Als Kundschafter hinter feindlichen Fronten
Herbert Volck und seine nationale Sendung.
Dem Vortrag von Herbert V o l ck, des Kämpfers um Freiheit und Ehre, sah man mit größtem Interesse entgegen. Die Neue Aula der Universität war daher gestern abend zu dem von der Gießener Studentenschaft und dem Goethebund veranstalteten Vortragsabend bis auf den letzten Platz besetzt. Der Hochschulgruppenführer Edler von Graeve hieß die Teilnehmer, insbesondere aber Herbert Volck, willkommen. In wenigen Worten kennzeichnete er die Person des Redners und sein historisches Wirken im Dienst des Vaterlandes.
Dann sprach
Herbert Volck:
Der Soldat habe die Aufgabe, durch die Tat vorbildlich zu sein, seine Pflicht zu erfüllen. Wer an der Front gewesen sei, wisse, was das Wort „Tuchfühlung mit den Kameraden", bedeute. Wie ganz anders sei es, wenn der einzelne ganz auf sich selbst angwiesen sei. Zu jenen einzelnen gehörten die Kundschafter. Sie seien nie Personen an sich, sondern nur Geheimzejchen, Nummern. Um den Kundschafter, der in Feindeshand fiel, hätten sich Diplomatie und Generalstab selten gekümmert. Der Kundschafter sei Funktionär der Nation, im Glauben an Volk und Vaterland.
Das Geschick der Völker sei oftmals abhängig von Kleinigkeiten, von Zufälligkeiten und vom Gelingen eines Kundschafterdienstes. Ein Beispiel: Wäre es einem Kundschafter gelungen, zu rechter Zeit der deutschen Heeresleitung von der Meuterei 21 französischer Divisionen nach einer verlorenen Offensive (unter Nivelle) Kenntnis zu geben, so daß nachgestoßen werden konnte, so hätte das die Entscheidung des Krieges für Deutschland bedeuten können. Im positiven Sinne habe sich Kundschafterdienst im Fall von Kowno ausgewirkt. Oft bediene man sich der Frau. So habe man eine mit neutralen Papieren ausgestattete Frau 17 mal passieren lassen müssen, obwohl dringender Verdacht der Spionage bestand. Bis eines Tages der Schoßhund dieser Spionin mit einem Auge auf einen plötzlich durch die Fenster der Grenzstation brechenden Sonnenstrahl nicht reagierte. Hinter dem künstlichen Auge des Hundes befanden sich auf einem Seidenband wichtige Nachrichten ausgezeichnet. Der Gegner habe sich besonders in der Nachkriegszeit mit Erfolg in der Werkspionage betätigt. Rußland habe ein ausgezeichnetes Spionagesystem.
Aus eigener Erfahrung berichtete der Redner sodann von dem Wirken des englischen Kundschafters Oberst Lawrence, der 1913 als Student nach „hethy- chen Königsgräbern suchte und — einen Kurdenauf- tand gegen den Bau der deutschen Bagdadbahn ent- esselte. Vas sei ihm schon 1914 gelungen. Englands Pläne liefen darauf hinaus, Deutschlands Westfront zu chwächen, den beabsichtigten „Heiligen Krieg" zu chwächen. den Beabsichtigten „Heiligen Krieg" zu
entfesseln, sei Lawrence allerdings nicht gelungen. Oberst Lawrence habe den Deutschen den großen Erfolg gegen die Engländer im Orient genommen. Aman-Ullahs Reise durch Deutschland habe den Engländern Gelegenheit gegeben, Lawrence in Afghanistan einzusetzen, so daß Aman Ullah sein Land als König nicht wiedersah.
