besuchten, den anderen weit überlegen seien. Bei den Leutnants habe man feststellen müssen, daß es ihnen an der notwendigen Autorität fehle. Sie seien nicht gewohnt, zu befehlen. Die Mannschaften hätten jedoch durch­weg einen vorzüglichenEin druck gemacht.

England sucht nach Gründen für seine Ausrüstung.

DNB. London, 28. Sept. Im Daily Telegraph, der den Kreisen um den Kriegsminister nahesteht, erscheint ein beachtenswerter Artikel über die Rüstungspläne der drei britischen Wehrmlnisterien. Der bisherigen britischen Rüstungspolitik, so heißt es in dem Artikel, habe die Annahme zugrunde gelegen, daß in absehbarer Zeit mit einem Krieg in Europa nicht zu rechnen sei. Diese Annahme besitze heute keine Geltung mehr. Im Kabinett stehe jetzt ein entscheidender Kampf bevor, zwischen den An­hängern der Bildung einer starken Ex- peditionsstreitmacht und den Gegnern eines solchen Planes. Das Kabinett sei dringend aufgefordert worden, neue Heeresausgaben zu be­willigen in einem Umfange, der es England er­möglichen würde, unter Umständen eine Expeditions­streitmacht von sechs Divisionen über das Meer zu schicken. Man glaube, daß der Reichsver- teidigungsausschuß diese Forderung als berech­tigt anerkennen werde. Doch lägen noch keine Kabinettsbeschlüsse hierüber vor und die Minister seien dagegen, die Heeresbeschlüsse des nächsten Jahres auf Erwägunaen zu gründen, die zu dieser Forderung Anlaß gaben. Diese Erwägungen rech­neten mit der möglichen Gefährdung Englands durch einen Feind, der sich auf belgisch-holländischem Gebiet festgesetzt habe.

Sparprogramm

-es belgischen Kabinetts.

Auch Kürzung der Heeresausgaben.

Brüssel, 28. Sept. (DNB.) Die Lage des Ka­binetts Broqueville war infolge von Unstimmig­keiten zwischen einigen Regierungsmitgliedern kri­tisch geworden. Der Finanzminister Sap, der mit seinen Forderungen nach scharfer Dros­selung der Ausgaben auf den größten Wi­derstand bei einigen Ministern, insbesondere aber bei dem Kriegsminister Deveze, gesto­ßen ist, wurde nach einer Aussprache mit dem Mi­nisterpräsidenten Grafen Broqueville vom König empfangen. Sap, der dem flämischen Flügel der katholischen Partei angehört, beabsichtigt zurück­zutreten. Bekanntlich regiert das Kabinett Broque­ville augenblicklich mit Sondervollmachten, die ihm Kammer und Senat im Juli zugebilligt haben. Es besteht kaum ein Zweifel, daß die Sondervollmach­ten hinfällig würden, wenn in der Zusammen­setzung des augenblicklichen Kabinetts Verände­rungen eintreten sollten.

Im Kabinettsrat am Freitagabend haben sich sämtliche Minister nach mehrstündigen Beratungen darauf geeinigt, durch u mfassende Spar-

Warschau, 29. Sevt. (DNB. Funkspruch.) Die halbamtlicheGazeta Volska" hebt als wichtigstes Ereignis der Genfer Aussprache für Polen d i e Erledigung der Minderheitenfrage hervor. Durch die Ablehnung der Ausdehnung des Minderheitenschutzes auf alle Staaten sei die Becks che Erklärung in Kraft getreten, daß Polen sich nicht mehr durch die Kontrollrechte des Völkerbundes auf Grund des Minderheitenschutz­vertrages verpflichtet fühle.

Polen habe der Welt zwei Möglichkeiten gestellt: Entweder Minderheitenschutz in allen Staaten, oder Ablehnung der Mitarbeit am Min­derheitenschutz in Polen. Die polnische Haltung lei völlig klar und einfach: Polen lehne dieDurcy- führung einiger Beschlüsse ab, die auf Grund des Minderheitenschutzvertrages gefaßt wür­den. Das müsse ausdrücklich gesagt werden, damit niemand überrascht werde. Der polnische Außen-

