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302 Zweiter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Freitag, 28. Dezember 1934
Erfahrungen und Erwartungen
Die Wett an der Jahreswende
Äon unserem N.-Berichierstatter.
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Mj Nachrichten wirkten meist wie t turne ihnen ebensooft widersprochen, l üiizte, was eigentlich daran war: ( Udo, zum wievielten Male schon,
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sönlichkeitsanspruch und die Glückserfüllung der liebenden Frau, was ihr von ihrem Kanzler, ihrem Günstling Magnus und ihrem ebenfalls aufrichtig geliebten Volke leidenschaftlich bestritten wird.
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Es ist so sehr und beinah ausschließlich ein Film der Garbo ganz allein, daß man vom Ensemble nur noch ein paar Namen eben zu nennen braucht, zumal die meisten dieser Namen dem deutschen Publikum ohnehin kaum geläufig sein werden. Also: John Gilbert, schon früher der Partner der Garbo, als Don Antonio; Jan Keith als Magnus; Lewis Stone, dessen man sich vielleicht aus dem „Patrioten" erinnert, als Oxenstierna; Elizabeth Young als Ebba. — Der Film ist eine Produktion der Metro-Goldwyn-Mayer. —r—
gegangen. Die Erwartungen, die man an die „Rückkehr der Sowjetunion nach Europa" knüpfte, haben sich nicht erfüllt, denn in Wahrheit nimmt man im Kreml selbst den Völkerbund als „das Instrument zur Volschewisierung der Welt" nicht so ernst, wie es die europäische Presse gelegentlich tut, und Litwinow soll des Hin- und Herreisens zwischen Moskau und Genf schon gründlich müde sein. Der Außenkommissar ist ein ehrgeiziger Mann. Er hat es heute noch seinen neuesten Freunden, den Franzosen, nicht vergessen, daß er so lange antichambrieren mußte, bevor er in das Gremium der Genfer Gesellschaft ausgenommen wurde, und von den unwürdigen Begleitumständen dieses Staatsaktes wird in Moskau nicht gern gesprochen.
'Wiedersehen mttGreiaGarbo
Königin Christine" im Lichtspielhaus.
Dis ist sehr lange her, seit wir die Garbo z;rr letztenmal im Film gesehen haben — wenn cm tuns recht besinnen, war es in der Rolle der f iidr en und geheimnisvollen Spionin Mata Hari. (2i: dieser Zeit hat man hier bei uns nur von ihr
tionären am 6. November vernichtend geschlagen wurden und daß die Sozialisten und die Kommunisten bei den Wahlen nicht einen einzigen Sitz in einem der beiden Häuser des Bundeskongresfes erringen konnten! Das Volk ist viel sicherer in seinem Urteil als die Zeitungen, die angeblich in Amerika so mächtig sind.
Außenpolitik ist in Amerika immer das Stiefkind gewesen. Oder anders ausgedrückt: Amerika ist in der glücklichen Lage, von einem Primat der Außenpolitik nichts zu wissen. Amerika hat
Li) wo ist Neuyork? Wer fragt heute da- :c was Wall Street denkt oder wünscht? Die -irr so kleine, beschauliche Beamtenstadt Wa-
Es kommt hinzu, daß Amerika bald die Beschränktheit der Handelsentwicklung mit Sowjetrußland einsah und die Folgerungen daraus zog. Vor der Aufnahme der Beziehungen verkaufte Amerika immerhin noch für über 10 Millionen Dollar im Monat Waren nach Sowjetrußland, danach sank diese Zahl auf unter eine Million Dollar. Amerika hat das Interesse an dem Sowjetgeschäft verloren. Während man in Moskau bereits Hunderte von Dollarmillionen in das Land fließen sah, machte das Schicksal einen dicken Strich durch diese Rechnung. Das Scheitern der schwedischen Anleihe hat die Schwierigkeiten noch vermehrt.
