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5 i Sprengarbeiten in Idar (Nahe) löste sich ein si tDl ier Felsblock und stürzte zu Tal. Er durchschlug d»-Dach und die Jnnendecke der sog. Kaulwiesen- f' hl: erei und landete schließlich hart neben einem bei er Arbeit befindlichen Schleifer. Bei der bema­l' ernt Kaulwiesenschleise handelt es sich um die e iipe noch in Betrieb befindliche Wasserschleiferei i n Stadtgebiet von Idar / Oberstein; sie ist zur L iionnerzeit das Ziel vieler Fremden, die hier die $ Int der Edelsteinschleiferei mittels Wasserkraft be= a iiniern konnten.

verheerende Kesselexplosion in USA.

Grubenarbeiter getötet, zahlreiche Verletzte.

krch die Explofion des Kessels der Lokomo- t ®t! eines Arbeiterzuges wurden in Montgomery ( W4-Dirginia, USA.) 15 Grubenarbeiter getö - t e:.unb viele verletzt. Der Zug befand sich auf deiüWege zu einer Kohlengrube, um die Bergleute 3 urLÜrbeit zu bringen. Unter den Toten befinden sichnuch der Lokomotivführer und der Heizer. In b eimrei Wagen des Arbeiterzuges, der jeden Mor­gen Lie Grubenarbeiter von ihren Wohnungen in benlfteinen Orten längs des Armftrongbaches ab- V wl: befanden sich etwa 350 Bergleute.' Der ersten C; {pfion folgte unmittelbar eine zweite. Die Lo- k M live sowie der erste Wagen und ein Gebäude, a.i «m der Zug gerade vorüberfuhr, wurden zer- 1 Hhmert. Die Getöteten befanden sich alle im ersten Ü8a.en. Fast alle übrigen Bergleute in diesem Wa- c^i sowie zahlreiche Insassen der zwei anderen 2 Sa/rn wurden durch herumfliegende Trümmer rr e:II e tz t.

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Aus aller Welt.

2U000 Tonnen Gesteins bei Dover ins Meer gestürzt.

wirtschaft ist in kurzer Zeit durckgeführt war. allerdings unter Aufsicht einer Autorität, die

n 12 Meter tiefe Lücke gerissen, die den ribberen Ende der Klippen entlang führenden uifteig von Deal nach St. Margaret-Bucht n . r b r a ch. Obwohl der Einsturz noch vor dem öcptftanb der Flut erfolgte, blieben die niederge- b rcnen Gesteinsmassen teilweise über dem Wasser st£)tar, das eine milchweiße Farbe zeigte. T leKlippen erstrecken sich nach Art eines Borge- rcs 200 Meter weit ins Meer hinaus. Menschen i2T.ii glücklicherweise nicht zu Schaden. Aber H u n- de e von Möven fanden den Tod und H u-erte von Mövennestern wurden vernichtet. Noch G|ifcben nach dem Vorfall umkreisten dichte L »biarme dieser Vögel unter aufgeregtem Geschrei istrl'zerstörten Brutstätten und das Grab ihrer Q lehrten.

ZÄrzender Felsblock demoliert eine Schleiferei

in 3 bar.

3rlin, 27. Dez. (DNB) Die kürzlich in der , rtt verbreitete Nachricht über die Neuordnung d!*> lirztlichen Studiums entspricht nicht den 3i »a jachen. Das Reichs- und Preußische Mmiste- r ur des Innern hat zwar die Vorarbeiten il nie Neuschaffung der Prüfungsordnungen für .er:? und Zahnärzte in Angriff genommen, it. aber die Neuordnung des ärztlichen Studiums ü zusammen mit der allgemeinen ! eiarm des Hochschulstudiums durch-

2 i St. Margaret zwischen Dover und Deal st ii.r<n am Donnerstagnachmittag unter weithin v «-lernbarem Getöse etwa 250 000 Tonnen K « kstein und Erde ins Meer. In die n-ei Kalkwand der Küste, die an der Bruchstelle tfiiüjr 80 Meter aus den Fluten des Aermel-

s ih iach allen Seiten hin Respekt zu verschaffen

Die Neuordnung des ärztlichen Studiums.

