Einzelbild herunterladen

rrr.M Sechstes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten)

$amstog,2^3uIU934

Hohe Zeit der Ernte

9J.Jpori

lieber weite Sireckenstüge bei der IV. Rhön

Fritz Schmidt-Gießen fliegt nach Koburg.

IDeuqcpen beleg: und Kutzschbach

reichen.

Heini Ditt- Fafnir 2" für Segel­

Armen Kinder.

rückzulegen.

Erstmalig flog der Dellrekordler mar-Schweinfurt heute den neuen des Deutschen Forschungsinstituts flug Darmstadt,

Ueberall auf den Feldern stehen früher in diesem Jahre als sonst die Getreidehausten auf den Stoppeln. Das Korn ist zum größten Teil em= gefahren. Gegenwärtig ist die Haferernte im Gange. Ueberall auf den Feldern rattern die Mähmaschinen. Lagerfrucht ist sehr selten, und so konnten die Ma­schinen überall eingesetzt werden. Die Erntearbeit geht rasch oonstatten. Noch aber ist nicht jeder Bauer im Besitze der Mähmaschine. Bei einem Gang über Land kann man häufig, besonders am frühen

Morgen, Bauern und Bäuerinnen, Knechte und Mägde sehen, die mit der Sense oder gar mit der Sichel in schwerer Arbeit das Getreide mähen. - Bald wird die Zeit der Ernte vorüber sei, und der Herbstwind weht über die Stoppeln.

Und je länger die Stille dauert, um so tiefer wird ihre Sehnsucht nach dem, was ihre Erfüllung gibt. Denn alle Stille will Klang, will Rhythmus,

und zur Zeit steht eine Landemeldung des heute morgen um 11 Uhr gestarteten Piloten noch aus. Ebenfalls liegt noch keine Landemeldung des um die gleiche Zeit gestarteten Piloten Wiegmeyer auf Präsident" vor. Die endgültige Wertung des gestri­gen Tages ergab für den Berliner Philipp auf Klettermaxe" eine Flugdauer von 8 Stunden 15 Minuten, die heute von dem Leipziger Fritz Ca- rius aufAlte Leipziger Garde" gleichfalls er- reicht wurde. Besonders erstaunlich find die physi­schen Leistungen der Flugzeugführer und Start­mannschaften, die allabendlich die Maschinen im­mer wieder von den weiten Streckenflügen zurück­holen müssen.

mit demRhönadler" nach Böhmen.

Aus Leitrneritz (Tschechoslowakei) kommt die Meldung, daß der Mannheimer Pilot Ludwig Hofmann mit seinem SegelflugzeugRhön­adler" gelandet ist. Er hat damit einen Flug von 310 Luftkilometer von der Wasserkuppe aus zurück­gelegt. Hofmann wurde festgehalten. Er führte einen Radiosender und einen Photoapparat mit sich und erregte dadurch das Interesse der tschechi- scheu Militärbehörden.

will Gesang. , _ , ,

Aber hier ist niemand, der ihre Sehnsucht stillte.

Der Klang der Flöte könnte es vielleicht, eine jdunkle, weiche Melodie ... Aber die Natur weiß lbesser, was in diese Stille paßt. Ein Ziegenmelker

beginnt zu spinnen, fast wehmütig klingt's, immer die kleine Terz, geheimnisvoll, als hätte die Stille selbst Stimme bekommen und sänge ins Dunkel.

Da, über mir, plötzlich ein silberner Streif.

Eine Sternschnuppe.

Als löste die Nacht einen der Sterne aus der Flut ihres dunklen Haares und würfe ihn ins Uferlose hinab.

Wieder eine jetzt dort schon wieder eine mehr eine königliche Verschwendung an Schön- heit und schimmernder Pracht und doch nur Bro- famen von dem Uebersluß an Licht und Glanz da oben. Wie Blätter von dem Blütenmeer des Him­mels, das auf dunklen Fluten kreist.

Der Mond ist höher gekommen. Deutlich erkennt man in feinem blaffen Licht den Weg durch die Föhren, die lautlos im Dunkel stehen.

Schöner kann der Himmel auch über den Tiroler Bergen nicht fein, schöner nicht über den Fjorden des Nordens, tiefer nirgends die Stille, geheimnis­voller nicht der Wald und demütiger nirgends die Nacht. ....

Plötzlich singende Stimmen. Gitarrenklange, Gleichschritt von Füßen. Wandervögel, die eine Nachtfahrt machen und auf der fernen Landstraße vorbeiziehen.

