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Ohren. Die ganze Stube riecht nach Holz und Leder­fett und nassem Zeug. Aber es ist doch ein Mensch da, er hockt Hannes gegenüber und raucht behaglich eine Zigarre, eine Ziehgarn, er trinkt aus dem Krug mit ihm den roten Tiroler, der in den Glä­sern funkelt, er atmet mit ihm und scharrt mit dem Fuß und spricht ab und zu ein Wort und kratzt sich am Kopfe bei dem schwierigen Spiel: Sakradi, Sakradi!

Draußen heult der Wind, die Bäume knarren und ächzen, das Laub raschelt, es ist hinter den Fenstern eine schwarze, kalte Finsternis, und das Haus steht einsam in aller herbstlichen Trübsal. Seinem Licht antwortet kein anderes, und sein Rauch vermischt sich mit keinem Nachbarrauch. Da ist auch der Kinni Sepp ein willkommener Gast. Sie sitzen einander gegenüber, die schwarzen und weißen Steine wandern hin und her, die Pferdchen hüpfen und die Türme gleiten, die Bauern purzeln und die Dame jagt kreuz und quer. Dem Holzer ist das Spiel eine sakrische Angelegenheit, Himmi, Himmi!, flucht er, wenn sein König wieder aus dem letzten Loche pfeift und Bluatsau! sagt er, als er zum siebten Male matt gesetzt wird. Du lernst's schon noch, meint Hannes, da trink und spiel weiter, sauf und freu dich, daß du lebst!

Und sie spielen von neuem das edle Spiel, das Spiel der Könige, diese zwei sonderbaren Gestalten, der Maler Hannes, der sich in diesen Wald verkroch, und den nun die Schauer des Herbstes packten, und der verwitterte Holzer, der es nicht jeden Abend so prächtig trifft, dem die warme Stube und Ziehgarn und Roten und Spiel und Ansprache mächtig ge­fallen. Aber als er nun wieder matt gesetzt ist, da holt er seine Mundharmonika aus der Sacktasche und verwünscht das Spiel, das mistige, das ganz abscheuliche. Fetzt werd was anders gespuit! lacht er und klopft den Maulhobel aus, daß Brotkrumen und Fichtennadeln die Harmonie der Töne nicht stören. Und er schmettert Märsche und Landler und alle die schönen Lieder des Volkes von der Weiber- treu bis zur Wildschützenlust daher, daß es in der Stube dröhnt. Zwischenhinein gießt er ein volles Glas die Gurgel hinunter und wird immer lustiger, er singt mit seinem rostigen Baß ein paar Gstanzln von Raufhandel und Ehebruch, dudelt nun den Kehrreim dazu, er zieht die Jacke aus und führt Hannes einen Schuhplattler vor, zu dem er die Melodie selber brummt, er bäht wie ein Auerhahn in der Stube umher, daß die Lampe und der Tisch mit den Gläsern leise klirren, er kracht sich auf die Lederhose und die Schuhsohlen, und an seiner grü­nen Weste cklunketn Zahn und Silbertäler, er jodelt zur Decke hinauf und dreht sich ganz allein wie auf

der seligsten Kirmes, als er noch jung und knusprig war. Jessas! ruft er und sinkt auf den Stuhl zurück, wann i noch amal jung wär! Heiratn tät i nimmer, des is gwiß, aber oha! Und er uma-mt die ganze Welt und alle schönen Dirndln in ihr, er reißt sie in Gedanken an seine harte Brust und der Welt­schmerz packt ihn übermächtig. Er hobelt mit vollen Akkorden die traurigsten Lieder herunter, indessen Hannes von neuem in den Keller steigt, aus dem Fäßchen das Oel zu holen, welches die stürmischen Wogen seines Gastes glätten soll. Aber inzwischen verstummt die Musik und es wird stille im Haus, nur der Wind jault im Kamin und die Wanduhr schlägt drei Schläge in der Nacht.

Der Kinni Sepp liegt mit dem Kopf auf den Armen über dem Tisch und schläft, er schläft be­rauscht von Wein und Wärme und Liebesgedudel, er schnarcht und scharrt im Schlaf mit den gena­gelten Schuhen, ruhig und furchtbar geht sein Atem.