In seinen weiteren Ausführungen schilderte der Redner skizzenhaft seine Erlebnisse hinter der russi- schen Front, die Gefangenschaft, die Flucht, die abermalige Gefangenschaft, die schwierige Lage, in der er gewesen sei, als man in ihm einen Brückensprenger vermutete, er sprach von der Zusammenarbeit mH Sr. Reis, dem hervorragenden österreichischen Spion, von mißlungener Flucht, von seinem Ausbruch aus dem Gefängnis in Omsk. Er erzählte von einer deutschen Frau in Moskau, die durch Mut und Geschicklichkeit 210 deutsche Soldaten befreien und wieder an die deutsche Front zurückbringen half. In unerhört spannenden Schilderungen sprach der Vortragende weiter von seinem Plane, etwas für Deutschland zu tun, Deutschland eine neue Raumrichtung zu geben, Rußland das Kaukasusgebiet zu nehmen, Rußland abzusperren von dem Oel- gebiet um Baku und dadurch das Riesenreich motorisch lahmlegen zu helfen. Deutschland sollte gleichzeitig einen verkürzten Orientweg erhalten. Im Kaukasus habe er, als „Offizier Hindenburg" große Achtung genießend, eine viertel Million Kaukasier gegen Rußland aufgebracht, deren Einsatz aber durch den Waffenstillstand Türkei-Rußland unmöglich gemacht wurde. Er habe fliehen müssen, durch Persien, durch Kurdistan und riesige Entfernungen ZU Fuß zurücklegen müssen, bis er schließlich in Palästina landete, Enver Pascha Bericht erstattete, schließlich in das deutsche Hauptquartier berufen worden sei, vor Hindenburg und Ludendorff Vortrag hielt und als Folge dessen die Besetzung des Kaukasus beschlossen worden sei. Man hörte noch von Eindrücken in der Wilhelmstraße (Kriegsrohstoffabteilung), in der gegen den Generalstab gearbeitet worden sei, von seinem abermaligen Einsatz auf östlichstem Vorposten im Kaukasus, und seiner Rückkehr, bei der ihm auf stürmischer Fahrt durch das Schwarze Meer gesagt worden sei, daß in Deutschland russische Zustände herrschten. Mit - wenigen Worten kennzeichnete Herbert Volck sein Wirken als Freikorpsführer in Lüneburg und im Baltikum.
Die Front fei es gewesen, so schloß er, die das neue Deutschland mit schaffen half. Fronterleben habe das deutsche Schicksal gestaltet. Aus dem sol- tischen und aus dem kategorischen Imperativ der Pflichterfüllung heraus werde deutsches Geschick auch in Zukunft geschmiedet. Stürmischer, anhaltender Beifall dankte dem Redner.
Edler von Graeve beschloß mit einem dreifachen „Sieg-Heil?" auf den Führer den unvergeßlichen Vortragsabend.
Fußball-Lokalkampf ausgefallen ...
Der für den gestrigen Sonntag vorgesehene Fußball-Lokalkampf der Spielvereinigung 1900 gegen VfB. mußte ausfallen. Der Schiedsrichter erklärte die Platzoerhältnisse als für zu schlecht. Es hatten sich sehr viele Zuschauer eingefunden, die sich mit dem Rest der zweiten Halbzeit des Spieles der zweiten Mannschaften begnügen mußten.
1900 II. — VfB. II 6:2.
Das Spiel auf dem Platz der Spielvereinigung endete mit einem Sieg der Blauweißen. Wir berichten noch darüber.
VfV. III. — 1900 III. 1:1.
Die Bodenbeschaffenheit des Platzes stellte an die beiden Mannschaften die höchsten Anforderungen und ließ ein technisches Spiel nicht aufkommen. Die Gäste waren in der ersten Halbzeit tonangebend, ohne zu zählbaren Erfolgen zu kommen. Die zweite Halbzeit sah die Platzbesitzer im Angriff aber Brambach war nur durch einen Elfmeter zu schlagen. Der Schlußpfiff des Schiedsrichters trennte zwei gleichwertige Gegner. .
