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Bundeskanzleramtes beginnen sollte, dazu beizu­tragen, das dann unvermeidliche Blutvergießen, nicht zum mindesten unter den zahlreichen im Ge­bäude gefangenen österreichischen Ministern und Beamten, zu verhindern.

Alle weiteren Kombinationen politischer Art, die an den von mir unternommenen Schritt geknüpft worden find, werden auch durch die infolge obiger Darstellung zu Tage tretende Tatsache hinfällig, daß wie ich dies immer wieder betont habe ich nicht als bevollmäch­tigter Gesandter, sondern nur als Mensch gehandelt habe, der geglaubt hat, dazu bei­tragen zu müssen, vielleicht zahlreiche Menschen­leben zu retten, als er darum gebeten wurde, wie dies übrigens auch wie mir erst nach­träglich bekannt wurde dem letzten Wunsche entsprach, den Bundeskanzler Dollfuß vor seinem hinscheiden zum Ausdruck brachte. In­folgedessen trage ich auch allein die Verantwortung für das, was ich getan habe.

Ich stelle auch fest, daß die Erklärungen der drei R e g i e r u n g s m i t g l i e d e r über das freie Geleit mir gegenüber abgegeben wurden, nachdem sie mir bereits das hinfcheiden des Bundeskanzlers Dollfuß mit- geteilt hatten, daß also diese Zusage in voller Kenntnis dieses traurigen Ereignisses gegeben worden ist.

Berlin, 27. Juli 1934. Rieth.

Havas-Gchwindel über den

Führer.

Wie drüben gelogen wird! Niedriger hängen!

Berlin, 27. Juli. (DNB.) Die französische Nach­richtenagentur H a v a s hat eine Meldung aus Wien verbreitet, nach der am Donnerstag der Reichskanzler sich in dem Lager der öster­reichischen Flüchtlinge in Ettenhausen

(Bayern) aufgehalten habe. Die Nachricht ist, wie wir erfahren, von der ersten bis zur letzten Zeile erfunden. Weder der Führer, noch Reichs­minister Dr. Goebbels haben Bayreuth am 26. Juli verlassen, wie die Hapag-Agentur ohne Schwierigkeiten bei allen amtlichen deutschen Stel­len hätte erfahren können. Die Nachricht, die in der Richtung der von der französischen Presse betriebe­nen üblen Stimmungsmache gegen Deutschland liegt, ist damit als eine üble Brunne nvergiftung gekennzeichnet.

An der deutschen Grenze verhaftet.

Passau, 27. Juli. (DNB.) In der Gegend von K o l l e r s ch l a g versuchten österreichische Flüchtlinge die deutsche Grenze zu erreichen, hierbei entwickelte sich eine Schießerei mit schwerbewaffneten Heimwehrhaufen. Acht Flücht­linge erreichten, teilweise verwundet, die deut­sche Grenze, wobei sie drei österreichische Zollbeamte, die sich ihnen in den Weg stell­ten, überwältigten und sie über die Grenze schleppten. Die deutsche Grenzpolizei erschien sofort an Ort und Stelle und verhaftete die österreichischen Flüchtlinge. Die österreichischen Be­amten wurden den österreichischen Grenzbehörden übergeben.

Dank Starhemberqs an Neurath.

Berlin, 27. Juli. (DNB.) Der österreichische Vizekanzler Für st Starhemberg hat an den Reichsaußenminister Freiherrn von Neurath aus dessen Beileidstelegramm anläßlich des Todes des Bundeskanzlers Dollfuß das folgende Tele­gramm gerichtet:

Für die Teilnahme, die Ew. Exzellenz im Na­men der Reichsregierung und in Ihrem eigenen Namen ber österreichischen Bundesregierung anläß­lich des schwersten Verlustes, den sie durch die feige Ermordung des Bundeskanzlers Dr. Dollfuß erlitten hat, auszusprechen die Freund­lichkeit hatten, bitte ich, meinen und der Bundes­regierung aufrichtigsten Dank entgegenzu­nehmen."

