ergeben sich für die Firmen oft nur sehr unangenehme Zeitverluste, die vermieden werden können, wenn sich die Firmen zunächst mit ihrer Handelskammer in Verbindung setzen.
Auflösung der Oberpostdirektion Darmstadt.
Das gestern vom Reichskabinett verabschiedete Gesetz zur Vereinheitlichung und Verbilligung der Verwaltung sieht u. a. auch die Auflösung der Oberpostdirektion Darmstadt zum 1. April 1 9 3 4 vor. Nach dem Gesetz sind für abgesprengte Gebietsteile der Länder die Oberpostdirektionen zuständig, deren Bezirk diese Gebietsteile umschließt. Demnach dürste der Bezirk der bisherigen Oberpostdirektion Darmstadt der Oberpostdirektion Frankfurt a. M. zugeteilt werden.
Die Werbung für Lesezirkel.
Der Präsident der Reichsvressekammer hat auf Grund von § 25 der ersten Verordnung zur Durchführung des Reichskulturkammergesetzes vom 1. Nov. 1933 folgendes bestimmt:
Auf die Unternehmungen von Lesezirkel-Besitzern, die Bezieherwerbung durch Werber betreiben, finden die Bestimmungen der 3. Anordnung über Fragen des Vertriebes und der Bezieherwerbung vom 23. Januar 1934 zur Befriedung der wirtschaftlichen Verhältnisse im Deutschen Zeitungswesen sinngemäß Anwendung.
Ab 4. März Frühfahrsflugplan.
Der Frühjahrsflugvlan, der am 1. März in Kraft tritt, bringt auch für Frankfurt und den Rhein- Mainifchen Wirtschaftsbezirk bedeutende Verkehrsverbesserungen. Mit dem Beginn der günstigeren Jahreszeit wird das zwischenstaatliche, wie innerdeutsche Lustverkehrsnetz wieder erheblich erweitert.
Im zwischenstaatlichen Verkehr kommen zu den augenblicklichen guten Eintags-Verbindungen nach London, Paris, Brüssel, Antwerpen, Amsterdam und Rotterdam ebenso vorzügliche hinzu nach Barcelona, Marseille, Genf, Bafel, Rom, Venedig, Wien, Prag, Kopenhagen und Malmö. Besonders hervorzuheben ist hier die für Frankfurt sehr wichtige Strecke Amsterdam—Essen—Köln—Frankfurt am Main—Basel—Zürich. Fast alle europäischen Haupt- und Großstädte sind also jetzt von Frankfurt aus auf dem Luftwege wieder an einem Tage in kurzer Reifezeit zu erreichen.
Die Zahl der innerdeutschen Strecken wird gleichfalls in großem Umfange vermehrt. Für Frankfurt sind die Flugverbindungen nach dem Norden und Osten des Reiches vom 1. März ab erheblich bessere. Auch nach Breslau, Lübeck, Flensburg, Kiel usw. ist jetzt die Luftreise innerhalb weniger Stunden auszuführen. Neben je zwei Linien nach Berlin und Köln besteht nunmehr täglich zweimal Flugverbindung nach München, Stuttgart, Mannheim.
Die Nachtstrecke Frankfurt—Köln für Lustpost- und Luftexpreßgutbeförderung wird am 3. April wieder eröffnet werden. Hierdurch erhält Frankfurt Anschluß an die Nachtstrecken nach London, Paris, Brüssel und Berlin.
NerLlrlauberzug nach dem Erzgebirge.
Die Bezirksleitung Frankfurt a. M. der Deutschen Arbeitsfront teilt mit: Das Amt für Reisen, Wandern und Urlaub in der NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude" meldet, daß der erste Urlauberzug, der am 3. März Frankfurt a. M. mit 1100 Mann in Richtung Erzgebirge verlassen soll, überbesetzt worden ist. Die Anmeldungen waren derart stark, daß nach vorherigen Verhandlungen mit der Eisenbahndirektion sogar 1200 Urlauber untergebracht werden konnten. Die außerordentlich geringen Verpflegungskosten mit 2 Mk. pro Tag wurden vielfach von den Betriebsführern übernommen, wodurch es deren treuen Mitarbeitern ermöglicht wurde, sorgenlos die schönen Erholungstage im Erzgebirge zu verbringen. Das ist Kraft durch Freude in der Praxis.