Das Schülerspiel mußte wegen Nichterscheinens des Schiedsrichters ausfallen. Das Spiel der Jugendmannschaft wurde abgesagt.
Weitere Fußballgebnisse der Bezirksklasse.
Das Spiel des FC. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg gegen Bad-Nauheim, das auf dem Platz von Bad-Nauheim ausgetragen wurde, endete mit einer Niederlage von 7:1 Toren für Watzenborn-Steinberg. Lollar mußte auf eigenem Platz von Ockershausen eine Niederlage von 2:5 Toren hinnehmen. Nur ein Fußballspiel im GauNordheffen
Der Gau Nordhessen hat in diesem Winter nut seinen Gauligapflichtspielen nur wenig Glück. Es vergeht kaum ein Sonntag, an dem nicht die Holste oder gar alle angesetzten Spiele infolge der schlechten Wetter- und Bodenverhältnisse ausfallen müssen. Auch an diesem Sonntag konnte nur ein Spiel ausgetragen werden. Das einzige Spiel des Tages, Kurhessen Kassel — Hanau 93, endete mit einer kleinen Ueberraschung. Die Hanauer verstanden es nämlich nicht, ihre Spitzenposition durch einen L?ieg über die Kurhessen zu festigen. Sie verloren durch taktische Fehler knapp mit 2:3 Toren, nachdem sie bei der Pause noch mit 2:1 vorne gelegen hat^n. Dadurch sind die Meisterschaftsaussichten von Borussia Fulda wieder ganz erheblich gestiegen.
Fußball in Bayern.
In Bayern hat der FC. Schweinfurt die Tabellen- stihrung an München 60 abtreten muffen, die Nord- bayern wurden in München von Wacker 4:3_ (2.2) geschlagen. München 60 -rzwlte dagegen not 10 000 Zuschauern gegen den 1. S®- Nürnberg ™ dn 0:0. Sn diesem Spiel waren beide Sturmes reihen zu nervös. Weiter verbessert haben sich d e Münchener Bayern, die in der «"en Hochburg ° - Svva Fürth 3:1 schlugen. Ueberraschend kam oie 1:3-Niederlage, die Schwaben Augsburg zu Hause gegen den schwachen FC. München erlit.
Fußball im Gau XIII.
Im Gau Südwest hatten am Sonntag alle Spiele unter den schlechten Platzverhältnissen zu leidem Das Treffen zwischen SV. Wiesbaden und Worrn^a Worms wurde beim Stande von 2:2 nach 52 Sp e- Minuten sogar abgebrochen, weil der P tz G mehr bespielbar war. In der Tabelle hat sich mcht viel verändert, da die beiden Tabellenersten unentschiedene Resultate erzielten und die nachfolgenden Mannschaften entweder ohne Spiel oder ohne Er
folg blieben. Die führenden Offenbacher Kickers erreichten in Worms gegen AO. nur ein 2:2 und der FK. Pirmasens spielte beim „pfälzischen Derby" in Kaiserslautern 1:1 (0:0). 8000 Zuschauer sahen die- ! ses Spiel. Unglücklich kämpften wieder die beiden Frankfurter Mannschaften. Die Eintracht verlor — mit Ersatz und Verletzten spielend — in Saarbrücken 0:2 und der FSV. wurde in Neunkirchen 5:3 geschlagen.
Handball wird selbständig.
Line Fachsäule „Handball" im Reichsbund für Leibesübungen.
Es sind Bestrebungen im Gange, dem Handballsport, dessen Volkstümlichkeit noch ständig im Wachsen begriffen ist und der zahlenmäßig eine ungeheure Ausdehnung gewonnen hat, eine eigene Verwaltung zu geben. Voraussichtlich wird dem Reichsbund für Leibesübungen, der am 30. Januar vom Reichssportführer von Tschammer und Osten proklamiert wird, eine neue Fachsäule „Handball" angehören.
Entscheidungen bei den deutschen Hallentennismeisterschasten.
