Kt.277 Zweites Blatt
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhesien)
Dienstag, 27. November
DeuWsemdliche Demonstrationen tschechischer Studenten vor dem Aationattheater in Prag.
Ein Bild von den Krawallen um die Deutsche Universität in Prag wegen der Gründungs-Insignien der Deutschen Universität.
Oer deutsch-russische Waffenstillstand.
Eine Erinnerung an den rr. November 1911.
in dem Bezirk, wo sie empfangen werden, und beim Armeeoberkommando anzufragen, ob es bereit ist, seine Bevollmächtigten zu schicken zur unverzüglichen Eröffnung der Unterhandlungen zur Errichtung des Waffenstillstandes auf allen Fronten des Kampfgebietes, mit der Absicht später die Friedensverhandlungen zu beginnen.
3m Falle einer zustimmenden Antwort von seiten des deutschen Armeeoberkommandos wird um genaue Angabe von Ort und Zeit für die Begegnung der Bevollmächtigten beider Parteien gebeten.
Der Volkskommissar für Heeres- und Marineangelegenheiten und Höchstkommandierender.
Gez. I. K r y l e n k o.
Als deutsche Vertreter waren den Russen ent- aegengeschickt Oberleutnant Danner, 2. Generalstabsoffizier der 23. Landwehr-Division, die die Stellung „Hannover" besetzt hatte, und als Dolmetscher Leutnant d. R. Jaeger, der sich schon vorher um die Verbrüderung der beiderseitigen Grabentruppen und um die Friedenspropaganda große Verdienste erworben hatte.
Die russischen Parlamentäre wurden zu dem Unterstand des Abschnitts-Kommandeurs geführt, dort wurden ihnen die Augen verbunden und dann ging es zu dem Divisionsstabsquartier in dem ehemaligen deutsch-evangelischen Pastorat Lassen bei Jelorka vor Dünaburg, Divisionskommandeur war Generalleutnant von Hoffmeister. Nach telephonischer Rückfrage beim Hauptquartier wurde ihnen am 27. November 1917 die Antwort des Oberbefehlshabers Prinz Leopold von Bayern überreicht.
Die Antwort enthielt die drei Punkte:
1. Deutschland ist geneigt, die Verhandlungen betreffs Waffenruhe unverzüglich einzuleiten und der Höchstkommandierende aller deutschen Truppen an der Ostfront ist bevollmächtigt, sie zu führen.
2. Der deutsche Oberstkommandierende stellt einen Extrazug zur Verfügung der Delegierten, die an den Verhandlungen teilnehmen sollen.
3. Zwischen den Delegierten und der höchsten Gewalt, die durch den Rat der Volkskommission vertreten wird, wird eine direkte telegraphische Verbindung hergestellt.
An den Besprechungen im Divisionsstabsquartier nahmen von deutscher Seite teil: Exz. von Hoff» m e i st e r, Kommandeur der 23. Landw. Division, Hauptmann Senftleber, Hauptmann im Gene» ralstab der Division, Oberleutnant Danner, Hauptmann L o o f (Rechtsanwalt in Salzwedel) 1. Ordonnanzoffizier der Division, Leutnant Jaeger als Dolmetscher.
Den Besprechungen folgte ein Essen, bei dem auch die übrigen Herren des Divisions-Stabs anwesend waren. Da man den Russen gerne zeigen wollte, daß bei uns noch kein Mangel herrschte, gab es Suppe, Fisch, Braten und Torte. Die Unterhaltung konnte mit dem russischen Oberleutnant Schneur in russischer, englischer und französischer Sprache geführt werden, während die anderen russischen Herren nur ihrer Landessprache mächtig waren. Bei dem Essen brachte Exz. von Hoffmeister folgenden Trinkspruch in russischer Sprache aus:
„M. H. Ich heiße Sie heute gerne bei uns willkommen und spreche die Erwartung aus, daß Ihr Hiersein für uns alle sich segensreich erweisen möge. Auf Ihre Gesundheit, meine Herren!"
