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Oberheffen.

Landkreis Gieren.

X Wieleck, 27. April. Am Sonntag, 29. April, kann die älteste Einwohnerin unserer Gemeinde, Frl. Marie Hof, ihren 9 0. Geburtstag be­gehen. Vor einigen Jahren unterzog sie sich einer Beinamputation und ist seitdem ans Zimmer ge­fesselt, doch erlebt sie noch die großen Ereignisse unserer Zeit mit frischem, regen Geist.

wg. Großen-Buseck, 27. April. Gestern abend fand in der GastwirtschaftZum kühlen Grund" eine Versammlung der Ortsgruppe der Landesbauerns ch ast unter Leitung des Ortsfachberaters Wilhelm Schmidt statt. Der'Ver- samnrlungsleiter gab zunächst eine Anzahl Rund­schreiben der Landesbauernschast bekannt. Wetter wurden dann Fragen der Vieh- und Eierverwer­tungsgenossenschaft besprochen. Zum Vertrauens­mann der Viehverwertungsgenossenschaft wurde Wilhelm Henß, als Sammler der Eieroerwer­tungsgenossenschaft wurde Christoph Dort be­stimmt. Zum Schluß machte der Versammlungs­leiter noch Mitteilungen über die Feier des 1. Mai. Mit dreimaligem Sieg-Heil auf Führer und Vater­land wurde die Versammlung geschlossen.

00 Klein-Linden, 27. April. Den Abschluß der Werbung für die Innere Mission in unserer Gemeinde bildete ein Gemeindeabend im

Wer im neuen Staate mitarbeiten will, wird Mitglied der 7!GV.

Spenden für die 7!SV.

werden eingezahlt auf Konto Nr. 4513 bei der Bezirkssparkasse Gießen.

Saale des GasthausesZur deutschen Eiche", der stark besucht war. Der Posaunenchor eröffnete mit Bachscher Musik den Abend. Pfarrer Bremmer behandelte in einer Ansprache das ThemaWas ist Innere Mission und was bedeutet sie für uns?" Die reiche Vortragsfolge brachte gemeinsam ge­sungene Lieder, Bilder aus der Inneren Mission, Gedichtoorträge, Chorlieder des Mädchen- und Frauenchors der evangelischen Kirchengemeinde und Musikoorträge des Posaunenchors. Zum Besten der Inneren Mission wurde eine Verlosung veran­staltet, zu der die Gewinne von Mitgliedern der evangelischen Frauenhilfe gestiftet worden waren. Der Reinerlös der Verlosung betrug rund 100 Mark, wovon ein Teil der hiesigen Kleinkinder­schule zugute kommt.

* Klein-Linden, 27. April. Unter starker Beteiligung ihrer Mitglieder hielt die Spar» und Leihkasse Klein-Linden in der Wirt­schaftZur Burg" ihre diesjährige Generalver­sammlung ab. Nach Eröffnung durch den Vor- sitzenden des Aufsichtsrats, Bürgermeister Fischer, erstattete der Direktor der Kasse, Schreinermeister Wilhelm Fey, den Geschäftsbericht über das ver­flossene Geschäftsjahr. Daraus war zu entnehmen, daß die Auswärtsbewegung auch im verflossenen Jahre festzustellen war. Am Ende des Geschäfts­jahres betrug die Mitgliederzahl 168. Den Rech­nungsbericht erstattete Rechner Theodor Leib. Die Hasse schließt in Aktiva und Passiva mit 200 759,48 Mark ab. Aus dem Reingewinn sollen 4 v. H. Dividende gezahlt werden. Der alten Ueberlieferung getreu beschloß die Generalversammlung, auch in diesem Jahr wieder Beträge für gemeinnützige. Zwecke zu stiften. Für die hiesige Kleinkinderschule wurden 20 Mark, der Volksbücherei Klein-Linden 10 Mark und für das demnächst zu errichtende Kriegerdenkmal 100 Mark genehmigt. Den Kriegs­blinden war, wie in den verflossenen Jahren, eine namhafte Unterstützung zuteil geworden. Ab 1. Mai wird der Kasse eine Schulsparkasse ange­gliedert. Für ein freiwillig aus dem Aufsichtsrat ausgeschiedenes Mitglied wurde Landwirt Wilhelm V o l k m a n n neu in den Aufsichtsrat berufen. Der

Oer Bauer und seine Zeitung.