Polens gröhler Grubenbelrieb durch Maschinenschaden stillgelegt.

liegen eines Schadens an der Förder- r ic d) i n e mußte der gesamte Förderbetrieb auf

Präsident-Moscicki-Schacht" in Chorzow e i xv- cie.ellt werden. Bei der Untersuchung des Scha­de wurde festgestellt, daß die Maschine, die von d:erstranzösischen Maschinenbaugesellschaft Citroen z MfPreise von 300 000 Mark geliefert worden war, o nie in inderwertigem Material hergestellt i ft /Die Förderung auf dem Moscicki-Schacht, dem czKten Grubenbetrieb Polens, wird voraussicht- i ifi)LÜber einen Moment ruhen müssen. Die 1500 IHbin starke Belegschaft wird bis zur Wiederinbe- t^-nahme des Schachtes auf den staatlichen (Zciboferm-Gruben untergebracht.

lliri angnisooUe Vergeßlichkeit. Auto vom Zuge überrannt.

fesi der Ueberquerung einer Straße an der (D/iahnftrecke in der Nähe von Wien wurde ein s. tanenfraftmagen von einem Zuge erfaßt i vollständig zertrümmert. Der Lenker des i ftcdmagens, ein Arzt, und feine Mutter waren < af 'ber Stelle t o t, Die anderen Insassen wurden sstubend ins Krankenhaus gebracht. Der Bahn- i Dir er, der vergessen hatte, die Schranken herab- |Stofen, wurde verhaftet.

! Bti unglüd in Spanien. vier Mädchen ertrunken.

feil mit Ausflüglern besetzter Lastkraftwagen, der t»meiner Fähre über den Tajo gebracht werden f jdt, stürzte in Puebla (westlich von Toledo) in Ibn Fluß. Vier Mädchen ertranken.

Mo stürzt nachts in einen Kanal. Sieben Menschen ertrunken.

3: der unmittelbar an der deutschen Grenze gele- t gtin holländ. Ortschaft Munsterscheveld stürzte ein i nr ; Personen besetzter Kraftwagen in einen tAial. Sieben Insassen konnten sich nicht mehr i ntn und ertranken. Das Auto befand sich afiber Heimfahrt von einem Musikfest. Bei der Ifc rquerung einer in der Nähe der katholischen . Sr^e in Munsterscheveld gelegenen Zugbrücke stieß fr Sßagen aus bisher noch nicht geklärter Ursache vzn das Brückengeländer, durchbrach es und s.r-te in das an dieser Stelle ziemliche tiefe Was- fcIDa der Wagen sich während des Fallens über® Uu-g und die Insassen sehr gedrängt saßen, ge- N es nur einem jungen Manne, sich aus dem furcht- Lc.n Gefängnis zu befreien. Dem jungen Mann glückte « rber noch, ein junges Mädchen aus dem Wa- herauszuziehen und gleichfalls in Sicherheit zu Irrigen.

,'Orei Arbeiter an einem spanischen Stauwerk tödlich verunglückt.

fei Hueloa (Spanien) wurden drei Arbeiter, die « hinein Stauwerk (Erneuerungsarbeiten vornah- rr. von plötzlich durchbrechendem Wasser fortge- lifji. Sie ertranken.

Der deutsche Gesandte in Rio de Janeiro, Dr. Arthur Schmidt-Elskop (Mitte), bei einem Besuch auf derKarlsruhe" im Hafen von Rio de Janeiro, wo der deutsche Schulkreuzer auf seiner Weltreise einlief. Zweiter von links: der Kommandant derKarlsruhe", Kapitän von Hatzfeld.

Der Held der7!euyork".

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Der Erste Offizier des HapagdampfersNeuyork", Alfred Wiesen, der Führer des Rettungsbootes, mit dem die Mannschaft des DampfersSifto" gerettet wurde, und seine 85jährige Mutter, die auf die ihrem Sohn verliehene Rettungsmedaille sehr stolz ist.

Der Blitzschlag

in das holländische GroßflugzeugUioer.

Die ärztliche Untersuchung der inzwischen in Bag­dad beigesetzten Leichname der Insassen des hol­ländischen GroßflugzeugesUiver" hat ergeben, daß nicht nur die Maschine, sondern auch ihre Besakung vom Blitz getroffen wurde. Die Piloten waren nicht mehr in der Lage, das Flugzeug weiter zu steuern, so daß es führerlos wurde und ab­stürzte. Diese Feststellung deckt sich also mit den Ergebnissen, die schon die erste Untersuchung der Ueberrefte der Maschine ergab.

holländisches Theater eingeäschert.

