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184. Jahrgang

Donnerstag, 27. Dezember 1954

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geieHi auch eine Einschränkung der beut- der Ausfall ber Kaufkraft eines kulturell jichi. Eirrjuhr notwendig Liejs betrug obe$ uoö »irtjchbjürch hoch»Mlüovrn»

Bauernstandes folgte bereits am Jahresanfang ber

Srlkch des Gesetzes M vrh LULg nalüx» neuen glücklichen Zett pbneH.

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zum Jahreswechsel die politischen Erfahrungen Erwartungen ihrer Gastländer barzustellen.

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kiienge'l eitungcn *

Hoffnung auf eine klar und zielbewußt geführte europäische Politik noch recht bescheiben bleibt. Hoff- nungsfreudige Ansätze haben sich bei den von dem Italiener Äloisi vorbildlich geleiteten Saar­oerhandlungen gezeigt. Aber die Art und Weise, wie der Viererpakt nun gegen Ende des Jahres aus der Versenkung aeholt und aufge­tischt wird, stimmt bedenklich. Erdacht war er als ein Friedensinstrument von vier gleichberechtigten Großmächten. Sein heutiges Gesicht ist zwar nach außen das gleiche, im Wesen soll er aber dazu dienen, das erstarkende Deutschland gewissermaßen stärker unter Kontrolle zu nehmen. Ein solch ein­seitiger Gesichtspunkt birgt immer den Keim des Zerstörenden in sich.

Vom rein Politischen abgesehen, wo die italieni­schen Aussichten nicht allzu groß eingeschätzt wer­den können ein wenig drittes Rad am Karren , wird sich Italien unter gesunder innenpolitischer Führung wohl in erster Linie der Militarisierung seines Volkes widmen. Eine solche Aufgabe ist nicht leicht, in Italien schon gar nicht, aber sie wird in zäher Arbeit vielleicht zum Teil gelöst werden kön­nen und dann dazu beitragen, daß auch die außen­politischen Möglichkeiten des Königreiches wieder vielfacher und lohnender erscheinen.

nalen Arbeit. Roch in demselben Monat mürbe ein neues Jagdgesetz verabschiedet, durch das der gesamte deutsche Wildbestand unter den Schutz des Staates gestellt wurde. Am 24. März wurde das Gesetz zur Erhaltung und Hebung der Kaufkraft, am 28. das Gesetz über das Land­jahr für die schulentlassene Stadt­jugend beschlossen. Es folgten Gesetz zur Re­form-der Sozialversicherung und der Kleinrentnerhilfe. Am 29. September sind die Entwürfe der neuen Steuergesetze be­kanntgegeben worden. Sie sollen vor allem einen Umbau der Steuern nach bevölke­rungspolitischen Grundsätzen durchfüh­ren. Darum werden den Vätern kinderreicher Fami­lien weitgehende steuerliche Ermäßigungen gewährt. Wie bedeutend die Wirkungen einer bewußten För­derung gesunder bevölkerungspolitischer Bestrebun­gen sind, beweist am deutlichsten die Tatsache, daß* die im Vorjahre begonnene eheförndernde Gese tzgebung schon im Jahre 1934 zu einer starken Vermehrung der Eheschließungen und zu einer 25prozentigen Zunahme der Geburten geführt hat.

Schließlich sei noch erwähnt, daß am 24. Oktober eine Verordnung des Führers über Wesen und Ziel der Deutschen Arbeitsfront erlassen wurde. In seiner letzten Sitzung des arbeitsreichen Jahres hat das Reichskabinett noch zehn neue Ge­setze verabschiedet, von denen ein großer Teil für die Wirtschaft bedeutungsvoll ist. Drei von ihnen dienen dem Neuaufbau des Kapitalmarkt t e s. Schon vorher war als Ergebnis ber Ar­beiten des Untersuchungsausschusses über bas Bank­system das Reichsgesetz über das Kreditwesen ver­öffentlicht worden. Das Ziel dieser Maßnahmen ist in erster Linie die seit langem erstrebte o r g a« Nische Zinssenkung. Diesem wichtigen Ziels ist die deutsche Wirtschaft im Jahre 1934 beträcht* lich näher gekommen. Die ungeheure mühevoll« Aufbauarbeit, die in diesem Jahre geleistet wordetz ist) wird zweifellos der deutschen Wirtschaft in Zi^ kunft die Wege zum weiteren Ausstieg und zu einH

