scheidet sich durch diese Vorzüge grundsätzlich von jener Tagesliteratur, die unbelastet von Wissen gut gemeinte aber unproduktive allgemeine Redensarten auftischt. Sie bietet dem Gesetzgeber eine vortreffliche Anregung und Vorarbeit, sie muß aber auch jeden Juristen fesseln, der inneren Anteil nimmt an der Erneuerung unseres Rechts im Geiste des Nationalsozialismus.
— Bismarcks Briefean Schwesterund Schwager (Insel-Verlag, Leipzig — 429 —), die her Leipziger Historiker Erich Brandenburg in einer Auswahl für die Jnfelbücherei neu her aus- gegeben hat, gehören zu dem Köstlichsten, was wir an Telbstzeugnisfen für die Erkenntnis des Menschen Bismarck besitzen. Namentlich das Bild des jungen Bismarck erhält durch sie erst Farbe und Tönung.
— Claudius Frhr. von Schwerin: Sachsenspiegel (Landrecht). Universal- Bibliothek. Gebunden 1,10 Mark. — (393) — Der Sachsenspiegel ist das älteste Rechtsdokument unseres Volkes. Eike von Repgow schrieb im 13. Jahrhundert das in den sächsischen Landen geltende Recht in der Sprache seines Volkes nieder. Dieses deutsche Recht ist auch in Zeiten der Überfremdung durch römisches Recht nicht ganz verlorengegangen. Das neue Deutschland hat den alten Sachsenspiegel wieder in den Mittelpunkt unseres
rechtlichen Lebens gerückt. Bei der in Angriff genommenen großen Reform unseres Rechtswesens wird der Sachsenspiegel als Grundlage wahren deutschen Rechts zu Rate gezogen. Der vorliegenden Neuausgabe ist eine in Merseburg befindliche mitteldeutsche Handschrift zugrunde gelegt, die unserem heutigen Hochdeutsch am nächsten kommt. Durch hinweisende Anmerkungen, durch ein Wörterverzeichnis sowie eine das Notwendige berichtende Einleitung ist her Gebrauch erleichert.
— Werner Beumelburg: Friedrich II. von Hohen st aufen. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O. Gebunden RM. 1,60. — (410) — Die mächtige Gestalt Friedrichs II. steht aus der Versenkung auf, in die eine unheroische Zeit die großen Reichsgestalter und Reichserhalter hinabgetan hatte. In plastischen Bildern von eindringlicher Kraft ziehen die Kämpfe zwischen weltlicher und geistlicher Herrschaft über das Abendland an uns vorüber, in denen eine Epoche verging und eine neue heraufwuchs. Farbenprächtig und weltumspannend ist diese historische Biographie des großen Hochenstaufen, zu dessen Grabmal in Palermo die Deutschen heute noch wallfahren, ihn stumm zu grüßen, ergriffen von feinem unsterblichen Genius und voll Schmerz, daß er die Heimat nicht fand, die ihn so oft gerufen.
Obecheffen.
Freudiges Ereignis im Licher Fürstenhaus.
= Lich, 27. Nov. Heute Dienstag, früh gegen 6% Uhr, wurden der Erbprinz Dr. Hermann Otto zu Solms-Hohensolms-Lich und feine Gattin, Erbprinzeffin Gertrud, geb. Freiin zu Werthern, durch die glückliche Geburt eines Sohnes erfreut.
Landkreis Gießen.
X Wieseck, 26.Nov. Der Totensonntag verlies in unserer Gemeinde in ruhiger, würdiger Weise. Im Hauptgottesdienst, der durch zwei Chöre der Oberklasse unter Leitung von Lehrer B e p p l e r wirksam verschönt wurde, sprach der Ortsgeistliche, Dekan Sattler, über unsere Verantwortung angesichts des Todes. Unter Glockengeläuts erfolgte bann die Verlesung der 96 Kriegstoten und der 21 Friedenstoten des letzten Kirchenjahres (im vergangenen Jahre waren es 29, davor 46 Verstorbene). In der ebenfalls stark besuchten liturgischen Abendfeier wirkte die Chorschule unter Leitung von Lehrer Schneider mit. Durch die erhobene Kollekte konnte ein ansehnlicher Betrag dem kirchlichen Fonds der örtlichen Kriegerehrung zugeführt werden. Der Plan der Erbauung des Krieger- ehrenmales wird nun auch im kommenden Jahrs nach einem Beschluß von Bürgermeister Euler Wirklichkeit werden. Der bestehende kirchliche Fonds der Kriegerehrung wird dann dem der Gemeinde restlos zur Verfügung stehen.
< Allendorf (L a h n), 26. Nov. Bei der am Samstag in einem Teile der hiesigen Gemarkung abgehaltenen Treibjagd wurden 60 Hasen und ein Fasan geschossen. Die wenigen Rehe wurden geschont. Das Ergebnis muß als sehr gut bezeichnet werden.
