hatte, rief er Friedrich Borgloh an. Der Diener im Borglohschen Hause sagte:
„Einen Augenblick, mein Herr, ich verbinde gleich mit Herrn Professor."
„Ja, bitte", tönte eine ganze Weile später eine Stimme, „hier Borgloh."
Nanu, dachte Mac Lean und horchte schärfer, das ist doch nicht die Stimme Borglohs? Da ist doch irgendein anderer am Apparat: das ist doch nicht Borgloh selbst. Da verstellt doch einer die Stimme. Sollten die dort Lunte gerochen haben? —
„Ich wollte Mister Borgloh sprechen", sagte er etwas scharf. „Wenn er nicht daheim ist, erübrigt sich die Unterhaltung."
„Aber können wir Mister Borgloh nicht etwas bestellen?" kam es jetzt nach einer winzigen Pause durch den Apparat.
„Nein, danke! Ich werde nochmals anrufen."
Nun scheint doch schon irgendeine Nachricht durchgesickert zu sein!, dachte der Detektiv. Bin gespannt, was nun erfolgen wird. Vielleicht tritt der sympathische junge Mann mit dem dunklen Römerkopf wieder in Aktion? —
Das Haus, in dem Mac Lean wohnte, war ein Eckhaus. Die Nebeneingänge für Lieferanten und Angestellte führten über einen großen Hof. Von diesem Hof aus führten wieder Durchgänge in die angrenzenden Häuser. Wer es darauf anlegte, konnte, ohne gesehen zu werden, aus seiner Wohnung heraus auf die angrenzenden Straßenzüge: gelangen.
Mac Lean wählte zur Vorsicht den Ausgang nach der anderen Straße hin. Er hatte wieder die Maske des Gelehrten aus Utrecht. Er sah sich scharf um, konnte aber nichts Verdächtiges bemerken.
„Am besten, man begibt sich in die Höhle des Löwen", sagte er zu sich selbst. Und nahm ein Auto zur Wohnung Borglohs.
„Herr Professor zu Hause?" fragte er den Portier.
„Nein, Herr Doktor! Herr Professor wird sicherlich bald wiederkommen. Mistreß Borgloh ist aber daheim."
„Nun, da kann ich vielleicht auf Mister Borgloh hier warten?"
Der Portier öffnete diensteifrig die Tür und gab ein Zeichen für den Diener. Bald befand sich Mac Lean in dem Empfangszimmer, in dem er vor einigen Tagen zum ersten Male gewesen. Es dauerte eine Weile, bis jemand erschien. Dann öffnete sich schnell die Tür, aber statt Eva Borgloh, die Mac Lean erwartet, erschien Mister Parkins.
Mit einer überschwenglichen Freundlichkeit begrüßte Parkins den Detektiv, ließ den lieben, verehrten Doktor Wirton, wie er ihn anredete, überhaupt nicht zu Worte kommen und beteuerte, wie sehr man es hier im Hause bedauerte, daß Doktor Wirton so wenig Zeit für Friedrich hätte. Immer wieder forschte er in versteckter Weise nach dem.
was Doktor Wirton in dieser Zeit gemacht hätte. Mac Lean ging mit seinem freundlichsten Lächeln auf alle diese Versuche ein und tischte eine ganze Speisekarte von Besuchen und Arbeiten auf, die er inzwischen in London erledigt hätte.
„Ich wollte mich nun heute von Mister und Mistreß Borgloh verabschieden", meinte er harmlos. „Ich muß, schneller als ich gedacht, wieder zurückkehren."
„Das wird Mister Borgloh außerordentlich bedauern", sagte Parkins. „Es ist nämlich ganz unbestimmt, wann er heute zurückkehrt. Er wollte eine ganze Anzahl Besorgungen machsn und dann zu einem Freunde nach Richmond hinausfahren."
In Mac Leans Gesicht veränderte sich keine Miene.
„Da muß ich den Portier wohl falsch verstanden haben. Er sagte mir ausdrücklich, daß Mister Borgloh in kurzer Zeit wieder zurück sein wollte. Andernfalls hätte ich mir gar nicht erlaubt, Ihre so kostbare Zeit, Mister Parkins, zu rauben."