Und bann ist alles wieder mein: Nacht und Weite, Himmel und Erde, die Stunde jetzt und die Stille, die wie ein ruhender Glockenhammer wie- der schweigend unter der Kuppel des Himmels

A. Magne mit 2:32:05 Stunden vor Lapebie und dem Deutschen Geyer einen sicheren Sieg heraus. Gesamtsieger der Etappe wurde A. Magne in 5:38:05 vor Lapebie und Geyer. Von den übrigen Deutschen belegten Stöpel den 15., Risch den 22.

~ ') den 37. Platz.

Der Stuttgarter Baur flog aufFledermaus" 150 Kilometer in die Nähe von Hof i. B., der Ehemnitzer Stäthe mit seinemCondor" 155 Kilometer und landete auf dem Flugplatz Plauen im Vogtland, der Darmstädter U t e ch erreichte mit einem Flug von 153 Kilometer Neustadt an der Kulm, und Peter Riedel- Darmstadt flog bis Lauenheim i. Th. 100 Kilometer Luftlinie. Hanna R e i t s ch , die denCondor" von Dittmar fliegt, vermochte 105 Kilometer bis nach Reichenbach zu-

Stetig sich steigernde Zahlensummen kennzeich­neten eine unentwegte Leistungssteigerung der er­sten fünf Wettbewerbslage, und neben der segel- fliegerischen Elite verschaffte sich der segelfliegerische Nachwuchs in glänzender Weise Geltung. Idealstes Flugwetter am fünften Wettbewerstag führte zu einem erneuten Rekordtag in jeglicher Beziehung, hinter dem der heutige sechste Tag der 15. Röhn, abgesehen von den beiden gestrigen Spitzenleistun­gen von Wolf Hirth und Ludwig H o f m a n n , weder in Anzahl der Starts .noch in Dauer und Gesamtflugstrecke zurücksteht.

kräftigem Rordwestwind setzte kurz nach 8 Uhr bereits wieder regster Startbetrieb ein, und bald schon bot sich wieder der herrliche An­blick von 20 und mehr über dem Wafserkuppen- massiv dahinschwebenden Segelflugzeugen.

Bereits um die Mittagsstunde waren nahezu 100 Starts vollzogen, und ringsum entfernten sich zahl­reiche Maschinen nach gutem Höhengewinn nach allen Himmelsrichtungen. Besonders lebhaft wurde der Startbetrieb nochmals gegen 13 Uhr, und mit Ausnahme derjenigen Piloten, die auf Dauer flie­gen, ging eine Reihe weiterer Maschinen zu Segel­lügen über, so daß der heutige Tag zu einem Großkampftag aller Wettbewerbs­teilnehmer wurde. e

Von den auf Strecke gegangenen Maschinen flogen 18 eine Strecke von 20 bis 50 Kilo­meter und 10 Maschinen 50 bis 75 Kilometer.

Der Würzburger Enders flog auf derWürzburg" 95 Kilometer nach Sonneberg i. Th., Philipp' Berlin auf dem RhönadlerKlettermaxe" 195 Kilo­meter nach Lichtenau im Erzgebirge.

Irih Schmidt-Gießen auf dem Rhönbussard Deutsche Saar" flog 78 Kilometer bis in die Rahe von Koburg.

Kurze Gportnotizen.

Die 21. Etappe der Tour de France von La Rochelle nach Nantes wurde am Freitag nach einem neuen Austragungsmodus durchgeführt. Das Rennen im Massenstart gewann der Franzose Le Greves im Spurt vor den beiden Belgiern Bonduel und Ghyssels. Im Zeitfahren fuhr dagegen

hängt.

Wie die Schienen im Dunkel gleißen.

Denken, daß sie durch das Dunkel der Nacht bis in die Berge gehen, an Wäldern und Hängen vor- bei, an Gletschern und Strömen, über rauschende Schluchten hinweg und mondlichterfüllte Wasser- stürze, von einer Einsamkeit in die andere* die alle das Land schweigend in feinen hält, fest und ruhig, wie eine Mutter ihre

Die Gießener Segelfliegerin Frl. Mendel, Turnlehrerin am Gießener Turnseminar, die am Donnerstag mit dem SegelflugzeugDr. Elisabeth Lippert" (einemRhonadler ) auf dem Segelfluggelände bei Nieder-Osleiden startete und 6 Stunden und 14 Minuten in^erVuft^blieb^

Erscheinung tm Weltkrieg.

Von Richard Euringer, GOS.

Die Lampen waren gelöscht wegen Bomben- i gesahr. Man schlief nicht, man wachte nicht, starrte hinaus in die blinzelnde Finsternis.