Bei den Deutschen Hallen-Tennismeisterschaften in Bremen fielen am Sonntag einige Entscheidungen. Im Herren-Einzel schlug der Deutsche Meister Gottfried v. Cramm den Franzosen Landry 6:1, 2:6, 4:6, 6:4, 6:2. Die Meisterschaft im Damen-Ein- zel fiel an Hilde Krahwinkel-Sperling durch einen 2:6, 6:1, 6:2-Sieg über Frau Schorn- burgk. Im Herren-Doppel siegten die Schweden Oestberg-Schröder über Dr. Dessart-Menzel 6:1, 6:1, 1:6, 6:2, im Gemischten Doppel fiel der Sieg an Frau Sperling-v. Cramm, die Frl. Buß-Oestberg leicht 6:3, 6:0 abfertigten.
„preis der nationalsozialistischen Erhebung."
Das Berliner Reil-Turnier.
Das große internationale Berliner Reit- und Fahrturnier fand am Samstag mit dem Beginn der Vielseitigkeitsprüfung um den „Preis der nationalsozialistischen Erhebung" seinen ersten Höhepunkt. 49 Teilnehmer hatten sich zur Schnelligkeitsund Geschicklichkeits-Prüfung eingefunden, die mit ihren 20 leichten Sprüngen und ihrem eigenartigen Kurs hohe Anforderungen an Reiter und Material stellte. Sieger wurde Rittmeister von Jena auf „Herrscher" in 3:54,8 vor „Eilfracht" unter von Berendorf-Goßlar und „Sachsenwald" (Axel Holst) für den 2000 Meter langen jagdmäßigen Kurs.
Heereswaldlaufmeisterschast am 8. April
Die 5. Waldlaufmeisterschaft des Reichsheeres wird am 8. April 1934 in Windorf durchgefuhrt, und zwar durch den Lehrgang für Leibesübungen. Die Länge der Laufstrecke beträgt etwa 10 Kilometer. Es ist ein Mannschaftslauf und ein Einzellauf vorgesehen. Ueber die Beteiligung an der deutschen Waldlaufmeisterschaft am 22. April 1934 durch die Reichswehr wird nach dem Ergebnis der Heeres- meifterschaft entschieden.
Deutscher Vierer-Bob „Olympia" Weltmeister.
In der am Wochenende auf der Rießerseebahn bei Garmisch zum Austrag gelangtenl Diererbob- I Weltmeisterschaft brachte der deutsche Bob „Olympia" dem nationalsozialistischen Deutschland den I Weltmeistertitel ein.
Die Deulschen Winlerkampfspiele sind eröffnet.
Äi
Links: Reichssportführer von Tschammer und Osten im Gespräch mit dem bewährten Deutschen Skimeister Gustl Müller. — Rechts: Willi Bogner (Traunstein) gewann den 18-Kilometer-Langlauf.
Am Wochenende wurden die 4. Deutschen Winterkampfspiele, die im Harz in Braunlage-Schierke zur Abwicklung kommen, durch den Reichssvortführer von Tschammer und Osten in Anwesenheit des braunschweigischen Ministerpräsidenten Klag- g e s und zahlreicher weiterer Ehrengäste feierlich eröffnet.
Schon im Laufe des Donnerstags waren aus allen Teilen des Reichs, die an den Kampfspielen beteiligten Mannschaften eingetroffen. Schlesiens Skiläufer haben die technischen Anlagen bereits in Augenschein genommen und äußerten sich sehr lobend über alles Gesehene.
An den verschiedensten Uebungsplähen herrscht schon reger Trainingsbetrieb.
Die Sprungschanze und der Slalomhang sind bereits zahlreiche Male praktisch erprobt worden.