Der russische Oberleunant von Schneur erwiderte hierauf in russischer Sprache:
Ew. Exzellenz! Ich fühle mich veranlaßt, Ew. Exz. und all Ihren Herren für die mir und meinen Kameraden erwiesene große Liebenswürdigkeit und Gastfreundschaft unseren wärmsten Dank auszusprechen. Der heutige Tag ist vielleicht von weltgeschichtlicher Bedeutung. Deutsche und Russen sind immer gute Nachbarn gewesen. Wir sind heute ganz ehrlich und ohne Hintergedanken gekommen. Freilich können wir nicht wissen, ob die heute hier getroffenen Abmachungen wirklich zu dem heißersehnten und dauernden demokratischen Frieden führen werden; die Not und das Elend aller Völker sind aber so groß, daß ein Ende gemacht werden muß! Was wir dazu tun können — das verspreche ich — werden wir tun. Ich trinke auf das Wohl Ew. Exz. und der Herren Ihres Stabes."
Am Schluß der Tafel erhob sich nochmals Exz. von Hoffmeister und sagte: „Meine Herren Abgesandten! Ich hoffe, daß Sie einen angenehmen Eindruck von uns und dem heutigen Abend mitnehmen. Gebe Gott, daß unsere großen Völker, die zu allen Zeiten Verbündete waren, es aufs Neue werden."
In dem kleinen Pfarrhaus hatte sich, davon
Die gewaltigen Schläge des Jahres 1916 hatten d-as Gefüge des russischen Staates aelockert. Im März 1917 brach in St. Petersburg die R e voll t i o n aus. Zar Nikolaus II. mußte abdanken -mb damit schied das Herrscherhaus der Romanows '■ ür immer aus der Weltgeschichte. Zwei Strömun- : en standen sich in Rußland gegenüber: die K a - eiten (Partei der Konstitutionellen Demokratie, LD.-Kadett) und die Menschewiken oder ' Minimalisten (rechter Flügel der Sozialdemokraten), !iie beide für die Fortsetzung des Krieges nit Deutschland eintraten, und die Maximalisten ifcer Bolschewiken (Männer mit großem Pro- pramm und höchsten Forderungen), die den s o f o r- 111 gen Friedensschluß mit Deutschland verlangten. Bei dieser Sachlage mußte unsere Oberste Heeresleitung mit größter Vorsicht zu Werke gehen, irn den in Rußland im Gang befindlichen Prozeß nicht zu stören. Die Entente dagegen hatte das orößte Interesse daran, den Zusammenbruch Rußlands aufzuhalten, wenigstens solange, bis die Amerikaner genügend Truppen und Material in Frankreich gelandet hatten. Mit allen nur möglichen Mitteln wurde das schwer erschütterte Rutz- lcnd zum Widerstand aufgerüttelt. Im März-April fette sich an der Ostfront, namentlich im Norden (ine 21 r t Waffen st ill st and ohne schriftliche Abmachungen herausgebildet, der schon hie und da hu Verbrüderungen zwischen den Schützengräben lährte.
Der Entente gelang es, durch Versprechungen .md Unterstützungen aller Art die Russen bei der fiötange zu halten. Der neue Kriegsminister K e - ne n ft i (August-November 1917) brachte eine i eue Offensive zustande und zwar in der Hauptsache gegen die Oesterreicher, deren Wider- fnnbsfraft man geringer einschätzte. Nach einigen ! nfangserfolgen der Russen holten die Deutschen
zum Gegenstoß auf Tarnopol aus. Die ganze Süofront kam in Beweguna und die Deutschen fegten alles vor sich her. Auch bei Riga griffen die Deutschen erfolgreich an, die baltischen Inseln wurden erobert, und die Russen bangten schon um St. Petersburg. Die deutschen Erfolge förderten die Zersetzung im russischen Heer, d i e Bolschewiken gewannen die Oberhand. Daß die Revolutionierung der russischen Massen für Deutsche und Oesterreicher eine große Gefahr bildete, unterlag keinem Zweifel.
Bereits im Sommer 1917 hatte General Ludendorff Waffenstillstandsbedingungen für Rußland entworfen, die von dem Gedanken geleitet waren, mit den Russen zu einer Verständigung zu kommen, weil wir den Frieden im Osten brauchten. Am 26. November 1917 fragte Kriegsminister Krylenko (November 1917 bis März 1918) bei der deutschen Obersten Heeresleitung auf funkentelegraphischem Wege an, ob sie zu einem Waffenstillstand bereit sei. Die Antwort lautete bejahend. Am gleichen Tage trafen die russischen Parlamentäre vor der deutschen Stellung „Hannover", etwa ein Kilometer südlich der einen Trümmerhaufen bildenden Stadt Jlluxt auf deutsche Offiziere. Sie überbrachten folgendes Beglaubigungsschreiben:
Im Namen der russischen Republik.
