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Stunde" undDer Tag"; andere versuchten, zur tschechoslowakischen Gesandtschaft oor- zudringen. Die Polizei drängte die Studenten ab und löste die Züge auf.

Wie du mir, so ich dir.

Rundfunkkrieg im Memelgebiet.

Memel, 26. Nov. (DNB.) In Ostpreußen und im Memelgebiet wird der deutsche Rund­funkempsang durch litauischeSchwarz- f en b er (je ft ort Da d e r Sender Kowno auf Welle 1935 infolge der Störungen durch den vor einigen Tagen aufgetauchten Schwarzsender, der sichM unke-Punk e" nannte, über« Haupt nicht mehr empfangen werden konnte, ist er jetzt dazu übergegangen, abwechselnd auf der Welle 1935 und der Welle 1955 zu senden. Seit drei Tagen meldet sich der Schwarzsender Munke-Punke" nicht mehr und ist anscheinend von den Behörden gefunden worden. Das merkwürdige Rundfunkdurcheinander in Litauen scheint jedoch immer mehr humorvolle Formen annehmen zu wollen. Gestern abend meldete sich auf der Kow- noer Welle ein neuer Sender mit Telegraphie­zeichen und einer Nachricht, die bei den Deutschen der Grenzgebiete lebhafte Heiterkeit auslöste:Wie Du mir, so ich Dir" Hier sind die Amateure vom VereinK n a t t e r k i st e". Solange Herr A n g st u o l i s aus Memel den Rundfunkempfang mit seinem Telegraphiesender stört, werden wir mit unserer Kiste knattern! Wie Du mir, so ich Dir!" Sollte der angegebene Name des litauischen Störers richtig sein, so muß man annehmen, daß der ganze Spuck durch das Zugreifen der litauischen Behör­den in den nächsten Tagen wohl sein Ende finden wird.

Frankreichs Geerüstung.

Auch hier die bedrohte Sicherheit.

Paris, 27. Nov. (DNB.-Funkspruch.) In der Kammer führte zum Haushalt des Kriegsmarine­ministeriums der Abgeordnete Stern als Bericht­erstatter aus, Frankreich sei bereit, an einer neuen Flottenkonferenz teilzunehmen, in der Hoff­nung, daß seine Rechte nicht ebenso wie auf der Washingtoner Konferenz mit Füßen getreten wür­den. Deutschland bedrohe bereits wie­der die nördlichen Meere. Frankreich werde um seiner Sicherheit willen ein Linien­schiff von 35 000 Tonnen und im Jahre 1936 ein weiteres bauen. Frankreich wünsche keineswegs die Vorherrschaft zur See, aber Frankreich habe die Pflicht, die Schiffahrtswege nach seinem gewaltigen Kolonialreich zu sichern. Es könne in aller Ruhe die Ergebnisse der Londoner Flottenbesprechungen abwarten, um dann Stellung zu nehmen. Niemand dürfe sich aber einbilden, daß es wehrlos wäre, falls der Frieden durch andere bedroht würde.

Goy berichtet über seine Begegnung mit dem Führer.

Paris, 26. Nov. (DNB.) Dem Verwaltungs­rat der UNC., des Nationalverbandes der ehemaligen Kriegsteilnehmer erstattete der Abgeordnete Goy einen Bericht über seine Be­gegnung mit Reichskanzler Hitler und dessen wichtigsten Mitarbeitern und schilderte die Ein­drücke, die er aus Berlin mitgebracht hat. Nach einem anschließenden Gedankenaustausch nahm der Verwaltungsrat mit allen gegen zwei Stimmen folgende Entschließung an:

Der Verwaltungsrat der UNC. hat den Bericht Goys über eine Unterredung mit Reichskanzler Hitler angehört und dankt ihm dafür, daß er der öffentlichen Meinung Frankreichs wichtige und beachtenswerte Informationen zugänglich gemacht hat. Getreu der von der UNC. verfolgten Politik der Annäherung der Völker ermächtigt er seinen Vorstand, unter Um­ständen einige seiner Mitglieder mit der Sicher- stellung nützlicher Fühlungnahmen mit befugten Vertretern der ehemaligen deutschen Kriegsteilnehmer unter Beobachtung der notwendigen Vorsicht zu beauftragen."