Förderung der Kochkunst in Deutschland
VDZ. Mit Unterstützung der 20 Millionen-Orga- nisation der Deutschen Arbeitsfront wurde die „Gesellschaft zur Förderung der Kochkunst" in Frankfurt a. M., mit der Aufgabe gegründet, die Kochkunst in Deutschland zu fördern, und zwar insbesondere in den Gaststätten und Großbetrieben, aber auch durch die Weiterführung der bereits bestehenden fachkulturellen Einrichtungen, wie des Koch- kunstmuseums und der feit 1900 in Frankfurt a. M. veranstalteten großen internationalen Kochkunstausstellung usw. Ferner sollen u. a. auch die Fach- und Fortbildungsschulen mit Aufklärungs- und Anschauungsmaterial usw. versehen werden. Mitglieder der Gesellschaft sind ohne weiteres alle Mitglieder der Fachschaftsköche in der Deutschen Arbeitsfront. Darüber hinaus wird jetzt ein Appell an die Hotel- und Gaststättenbesitzer, die leitenden Angestellten solcher Betriebe, sowie an alle übrigen an der Kochkunst interessierten Personen und Vereinigungen, auch an alle Berufsschulen, Werksküchen, Verpflegunqsan- ftalten, Krankenhäuser usw. gerichtet, gegen Zahlung eines jährlichen Beitrags die fördernde Mitgliedschaft zu erwerben und an den Zielen der Gesellschaft mitzuarbeiten. Anfragen sind an die Gesellschaft zu richten.
Vereinigung
für koloniale Wiedergewinnung.
Jp der jüngsten Monatsversammlung der Vereinigung für koloniale Wiedergewinnung — so berichtet man uns — richtete der Vereinsführer T e tz- n e r zunächst an alle Teilnehmer die dringende Aufforderung, sich restlos in den Dienst der kolonialen Aufklärung zu stellen. Dies sei für jeden Nationalsozialisten unbedingte Pflicht, da ja auch das nationalsozialistische Programm Kolonialbesitz verlange. Jeder müsse dazu beitragen, daß einst auch wieder in jenen Landen, in denen deutsche Kraft und deutscher Fleiß ein großes Werk schufen, die deutsche Flagge wehe.
Nach dem Gesang des Vereinsliedes sprach Kolonialfreund Georg Heß. Der Redner schilderte zunächst, wie er schon als junger Mensch den Drang in sich gefühlt habe, als Deutscher hinauszugehen, um für das Vaterland Pionierarbeit zu leisten, er- zählte mit viel Humor die Schwierigkeiten, die dem entgegenstanden, ferner von seinen Eindrücken von der Ueberfahrt usw. Man dürfe es sich nicht so vorstellen, so führte er weiter u. a. aus, daß in den Kolonien Abenteuer zu erleben seien, vielmehr werde von jedem, der in die Kolonien gegangen sei, äußerste Pflichterfüllung und große Entbehrungen verlangt Nur der tüchtigste und charakterfesteste Volksgenosse könne sich drüben behaupten. Vor allen Dingen habe man im täglichen Zusammenleben mit den Eingeborenen das Ansehen der weißen Rasse zu wahren. Nur jenes Volk, das dieses Ansehen zu wahren wisse, sei zur Kolonisation fähig. In seinen weiteren Ausführungen schilderte der Redner seine Tätigkeit als Eingeborenen-Richter in