In Vollmacht des Rates der Volkskommissare ermächtige ich, der Volkskommissar für Heeres- und Marineangeleaenheiten und Oberkommandierender der russischen Republik, als Parlamentäre: Den Regimentskommandeur des 9. Kiewer Husarenregiments, Wladimir Schneur, die Mitglieder des Armeekomitees der 5. Armee, den Kriegsarzt, Michael Sagabowit, und den Einjährigfreiwilligen Georg M e r e n sich zu wenden an den Oberbefehlshaber der Armee
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Das ASM. gedenkt der gefallenen Kraftfahrer.
Am Totensonntag wurde am Kraftfahrerdenkmal in Potsdam ein Trauerappell des NSKK. abgehalten. Der Führer des NSKK., Obergruppenführer Hühnlein, legte einen Kranz am Denkmal nieder.
Vom Reigen bis zum Walzer.
Von Or Valerien Tormus
Fast alle Modetänze sind aus Volkstänzen her- lorgegangcn. Die schöpferische Phantasie des natur» verbundenen Menschen betätigte sich zu allererst im 2«nz, der ja ursprünglich nichts anderes ist als fr r körperliche Ausdruck seelischer Regungen. Der Mensch höherer Kultur übernimmt die urwüchsige püorm des Volkstanzes, verfeinert sie und paßt sie [tänem Lebensstil an. So wurzelt auch der Reigen, frr Ahne des deutschen Gesellschaftstanzes, in 1 einem volkstümlichen Brauch, der sich bis in die heidnische Zeit zurückführen läßt. Seine Herrschaft fr hnt sich über das ganze ritterliche Mittelalter ais. Wie er getanzt wurde, zeigen uns die bekann- ttn Fresken des Schlosses Runkelstein in Südtirol. Herren und Damen bewegten sich Hand in Hand g messenen Schrittes entweder im Kreise oder in aisgezogener Linie, angeführt von einem Vorsänger oder fiedelnden Spielmann. Gesang und Ilnnj waren dabei innig miteinander verbunden. Lchon aus diesem Grunde hatte man ein lang» seines Tempo einzuhalten. Es hieß, daß der Vor- icnzer imstande sein müsse, ein Glas Wein auf frm Kopfs zu balancieren, ohne daß ein Tropfen Dixfdjüttet wurde. Der Reigen ist mit dem Ausgang frs Mittelalters keineswegs verschwunden. Er lebt oztmebr noch heute fort und zwar im Kinderspiel, ° 'schon in einer dem kindlichen Gemüt angepahten n»ioen Art der Ausführung.
Neben dem Reigen erfreute sich der Tanz zu Inaren allgemeiner Beliebtheit. Er unterschied sich am jenem dadurch, daß er gesprungen wurde, also ene größere Beweglichkeit gestattete und sich inso- üxn dem Bauerntanz näherte, wenn er auch nicht ir dessen zügellose Wildheit verfiel; denn das Gesetz frn* „edlen Maße", das die gesamte Kultur des :H ttertums beherrschte und als Richtschnur für das ömehmen galt, hatte natürlich auch für die Tanz- mrschriften Geltung. Immerhin kamen Verstöße nur. So machte Johann von Miltitz, der Bischof Diti Naumburg, einmal beim Tanzen mit zwei Dirnen solche Luftsprünge, daß ihn der Schlag rigrte. Die Musikbegleitung wurde von Fiedel und ijßte ausgeführt und bestand nur in einer mono« bien Melodie, zu der die Trommel den Rhythmus (Zug. Bei feierlichen Gelegenheiten führte man lei Fackeltanz auf, der den Charakter einer Polo- ncäfe hatte, bei dem zwei Vortänzer, meist Perso- ren von hohem Rang, mit brennenden Fackeln vor-
anfchritten, vielleicht um die besondere Feierlichkeit der Situation anzudeuten, vielleicht auch nur um den Tanzenden den Weg durch die schlecht beleuchteten Räume zu weisen.