London, 29. Sept (DNB.) 3n der Nähe von Warrington (Warwickshire) ereignete sich ein schweres Eisenbahnunglück. Am Freitag kurz nach 21 Uhr rannte der Schnellzug Lon­don Fleetwood von hinten in einen von Warrington nach Wigan fahrenden Lokalzug hin­ein, der sich gerade in Bewegung gesetzt hatte. Die Schnellzugslokomotive warf den Triebwagen des Lokalzuges, der sich hinten befand, um und begrub ihn unter sich. Wan glaubt, daß der Zugführer des Schnellzuges den Tod gefunden hat. Der Heizer wurde verletzt. Die meisten Toten und Ver­letzten waren Insassen des vordersten Wagens des Schnellzuges, der teilweise eingedrückt wurde. Von den Insassen des Lokalzuges wurde nur der Zug­führer verletzt, der einen Bruch des Schulter­blattes erlitt. Nach dem Zusammenstoß riß sich der

maßnahmen auf allen Gebieten das Gleichgewicht im Staatshaushalt für 1935 herzustel- len. Es wurde vereinbart, daß jedes Ministerium bis zum 15.Oktober dem Finanzminister ent­sprechende Vorschläge unterbreiten soll. Un­ter diesen Umständen hat der Finanzminister sich entschlossen weiter in seinem Amte zu bleiben. Kriegsminister Deveze, der noch am Mittwoch in der Presse erklärt hatte, daß die Heeresausgaben keine Einschränkungen vertrügen, hat am Freitag­abend sich bereiterklärt, auf 44 Millionen Franken im ordentlichen Haushalt des Landesverteidigungs- Ministeriums zu verzichten und von dem Son­derkredit, den das Parlament im vorigen Jahre für das Jahr 1935 zur Verfügung gestellt hat, 100 Millionen für das Jahr 1936 z u r ü ck z u st e l l e n. Ferner hat Deveze sich damit einverstanden erklärt, die Personalausgaben seines Ministeriums denselben Einschränkungen zu unterwerfen, die für die übrigen Staatsbeamten beschlossen werden.

Friedensreden und Waffengeschüste in Genf.

London, 29. Sept. (DNB. Funkspruch.)Daily Mail" meldet aus Genf: Gleichzeitig mit den letz­ten diplomatischen Besprechungen über einen neuen Friedenspakt seien Verhandlungen über Bestellungen von Rüstungsmaterial in großem Umfange zwischen den Vertretern einer britischen Rüstungsfirma und den Delegierten eines Donau ft aates geführt wor­den. Das betreffende Land wird von dem Blatt nicht genannt. Es sagt nur, daß es von der neuen deutschen Politik besonders nahe berührt werde und beschlossen habe, große Opfer zu bringen, um jeder Gefahr, die sich aus dem neuerwachten Drang nach dem Osten" ergebe, begegnen zu kön- neu.

Mar eine Maffenvergistung von Offizieren in Bukarest geplant? DNB. Bukarest, 28. Sept. Die Freitagblätter bringen aufsehenerregende Mitteilungen über eine noch reichlich geheimnisvolle Angelegenheit. Danach war offensichtlich geplant gewesen, a l le i m Offizierskasino von Bukarest s p ei­senden Offiziere zu vergiften Der frühere Pächter des Kasinos soll versucht haben, den Bibliothekar des Kasinos dafür zu gewinnen, sämtlichen Speisen, die an einem bestimmten Tage den Offizieren vorgesetzt werden sollten, S t r y ch - nin beizumischen. Der Bibliothekar habe je­doch selbst beim Militärgericht Anzeige er­stattet. Dieses habe dann den Bibliothekar auf­gefordert, die Verhandlungen mit dem -^mtifter weiterzuführen, bis sie angeblich so weit gediehen waren, daß die Verhaftung m dem Augen­blick erfolgen konnte, als der Bibliothekar d a s Gift erhalten sollte, lieber die Beweggründe für diesen verbrecherischen Plan ist man sich bisher noch nicht im Klaren.

Minister habe den Gefühlen und Beschlüssen Polens männlich und stark in Genf Ausdruck verliehen. Die Unwiderruflichkeit dieser Beschlüsse mühten alle ehrlichen Leute in der Welt verstehen.

Außenminister B e ck, der am Sonntag über Wien in Warschau eintrifft, wird auf allen Bahn­höfen innerhalb Polens, auf denen der Zug hält, von der Bevölkerung feierlich begrüßt werden. Ein besonderer Massenempfana findet in Warschau statt. Nicht nur der Verb and der L e - gionäre, sondern alle anderen großen Verbände fordern die Bürger auf, vor dem Hauptbahnhof zu erscheinen und Beck zu begrüßen. In den Aufrufen heißt es, Polen gebe allen Bürgern gleiche Rechte, habe aber nicht umsonst die Ein­mischung dritter Personen in seine inne­ren Angelegenheiten a b g e l e h n t und damit die letzte Spur der politischen Abhängigkeit entfernt.