OerTag der nationalen Solidarität".

LPD. Frankfurt a. ZU., 26. Nov. Unter der Leitung des Gaupropagandaleiters Müller- S ch e l d fand am Montagvormitlag im Bürger- fad des Frankfurter Rathauses eine vom Gaulei­ter Spränget einberufene Besprechung statt, an der der stellvertretende Gauleiter Regierungsral Rei­ner, Vertreter aller Gliederungen der Partei, der hessischen Regierung mit Staatsminister Jung an der Spitze, der Regierung in Wiesbaden, der Städte, der Presse, der Theater und Hochschulen teilnahmen. Gaupropagandaleiter Müller-Scheld gab die Richtlinien bekannt, nach denen die Ausgestaltung desTages der nationalen Solidarität" a m 8. De­zember vorgenommen werden soll. Der Stellver­treter des Gauleiters unterstrich die Ausführungen des Gaupropagandaleiters. Die Besprechung schloß mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Die Richtlinien für denTag der nationalen Solidarität" werden in den nächsten Tagen der Oeffentlichkeit be- kanntgegeben.

Verbot desBundes der freireligiösen Gemeinden Deutschlands-.

Berlin, 27.Nov. (DNB.) Der preußische Mi­nisterpräsident hat denBund freireligiöser Ge­meinden Deutschlands" einschließlich seiner sämt­lichen Organisationen für das Gebiet des preußi­schen Staates aufgelöst und verboten. Das Vermögen wird polizeilich beschlagnahmt. Im Bund freireligiöser Gemeinden Deutschlands" haben in neuester Zeit in auffallend zunehmendem Maße Anhänger ehemaliger kommu­ni st ischer und m a r x i st ischer Parteien und Organisationen in der Hoffnung Auf­nahme gefunden, in diesen angeblich rein religiösen Vereinigungen einen sicheren Unterschlupf zu haben, der ihnen den getarnten politischen Kampf gegen das heutige Regierungssystem und die nationalsozialistische Bewegung ermöglicht. So, ist festgestellt worden, daß ehemalige Funktionäre der marxistischen Parteien imBund freireligiöser Gemeinden Deutschlands" Führerstellen bekleiden.

Zu der Verfügung schreibt derVölkische Be­obachter" u. a.: Man hat versucht, sei es zu Zwecken durchsichtiger Propaganda im Saargebiet,

sei es zur Mitbegründung einer scheinheiligen Boykottbewegung in England und Amerika, Deutsch­land des Kampfes gegen das Christen­tum zu bezichtigen. Der Erlaß des preußi­schen Ministerpräsidenten beweist zur Genüge, daß alle Argumente für eine kirchenfeindliche Haltung Deutschlands nichts als Lügen und Ver­leumdungen sind, beweist im Gegenteil sogar, daß der Staat sich schützend vor die Institutionen der christlichen Konfessionen stellt, indem er die letzten Reste der marxistischen Kirchenkampforgani­sationen vernichtet.

Drei ehemalige kommunistische Reichs- tagsabgeordnete wegen Hochverrats verurteilt.

Berlin, 26. Nov. (DNB.) Der Volksgerichts­hof verurteilte heute den 39jährigen ehemaligen In­strukteur des Zentralausschusses der KPD., Hans Pfeiffer, wegen Vorbereitung zum Hochverrat zur zulässigen Höchststrafe von drei Jahren Zuchthaus, den 29jährigen Hugo Paul aus Remscheid zu zwei Jahren sechs Monaten Zuchthaus, den 39jährigen Rudolf Hennig aus Düsseldorf zu zwei Jahren Gefängnis und die Mitangeklagte 28jährige Ellen L u e g, die Pfeiffer als Schreibhilfe zur Verfügung gestanden hatte, zu einem Jahr drei Monaten Ge­fängnis. Die drei Angeklagten, die sämtlich ehemalige Reichstagsabgeordnete der KPD. sind, haben bis zum Sommer vergangenen Jahres in den Bezirken Niederrhein, Mittelrhein und Ruhrgebiet den Versuch gemacht, eine kom- munistische Organisation neu aufzu­bauen.