Machtkampf zwischen Mieten und Dollfuß

Eine interessante Prager Erklärung zu dem putsch in Wien.

Prag, 28. Juli. (DNB.) Der außenpolitische Redakteur der tschechischen nationaldemokratischen ZeitungN a r o d n i Politika" vertritt in einem Leitaufsatz die Auffassung, daß es sich in Oesterreich um einen Machtkampf zwischen Rintelen und Dollfuß gehandelt habe. Er schreibt u. a.: Weder die Namen derjenigen, mit denen die Minister verhandelten, noch ihre Her­kunft, ihr Beruf, ihre politische Zugehörigkeit, nichts wurde weder am ersten, noch am zweiten Tag nach der Niederschlagung des Putsches g e - meldet. Die Wiener Zeitungen brachten höch­stens drei Zeilen über Dr. Rintelen, den österreichischen Gesandten in Rom. Der Selbst­mordversuch dieses Jnnenpolitikers, der nur des­halb zum Gesandten ernannt worden war, damit er aus Oe st erreich entfernt werden konnte, bestätigte erst jenen Verdacht.

3n Wien geschah nichts anderes, als ein Kampf um die Wacht zwischen Leuten desselben Lagers, zwischen Rintelen und Dollfuß, zwi­schen dem Führer des steierischen Heimatschuhes und dem Führer der österreichischen heimweh­ren. Es war das nur der Versuch, Dollfuß die Wacht für Rintelen zu entwinden. Die Oester­reicher der ehemals christlichsozialen Partei gin­gen gegen Oesterreicher los, die auch einst der­selben Partei angehörten.

Es würde uns nicht überraschen, wenn es sich plötz­lich zeigen sollte, daß es nicht verkleidete, sondern tatsächliche Offiziere, Soldaten und Polizisten waren, vielleicht aus der Steier­

mark, wo Rintelen zu Hause ist, und wo allein man auch gleichzeitig einen Putsch ver­suchte. Das Regierungssystem wurde über­haupt nicht angegriffen und blieb daher an der Macht. Außer der Erschießung Dr. Dollfuß' war alles eine österreichische Operette und kein staatlicher Umsturz.

Die dem Prager Außenamt nahestehendeLidove Novini" meldet als Auffassung der Prager po­litischen Kreise, daß es nicht außerordent­licher Vorsichtsmaßnahmen bedürfe, falls nicht unvorhergesehene Komplikationen in Oester­reich einträten. Der Standpunkt der Tschechoslo­wakei und der Kleinen Entente sei bekannt; es sei aber auch selbstverständlich, daß die österreichischen Angelegenheiten so eng die Interessen der Kleinen Entente berührten, daß diese auf alle Fälle bei in welcher Form immer stattfindenden interna­tionalen Aktionen, die Oesterreich betref­fen, dabei sein müsse.

Das Befinden Rintelens unverändert ernst.

Wien, 27. Juli (DNB.) Der Zustand des Ge­sandten Dr. Rintelen wird als unverän­dert ernst bezeichnet. Die Presse befaßt sich ein­gehend mit der R o l l e, die Rintelen am Tage des Aufstandes gespielt hat. Es wird darauf hin­gewiesen, daß die Aufständischen sich wäh­rend des Aufstandes im Bundeskanzleramt immer wieder auf Rintelen berufen hätten. Eine Klarstellung seiner Rolle sei daher notwendig.

Oie Mission papens in Wien.

Berlin, 27. Juli. (DRV.) Amtlich wird mit- geteilt: 3m Anschluß an das von dem Herrn Reichskanzler an den Vizekanzler v. Papen

MW

gerichtete Schreiben vom 26. 7. 1934, Hal sich ber Herr Reichspräsident einverstanden erklärt, den Vizekanzler von seinem Amt als Stell­vertreter des Reichskanzlers und als Saarbeauf­tragten zu entbinden, um ihn mit der vom Reichs­kanzler vorgeschlagenen wichtigen Aufgabe eines Gefandten in befristeter Son* dermiff 1 on in Wien zu betrauen. Das Agre­ment für Herrn v. papen wurde heute in Dien nachgesucht.