Das städtische Theater in Arnheim (Holland) ist durch ein Großseuer vernichtet worden. Der Brand brach anscheinend in den im zweiten Stock gelegenen Requisitenräumen aus. Er wurde erst so spät bemerkt, daß die Feuerwehr das Ge­bäude nicht mehr retten konnte. Der Schaden wird auf rund eine Million Gulden geschätzt.

Der Schmugglerkampf an der holländischen Grenze.

Nähere Ermittlungen nach dem Hergang des be­reits gemeldeten Zusammenstoßes zwischen Zollbeamten und Schmugglern an der holländischen Grenzortschaft (Saftei haben ergeben, daß die Fol­gen nicht so ernstlich sind, wie dies anfangs den Anschein hatte. Die Zollbeamten gaben meist nur Schreckschüsse ab. Es sind daher nur mehrere Leichtverletzte und keine Schwerverwundeten zu verzeichnen. Auch hat es sich n i ch t b'e st ä t i g t, daß einer der Verletzten beim Abtransport seinen Verletzungen erlegen ist. Die ersten übertriebenen Darstellungen sind wahrscheinlich darauf zurückzu­führen, daß die fraglichen Vorgänge sich zur Nacht­zeit abspielten und ein genauer Üeberblick dadurch erschwert wurde.

Nächtlicher Kampf mit Wilderern.

Drei Jagdaufseher der Jagdbezirke Speyer, Neu­lußheim und Hockenheim im Badischen lauerten in einer der letzten Nächte Wilderern auf, die schon längere Zeit ihrer Jagdluft frönten. Sie er­wischten zwei Männer, die, als sie sich überführt sahen, Miene machten, zur Waffe zu greifen. Dem einen gelang es auch, einen Schuß abzugeben, der aber fehlging. Einer der Jagdaufseher gab Schüsse auf die beiden Wilderer ab, die sie kampfun­fähig machten. Es handelt sich um wiederholt vorbestrafte Wilddiebe aus Neulußheim.

Gewohnheitseinbrecher

in der Maske des biederen Handwerksmannes.

Der Kasseler Kriminalpolizei ist es gelungen, einen Einbrecher in der Person des 40jährigen Bruno Lieder festzunehmen, der lange Zeit der Schrecken Kassels gewesen ist. Lieder betrieb berufs­mäßig dieAusräumung" von Boden- und Keller­räumen alsSpezialität". Ueberall trat er in der Maske des harmlosen Handwerkers auf, der mit

dem Zollstock in der Hand Messungen vornahm, wenn er in seinerArbeit" gestört wurde. Die Haussuchung in seiner Wohnung förderte eine ganze Wagenladung von Diebesgut zutage. Die wertvollen Sachen versetzte Lieder gleich nach dem Beutezug im Leihhaus und verkaufte anschließend sofort den Pfandschein, so daß es heute unmöglich ist, diesen Teil seiner Beute zu ermitteln. Vor der Kriminal­polizei legte Lieder ein umfassendes Geständnis ab und gab zu, etwa 100 Bodenkammer- und Keller­einbrüche begangen zu haben. Vermutlich dürfte diese Zahl sich aber verdoppeln.

Blutiges Liebesdrama. Zwei Todesopfer.

Än der pfälzischen Gemeinde Nußbach drang der ledige 27 Jahre alte Ludwig W e n z in die Woh­nung des Maurers Karl Ludwig Dach und tötete im Verlaufe einer Auseinandersetzung die 21jährihe Tochter des Dach durch vier Schüsse. Dann flüchtete er und erschoß sich auf seinem elter­lichen Grundstück. Der Grund zu der Bluttat ist darin zu suchen, daß das Mädchen einen Liebes­antrag des Wenz abgewiesen hatte.

Siebenstündiger Wolkenbruch über der portugiesischen Universitätsstadt Coimbra.

Die portugiesische Universitätsstadt Coimbra wurde durch einen siebenstündigen Wolkenbruch schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die tiefergelege­nen Stadtteile stehen unter Wasser. Die in die obe­ren Stockwerke ihrer Häuser geflüchteten Einwoh­ner mußten von der Feuerwehr auf Flößen und in kleinen Booten in Sicherheit gebracht werden. Die Studenten beteiligten sich an dem Rettungs­werk.

Vierzig Grad unter Null in Amerika. Bisher 23 Todesopfer der Kältewelle.