Hannes stellt den Krug neben den Schläfer, er wirft ein paar Scheite auf die versinkende Glut und lehnt sich breitbeinig in den Sessel zurück. Die Lampe blakt, er dreht den Docht ganz herunter, er findet das Glas auch ohne Licht, und er trinkt sich mit seinem nächtlichen Kumpan in den Schlaf. Gegen Morgen hat der Sturm nachgelassen, in den Bäumen rieselt es leise, das ist ein friedliches Ge­räusch, so als fiele schon Schnee und als wären die bösen, grauen Tage des Herbstes vorbei

Oocbfcbulnad) richten.

Der o. Professor Dr. Fritz Terhalle an der Universität Hamburg ist zum Ordinarius für Finanzwissenschaft, Volks- und Betriebswirtschafts­lehre in der Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität München ernannt worden.

Der o. Professor Dr. Hans Runge an der Universität Greifswald hat einen Ruf auf das Ordinariat der Frauenheilkunde an der Universität Heidelberg angenommen.

Ministerialrat B e y s ch l a g wurde zum Ordina­rius für Bergbau, Dr. Jng. Otto K i e n z l e zum Ordinarius für Maschinenwesen an der Technischen Hochschule in Berlin ernannt.

Professor Dr. Wilhelm Meinardus, Ordina­rius für Geographie und Geophysik an der Univer­sität Göttingen, wurde auf seinen Antrag zum 1. April 1935 von den amtlichen Verpflichtungen entbunden.

Die ordentliche Professur für englische Philologie an der Universität Würzburg ist dem Privat­dozenten Dr. K <rp p an der Universität Frei« bürg i.Br. angeboten worden.

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Hi 252 vierter Blatt Gletzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)Zamrtag. 27. Oktober |95<

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Vom schöpferischen Handwerk.

Bereitet den Boden für die Wiedererweckung einer echten Volkskunst!

Don Oipl.-Zng. Dr. Wilhelm Völker.

SS seh» an Schönheit.

Sor einiger Zeit fand in einer Nachbarstadt eine Tonung desschöpferischen Handwerks" statt.

&Q5 ist das nun:schöpferisches Handwerk"? Ehe neue Redensart? Vor allem wollen wir doch -innal fragen: muß sich der Nichtfachmann damit Lästigen oder darf er es getrost den Sachver- hiiiiiqen überlassen?

Sein, er darf nicht!

Lho! denkt der Laie, was heißt hier nicht dürfen? Zolte dies wieder einer jener heimtückischen An- ;rire auf meine Freiheit sein? Und tatsächlich, wir mb angriffsluftig, wir rücken ihm sogar ins Haus. L.i treten zu ihm in feine vier Wände und fra= ;en ihn:Hast du sie dir schon einmal gründlich int mit kritischem Blick angesehen. Hast du einmal ibt prüft, was darin hängt, steht, liegt und drängt. 3iji du schon einmal von allen erreichbaren Seiten i:or dein Haus getreten und hast dir Rechenschaft t .bei sein Aussehen, feine Haltung, seine Schönheit ubei Nichtschönheit gegeben? Nebenbei gesagt: der «Zarenzaun gehört auch dazu und auch der Garten W.

Hi, meist du, das hast du schon, wenn auch nicht rlle; auf einmal.

($it, fragen wir weiter, welches was das Resul- ibt? Warst du mit allem restlos zufrieden?

jifrieben? Gott, ja. Restlos natürlich nicht. Aber lig ?he nicht ein, was ihr wollt. Jeder richtet sich tndi feinem Geld.

Äin, Rernbrandtbilder, Chippendale-Möbel und Seyes-Porzettan haben wir auch gar nicht erwar­tet. Aber hast du irgendein Stück, einen Einrich- tmpgegenftanb, etwas, was dir besonders nahe- s!eh an dem du täglich deine Freude haben kannst?

vid nun kramt unser Freund aus, holt er Dinge |k®*i; führt uns umher. Eine alte bemalte Truhe, wifcmtzte Holzlöffel, einen fein gehämmerten Slsck nbecher, eine Taste und zum Schluß ein kleines f rjt*r gearbeitetes, mit gefälliger schlichter Schnitze­rn» verziertes Schränkchen; das, meint er etwas milden, habe ich nach eigenen Entwürfen her- fiielbn lasten. Der Tischler Rinn hat es angefertigt. 6ks iat ihm auch Spaß gemacht. Diese Linienfüh- rwn. und die andere dort stammt von ihm. Er riolie noch ein anderes, ein noch reicher gearbeite­tes Gegenstück für mich Herstellen. Mir war's lei- tilfT iu teuer. Jetzt macht er es für feine Tochter zur SSlusiattung.

tzXhst du, nicken wir ihm zu, das suchten wir.