Am Nachmittag traf dann der Reichssportführer mit seinem Gefolge in der Feststadt ein. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Kampfspiele ein erfolgversprechender Auftakt für die 1936 in Berlin stattfindenden Olympischen Spiele sein mögen. Weiter sprach der Reichssportführer der Presse seinen Dank für ihre uneigennützige Unterstützung des großen Werkes aus.
Wit einem Riesen-Fackelzug, an dem die, gesamte SA., SS. und Bevölkerung der Orte beteiligt war, erfolgte am Abend dann die feierliche Eröffnung der Kampfspiele.
Im festlich geschmückten Schulhof hielt der Reichssportführer im Licht zahlreicher Fackeln die Eröffnungsansprache. Der Reichssportführer sagte, er freue sich über das ungeheuer große Meldeergebnis und den großen Widerhall, den sein Aufruf in der deutschen Wintersportgemeinde gefunden habe. Er forderte die Aktiven auf, mit Ernst an die Aufgaben, die ihnen gestellt seien, heranzugehen, denn die Besten sollen ausgewählt werden für die Teilnahme an den Weltspielen. Ganz besonders herzlich begrüßte Herr von Tschammer und O st e n unsere Brüder aus dem bedrohten Osten, der Freien Stadt Danzig. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf unseren Führer, dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied schloß der Reichssportführer seine oft von Beifall unterbrochenen Ausführungen. Dann erklärte er die 4. Deutschen Winterkampfspiele für eröffnet.
Die ersten Wettkämpfe.
Der erste sportliche Wettbewerb war der 18- Kilometer-Langlauf, zu dem 3 0 0 Teilnehmer am Start erschienen. Pünktlich um 9 Uhr erfolgte der erste Start, und von da ab gingen die Läufer in Abständen von einer halben Minute über die Strecke. Diese war bei schönem Wetter nicht allzu schwierig, zumal die Sonne den etwas vereisten Schnee bald „firnig" machte. Beim ersten Drittel der Läufer erzielte der Breslauer L e u p o l d mit 1:12:44 Std. die beste Zeit, und man sah ihn bereits als Sieger an, jedoch wurde seine Leistung später von Willi Bogner-Traunstein mit 1:10,59 und dem überraschend gut laufenden jungen Josef Schreiber aus Aschau im Erzgebirge mit 1:12,19 unterboten. Der junge Anton Eisgruber aus Partenkirchen hatte Skibruch und mußte sich mit Ersatzbrettern abquälen, dennoch erreichte er die gute Zeit von 1:16,00 und belegte damit in der Klasse II den ersten Platz.
Am Nachmittag wurde auf einer 450 Meter langen Bahn auf dem Nordhanq des Winterberges bei Schierke mit einer Höhendifferenz von 150 Meter der Slalomlauf der Damen ausgetragen. Hier dominierten erwartungsgemäß die Vertreterinnen des Schwarzwaldes. Frl. Christel Cranz- Freiburg legte den ersten Lauf trotz eines Sturzes in 1:05,7 Min. zurück und erreichte im zweiten Gang mit 1:00,4 die beste Zeit des Tages. Mit der Gesamtzeit von 2:06,1 Min. wurde sie Kampfspielsiegerin vor Frau Denz-Freiburg mit 2 09,2 und Frau Rabe-Braunschweig mit 2:30,3 Min. Willy Bogner Kombinations-Sieger.
Die skisportlichen Wettbewerbe der 4. Deutschen Winterkampfspiele wurden am Sonntag mit den Sprungläufen abgeschlossen. Neben dem großen Spezialsprunglauf wurde auch der Sprunglauf zur Kombination ausgetragen, der am Samstag dem Schneegestöber zum Opfer gefallen war. Das Wetter war zwar am Sonntag in Braunlage/Schierke auch nicht viel besser, man entschloß sich aber doch, die Läufe stattfinden zu lassen.
20 000 Menschen hatten sich an der Wurmbergschanze eingefunden, um die Elite der deutschen Skisportler springen zu sehen. Unter den zahlreichen Ehrengästen befanden sich auch der Reichssportführer von Tschammer und Osten, der braunschweigische Ministerpräsident Klagges und Herzog Adolf von Braunschweig.
