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Rom imb London b e m e n H e r f. Man glaubt in Dölkerbundskreisen nicht, daß der Völkerbunds­rat in dieser Angelegenheit angerufen werden wird, da es sich um eine i n n e r ö st e r r e i ch i s ch e An­gelegenheit handelt. Man nimmt an, daß, wenn ein internationaler Schritt erfolgen sollte, dieser wohl durch die Großmächte ohne Vermittlung des Völkerbundes direkt erfolgen würde. Es besteht hier jedoch der Eindruck, daß die Mächte vorläufig eine abwartende Haltung einnehmen werden.

Oie Beisetzung

des ermordeten Bundeskanzlers.

Wien, 28.Juli. (DNB.) Die Trauerfeier für Dr. Dollfuß beginnt am heutigen Sams­tag um 14.30 Uhr vor der Volkshaushalle, wo die erste Einsegnung der Leiche stattfindet. Bei diesem Anlaß werden Bundespräsident M i k l a s, Vizekanzler Starhemberg, Bürgermeister Schmitz und Landeshauptmann Reiter Worte des Gedenkens sprechen. Hierauf wird sich der Trauerzug unter militärischem Geleit zur St. Ste- fanskirche begeben, in der Kardinalerzbischof Dr. In nitze r die feierliche Einsegnung vornehmen wird. Von dort aus wird der Leichenwagen, gefolgt von den Kraftwagen der Trauergäste und militä­rischen und zivilen Formationen durch die Kärnt­nerstraße über den Ring und die Mariahilferstraße auf den Hitzinger-Friedhof geführt werden, wo die vorläufige Beisetzung von Dr. Dollfuß erfolgt.

Zu dem Begräbnis hat eine Reihe von Groß­

mächten Sondervertreter entsandt. SDtuff i>' lini wird durch den früheren Botschafter in Lon­don, Senator de Martino, der ungarische Reichsverweser durch Außenminister Konya, der englische König durch den Gesandten Selby vertreten sein. Die Blätter veröffentlichen die Liste der Beileidskundgebungen, die von fast sämtlichen Oberhäuptern der europäischen Mächte eingetroffen sind.

Die gesamte Morgenpresse steht unter dem Zeichen der Begräbnisfeierlichkeiten für den ermordeten Bundeskanzler Dr. Dollfuß. Die Presse bringt spaltenlange Nachrufe, in denen die Trauer um den Tod des Bundeskanzler zum Ausdruck kommt. Der frühere Heeresminifter, Generaloberst Schön- burg-Harten st ein, widmet in derReuen Freien Presse" dem Bundeskanzler einen Nachruf, in dem er u. a. schreibt: Auf dem Wege zu einer glücklichen Zukunft des österreichischen Vaterlandes, zu einer Zukunft in Freiheit und Ehre, ist D r. Dollfuß als Blutzeuge seiner Idee, seiner Mission, gefallen. Das Opfer, das fein Tod uns allen auferlegt, ist unendlich schwer, aber auf den Opfern und den Waffen beruht der Sieg.

Zum Zeichen der Trauer für Bundeskanzler Dr. Dollfuß wird der Zugverkehr auf allen österreichischen Bundesbahnen um 14.30 Uhr a u f zwei Minuten unterbrochen. Sämtliche Geschäfte werden nachmittags aus Anlaß der Trauerfeier geschloffen.

Me meisten fehl an der Spitze von SA.-Gruppen stehenden SA.-Führer INilgliedsnummern unter 100 000 haben und im Besitze des goldenen Ehrenzeichens der NSDAP, sind.

Frage: Welcher Art sind die organisatorischen Veränderungen, die in der SA. durchgeführt werden?

Antwort: Heber alle organisatorischen Maß­nahmen kann ich mich heute nicht äußern, jedoch sind die ersten Veränoerungen ja bereits durchge­führt, wie z. B. die Auflösung der Obergruppen, der Inspektionen usw. und die Beseitigung der z. T. aufgeblähten Stäbe, bzw. ihre Zurückführung auf ein gesundes Maß. Am wichtigsten scheint mir die meistens vernachlässigte weltanschauliche Schulung der SA. notwendig zu sein, um dem Führer in der SA. wieder ein Instrument zu schaf­fen, das wirklich als Garant des National­sozialismus angesprochen werden kann.