Tabora (Deutschostafrika). Die Ausübung dieses Amtes erfordere genaueste Kenntnis der Gebräuche der Eingeborenen. Daß sich die Deutschen mit den Eingeborenen stets gut verstanden, sei nicht zuletzt dadurch bewiesen, daß die Eingeborenen auch während und nach dem Kriege den deutschen Farben die Treue hielten. Diese Treue sei bis zum heutigen Tage bewahrt geblieben. Die Volksgenossen in den Kolonien sehnten den Tag herbei, an dem sie der Welt unter der schwarzweißroten und der Hakenkreuzflagge zeigen können, was deutscher Geist und deutscher Wille zu leisten vermögen. In den weiteren Ausführungen des Redners hörte man von den unsäglichen Mühen des Kampfes gegen die große feindliche Uebermacht in den Schutzgebieten während des Weltkrieges, gleichzeitig auch von den schamlosen Lügen, die den Vorwand für die deutsche koloniale Enteignung entsprechend dem Versailler Diktat bildeten. Selbst unsere ehemaligen Gegner wagten diese Lügen heute nicht mehr aufrechtzuerhalten. Deutschland brauche wieder Kolonien. Unsere Pflicht sei es, das deutsche Volk so vorzubereiten, daß, wenn der Führer an diese lebenswichtige Frage herantreten werde, das deutsche Volk geschlossen hinter ihm stehe. Starker Beifall dankte dem Redner. Zum Schluß der Versammlung gab der Vereinsführer noch den Arbeitsplan für die nächsten Monate bekannt.
Bornotizen.
— Tage Skalen der f ü r Mittwoch: Stadttheater, 20 bis 22 Uhr, „Hokuspokus". — Lichtsvielhaus, Bahnhofstraße: „Viktor und Viktoria . — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. — NSLB., Bezirk Gießen-Land, 15.30 Uhr, Hotel Köhler, Bezirkstagung.
— Aus dem Stadttheaterbüro. Morgen abend erste Veranstaltung der NS.-Gemein- schaft „Kraft durch Freude" als Konzert des Stadttheater-Orchesters unter Leitung von Kapellmeister Fritz E u j 6. (Siehe heutige Anzeige.)
— Oeffentliche Vorträge über Physiologie. Am nächsten Sonntag findet im Physiologischen Institut wieder ein öffentlicher Vortrag statt. Professor Dr. B ü r k e r spricht über „Die Funktionen des Nervensystems". (Siehe heutige Anzeige.)
*
** Finanz amtspersonalie. Der Vorsteher des Finanzamtes Friedberg, Oberregierungsrat H o o s, ist mit Wirkung vom 1. März in den Ruhestand versetzt worden.
** Bankpersonalie. Wie uns mitgeteilt wird, ist Direktor Meine von der Dresdner Bank Gießen an die Zentrale Berlin der Dresdner Bank versetzt worden.
** Mietersubiläen. Die Eheleute Johannes Greb wohnen am morgigen Donnerstag, 1. März, seit 25 Jahren im Hause Kirchenplotz 21. Das gleiche Mieterjubiläum begeht, ebenfalls am morgigen Donnerstag, der Werkführer Wilhelm Grau, bei Prokurist Rudolf Hahn im Haufe Liebigftraße 89 wohnhaft. Werkführer Grau ist außerdem feit 30 Jahren treuer Leser des „Gießener Anzeigers". Beide Jubiläen sind der Ausdruck des besten Einvernehmens zwischen Hausbesitzern und Mietern.
** Konzert der Gießener Reichswehrkapelle im Frankfurter Rundfunk. Am heutigen Mittwoch von 20.10 bis 21.10 Uhr wird unsere Gießener Reichswehrkavelle unter Leitung von Obermusikmeister K r a u ß e im Frankfurter Rundfunk konzertieren. Unsere Leser feien auf das Konzert besonders hingewiesen.
** T o t auf den Schienen aufgefunden. Heute gegen 5.15 Uhr wurde auf der Bahnstrecke Lollar—Gießen in der Nähe von Oswalds- garten ein Mann von dem Perfonenzuae Londorf —Gießen überfahren und auf der Stelle getötet. Es handelt sich bei dem Toten um einen Einwohner aus Gießen, der offensichtlich freiwillig in den Tod gegangen ist.
