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Ur. 24 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Montag, 29. Januar 1934

Aus der Provmzialhauptstadt. Morgen flaggen heraus!

Am morgigen ersten Jahrestag des historischen 30. Januar flaggen alle Behörden, die üffent- lichen Gebäude als äußeres Zeichen der Dank­barkeit und der Treue zum Führer. Ls muß als selbstverständlich angesehen werden, daß morgen die Flaggen des Dritten Reiches auch a n s ä m t t i ch e n Privathäusern gezeigt werden, um damit zu bekunden, daß sich das ganze deutsche Volk einig und eng verbunden weiß mit seinem Führer und Volkskanzler Adolf Hitler. Deshalb morgen Flaggen heraus!

Würdige Feiern in den Schulen.

Die Minifterialabteilung für Bildungswefen hat an sämtliche hessischen Schulen folgenden Erlaß ge­richtet:

Am 30. Januar 1933, 11 Uhr, legte der Reichs- Präsident von Hindenburg die Führung der deutschen Geschicke in die Hand Adolf Hitlers. Deutschland gehörte von nun an wieder den Deut­schen. In einem 14jährigen erbitterten Kampf hat der Nationalsozialismus die inneren Feinde nieder­gerungen. Deutschland war in seiner Jugend neu erstanden. Der Einigung der deutschen Stämme vom 18. Januar 1871 folgte die Einigung des gan« zen Volkes in seinen Ständen und Be­rufen. Der Führer des jungen Deutschland reichte dem greisen Feldmarschall die Hand. Adolf Hitler verband »damit Tradition und Zukunfts­glauben. Hoffnung, Kraftbewußtsein und Stolz erfüllten wieder unser Volk und müssen für alle Zei­ten erhalten bleiben. Zur Erinnerung an diesen Tag des Aufbruchs unserer Nation und aus Dank­barkeit zum Führer veranstalten sämtliche Schulen in der großen historischen Stunde würdige Feiern.

gez. Ringshause n."

Gedenkfeier der Studentenschaft.

Die Gießener Studentenschaft versammelt sich am Dienstag um 11.30 Uhr in der Neuen Aula zu einer Gedenkfeier, bei der auch die Standartenkapelle Mit­wirken wird. Um 13.45 Uhr folgt ein Ausmarsch nach dem Gleiberg, wo man die Rede des Füh­rers durch den Rundfunk hören will.

Dankgottesdienste.

Einer Verfügung des Reichsbischofs folgend, hat das Landeskirchenamt angeordnet, daß Diens­tag, 3 0 Januar, Abendgottesdienste anläßlich des Jahrestages der Uebernahme der Kanzlerschaft durch Adolf Hitler stattfinden. Die

Oberst Beck, der polnische Außenminister, mit dem das Verständigungs-Abkommen zwischen Deutschland und Polen abgeschlossen wurde.

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!Schäserhunde werben für die Winterhilfe....

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Aufstellung auf Oswaldsgarten.

Am gestrigen Sonntag mittag ließ die Winter­hilfe eine nicht alltägliche Werbung für ihren guten Zweck in unserer Stadt vornehmen. In Ge­meinschaft mit dem Verein für deutsche Schäfer­hunde, anderen gleichgerichteten Vereinen, Hunde­besitzern, der Reichswehr und der Sanitätskolonne organisierte sie einen Werbeumzug, der gegen 13 Uhr vom Oswaldsgarten aus abmarschierte, durch zahlreiche Straßen der Stadt in allen Vierteln

(Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießens

ging und auf Oswaldsgarten endete. An der Spitze des Zuges schritten 4 Fanfarenbläser vom Jungvolk, dann folgte ein Schäfer mit einer Schafherde, weitere Schäfer und hierauf die Gruppen der Hunde, insge­samt 92 Tiere, die in ihrer Eigenschaft als Herden­hund, Sanitätshund, Meldehund und Blindenführer gezeigt wurden. Während des etwa zweistündigen Marsches wurde von Begleitern für das Winter­hilfswerk gesammelt.

Gottesdienste sind als D a n k g o t t e s d i e n st e für den erfolgreichen Verlauf der nationalen Erhebung zu gestalten. In größeren Gemeinden und Städten können die Gottesdienste gegebenenfalls auch in einer Hauptkirche zusammengelegt werden.

Ferner ordnet das Landeskirchenamt entsprechend dem Flaggenerlaß des hessischen Staatsministeriums an, daß zum 30. Januar sämtliche evangeli­schen Kirchen in Hessen neben den Kirchenfah­nen mit den Reichsfahnen zu flaggen haben. Gegebenenfalls sind diese, wo nicht vor­handen, zu beschaffen.

