Oberhessen.
Oberhessischer Schäfertag in Laubach.
□ ßaubad), 27.Jan. Die Vorbereitungen zu dem am 4. Februar in unserem Städtchen stattfindenden oberhessischen Schäfertag sind in vollem Gange. Am Vormittag ist eine Jahresversammlung vorgesehen, bei der neben der Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten auch belehrende Vorträge gehalten werden. Bei dem großen Fest- Z u g am Nachmittag werden in zahlreichen Schaunummern die wirtschaftliche Bedeutung der Schafzucht und das Schäferleben, sowie Abschnitte aus dem ländlichen Volksleben gezeigt. Sämtliche Laubacher Vereine sowie das Mädelarbeitslager haben ihre Mitwirkung zugesagt. Anschließend werden bei dem traditionellen Schäferlauf in der Schloßgartenallee der Schäferkönig und die -königin ermittelt. Mit einer Abendunterhaltung findet das volkstümliche Fest fein Ende.
Lanokreis Gießen.
# O b bornhofen,27. Jan. Vor einigen Tagen fand im hiesigen Gemeindewald die Brennholz- versteigerung statt. Es wurden bezahlt für Buchen-Scheitholz 8 bis 9, für Buchen-Knüppel 5 bis 6,50, für Eichen-Knüppel 4 bis 4,50 Mark. Buchen-Stöcke 3,50 bis 4,50, Buchen-Reifer 3 bis 4, Eichen-Reifer 1 bis 2 Mk. pro Raummeter. — Bei der für das Winterhilfswerk durchgeführten Speck - und Wurftfammlung wurden in unserer Gemeinde 59,40 Pfund Wurst und 31,20 Pfund Speck aufgebracht und an die Ortsgruppenleitung Trais-Horloff abgeliefert. Der Verkauf der Winterhilfsplaketten am vergangenen Sonntag brachte einen Ertrag von 12,30 Mark.
Kreis Schotten.
□ Laubach , 27. Jan. Im Rathaussaale fand dieser Tage eine Sitzung derK irchengemeinde- vertretung statt. Der Vorsitzende, Pfarrer Kornmann, gedachte zunächst des kürzlich verstorbenen Mitgliedes Re-ichsbahnasfiftent K. Koch und gab dann einen eingehenden Bericht über den religiös-sittlichen Zustand in der Gemeinde aus dem Jahre 1933. Anschließend wurde das neueintretende Mitglied Karl Kopp verpflichtet ebenso wurden sämtliche seitherigen Mitglieder auf die Verfassung der großhessischen Kirche und der evangelischen Reichs- kirche durch Handschlag verpflichtet. Der Voranschlag für das Rechnungsjahr 1934 wird demnächst aufge-1
stellt. — Bei der jüngsten städtischen Brennholz- versteigerung kamen etwa 600 Raummeter Buchenscheit, 360 Raummeter Buchenknüppel und 50 Raummeter Buchenstöcke zum Ausgebot. Die Nachfrage war rege, zumal auch aus der näheren Umgebung viele Steigerer erschienen waren. Es wurden folgende Durchschnittspreise, die weit über den vorjährigen liegen, erzielt: Buchenscheiter 1. Kl. 7 Mark, Buchenknüppel je Raummeter 5 Mark und Buchenstöcke ebenfalls 5 Mark.
§ Ulrichstein, 27. Jan. Dieser Tage fand die Generalversammlung der hiesigen Ortsgruppe des V H C. statt, in der der Wanderplan für das Jahr 1934 festgelegt wurde. Weiterhin wurde die Ehrung der eifrigsten Wanderer des letzten Wanderjahres besprochen. Der Dereinsführer soll zum 13. Male das Ehrenzeichen erhalten. Außer ihm werden noch drei Herren und fünf Damen ausgezeichnet.