Frage: Von den heutigen SA.-Männern ge­hören schätzungsweise über die Hälfte der Partei nicht an, weil sie erst nach Schließung der Mit­gliederlisten der Partei in die SA. eintraten. Wie soll künftig wieder die innere Verbindung zwischen Partei und SA. gewährleistet werden?

Antwort: Ich halte es für selbstverständlich, daß zunächst einmal alle SA.-Führer, aber mit der Zeit auch alle SA.-Männer wieder Par­teigenossen sind. Ich werde auf jeden Fall da­

für sorgen, daß b!e SA. wleber eine bet feste­sten Säulen innerhalb der Partei wird.

Frage: Wie wird sich künftig das Verhältnis zwischen SA. und den anderen selbständigen Or­ganisationen der Partei (SS., PO., Arbeitsdienst, HI.) gestalten?

Antwort Das herrliche, absolut kamerad­schaftliche Verhältnis, das zwischen den Pfeilern der NSDAP, in der Kampfzeit bestand, ist für mich/ wie für jeden alten Nationalsozialisten, SA.-Führer und SA.-Mann eine Selbstverständ­lichkeit. Dieses alte Verhältnis dort, wo es durch die Entwicklung der letzten Monate beeinträch- tigt worden sein sollte, wieder herzu st ellen, wird mir um so leichter werden, als mich mit den Führer der anderen Säulen der Partei ein freund­schaftliches Verhältnis aus den früheren Kampf­jahren verbindet.

Frage: Welche Aufgaben werden der SA. nach Wiederherstellung ihrer alten Zielsetzung gestellt werden?

Antwort: Heber die einzelnen Aufgaben, dis der SA. für die Zukunft im Rahmen der national­sozialistischen Bewegung gestellt werden, möchte ich mich heute noch nicht äußern.

Ich sehe es aber als meine vornehmste und höchste pflicht an, den alten SA.-Geist wieder herzustellen,

der die Bewegung groß gemacht hat und uns die nationalsozialistische Revolution gewinnen liefe.

Wann kommt die italienische Preise zur Einsicht?

Rom, 27. Juli. (DNB.) In den Artikeln von G a y d a imGiornale d'Jtalia", von F o r g e s in derTribuna" und von C a s i n i, dem Direktor des Lavoro Fascista" findet sich am Freitagabend der Beginn einer etwas ruhigeren Sprache und ruhige­ren Betrachtung der Dinge. Man rückt von dem Plan eines gemeinsamen diplomatischen Schrittes der Mächte ab mit dem Hinweis darauf, daß Italienschon kräftig für sich selbst Sorge getragen habe, was nicht nur Italiens for­melle Verpflichtung, sondern ein wichtiger Grundsatz seiner ganzen Politik sei". Die getroffenen Maß­nahmen Italiens garantierten, daß kein Anschlag auf die österreichische Hnabhängigkeit erfolgen könne, ohne das direkte Eingreifen Italiens hervorzurufen. Diese sich imLavoro Fascista" findende Lesart liest man ähnlich imGiornale d'Jtalia". Trotzdem brin­gen die Blätter wiederum unerhörte An­griffe auf Deutschland.Lavoro Fascista" versteift sich zu der Behauptung, daß die deutsche Schuld vor der ganzen Kulturwelt er­wiesen (!) fei; und fügt schulmeisterlich hinzu, wenn Reue vorhanden sei, und vor allem wenn sie von deutscher Seite aufrichtig gemeint fei, so wür­den es die Tatsachen zeigen müssen.

Gayda erklärt, daß die Ernennung von P a Pens zum Sondergesandten trotz des demonstra­tiven Briefes des Reichskanzlers Hitler in Ita­lien nachdenklich mache. Diese Ernennung sehe so aus, als solle in der deutschen Gesandtschaft

zu Wien ein hoher Kommissar eingesetzt wer­den. Der Verfasser des Artikels führt gerade diesen seinen Gedanken mit unmöglichen Unter» stellungen und Dergleichen besonders liebevoll aus und beweist nicht nur, wie geschickt und richtig er diese Maßnahme vom deutschen Standpunkt aus anerkennen muß, sondern auch, wie unangenehm es ihm zu sein scheint, wenn eine Entspannung zwischen dem Reich und Oesterreich im Interesse des deutschen Volkes diesseits der Reichsgrenzen angebahnt wird.