Der Dankgottesdienst in Gießen

findet um 20 Uhr in der Johanneskirche statt.

Deutscher Gruh im Schriftverkehr.

Der hessische Staatsminister hat alle unterstellten Behörden angewiesen, im innerdeutschen Schrift­verkehr in Fällen, in denen bisher am Schluß be­sondere Höflichkeitsformeln üblich waren, die Worte heil Hitler" anzuwenden. Die Kreisämter werden beauftragt, den Gemeindebehörden ent­sprechende Weisung zu erteilen.

Ein Erlaß des hessischen Staats­ministers über den Neichsnährftond.

Der hessische Staatsminister macht sämtliche unterstellten Behörden auf ein Rundschreiben des Herrn Reichsministers für Ernährung und Land­wirtschaft aufmerksam, in dem es heißt: Von den Landes- und Kreisbauernführern gehen mir täg­lich Beschwerden zu, aus denen zu ersehen ist, daß die Behörden draußen im Land über Wesen und Aufbau des Reichsnährstandes sich nicht im klaren sind. Um im Lande die erforderliche Beruhigung

zu schaffen und um ein reibungsloses Zusammen­arbeiten der Behörden mit den Dienststellen des Reichsnährstandes zu gewährleisten, bitte ich in einer Rundverfüaung die Behörden darauf hin­zuweisen, daß der Reichsnährstand die gesetzliche Vertretung der deutschen Bauernschaft und der d e u t s ch e n Land­wirtschaft, einschl. der landwirt­schaftlichen Genossenschaften, des Landhandels und der Be- und Ver­arbeiter l a nd w i r t fch a f t l i ch e p Erzeug­nisse i st, der unter der'Führung des vom Reichs­kanzler ernannten Reichsbauernführers steht. Der Reichsbauernführer hat die Landesbauernführer, Kreisbauernführer und sonstigen örtlichen Organe des Reichsnährstandes ernannt. Die Befugnisse dieser Organe beruhen demnach auf einer r e i ch s - rechtlichen Regelung, so daß jeder Ver­such, diese Organe in ihrer Arbeit zu hemmen oder zu stören, als Verstoß gegen ein erlas­senes Reichsgesetz anzusehen ist. Pflicht aller Behörden ist es vielmehr, die Organe des Reichsnährstandes in jeder Weife in ihrer Arbeit zu fördern und zu u n t e r ft ü tz e n.

Der Schutz der nationalen Symbole.

Das Staatspresseamt teilt mit:

Vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda werden demnächst einheitliche Richt­linien für die Handhabung des Gesetzes zum Schutze der nationalen Symbole ergehen. Zur Unterrichtung und zur Vermeidung von Nachteilen des Gewerbe­treibenden fei schon jetzt auf folgendes aufmerksam gemacht:

1. Bildet der Gegenstand selbst das Symbol, so ist eine Verwendung und Verbreitung dann zulässig, wenn er ein Erzeugnis der bildenden Kunst oder des

Kunstgewerbes ist, z. B. Bilder und Plaketten füh­render Persönlichkeiten, Hakenkreuze an Nadeln oder Halsketten, SA.-Figuren.

2. Wird das Symbol an dem Gegenstand oder in Verbindung mit ihm dargestellt, so ist seine Verwen­dung nur dann zulässig, wenn der Gegenstand selbst oder seine Bestimmung eine innere Beziehung zu dem Symbol hat. Nicht zulässig ist die Verwendung des Symbols insbesondere, wenn dieses in der Ab­sicht angebracht ist, den Gegenstand zu schmillken, zu verzieren, oder seine Absatzfähigkeit zu steigern, z. B. das Hakenkreuz oder die deutschen Farben auf Kin­derspielbällen, Sparbüchsen, Papier, Manschetten­knöpfen, Schokoladen- und Tabakpackungen.

3. In allen Fällen der Ziffer 1 und 2 ist die Ver­wendung des Symbols unzulässig, wenn dessen Aus­führungen minderwertig oder mit entstellendem Bei­werk versehen ist, z. B. bei künstlerisch minderwer­tigen Bildnissen, bei selbstleuchtenden Hakenkreuzen.

SG bläst zum Gammeln gegen Hunger und Kälte

am 4. Februar 1934 in der Volks« halle zu Gießen.