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lich erst nach langer Zeit überwunden werden kön­nen. Auf der Internationalen Konferenz für Agrar­wissenschaften, die am 30. August in Bad Eilsen tagte, forderte Reichsbankpräsident Dr. Schacht ein mehrjähriges Vollmoratorium für Deutschland, da­mit es sich in der Schonzeit wieder in die Weltwirt­schaft einorbnen kann. Eine enbgültige Regelung bes Schulbenproblems ist aber nicht erfolgt, unb in» folgebeffen finb auch bie Schwierigkeiten des Han­delsaustausches zwischen Deutschland unb bem Auslande nicht beseitigt.

Der Rückgang bes beutschen Exports wirkt prak­tisch wie eine Abschließung Deutschlands vom Weltmarkt. Für diesen aber bedeutet andererseits

Erfahrungen und Erwartungen

Oie Wett an der Jahreswende.

nZahr wirtschaftlichen Wiederaufbaus.

i||ü< die deutsche Volkswirtschaft hat das Jahr bereits die ersten Früchte der im Spät- ?Hsi: 1933 in Gang gebrachten Arbeitsbe- d ungsaktionen der nationalsozialisti- )i|n Reichsregierung reifen lassen. Die produk- IRräfte der Wirtschaft, die bis dahin in un- )l:nren Reparations- und Schuldenzahlungen n jfc. Ausland verzettelt worden waren, wurden iür den Wiederaufbau der natio- □IE i n Wirtschaft restlos zum Einsatz gebracht. □8m'sind zunächst zwei große Ziele erreicht roor- r \> üin sehr erheblicher Teil der arbeitslosen cMrmossen konnte wieder werteschaffender B e -

Italien.

Von unserem M.«Äerichterstaiier.

Rom, Ende Dezember 1934.

Die außenpolitischen Erfahrungen, die Italien im abgelaufenen Jahre gesammelt hat, darf man, ohne zu übertreiben, als wenig ermutigend bezeichnen. Es sah sich im Verlaufe dieses Jahres genötigt ober es glaubte genötigt zu fein, von ber außen­politischen Linie abzuweichen, die es jahrelang fest- gehalten hatte. Im Zentrum biefer Entwicklung ftunben bie Ereignisse bes 25. Juli in Wien, bie man in Rom ausschließlich Deutsch- lanb zum Vorwurf macht, ohne dabei sich darüber klar zu werden, daß die steigende italienische Ein-

trotzdem in den ersten 11 Monaten des Jahres 1934 noch 4,05 Milliarden Mark gegenüber 4,20 Milliar­den Mark im Gesamtjahr 1933. Die deutsche Außenhandelsbilanz mar infolgedessen wieder um rund 240 Millionen Mark passiv. Wenn sich auch der Einfuhrüberschuß, der im Vorjahr 667 Millio­nen Mark betragen hatte, schon beträchtlich ver­ringert hat, so ist doch klar, daß nachdem die deut­schen Devisenreserven bis auf einen ganz geringen Betrag aufgebraucht sind, die deutsche Einfuhr unter allen Umständen der gesunkenen Ausfuhr angepaßt werden muß.

Um das Ausland, dessen Märkte an der Erhal­tung des Absatzes nach Deutschland selbstverständlich in hohem Maße interessiert sind, über die Notwendigkeit einer Neuregelung zu unter­richten, hatte der Reichspräsident Dr. Schacht Ende April 1934 die Gläubiger Deutschlands zu einer Transferkonferenz nach Berlin geloben. Die Tagung mürbe einen Monat später ohne ein offi­zielles Uebereinfommen geschloffen. Die Reichsbank machte ben Gläubigern aber ein Angebot für bie künftige Zinsregelung, und am 5. Juli kam schließ­lich ein deutsch-britisches Transferab­kommen zustande. Die verhängnisvollen Folgen einer falschen Kreditwirtschaft, an der die ausländi­schen Geldgeber ebenso große Schuld tragen wie die früheren deutschen Regierungen, werden natür-