Obwohl die Wetterkundigen in Amerika einen ungewöhnlich warmen Winter voraussagten, wird jetzt eine Kältewelle aus dem Nordwesten er­wartet, wo strengstes Winterwetter mit 40 Grad Celsius unter Null herrscht. Im mittleren Westen sind bereits zahlreiche Todesfälle durch Erfrieren zu verzeichnen. Schwere Stürme an der Nordost­küste gefährden die Schiffahrt. Die ungeheure Kältewelle hat während der Weihnachtsfeiertage in den Vereinigten Staaten nicht weniger als 2 3 Todesopfer gefordert. Die Schiffahrt auf dem Pazifik ist völlig lahmgelegt. Der Sachschaden, der durch die starken Stürme verursacht wurde, ist be­trächtlich.

Unterirdischer Brand im Oberschlesischen Kohlenrevier.

Auf dem Notschachtgelände in Siemianowitz zwi­schen Alfred-Schacht und Adlershütte bei Kattowitz wütet seit mehreren Tagen ein unterirdischer Brand, der eine große Ausdehnung angenommen hat. In einer Tiefe von etwa acht bis zehn Meter ist ein Kohlenflöz von einem Meter Mächtigkeit in i

id geraten, wahrscheinlich durch Selbstentzün- von Kohlengasen. Aus 20 Notschächten schla- haushohe Flammen empor. Da die Schächte untereinander verbunden sind, gewinnt bas unter­irdische Feuer infolge ständiger Jufuhr von frischer Luft immer mehr an Ausdehnung. Ein Wohn­gebäude in der Nähe des Nostchachtgeländes ist stark gefährdet und muß wahrscheinlich geräumt werden. Polizei und Grubenwehren haben das ganze Ge­lände abgesperrt und überwachen den unterirdischen Brand, um etwa notwendig werdende Sicherheits­maßnahmen durchzuführen. Menschenleben sind bei dem Brand nicht in Gefahr gekommen, da bei Aus­bruch des Feuers in den Nostchächten nicht gefördert wurde.

Zugzufammenstoß in Ohio. 3 Tote, 12 Verletzte.

3n der Nähe von Columbus (Ohio) fuhr ein Per­sonenzug infolge falscher Weichen st ellung in einen Frachtzua hinein. Drei Zugbeamte wurden getötet, 12 Fahrgäste ver letzt. Die Polizei hat eine Untersuchung eingebettet, um festzustellen, ob ein Sabotageakt vorliegt. Man vermutet, daß die Weiche absichtlich falsch gestellt worden ist.

Um die vergrabenen Schätze der Auslandrussen. Sensationelle Gerüchte in Paris.

Das PariserJournal" bringt ein sensationelles Gerücht über ein Angebot der Sowjetregierung an die im Ausland lebenden Russen. Die Sowjetregie­rung soll den Flüchtigen 40 v. H. derjenigen Schätze versprochen haben, die von diesen während der russi­schen Revolution auf russischem Boden ver­graben und versteckt worden seien, wenn sie diese Verstecke der Sowjetregierung angeben würden, so daß die Schätze zutage gefördert werden können. Ein Detektiv aus Belgrad soll angeblich einen Vertrag mit der Sowjetbotjchaft in Berlin unter­zeichnet haben und sich bereits in Rußland befinden, um gewisse Schätze zu suchen, die von den nach Belgrad geflüchteten Russen vor Verlassen ihrer Heimat vergraben worden seien. Das Blatt hat sich an den in Paris lebenden früheren russischen Gene­ral Miller gewandt und ihn um Auskunft ge­beten. General Miller erklärt, er habe von anderer Seite nichts über derartige Absichten erfahren und glaube nicht daran. Außer materiellen Schätzen hätten die nach der Revolution geflüchteten Russen auch ideelle Schätze versteckt, nämlich die Fahnen der zaristischen Regimenter, die die Sowjets nie bekommen würden. Im übrigen glaube er nicht an die Vertragstreue der Sowjetrussen. Wenn sie auch den russischen Flüchtlingen 40 Prozent der Schätze versprächen, würden sie doch nach Auf­findung irgend einen Vorwand benutzen, um die Beschlagnahme anzuordnen.

DasGehalt" eines Königs.