Die Schanze selbst befand sich in ausgezeichneter Verfassung. Unter der Leitung von Gustl Müller-
Bayrischzell hatten sich bayerische Spezialisten darangemacht, die Schanze sprunafertig zu machen. Das ist auch vollauf gelungen. Leider trübte der große Schneefall stark die Sicht, so daß vor allem die Springer sehr vorsichtig handeln mußten.
Es zeugt daher von der außerordentlich guten Durchbildung unserer Läufer, daß ausgezeichnete Leistungen bei meist gestandenen Sprüngen geboten wurden. Sieger des großen Spezial- Sprunglaufes wurde der Münchener Dietl mit Sprüngen von 47 und 44,5 Meter. Im Sprunglauf zur Kombination holte sich Willi Bogner- Traunstein mit prachtvollen Sprüngen von 40 und 39 Meter den Titel Deutscher Winterkampfspielmeister im zusammengesetzten Lauf. Die beste Leistung in diesem Lauf bot Walter Glaß- Klingenthal, der auf 45,5 und 43 Meter kam.
Die Ergebnisse:
Spezial-Sprunglauf: Klasse I: 1. Karl Dietl-München, Note 221,5 (47, 44,5 Meter), 2. Walter Glaß-Klingenthal 215,2 (45, 43,5 Meter), 3. Mei- nel-Aschberg 212,5 (43, 43 Meter), 4. Stoll-Berchtesgaden 210,7 (43,5, 42,5 Meter), 5. Meyer-Braunlage 210,5 (44, 43 Meter). Klasse II: 1. Oskar Winkel-Brückeberg 188 (36, 41,50 Meter). Jungmannen: 1. H. Marr-Oberhof 201 (33,5, 36 Meter).
Kombination (Lang- und Sprunglauf): 1. Willi Bogner-Traunstein, Note 434, 2. W. Glaß-Klingenthal 425, 3. O. Stoll-Berchtesgaden 412, 4. Gustl Müller-Bayrischzell 405,4, 5. H. Leupold-Breslau 405,2,. 6. Meinel-Aschberg 397, Heinz Aermel-Brückeberg 390,4.
/ / /
1:
Die junge Freiburger Skimeisterin Christel Cranz wurde Siegerin im Slalomlauf, der auf dem Winterberg bei Schierke ausgetragen wurde.
Auftakt im Eishockey.
Ebenfalls am Sonntag wurde mit den Spielen um die Kampfspiel- und Deutsche Eishockey-Meisterschaft begonnen. Die sieben Vorrundenspiele brachten die erwarteten Favoritensiege und teilweise in nicht zu geringer Höhe. Besonders die beiden bayerischen Spitzenmannschaften, Riessersee und Füssen, taten hier des Guten beinahe etwas zuviel. Riessersee fertigte den SV. Braunlage/Schierke mit 21:0 ab und Füssen gab dem Altonaer Schlittschuhläufer-Verein mit 10:0 das Nachsehen. Ausgezeichnet hielt sich der SC. ForsthausstraßeFrankfurta. M., der den Bob-Club Erfurt mit 6:0 besiegte.
Sonja Henie unerreicht.
Die Europa-Kunstlaufmeisterschaften nahmen am Sonntag in Prag mit den Pflichtübungen ihren Anfang. Wie erwartet, zeigte die norwegische Titelverteidigerin Sonja Henie einmal mehr ihr großes Können. Sie distanzierte ihre Gegnerinnen und hat sich bereits am ersten Tage einen beträchtlichen Vorsprung vor ihren neun Mitbewerberinnen verschafft. Die junge Amerikanerin Megan Taylor und dis Wienerin Liselotte Landsbeck liegen ihr am nächsten.
Spreünrunoen Der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.