Es lag wie ein kleiner versteckter Hohn in der Art, wie Mac Lean von der kostbaren Zeit seines Gegenüber sprach. Parkins zuckte leicht zusammen, faßte sich aber schnell wieder.
„Der Portier hat wohl nicht gewußt, daß ich inzwischen ein telephonisches Gespräch mit Friedrich hatte, in dem er seine Dispositionen änderte."
Mac Lean erhob sich.
„Dann muß ich Sie bitten, Mister Parkins, ihm meine herzlichsten Abschiedsgrüße zu übermitteln und auch Mistreß Borgloh meine Empfehlungen auszurichten."
Mit übertriebener Liebenswürdigkeit begleitete Parkins feinen Gast bis in die große Diele, wo der Diener ihn in Empfang nahm.
Mac Lean verließ das Haus. Sein Gesicht war sehr ernst. Er sah sich um — ein Auto fuhr langsam an ihm vorbei: der Chauffeur sah ihn an — er erwartete, zu einer Fahrt engagiert zu werden.
Ader Mac Lean ließ den Mann an sich vorbeifahren, ging dann rasch über die Straße und winkte einem Auto, das von der entgegengesetzten Seite herankam. Er stieg ein, nannte eine Adresse. Der Chauffeur wendete und fuhr nun nach der gleichen Richtung wie das Auto, das Mac Lean hatte vorbeifahren lassen. Mac Lean sah durch die Scheiben über den Chauffeur vor sich hinaus. Der Fahrer des andern Autos wandte sich mehrfach seitlich, versuchte den Wagen mit Mac Lean hinter sich zu beobachten.
„Wenn das grüne Freifahrtlicht erscheint, fahren Sie nicht weiter, sondern bleiben stehen", befahl Mac Lean feinem Chauffeur. Der schüttelte erstaunt den Kopf, tat aber nach den Weisungen seines seltsamen Gastes. So gelang es Mac Lean, aus der Blickrichtung des andern Wagens zu kommen, denn eine Kolonne vorwärtsdrängender Autos schob sich vor ihn.
„Nach Scotland Yard", befahl jetzt Mac Lean. Das Auto bog links ab und fuhr schnell in eine leere Seitenstraße, um nach einer halben Stunde vor der Kriminalzentrale Londons zu halten. Mae Lean entlohnte den Chauffeur und ging schnell in das Gebäude. Im zweiten Stock klopfte er an das Zimmer von Inspektor Bruce. Ein Beamter, der aerabe mit einem großen Aktenbündel vorbei wollte, hielt an, betrachtete mißtrauisch den Herrn mit dem kleinen schwarzen Bart und der großen Brille, der da so einfach zu Inspektor Bruce wollte.
„He, Sir, sind Sie gemeldet? Sonst dürfen Sie nicht so ohne weiteres hier 'rein."
Aber der Fremde schien nicht zu hören. Ehe der Beamte es verhindern konnte, war er bereits im Zimmer von Bruce. Der saß arbeitend am Schreibtisch. Erstaunt und empört sah er auf.
„In drei Teufels Namen, Herr, wer sind Sie? Und was wollen Sie?"
Da fuhr er zusammen; der fremde Herr sagte mit der Stimme Mac Leans:
„Was ich will? Sofort Recherchen erbitten, Mister Bruce, wo sich Profesior Borgloh jetzt befindet. Ich fürchte sehr, es droht ihm eine Gefahr. Und weiter bitte ich, das Haus Borglohs unausgesetzt beobachten zu lassen. Da wird sich in den nächsten Tagen allerlei Interessantes Herausstellen.
In gedrängter Kürze gab er dem erstaunten Bruce die Informationen, die er sich zurechtgelegt hatte.
„Wollen Sie sich nicht an der Suche nach Borgloh beteiligen?" fragte Bruce.
„Nein, ich habe noch etwas anderes zu erkunden. Guten Tag! Und wenn Sie über Borgloh Näheres wissen, dann rufen Sie mich an. Vielleicht erreichen Sie mich in meiner Wohnung. Da fällt mir ein: Würden Sie mir vielleicht einen Beamten zur Begleitung bis in meine Wohnung mitgeben?"