Eintrittskarten zu 5V Pf sind zu haben bei den Orlsgruppenleitern der NSDAP., im NS.-Buchladen, Sellersweg, in der Geschäftsstelle desGießener An­

zeigers",

in der Geschäftsstelle derOberhessischen Tages­zeitung".

OieErhebung desDrandversicherungs- beitragö für 1933 in Hessen.

Die Hessische Brandversicherungskammer gibt be­kannt: Zur Deckung der Ausgaben der Brandver- sicherungskaffe für das Jahr 1933 ist mit Geneh­migung der Minifterialabteilung Ib (Innere Ver­waltung) des Hessischen Staatsministeriums vom 5. Januar 1934 auf je 100 M k. Umlagekapi- tal ein Betrag von SVa Pfennig umzu­schlagen und in einem Ziele bis zum 15. Februar 1934 zu erheben. Als Mindestbeitrag für eine Hof- reite sind 75 Pf. zu zahlen. Die für die hessischen Staatssteuern geltenden Vorschriften über Verzugs­zinsen finden auf die Brandversicherungsbeiträge entsprechende Anwendung. Die Erhebung von Ver­zugszinsen erfolgt ab 1. April 1934.

Mit der Unverfälschtheit der inneren Hingebung

Gießener Konzertverein

Liederabend Lore Fischer.

da muß es einen wundern, daß eine «sängerin selbst von der Bedeutung wie Lore Fischer ihre präch­tigen Gaben nicht voll sich auswirken lassen kann, weil das Stimmorgan noch nicht gänzlich frei von beengendem Muskelzwang arbeitet; denn so schön ihr Organ in Mittellage und Tiefe veranlagt ist und auch klingt, so zeigt das Piano der Höhe, wo die

Volksliedern:Jungfräulein, soll ich mit euch gehen", Mein Mädel hat einen Rosenmund" undEs wohnt ein Fiedler zu Frankfurt am Main".

Lagen und im großen Bogen vermag sie ausladend von innerem Erleben Kunde zu geben wie etwa in SchubertsDem Unendlichen" (Gott ist es, den ihr preist"); diese Stelle klang überwältigend.

Mit dem weiteren Reifen der Persönlichkeit und den Erfahrungen inneren Menschentums werden der Sängerin die Mittel in die Hand gegeben sein, im Lied den Hörer auf die letzten Seelengründe schauen zu lassen; denn sie ist, wie schon oben bemerkt, keine Künstlerin, die nur verstandesmäßig singt, sondern die ihr persönliches Innenleben im Liede voll aus­schwingen läßt.

Dafür spricht schon allein die Vortragsfolge, die nur reine Lyrik von Schubert, Schumann und Brahms umschloß. Bei Schubert gab sie un­gekünstelt inniges Stimmungsleben, das sich oft zu beträchtlichen Höhepunkten aufweitete. Gesänge wie dieFeldeinsamkeit" undDie Mainacht" von Brahms ließ sie in Vollbesitz ihrer künstlerischen Nachschaffenskräfte sich entfalten, erfüllt vom Jm-

Gesanqskünstlern. ~. r , ,

Von Natur aus sind Lore Fische r große, ja ungewöhnliche Stimmittel verliehen, die sich bei ihr mit einer starken musikalischen Intelligenz verbin­den. Allem Anschein nach steht die Sängerin erst am Anfang einer ihr aus vollem Herzen zu wün­schenden großen Künstlerlaufbahn. Das klangliche Bild, das'man bei einer Sängerin im Konzertsaal gewinnt, läßt viele Einzelzüge intensiver hervor­treten, als man sie sonst tm Kreise ^eler Mit-

Jn^ einer Zeit, wo man durch Gymnastik und Svort sich allenthalben bemüht, die Muskelfunktion i aufzulockern, um sie dann willensgemaß bis zumj Letzten zu beherrschen And sich dienstbar zu machen,

Die günstigen Eindrücke, die man von Lore Fischer aus Stuttgart als Oratorien-Altistin ge­legentlich ihrer Mitwirkung imWeihnachtsorato- uuu; «mgi, ^191 uus -pianu uer jjuye, wo uie

rium" gewinnen mußte, ließen für ihr Erscheinen Ansatzpunkte für ein weiteres Tonstudium zu liegen

im Konzertsaal besonders hochgespannte Erwartun- , haben. Dann wird es ihr sicher gelingen, im gesam­ten zu. Zieht man dabei noch in Betracht, daß die | ten Stimmumfang eine schmiegsame, samtweich

........... .....schwingende, dunkel klingende mezza voce zu er­reichen. Im Forte strömt ihre Stimme in allen

gen zu. Zieht man dabei noch m Betrag)!, oag uie Zahl der befähigten Altistinnen unter den Podiums­künstlerinnen nicht sonderlich hoch ist, so wird man um so bejahender eine von Natur aus schöne und glücklich veranlagte Stimme begrüßen.