Das Echo in Oesterreich.

Wien, 27.Juli. (DNB.) Das halbamtlich« Organ der österreichischen Regierung, dieRe i ch s p o st", läßt ein Extrablatt mit dem Wortlaut des Schrei- bens des Führers an den Vizekanzler von Rapen verteilen. Das Extrablatt tragt die Auf-

schriftReichskanzler Hitler macht Frieden mit Oe st erreich. Herr von Papen als Gesandter nach Wien ent­sandt." Es folgt sodann der vom DNB. verbrei­tete Wortlaut des Schreibens. Im österreichischen Rundfunk wird in regelmäßigen Abständen von einer halben Stunde der Wortlaut des Schreibens wiederholt. Dieser entscheidende Schritt des Füh­rers zur Entspannung der Lage und zur Wieder­herstellung normaler und freundschaftlicber Bezie­hungen hat in allen Bevölkerungskreisen das größte Aufsehen erregt.

Rach ber lähmenden Spannung und ber maß­losen (Erregung ber letzten Tage geht es wie ein Aufatmen burch bas ganze österreichische Volk. Reberall hört man Stimmen laut wer­ben:Frieden mit Deutschland, Frieden mit unseren Brüdern jenseits der Grenze". Der Entschluß des Reichskanzlers wird in den lei­tenden diplomatischen Kreisen ausnahmslos als die entscheidende Tat von größter Tragweite sowohl für die Beziehungen zwischen Deutsch­land und Oesterreich, als auch für die gesamte europäische Lage beurteilt. Reberall wird die Auslastung laut, daß damit eine entscheidende Wendung eingetreten ist, und daß der Ent­schluß des Führers im wirklichen 3ntereste der beiden deutschen Staaten liegt Die Ernennung Papens zum Gesandten in Wien wird überall mit der größten Genugtuung ausgenommen, da die Persönlichkeit Papens nach einer gerade in nationalen Kreisen vertretenen Ausfassung die volle Garantie für eine Erfüllung der ihm vom Führer gestellten Aufgaben bietet.

Das Exttablatt derReichspost" wurde am Frei- tagfrüh von mehreren Flugzeugen in Kärnten und Steiermark über den wenigen noch vor­handenen Kampfgebieten in zahlreichen Exemplaren abgeworfen. Die Regierung hofft, daß damit eine sofortige Einstellung der Kampfhandlun­gen erreicht werden wird.

Don amtlichen österreichischen Stel­le n liegt eine Stellungnahme zu dem Schritt des Reichskanzlers noch nicht vor. Man erwartet jedoch allgemein, daß die Zustimmung der öster­reichischen Regierung zu der Ernennung Papens unmittelbar erfolgen wird.

Oer Eindruck in England.

London, 28.Juli. (DNB.) Die durch den Reichskanzler erfolgte Ernennung Herrn von Papens zum Gesandten in Wien erregt hier das größte Aufsehen und wird allgemein als Verföhnungsschritt des Reichskanz­lers gegenüber Oesterreich gewertet.

Reuter berichtet aus Berlin, bah Hitlers bemerkenswerter Schritt zur Reberzeugung der weit von Deutschlands sympathischer Haltung gegenüber Oesterreich einen tiefen Eindruck in diplomatischen und amtlichen Kreisen gemacht habe. Die Tatsache der Ernennung eines so wichtigen Staatsmannes zum Vertreter Deutsch­lands bedeute mittelbar eine Ehre für Oester­reich und stelle eine weitere Geste der Versöh­nung gegenüber Oesterreich dar. Die Ernennung bringe einen gewandten und erfahrenen deut­schen Diplomaten nach Wien, der besser als irgend jemand in der Lage sein müsse, Deutschlands Standpunkt befriedigend in Oester­reich zu vertreten.

