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für die Provinzialdirektion Oberheffen und für das Kreisamt Gießen
7!r. 32
29. Juni
Erscheint Dienstag und Freitag.
1934
Nur durch die Post zu beziehen.
Inhaltsübersicht: Auskunft aus polizeilichen Melderegistern an Sippenforscher. — Gebrauch der Bezeichnungen „Führer", „Gauleiter" usw. — Errichtung einer Schlachthausanlage durch Hermann Schmidt IV. in Lich. — Reichsjugendwettkämpfe 1934. — Verbot des öffentlichen Auftretens von Angehörigen konfessioneller Jugendverbände. — Dienstnachrichten.
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Berlin NW 40, den 16. 6.1934.
Darmstadt, den 20. Juni 1934.
Abschrift.
Berlin NW 40, den 11.6.1934.
3.
4.
5.
Druck der Brübl'schen Universitäts - Buch, und Steindruckerei. R. Lange. Gießen
An die die die
1.
2.
Kreisämter, Polizeidirektionen und Polizeiämter.
Jugendzeitschriften, Flugblätter).
Jede sportliche oder geländesportliche Betätigung innerhalb der konfessionellen Jugendverbände. Hierunter fällt auch das gemeinsame Wandern und die Errichtung von Gruppenlagern.
Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung werden nach § 4 der VO. des Herrn Reichspräsidenten vom 28. Februar 1933 bestraft.
Die Anordnung tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft.
An die Landesregierungen
(für Preußen: Ministerium des Innern).
Betr.: Wie oben.
In mehreren Fällen haben Sippenforscher bei mir darüber Klage geführt, daß ihnen von einzelnen Einwohnermeldeämtern Auskunft aus den polizeilichen Melderegistern z. B. über Geburtstag und Geburtsort von registrierten Personen verweigert wurde, obwohl sie sich durch eine vom Sachverständigen für Rasseforschung beim Reichsministerium des Innern für Zwecke der Sippenforschung ausgestellte Unbedenklichkeitsbescheinigung ausweisen konnten.
Die polizeilichen Melderegister sind häufig ein unerläßliches Hilfsmittel für die Sippenforschung, die im Interesse der Bevölkerungspolitik nach Möglichkeit zu fördern ist, soweit sie von geeigneten Personen ausgeübt wird.
Ich ersuche daher ergebenst um Anweisung der Einwohnermeldeämter, künftig den Inhabern der vom Sachverständigen für Rasseforschung ausgestellten Lichtbildausweise die für Zwecke der Sippenforschung erbetenen Auskünfte zu erteilen, soweit die Melderegister dazu die Möglichkeit bieten.
ür das alte Linienschiff „Braunschweig" mi) am 30. Juni vom Stapel laufen wird.
Betr.: Verbot des öffentlichen Auftretens von Angehörigen konfessioneller Jugendverbände.
An die Ortspolizeibehörden und die Gendarmeriestationen des Kreises.
Von nachstehender Anordnung des Herrn Staatsministers geben wir Kenntnis mit dem Auftrag, die Durchführung des Verbots zu überwachen. Zuwiderhandlungen find uns unverzüglich zu melden.
Gießen, den 26. Juni 1934.
Hessisches Kreisamt. I. V.: Dr. S ch ö n h a l s.
Bekanntmachung.
Auf Anordnung des Herrn Staatsministers wird auf Grund des § 1 bei VO. des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 für das Gebiet des Landes Hessen im Interesse der öffentlichen Ruhe, Sicherheit und Ordnung den Angehörigen der konfessionellen Jugendverbände bis auf weiteres untersagt:
Betr.: Auskunft aus polizeilichen Melderegistern an Sippensorscher.
An die Bürgermeistereien des Kreises.
Das nachstehende Rundschreiben des Herrn Reichsministers teilen wir Ihnen zur Kenntnis und Beachtung mit.
Gießen, den 28. Juni 1934.
Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. S ch ö n h a l s.
Dienstnachrichten des Kreisamts.
Adolf Sommerlab von Wieseck wurde zum Beigeordneten der Gemeinde Wieseck ernannt.
Otto Hofmann II. aus Rodheim wurde als Ehrenfeldschüh für die Gemeinde Rodheim bestellt und verpflichtet.