Bruce sah Mac Lean ernst an.
„Sie auch bedroht, Mac Lean?"
„Vielleicht!"
„Soll ich nicht einen oder zwei Beamte dauernd bei Ihnen postieren? Sicher ist doch sicher."
„Danke, Bruce! Ich habe keine Furcht. Wenn ich um eine Begleitung bis zu meiner Wohnung bitte, so habe ich dabei meine bestimmten Absichten. Mehr brauche ich nicht. Und nun erlauben Sie mir erst einmal, daß ich mich hier irgendwo ein wenig abschminke — ich möchte nicht länger in dieser Gesichtsmaskerade Herumlaufen."
„Aber, Mac Lean, gerade wenn man Ihnen auf den Fersen ist, sollten Sie Scotland Pard nicht mit Ihrem gewöhnlichen Gesicht verlassen. Sie geben sich doch dann unweigerlich zu erkennen."
„Gerahe das beabsichtige ich, Inspektor Bruce." „Aus Ihnen werde auch ein anderer schlau, Mac." Der Inspektor schüttelte den Kopf und beorderte einer. Beamten zur Begleitung Mac Leans.
(Fortsetzung folgt!)
.501 Zweiter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Donnerstag, 27. Dezember (934
Aus der provinzialhaupistadi
e^erregerweisheit und Zahresschluß.
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ein gutes Weinjahr",
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/•ängt zu Weihnachten Eis an der Weiden, imn man zu Ostern Weiden schneiden."
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Äinachde em Schnee, ÜOschbere em Glee (Klee)." i andere Revel sagt: „Smd Weihnachten die iii weiß von Schnee, so sind sie im Frühjahr
Vornan von Rainer Helden
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Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) Nachdruck oervoien! der Kriminalbeamte, wie der
„Wenn es in der Christnacht schneit, Dann der Hopfen wohl gedeiht."
(Andernorts: „Fallen in der Christnacht Flocken, der Hopfen wird sich gut bestocken.")
Der Christtag gilt auch — wie der Johannis- und Siebenschläfertag und andere mehr — als „Lostag" für die Witterung: in Schmalkalden z. B. ist. die Witterung des dritten Weihnachtsfeiertages ausschlaggebend für die Witterung bei den drei großen Ernten des kommenden Jahres.
Eine andere Regel lautet: „Wie sich die Witterung vom Christtag bis Heilig-Drei-König verhält, so ist's das ganze Jahr bestellt."
In den „Zwölften" oder „Zwölfernächten" wird ja überhaupt der Kalender für das ganze Jahr gemacht, das heißt, man schließt aus der Witterung der einzelnen Tage auf die der kommenden zwölf Monate. Bedeutung gewinnt auch das Wetter der Neujahrsnacht:
„Die Neujahrsnacht hell und klar
Deutet auf ein gutes Jahr."
Dom Jahr als solchem heißt's: „Sonnjahr — Wonnjahr, Kotjahr — Notjahr!"
eine Regel, gegen die ja wohl nichts einzuwenden ist. Wohingegen sonst manchmal die Bauernweis- heit, wie ja nicht selten auch die des abgestempelten Wettermachers, zuschanden wird. Eine Regel aber behält stets recht:
„Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, So ändert sich's Wetter, ober 's bleibt wie es ist!"
E. B.
Landgerichtsrat Adolf (Strack I.
In Gießen, wo er seit Januar 1909 als Amtsrichter und seit Dezember 1911 als Landgerichtsrat beim Landgericht der Provinz Oberhessen wirkte, später nach seinem Uebertritt in den Ruhestand auch seinen Lebensabend verbrachte, ist am ersten Weihnachtsfeiertag der Landgerichtsrat i. R. Adolf Strack nach längerem, schwerem Leiden verstorben, lieber das Leben und Wirken des Entschlafenen, der in der hessischen Juristenwelt und darüber hinaus in weiten Kreisen der Bevölkerung größte Wertschätzung genoß, werden wir morgen näher berichten.