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Eichener Anzeig«

General-Anzeiger sür Oberhessen

gegenkommen in der Frage der Sicherheits- bzw. Ausführungsgarantien zeigte. Wenn aber die fran­zösische Note vom 17. April in letzter Minute das Rüstungsgespräch auch gegenüber England mit dem Hinweis auf diedeutsche Aufrüstung" abbrad), so war dafür nicht zum mindesten Doumergue selbst verantwortlich. Von diesem Augenblick an ging Barthou feinen bekannten Weg. Kurz vor der Sep­tembertagung des Völkerbundes mochte es den An­schein haben, als befinde sich Barthou tatsächlich am Ziel seiner Wünsche. Selbst London hatte sich trotz mancher Schroffheiten Barthous und feiner offenkundig antideutschen Bündnispolitik Paris er­heblich genähert. Baldwins Wort von der Luft­grenze Englands am Rhein mog schwer. Aber ge­rade die Genfer Herbstsitzung, die keineswegs rei­bungslose Aufnahme Sowjetrußlands in den Völker­bund, zeigte, daß Barthous System statt den all­gemeinen Frieden zu begründen, die Span­nungen in Europa verschärft hatte. Der Tod raffte den greifen Politiker hinweg, als er die Quadratur des Zirkels versuchte: nämlich, ohne Deutschland Südslawien und Italien zu versöhnen. Eine Aufgabe, der Laval mit größerer Zuversicht entgegensieht, seitdem er zu den ersten Voraussetzun­gen einer allgemeinen Entspannung beitrug.

Pierre Laval kommt es zugute, daß einwandfrei vaterländische Kreise, nämlich die Frontkämp­fer ber verschiedensten Richtungen keinen Zweifel darüber lassen, wie wünschenswert die Entspannung zwischen Berlin und Paris im nationalen Interesse Frankreichs ist. Damit ist die Vorstellung zerstört worden, die noch zu Doumergues und Barthous Zeit so viel Unheil anzurichten vermochte: als seien die außerparlamentarischen Kräfte, besonders die rechts-

Frankreich such! neue Wege

Von unserem v.G.-Berichierstaiter.

ri: tfcaft unb ber Jnbustrie erhöhten Absatz. t1111 ?samtwirtschaft konnte ferner ihren Pro-

11 o n s a p p a,r o t bank ber Mengenkonjunk- iii ti'fer ausnützen und begann dadurch wieder röt i gbringenb zu werden. Der tote Punkt Übergangs der Wirtschaft, der in den Der» nippen Jahren ein immer schnelleres Tempo an» erlernen hatte, war schon im Jahre 1933 über» )tnhi worden. Jetzt ging es wieder auf» ) < i p»s, und das Jahr 1934 braute die erhoffte llii|«-i?ine Belebung der Wirtschaft. Man kann rgebnis dieser großen Leistung der national« vz ioilischen Relchsretzierung nicht besser kenn­et ,fc) n als durch die im Auslanbe gemachte Fest» lelihi.g, daß Deutschland zu einer Insel der Ü !i ischaftsbelebung im Meere der Welt-

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Was haben die Völker ber Erde im Jahre 1934 erfahren was erwarten sie vom Neuen Jahre? Ein weitgespanntes Thema, das ben Chronisten un­serer Zeit gestellt ist. Doppelt «schwierig in einem Zeitabschnitt, dessen Lebens- und Entwicklungs­tempo einer ruhigen, besinnlichen Betrachtungsweise kaum zugänglich ist. Das Gesicht unserer politischen Umwelt war 1934 in einem ständigen schnell Wandel begriffen.