Zumal für den Liedgesang erwünscht sich mancher unserer Komponisten den dunkelglutigen pustostn Klang des Altes, der die melodische Linie plastisch und einpräfam zu ziehen ipeiß. Demgegenüber würde gegebenenfalls der Stimmbildner zu erhärten wissen, daß gerade die organische Durchbildung einer Altstimme zu den schwierigsten Problemen seines Faches gehört. Der Aufbau einer solchen kann nur individuell durchgeführt werden, nicht nur auf Grund von Bühnen- bzw. Podiumserfahrungen. So wird man nur selten eine Stimme antressen, deren persönliche Problematik restlos gelöst erscheint. Und das sind dann dieGroßen" unter unseren

Gießener Gtavttheater.

2. Konzert: Mozart-Abend.

Daß das zweite Konzert des Stadttheater-Orche- sters ausschließlich Werken von Wolfgang Amadeus Mozart gewidmet war, dem muß man unbedingt zustimmen; denn das Bestreben der heutigen Zeit, die Kulturgüter deutscher Musik weiten Kreisen zu erschließen, wird in dem Schaffen Mozarts immer eine sichere Stütze finden.

Die Ursprünglichkeit seiner Tonsprache, frei von Pose und Phrase, wird jedem zum Eingangstor für das Erfassen eines musikalischen Vorgangs werden können. Mozart hören und innerlich erleben, wird immer die beste Schulung und Uebung des musi­kalischen Verständnisses sein und bleiben, weil die natürliche Herzlichkeit und Empfindungsechtheit sich bei ihm in gleichmäßigem Fluß mit ausgeglichener Formung bindet.

Im Hinblick auf die zahlenmäßige Zusammen­setzung des Stadttheaker-Orchesters lagen Mozarts Orchester-Werke greifbar nahe; denn das Verhältnis zwischen Streichern und Bläsern, das wir meist nach dem Erleben des Wagner-Orchesters zu beurteilen geneigt sind, nähert sich in der kleineren Besetzung eher dem ursprünglichen Klangbilde. Sind dann die Holzbläser den oftmals diffizilen Anforderungen Mozarts gewachsen wie im vorliegenden Falle, so kann man getrost sich an ein solches Programm heranwagen, wie es der letzte Abend bot.

Nichts spricht so für das ehrliche musikalische Streben dieser Vereinigung, daß im Vergleich zur vorigen Aufführung der Orchesterklang beträchtlich an Ausgleich und an Sättigung der Klangfarbe ge­wonnen hat. Man hatte stets den Eindruck eines frischen, freudigen Musizierens, das von der Gewis-. senhaftigkeit und Verantwortung dem Werke ge­genüber getragen wurde. Mochte auch Kapellmeister Fritz Cuje in seiner Auffassung richtunggebend von dem sinnlichen Klangerleben bestimmt worden sein (bei vielen Mozartschen Sätzen ist das auch an­gemessen), so wäre doch in Zukunft anzustreben, über das Klangbild hinaus die Durchgestaltung auf die geistigen Hintergründe des Schaffenden vor­stoßen zu lassen. Dann wird es sich auch ermög­lichen, einen Satz wie das Andante cantabile in der Symphonie mit dem breiten tragendem Atem des Lebensnahen zu erfüllen.

Drei Werke der Vortragsfolge gehörten der

reifsten Schaffensperiode für die einzelnen Gattun­gen an, des Meisters letzte Symphonie: Die Ju- Ipiter-Symphonie mit der großen Schluß­

fuge; fein letztes Konzert, das Klarinetten - Konzert und die Ouvertüre zu seiner letzten Oper

puls starker Gefühlsgebundenheit.