Stück ist, wie es sein soll! So müßte deine gia.ze Einrichtung aussehen mit Ausnahme 8» »echnischen Apparate.

lallt ihr's bezahlen? Dann gern!

91 in, nein, du mußt es schon selbst bezahlen, aber s isrsichert: es bezahlt sich!

Ssh, du hast schon oft über diese Zeit geklagt. J'r-mdwo drückt sie dich. Es ist die Einnahme, e i 'r der Streit mit Nachbarn und Kollegen, mit Ottern, mit Beamten. Aber trotz allem, das ist r i<ht eigentlich die Not nicht. Anderen geht auch nfd)l alles gut. Nein, es ist noch etwas anderes: etO' so liebeleer um uns, es fehlt an Schönheit. JÄamhl an Schönheit, nicht an äußerem Flitter, bien gibt es massenhaft genug, sondern an jener tlfiii sinnvollen Schönheit, die alles, was uns ge= hp!i innerlich mit uns verbindet. Die uns tröstet, rpn wir verärgert find, aufhellt, wenn die Welt t il scheint. Die wie eine immerwährende, heim- l ich<!Kraft uns umgibt und uns so oft den seelischen DRu zurückgeben könnte, wenn uns der Alltag er= 6 firnen will.

lir erkennen, wenn wir unser Eigentum über- b idm, daß die Dinge, die uns persönlich vertraut

und schön zugleich erscheinen, zum größeren Teil einer älteren Zeit angehören. Das, was wir selbst hinzugetan haben, war gering. Rings umgibt uns unpersönliche Massenware, teils technisch nüchtern, auf Laufend-Band-Arbeit zugeschnitten, teils äußer­lich aufschön" frisiert, aber nicht wirklich schön, sondern nur blendend.

Alle aber haben wir irgendetwas, in dem unser eigener Wunsch und Witte verkörpert ist. Der eine hat gar ein Haus nach eigenem Entwurf oder von der Hand eines befähigten Architekten, der andere vielleicht nur einen felbftgebauten Gartenzaun, einen Tisch, ein Gitter, eine Lampe, die er sich nach der Zeichnung eines künstlerisch begabten, heimi­schen Handwerksmeisters anfertigen ließ.

Das find Bruchteile unseres Besitzes, aber wer Augen hat zu sehen der sehe: hier ist der An- satzpumkt. Hier müssen wir weiter, von hier müssen mir unseren ganzen Besitz erobern oder er erobert uns und erschlägt uns durch feine nichts­sagende Kälte.

Wer kann uns raten und helfen? Und nun nen­nen wir es endlich: das schöpferische Hand­werk!

II.

Der Feind die Mssenware.

Wir sind zu der Einsicht gekommen, daß wir einen Feind in unseren vier Wänden ausgenommen haben: die Massenware Und wir haben auch den Bundesgenossen gefunden, der uns helfen soll, den Feind wieder zu verjagen: das schöpferische Hand­werk. Es soll uns wieder Schönheit, Behaglichkeit und heimlichen Reichtum ins Haus bringen. Wie? Das ist eine spätere Frage. Sehen wir erst einmal den Gegner an.

Der Siegeszug der Technik feit Erfindung der Dampfmaschine hat die Massenware geschaffen. Dar­

Nachdruck verboten!

Haifa, Oktober 1934.

Es war sozusagen weltpolitisches Oel, das vor einigen Wochen wie eine kurze Zeitungs­notiz meldete zum ersten Male den 2000 Kilo­meter langen Weg von Kerkuk nach Haifa in den von den Engländern neugebauten Rohr­leitungen zurücklegte. Haifa ist die unter englischer Fürsorge immer mehr aufblühende palästinensische Stadt, die heute schon den bedeutendsten Hasen im ganzen östlichen Mittelmeer darstellt. Kerkuk liegt im Köngreich Irak nahe den riesigen Oelseldern von M o s s u l, die wiederum nur einen wenn auch bedeutenden Ausschnitt aus dem gewaltigen öl­reichen Landstreifen darstellt, der sich von der West­seite des Kaspischen Meeres über russisches, türki­sches, persisches, irakisches und arabisches Gebiet bis zur Westseite des Persischen Golfes erstreckt.