Im F e r n e n O st e n bildet sich an der sibiriscl, Südgrenze ber Sowjetunion ein neues politisches Kräftefeld mit unmittelbaren Fernwirkungen in den pazifischen unb europäischen Raum hinein. Europa wirb durch die Februar- unb Juli- Unruhen im unglücklichen Oesterreich erregt. Das Wahnsinnsverbrechen von Marseille erschüttert am 9. Oktober bie Welt. Südosteuropa ist seitdem ein ständiger Krisenherd geworden und von der friedvollen Ruhe, die man dem Balkon mit ben Friedensdiktaten von Poris versprach, weiter denn je entfernt. Auch der Völkerbund hat keine Veranlassung, die Kompromißformel in dem süd­slawisch-ungarischen Streit auf sein Kredit-Konto zu schreiben, wie er ebenso wenig ein Verdienst daran hat, daß es in der Soarfra,ge zu einer fühl­baren und erfreulichen Entspannung gekommen ist. Rußland zieht im Herbst 1934 in den Völkerbund ein Konsequenz jener Starrsinnspolitik des grei­fen Barthou, bie nicht begreift, daß die Welt anders geworden ist, und daß neue Geschlech - ter mit neuen Ideen auch in Frankreich her- angewachsen sind. So sitzt sein Nachfolger Laval in dem vielfältigen Netz von Beziehungen nach allen Seiten, bas Barthou gesponnen hat. Der Ostpakt ist für ihn ein fertiges Faktum, das er nach Kräften gegen Deutschland und Polen, die mitteleuropäischen Vertragspartner vom Januar 1934 auszuwerten sucht. Wird er es noch durch ein Militärbündnis mit Moskau ergänzen? Eine schicksalsschwere Frage an das Jahr 1935! Auch bie f ra n z ös iis ch -ita­lienischen Gespräche sind noch in der Schwebe; sie können wohl erst im neuen Jahr zum Abschluß kommen, dessen Hauptproblem die Flotten­konferenz sein wirb.

Hier schließt sich ber Ring der wenigen Tatsachen und Ereignisse, die wir vom politischen Gesamtbild der Welt einleitend verzeichnen konnten. Die ganze Buntheit und Vielfältigkeit des Weltgeschehens un­serer Zeit «haben unsere Auslandbericht­erstatter eingefangen, bie wir gebeten hoben,

Volkes eine schwere Gefährdung. Zwischen den Interessen der ausländischen Gläubiger Deutsch­lands und denen der ausländischen Rohstoff- produzenten besteht ein scharfer Gegensatz. So kommt es, daß schließlich immer wieder Versuche gemacht werden, neue Wege z u einer bes­seren Versorgung Deutschlands mit Rohftoffen zu beschreiten. Der wichtigste dieser Wege ist der des Abschlusses von Kompen­sationsgeschäften. Mit einer Reihe von Ländern sind solche Kompensationsverträge bereits abgeschlossen worden. Mit anderen Ländern, so insbesondere mit den Vereinigten Staaten, werden Verhandlungen geführt. Die Schwierigkeit aber, die vor allem darin besteht, daß die Vereinigten Staa­ten mit Rücksicht auf ihre eigene Industrie deutsche industrielle Fertigwaren nicht in erhöhten Mengen beziehen wollen, hat bisher nicht überwunden wer­den können. Deutschland hat sich, der Not gehor­chend, nicht irgendeinem Triebe zu Autarkie dazu entschlossen, seine Rohstoffeinfuhr einzuschränken unb die Erzeugung eigener Rohstoffe in großzügiger Weise zu organisieren. Es wurden Ueberwachungsstellen für den Rohstoffbezug und Rohstoffoerbrauch eingerichtet. Anfang November wurde der Leipziger Oberbürgermeister Dr. G o er­de 1 e r erneut zum Reichskommissar für Preisüberwachung ernannt. Ein einheit­liches Vorgehen gegen verteuernde Preisbindungen war notwendig geworden, um zu verhindern, daß die Rohstoffknappheit zu einer Erhöhung der Preise und dann natürlich auch der Löhne führt. Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Export­wirtschaft auf dem Weltmarkt darf nicht beein» trächtigt werden. Der nationalfozialistifche Staat, der sich nur auf feine eigenen Kräfte verläßt, und feine Anstrengungen verdoppelt, wenn es gilt, Schwierigkeiten zu überwinden, wird zweifellos auch das Rohstoffproblem zu lösen vermögen.

Die Ordnung der deutschen Wirtschaft nach na­tionalsozialistischen Grundsätzen hat im Jahre 1934 gewaltige Fortschritte gemacht. Der Schaffung des

mischung in österreichische Verhältnisse notwendig eine innere Entfremdung mit bem beutschen Volk herbeiführen mußte.