Geh. 23aurof ©r. von Ritgen t-
In Oranienburg starb am zweiten Weihnachtstag der Geheime Baurat i. R. Dr. Hugo von R i t g e n im 89. Lebensjahr. Er wurde 1846 in Gießen als Sohn des Professors Dr. Hugo von Ritgen, des Wiedererbauers der Wartburg, geboren und war von 1889 bis 1916 in Wetzlar als Vorstand des dortigen Eisenbahn-Betriebsamts tätig gewesen.
Ruhige Weihnachisfe ertage.
Das Weihnachtsfest nahm in unserer Stadt nach jeder Richtung hin einen recht feiertäglichen Verlauf Am Heiligenabend waren die Kirchen zur Christvesper stark besucht, ebenso hatten die Gottesdienste an den beiden Feiertagen sehr große Scharen der Gemeindegl'ieder in den Kirchen zusammengeführt. Das Wetter ließ allerdings die in der Regel mit den Weihnachtsfeiertagen verknüpften Wünsche nach rechtem Weihnachtswetter mit Schnee und Frost völlig unerfüllt, ja wir hatten eine Witterung zu verzeichnen, die eher auf den Ausgang des Winters, denn auf feinen Höhepunkt hindeutete: am gestrigen zweiten Feiertagabend fing es sogar noch an zu regnen, der Regen hielt auch die ganze Nacht hindurch bis in die heutigen frühen Morgenstunden hinein an. Der Reiseverkehr war bis zum Heiligen- abend stark, flaute dann aber naturgemäß ab und
. die am morgigen Freitag, 28. Dezember, 20.30 Uhr, im Caf6 Leib stattfindende öffentliche
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SBi'ltiii jetzt den Hörer ergriff und sagte:
, Jji-'ir Mac Lean. Bitte geben Sie mir Inspektors truce, Scotland Hard."
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tigi Bauernregel verfügt der Russe).
-3(Tiber Weihnacht weiß ber Bauer zu sagen:
26. Dezember: A Grad: am 2i ximum 5,9 Erat raturen in 10 a ,3 Grad: am 27. US. - WeiM
einzelnen örtlichen Weihnachtsstimmungsbilder ab.
Plauener Spitzen.
Zahlreich unb weit verzweigt sinb bie Quellen unb Kanäle, aus benen durch den Opfersinn des deutschen Volkes die für das Winterhilfswerk 1934/35 erforderlichen gewaltigen Mittel fließen. Mit zu den wichtigsten von ihnen gehört zweifelsohne der Verkauf von Ansteckabzeichen, denn hierdurch werden nicht nur Mittel zur Linderung der Notlage bedürftiger Volksgenossen aufgebracht, sondern es werden gleichzeitig auch durch die Anfertigung der Abzeichen viele gewerbefleißige Hände, bie aus Arbeitsmangel zum Teil schon lange ruhen mußten, roieber in Bewegung aesetzt. Das gilt namentlich für solche Abzeichen, Die bei ber Herstellung verschiebene Arbeitsgänge burchlaufen müssen unb einen höheren Lohnanteil aufweisen.
Für bie Plauener Spitzeninbustrie treffen biefe Voraussetzungen in ganz besonberem Maße zu. Hier ist es nicht nur mit bem Sticken ber Abzeichen getan, fonbern biefe müssen noch einen Bleichprozeß unb bie Appretur burchlaufen, um bann größtenteils im Wege ber Heimarbeit ausgezäckelt, aus- gebessert unb zurechtgezupft zu werben, bis sie schließlich nach Anbringung ber Anstecknabel fertig- gepackt zum Versanb gelangen können. Hinzu kommen noch sonstige Nebenarbeiten unb vor allem noch bie Herstellung ber Anstecknabeln, bie biesmal in Form eines symbolisierten Blütenkopfes gehalten sinb.
Diese ganze Arbeiten fallen bei bem WHW.-Abzeichen bes 1. Januar 1935 in ein Gebiet, bas leiber auch heute noch zu ben ©egenben ber prozentual stärksten Arbeitslosigkeit ganz Deutfchlanbs gehört.