E v e n i n g Standard" überschreibt seine auf der ersten Seite in großer Aufmachung veröffent­lichte Meldung:Deutschland sucht normale und freundschaftliche Beziehungen". Das Blatt ist der Ansicht, daßeine bemerkenswerte Umbildung in den Beziehungen zwischen Oesterreich und Deutsch­land durch das Schreiben angekündigt zu werden scheint." In nichtamtlichen Kreisen werde, dem Blatt zufolge, die Ansicht vertreten, daß das Schrei­ben und die Fassung, in der es gehalten ist, eine Umkehrung der bisherigen Politik der deutschen Re- gierung gegenüber Oesterreich bedeute. Eine weitere wichtige Entwickelung sei die Entlassung Habichts.

Daily Mail" schreibt: Der Beschluß des Reichskanzlers, Herrn von Popen als Sonder­gesandten nach Wien zu schicken, sei bedeu­tungsvoll und begrüßenswert Er sei ein klarer Hinweis darauf, daß Hitler irgend­welche Einmischung in innerösterreichische An­gelegenheiten nicht ermutigen werde.

3n bem Lettaufsah besDaily Telegraph" heißt es u. a., erfreulicherweise bestehe eine allgemeine Bereitwilligkeit, sich ber britischen Auffassung anzuschliehen, bah gegenwärtig in Ermangelung irgendeines Beweises unmittel­barer offizieller Beteiligung Deutschlanbs fei­nerlei biplomatischer Schritt in Berlin erforber- lich sei. Die Klugheit bieser Entscheidung werde bestätigt durch die schnellen Schritte, die Hit­ler getan habe, um jeden Zusammenhang mit

dem Putsch in Wien von sich zu weisen.

Die Entsendung v. Papens nach Wien zeuge von außerordentlicher Geschicklichkeit Hitlers, die zur Bewunderung zwinge. Selbstverständlich gebe es keine Andeutung darüber, was der Reichskanzler zu tun bereit sei, um die von ihm gewünschte

Wiederherstellung normaler und freundschaftlicher Beziehungen zum deutsch - österreichischen Staat herbeizuführen.

Die Botschafter bleiben in Urlaub.

London, 27. Juli. (DNB.) Einer Reutermel- düng zufolge werden weder der englische Bot­schafter in Berlin, noch der Botschafter Englands in Rom ihren Urlaub, den sie zur Zeit in England verbringen, abbrechen, um auf ihre Posten zurückzukehren. Es geht daraus klar hervor, daß die britische Regierung die Lage als durchaus beruhigend anfieht.

Große Vefriedigung in Ungarn.

Budapest, 28. Juli. (DNB. Funkspruch.) In maßgeblichen politischen Kreisen, die die österreichi­schen Ereignisse mit einer gewissen Besorgnis ver­folgten, hat die Ernennung Papens zum deutschen Gesandten in Wien außerordent­liche Befriedigung heroorgerufen.

Ls wird der Auffassung Ausdruck gegeben, bah Reichskanzler Hitler mit ber Ernennung v. Papens zum deutschen Gesandten in Wien vor allem beabsichtige, alle zwischen Deutschland und Oesterreich bestehenden Gegensätze restlos zu beseitigen. Die völlige Ueberbrürfung ber zwischen den beiden Staaten bestehenden Ge­gensätze liege nicht nur in ihrem eigenen 3nter- esse. von dem Gelingen des Aussöhnungsver­suches hänge der Friede von ganz Europa ab. Von der Aussöhnung, die hoffentlich nicht mehr lange auf sich warten lasse, sei ein weiterer Fortschritt in der politischen und wirtschaftlichen Konsolidierung der europäischen Verhältnisse zu erwarten.

Der Entschluß Hitlers, Papen nach Wien zu ent­senden, habe wie die Befreiung von einem Alpdruck gewirkt, und es sei zu erwarten, daß diese glückliche Wendung in ganz Europa mit Freude und Befriedigung ausgenommen werde.