Italien hält auch heute an seiner österreichischen Politik fest. Seine B a l k a n p o l i t i k hat nicht minder Umwälzungen erfahren. Das schlechte Ver­hältnis zu Jugoslawien ist bestehen geblieben, i es hat sich in den letzten Wochen noch verschärft, ;er die freundschaftlichen Bindungen mit Bul- , a r i e n und Griechenland, die hinüber reichten bis zur Türkei, haben sich erheblich g e - lockert. Mit ihnen auch der Einfluß auf Ruß­land. Automatisch mußte sich Italien nach dem Westen wenden. Mit außerordentlichem Schwung setzten die Annäherungsbestrebungen an Frank­reich ein, kühlten ab, erfuhren Verwirrungen durch Marseille, wurden in zähen Verhandlungen neu ausgenommen und führten zu einer gewissen Annäheruna, ohne daß schon von politisch diskont­fähigen Resultaten gesprochen werden könnte. Daß aber Italien sich auf jeden Fall mit unendlich viel bescheideneren Ergebnissen wird begnügen müssen, als es sie selbst anfangs erwarte! hatte, ist ein Zeichen für das Absinken der großen Linie.

Es scheint uns fast, als ob auch im kommenden Jahre, wie für Italien, so auch für Europa, die

rimoftsfrife geworden sei.

Ml. März 1934 eröffnete ber Führer in Mün­ch.-ü» n Bau der er st en Reichsautobahn U,r i> '.inbigte zugleich den Beginn einer neuen 2lr- bePMackt an, bie mit bem Ziele, Hunberttausende poiiiL .trbeitslofen wieder in das Arbeitsleben einzu- reicht' in Angriff genommen wurde. Jetzt, am Ende deÄ Achres, kann man feststellen, baß bieses Ziel er in d) t ist. Die Zahl ber Arbeitslosen ist im ßoltapes Jahres um weitere 1,7 Millionen Demi ngert worden. Während beim Beginn ber Arldechschlacht mehr als 6 Millionen Arbeitslose ge= zäl jl!urden, ist ihre Zahl bis Ende November 1934 aulr 2'5 Millionen reduziert worden. Die Zahl der in H deutschen Wirtschaft erwerbstätigen Arbeiter im 0 Angestellten ist gleichzeitig von 11,5 auf 15,6 M Ui >en gestiegen. Selbst in die Hochburgen ber Ar lb Uosigkeit in den Großstädten und Jndustrie- gelimn konnte durch besondere Maßnahmen Bresche gclX3 merben. Dieser Erfolg der deutschen Arbeits- sch l.c ist um so bemerkenswerter, als in fast allen o rüsten Ländern der Welt bie Arbeitslosigkeit pnW unb vielfach sogar nach einem vorübergehen­de, i .bflauen wieder gestiegen ist. Das Statistische RelMumt gelangte vor einigen Wochen in einer Um terfujung über bie Weltarbeitslosigkeit zu dem Er- gel>n i baß sich die wirtschaftliche Gesamtlage wieder ve ^chtert hat, vor allem infolge ber erneuten Zu- na:E)n ber Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Sticmn und in Frankreich. Auch im Auslande wird he iidki'bie Tatsache anerkannt, daß Deutschland das ei r i g e große Land ist, dem es gelungen ist, bie Atemlosigkeit in bedeutendem Maße und nachhaltig guij tciringern.