Wenn euch am ersten Tage des neuen Jahres bie Helfer bes WHW. bie Plauener Spitzenrofette anstecken, so benkt baran, bah burch euer kleines Opfer Tausenbe von Fabrik- unb Heimarbeitern Aroeit unb Brot erhalten, aber nicht nur bas, Hunberttausenbe in Not befinblicher Volksgenossen erhalten Brot und Wärme, wie es unser Führer wünscht. Erfüllt alle ben Wunsch bes Führers unb tragt bie Plauener Spitzenrofette am ersten Tage bes neuen Jahres.
Die Behandlung von Fundsachen.
Von zahlreichen bei ben amtlichen Funbstellen eingelieferten Funbsachen können bie Eigentümer ober Verlierer nicht ermittelt werben, weil meistens ber Verlust biefer Oegenftänbe nicht angezeigt wirb. Funb- unb Verlustanzeigen sollten fobalb als möglich unter Angabe vom Verlusttag unb Derlustort bei ber Polizei erstattet werben. Der Finber muß nach ben gesetzlichen Vorschriften einen Funb im Werte von mehr als 3 Mark, wenn er bie Empfangsberechtigten ober ihren Aufenthalt nicht kennt, unverzüglich bei ber Pvlizeibehörbe anzeigen. Die
hielt sich währenb ber Feiertage in bem üblichen Rahmen. Am gestrigen zweiten Feiertagabenb brachten die Heimkehrer von den auswärtigen Besuchen etwas mehr Betrieb für t"? Züge, jeboch war auch hierdurch eine besondere Verstärkung des planmäßigen Zugverkehrs nicht erforderlich. Der Verkehr auf der Bahn wickelte sich allenthalben glatt unb ohne Verspätung ab. Bei der Polizei und bei der Freiwilligen Sanitätskolonne vorn Roten Krcuz herrschte an beiden Festtagen ebenfalls Feiertagsruhe, die Sanitätskolonne hatte nur einige Krankentransporte vorzunehrnen, die aber in keiner Weife über den Rahmen der üblichen täglichen Jnanfpruch- nahme hinausgingen. Im ganzen betrachtet kann man also feftfteUen, daß wir ruhige und würdige
Versammlung der NS.-Hago, Kreisbetriebsgemein« schäft Handwerk unb Hanbel, sei nochmals hinge« wiesen. Zu ber Versammlung sinb sämtliche Mit- glieber bes Hausbesitzeroereins, bes Hausfrauenvereins unb alle Interessenten für ben Eigenheimbau eingelaben. Man beachte bie heutige Anzeige.
Kameradschastsabend
des SA-Sturmes 54/K 116.
Am Samstagabenb fanben sich bie SA.-Kameraben bes Sturmes 54/R. 116 mit ihren Angehörigen zur Feier ihres Karnerabfchaftsabenbs in ber Turnhalle am Oswalbsgarten ein. Der reich mit Fahnen bes Dritten Reichs geschmückte Saal konnte — wie man uns berichtet — kaum bie große Teilnehmerzahl fassen, ein Bweis für ben prächtigen inneren Zusammenhalt in biesem Sturm. Auch ber Sturmbannfahrer Georg Heß nahm an bem Abenb teil.
Die Darbietungen bes Abends, die unter ber Leitung von Scharführer Linker ftanben, waren sehr abwechslungsreich unb ftanben burchweg auf erfreulicher Höhe. An Stelle bes erkrankten Sturmführers Karl Braun begrüßte Oberscharführer H a l b • roth bie Versammelten. Frl.H ante sprach einen tief empfunbenen Vorspruch „Dem Kanzler bes Volkes Abolf Hitler". Dann wies SA.-Kamerad Michel in einer kurzen Ansprache auf bie tbeale berufliche Zusammensetzung bes Sturms hin, in bem Vertreter aller Stänbe, vom Rektor ber Universität bis zum Arbeitslosen, Seite an Seite marschieren und unserem Volk edelste Kameradschaft Vorleben. Die Ansprache klang aus in bem „Lieb an Deutschlanb", verfaßt von Hch. Frank, Gießen. Frl. Mangelsborf, am Klavier begleitet von Frau Schneiber, sang ein Weihnachtslied und das warm empfundene Ave Maria und fand damit großen Beifall, ebenso mit den später gesungenen „Geschichten aus dem Wiener Wald".