l G e d e r n , 26. Jan. In der hiesigen Turnhalle fand dieser Tage die Jahreshauptversammlung der NSDAP., Ortsgruppe Gedern, statt. Damit war die Weihe der neuen Fahne der Ortsgruppe verbunden Ein Teil der Sturmbannkapelle IV/466 umrahmte die Veranstaltung mit musikalischen Darbietungen. Zu Beginn wurde der Toten der Bewegung gedacht und stehend das Lied vom guten Kameraden gesungen. Nachdem der Tätigkeitsbericht verlesen war, wurde der Kassenbericht bekanntgegeben und dem Kassenwart Entlastung erteilt. Die Weihe der neuen Ortsgruppenfahne nahm für den am Erscheinen verhinderten Kreislelter Kromm (Schotten) der stellv. Kreisleiter Dr. M e u e r (Schotten) vor. Nach einer packenden Ansprache übergab er die Fahne ihrer Bestimmüng. Begeistert wurde hierauf das Horst-Wessel-Lied gesungen. Zum Fahnenträger wurde Blockwart Hermann Lauben st ein ernannt. Nachdem Ortsgruppenleiter Klein noch über Außen- und Innenpolitik, sowie über verschiedene neue Gesetze und über das Wesen des Nationalsozialismus gesprochen hatte, ermahnte er alle Parteigenossen, regelmäßig die Schulungskurse zu besuchen. Jeder Parteigenosse und SA,-Mann müsse ein Propagandist der natio^ nalsozialistischen Bewegung werden. Das Gelöbnis unverbrüchlicher Treue zu Führer und Staat wurde bekräftigt durch ein dreifaches „Sieg-Heil!" Mit dem Deutschland-Lied wurde der weihevolle Abend geschlossen.
Preußen.
Presbyter-Tagung in Dutenhofen ।
O Dutenhofen, 27. Jan. Im „Jagdschlößchen" zu Dutenhofen wurde dieser Tage die Winterkonferenz der Presbyter der Synode Wetzlar abgehalten. Die Tagung war sehr gut besucht. Synodalassessor Pfarrer Schmidt- Wetzlar leitete die Konferenz und wies besonders auf den Sinn der Versammlung hin. Missionsinspektor D r i e ß l e r von der Rheinischen Mission beschäftigte sich dann in einem IVsstündigen Vortrag mit einer Fülle der Fragen und Probleme des deutschen evangelischen Missionswer- k e s, insbesondere auch der Rheinischen Mission. Er betonte besonders, daß die Einnahmen der Rheinischen Mission so sehr zurückgegangen seien, daß man ernstlich daran denken müsse, das Seminar zux Ausbildung junger Missionare zu schließen und ein oder zwei Missionsgebiete an ausländische Missionsgesellschaften abzutreten. Bei aller Aufopferung für den eigenen Volksaenossen dürfe in der Bevölkerung der Gedanke der Mission nicht vernachlässigt werden, wenn die Christenheit im Sinne Jesu Christi wirken wolle. Die deutschen evangelischen Missionen werden sich weiterhin nicht mehr als Ordensgesellschaften neben der Kirche halten können, es müsse vielmehr eine größere Basis gewonnen werden; die Kirche, die sich derVerpflichtungzumMissionswerk inhöherem Maße als bisher bewußt werden müsse, müsse die Mission übernehmen. Der Redner entwickelte eine Reihe von Vorschlägen zur Lösung der aufgetauchten Probleme und in einer regen Aussprache wurden alle Für und Wider erwogen. Man war sich darin einig, daß es richtig und nötig sei, die Mission und
die geläuterte lebendige Kirche des Evangeliums in eine organische Verbindung zu bringen. Dies zum Segen beider. Missionsinspektor D r i e ß l e r forderte in seinem Schlußwort die Zusammenfassung der gegenwärtig bestehenden 28 Missionsanstalten zu etwa 8 Missionsanstalten, um größere Einheitlichkeit und sparsamere Wirtschaft zu erreichen.
Einweihung der HZ.-Gebietsführerschule Hessen-Nassau.