Darmstadt, den 2'2. Juni 1934.
Dr. Schulze.
Betr.: Reichsjugendwettkämpfe 1934.
An die
Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises.
Mir erinnern schon jetzt daran, daß die Berichte über die Reichsjugendwettkämpfe bis spätestens zum 1. Juli d. I. in unserer Hand sein müssen.
Gießen, den 27. Juni 1934.
Hessisches Kreisschulamt. I. V.: R e b e l i n g.
Der Reichsminister des Innern. IV 501 ga/4. 3.
Den Bürgermeistereien des Kreises.
zur Kenntnis und Beachtung. Auf unsere Verfügung vom 21. März 1934 in gleicher Angelegenheit nehmen wir Bezug.
Gießen, den 26. Juni 1934.
Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. S ch ö n h a l s.
An die Landesregierungen (für Preußen: den Herrn Ministerpräsidenten und den Herrn Minister des Innern).
Nachrichtlich
an die Herren Reichsstatthalter.
Betr.: Wie oben.
Mein Runderlaß vom 7. März 1934 — IA 2100/5. 3. — ist von einzelnen Stellen zu weitgehend ausgelegt worden. Insbesondere sind Bezeichnungen wie „Vereinsführer", „Verbandsführer", „Bundesführer", „Gauführer", „Bezirksführer" beanstandet worden. Da diese Bezeichnungen in der NSDAP, nicht eingeführt sind, bestehen gegen die Verwendung solcher Bezeichnungen, die das Wort „Führer" in Verbindung mit einem anderen Wort enthalten, keine Bedenken.
gez. Frick.
Der Reichsminister des Innern. I 2100 A/16.5.
Ministerialabteilung la
(Polizei)
des Hess. Staatsministeriums.
Zu Nr. St. M. la 8372.
Betr.: Gebrauch der Bezeichnungen „Führer", „Gauleiter" usw.
Im Nachgang zu unserem Ausschreiben vom 13. März 1934 zu Nr. St. M. la 3881 teilen wir Ihnen nachstehendes Rundschreiben des Herrn Reichsministers des Innern zur Kenntnisnahme mit.
Im Auftrag: König.
Marburger Festspiele.
Die Marburger Festspiele erfreuen sich — wie man uns schreibt — eines überaus regen Besuches. Neben der Wallensteintrilogie, die durch die Organisationen der NSDAP, besonders zahlreich besucht wird, ist jetzt noch der „Sommernachtstraum" im Spielplan erschienen. Die Erstaufführung vor nahezu ausverkauftem Hause hat wiederum die alte Zugkraft dieses heiteren Sommernachtsspieles bewiesen. Die Erstaufführung von „Viel Lärm um nichts" ist auf den 10. Juli festgelegt worden. Der genaue Spielplan der Marburger Festspiele ist nunmehr bis zum Schluß der Spielzeit festgelegt. Er ist aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich.
Insekten als Athleten.
mn man die Kraft und Stärke eines Geschöpfes einer Größe und Schwere vergleicht, dann sind 'ierreich nicht der Elefant der stärkste Lasten» -.-o-r und das Pferd das schnellste Zugtier, sondern die Insekten. Ein Pferd, das 1500 Pfund wiegt, kann durchschnittlich ein Gewicht von zweieinhalb Tonnen ziehen; die Ladung, die es von der Stelle bewegt ist fast viermal so groß wie sein Gewicht. Aber das Pferd, nach dessen Leistung wir sonst alle Zugleistungen messen, ist nichts gegen die Biene, die das zwanzigfache ihres Gewichtes tragen kann, oder wie eine Raupe, die das Fünfundzwangzigfache ihres Gewichtes fortzuschleppen imstande ist. Eine Schmeißfliege zeigt sich bei einer Prüfung auf ihre Tragkräfte sogar fähig, mehr als das Hundertfünfzigfache ihres geringen Gewichtes fortzutragen. Alls diese Tiere übertreffen also in ihrer verhältnismäßigen Leistung nicht- nur das Pferd, sondern erst recht den Menschen. Es gibt Insekten, die wahre Rekorde in der Schwerathletik aufstellen. Die Küchenschabe, die zwei Gramm wiegt, war bei einem Versuch imstande, ein Holzstück fortzubewegen, das 200 mal