Rhythmische Stabübungen ber Turnerinnen bes Turnvereins 1846 leiteten bann über zum gemütlichen Teil bes Abenbs, in bem SA.-Mann Karl Reuter mit feiner Turnerriege eine Körperschule zeigte, bie er mit Recht jebem SA.-Mann zur Nacheiferung empfahl, unb prächtige Leistungen ber Riege am Reck gaben Einblick in bas hohe Können ber Turner. Die Töchter zweier Sturmkameraben, Minna Sommerlab unb Eri Wenner, trugen burch ansprechenbe Tänze unb mimische Tanzspiele, einftubiert von ber Tanzschule Bäulke, wesentlich zur Bereicherung bes Abenbs bei. Unb auch bie luftigen Munbartoorträge ber kleinen Minna Sommerlab erfreuten allgemein. Der Humor
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if'Ms solchen bie Rebe ist. Da heißt's z. B.: er es nicht wintert, so sommert es nicht", ~tiihr Winter, spätes Frühjahr", „Viel unb ke Schnee gibt viel Frucht unb Klee", ober: igcnber kalt im Schnee gibt Korn auf jeber r ferner: „Kalter Dezember unb fruchtreich ir linb vereinigt immerbar", „So kalt im De- ifei, fo heiß wirb's im Juni", „Kalter Dezem- , Miger Frühling". Auch bie moberne Erkennt- d § Arztes, daß ein feuchter Winter sich höchst jirflig auf bie Gesunbheit auswirkt, klingt schon «t?r Bauernweisheit auf, wenn es heißt: jrnmonb im Dreck, macht ber Gesunbheit ein l"'3ober „Grüne Weihnachten, fetter Kirchhof", fttyns übrigens ein Spruch, ber in ben verschie- i Ri Svrachen, englisch, russisch usw. in ganz
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Jüibas ganze Jahr kennt ber Bauer eine Un-
jeiiijj on Blüten." Dagegen heißt's: „Weihnach- 'N smcken. Ostern Eisschollen", „Sind bie Weih- ifvghll grün, kannst bu Ostern den Pelz anziehn", duiy JSrüne Weihnachten, weiße Ostern", wahrend •irtifr andere Regel daraus gleich die Folgerung zieh!:
, ilrüne Christnacht, Ostern weiß,
seicht zunicht des Bauern Fleiß."
i fii''er heißt's: „Wintert's vor Weihnachten nidtit, m) wintert's nach", „Helle Christnacht, finstre ©dfoerr (d. h. volle), finstre Weihnacht, Helle (leere) ©dkl r",
, !t die Christnacht hell unb klar, sllgt ein höchst gesegnet Jahr."
5>C' ilbe, in anderen Worten, sagt folgende Re^el: M's um Weihnachten feucht unb naß, g iot’s leere Scheuern unb leere Faß", abdti:
Weihnachten gefroren unb klar
Anschauung, man könne die gefundenen Sachcif ohne Anzeige behalten, bis nachgefragt wirb ober in ber Zeitung eine Verlustanzeige erscheint, ist irrig. Unterlassung ber Anzeige schließt ben Anspruch auf Finberlohn unb bas Recht zum Erwerb bes Gegen« stanbes aus. Der Finber hat bann außerbem Strafanzeige wegen Derbachts ber Unterschlagung zit gewärtigen. Solche Funbe, bie in ben Geschäfts« räumen einer öffentlichen Behörde oder in beit Beförderungsmitteln einer öffentlichen Verkehrs« anstatt gemacht werben, müssen unverzüglich bet zustänbigen Pvlizeibehörbe abgeliefert werben. Dot Recht auf Finberlohn ober auf Erwerb bes Eigentums an ber Sache wirb burch bie Ablieferung nicht berührt. Melbet sich innerhalb ber einjährigen Frist kein Empfangsberechtigter, so wirb bie Sache an ben Finber, sofern er sich bas Eigentumsrecht Vorbehalten hat, roieber herausgegeben: im übrigen darf bie Polizeibehörbe eine Sache nur mit Zustimmung bes Finbers herausgeben.