Freitag mittag bestand hier der Eindruck, daß in der aufgeputschten öffentlichen Meinung Italiens eine gewisse Abkühlung eintreten wird. Indessen muß noch einmal hervorgehoben werden, daß der Ton der italienischen Presse bis Freitag von einer unerhörten Schärfe und Gehässigkeit gegen Deutschland gewesen ist und daß die Blätter mit allen Mitteln, auch mit Verdrehung und mit Verschweigung von Tatsachen, die öffentliche Meinung des Landes ziemlich erfolg­reich a u f g e p u t f ch t haben. Unerhört sind vor allem die Beschimpfungen Deutschlands durch den vatikanamtlichenOsserva- tore Roman o". Der Tenor dieses einheitlichen Pressefeldzuges ist ganz auf das Humanitäre und auf das Gefühl eingestellt, ein 60-Millionen-Dolk vergewaltige ein armes Sechsmillionenvolk, die deutsche Barbarei stehe gegen die ganze Kulturwelt und müsse zur Ordnung gerufen werden.

Die Neuordnung der SA.

Erklärungen des Chefs des Stabes.

Berlin, 27. Juli. (DNB.) Der Chef des Stabes der SA. Lutze, gewährte einem Mit­glied der Reichspressestelle der NSDAP, eine Unter» redung, über die die NSK. folgendes mitteilt:

Frage: Mein Stabschef, die SA. hat die größte Erschütterung seit ihrem Bestehen hinter sich. Wer­den die Ereignisse des 30. Juni und 1. Juli für (3 ei ft u n d Haltung der Formationen von irgendwelchen Folgen sein?

Antwort: Nein! Ich bin im ©eoenteil da­von überzeugt, daß die Qualität der S A. - Ein­heiten besser werden wird, weil ein Teil un­zuverlässiger Elemente wieder ausgeschieden wird, während auf die Dauer

der alle, erprobte Kern der SA. im alten Geiste stehen wird.

Frage: Die Ihnen vom Führer gestellte Auf­gabe ist außerordentlich umfangreich. Sie ist sowohl organisatorischer, als auch personeller Art. Die Er­eignisse des 30. Juni haben eine Neubesetzung zahlreicher höherer Führer st ellen der SA. notwendig gemacht. Wird die personelle Um­

besetzung am 31. Juli bei Schluß des 6 21. = Ur­laubs zum Abschluß gekommen sein?

Antwort: Zunächst sind nur Beauftragungen und keine endgültigen Ernennungen erfolgt. Aller­dings sind diese soweit zum Abschluß gekommen, daß bei Ende des Urlaubs alle Stellen wieder besetzt sind.

Frage: Der Führer hat darauf hingewiesen, daß in der letzten Zeit die alten Kämpfer bei Beför­derungen immer mehr zurücktraten und Neulinge hohe Führerstellen in der SA. einnahmen. Sind bei der Neubesetzung der Gruppen die alten Kämpfer in erster Linie berücksichtigt worden?

Antwort: Selbstverständlich stehen bet der Neubesetzung der Führerstellen die alten Kämp­fer im Vordergrund. Es muß hierbei aller­dings bedacht werden, daß natürlich nicht auf ein­mal eine völlige Neubesetzung der Führerftellen der SA. vorgenommen werden kann, sondern daß erst allmählich die Beauftragung von alten SA.-Män- nern mit Führerstellen möglich ist. Es wird jeden­falls interessieren, daß

Die Einheit der Bewegung.

Gemeinsame Schulung aller Gliederungen der 7!SOAp.

Berlin, 27. Juli. (DNB.) Der Beauftragte des Führers zur Heberwachung der gesam­ten Schulung und Erziehung der natio­nalsozialistischen Bewegung, Reichsleiter Alfred Rosenberg, hat in Verfolg des feiner Beauf­tragung zugrunde liegenden Auftrags des Führers: Sicherheit der Einheit der gesamten Bewegung, eine Entscheidung herbeigeführt, die auf die künftige Entwicklung der verschiedenen Gliederungen der gesamten PO., SS., SA., HI., des Arbeitsdienstes und des Bauerntums von größter Bedeutung ist und die durch nichts zu er­schütternde Einheit der NSDAP, erneut unter Beweis stellt.