Oie Leitung der illegalen GAP. vor dem Volksgericht.

Berlin, 26. Nov. (DNB.) Vor dem Dolks- gericht begann ein Prozeß gegen 24 leitende Mitglieder der illegalenSozialisti­schen Arbeiterpartei". Unter ihnen ist auch ein 16jähriger junger Mensch, der bis zu seiner Festnahme die Schulbank in der Untersekunda drückte. Kurz nach der nationalen Er­hebung gaben die Gründer der SAP., S e y d e - witz und Rosenfeld, zwar die Auflösuna der Organisation bekannt, die Arbeit ging jedoch illegal weiter. Im März 1933 fand die erste illegale Funk- tionärtagung in Dresden statt. Als die Kriminal­polizei dem hochverräterischen Treiben Ende August 1933 ein Ziel setzte, wurde von Paris, Prag und Amsterdam aus weitergearbeitet. Geheime Quer­verbindungen liefen auch zu Trotzki. Vor allem wurden Greuellügen aus dem Auslande nach Ber­lin gebracht.

Wegen Verweigerung des Beamteneides suspendiert.

Berlin, 26. Nov. (DNB.) Reichsminister R u st hat den beamteten ordentlichen Professor der evan- geliscben Theologie in Bonn Dr. Karl Barth, der sich geweigert hat, den auf Grund des Gesetzes über die Vereidigung der Beamten vom 20. 8. 34 vorgeschriebenen E i d auf den Füh­rer und Reichskanzler zu leisten, vom Amt suspendiert und ein Disziplinar­verfahren gegen ihn eingeleitet.

Amerika warnt vor Brandbomben.

Die Notwendigkeit der Entrümpelung.

Oberst Za netti schreibt in der militärischen Zeitschrift der Vereinigten (StaatenArmy Ord- nance" u. a.:

Thermitbomben können mehrere Tausende von Hitzegraden erzeugen. Ein französischer Fachmann hat dem Verfasser vor einigen Jahren geschrieben: Wir fürchten uns nicht vor Gasangriffen auf Paris. Wenn es zu einem solchen Gasangriff kommt, wird es bestimmt Verluste geben, aber es wird fein ernstliches militärisches Ergebnis erzielt werden. Durch Unterweisung der Bevölkerung wird die Zahl der Verluste bestimmt niedrig gehalten werden kön­nen. Viel gefährlicher wären Thermit­bomben. Einige hundert Brände, die gleich­zeitig an verschiedenen Punkten entstehen, können ernste Folgen haben."

Das wird auch wohl der Fall sein. Zunächst wird die Taktik eines Brand-bombenangriffs gerade das Gegenteil von jener eines Gasangriffs sein. Bei letzterem müssen die Flugzeuge dicht genug bei­sammen bleiben, damit ihre Bomben räumlich und zeitlich möglichst nahe zusammenkom­men. Nur dann wird eine wirksame Gasdichte er­reicht. Infolgedessen bieten Liese Flugzeuge e i n gutes Ziel für die F li eg er ab'w e h r. Die Taktik eines Bombenangriffs ist gerade die entgegengesetzte. Die Maschinen fliegen mit gro­ßen Zwischenräumen, so daß sie gleichzeitig an ganz verschiedenen Stellen zünden können. Die Aufgaben des Luftschutzes werden dadurch verviel­fältigt.

Brandbomben bedürfen nicht derselben Materialmengen wie Spreng- und Gas­bomben. Diele kleine Brände können mehr zerstören als ein großer. Wenn nur die Bombe schwer genug ist, um das Dach zu durchschlagen, dann brennt es, sofern nicht das Haus feuerfest gebaut ist und s o - fern der Dachboden nicht von brenn­

baren Stoffen geräumt wurde. Man be­darf keines Sprengstoffes, um das Thermit zu verbreiten oder um die Brandbombe zum Platzen zu bringen, wie es im Falle der Gasbomben nötig ist. Das geschmolzene Metall der Brandbombe frißt sich selbst durch Fußböden und Decken hindurch und setzt alle brennbaren Stoffe, mit denen es in Be­rührung kommt, in Flammen.