soviel wog. Wenn ein Mensch im Verhältnis ebensoviel Kräfte hätte wie dies kleine Insekt, so würde er imstande sein, eine mit sechs Tonnen Kohle beladene Lore ohne Mühe emporzuheben. Was die Beweglichkeit anbetrifft, so sind die Insekten den Menschen ebenfalls weit überlegen. Es gibt einige kleinere Arten von Heuschrecken, die 200 mal so- weit springen, als sie selbst lang find. Um die Heuschrecke bei ihren Sprungleistungen zu übertreffen, müßte ein Mensch fast einen halben Kilometer weit . springen. Wir bewundern die Flugkunst mancher Vögel, wie der Schwalbe und der Lerche. Aber es gibt Fliegen, die sich noch viel schneller fortbewegen können und die bei dieser Flugbewegung eine Muskelkraft beweisen, über die kein anderes Lebewesen verfügt. Aber auch in der Baukunst und im Inge» nieurwesen stehen manche Insekten dem Menschen nicht nach, ja sie übertreffen ihn sogar, wenn man ihre Kleinheit in Betracht zieht. Die Termiten oder weißen Ameisen errichten manchmal Hügel in einer Höhe von fünf Meter, die so widerstandsfähig gebaut sind, daß auch sehr schwere Tiere, wie z. B. Büffel sie nicht niedertrampeln und zerstören können. Die Cheopspyramide hat eine Höhe, die ein Neunzigfaches der Größe des Menschen ausmacht, aber die Termitenhügel sind mehr als 600mal fa hoch als ihre Erbauer.
Jedes geschlossene Auftreten in der Öffentlichkeit.
Das öffentliche Tragen von Bundestracht oder von Abzeichen, die sie als Angehörige der konfessionellen Jugend-Organisationen kenntlich machen. Unter diese Verbotsordnung fällt auch das Tragen von Bundestracht oder zur Kluft gehörigen Kleidungsstücken und Abzeichen unter Verdeckung durch zivile Kleidungsstücke (z. B. Mäntel), sowie jede sonstige einheitliche Kleidung, die als Ersatz für die bisherige Bundestracht anzusehen ist.
Das Mitführen oder Zeigen von Wimpeln oder Fahnen in der Öffentlichkeit.
Der öffentliche Vertrieb oder das öffentliche Verteilen von Presie- erzeugniffen konfessioneller Jugendverbände (Jugendzeitungen,
dieser Hinsicht nicht. Und nach dem erfolgreichen Konzert stehen schon Autos bereit, mit denen man nur an die Riviera zu fahren braucht. Dort gibt es gleich gastliche Aufnahme im Haufe einer reichen Frau, ferner ein zufälliges Zusammentreffen aller Hauptpersonen, tolle und komische Situationen, wie sie sich gerne aus Irrtümern ergeben und schließlich das glückliche Sichfinden jener beiden, die sich finden sollen. Das alles bringt der Film mit vielen Untermalungen, Abwandlungen, mit vielen illustrierenden Einzelszenen und humorvollen Episoden in liebenswürdigem Schwung auf die Leinwand, in der Absicht, zu unterhalten.
Regisseur, Schauspieler und Photographen haben sich viele Mühe gegeben. Von den Darstellern ist in erster Linie Herbert Ernst Groh als Carl Roland zu erwähnen, dessen sympathische Stimme sicherlich schon vielen Rundfunkhörern bekannt ist. Er erweist sich in diesem Film nicht nur als ein guter Sänger, sondern auch als beherrschter Schauspieler. Paul Kemp sorgt als fein Freund und Manager für die heitere Note. Ilse S t o b r a w a ist als Erna, die Pianistin, recht glücklich am Platze, Jane Kalmar als Thea Warner gibt die kapriziöse Amerikanerin recht geschickt. Theo Lingen fällt in feiner Rolle als Haushofmeister angenehm auf. Zu nennen sind ferner Ery Bos und Jakob Tiedtke. Die Schlagerlieder der Operette führen recht eingängige Melodien, die Tonwiedergabe ist ausgezeichnet. Die Photographie ist recht befriedigend.
copyngnt oy 1. L. A., Wien.