Auch Frankreich hat sich nicht für ein Zusammengehen auf Gedeih und Verderb mit den Sowjets entschließen können, wie es Litwinow fordert, und im F e r n e n O st e n ist in diesem schweren Jahr die Aufgabe der letzten verläßlichen Machtposition, der O st ch i n a - B a h n, durch die Räteregierung erfolgt — ein weiteres Zurückweichen vor dem japanischen Einfluß. Das ist die außenpolitische Bilanz des verflossenen Jahres. Heute bildet noch der zum Torso gewordene O st p a k t das A und O der Litwinowschen Außenpolitik. Kommt er zustande? Litwinow ist hartnäckig, er hat ihn noch nicht aufgegeben. Aber auch er ist sich klar darüber, daß „Sonderabmachungen" mit Frankreich im Falle seines Scheiterns nur einen Behelf darstellen würden.
Es gibt manche Fragezeichen in der Außenpolitik der Räte, und die Entscheidungen des Jahres 1935 werden um so mehr von schwerwiegender Bedeutung sein, als die Lage im-Jnnern eine unleugbare Zuspitzung erfahren hat. Daß Rußland, ehemals die Kornkammer Europas, schon jetzt wieder Brot einführen muß, ist Beweis genug, wie furchtbare Folgen die Dürre dieses Jahres gehabt hat. Der Bauer ist von Getreidevorräten entblößt, der Staat hat ihm das letzte Korn abgenommen, eine neue große Hungersnot zieht herauf. Auch das letzte Experiment Stalins, die Abschaffung der Brotkarte, zeugt von der Schwere der Krise. Welche Folgen wird es haben?
Es würde zu weit führen und späteren Beschauern vorgreifen, wollte man die Entwicklung und Lösung dieses Konfliktes, mit dem die Historie von der Königin Christine steht und fällt, Schritt für Schritt verfolgen. Da es, wie wir gesehen haben, hier minder auf das Historische als auf das Menschliche ankommt, muß entscheidend fein, was die Garbo aus der Fabel gemacht hat in einer Rolle, die fast mehr ist als eine Hauptrolle im üblichen Sinne; würde man diese Rolle streichen, blieben nur ein paar höchst gleichgültige historische Kulissen übrig.
Es mag übrigens sein, daß die Garbo in den ersten Szenen manchen ein wenig enttäuscht oder kühl gelassen hat, der sich an ihre früheren Gestalten erinnerte, die ihr eine heftigere und impulsivere Entfaltung von vornherein gestatteten; es mag auch der Charakter in seiner besonderen Mischung, ferner die für die äußere Erscheinung nicht gerade übermäßig vorteilhafte schwedische Kavalierstracht im Stile der Zeit dabei mitsprechen. Aber der große Eindruck von früher wiederholt sich sofort, wenn die eigentliche Handlung, die innere Entwicklung zu spielen beginnt, wenn die Herzensgeschichte mit dem spanischen Gesandten Don Antonio anhebt auf eine ganz romantische Weise, im Stile der Geschichten vom Kalifen Harun al Raschid, dem freilich, soviel wir wissen, Ueberraschungen solcher Art nicht beschieden gewesen sind .
Dann wird die zuvor etwas spröde und kühle Stimme weich und zärtlich und dunkel, die große und für die Kamera unvergleichlich geschaffene Linienführung des Gesichtes gewinnt eine Ausdruckskraft, Nachgiebigkeit und Lebendigkeit, wird so sehr Spiegel jeder leisesten Regung, daß man sofort wieder ganz im Bann dieser großen, überlegenen und dabei so erstaunlich sparsamen Schauspielkunst steht. Die schöngeistige, junge Regentin der ersten Szenen: eine interessante, psychologisch fesselnde und geschickte Charakterstudie; die ihrem Thron, ihrer Krone und ihren Pflichten entflohene Liebhaberin Christine: eine lebendige, erwärmende und beglückende, aller historischen Fremdheit entrückte und uns unmittelbar anrührende Gestalt ... Wenn man nur zwei oder drei dieser knappen, fast stummen Szenen unbefangen hat auf sich wirken lassen, begreift man ohne Widerspruch oder Zweifel den Welterfolg des Films „Königin Christine".