Urlauberzug bei Nacht.

Und der Schützengraben lief mit. Parallel dem Schienenstrang, ein paar Meilen westlich, lief der Schützengraben mit, stundenlang, tagelang, die ganze Front, von Nord zu Süd: alle Schritt ein . Mann mit Gewehr und Patronen, Geschütz an Ge­schütz, Schultergewehr an Schultergewehr. Granat­loch an Granatloch. Kompanie an Kompanie. Regi­ment an Regiment. Division an Division. Alle Straßen überlastet von Kolonnen. Jedes Kaff be­legt mit Truppen. Stäbe in zerschossenen Scheunen. Flieger in verkommenen Chateaus. Reiterei in drahtverhauenen Fermen. Pioniere auf den Tür­men, MG.-Schützen und Flaks. Parks und Etappen, Arbeitsbataillone, Lazarette und Depots. Feldpost und Feldpater. Zahlmeister und Landsturmmann. Jede Handbreit Feld und Welt grau von Feldgrau.

Komiker liefen in Uniformen herum, Hofschau­spieler geisterten als Kriegsfreiwillige. Pensionierte Generäle standen von den Toten auf. In den Straßengräben, aus dem Gesicht, wie erschlagen unter riesigen Tornistern, schliefen die Reserven. Alle Aufgänge und Treppen, Bahnhofshallen, und Gewölbe starrten von Erschöpften, Abgelösten, von Verwundeten, Schlaftrunkenen und Hoffnungslosen. Man trat auf Militär. Man zwängte sich durch Uniformen, stieß sich an Gewehrkolben, Feldkesseln und Mündungsschonern. Man blieb aneinander hängen, Seitengewehr an Seitengewehr. Korporal­schaft drängte Korporalschaft. Alle Chargen, alle Waffen qualmten durcheinander in Cafss, Epicerien und Estaminets. Man wurde schwindlig vor Ordens­spangen und Tressen, Achselstücken und Kokarden. Wenn man nur das Kinn hob, fiel einem schon ein Tornister auf den Kopf, rumpelte man an ein Koch­geschirr, stieß man sich an einen Stahlhelm. Wo man hinfaßte, hing man schon am Stacheldraht und zerriß sich Hand und Hose. Universitätspro­fessoren holten sich als Generalärzte das EK. I, und die Kirche platzte von Rekruten.

Man kam vom Westen, man kam nach Ost. Man kugelte von Front zu Front. Man kam von drau­ßen, man rutschte rasch heim: und der Schützen­graben lief mit. Soldaten bei Nacht, Soldaten bei Tag.

Da geschah's:

Dröhnend donnerte der Zug in die Bahnhofs­halle. Metz. , T v

Wir taumelten auf.

Draußen war Morgen. Durch die losgemachten Fenster frischte die Kälte.

Da stand ein Mann... Nein, kein Mann: ein 1 Herr, ein .. Dreitausend Soldatenaugen trauten ihren Augen nicht: da stand, ohne Stahlhelm, ohne . Mütze, ohne Waffenrock und Koppel, ohne irgend 1 eine Reqimentsnummer, ohne Namenszug, Kokarde, Achselklappe, ohne Patte oder Biese, ohne Wickel­oder Reitgamasche, ohne Sporen oder Spange, ohne Litze, ohne Tresse, ohne Säbel, ohne Knarre, ohne Grau und EK. II... stand: der Zivilist. Ein un­glaubliches, unmögliches, empörendes, betörendes Gespenst. Einen Strohhut in der Hand, mit Dem Taschentüchlein seine Glatze glattpolierend. In Lack­halbschuhen, mit bunten Socken. In Zivil, -öm Straßenanzug, blau geripft, mit einern ^$301^ Dessin getönter Karos. Bügelfalten Einer Weste. Uhrkette. Füllfederhalter. Sakko. Und nun setzte er den Strohhut auf den Kopf, keck, tief in ^n Nacken, pflanzte sich die Zigarette ins Gesicht, steckte das Taschentuch in die Kavaliertasche^ zog die Hosen straff und spazierte auf und ab. Mit ganz wunder­lichen Schritten, wie auf einen Schlager tänzelnd. Wohlgelaunt. Fettig schmunzelnd.

Dreitausend Soldatenaugen starten ihn an. Er merkte es nicht. Er sah über uns weg, er sah von uns ab, er sah durch uns hindurch. Wir waren li,Un5Uroar er ein Phänomen. Eine schicksalhafte, noch nicht voll begriffene Erscheinung... Eme andere Welt.