Aus dieser Verteilung der Oelvorkommen auf die verschiedensten Staaten wird schon hohe politische Aufgabe ersichtlich, die bas Mussol-Oel und seine ungefährdete Zuleitung zum Mittelme'er im Dienste des englischen Weltreiches zu erfüllen hat. Tatsäch­lich war ja auch der scharfe englisch-russische Gegensatz der Vorkriegszeit auf persischem Ge­biet wie auch später im Weltkrieg der von den Engländern inszenierteF r e i h e i t s k a m p f" der Araber gegen d i e Türken in der Haupt­sache ein Kampf um das vorderasiatische Del, das im Zeitalter des Automobils und des

über sind viele kluge Bücher geschrieben worden. Es sind auch viele Rezepte dagegen verschrieben worden. Die Menschen, die sie schrieben, waren aber zumeist keine guten Aerzte, denn sie spintisierten und philosophierten, ohne sich zur Tat aufzuraffen. Wer hier helfen will, muß Philosoph und Hand­werker zugleich sein.

Es ist eine alte Erfahrung, daß jeder Mensch, jedes Ding der Umwelt seine Art und feinen Willen aufzwingen will. Und je stärker einer ist, je mehr gelingt ihm das. Die Maschine macht da­von keine Ausnahme. Im Gegenteil: sie ist gerade ein Musterbeispiel. Es ist ihre Natur, Massenware herzustellen. Mit der Massenware, die sie viel rascher, viel billiger als kunstreiche Menschenhände Herstellen konnte, hat sie langsam um sich greifend immer mehr an persönlicher Kunst und Form­gebung zerstört. Sie ist in die menschliche Schwäche hineingestoßen, möglichst viel und von allem, was andere haben, auch zu haben. Und da es die weniger edlen Triebe waren, die sie förderte, hat sie den Menschen herabgezogen, zum Massendenken erzogen. Sie war in vielem eine schlechte Gesellschaft für den Menschen, sie hat ihm ihre eigene Art aufge­zwungen, ihn zur Maschine gemacht. Damit hat sie ihm viel Glück genommen, denn es kann schließlich jeder nur nach seiner Art wirklich glücklich werden.

Aber nun stopp! Wir wollen auch die andere Seite hören. Die Maschine hat uns Unendliches in der Erfüllung unserer geheimsten Menschheitsträume Wirklichkeit werden lassen Gas, Wasser, Licht, Kleidung, Heizung, Ernährung, überlegen wir uns doch einmal, wo wir da stünden ohne Maschinen. Ganz zu schweigen von Verkehrsmitteln, von der herrlichen Sache der Fliegerei, von der Möglichkeit, Tausenden an Kunst zu vermitteln, dessen sie an­ders im Leben nie teilhaftig geworden wären.

Demnach ist die Maschine doch notwendig und die Massenware gleichfalls. Es muß also irgendwo eine Grenze geben. Rechts davon sagen wirja!" zur Massenware, links davonnein!"

Wo liegt die Grenze?

Nun, sie geht mitten durch unser Haus, mitten durch unsere Stadt, mitten durch unsere ganze

Don unserem ss-Korrespondenien.

Diesel-Motors immer größere Bedeutung gewann und der Kohle vielfach den Rang abzulaufen schien. Der Sieg der Alliierten verschaffte dann England die Möglichkeit, die wichtigsten Oelvorkommen durch das Protektorat über Irak und über die Durck-

Volkswirtschaft. Sie ist fließend. Ganz scharf ab­zirkeln kann man sie nicht. Sie ist bedingt durch unsere persönliche Eigenart und durch unseren Geld­beutel. Ein reicher Mann zum Beispiel kann sich ein Auto nach seinem Geschmack eigens anfertigen lassen. Weniger Begüterte kommen durchaus mit der Massenware aus. Wer schließlich zur Gruppe der Radfahrer gehört, den beschäftigt die Frage nicht, oder besser, er hat die souveräne Freiheit des Gedankens: er kann wünschen, was er will.

Aber begeben wir uns wieder in unsere berühm­ten vier Wände. Auf dem Tisch steht eine Lampe. Sie ist Massenware, ganz gefällig aus Holz; dis Glühbirne darin ist auch Massenware. Der Lampen­schirm dagegen ist gestickt. Handarbeit mit hübschen Mustern die Muster, nebenbei gesagt, sind, oh Schreck, wieder Massenware.