Lokalzug von dem Triebwagen los und lief unge­fähr hundert Meter auf dem Gleis entlang. Dann geriet einer der Wagen in Brand. Doch konnte der Zugleiter das Feuer sofort löschen, und alle Insassen konnten sich unversehrt retten. Hm 1.20 Uhr waren die Rettungsmannschaften noch da­mit beschäftigt, Tote und Verletzte zu bergen. Die Angaben über die Zahl der Opfer schwanken noch. Nach den letzten Meldungen sind acht oder neun Personen getötet und 20 bis 25 verletzt worden.

Es handelt sich um das zweife schwere Un­glück, das sich in diesem Jahre auf britischen Eisen­bahnen ereignet hat. Am 6. September war in der Nähe von Glasgow ein Zusammenstoß zwischen zwei Zügen erfolgt, bei dem neun Personen getötet und 30 verletzt wurden.

Dank an den Bauern.

Ein Aufruf zum Erntedanktag.

DNB. Berlin, 28. Sept. Reichspropaganda­minister Dr. Goebbels und der Reichsernäh­rungsminister R. W. Darre haben folgenden Aufruf zum Erntedanktag erlassen:

Der deutsche Erntedanktag soll der Ehrentag des deutschen Landvolkes sein. 3n einem arbeitsreichen 3ahre hat der Bauer für das tägliche Brot des deutschen Volkes gesorgt; seiner Mühe und feinem Fleiß ist es zu danken, wenn wir auch im kommenden Winter vor Ernährungs­sorgen bewahrt bleiben. An dem Ehrentag des Bauern fühlen sich die Männer und Frauen der Städte mit dem Landvolk besonders verbunden. Sie wissen, daß im nationalsoziali­stischen Staat der Segen des Bauernfleißes auch ihnen 3 um Segen gereicht, daß die Sorgen des Bauern ihre Sorgen sind, und daß alle schaffenden Stände des deutschen Volkes sich nur gemeinsam den Weg zum Wiederaufstieg er­kämpfen können. Mit der Feier des deutschen Ernle- danktages danken wir alle dem Bauern als dem Urstande und Vlutsquell unseres Volkes, dem Hüter unserer heiligen Heimaterde.

Ausländische Missionschefs auf dem Bückeberg.

B e r l i n, 28. Sept. (DNB.) Folgende MMons- chefs werden zum Teil in Begleitung ihrer Ge­mahlinnen am 30. September als Ehrengäste des Herrn Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda an der feierlichen Begehung des Ernte­dankfestes auf dem Bückeberg teilnehmen:

Der türkische Botschafter, der Gesandte von Venezuela, der bolivianische Gesandte, der Königlich belgische Gesandte und Gräfin de Kerkhove de Denterghen, der Königlich rumä­nische Gesandte mit dem Königlich rumänischen Minister Manolescu-Strunga, der tschechoslo­wakische Gesandte und Frau Mastny, der ar­gentinische Gesandte und Frau de Labougle, der österreichische Gesandte, der Königlich ungarische Gesandte, der griechische Ge­sandte und Frau Rizo-Rangabe, der polnische Gesandte, der brasilianische Gesandte und Frau de Araujo Jorge, der columbianische Gesandte und Frau de Obregon, der chinesische Gesandte und Frau Liu, der Kaiserlich persische Gesandte, der e st n i s ch e Gesandte und Frau Akel, der mexikanische Gesandte und Frau de Ortiz, der Gesandte von Haiti und Frau Fouchard, der Königlich italienische Geschäftsträger, der Kaiserlich japanische Geschäftsträger, der König­lich afghanische Geschäftsträger, der cuba- nische Geschäftsträger, der Geschäftsträger von Nicaragua, der Königlich jugoslawische Geschäftsträger, der litauische Geschäftsträger

und Frau Dymsa, der Königlich bulgarische Geschäftsträger und Frau Daphmoff, der chile­nische Geschäftsträger und der finnische Ge­schäftsträger.

Die Diplomaten verlassen Berlin in einem Son­derzug, dem Salon- und Speisewagen beigegeben sind, am Sonntagoormittag und kehren am gleichen Tage abends nach Berlin zurück. Die fremden Ehrengäste werden begleitet vom Chef des Proto­kolls Gesandten Graf von Bafsewitz und von Legationssekretär von Mumm. Als Vertreter des Reichsministers für Dolksausklärung und Propa­ganda nimmt Ministerialrat Ott an der Fahrt teil.

Die Schaufensterdekorationen am Erntedanktag.