Im Gegensatz zu diesen gemessenen und schleifenden Tänzen des höheren Standes stehen die in einem Ueberfchuß an Körperkraft sich austobenden ungestümen Hopser und Dreher des Bauernoolkes, von denen der oberbayerische Schuhplattler noch heute etwas ahnen läßt. Es kam in ihnen eine urwüchsige Wildheit zum Durchbruch. Man sprang klafterweit, schwenkte die Dirnen, daß ihnen die Röcke über den Kopf flogen, stieß Juchzer aus und gebärdete sich wie toll. Auch hier gab es einen Vortänzer, der alle an Ausgelassenheit und lieber» mut übertraf. Don ihm heißt es bei dem Minnesänger Neithart von Reuenthal: Jucheia, wie er sprang, Herz, Milz, Lung' und Leber sich rundum in ihm schwang". Dürers tanzendes Bauernpaar und Brueghels Dorfoergnügen lassen diese erdverbundene Sinnenlust in ihrem derben Gebaren kraftvoll vor unseren Augen erstehen. Getanzt wurde meist im Freien unter der Dorflinde, wie es die Spaziergangsfzene im „Faust" schildert, und das Instrument, das dazu aufspielte, war der Dudelsack. Unentbehrlich blieb, wie bei dem vornehmen Reigen der ritterbürtigen Gesellschaft, der Begleitgesang.
Mit dem Aufblühen der Städte und vor allem in der großen Zeit der Reformation bildete sich eine bürgerliche Tanzkultur aus. Sie lehnte sich teilweise an höfische Bräuche an, übernahm jedoch auch manches aus dem ländlichen Sittenbereich. Jede Zunft war stolz auf ihren eigenen Tanz, der sich aber von denen der anderen Handwerkergilden eigentlich nur durch die Attribute unterschied. So hatten die Messerschmiede eineh Schwertertanz, die Böttcher einen Reiftanz, die Tuchmacher einen Fahnentanz usw. Solche Zunfttänze hielten sich in schicklichen Grenzen. Doch hören wir von anderen Tänzen, dem „Scharrer", dem „Zäuner" und vom „schwarzen Knaben, der gern das braune Meidlein wolt haben, ja haben, wann man's ihm gab", ja sogar von einem „Kotzentanz", die alle wohl bäuerlichen Ursprungs waren und meist an Zügellosigkeit nichts zu wünschen übrig ließen. Die Patrizier pflegten in ihren Gesellschastshäufern den Geschlech» tertanz. Der dürfte nach den erhaltenen Abbildungen zu urteilen, kaum etwas anderes als eine Art Reigen gewesen sein, der sehr gesetzt vor sich aing und keine Extravaganzen, nicht einmal das Umspannen der Tänzerin gestattete. Ja, selbst bas
Drehen und Schwingen, auch wenn es in Züchten geschah, war verboten und wurde bestraft.