** Achtung Wettbewerb! Die Deutsche Arbeitsfront teilt mit: Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß der Einsendunastermin für das Chor- roerf und das Masienschauspiel, der auf den 1. März festgelegt war, bis zum 15. März verlängert worden ist.
. ** Graublaue Reichsbanknoten z u 10 Mark ab 1. März wertlos. Die Reichs« £?n;..rroe’ft darauf hin, daß am 28. Februar die UnMunqsfrift für die aufgerufenen graublauen Relchsbanknoten zu 10 Reichsmark mit dem Aus- gabedatum vom 11. Oktober 1924 abläuft. Vom ?'Jl «TV diese Noten wertlos — Um viel- faa) bestehende Irrtümer zu klären, wird ferner darauf aufmerksam gemacht, daß die Reichsbanknoten zu 10 Reichsmark mit dem Ausgabedatum vom 22. Januar 1929 mit dem Bildnis Thaers
1 (Farbe grünlich) nicht aufgerufen sind und noch
gültig bleiben. Ebenso gelten noch als Zahlungsmittel die Rentenbankscheine zu 10 Rentenmark mit grünem Farbton und dem Ausgabedatum vom 3. Juli 1925. Erwähnt fei gleichzeitig, daß auch die Rentenbankscheine zu 5 Rentenmark mit dem Mädchenkopf und dem Ausgabedatum vom 2. Januar 1926 noch nicht aufgerufen sind und im Verkehr noch unbedenklich angenommen werden können.
** Reichsoerband Deutscher Handelsvertreter und Geschäftsreisender. Wie uns mitgeteilt wird, hat der Führer des Reichsverbandes Deutscher Handelsvertreter und Geschäftsreisender (RDHG.) e. V. den Pg. Ludwig Gravelius zum Leiter der Ortsgruppe Gießen bestellt. Zu feiner Unterstützung wurden für die Hauptgruppe A (Handelsvertreter) Pg. Heinr. Lentz er, für die Hauptgruppe 8 (Geschäftsreisende) Herr Erich K es ch e w s k i bestimmt. Mit dem Zusammenschluß des Centralverbandes Deutscher Handelsvertretervereine (CDH.), des Bundes Nationalsozialistischer Handelsvertreter e. D. (BNSH.) und des Verbandes reisender Kaufleute Deutschlands (DrKD.) zum Reichsverband Deutscher Handelsvertreter und Geschäftsreisender (RDHG.) e.V. ist die Tätigkeit dieser drei Verbände beendet. Die Leitung der NSDAP, hat den RDHG. als einzig berechtigten Nachfolgeverband anerkannt. Am 3. Januar erfolgte die Eingliederung des RDHG. in den Reichsstand des Deutschen Handels als einzige Spitzenorganisation für Handelsvertreter und Geschäfts
gleich nach der Geburt auf ten. Das Töten geschieht am
deutet.
reisende. Gleichzeitig wurde mitgeterlt daß der RDHG. als einzige Drgamfation von den zuständigen Ministerien und Behörden zu den Beratun- gen über die einschlägigen Berufs- und Standes- fragen hinzugezoaen wird. Handelsvertreter Makler und Geschäftsreisende, die noch keinem Verbände angehören, melden sich sofort bei dem Ortsgruppenleiter des RDHG., Pg. Ludwm Gravelius, Moltkeftraße 28, zur Aufnahme. Dom Ortsgruppen- leiter sind auch die Unterlagen zum Beitritt zur Krankenkasse und zur „Stiftung zur Unterstützung Deutscher Handelsvertreter und Geschäftsreisender
^RDH^ Sorgt für die Hauskatze ! Gebt ihr ein warmes Lager, sorgt für regelmäßige Füt- terung und laßt sie nicht über Nacht im Freien herumstreifen, sonst ist es kein Wunder wenn bie Katzen verwildern und der Vogeljagd obl.egen. Es ist unverantwortlich, wenn Katzenfreunde sora- los und aus falsch verstandenem Mitleid die Zahl der Katzen sich unbeschränkt vermehren lassen anstatt die jungen Tiere gle^ —* *•*’"■*
schmerzlose Weise zu töten.----- - - - .. . - - _
besten durch kräftige Schläge auf den Kopf. Das Ertränken der neugeborenen, ganz jungen Tieren ist nicht empfehlenswert, da die noch unentwickelten Lungen wenig Luftatmung bedürfen und so der Tod beim Ertränken ein langsames Ersticken be-
Feierliche Totenehrung der Hitler-Ägend
Weihe eines Gedenksteins für einen ermordeten Hitler-Zungen.