Wer als Bauer mit beiden Füßen auf eigenem Grund und Boden steht, das Brotkorn für feine Familie selber baut und so in seinem eigenen ererbten oder erarbeiteten kleinen Reiche König und Knecht in einer Person ist, kennt keinen Acht- oder Siebenstundentag, sondern er weiß von Kindes­beinen an nur eins: Arbeite, s o lange es Tag i st! Besonders in den Jahreszeiten, in denen er dem Werden und Vergehen der Natur sein Säen und Ernten angleichen muß, hat er es sehr schwer. Dann bleibt der Bauernfamilie nur wenig Zeit, um noch an etwas anderes als an die Arbeit auf Feld und Wiese, im Hof und Garten zu denken. Die Landleute würden deshalb Gefahr laufen, ihre seelischen und geistigen Bedürfnisse verkümmern zu lassen, wenn sie nicht einen Freund hätten, der sich auch in dieser Lebenslage seit Generationen be­währt hat, nämlich die täglich ins Haus kommende Zeitung.

Die Zeitung hat für unsere deutschen Volks­genossen in den Dörfern womöglich eine noch größere Bedeutung als für den Städter, dem nach Wunsch und Wahl alles zu Gebote steht, was die Stadt in ihren Bildungsstätten darzubieten hat. Wer im bäuerlichen Leben steht, kann seine Sehnsucht nach Wahrheit und Wissen, Welterkenntnis und seelischer Erbauung nur befriedigen, wenn er eine gute Zei­tung lieft. Sie schlägt Brücken aus der kleinen, ruhigen und eingehegten Welt, in der der Bauer lebt, zum Leben der Nation, zum Willen des Staates, zur Kultur und zu den Sorgen der Welt. Indem der Bauer feine Zeitung lieft, hat er Ver­bindung zum großen Pulsschlag der Zeit. Je ab­gelegener, einsamer sein Hof liegt, je schwieriger es für ihn ist, in die Stadt zu kommen oder Versamm­lungen zu besuchen, je mehr sich all sein Arbeiten und Planen nur in dem kleinen Umkreis seines Hofes oder Dorfes bewegt, um so mehr ist er auf die Zeitung angewiesen. Um das, was sie ihm aus Welt und Heimat an Nachrichten und Anregungen bringt, zu lesen, dazu nimmt er sich immer die Zeit.

Das Lesen der Zeitung ist für den Bauern aber erst wirklich lebenswichtig geworden, seitdem die nationalsozialistische Revolution seinem Stande die Stellung erkämpfte, die ihm von Rechts wegen gebührt. Der Bauernstand hat als Kraft- und Bluts­

quell der Nation im neuen- Staat einen hohen Beruf zu erfüllen. An Wissen und Charakter jedes einzelnen Angehörigen des Bauernstandes werden deshalb heute ganz andere Anforderungen gestellt, als ehemals. Da ist es wieder die Zeitung, die ihm mit ihren Mitteln dabei hilft, daß er das Bild eines geschloffenen, festen, geistig selbständigen Charakters immer mehr verkörpert. Früher konnte es sich der Bauer vielleicht noch leisten, das Zeitungs­lesen mal für einige Wochen auszusetzen. In der Gegenwart, wo fast jeder Tag Neuordnungen bringt, die in die Existenz des Bauern tief einschneiden, darf an keinem einzigen Tage der Kontakt mit der Zeit verloren gehen. Er muß feine Zeitung t ä g = l i ch lesen, er sollte den regelmäßigen Zei­tungsbezug niemals unterbrechen. Das Reichsgericht und kürzlich der Saatsgerichtshof haben einstimmig erklärt, daß derjenige grob fahrlässig handelt, der heute keine Zeitung liest. Das trifft nicht nur auf Gewerbetreibende und Devisenbesitzer zu, sondern auch auf jeden Volksgenossen, der so oder so im wirtschaftlichen Leben steht, also auch auf den Bauern.

Der Gießener Anzeiger hat es sich von jeher zur Ausgabe gemacht, mit seinen ländlichen Lesern in richtige Fühlung zu kommen. Er tut auch heute alles, um seine Landleser nicht nur mit Wille und Ziel des neuen Staates, sondern auch mit den kulturellen und wirtschaftlichen Interessen ihres erneuerten Standes vertraut zu machen. Es gibt wohl in Deutschland noch kein Bauerndorf, das feine eigene Zeitung hätte auf Dörfern werden keine Zeitungen gedruckt! Dorfleute werden ihre Zeitung immer aus der Stadt bekommen. Ob das für unsere Volksgemeinschaft nicht ein großer Segen ist? Denn unabsichtlich wird so ein geistiges Band um Stadt und Land geschlungen. Die Zeitung muß auch an ihre Landleser denken und vieles bringen, was diese gern lesen. Das lesen dann aber auch die Städter, für die es nur von Nutzen fein kann, wenn sie recht viel von der Arbeit und den Wünschen der Landleute erfahren. Und umgekehrt gilt das gleiche. Stadt und Land, Hand in Hand! An der Verwirk­lichung dieses Ideals nach besten Kräften mitzuar­beiten, wird immer das Bemühen des Gießener Anzeigers bleiben.