Ein Geschwader von 50 Bombenflugzeugen, die je 20 Zentner Bomben tragen, kann, wenn nur 10 v. H. Treffer erzielt werden, gleichzeitig 100 schwere Brände erregen. Die beste Feuerwehr steht in diesem Falle vor einer übergroßen Aufgabe. Der Wind, der Feind der Gasangriffe, ist hier ein guter Verbündeter.

Ein Gasangriff auf eine Großstadt wird keine ernstlichen Folgen haben. Der Brand einer Großstadt, die immer gleichzeitig eine wichtige Industrie- und Handelsstadt ist, wird dagegen auch militärisch wichtig sein. Schon allein die Unter­bringung und Ernährung von 1 bis 2 Millionen Leuten, de sonst für sich selbst sorgen und nun plötz­lich der militärischen Organisation zur Last fallen, werden die höheren Stäbe tüchtig in Atem versetzen.

Es ist schwer verständlich, weshalb sich die All­gemeinheit so sehr mit unwahrscheinlichen Gefahren und so wenig mit wirklich drohenden beschäftigt. Vielleicht spielt der menschliche Geist lieber mit Traumbildern als daß er sich mit rauhen Wirklich­keiten befaßt. Gas ist verhältnismäßig neu und geheimnisvoll. Die Kriegs- und Nachkriegspropa- ganda schreibt ihm sagenhafte Möglichkeiten zu. Brände sind dagegen seit den Taaen des Prometheus etwas Gewohntes. In diesem besonderen Falle sollte aber Gewohnheit nicht zur Unter Schätzung führen. Wir müssen dafür sorgen, daß diese große Gefahr voll erkannt wird und daß uns der Ernstfall nicht unvorbereitet trifft.

Die Leistungen des Arbeitsdienstes.

Von Müller-Brandenburg, Arbeitsführer und Amtsleiter in der Veichsleitung des Arbeitsdienstes.

Diesen aufschlußreichen Beitrag entnehmen wir mit freundlicher Erlaubnis des Verlags dem SonderheftDas Neueste vom Fort­schritt in Deutschland" der Wochenschrift Reclams Universum".

Auf dem Parteitag in Nürnberg hat der Führer dem Reichsarbeitsführer, Staatssekretär Hierl, Reichskommissar für den freiwilligen Arbeitsdienst, bekundet, daß er eine gewaltige Leistung mit dem Aufbau des nationalsozialistischen Arbeitsdienstes in wenig mehr als einem Jahr vollzogen habe.

In der Tat liegt hier eine Leistung vor, die in ihrer Art einzig dasteht. Vor einem Jahr stand Reichsarbeitsführer Hier! auf dem Parteitag in Nürnberg allein. Es waren nur einige Dutzend feiner Mitarbeiter aus den ver­schiedenen Teilen des Reiches inoffiziell mit zur Stelle; außer Hier! selbst alle noch in den grauen und grünen Uniformen der verschiedenen Arbeits­dienstorganisationen, die uns das zerstörte System hinterlassen hatte. Dieses Jahr marschierten 56000 Mann auf der Zeppelinwiese in Nürn­berg auf, als Vertreter der 180 000 Ar- beitsbien ft männer Im Reich, bie zu der gleichen Stunde in ihren Lagern zum Appell an» getreten waren, um unterStillgestanden!" die An­sprache des Reichsarbeitsführers und des Führer- Reichskanzlers mitzuhören.

253 000 Mann Arbeitsdienst in erdbrauner Tracht, den Spaten geschultert, in Ordnung und Zucht standen am 6. September 1934 um 10 Uhr vormittags in ganz Deutschland zum Appell an» getreten. Spricht nicht schon diese Tatsache von dem großen Erfolg der Arbeit Hierls?