LPD. Nieder-Walluf, 28.3an. Unter ftar- ker Anteilnahme wurde am Samstag die hier in der Villa Hagedorn untergebrachte Hitler- Jugend-Gebietsführerschule Hessen- Nassau durch den Gebietsführer Kramer ihrer idealen Bestimmung übergeben. Gebietsführer Kramer feierte das Andenken des am 26. Februar 1933 gefallenen Hitlerjungen Christian Crößmann, dessen Name der Schule durch den Reichsjugendführer verliehen worden ist. Für den Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger sprach Oberbannführer S t ö h r , für den Regierungspräsidenten Landrat P i s ch e l. Den Willkommengruß des Rheingaukreises entbot Landrat K r e m m e r. In der Schule lassen die Oberbanne Frankfurt am Main, Limburg, Oberhessen, Starkenburg und Rheinpfalz ihre Unterbann- und Gesolgschafts- führer mit den Dingen vertraut machen, die ein rechter Jugendführer kennen muß. Leiter der Schule ist Unterbannführer Fritz Handwerk.
Weiterer Sieg im Kampf gegen Hunger und Kälte. Zur Belohnung der in die Hunderttausende von Zentnern gehenden Lieferungen von Kartoffeln und Brotgetreide durch den Landesbauernstand Hessen- Nassau hat das Winterhilfswerk Hessen- Nassau sich entschlossen, mehrere 100 000 Dosen Rindfleischkonserven durch das einheimische und einschlägige Gewerbe (Fleischindustrie) innerhalb der nächsten vier Wochen herstellen zu lassen. Es werden rund 500 Stück Großvieh aus dem FrankfurterMarkther ausgenommen. Dadurch wird der Großviehmarkt entlastet und eine Besserung der Lebendviehpreise herbeigeführt, die sich bekanntlich seit mehr als drei Jahren auf einer für den Bauernstand völlig unzu- Teichenden Höhe bewegen.
Bereits um die Jahreswende hatten das Metzgerhandwerk und der Lebensmittelhandel größere Mengen von Fett an die bedürftige Bevölkerung im Auftrage des Winterhilfswerkes verausgabt, wodurch die Schweineerzeugung und das einschlägige Handwerk und Gewerbe eine günstige Belebung erfahren hatten. Die oben genannte Maßnahme beschränkt sich auf die Besserung der Rindfleifchversvrgung.
Für die Herstellung der Rindfleischkonserven dürfen n u r solche Tiere geschlachtet werden, die im Bezirk des Winterhilfswerkes Hessen-Nassau gehalten worden sind. Zahlreiche gewerbliche Arbeiter finden in der einheimischen Fleischindustrie Beschäftigung, einer Industrie, die hohe Qualitätsleistungen schon seit Jahren hervorbringt (Frankfurter Würstchen und sonstige Fleischkonserven) und deren Absatz im In- und Ausland in den letzten Jahren zurückgegangen ist.
Es wäre zu wünschen, wenn auch in den übrigen Teilen des Reiches diese Maßnahmen beispielgebend wirken zum Segen unserer deutschen Volkswirtschaft und als Beweis engster Schicksalsverbundenheit aller Berufsstände.
Tragisches Ende einer Verlobung.
LPD. F r a n k f u r t a. M. - H ö ch st, 27. Jan. In den ersten Morgenstunden des Samstag spielte sich am Bahnhof des benachbarten Oberliederbach eine blutige Tragödie ab. Die 22jährige Gertrude S e e l i g aus Oberliederbach hatte ihr Verlöbnis mit dem 25jährigen Schuhmacher N i ck aus Vilbel gelöst. Das führte öfters zu einer Aussprache zwischen den beiden jungen Leuten, ohne daß sich das Mädchen jedoch dazu bereden ließ, das Verhältnis wieder aufzunehmen. N i ck stieß verschiedentlich Drohungen aus, so daß das Mädchen sich nur in Begleitung ihres Vaters zur Arbeitsstätte begab. Als heute morgen der Vater feine Tochter wieder bis kurz vor den Bahnhof Oberliederbach gebracht und den Rückweg angetreten hatte, sprang der abgewiesene Nick aus einem Versteck hervor und schoß die Seelig mit einer Pistole nieder. Die Kugel drang dem Mädchen ins Herz und führte den sofortigen Tod herbei. Der Täter richtete dann die Waffe gegen sich selbst und brachte sich einen tödlichen Schuß in die Schläfe bei.