Die Verwirklichung eines dahinzielenden Vor­schlages des Reichsleiters Alfred Rosenberg ist durch die gemeinsame Kundgebung der für die ver­schiedenen Gliederungen der Bewegung verantwort­lichen Reichsleiter und Führer gesichert:

Wir stimmen dem Ersuchen des Beauftragten des Führers für die Heberwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Erziehung und Schulung der NSDAP., Pg. Alfred Rosen­berg, bei,

zweimal im Jahre Gemeinschaftsschulen aller Gliederungen der NSDAP, einzurichlen,

und durch diese gemeinsame Arbeit die weltan­schauliche und staatspolitische Ein­heit der NSDAP, und die Hnerschütterlichkeit des nationalsozialistischen Wollens zu dokumentieren.

Berlin, im Juli 1934.

gez.: R. Walther Darrs, Reichsbauernführer, Reichsminister.

gez.: Konstantin H i e r l, Reichsführer des Ar­beitsdienstes, Staatssekretär.

gez.: Heinrich Himmler, Reichsführer d. SS. gez.: Dr. Robert Ley, Stabsleiter der PO. gez.: Viktor Lutze, Chef des Stabes der SA. gez.: Baldur von Schirach, Jugendführer des Deutschen Reiches."

Bei einer Besprechung mit den Schulungs- I e i t e r n der verschiedenen Gliederungen hatte Reichsleiter Alfred Rosenberg die Anfänge der Bewegung geschildert, wo oft der politische Leiter personengleich war mit dem SA.-Führer und oft auch noch andere Gliederungen der NSDAP. lei­tete. Bei dem Größerwerden der Bewegung wurde eine Arbeitsteilung notwendig, und heute sehen wir, daß jedes Arbeitsgebiet so riesige Menschen­zahlen umfaßt, daß die Erfüllung der Pflichten innerhalb des Sondergebietes schon die ganzen Menschen beansprucht.

Nichtsdestoweniger ist aber heule im Kampfe für die nationalsozialistische Bewegung und auch für den Aufbau des neuen Reiches not­wendig, daß Vertreter fämtlicher Organisatio­nen und der verschiedenen Gaue auf längere

Zeil zusammenkommen, sich näher kennen- lernen, eine gemeinsame weltanschauliche Schu­lung durchmachen. Zu diesem Zweck schlug pg. Rosenberg vor, etwa zweimal im Jahre einen Monat für Gemeinschaftsschulen freizu­hatten. In ihnen sollen Vertreter aller Gliede­rungen der Bewegung sich vereinigen und im Laufe des Zusammenseins ave Fragen der Bewegung, alle Sorgen ihres Gaues und ihrer Arbeitsgebiete besprechen.

Jede dieser Gliederungen soll den übrigen über ihre Arbeit, über die Geschichte ihres Sondergebietes und über kommende Aufgaben berichten, damit je­der Teil der Bewegung ein lebendiges Wif - fen von der Arbeit der übrigen Glie­derungen besitzt. Dieses Zusammenwirken wird die Einheit der Partei noch weiter fördern und der ganzen Welt die unerschütter­liche Kameradschaft aller beweisen. Der Vorschlag von Pg. Alfred Rosenberg wurde von sämt­lichen Vertretern mit Freuden ausgenommen. Reichs- schulungsleiter Pg. H o d e s sicherte für die Durch­führung des Planes die Zurverfügungstellung ge­eigneter Schulen, bzw. Schulungsburgen.

Wettervoraussage.

Noch immer lagert die Störung in Süd-Schweden und hat sich sogar weiter vertieft. Die Zufuhr kühler Luft dauert daher fort, so daß das Wetter wechselhaft und verhältnismäßig kühl bleibt. Dis Nieoerfchlagstätigkeit wird sich vornehmlich auf den nördlichen Teil des Reiches beschränken, so daß bei uns nur stellenweise mit leichteren Schauern zu rechnen ist.

Aussichten für Sonntag: Weiterhin wechselnd bewölkt mit Aufheiterung, mäßig warm, stellenweise leichtere Schauer.

Aussichten für Montag: Keine wesent­liche Aenderung.

Lufttemperaturen am 27. Juli: mittags 20,1 Grad Celsius, abends 14,8 Grad; am 28. Juli: morgens 14,1 Grad. Maximum 21,2 Grad, Minimum 12 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. Juli: abends 19,4 Grad; am 28. Juli: morgens 16,6 Grad. Sonnenscheindauer 11,4 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange.

Stellv. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Ver­antwortlich für Politik: 1.23.: Ernst Blumschein, für Feuilleton: Dr. Hans Thyviot für den üorigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

MIT

SPÄTLESE-ERNTEN

1930-1952

UND

OHNE

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