Pfungstadt, 26. Febr. (LPD.) Arn 26. Februar 1933 war mit anderen Formationen auch die Hitler-Jugend auf einem Werbemarsch durch das Lautertal nach dem Luftkurort Lindenfels gekommen, wo eine Kundgebung ftattfanb. Bei einem Ueberfall von Marxisten wurde der Hitler-Junge Christian Cröhmann durch einen Messerstich getötet. Wenige Wochen später folgte ihm ein zweiter Kamerad, der gleichfalls schwer verletzt worden war, zur großen Armee der Freiheitshelden der nationalsozialistischen Bewegung.
An feinem heutigen Todestage wurde auf dem Friedhof in Pfungstadt in Anwesenheit des Reichs- stattchalters in Hessen Gauleiters Sprenger
ein Gedenkstein
geweiht. Etwa 10 000 Volksgenossen aus der näheren Umgebung und dem Gaugebiet, HI., SA. und Jungvolk hatten sich zur Abendstunde auf und vor dem Friedhof versammelt. Das Grab des Toten war mit frischem Tannengrün geschmückt. Vom Halbmast flattert die Fahne der HI. Aus drei Feuerfchalen loderten helle Flammen zum nächtlichen Himmel. HI. und Jungvolk mit brennenden Fackeln hatten in einem Viereck um das Grab Aufstellung genommen, während die engsten Karnera- iden des Gefallenen an der Ruhestätte ihres Freundes Wache hielten. Der Gedenkstein auf dem Grab, ein Findling aus dem Odenwald, mit dem Hakenkreuz an der Spitze mahnt in goldenen Lettern: „Für Deutschlands Größe, für Deutschlands Erwachen fiel am 26. Februar 1933 der Hitler-Junge Christian Crößmann".
Nach dem Eintreffen des Reichsstatthalters und Gauleiters Sprenger ergriff zunächst der
ObergebietsführerderHI.Lauterbacher das Wort. Er erinnerte an die heldenhaften Kampfjahre der HI., an das deutsche Pflichtbewußtsein und den Opsersinn der HI. Christian Crößmann sei der drittletzte unter den 2t Kameraden gemeßen, die
um der Idee willen auch die größte Gefahr nicht scheuten und ihr Leben Hingaben.
Nach dem Lied vom guten Kameraden und dem Vortrag von Liedern und Sprechchören durch die Spielfcha'r des Bannes 115 nahm Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger das Wort und führte aus, daß der Gefolgsmann seine Treue durch die Tat zu beweisen habe, wie es Hitlers Gefolgsmannen bewiesen hätten. Wenn etwas sie xu dieser Haltung befähigt habe, bann fei es der wunderbare, unbändige Glaube an den Führer gewesen. Aus innerem Drang seien sie gekommen, ohne Unterschied des Alters, des Geschlechts und der Herkunft. Als die treuesten und besten Söhne seien sie Gefolge geworden. Es sei bezeichnend für jene Zeit, daß nicht nur die Wehrfähigen, sondern Jungen im zartesten Alter, gegen den Willen ihrer Eltern und Erzieher mitgegangen sind und sich nicht halten ließen. So auch Christian Crößmann. „An seinem Grade", so erklärte Sprenger, „habe ich vor einem Jahre, als man uns eine ehrenvolle Bestattung verweigern wollte und wir sie dennoch vollzogen, versprochen, seinen Tod zu sühnen und dem Recht zum Siege zu verhelfen. Die harte Faust der Gerechtigkeit hat dann den Mörder getroffen.