Der erste Scfjieber._________

Das Bahnwärterhäuschen.

Don Wilhelm Scharreimann.

Es waren Sommertage, die wie ein einziges ßäcbeln Gottes waren. Wochen und Monate hatte ich über meiner Arbeit gesehen und k-m Auge für die Schönheit des Sommers gehabt. Der alte Birn- houm unter meinem Fenster raufchte vorwurfsvoll ^m Winde und die Wolken wanderten un er dem kümme? tim hell und licht wie fehge Geister.

Aber die Nächte! Jene Hellen Sommernächte, die J ... wufend Geheimmffen durch Gaffen und voll von I ans eine Sehnsucht wecken,

1 bL^ubete und schwebend ist wie der Flügelschlag

Denn Träume und ungestillte Wünsche sind eigen- I finnig wie Kinder und wollen ihre Freiheit und ungehemmten Flug. Aber sie werden auch müde wie Kinder und kommen von selbst zurück.

So wurde es wiederum nur eine kurze Fahrt in die Heide, eine Wanderung an schweigenden Föhren­wäldern entlang, durch summende Einsamkeiten, wahllos ins Blaue hinein. Aber mit mir die Wolken, mit mir die Sonne, mit mir der Wind.

In einem einsamen Bahnwärterhäuschen blieb ich nach einigen Tagen zur Nacht.

Ein Giebelzimmer, drei Schritt im Geviert, Kam­mer und Stube zugleich. Ein Fenster, bequem mit den Schultern auszufüllen, darunter der Garten ein bunter Zipfel im braunen Kleide der Heide,, ein grüner leuchtender Wimpel. Unter dem Bahndamm Sonnenblumen, Rittersporn und Feuerlilien in un­erhörter Pracht. Daneben die Schienenstränge rote ein Paar gleißender Schlangen und dahinter Wald dunkel und ernst, lieber allem aber der leuchtende blaue Sommerhimmel und Wolken, lauter und schimmernd weiß wie die Ewigkeit.

Hier den Abend verleben, sehen, wie der schmale Mond hinter den Föhren auffommt und die Nacht ihre Lampen anzündet.

Unten kramt die Frau noch mit ihren Milchschus- feln, meckert die Ziege im Stall. Und dann Die große heilige Stille, in der alles um einen versinkt. Nur das Summen der Telegraphendrähte.

Wie Sterne hangen die Signallampen m der blauen Luft.

Langsam kriecht von weitem em Zug heran, wächst mählich ins Große, rattert und stampft, daß das Haus erbebt und das Wasserglas auf dem Tisch hinter mir flirrt. Nun ist er vorbei und eine blasse Wolke von Dampf, die er hinter sich gelassen, hangt unschlüssig in den Wipfeln, weiß nicht, wohin, und zergeht darüber in dem zagen Winde.

Um Mitternacht kommt der letzte D-Zug. Er rast unter meinem Fenster vorbei, als müsse er das Dunkel, das auf den Schienen lastet, zerschmettern und zerstampfen. Fliehende Lichter unter meiner Zimmerdecke wie huschende Arme, mit denen er ins Dunkel langt.

, Dann, langsam wie die Ringe eines Wassers verebben, in das jemand einen Steinen schleudert, kehrt die Stille zurück, schwingen die Stunden wie- der ihren lautlosen Reigen.

ßocbfcbuln ad) richten.

Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Dr. h. c. Kurt von Rümker, einer der bedeutendsten Vertreter landwirtschaftlicher Theorie und Praxis, beging den 7 5. Geburtstag. Rümker habilitierte sich 1889 in Göttingen, 1891 in Halle und wurde 1895 an die Universität Breslau berufen, wo er nach einem weiteren Jahr Ordinarius wurde: von 1912 bis 1919 bekleidete er den Lehrstuhl für Acker- und Pflanzenbaulehre an der Landwirtschaftlichen Hoch­schule in Berlin. Seit feiner Entpflichtung bewirt­schaftet er das Gut Emersleben im Kreis Halber­stadt. Seine Forschungen gelten vor allem der Pflan­zenzüchtung: daneben befassen sich seine Schriften namentlich mit dem landwirtschaftlichen Unterrichts, wesen.

Und^ines^Morgens, das erste Sonnenlicht spielte seinen brausenden Morgenchoral hielt mich's nicht länger. Ich mußte hinaus und fort. Aber wohin |nUWHn^°^räume schweiften bis in die nordische, ........:-a

Fjorde, kreisten mit Wüd)ti8en Flügeln um d.e dunkle, Eche Melodie

IBerge Tirols. '

; 7"

' z,'

z . "