Vtrcie Wetzlar
* K r o f d orf, 26. Jan. Der 26jährige Arbeiter Wilhelm Michel von hier erlitt gestern bei seiner Arbeit im Sägewerk des Tonwerkes Abendstern einen Unfall. Dem bedauernswerten Manne flog ein Stück Holz gegen den Leib, so daß er anscheinend innere Verletzungen erlitt. Außerdem hat er eine Verletzung an einer Hand davongetragen. Er mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden.
"Y" Kinzenbach, 26. Jan. Einen in allen Teilen wohlgelungenen Werbeabend veranstaltete die hiesige Feuerwehr. An der Veranstaltung beteiligten sich sämtliche Ortsvereine. Der Abend brachte zunächst zwei vom Gesangverein „Fortuna" vorgetragene Chöre. Die Mannschaft des Gastgebers zeigte dann die Arbeit der Wehr in Form von Freiübungen (Trockenübungen) unter Leitung ihres Hauptmannes Hch Brück, die starken Beifall her- vorriefen. Eine Riege des Turnvereins „Gut Heil" stellte sich durch einige Hebungen am Barren in den Dienst der guten Sache. Der Abend war in jeder Hinsicht ein voller Erfolg.
> Rodheim a. d. B., 27. Jan Zu einer erhebenden Feierstunde für alle Beteiligten gestaltete sich die dieser Tage durchgeführte Verpflichtung der ersten Mitglieder und Ausgabe der Mitgliedsaus-
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weise der NS.-Frauenschaft. Die Ortsgruppe war am 2. November v. I. durch die jetzige Führerin, Lehrerin Witwe Anna E i n tz ins Leben gerufen worden. Der Tagungsraum — der Zeichensaal in der hiesigen Volksschule — war von schöpferischer Hand sehr geschmackvoll und sinnig mit Blumen, Fahnen, dem Bilde des Führers und dem neuen Wimpel der Frauenschaftsgruppe geschmückt worden. Die feierliche Verpflichtung der gleich bei der Gründung der Frauenschaft eingetretenen Mitglieder nahm Frau Lehrerin E i n tz vor. Nach einer Ansprache, die die Bedeutung des 18. und 30. Januar gerade für die deutsche Frau und Mutter hervorhob, und dem Gesang des Deutschlandliedes traten die einzelnen zu verpflichtenden Frauen an einen blumengeschmückten und in magischen Kerzenschein gehüllten Tisch, nahmen aus der Hand der Führerin der Frauenschaft ihre-Mitgliedskarte entgegen und gelobten unter Handschlag dem Führer unverbrüchliche Treue. Dabei verlas die Leiterin für jede der Frauen einen ihrer Karte beigegebenen Kernfpruch aus dem reichen Schatzkästlein unserer deutschen Dichter und Denker. Die erste Strophe des Horst- Wesfel-Liedes beschloß die kurze Feierstunde. Die Ortsgruppe zählt bereits über 50 Mitglieder. Die Pflichtabende werden pünktlich und vollzählig besucht, auch die freiwilligen Nähabende erfreuen sich großer Beliebtheit.
p. Bieber, 27. Jan. Die Staatsförsterei hielt dieser Tage ihre erste Holzversteigerung ab. Eichenscheite kosteten durchschnittlich 10 Mark, Eichenknüppel 8 Mark, Buchenscheite 14 Mark, Buchenknüppel 9 Mark. Nadelholzscheite wurden zu 9 Mark verkauft. Die Preise verstanden sich jeweils für 2 Raummeter. Die Holzpreise liegen höher als im Vorjahre.
* A tz b a ch , 29. Jan. Am Samstag verunglückte bei der Arbeit der 23 Jahre alte Maurer Wilhelm V i e h m a n n von hier. Mit einem Knöchelbruch des rechten Beines mußte der bedauernswerte Mann der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden.
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