Mit der Geschlossenheit der Auffassung und der Verinnerlichung des Durchlebens ließ Lore Fischer Schumanns Lieder-ZyklusFrauenliebe und Leben" rrpron ni=» man ne iunu -...... , als das Schicksal des liebenden Weibes am Hörer

wirkenden beobachten kann. So mußte das Organ vorüberziehen. Da erwachten Töne voll überfließen- pnrp i f * e r 5 in der Aula viel unmittelbarer zu ! der beglückter Empfindung, voll Leidenschaft und den Hörern sprechen noch dazu, wo der Liedgesang frommer Hingebung, voll Lebensmut und alucklichem in die Werkstatt vortraqlicher Kleinarbeit schauen Erzittern, voll bittrer wehmutsvoller Klage. Hier LD hn fm? man nun feststellen, daß sich die j wurden Ansätze erkennbar, die für die weitere Ent- Kun'stlerin auffallend frei hält von Podiumspose 1 Wicklung Lore Fischers hoffnungvollste Aussichten er- und vonallem Nur-Einstudierten. Diese naturhafte öffnen. _ . k

Ursvrünalichk^t ihres Vortrags hat zweifellos stark. Mit der Unverfälschtheit der inneren Hingebung rnpminnPnhT an fid)- denn glücklicherweise hat sich an ihre Aufgabe gewann sie alle Hörer für sich bei "den meisten unserer Konzertbesucher! nicht endenwollender Beifall ries sie und .hren danon tr oebnlten Werspitzte und überzüchtinte Bor- Partner am Flüge,. Prosessor Dr Stefan Tem es- iraa-zkiiltur^ mst der wirklichen künstlerischen Leistung v a r y, der sie in ihrem musikalischen Wollen m * ^identifizieren Künstlertum und Persönlichkeit feinsinnigem Mitgehen nachschaffend unterstützte, allzu enq aneinander, das zeigt sich evident immer wieder auf das Podium zuruck. Mit Herz- hpimCSänaer dessen Stimme als Kundungsmittel Hastigkeit dankte sie durch die Zugabe von drei beim Sanger, oeye.. MnrPtdiohprn- 5Mnafräule n. soll ich mit euch gehen ,

Die Zauberflöte". Ein heiteres Zwischenspiel aus der Salzburger Zeit ist die Serenade für zwei kleine Orchester. Hier tritt uns ein launiges Bild aus galanter Zeit entgegen; eine jener damals üb­lichen Ständchenmusiken. Ganz aus dieser Einstel­lung heraus wurde dieses Merkchen mit feinem Geschmack vorgetragen, stilgemäß in der dezenten Art kammermusikalischen Musizierens. Der kon­zertierenden Streichergruppe hätte man noch mehr solistische Herzhaftigkeit wünschen mögen; denn ihr überaus sauberes Können verlor sich etwas im großen Raume.

Das Konzert für Klarinette und Orchester in A=2)ur weist in die geistige Nähe des bekannten Klarinetten-Quintetts; beide Kompositionen sind dem Klarinettisten Stadler zugeeignet; die Mittelsätze in beiden erscheinen thematisch sehr verwandt. Mit ganz besonderer Liebe spürt Mozart hier den klang­lichen Möglichkeiten der Klarinette nach; reizvoll nützt er die verschiedenen Registerlagen des Instru­ments aus; er erschließt instrumentales Neuland, Figurationen, rankende Passagen und den vielen Ausdrucksmöglichkeiten in den dynamischen Graden des Tones. Heinrich Grau nahm sich des Solo­parts mit besonderer Hingabe an. Sxin Ton zeugt von sympathischer Weichheit und innerlichem Mit­gehen in allen Stufen der Modulationsfähigkeit. Seine Passagen waren sorgsam ausgeglichen und phrasiert; das Figurenwerk rollte; rund waren die Trillerketten, schwingend sein Ton im Portamento. Man kann ein Orchester, das solche fähigen Kräfte zu seinen Mitarbeitern zählt, nur beglückwünschen. Die Tutti-Sätze des begleitenden Orchesters waren, namentlich im Adagio, dynamisch und thematisch fein abgestimmt.

Am Eingang des Abends stand die Zauberflöten- Ouvertüre mit ihrem klanglichen Glanz der Anfangs­akkorde; das Adagio war durchweht von den weihe­vollen Schauern; das Allegro zeugte von besonderer Klarheit im Figurenwerk, vornehmlich bei den Holz­bläsern.

Mit der Jupiter-Svmphonie hatte sich das Or­chester eine sehr hohe Aufgabe gestellt, die es durch­aus in einwandfreier Weife bewältigte; Lebens- bejahung im Allegro vivace, Kantabilität im An­dante. Dis Finale ist ein Denkmal reifsten kontra- punktischen Könnens Mozarts, das über die fatz- technische Meisterschaft hinaus höchsten musikali­schen Ausdruckszielen zustrebt. Dieser Satz wurde in seiner thematischen Verwobenheit klar durchleuchtet und in seinen Steigerungen lebensvoll wieder­gegeben.

Zu bedauern war der verhältnismäßig geringe Besuch der beachtenswerten Veranstaltung.

Dr. H.