Professor H. S. Conard, ein amerikanischer Pflanzenforscher, t)at vor einiger Zeit, vermutlich als erster Botaniker, durch einen Zufall Gelegenheit gehabt, ein Phänomen zu beobachten, bas in seinen Weiterungen ganz außerordentlich interessant ist.
Einer seiner Bekannten war in den Besitz einer foaenannten „Heiligen Afrika-Lilie" gelangt, einer Pflanze, die weder mit Lilien, noch mit Afrika etwas zu tun hat, sondern eine seltene Spielart der Calla-Gewächse (Drachenwurz) barftellt und von vereinzelten Züchtern als Kuriosität kultiviert wird. Es geschieht äußerst selten, daß dieses Gewächs blüht, und als das Exemplar, das dem Bekannten Professor Conards gehörte, nach rapidem Wachstum bis zu einer Höhe von nahezu zwei Metern seine riesige Blüte zu entfalten begann, bat sich der Professor die Pflanze aus, um sie seinen Hörern zu demonstrieren.
Die „Heilige Afrika-Lilie" war bis dahin stets in einem kühlen Raum gehalten worden, hatte aber schon dort angefangen, einen unangnehmen Geruch auszuströmen. Als Professor Conard sie nun in dem warmen, sonnigen Vortragssaal aufstellte, wurde aus dem unangenehmen Geruch ein rapid an Stärke zunehmender pestilenzartiger Aasgeruch, der schließlich gleich einem richtiggehenden Gasangriff die Hörerschaft mitsamt dem Professor zur schleunigen Flucht nötigte.
Drei Tage lang dauerte dieser unerträgliche Gestank. um dann ganz plötzlich nahezu ganz aufou- hören. Eine Besichtigung der Blüte ergab, daß die Staubfäden abgewelkt waren. Am folgenden Tag schrumpfte auch bereits die mächtige Blüte von halber Manneshöhe ein — die Blütezeit des sonder- baren Gewächses war vorüber.
Das ganze Phänomen erwies sich aber bei nahe- rer Untersuchung als bedeutend mehr denn je eine bloße Kuriosität, denn es gelang dem amerikanischen Gelehrten sehr bald, den Sinn zu deuten, den dieser Aasgestank für das Dasein der Pflanze hat, und diese Deutung wirft ein überraschendes Licht auf die wahrhaft wunderbaren Zusammenhänge zwischen der Pflanze und ihrer Umwelt. _
Die Fortpflanzung dieser Gattung erfolgt nämlich dadurch, daß Fliegen den Blütenstaub vom Stem-
anlaßt, sich auf den Pollen niederzulassen und so den Blütenstaub in Empfang zu nehmen. Der durchdringende Aasgeruch, den die Pflanze im Zeitpunkt der Befruchtungsreife ausströmt, lockt die Insekten aus großer Entfernung an und gaufejt ihnen einen besonderen „Leckerbissen" vor. Ist eine Fliege einmal herbeigeeilt, so erblickt sie eine braunrote Blüte, deren Farben genauestens dem verwesenden rohen Fleisches entspricht; die Täuschung wird vollkommen durch die grünlich-gelblich gesprenkelte Außenseite des Blütenstempels.
Wie seltsam dieser ganze Vorgang ist, wird einem erst völlig klar, wenn man bedenkt, daß die Pflanze selbst keineswegs verwest, sondern gewissermaßen bei bester Gesundheit, auf dem Höhepunkt ihres Lebens, mit größter Kunstfertigkeit diesen täuschenden Aasgeruch erzeugt, auf den die ahnungslosen Schmeißfliegen prompt hereinfallen. Mit Recht spricht daher Professor Conard dieser „Stinkpflanze" den Preis der erstaunlichsten Anpassung ihrer Struktur und ihres Verhaltens an die Umwelt zu. Es ist dies eine Anpassung, die darauf abzweckt, die Umwelt in den Dienst ihrer eigenen Lebensbedürfnisse zu zwingen.
So zeigt uns dieses interessante Gewächs mit besonderer Anschaulichkeit, wie das Lebendige es versteht, die Umwelt zu beherrschen und zu beeinflussen, während es zu gleicher Zeit von dieser Umwelt abhängig und im Grunde Deren Produkt ist.