Recht ist, daß, wer ein deutsches Leben endigt, selber sterben muß. Dabei soll es bleiben.
Die Toten des Nationalsozialismus sind schon heute unsterblich geworden, so unsterblich wie die letzten Toten Spartas."
Danach fang die Menge ergriffen das Horst- Wesiel-Lied. Es folgte die große Reihe der Kranzniederlegungen, zuerst von Örtsgruppenleiter Gräff und Bürgermeister Steinmetz.
Den Eltern des Toten war von der NSDAP, ein Album mit Bildern aus der Kampfzeit gewid- met worden, in das sich der Gauleiter und die anwesenden Führer eintrugen. Die in ihrer Schlichtheit besonders eindrucksvolle Feier schloß mit dem Vorbeimarsch der Fackelträger und Freunde des Toten an seiner Ruhestätte.
Preußen.
Obersturmbannführer Römer übernimmt die Führung derBrigade47
LPD. Kassel, 27. Febr. Mit der Führung der Brigade 47 (Kassel) ist mit Wirkung vom 1. März d. I. der bisherige Führer der Standarte 88 (Biedenkopf), Obersturmbannführer Römer, beauftragt worden.
Gründung der Bezirksgenossenschast Wetzlar für Eierverwertung.
Q Wetzlar. 25. Sehr. In der „Alten Post" fand dieser Tage eine Versammlung statt, an der die Vorstände der örtlichen Genossenschaften, Händler und eine Anzahl Ortsfachberater teilnahmen. Kreisbauernführer Langsdorf wies kurz auf die Neuregelung der Eierbewirtschaftung hin. Als Beauftragter der Landesbauernschaft Heff fen-Nasfau sprach Landwirtschaftsrat Frech über die gesetzliche Regelung der Eierbewirtschaftung. Der Absatz landwirffchaftlicher Erzeugnisse müsse, so führte er u. a. aus, genossenschaftlich erfaßt werden, denn es gebe, auf weite Sicht gesehen, keine bessere Verwertung für den Bauern. Durch die genossenschaftliche Eierverwertung solle nicht nur die Einfuhr ausländischer Eier eingeschränkt, sondern auch ein Preis erzielt werden, der die Geflügelwirtschaft wieder rentabel gestalte. Der Bauer liefere — abgesehen von Eigenverbrauch und Bruteiern — nur noch an die örtliche Sammelstelle. Bezahlt werde nach Kilogewicht. Der Träger der örtliche ^>ammelstelle sei und bleibe aber die Genoss. yaft. Die örtliche Genossenschaft schließe sich der Vezirksgenossenschaft an. Wer der Genossenschaft angehöre, gehöre als Mitglied der Gier» sammelstelle an. Grundsätzlich werde so vorgegangen, daß für die Eiererfassung die Genossenschaften zuständig seien. Bei der Verteilung werde der zuverlässige Handel einbezogen. Die Bezirkssammel- stelle Wetzlar (für 85 Gemeinden des Kreises zuständig) nehme die Eier zum Zweck derStan- dardisierung entgegen. Im wirtschaftlichen Verkehr gebe es nur noch standardisierte und gekennzeichnete Eier. Lediglich die Bezirkssammelstelle könne in ihrem Bezirk Eier verkaufen, die örtliche Genossenschaft nicht. Der örtliche Sammelstellenleiter werde von der Ortsgenossenschaft vorgeschla- gen, von der Bezirksgenosfenschaft bestätigt. Die Handelsspannen würden sehr niebria bemessen. Im Rahmen einer lebhaften Aussprache wurde noch manche Frage geklärt. Anschließend wurde zur Gründung der Genossenschaft geschritten. Der Name der neuen Genossenschaft lautet: Bezirk s-E i e r- verwertungs-Genossenschaft Wetzlar e. G. m. b. H. in Wetzlar. Von den anwesenden 49 Vertretern örtlicher Genossenschaften erklärten sofort 28 ihren Beitritt. Revisor Nebel gab die wichtigsten Bestimmungen aus dem Statut bekannt.