Vorstand besteht nach der Gleichschaltung aus fol­genden Personen: Direktor Schreinermeister Wilh. Fey, stellvertretender Direktor Landwirt Philipp Klein, Beisitzer Christian Jung und Bäcker­meister Friedrich Stein. Der Aufsichtsrat setzt sich zusammen aus: Bürgermeister Fischer, Vor­sitzender und Eisenbahnsekretär Karl Klein, Weiß­bindermeister Ludwig V i e h m a n n, Kohlenhänd­ler Heinrich Weigel, Mechanikermeister Wilhelm Ruhl und Landwirt Wilhelm D o l k m a n n. Kassenrechner ist Theodor Leib. Von Bedeutung ist noch, daß auch den kleinen Sparern durch Er­werb von Sparkarten die Möglichkeiten zum Sparen geboten wird. Auf diese Art gingen im ver­flossenen Vereinsjahr rund 5000 Mark an Spar­geldern ein.

* Leihgestern, 27. April. Dieser Tage hielt die hiesige N S. - H a g o ihre Monatsversammlung bei Pg. I. H e ß ab. Nach der Begrüßung durch Pg. Brück sprach Propagandawart Schrader über dasGesetz zur Ordnung der nationalen Ar­beit". Es wurden dann noch Neuaufnahmen zur Arbeitsfront vorgenommen. Mit dreimaligem Sieg- Heil auf den Führer wurde die Versammlung ge­schlossen.

* Lich, 28. April. Seinen 8 3. Geburtstag feiert heute Philipp Oßwald, einer der ältesten Einwohner unserer Stadt. Er ist Mitbegründer der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr und des Roth- schen Männerchors und war jahrzehntelang in der Führung unseres Turnvereins als Turnwart und in anderen Vorstandsämtern tätig. Seit 1910 ist der verdiente Turnveteran Ehrenmitglied des Turnvereins, und als einer der ersten erhielt er vor vielen Jahren den Ehrenbrief des Mittelrhein­kreises der Deutschen Turnerschaft.

Kreis Alsfeld.

Alsfeld, 27. April. Am Donnerstagabend sprach auf Einladung der hiesigen Dürergesell- schast Professor Dr. Sessous von der Gieße­ner Universität im Physiksaale der Oberrealschule über das ThemaSamoa und die Südseeinseln". Der Vortragende, der drei Jahre lang als land­wirtschaftlicher Sachverständiger im Auftrage des Reichskolonialamtes auf den Samoa-Inseln gewirkt hat, entwarf in außerordentlich fesselnder Weise ein Bild von Land und Leuten dieser ehemals deutschen Südseekolonie. Das Leben und Treiben, Tier- und Pflanzenwelt und das erfolgreiche Wirken der deut­schen Kolonisten auf diesen zauberhaften Südsee- inseln wurde vor den Zuhörern lebendig und durch eine große Anzahl vorzüglicher Lichtbilder, die der Vortragende selbst ausgenommen hatte, zu unmit­telbarer Anschaulichkeit gebracht. Zum Schluß be­tonte Prof. Sessous die Bedeutung und Notwen­digkeit eines Kolonialbesitzes, der uns mit Hilfe der schändlichen Kolonialschuldlüge vorenthalten werde. Trotzdem müsse der Kolonialgedanke wachgehalten und in jeder Weise gestärkt und gefördert werden, denn auch unser Volk habe ein Recht auf Kolonien. Die Zuhörer dankten dem Gießener Gelehrten für feine hervorragenden Ausführungen mit herzlichem Beifall.