Vor einem Jahr waren wir dabei, den vielen Unfug wegzuräumen, den das alte System zum Schaden des Arbeitsdienstgedankens hatte zur Ent­wicklung kommen lassen. Allein 33 v. H. aller Sir- beiten waren Spielerei, Zeitvertreib, unnütze Ve- schäftigungsgeschichten; nur 16 v. H. aller Arbeiten bewegten sich im Rahmen der Bodenverbesserung. Planlos, zum Teil sinnlos waren die Arbeiten ge­sucht und genommen worden. Dann packte Hier! zu, holte sich Gauarbeitsführer T h o l e n s als den für die Planung bestimmten Mitarbeiter und machte dem Unfua ein Ende mit dem Erfolg, daß heute der ganze Arbeitsdienst zu planvoller, geordneter Arbeit angefetzt ist. 85 v.H. aller Arbeiten find volkswirtschaftlich er­giebig und wertvoll. Dinge, bie vor 18 Mo­naten noch in bas Land der Fabel gehörten, find in bie Wirklichkeit getreten. Der Arbeitsdienst hat in diesem Jahre angepackt:

a) die Eindeichung und Kultivierung des großen Moorbruchs in Ostpreußen;

b) die Gewinnung von Neuland an der Nordsee­küste in Schleswig-Holstein;

c) die Großkultivierungen des Rhin- und Havel­luches in Brandenburg, des Emslandes, des Sprottebruches;

d) die Großarbeiten im Hessischen Ried;

e) den Niersausbau im Gebiete zwischen Rhein und holländischer Grenze;

f) den Schutterkanal, um nur die allergrößten Vorhaben zu nennen.

Vor einem Jahr räumten wir die Trümmer der parteiistischen Organisationen auf dem Gebiet des Arbeitsdienst weg, um das Feld zum Neuaufbau frei zu machen. Heute steht ein geschloffener, fest organisierter nationalsozialistischer Arbeitsdienst als Alleinherrscher, ein großartiges Werkzeug national­sozialistischer Erziehungsarbeit. Für die Erziehungs­arbeit hat Hierl in Gauarbeitsführer Dr. Decker als Mitarbeiter den rechten Mann gefunden.

Vor 15 Monaten noch ein wildes Kunterbunt auf dem Gebiete der Unterbringung, Verpflegung, Be­soldung, Bekleidung und Ausrüstung, heute eine großzügige, anpassungsfähige Orga­nisation mit einheitlichen Grundsätzen der Ver­waltung und Bewirtschaftung, einheitlicher Beklei­dung, Ausrüstung und Besoldung. Hier ist Gau- arbeitsführer Dr. Schmeidler der erste Mitarbeiter Hierls.

Dor 18 Monaten noch nicht eine Schule für die Erziehung des Führertums des Arbeitsdienstes heute stehen zwei Reichsschulen und zwölf Bezirksschulen in voller Tätigkeit und haben vielen Hunderten von Führern die nötigen Grund­lagen für ihre verantwortungsvolle Aufgabe ge­geben. Die Arbeit Deckers und feiner Mitarbeiter Kretzfchmann, Lancelle und Suren wirkt sich aus.

Vor einem Jahr noch eine bunt zufammengestellte Führerschaft, ohne Einheit der Gesichtspunkte, ohne echten Zusammenhang. Heute ein festes Füh­re r k o r p s, einheitlich in Willen und Haltung und Gesinnung. Hier hat Hierls Mitarbeiter, Gau­arbeitsführer von Löffelholz, eine stille, ver­antwortungsschwere Arbeit geleistet.

Die Organisation und die Dienstrichtpunkte baute nach der Weisung des Reichsarbeitsführers Gau­arbeitsführer von Gönner, sozusagen von der Oeffentlichkeit ganz unbemerkt, sttll und ohne alles Aufheben.