) i g t o n befiehlt — Amerika folgt, tc holt sich hier Rat in allen Fragen, und nicht ik in Neuyork. Jeder Geschäftszweig hat hier iir' Vertretungen, die Auskunft heischen oder um isMiche Berücksichtigung bitten. Quae mutatio..».
General Wrangels Kriegsschatz.
Der russische General Baron Peter Nikolajewitsch von Wrangel, der nach dem Zusammenbruch des Zarentums den Kampf gegen die Bolschewiken mit beispiellosem Mut und ungeheurer Energie aufnahm, entstammte einem alten estnischen Adelsgeschlecht, aus dem mancher tüchtige General dem Zaren treu gedient hat. Aus einem Kavalleriekorps bildete General Wrangel die berühmte „Weiße Armee", die den Bolschewiken so viel zu schaffen machte. Wenn der Heerführer ihnen auf die Dauer nicht standhalten konnte, so lag es vor allem daran, daß die ihm vom Ausland zufließenden Geld- und Kriegsmittel nicht ausreichten, um den Kampf so zu führen, wie es notwendig gewesen wäre. Bis November 1920 kämpfte die immer mehr zusammenschmelzende Armee, bis sie sich in der Krim einschiffte, um zunächst nach Konstantinopel befördert zu werden. General Wrangel begab sich mit dem sog. „weißrussischen Geldschatz" nach Belgrad. Dieser Schatz bestand aus Gold, Schmuckstücken und Juwelen, die seinen Truppen während ihrer Kämpfe in Südrußland in die Hände gefallen waren. Es ist anzunehmen, daß die Wertsachen dem von den Bolschewiken umgebrachten oder vertriebenen Adel gehört haben. Kürzlich hat die in Rom lebende Großfürstin Maria Georgiewna die wertvolle Münzsammlung, die zum Kriegsschatz gehört und einst Eigentum ihres von den Bolschewiken erschossenen Gatten, des Großfürsten Georg Michajlowitsch Romanow war, vom jugoslawischen Finanzminister zurückerhalten. Der in Belgrad deponierte Schatz wird auf mindestens anderthalb Millionen Mark geschätzt. Er war ursprünglich bedeutend größer, doch General Wrangel sah sich genötigt, einen Teil davon zur Erhaltung des ihm gefolgten Restes seiner einstigen Arm'e zu verkaufen, ein großer Teil wurde an die russischen Familien zurückgezahlt, die ihren Anspruch nachweisen konnten. General Wrangel hat noch bis 1928, von einigen Getreuen umgeben, gelebt und ist in Brüssel gestorben.
ccÄIrt; immer wieder tauchte eine Nachricht aus ZHC)wood ober aus Schweden über
keine großen außenpolitischen Ziele; Roosevelt will mit allen änderen Mächten möglichst viele Waren austauschen. Die gegenwärtigen Schwierigkeiten mit Japan sind zwar unerfreulich, aber man kümmert sich nicht viel darum: laß Japan Wettrüsten, wir können es aushalten, ist die Auffassung. Laßt die Alliierten ihre Kriegsschulden an uns nicht bezahlen, wir wissen dann, was wir von „diesen Europäern" zu denken haben. Mit anderen Worten: man ist gleichgültig gegenüber außenpolitischen Problemen.
vielmehr, geschickt und in klarer Erkenntnis dessen, was der Filmbesucher sehen kann und will, einen Ausschnitt; statt einer weitschweifigen und ermüdenden Biographie eine Königsballade mit klarem Konflikt und dramatischen Akzenten, Höhepunkten, Steigerungen, aber auch mit den lyrischen Stimmungen, dem zarten Gefühlston, dem romantischen und malerischen Beiwerk großer Historie und sogar mit einigen heiteren Episoden.