Schon gegen Ende des 16. Jahrhunderts beginnt sich der Einfluß des Auslandes in den deutschen Gesellschaftstänzen auszuwirken. Alle jene Tänze, die wir unter dem Namen Sarabande, Courante, Gavotte, Contre, Quadrille, Menuett kennen, die das Parkett im galanten Zeitalter beherrschten, sind, ihrerseits auf Volkstänze zurückgehend, fremdländischen Ursprungs. Auch die Bälle richteten sich nach der jeweiligen Mode. Es tanzte beispielsweise bis in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts immer nur ein einziges vom Zeremonienmeister bestimmtes Paar, während die übrigen Zuschauer an den Wänden saßen. Erst Ludwig XIV. gestattete den Massentanz, die Courante, wobei vierundzwanzig Paare gleichzeitig tanzen durften. Das Zeitalter der Empfindsamkeit, das so manchen antiquierten Brauch abschüttelte und gegen ausländischen Einfluß Front machte, hat auch der deutschen Art im Tanz wieder zur Geltung verhalfen. Jener Modetanz, der in den sechziger Jahren des 18. Jahrhunderts aufkam und sich bald den Vorrang erkämpfte, hieß bezeichnenderweise „Allemande" und war in Anlehnung an einen heiteren deutschen Volkstanz von französischen Offizieren während des Siebenjährigen Krieges nach Paris eingeführt worden. Er wurde im Dreiviertel-Takt paarweise ausgeführt, und fein Reiz lag vor allem in den mannigfaltigen anmutigen Verschlingungen der Arme. Von hier bis zum deutschesten aller neuzeitlichen Tänze, dem Walzer, war nur noch ein geringer Abstand. Goethe erlernte ihn in Straßburg, und in „Werthers Leiden" schildert er, wie Lotte und Werther, nachdem Menuett und Contre getanzt worden waren, zu walzen begannen und, zwei Sphären gleich, einander umschwebten. Aber der Walzer hat lange gebraucht, ehe er sich durchsetzte. Die ältere Generation stand ihm ablehnend gegenüber. Als die beiden mecklenburgischen Prinzessinnen (die spätere Königin Luise und ihre Schwester) den ersten Walzer auf einem Hofball in Berlin tanzten, wandte sich die Königin entrüstet ab. Der Walzer war auch noch während der Regierung Wilhelms II. auf den Hofbällen verpönt. Be- Fannt ist der Ausspruch des jungen Herzogs von Deoonshire: „Nie werde ich ein Mädchen heiraten, das Walzer tanzt!" Er hat Wort gehalten, denn er ist 40 Jahre später als Junggeselle gestorben. Vermutlich haben die Damen ungeachtet der ßuten Partie dem Zauber des Walzers doch nicht wieder- stehen können.
Kuban-Kosaken-Lhor im Lichtspielhaus
Der Kuban-Kosaken-Chor gibt ein zweitägiges Gastspiel im Lichtspielhaus. Wir kennen ihn schon von einem früheren Besuch im Stadttheater; es ist eine fabelhaft musikalische Angelegenheit. Der Chor dieser Kaukasier von der ehemaligen Weißen Armee des Generals Wränge! bildet einen Klangkörper von erstaunlicher Geschlossenheit, aus dem sich eine Reihe prachtvoller Naturstimmen hervorheben — vom profunden Baß bis zum reinen Sopran. Alles, was sie fingen und im Balalaika- Orchester spielen, klingt ungemein einheitlich, ist getragen von einer ursprünglichen Musikalität und Musizierfreudigkeit, rhythmisch stark akzentuiert, volkstümlich und melodienreich. Sie fingen — was wir zum Teil schon bei ihrem ersten Besuch in Gießen hörten und uns geltem mit Vergnügen wiederholen ließen — den „Kuckuck", dann ein scherzhaftes Mädchenlied ihres Dirigenten, ein Potpourri russischer Volkslieder unter dem Titel „Hell scheint der Mond". Sie tanzen einen wilden kaukasischen Nationaltanz mit blitzenden Dolchen, sie fingen nach der Pause, mit Begleitung, in deutscher Sprache unsere Volksweise „Am Brunnen vor dem Tore", und es ist ein Genuß, diese disziplinierten und fülligen Stimmen auf sich wirken zu lassen, dann ein sehr bekannt gewordenes Lied aus dem Film „Der Zarewitsch", den sie seinerzeit begleiteten, zuletzt wieder eine Vertonung ihres Dirigenten „Die schwarzen Augen". Es war wirklich ein Vergnügen, den fremden Sängern zuzuhören, die, vom bunten Scheinwerferlicht angeleuchtet, auf der Bühne standen und nach jedem Lied reichen Beifall ernteten. Wer die Kuban-Kosaken noch nicht kennt, sollte sich dieses Gastspiel nicht entgehen lassen.
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Im Beiprogramm sieht man die neue Wochenschau der Ufa und den musikalischen Spielfilm „E i n Herz für ein Cie d", eine ausländische Produktion, deren Wiedergabe durch die ganz unzulängliche Nachsynchronisierung in deutscher Sprache leider empfindlich beeinträchtigt wird.
Hochschulnachnchten.
Mt Wirkung ab 1. November ist der ao. Professor Dr. Anton Otto Stoß an der Universität München zum Ordinarius für Anatomie, Histologie und Entwicklungsgeschichte an der tierärztlichen Fa» kultät der Universität München ernannt worden.