# Nieder-Gemünden, 26. April. Der hie­sige Geslügelzuchtverein hielt dieser Tage seine Generalversammlung ab. Aus dem Jahres­bericht war zu ersehen, daß der Stand der Zuchten auch im verflossenen Jahre auf der Höhe gehalten werden konnte. Zu diesem Zwecke wurden vom Ver­ein erhebliche Mittel aufgewandt. Dem Vorstand und dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Kreis­vorsitzender S ö d l e r gab der Erwartung Ausdruck,

daß die Kreisvereine auch weiterhin für die Raffe- geflügelzucht alle Kräfte anftrengen werden. Nach Erledigung kleinerer Angelegenheiten wurde die Versammlung in üblicher Weise geschlossen.

st. Kirtorf, 26. April. Die hiesige Spar« und Darlehenskasse hielt dieser Tage unter dem Vorsitz von Wilhelm L a t h e r ihre Haupt­versammlung ab. Der von dem bisherigen Direktor, Lehrer Erdmann, erstattete Jahresbericht wurde einstimmig genehmigt, ebenso die von dem Rechner Wolf vorgetragene Jahresrechnung. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt und über die Verwendung des Reingewinns nach dem Vorschlag des Vorstands entschieden. An Stelle des bisherigen Direktors, Lehrer Erdmann, der nach den ministeriellen Anordnungen aus diesem Amt scheiden mußte, wurde Konrad Meß zum Direktor der Spar- und Darlehenskasse bestimmt. Die Versammlung wurde nach Erledigung kleinerer Angelegenheiten in üblicher Weise geschlossen.

Preußen.

Großer Erfolg der NAF. in Hessen.

Frankfurt, 27. April (LPD.) Wie die Be­zirksleitung der Deutschen Arbeitsfront meldet, hat die Werbetätigkeit der Deutschen Ar­beitsfront im Gau Hessen bereits einen vol - V e n Erfolg gezeigt. Mehrere tausend Auf­nahmen sind schon vorgenommen. Weitere Meldun­gen stehen noch aus. Zahlreiche Ortsgruppen melden die restlose Erfassung aller Volksge­nossen. Auch die Betriebsführer sind in einzelnen Orten hundertprozentig erfaßt.

Kreis

< Lützellinden, 27. April. Hier konnte ge­stern der Landwirt Fr. Lenz seinen 9 0. Ge- burtsta-g feiern. Der Jubilar ist der älteste Einwohner unseres Ortes und befindet sich noch in geistiger und körperlicher Frische. Abends brachte ihm der hiesige Posaunenchor ein Ständchen dar.

, (D Münchholzhausen, 23. April. In einer hier stattgehabten Versammlung, an der Kreis- feuerwehrführer Riegel (Wetzlar) teilnahm, wurde eine Freiwillige Feuerwehr' gegrün­det, der sofort 50 Mitglieder beitraten. Die Wehr ist somit eine der stärksten freiwilligen Feuerwehren im Kreise Wetzlar. Zum Wehrführer wurde der Elektroinstallateur Karl Schneider bestimmt.

Aus aller Wett.

rUassenverfolgung von Kindesentführern in USA.

In Tuscon (Arizona) organisierte die durch die Welle von Verbrechen aufgebrachte Bevölkerung eine Mafsenverfol g u n g der Entführer der sechsjährigen Farmerstochter Pune Nobles. Die Entführer hinterließen einen Brief, in dem sie 15 000 Dollars Lösegeld verlangten. 5000 Cowboys, Polizisten und Farmer nahmen die Verfolgung auf, die jedoch auf Veranlassung der Behörden unter­brochen wurde, um den Eltern Gelegenheit zu geben, mit den Entführern in Verbindung zu tre­ten. Die Bevölkerung droht, die Entführer zu l y nch e n, falls sie gefaßt werden.

Verheerende Gasexplosion in USA.

Nach einer Meldung aus Chicopee (Massachusetts) ereignete sich dort eine schwere Leuchtgasex­plosion. Das ausströmende Gas entwich in einem Wohnhaus, das völlig zerstört wurde. Drei Nachbar­häuser wurden in Brand gesetzt und 15 Häuser der Umgebung beschädigt. Das Unglück forderte 18 Opfer. Eine Frau wurde getötet, 15 Per­sonen wurden verletzt, zwei Personen werden vermißt. Acht Verletzte mußten in ein Krankenhaus gebracht werden.

Streikunruhen im Kohlenrevier von Alabayta.

Im Kohlengebiet von Alabama (USA.), in dem die Bergwerke seit dem 6. April infolge Streiks geschlossen sind, ist die verhältnismäßige Ruhe plötz­lich gestört worden. Bewaffnete Banden, die zur Hälfte aus Negern bestehen, durchziehen das Gebiet und stecken die Eisenbahnüberführungen in Brand. Der Verkehr ist infolgedessen ins Stocken gekommen. Ein Bergwerk, das dieser Tage wieder den Betrieb ausgenommen hatte, wurde ge­zwungen, abermals zu schließen. Die Behörden be­zeichnen die Lage als ernster denn je seit Beginn des Streiks.

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