Dies ist nun, als Ganzes, das Werk des bereits erwähnten Regisseurs M a m o u l i a n : ganz impressionistische Technik, die mit schnellen Verwandlungen und Ueberblendungen Bild neben Bild stellt, Szene an Szene reiht und nur da verweilt, wo es sich wirklich lohnt. Natürlich ist viel Ausstattung und Aufmachung dabei, viel Kostüm und Kolorit (es gelingt ihm sogar streckenweise, die eigentümliche Stimmung der winterlich verschneiten schwedischen Landschaft ahnen zu lassen) — auch die unerläßlichen Repräsentationsszenen und Massenaufmärsche, aber im Ganzen weicht doch der Film erfreulich von dem ab, was wir sonst als Historienstil der Hollywooder Produktion kennengelernt haben. Die Spielführung verzichtete, sehr angenehm, auf technische Experimente und äußere Effekte, wo es irgend anging, und behielt bis zuletzt den Blick auf das Wesentliche gerichtet
Das Wesentliche ist hier: Christine, Königin und Mensch; ist Greta Garbo, die von Anfang an bis zum Ende im Zentrum der Szene und des Blickfeldes stehl. Die Christine des Films und die Christine der Geschichte sind zweierlei, obwohl man nicht einmal sagen kann, daß sie einander völlig widersprechen. Es kommt hier auf die gemeinsamen Züge an, die der Film bewahrt; daß er andere und wesentliche Züge weggelassen oder umgebogen hat, kann für die Bewertung nicht entscheidend sein. Ein Film ist kein Geschichtsbuch — es sei denn, er erhebe ausdrücklich Anspruch auf diesen Titel. Der Religionswechsel Christines, den man gerade der Tochter Gustav Adolfs nicht verzeihen konnte, war freilich beispielsweise kein Motiv für die Kamera — so wenig tpie an sich ihre Abneigung gegen eine Ehe Doch hat sich der Film ein Vergnügen daraus gemacht, sowohl dieser Abneigung als auch dem historischen Verzicht auf den Thron ihrer Väter den hier einzig möglichen inneren Antrieb zu geben — in Gestalt einer wahrhaft romantischen und barocken Liebesgeschichte: und also vereinfacht sich das Grundmotw der schwedischen Königsballade auf den uralten Konflikt zwischen Pflicht und Neigung. zwischen Liebe und Staatsräson Christine kämpft um ihre menschliche Freiheit, um den Per-
Washington, Ende Dezember 1934.
1: bekannten „ältesten Leute" würden, wenn sie «c mehrjähriger Abwesenheit jetzt wieder nach !ir ifa kämen, sich nicht erinnern können, je das di der Vereinigten Staaten gesehen zu haben. :d ehr hat sich das Gesicht der USA verändert. Ko ist Hoover? Man hört kaum noch auf, er sein Name gelegentlich erwähnt wird. Wo ist ieritor R e e d, der streitbare Kämpe des erzreak-
Amerikas neuer Kurs.
Von unserem K G. S.-Berichierstaiier.
Für das Sowjerregme ein Jahr nnerMer Erwartungen
Ein fertiggestellter Abschnitt der Reichsautobahn Frankfurt a. M. — Darmstadt von einer der die Bahn kreuzenden Straßenbrücken aus gesehen. Man erkennt die neuartige Betondecke. Der Mittelstreifen, der vorläufig noch kahl ist, wird später bepflanzt.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Moskau, Ende Dezember 1934.
Rußland an der Jahreswende! Mit welchen Gefühlen blickt die Sowjetregierung auf das verflossene Jahr zurück und welche Erwartungen hegt sie von dem kommenden? Ist sie zufrieden? Blickt sie vertrauensvoll in die Zukunft?