Diplomatisch, wie international korrekt!

N e u y o r k, 28. Juli. (DNB.-Funkspruch.) Die Morgenblätter widmen der Entwicklung in Oester­reich weiterhin spaltenlange Berichte, vermeiden es jedoch, irgendwelche sensationellen Gerüchte wieder­zugeben. DieN e u y o r k Time s" führt in einem Leitartikel über die Haltung Deutschlands aus, das Vorgehen der Reichsregierung seit der Dollfuß-Tragödie sei sowohl diplomatisch, wie international korrekt gewesen.

Beschlagnahme von Blättern in Wien.

Wien, 27. Just. (DNB.) Die Ausgaben des Neuen Wiener Tageblatts" derWiener Neuesten Nachrichten", derStunde" und desPefter Lloyd" sind in den späten Abendstunden beschlag­nahmt worden. Der Grund der Beschlagnahme sind die Kommentare zur Berufung Pa­pens auf den österreichischen Gesandtenposten in Wien.

Die Kampfe in den Bundesländern.

Wien, 28. Juli. (DNB.) Die Nachrichten über die Unruhen in der Provinz lassen noch immer kein klares Bild über die Lage gewinnen. Amtlich wird versichert, daß es sich um die Nie- Verwerfung der letzten Aufstands- n e st e r handelt. Von anderer Seite hört man, daß in den Nachmittagsstunden angeblich um den Besitz von St. Veit am Glan bei Klagenfurt und um B l e i b u r g an der südslawischen Grenze noch gekämpft werde. Das gleiche wurde auch von Zell am See behauptet. Nach diesen unbestätig­ten Nachrichten soll sich Bleiburg noch in den Hän­den der Aufständischen befinden. Andere Lesarten sagen, daß die regelrechten Kämpfe über» Haupt aufgehört Haden. Die Aufständischen besetzten einzelne Punkte und zögen sich dann beim herannahen der Regierungstruppen wieder zurück, um sich an anderen Orten erneut festzusetzen.

Die scharfen Absperrungsmaßnah­men des R eg ie r u n g s v i e r t e l s in Wien sind, wie man jetzt hört, deshalb vorgenommen worden, weil ein Gerücht vorn Anmarsch Auf- st ä n bischer entlang der Südbahnstrecke nach Wien verbreitet mar. Später stellte sich dann aller­dings heraus, daß dieses Gerücht aus der Luft ge­griffen war. Immerhin hielt man die Abfper- rungsmaßnahmen aufrecht.

Aus einer Verlautbarung der Pressestelle der h e i m w e h r erhielt man jetzt, wie schwer und zahlreich die Kämpfe am Freitag waren. Am Frei­tag sind neben zahlreichen kleinen Orten nach Kämpfen auch Veit an der Glan und Feld­kirchen besetzt worden. Zu gleicher Zeit wur­den Akstonen des Heimatschutzes gegen Ober» brau bürg, Greifenburg und Millstatt durchgeführt Ebenso wurden Friesach und E i s e n k a p p e l befreit. Außerdem fanden Kämpfe in Mandling in der Nähe der Ennsguelle statt. Desgleichen wurden Freitag die Kämpfe in Sch la d- ming abgeschlossen. In Steiermark fanden Kämpfe in E i b i s w a l d statt. In den Außen-

vierteln der Stadt Salzburg kam es ebenfalls du Zusammenstößen, desgleichen im Wiener Prater. Abteilungen des Heimatschutzes find von hier nach Halle in abgegangen. In Steiermark wird noch in zwei Orten gekämpft Aus Mitteilun. gen des Heimatschutzes ist weiter ersichtlich, daß In Kärnten bereits in den Abendstungen der Ver­kehr auf den Bundesbahnen wieder ausgenommen werden konnte. Die aus Niederösterreich zur Unterstützung herbeigeeilten niederösterreichi­schen Heimwehrabteilungen haben nach den Mit­teilungen der Heimatschutzpressestelle zwei Tote, ein« Wiener Abteilung einen Toten zu verzeichnen. Die Salzburger Festspiele sind von Samstag auf Sonn­tag mit Rücksicht auf die Ereignisse der letzten Tage verlegt worden.