3k: Wiedereinreihung einer so großen Zahl von AtÜ7itislosen in den Arbeitsprozeß führte naturge- mifäpiu einer Zunahme des Konsums, die be ln^amten Wirtschaft erhöhten Absatz brachte und fieii Tvlgedessen wieder zu erhöhter Produktion an» rei'iaK Dadurch erwuchs insbesondere ber ßanb» w i schäft eine wichtige Aufgabe, deren Bedeu- tu in: .tmrd) die Devisennot noch wesentlich erhöht rono n ist. Sie besteht darin, die Ernährung des bete en Volkes möglichst weitgehend aus den Er- träiopi'jfen der deutschen Scholle sicherzustellen. Der gerte deutsche Boden muh für die Erzeugung m np.'ir gemacht werden. Das ist das Ziel der beut» schhE»Erzeugungsschlacht, für bie noch vor bem SdHesenbe bie zwecksetzenbe Parole ausgegeben roiön ist. Die Steigerung berinbuftriel- leuiProbuktion, bie im Vorjahre begonnen haiA.I hat im Jahre 1934 bebeutenbe Fortschritte gelingt. Es gibt heute in Deutschlanb schon wieber Uikmiehmungen und ganze Industriezweige, die ihjsriKapazität vollkommen auszunützen in der Lage firiü Manche Industrien sind durch die staatlichen Ai!rlkt>sbeschaffungsaktionen unmittelbar kräftig an» geiiEineU worden, so z. B. die Automobilindustrie, die B«!a.pwerbe u. a. m. Der Kohlenbergbau unb na- mmiti) bie eisenschaffende Industrie haben ihre P srü.'ktionstätigkeit im Laufe bes Jahres ebenfalls beitfitienb erhöhen können. So war z. B. bie För- belhirt bes Ruhrkohlenbergbaus im Oktober 1934 ui ml. Prozent größer als im entsprechenben Tto» mnitss Vorjahres. Noch weit stärker ist bie beutfche E!iiin unb Stahlgewinnung gestiegen. Der Der- bih«i bes Inlands hat sich auf allen Gebieten ge» hio i Das ist ausschließlich ber Steigerung d in SI r b e itseintommens infolge ber Jßie- beÜerrfjäftigung von zwei Dritteln ber Arbeitslosen zi irtrbanten.

Irl Gegensatz zu bieser Hebung ber Jnlanbskon- jUster weist bie Entwicklung bes deutschen Außen- h < Mels im Jahre 1934' ein weitere 23er- s «!ci! itchterung auf. Die deutsche Ausfuhr, bie imn^hre 1933 noch eine Gesamthöhe von 4,87 Mil- Intel Mark erreicht hatte (gegenüber einem © iirtiie von 5,74 Milliarden Mark im Jahre 1931) belt-T. in ben ersten 11 Monaten bes Jahres 1934 ni tu wch 3,81 Milliarden Mark und dürfte daher inri^sarntjahr kaum den Stand von 4,20 Milliar­de le Aark erreichen. Die fortschreitende S ch r u m p f rur bes beutschen Exports machte natur-

Paris, Enbe Dezember 1934.

Der Nationalsozialismus feierte ben Jahrestag ber Machtergreifung zu demselben Zeitpunkt, als man in Frankreich nicht genau wußte, wem bie Re­gierungsgewalt anzuvertrauen wäre. D a l a b i e r übernahm bie Erbschaft Chautemps' einschließ­lich Stavisky-Skandal, als Leiter ber französischen Außenpolitik vermochte er kaum mehr als bie beut- sche und bie englische Abrüstungsbenkschrift zu

Louis Barthou, der ihm folgte, hat bas We­sen seiner Bestrebungen am besten selbst ausge- drückt, als er in einer Gebenkrede D e I c a f f 6 feinen Lehrmeister nannte. Barthou be­kannte sich also selbst zu jener einseitigen Auf­fassung. ber Belange Frankreichs, wonach Bünb- n i s s e unter 23ermeibung unb Umgehung Deutsch­lanbs bie erste unb letzte Sicherung Frankreichs gegen Deutschlanb barstellen. Auch B r i a n b yat bas Bünbnissystem Frankreichs aufrechterhal­ten. Er vermied aber nicht das ebenso wichtige Ziel eines unmittelbaren Ausgleichs mit Deutschland. Darin war er verschieden von Del- caf|6 und Barthou, verschieden auch von dem eben­falls in diesem Jahr verstorbenen Philippe Ber­the lot, der als Generalsekretär des Außenmini­steriums den stärksten Einfluß ausübte.

Barthou schnitt zunächst bas vorsichtige Zwie­gespräch BerlinParis ab, bas sich in ' ber Rü­stungsfrage angebahnt hatte. Dann kamen Wochen, in benen ber Minister geneigt war, bem englischen Drängen nach dem Zustandekommen einer allge­meinen Konvention der Rüstungsbeschränkung Rech­nung zu tragen, zumal London weitgehendes Ent-

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