Es ist kein Zweifel: an der Schwelle des neuen Jahres steht das Sowjetregime vor einer Reihe außerordentlich bedeutungsvoller Entwicklungen. Ueberall zeigt sich merkbar eine rückläufige Bewegung an, treten Störungsmomente auf, bahnen sich neue Entwicklungen ihren Weg. Noch vor einem Jahr rühmte man sich im Kreml, die Fäden vollkommen und sicher in der Hand zu haben. In der Außenpolitik bereiteten sich die Verhandlungen vor, die der Union eine Sicherung vor den Unternehmungen der gelben Jnselmacht bringen sollte. Litwinow hatte soeben seine Reise nach Amerika hinter sich. Wie in einem Triumphzug kehrte er von drüben heim. Der große Wurf schien gelungen. Kein Geringerer als Roosevelt hatte ihn mit „Mein Freund Litwinow" angesprochen und eine Radioansprache an das russische Volk gerichtet. Es hieß, Litwinow bringe außer der Anerkennung auch das Versprechen mit, daß die klingenden Begleitumstände in Form eines schier unerschöpflichen Kredits sich mühelos würden regeln lassen. Riesengroße Hoffnungen stiegen auf, die noch eine besondere Nahrung erhielten durch die Besprechungen, die über die Gewährung einer 100 Millionen-Anleihe mit Schweden geführt wurden, durch Anbahnung engerer Beziehungen mit dem „Erbfeind", dem „erzkapitalistischen und überimperialistischen" Frankreich, durch die Bereinigung des Verhältnisses zu England, durch die Entspannung im Fernen Osten---kurz, nach langen
Jahren schien den Sowjets die Sonne eines wirklichen Erfolges zu scheinen.
Auch die wirtschaftliche Zukunft im Innern sah etwas rosiger aus. Die gute Ernte 1933 hatte die Regierung wenigstens von der dringenden Sorge der Versorgung des städtischen Proletariats befreit; das war für die Regierung der Räte, die ohnehin stets nur die nächsten Monate zu übersehen vermag, schon ein unleugbarer Fortschritt. Durch die Eröffnung einer Reihe neuer Werke und Wasserstraßen war auch prestigemäßig der Erfolg gesichert — das Jahr 1934 schien wolkenloser als manches zuvor.
Heute muß man sich eingestehen, daß nur wenige der Hoffnungen nicht getrogen haben. Im Verlaufe eines Jahres — welch Unterschied in den Zielsetzungen von damals und heute, im außenpolitischen Soll und Haben, aber auch in der inneren Lage des Landes! Von der Attacke ist man mehr und mehr zur Verteidigung über
i eiX.iiUig aus dem Licht der Jupiterlampen ins s. ^h.atleben zurückziehen wolle, daß sie eine Yacht tob' -in Schloß gekauft habe, daß sie ihren Regisseur ! Lhmoulian geheiratet habe. Die letzte Nachricht lürite so, daß sie zur Sprechbühne übergehen i ut>e, daß sie in ihrer Heimat ein großes Theater - t em: Tb en habe, um dort aufzutreten, vor allem in
l Srndberg - Rollen. Wenn diese letzte Nachricht «Wiientisch sein sollte, wird man die Garbo viel- I lei bald leibhaftig als Königin Christine auf der ! !Khie sehen, in der gleichen Rolle, die sie jetzt in । ijüngsten Film spielt. (Mit dem hat aber ! Sriibberg nichts zu tun.)
£?r Film ist vor wenigen Wochen in Deutsch- £n:i erschienen, und man hat darüber lesen können, terbie Garbo hier ben Gipfel ihres Könnens <r !d)t habe — eine Vollkommenheit ber Dar- K-ing, bie also nicht mehr zu steigern ober zu { ie.bieten sei, unb man hat, um bie Leistung biefer ttfaufpielerin vergleichsweise zu charakterisieren, Uni Namen ber Eleonore Düse heraufbeschworen, st! Vergleich, mit bem freilich ben wenigsten unter gebient sein wirb. Wir jebenfaUs haben bie h ? nicht mehr erlebt. Doch steht uns bie große tirung ber Garbo auch ohne bies außer Zweifel.