Der Vorstand setzt sich aus folgenden Herren
zusammen: Richard Waldschmidt (Wetzlar), Vorsitzender; Wilhelm Lang (Hochelheim), stellv. Vorsitzender; Gustav Meuser (Tiefenbach); Wilhelm Desch (Oberwetz); Albert Brück (Erda). Dem Auffi ch ts r a t gehören an: Kreisbauernführer Langsdorf (Vorsitzender); Kreisobmann Desch (Oberwetz), stellv. Vorsitzender); Eduard Neuhof (Bis- kirchen); Friedrich Hahn (KÖlschhaufen); Hauptabt.« Leiter Zimmermann (Niederquembach); Karl Bender (Krofdorf 120).
Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf Vaterland, Bauerntum, auf den Führer und den Reichsbauern- führer wurde die Versammlung geschlossen.
Krets Wcttlar
A Aus dem Kreise Wetzlar, 27. Febr. Nachdem die vom Kreisausschuß beschlossene Satzung über die Auslosung der Aemter vom Preußischen Staatsministerium genehmigt worden ist, hat der Landrat angeordnet, daß die bisher von den Aemtern geleisteten Arbeiten, mit Ausnahme der polizeilichen Angelegenheiten, schon jetzt auf oie Gemeindeleiter (Ortsbürgermeister) Übergehen sollen. Durch diese Maßnahme soll den Gemeinde- ledern die Möglichkeit gegeben werden, sich in der Uebcrgangsxeit von jetzt bis zum 1. April, dem Zeitpunkte der Auslosung der Aemter, in die vielseitigen Geschäfte der Gemeindeverwaltung einzuarbeiten. Die bisherigen Amtskaffen bleiben vor- läufia über den 1. April hinaus als sogenannte Zweckverbandskassen bestehen und führen die Geschäfte der Gemeindekassen weiter. Die polizeilichen Angelegenheiten gehen erst vorn 1. April ab auf die Gemeindeleiter über.
I Hochelheim, 27. Febr. Die Provinzial- st r a ß e Wetzlar—Butzbach wird auf den Teil- ftretfen vom Waisenhaus Zoar in Klein-Rechtenbach bis zur Gemarkungsgrenze Hochelheim und von oer Gemarkungsgrenze Dornholzhausen bis zum „Wetzlarer Berg" in der Gemarkung Niederkleen an der westlichen Seite um 1,50 Meter verbreitert. Die erforderlichen Stücksteine werden aus dem Steinbruch der Gemeinde Dornholzhausen, der Kleinschlag aus den Steinbrüchen der Gemeinde wertleen gewonnen. Die Gesamtkosten sind mit 15 000 Mark veranschlagt und werden durch ein Oeffa-Darlehen finanziert. Es werden etwa 10 bis 15/arbeitet auf die Dauer eines Vierteljahres Beschäftigung finden. Durch die Straßenverbreiterung wird die Fahrbahn eine Breite von 6,50 Meter erhalten.
p. Bieber, 27. Febr. Der bekannte Burenkommandant Koos Jo oste hielt dieser Tage im Saalbau Scherer einen Vortrag über bas Leben her Buren. Der Redner gab einen umfassenden Ueberblick über Land und Leute seiner Heimat und fand für seine lebendigen Schilderunyen reichen Beifall. Pfarrer Dämel eröffnete und beschloß die Veranstaltung mit kurzen Ansprachen. (Sememfam wurden auch einige Lieder gelungen-