< Rödgen, 26. Nov. In dem mit Blumen und zahlreichen Hakenkreuzfahnen festlich geschmückten Saalbau Wagner fand die feierliche Verpflichtung der NS. - Frauenschaften von Alten-
Buseck, Rödgen und Trohe statt. Der feierlichen Handlung voraus ging eine große öffentliche Frauenversammlung, zu der Kreisschulrat Pg. N e b e l i n g als Redner erschienen war. Mit eindrucksvollen Worten sprach er über die bisherigen Leistungen im Staate Adolf Hitlers, über die Aufgaben und Ziele der Frauen im Dritten Reich und das Winterhilfswerk des Führers. Die darauffolgende Verpflichtung der Frauenschaft auf den Führer erfolgte seitens des Redners durch feierlichen Handschlag, nachdem die Frauen auf ihre Aufgabe und die hohe Bedeutung dieser Stunde hingewiesen waren. Hierauf gelangten die Mitgliedsbücher und Frauenschaftsabzeichen zur Ausgabe. Die Veranstaltung wurde durch Lieder und Vorträge in eindrucksvoller Weife verschönt.
<0? Ruttershausen, 25. Nov. Am heutigen Totensonntag war der hiesige Friedhof das Ziel zahlreicher Familien. Die Gräber waren ausnahmslos von den Angehörigen pietätvoll und geschmackvoll geschmückt. Diese schöne, anerkennenswerte Sitte war in diesem Jahre begünstigt durch die vielen Herbstblumen (Winterastern), die die frostfreien Nächte am Leben gelassen hatten. Der Gottesdienst in Kirchberg war von vielen Hunderten aus dem Kirchspiel besucht. Nach dem Gottesdienst fand am Gefallenendenkmal nahe bei der Kirche eine kurze Heldenehrung statt, wo die Konfirmanden von Staufenberg, Lollar, Mainzlar, Daubringen und Ruttershausen passende Gedichte vortrugen und im Namen ihrer Kameraden felbfioerfertigte Kränze zum Gedenken an die gefallenen Helden niederlegten. Diese schöne Sitte besteht seit der Errichtung des Ehrenmals (1922). Auch die Ortsgruppe des Stahlhelms Daubringen war mit Fahne erschienen. W. H i l b e r g legte mit kurzen, passenden Worten einen Kranz nieder.
<£ Reiskirchen, 26. Nov. Aus der Arbeit des hiesigen Gemeinderats ist folgendes zu berichten: In feiner jüngsten Sitzung wurde der Waldwirtschaftsplan für das Jahr 1935
genehmigt. Die Erhebung einer Vurgersteuer von 100 v. H. des Reichssatzes wurde beschlossen. Weiter wurden die Tagegelder usw. der Ratsmitglieder für auswärtige Angelegenheiten geregelt und neu festgesetzt. — Die in Vorbereitung befindliche Autobahnlinie wird auch unser Dorf berühren. Sie kommt von Oppenrod und geht über die Bahnlinie Gießen—Fulda und die Hauptstraße. Sie läuft dann parallel mit dieser fast bis an Die Straße nach Bersrod, um nach Norden abzubiegen und in die staatlichen Waldungen nach Geilshausen weiterzugehen. Einem Einspruch der hiesigen Bauernschaft (da die Bahn fast nur durch fruchtbares Ackergelände geht) konnte leider nicht stattgegeben werden, da der vorgeschlagene Weg von Burkhardsfelden über den Buchwald nach den staatlichen Waldungen technisch nicht gut durchführbar ist. Zur Zeit sind die Geometer am Werk, denen eine Anzahl hiesiger Arbeitslosen zur Hilfe beigegeben ist, so daß hier nur noch einige Arbeitslose sind, die man hofft, in kürzester Zeit bei den Holzhauerarbeiten beschäftigen zu können.
c>o Harbach, 26. Nov. Der Totensonntag wurde hier in würdiger Weise gefeiert. Die vergangene Woche über arbeiteten die Frauen und Mädchen unseres Dorfes eifrig an den Gräbern auf dem Friedhof und am Ehrenmal für die Gefallenen des Weltkrieges. Um 13.30 Uhr fand ein gutbesuchter Gottesdienst statt. Die Kirche war bis auf den letzten Platz besetzt. An dem Kirchgang beteiligten sich geschlossen der hiesige Gesang- und Kriegerver- ein. Pfarrer Volz legte in beredten Worten den Sinn des Totensonntags dar. Er ermahnte die Zuhörer, an diesem Tage stille Einkehr zu halten und den Blick auf das Jenseits zu richten. Nach Beendigung des Altardienstes trug der Gesangverein „Germania" unter Leitung von Lehrer S ö h n g e n den Arnoldschen Totenchor „Selig" vor. Am Schlüsse des Gottesdienstes wurde für die Errichtung eines gottesdienstlichen Raumes in Bad Salzhausen eine Kollekte erhoben. Sie ergab einen sehr schönen Betrag.