Clin historischer Film, ber auf bem Schlachtfelbe Wri Lützen anhebt. In Schweben besteigt bie min- vüihrige Prinzessin Christine, nach bem Tobe • 5 Vaters Gustav Adolf, von den treuen Hän- 5-« h: bes Kanzlers Oxenstierna geleitet unb behütet, U jssii Thron. Das ist ber Auftakt, unb bie Bearbeiter Films waren klug genug, zu erkennen, baß es rt-?rfinnig unb mit ihren Mitteln schlechterdings iiiiöglich fei, nun etwa bas ganze, persönlich unb ?L lisch sehr bewegte Leben ber Regentin nach ber . H: eines Geschichtsbilderbogens auf ber Leinwanb ml Beschauer vorüberziehen zu lassen. Sie gaben
tijmren Flügels ber Republikaner? Wo ist das <> > e d, das früher sozusagen auf ber Straße herum- 3 Mi-M pflegte? Wo ist bie trabitioneüe Scheu vor 'J. 1 u imiUionären unb bie Hochachtung norm indi- d ÖCHen Eigennutz geblieben? Tempora m itantur.
1' Wahlen, bie Anfang November in ganz 2Irr ifa ftattfanben, waren lebiglich eine Bestäti- q ur dessen, was jedem Einsichtigen schon seit Mo- nht klar geworden war: das amerikanische 2!oik wünscht den „Neuen Kurs" des fpi tlichen Sozialismus', es hat das alte 2|!u eutunqs-System der Plutokraten gründlich f.uti5Das Weiße Haus führt jetzt, anstatt wie frü- praen Weisungen der Groß-Kapitalisten demütig 31. ;igen.
; fcmflin D. Roosevelt hat durch die Wahlen b icarmeüe Sanktion seiner Amtsführung erhalten, u miier wird im Neuen Jahr mit größerer Energie bei zuvor diejenigen sozialen Maßnahmen durch- f Upi, die ihm schon immer vorgeschwebt haben: tfierng der Arbeitslöhne,. Kürzung der Arbeits- 3 rii! Verbot der Kinderarbeit, Versicherung gegen 2!rl tslofigfeit, Pensionierung der alten Arbeiter, E«l'z des Sparers vor gewissenlosen Spekulanten u nLMusbeutern, Sicherheit der Bankeinlagen des 21ii ers, Sicherheit gegen Versteigerung des mit 5 in; lheken zu Wucherzinsen belasteten Wohnhau- stir,Hebung der Agrarpreise, bessere Verteilung der 2 Likruflächen und der Märkte, Schaffung großer E>ieiimgen, Rückkehr zur Bebauung des eigenen 2lxKS, Versorgung von Land und Staat mit billi- g b elektrischer Kraft unter staatlicher Kontrolle, gerd)tere Verteilung der Steuern — kurz: Umkehr v OH: egoistischem Durcheinander zu planmäßigem Q kri'infdjaftsleben.
, Srr Amerika kennt, wird ermessen können, n >■: td) große Umwälzung ein- derartiges ^3.7 ramm bedeutet. Er wird auch verstehen, daß v n • nem räumlich so gewaltigen Land, das noch d u; mit einem Bundeskongreß und 48 Einzelpar- L ernten behaftet ist, eine solche Revolution nicht gilb: nicht schnell und nicht formvollendet vor sich gi«ch i kann. Es werden bei diesem Umformungs- p ro'ß immer wieder Schönheitsfehler auftauchen, k fcre oder größere Streiks auf der einen, hyste- rtic Ausbrüche von Reaktionären auf der anderen 5ei . Diese werden dann in der amerikanischen sjSr. e, di/ noch zu 95 Prozent hinter den Ereignis- f ?n erstolpert, ganz groß aufgebauscht als „Krisen" i ml ähnlicher Schlagzeilen-Ünfug. Tatsache aber i 11aß die Streiks stets beigelegt, daß die Reak-
) । gton ist ein riesenhaftes Bienenhaus gewor- in dem ganz Amerika aus- und eingeht. Der v er hr auf den mit hohen Bäumen gezierten Stra- ßrnlst lebensgefährlich geworden, und für Geld und gut Worte ist keine anständige Wohnung in der J ä der Regierungsviertel aufzutreiben. W a -