In dieisen Tagen haben sich in England diejenigen Personen, die den TitelH o f l i e f e r a n t" er wird in England viel sparsamer verliehen, als es einst bei uns der Fall war! führen, zusammen­getan, um dem Königspaar im kommenden Jahr zu feinem fünfundzwanzigjährigen Regierungs­jubiläum einen Landsitz zu schenken und zwar ein ganz modernes Herrenhaus, für des­sen Entwurf und Ausführung ein Preisausschreiben unter den ersten Architekten des Imperiums ver­anstaltet wird. Dabei hat man sich erinnert, daß die Königsfamilie außer den Schlössern Balmo- r al und Sandringham eigenen Landbesitz nicht i h r eigen nennt, sogar eigentlich eine arme" Familie ist. Sie hat nämlich auch kein großes Barvermögen, sondern ihr Einkommen be­steht fast gänzlich aus der Zivilliste, die bet jedem Thronwechsel vom Parlament neu festgesetzt wird. Dennoch verlangt das Volk, daß sein Königs­haus mit feiner Repräsentation und seinen Aus- gaben keineswegs zurücksteht hinter dem Aufwand, den die alten und zum Teil immer noch sehr ver­mögenden Adelsgeschlechter zu treiben imstande sind. Aus die-sem Grunde erfolgen durch begeisterte Pa­trioten von Zeit zu Zeit immer wieder hohe Schen­kungen an bas Königshaus, das denn auch diese Zuwendung ohne Hemmungen annimmt. Gerade jetzt zum Beispiel hat der Herzog von Kent ganz selbstverständlich die Aufforderung des reichen Lords Dudley angenommen, feine Flitterwochen mit feiner jungen Frau Marina auf dessen Schloß zu verleben; er ist dann übergefiebelt in das schöne Landhaus, das ihm ein Unterstaatsfekretär aus dem LufUahrtministerium, der einer reichen Kaufmanns» familie entstammt, zur Verfügung stellte. Die der­zeitige Zivilliste der Krone, festgesetzt durch Par­lamentsakte vom 3. August 1910, bestimmte das Staatseinkommen des Reichsoberhauptes auf 470000 Pfund Sterling das waren vordem Pfund­sturz neun Millionen vierhunderttaufend Mark. Privat verbrauchen darf davon die Familie aber nur 2 516 000 Mark; der Rest geht drauf fürEr- Haltung der Krone", Gehälter, Pensionen, wohltä- tige Schenkungen und Almosen. Für letztgenannte sind 264 000 Mark im Jahr vorgesehen natürlich viel zu wenig für solche wahrhaft königliche Pflicht, so daß diese Summe auch immer noch aus der Pri­vatschatulle ergänzt werden muß. Kein Wunder also, wenn begeisterte Patrioten das Königshaus immer wieder mit Zuwendungen bedenken, die dann keineswegs der Auffüllung des Privatvermögens dienen, sondern meist immer wieder in irgend einer Form der Öffentlichkeit zugute kommen.

Der Ritter ohne Furcht und Tadel."

Die Pariser Skandalgeschichten reißen nicht ab, und je mehr sich die Gerichte mit den verschiedenen großen Affären befassen, desto unerfreulicher wird das Bild, das sich der französischen Bevölkerung bietet. Obgleich durch die Klage desDuc de Saint-Simon" ein weiterer Prozeß die Oeffentlichkeit beschäftigen wird, atmet man in Paris erleichtert auf, da dieser Kläger eine ausge­sprochen heitere Note mit seiner Angelegenheit in den Gerichtssaal bringt. In Wirklichkeit heißt der Duc de Saint-Simon noch viel klangvoller, wenn auch bürgerlicher, nämlich: Henry-Jean-Ma- rie-Rene Dissande de Lavillate. Der Herzogtitel ist keineswegs erfunden, sondern regelrecht vom Vater geerbt, der ihn wiederum vom König Nikita von Montenegro erhalten hat. Der jetzige Inhaber ist mit seinen 33 Jahren schon Generaloberst eines ita­lienischen Sanitätskorps und stolziert mit der dazu gehörigen Uniform, die mit vielen prächtigen Orden besät ist, in Paris umher. Außerdem ist er Doktor der Columbia-Universität in den Vereinigten (Staa­ten und schließlich auch noch Chef des Militärkabi- netts des Prinzen Charles de Bourbon, der immer noch hofft, einst sich die französische Königskrone aufzusetzen. Die Polizei begann sich für den Titel- reichen zu interessieren, als ein verdienter französi­scher General bei einer offiziellen Gelegenheit mit demDuc" wegen des Vortritts in Streit geriet. Das Ergebnis der polizeilichen Untersuchung war niederschmetternd. Es handelt sich um einen Aben­teurer, der in der französischen Armee als Brigadier gedient hat, degradiert wurde, einmal wegen uner­laubten Tragens von Orden Gefängnis bekam, das zweite Mal zwar freigesprochen, aber in ein Irren-