Die Säuberung des mittleren Enns­tals wurde am Freitag erfolgreich durchgeführt Don Altenmarkt stieß eine Gruppe auf Ad- mont vor, Bundesheer öffnete zusammen mit einer Heimwehrgruppe nach verlustreichem Kampf gegen einen sich hartnäckig wehrenden Gegner nach- mittags den Pyhrnpaß und erreichte Sieben, während eine Abteilung des Bundesheeres mit einer Heimwehrgruppe aus den Bezirken Grieskirchen und Eferding über Aussee bis Steinach-Jrdning oordrang. Der Unruheherd im mittleren Ennstal ist beseitigt

Nach den bisherigen Meldungen find in Steiermark an 30 Tote zu beklagen.

Drei führende österreichische Persönlich­keiten verhaftet.

Wien, 27. Juli (DNB.) In Wien wurden bet Präsident des Oesterreichisch-deutfchen Volksbundes, Generaldirektor N e u b a ch e r, und Professor hugelmann verhaftet; ebenso wurde der Gene­raldirektor ber Alpinen Montangesellschaft, Dr. A p o l d, in haft genommen.

Abwartende Haltung in Paris.

Paris, 28. 3ulL (DRB.) 3n gut unterrichteten franz öslschen Kreisen betont man Freitag­abend, daß irgendein diplomatischer Schritt in der österreichischen Frage für den Augenblick nicht in Aussicht genommen sei.

Frankreich stelle sich auf den Boden der CErflä- rung vom 17. Februar 1934, die die 3beengemein- schaft der französischen, englischen und italienischen Regierung hinsichtlich der Rotwendigkeit, die H n - abhängigkelt Oesterreichs entsprechend den in Kraft befindlichen Vorträgen aufrecht­zuerhalten, betone, und bleibe in enger Fühlungnahme mit den übrigen Sig­natarmächten. Sollte ein Schritt in Frage kommen, obwohl gegenwärtig an einen solchen nicht gedacht zu werden scheine, dann würde er von den drei Mächten gemeinsam unternommen werden. Die österreichische Frage sei i nt e r- nationaler Art. Für Frankreich könne keine Rede davon sein, einen vereinzelten Schritt zu unternehmen. Auch von England und 3talien werde, wie es scheine, diese Ansicht geteilt.

Konferenzen in Paris.

Paris, 27. Juli. (DNB.) Außenminister Bar- t h o u hatte am Freitag eine längere Unterredung

mit dem französischen Botschafter in Rom de Chambrun.

Der Präsident der Republik empfing am Freitag Außenminister Barthou zur Bericht- erstattung.

(Die Pariser Presse hetzt unterdeflen mit allen Kräften weiter gegen Deutschland. Wir verzichten D^R^d") Abdruck dieses üblen, lügenhaften Gekeifs.

Militärische Besprechungen in Prag.

Prag, 27.Juli. (DNB.) Der Minister für nationale Verteidigung empfing am Frei­tag den in Prag eingetroffenen Chef des Ge- ne ral stades der rumänischen Armee, Gen er al Antonescu, in Sonderaudienz und hatte eine längere Aussprache über Militär« fr a gen mit ihm. Der Audienz wohnte der Chef des Generalstabes, General Krejci, bei.

Keine Völkerbundstagung.

Ein Dementi ans Genf.

Genf, 27. Juli. (DNB.) Die Nachricht eines englischen Blattes, daß aus Pariser Quellen bas Zusammentreten des Völkerbunds« rotes wegen der österreichischen Ereignisse für die nächste Woche angekündigt hatte, wird vom Völker« bundssekretariat nach Erkundigungen in Paris,