Berlin, 26. Sept. (DNB.) Um alle Irrtümer auszuschalten, wird nochmals folgendes bekannt­gegeben:

Der Leitgedanke für die Schaufensterbekvrativnen anläßlich des Erntedanktages soll die Verbun­denheit von Stadt und Land fein. Ins­besondere soll an diesem Tage der Dank des Städters an Den landschaffenden Volksgenossen zum Ausdruck gelangen. In geschmackvoller Form sollen die Erzeugnisse oder Symbole des deutschen Bauern ihre Würdigung finden. Erwünscht sind dabei u. a. Hinweise auf di e Zusammenarbeit der einzel­nen Wirtschaftsgruppen mit der Landwirtschaft im Rahmen des nativnalsvzia- liftischen Wiederaufbaues. Besonderer Wert ist auch auf die Ausschmückungen der Geschäfte zu legen, die in den Anmarschstraßen für die Fest­züge liegen.

In den Dekorattonen sollen frische Blumen, Kornähren, Erntedankbänber u. dgl. Verwendung finden. Wo dies aus technischen Grün­den nicht möglich ist, wird die Anwendung von künstlichen Blumen zuaelassen. Unbedingt a b z u s e h e n ist von der Anbringung von Bildern und Büsten der national- sozialistischen Führer und von allen deko- rativen Hilfsmitteln, die das Gebiet des nationalen Kitsches streifen.

Die evangelischen Kirchenfahnen sind die Nationalflaggen.

Berlin, 28. Sevt. Vom Deutschen Nach« richtenbüro wird mitgeteilt: Durch § 4 des Kir- chengesetzes vom 9. August 1934 über die Be­flaggung von Kirchen und kirchlichen Gebäuden ist die evangelische Kirchenfahne ab ge- schafft worden. Diese Anordnung wird vielfach einer Kritik unterzogen, da die Gründe über die Abschaffung weithin unbekannt sind. Es ist deshalb folgendes festzustellen: Das oben genannte Gesetz über die Beflaggung von Kirchen und kirchlichen Gebäuden wurde von der Nationalsynode einstimmig angenommen, also ein­schließlich der Stimme der Opposition. Die Kirchenbundesflagge (violettes Kreuz im weißen Felde), die die einzelnen Landeskirchen seinerzeit als Kirchenflaggen einführten, wurde e r ft im Dezember 1926 geschaffen, und zwar lediglich, um zu verhindern, daß die Kirchen in den damaligen Flaggen st reit verwickelt wurden, was geschehen wäre, wenn sie entweder schwarz-weiß-rot oder gezwungenermaßen schwarz- rot-gold geflaggt hätten. Es handelte sich damals um eine sehr umstrittene, von vielen als unevangelisch empfundene reine Zweckmäßigkeitsmaß­nahme. Vor dem Jahre 1926 hat es in den evan- gelischen Kirchen keine Kirchenfcchne gegeben. Der Grund, der für die Einführung der Kirchenfahne maßgeblich war, besteht seit der Erhebung des deut­schen Volkes im Januar 1933 nicht mehr; auch sonstige stichhaltige Gründe für ihre Beibehaltung fielen fort. Nur die Flaggen des Reiches werden daher in Zukunft, ebenso wie in früheren Zeiten, auf den Kirchen und kirchlichen Gebäuden gezeigt werden als Ausdruck der engen Verbundenheit der evangelischen Kirche mit dem im Dritten Reich geeinten deutschen Volk.

Wettervoraussage.

An der Vorderseite des festländischen Hochdruck­gebiets bringt fortgesetzt warme Luft aus südlichen Breiten vor, so daß tagsüber die Temperaturen stellenweise sommerliche Werte erreichen. So zeigte schon heute morgen am Niederrhein das Thermo­meter bis zu 20 Grad Celsius an. Infolge der starken Erwärmung schieben sich Ausläufer des nordwestlichen Druckfallgebiets wieder weiter östlich vor und veranlassen stellenweise Bewölkung, doch dürfte in unserem Gebiet die Schönwetterlage vor­erst noch erhalten bleiben.

Aussichten für Sonntag: Stellenweife Morgennebel, tagsüber heiter, zeitweise auch leicht dunstig ober wolkig, warm unb trocken.

Aussichten für Montag: Noch keine we­sentliche Aenberung.

Lufttemperaturen am 28. September: mittags 24,3 Grad Celsius, abends 13,4 Grad; am 29. Sep­tember: morgens 11,3 Grad. Maximum 24,6 Grab, Minimum 10,0 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. September: 16,4 Grad; am 29. September: morgens 13,9 Grab Celsius. Sonnenscheindauer 6,6 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VIII. 34: 10100, Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei

R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

Schweres Eisenbahnunglück in Englan-

Zugzusammenstoß bei Warrington. Bisher 8 Tote, 20 Verletzte.

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