Nicht vergessen werden darf, daß die 28 Beauf­tragten des Reichsarbeitsführers Hierl draußen im Reich, bie Arbeitsgauführer, die Vollzugs- organe Hierls, die in aufopferndvollster Weife unter Einsatz ihrer ganzen Persönlichkett mithelfen, das Werk zu gestalten. In den Gauen kennen alle Dolksgenosien, die sich um die Dinge der Entwick­lung des neuen Deutschland kümmern, den Nomen

des Arbeitsgauführers in ihrem Gebiet der Gau* arbeitsführer ist eine volkstümliche Persönlichkeit geworden ein Lohn der stillen, treuen Arbeit für Volk und Reich.

Es ist gewaltige Arbeit geleistet worden; es ist Hierls Werk!

Noch ist es nicht bie Zeit, die Geschichte ber 18 Monate zu schreiben, die Hierls Aufbauarbeit bis zum Parteitag in Nürnberg 1934 umfaßt. Noch kann nicht darüber berichtet werden, welche Ge- fahren sich aufgetan hatten, die zu überwinden waren; welche Widerstände sich zeigten, wie Unoer« stand oft alles zu gefährden drohte.

Was Hierl an Aufbauwillen und Zähigkeit, Widerstandskraft und Zielsicherheit offenbarte, ist vorbildlich. Es muß späteren Zeiten überlassen blei­ben, darüber zu sprechen. Doch so denke ich bas bis jetzt Erreichte spricht für sich selbst, spricht so klar unb einbeutig, baß es genügt, zu sagen:

Der erste, schwerste Schritt ist getan! Der Ar- beitgbienft steht er ist reif, ben zweiten, ben zur allgemeinen Arbeitsbienstpflicht, zu tun, in der Ge­wißheit, die Dinge zu meistern. Der Arbeitsdienst wird dabei, wie bisher, in stolzer Ergebenheit, ohne Eitelkeit unb Überheblichkeit seinen ganzen Ehrgeiz barem setzen, burch Leistung unb Haltung bem Auf­bauwerk Aböls Hitlers in ehrlichster Treue zu bienen.

Um an einem praktischen Beispiel zu zeigen, welche Großarbeiten ber Arbeitsbienst zu bewäl­tigen angefangen t)at, sollen hier einige Angaben über ben Niersausbau gemacht werben. Das Gebiet der Niers zieht sich westlich des Rheins von München-Gladbach bis in die Gegend von Kleve. Die Niers entspringt im Kreise Erkelenz, durch- fließt die Kreise Kempen, Geldern, Kleve, verläßt unterhalb Asperden den deutschen Boden und mün­det kurz darauf in die Maas. Sie besitzt eine Ge­samtlänge von rund 110 Kilometer. In ihrem Ober» tauf nimmt sie die Abwässer ber Großstäbte Glab­bach, Rheybt unb ber (Stabte Viersen, Grefrath, Süchteln, Kempen usw. auf. Sowohl bie großen als auch bie kleinen Stäbte besitzen Jnbustrien unb Fabriken verschiebenster Art, bie sämtlich ihre Ab­wässer birekt ober inbireft zur Niers ableiten unb so bas Flußbett stark verunreinigen.

1927 hat sich auf Grunb bes Niersgesetzes ber Niersverdanb ber Kreise, Oemeinben usw. bes Be­zirks gebilbet, ber ben Uebelftänben Abhilfe schaffen soll. Hierbei soll durch Begradigung des Fluß­bettes und durch Beseitigung der Mühlenstaue bie Niers als Vorfluter abgefenft unb bas anliegenbe Lanb auf biefe Weise aus seinem heu­tigen Versumpsungszustanb herausgeholt werben.

Die Reinigung ber Abwässer in mecha­nischer, chemischer unb biologischer Hinsicht wirb burch ben Bau von brei geplanten größeren Grup- penfläranlagen am Oberlauf der Niers bewerksteh ligt. Diese Arbeiten werden entsprechend ihrer Art innerhalb des Arbeitsbeschaffungsprogramms von Unternehmern durchgeführt, gehören also nicht in ben Bereich bes Arbeitsbienftes.