(D ©rüningen, 25. Nov. Die Trauerfeier am Totensonntag gestaltete sich zu einem erhebenden Erlebnis. Der Gottesdienst war außerordentlich stark besucht. Die beiden Gesangvereine und der Kriegerverein beteiligten sich geschlossen. Pfarrer R e u s ch legte feiner Predigt das Bibelwort: „Selig sind die Leidtragenden, denn sie sollen getröstet werden" zugrunde. Der Gesangverein „Eintracht" verschönte den Gottesdienst durch zwei Lieder. Nach dem Gottesdienst sand eine Trauerfeier am Kriegerdenkmal statt. Nach der Eröffnung durch das von dem Gesangverein der Adam Jsheim- schen Stiftung oorgetragene Lied zu Ehren der gefallenen Helden bei Langemarck hielt Pfarrer R e u s ch eine eindrucksvolle Ansprache. Anschließend sang der Gesangverein der A. Jsheim-Stiftung das Lied: „Morgenrot, Morgenrot". Die Vereinsführer legten mit kurzen Gedächtnisworten Kränze zu Ehren der gefallenen Helden nieder. Mit dem gemeinschaftlichen Gesang zweier Strophen des Liedes: „Ach bleib mit deiner Gnade" fand die Feier ihren Abschluß.
ch L i ch, 26. Nov. Der NSDFB. (Stahlhelm) legte am Svnntagvvrmittag unter Würdigung der Verdienste unserer Gefallenen am neuen Kriegerdenkmal vor der Marienstiftskirche einen Kranz nieder. Am Nachmittag wurde auf dem Friedhof für die Gesamtgemeinde eine Trauerfeier gehalten. Der Posaunenchor eröffnete mit Choralspiel die Feier, worauf Stiftsdechant Kahn über den Trost und die Hoffnung der Christenmenschen predigte. Gemeinsame Gesänge und Posaunenspiel umrahmten die Feier. Die Sängervereinigung „Cäcilia"
fang an den Gräbern ihrer verstorbenen Chor« meister, der Lehrer Zimmer und Rektor Roth, ein Grablied.
£ Hungen, 26. Nov. In der üblichen würdi« gen Weise, dem Ernste des Tages entsprechend, wurde hier am gestrigen Totensonntag der Verstorbenen gedacht. Nach dem Dormittagsgottesdienst, der eine bis auf den letzten Platz gefüllte Kirche sah und bei dem der Chor mitwirkte, begaben sich die Teilnehmer unter Vorantritt' des Kriegervereins, der SA.-Stürme und der beiden Gesangvereine nach dem neuen Gefallenendenkmal vor der Schule, wo eine besondere Feier für die im Weltkriege und im Kampfe um die nationale Erhebung Gefallenen ftattfanö. Die Feier wurde durch die Mitwirkung der Gesangvereine besonders verschönt, die auch, wie alljährlich, bei der Nachmittagsfeier auf dem Friedhof sich voll in den Dienst her guten und edlen Sache stellten.
Preußen.
Kreis Dehlar.
c. Fellingshausen, 27. Nov. Die Geld» fammlung bei dem Fußballspiel zwischen Fellingshausen und Vetzberg (kombiniert) und Rodheim zugunsten der Winterhilfe, über das bereits berichtet wurde, erbrachte den ansehnlichen Betrag von 32 Mark. — Am Freitagabend fand im Saale des Gastwirts Heinrich Haus eine Filmvorführung statt. Die Gaufilmstelle zeigte den Schmalfilm „Die letzte Kompanie". — Die gestern durchgeführte Kartoffelsammlung ergab etwa 40 Zentner.
Wettervoraussage.
lieber Nordeuropa setzt sich lebhafteste Wirbeltätigkeit fort. Dabei sind jetzt auch milde ozeanische Luftmassen mit einer westlichen Strömung bis nach Süddeutschland vorgetragen worden, so daß zur Zeit in Deutschland allgemein stark bewölktes, vielfach auch nebliges Wetter herrscht. Strichweise fällt auch leichter Regen. Zunächst wird sich das westliche Hochdruckgebiet wieder verstärken, doch ist bei Island bereits ein neuer kräftiger Wirbel in Entwicklung.
Aussichten für Mittwoch: Zunächst Diel- fach neblig, sonst zeitweilig aufheiternd, später wieder Bewölkungszunahme und besonders nach Norden zu auch schon leichte Niederschläge, bei westlichen Winden verhältnismäßig mild.
Aussichten für Donnerstag: Bei westlicher Luftzufuhr überwiegend bewölkt, ziemlich mildes Wetter mit Neigung zu leichten Niederschlägen.
Lufttemperaturen am 26. November: mittags 0,0 Grad Celsius, abends 1,5 Grad; am 27. November: morgens 2,7 Grad. Maximum 2,7 Grad, Minimum — 2,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. November: abends 1,6 Grad; am 27. November: morgens 2,5 Grad Celsius. — Niederschläge 0,1 mm.
Hauptschristleuer: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. X. 34: 10 600. Druck und Verlag: Drühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei
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Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig,
Vertreter
Frau Sophie Hamel
geb. Schneider
ist am 23. November von ihrem schweren Leiden erlöst worden.
In tiefer Trauer:
6961 D
Danksagung.
Marie Meigen, geb. van der Laag
Gießen, den 27. November 1934.
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