Oie Arbeitsschlacht im Winter 1S34/3S.
irS.-hagokundgebung.
1 breit sinb sie, die Bauern-Wetterregeln. W i e 13t sich nicht mit Bestimmtheit sagen, sicherlich r Jter, als der gedruckte Kalender, mit bem sie 1-5 unwillkürlich verknüpfen. Reiche bäuerliche pliung hat in biefen Wetterregeln ihren Nieber- »xj gefunden, wenngleich sie natürlich auf un-
ei li hte Zuverlässigkeit keinen Anspruch erheben
al wn Wetterregeln, bie freilich, wenn sie sich ^selben Zeitpunkt beziehen, oft — wenn auch »e:if)iebenen Worten — ben gleichen Gebauten suchen; er schwört auf gewisse „Lostage", bie d Witterung ber fommenben Tage oder gar ch. und Monate ausschlaggebend fein sollen, i' t i‘i heute nur eine kleine Auslese derjenigen a leiiregeln gegeben, in denen vom Winter, vom h -rlMonat des Jahres, vom Christfest ober vom
Voraussage
Weser °"lt gelten nd mildere * . °u-h uns |fU: le aber nur / egenen mitfe vorerst bleibt a en dem mäh. ebiet und ben daß sich eüiiweft:6tön
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• G :iord)te eine Weile. Dann reichte er bem voll- fotlhnin verblüfften Kriminalbeamten bie Hor- öoliir i,Sails Sie mithören wollen, bitte."
1 1 llht der vollkommen entgeisterte Beamte hörte, roi ic:Ü"ac Lean sagte:
.Jc-ten Tag, Bruce! Würden Sie so freundlich feit in mb einmal zum Bahnhof kommen? Hier hat milch -lämlich einer Ihrer tüchtigen Beamten fest- geyMmen. Der gute Junge will nicht glauben, baß idjii Hine Lean bin."
j Lil bann hörte ber Kriminalbeamte bie ihm roni' Ibüfannte Stimme bes Inspektors Bruce sagen:
, Jk Gott sei Dank, Mac Lean, baß Sie enb» lid q d: sinb. Hier schreit schon alles nach Ihnen. 3di!) Iirmme sofort."
Ö.ff'n Stunde später läutete Mac Lean an feiner KoÄdnrtür. Der alte Diener Talby öffnete und er- fta.ic.1t zur Salzsäule, als er Mac Lean in ber Trirvsi eines Krankenwärters vor sich sah.
Llfcen Tag, mein lieber Talby!" Mister Mac Le.ai ichüttelte bem Alten bie Hanb. „Nun mach mi r mal ein orbentliches Frühstück. In bem Sana- tornrn von Professor Gershwin habe ich nichts an- beutii jefriegt als eine Betäubungsspritze. Hätte ich niet;: ie Sache vorher geahnt unb ein Gegengift emiffrmnmcn, schliefe ich wohl heute noch bort. HrrstiLlich ist wenigstens ber Wärter bort mzwi- schüci infgewacht. Es täte mir leib, wenn ber Mann mebelegen seinen Dienst versäumte."
12. Kapitel.
' 3 ibem Warenhaus von Gebrüber Selfcibge uniüch.ett man sich noch über bie mysteriöse Falsch- miüi,77geschichte unb bas ebenso mysteriöse Bcr- schstvrÄen Mac Leans. Da klingelte bas Telephon.
.für Mac Leean", sagte eine Stimme. „Guten Ml MM, meine Herren! Na, haben Sie ben Falsch- müüüc schon?"
; Geschäftsführer Mister Freeman fauchte bei- nailcar Wut:
, sollen wir ihn benn haben, wenn Sie von ßabticn fortfahren?!"
, .ioiabe", sagte Mac Lean, „ich bachte. Sie hät- tern.n:r etwas von meiner Arbeit abgenommen. Ich sehtz<s:yon, wenn man nicht alles selber tut, wird es ii Ichts. Na, ich komme morgen bei Ihnen vorbei!!.
' D.rfbem sich Mac Lean ausgeruht unb feine in- ZllUii!) cn bergehoch angewachfene Poft burchgesehen