Aufgabe bes Arbeitsbienftes ist es aber, bie Niers zu begrabigen. Durch biefe Arbeiten werben 10 0 0 0 Hektar versumpfter Fla­chen ber vollen lanbwirtschaftlichen Nutzungsfähigkeit zugeführt. Klima unb Absatzmöglichkeit ber Erzeugnisse dieses Gebie­tes finb äußerst günstig. Das neugewonnene Lanb wirb am Oberlauf für Gemüsebau unb <5 i e b l u n g nutzbar gemacht, währenb am Un­terlauf viele kleinere Bauernhöfe burch bas neu hinzugewonnene Lanb wirtschaftlich selb- stänbig gemacht und auf Erbhofgröße ge­bracht werden.

Der Arbeitsdienst ist zur Zeit an ber Niers auf fünf Baustellen mit fünf verschiebenen Dienstab­teilungen eingesetzt, unb zwar mit den Dienstab­teilungen Asperden 10/211, Goch 2/211, Kevetar 3/211, Geldern 4/211 mit der Stärke von je einer Vollabteilung unb bie Dienstabteilung Straehlen 5/211 mit zwei Zügen. Es ist außerbem eine wei­tere Dienstabteilung Wachtendonk geplant unb Spä­ter auch ber Einsatz ber Dienstabteilung Lobberich 6/211 für eine Teilstrecke. Es sind insgesamt 1323 000 Kubikmeter Erbe zur Schaffung bes neuen Flußbettes auszuheben. Der Arbeitsdienst hofft damit innerhalb fünf Jahren 10 000 Hektar = 40 000 Morgen hochwertiges Land zu verbessern bzw. neu zu gewinnen.

Solche Großarbeiten sind an mehralseine» Dutzend Stellen im Reich im Gange. 6o, um noch ganz kurz ein Beispiel zu erwähnen, m der Mark im Rhin-Havelluch, wo 15 Abteilungen arbeiten, um 95 000 Hektar zu kultivieren. Zwei Millionen Tagewerke sind zur Ableistung der Ar­beit angesetzt. Zehn Abteilungen arbeiten im Erm- land und sechs an der Nordseeküste in Schleswig« Holstein.

Oie Gefahr für das japanische Kabinett beseitigt.

Tokio, 27. Nov. (DNB. Funkspruch.) Zum Nachfolger des zurückgetretenen Finanzministers Fuji ist der frühere Finanzminister Taka­hasch i, der bereits im 80. Lebensjahr steht, er­nannt worden. Takahaschi war früher Führer der Seiyuka-Partei. Man glaubt, daß mit seiner Ernennung alle Schwierigkeiten für das Ka­binett Okada beseitigt sind.

Mißglückter Bombenanschlag ans Kaiser puji

Schanghai, 27. Nov. (DNB.-Funkspruch) Fünf chinesische Mitglieder derPatriotischen Ver­einigung zur nationalen Errettung" verübten einen Bombenanschlag auf Kaiser Puji, als dieser die Mandschu-Gräber bei Mukden betrat, um dort zu opfern. Japanische unb manbschurW Wachrnannsckaften hielten rechtzeitig diese oeröätf' tigen Chinesen an, die sofort zwei Bombt" warfen und eine größere Anzahl von WachleM verletzten. Der Kaiser blieb unverletzt. D" Attentäter wurden verhaftet. Sie sollen gehend werden.

Riesenunterschlagungen beim sowjet-russischen Textiltrust.

Den Untersuchungsbehörden ist es gelungen, riesige Schiebungen und Fälschungen beim sowjetrussischen Textiltrust in Charkows" entdecken. Die Bilanz der Gesellschaft für das Jahr 1933 wurde vollständig gefälscht. Don den verbuchten Einnahmen uno Ausgaben stimm keine einzige Zahl, obwohl die Bilanz von zwei Kommissionen geprüft wurde. Der Dlreclo der Charkower Zweigstelle ber sowjetrussislye Staatsb ank hat von diesen Schiebungen 0 wußt und sie sogar finanziert. Die Ges fchaft hat von ber Staatsbank auf G^um) o gefälschten Rechnungen Krebite in Höhe oon 36U Rudel erhalten. Sonderkredite finb der GeseuiHop