: aller Well.
as unscheinbarste und unauffälligste Gewand szusuchen. Betreten dachte der Büroangestellte iS Holla, wenn er mit seinem Cowboy-Kostüm etrieb antanzen würde, Revolver und Lasso im L Das indische Baumwolltuch, das sich der Kaufmann um die hageren Glieder schlang, te ihn zwar recht gut, war aber an Regendach nicht die geeignete Gewandung. Ande
ls machte er in diesem Aufzug wirksam Re» für sein Geschäft (Baumwollwaren en gros m detail). Der dicke Börsenmann klebte sich Zopf an seine Glatze und schlüpfte in die iöene Tracht eines Mandarins. Ob er sich dem die Nägel langwachsen ließ, wurde nicht nt. Sein Nichtchen zog sich nicht an, son- weit eher aus, denn was hat ein Südseemäd» schon anzuziehen? Die Nichte zog es daher ihrem Chef zu kündigen und zu Hause zu n. Einer der Erben, der Richter war, mußte las Geld überhaupt verzichten, denn ein Es- ielz würde sich doch nicht gut mit seiner amt« Würde vertragen.
er Fluch im Schuh des Dalai Lama.
(u) Delhi.
r einigen Tagen wurde bekannt, daß der altö nische General Lungshar wegen Rebellion oer» worden sei. Man hat ihm beide Augen aus- hen. Weniger wegen der Verschwörung, als ehr deshalb, weil er in seinem Schuh einen l mit dem Namen der jetzigen Regierungsieder trug. Denn: „einen Namen mit Füßen t, bringt den Tod für den, dessen Namen tritt". Das ist ein alter tibetanischer Aber- >e. Die jetzigen Machthaber haben sich also etwa irgendeinen „Dreh" ausgedacht, um Gegenspieler unschädlich zu machen ... Da» rinnert man sich eines ganz ähnlichen Dor» , der sich vor 39 Jahren in Lhasa abspielte: als — im Jahre 1895 — sollte der Dalai l, der im Jahre 1874 geboren war, volljährig :t werden und fein Amt aus den Händen fei» Vormundes selbst übernehmen. Im Augenseiner Wahl als kleines Kind, als Inkarnation Dalai Lama, muh der Dalai Lama natürlich mundet werden. Aber diese vorläufig einge- i Herrscher fnieen sich dann meist so sehr in Herrschaft hinein, daß sie sie nachher nicht aus der Hand geben wollen. Eifersüchtig sind uf die Macht, die der Dalai Lama später in : Hand vereinigen soll. Und daraus erklärt es oohl auch, daß die meisten Dalai Lamas nicht die Kinderjahre hinauskamen. Im Jahrs
Bekanntmachung.
Betr.: Errichtung einer Schlachthausanlage durch Hermann Schmidt IV. in Lich.
Der Metzger Hermann Schmidt IV. in Lich beabsichtigt in der Hütten- gaffe Nr. 1, Flur I, Nr. 3 der Gemarkung Lich ein Schlachthaus zu errichten. Pläne nebst Beschreibung liegen 14 Tage lang, vom Erscheinen dieser Bekanntmachung im Amtsverkündigungsblatt an gerechnet, auf der Bürgermeisterei Lich zur Einsicht der Beteiligten offen. Etwaige Einwendungen gegen das Unternehmen sind binnen dieser Frist bei Mei- dung des Ausschlusses schriftlich oder zu Protokoll bei der Bürgermeisterei vorzubringen.
Gießen, den 26. Juni 1934.
Kreisamt Gießen. I. B.: Weber.
Lichtspielhaus: „Das Lied vom Glück!"
Im Lichtspielhaus Bahnhofstraße gelangt feit gestern eine Filmoperette zur Aufführung, die von jenem bekannten, beschwingten Gepräge ist, wie wir es aus dem Genre eines Willy Fritsch und einer Lylian Harvey kennen. Die Filmoperette „Das Lied vom Glück" ist getragen von einer Mischung zurückhaltenden Humors, der Nachdenklichkeit und der Liebesschmerzlichkeit, erfüllt von einer unbändigen Lebensfreude und einer Großzügigkeit, wie sie nur aus der Phantasiewelt des Filmes und feinen weiten Möglichkeiten der Um- weltfchaffung und der Handlung erwachsen kann. Da mieten sich ganz einfach zwei junge Leute, ein Sänger und sein Manager, eine Villa, richten sie