Ist hier die Grenze eingehalten? Wir möchten sagen, nein! Denn bei aller Gefälligkeit der Form ist der hölzerne Ständer kahl, die Muster nichts­sagend.

Ein holzgeschnitzter Ständer, ein aus Messing kunstvoll gehämmerter, würde, wenn er in der Ge­staltung unseren besonderen Wünschen entspräche, jedenfalls das Richtige fein. Die Stickerei auf dem Schirm könnte mehr zum Ausdruck bringen als irgendeine gefällige Linie und Farbenzusammenstel- lung. Es gibt doch bestimmte Farben, die wir lie­ben und bestimmte Darstellungsformen, die in uni freundliche Erinnerungen wachrufen.

Aber genug davon. Das war erst einmal ein kleiner Perfuch. Wir dürfen hier auch gar keine kategorischen Imperative aufstellen. Alles das ver­langt Nachdenken, Einfälle und vielleicht Genera­tionen von Menschen, deren Kunstfreude wieder ge­weckt ist. Wir gehen daher auch ganz behutsam vor und bringen zum Ausdruck, daß im Beispiel der Lampe die gesuchte Grenze vermutlich zwischen Ständer und Schirm auf der einen, Glühbirne und Kontakten auf der anderen Seite liegen wird. Denn diese Letztgenannten sind zweifellos notwendig Massenware.

Wir fragen wieder: wer wird uns Berater und Führer sein. Und wiederum nennen wir dies Zau­berwort: das schöpferische Handwerk!

(Fortsetzung folgt!)

gangslänber zum Mittelmeer, Transjordanien und Palästina, mit Beschlag zu belegen. Die Russen behielten Baku, aber die Perser mußten sich durch einen Vertrag mit der Anglo-Persian-Oil-Co. in die Ausbeutung der auf ihrem Gebiet oorfonr

Oie Mossul-Oelleiiung nach Haifa in Betrieb genommen.

Ein Erfolg der britischen Politik in Vorderasien.

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I!

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SSSfie*.

1» will der Kinni Sepp fürs Brennholz, für betoSHafter kleingemachtes Buchenholz. Aber Han-

rrv nd sie nun, die Sommervögel in hellen Klei- mit Freude und Lebenslust, wo sind ihre Be-

Oer Kumpan.

Von Johan Luzian.

k»5 wär so ein Wetter, Gäste zu haben! Aber

ft wrangen und Versprechen, wieherzukehren, auch rcMv das Laub von den Bäumen weht und der Br*e kommt? Dahin mit dem warmen Wetter ui® Den guten Tagen.

Kc-nnes steigt in den Keller, allein, feine Schritte d rir en im leeren Haus. Aber im Keller duftet es n«c) Aepfeln, es schimmert bortentlang goldgelb uffi irot von Reinetten und Parmänen. Der da

h ^oan dem zehnjährigen Baum, mit den sperrigen 21.e'( i, dieser walzenförmige gedieh am Spalier, b in La schenkte die Südseite seinen Duft. Hannes die Aepfel liebkosend in der Hand, er hat fit fCber gepflückt, und er wählt ein paar für den Kvk Auch frische Nüsse find gut für den jungen 2 tri.. den roten Tiroler, den grüngolbnen der PLh. Da strecken sich die Hälse, da dämmert ein Fäß- chH-Tr füllt den Krug und steigt wieder hinaus mit bM rostreichen Gaben des Kellers. Er schürt den £fd das Buchenscheit prasselt, er rückt den Sessel, b l liampe zurecht, er setzt die Pfeife in Brand u: ii ebt das Glas, ein einsamer Zecher, den fernen Frm kden zu: Ihr sollt leben, heut könnt ich euch blenken!

[te bläßt der Wind, es rauscht der kalte Regen, d ii Aald lärmt ums Haus und die Blätter fliegen g^P das Fenster, rascheln und kratzen am Glas u in) Hattern weiter davon auf der Reise. Eine Un- nit:e l befällt den einsamen Mann im Jägeranzug, b wGHube ist erfüllt mit den Geistern der Verlassen- hiril ^sedes Jahr, wenn die Nebelwochen kommen, naei der November naht, möchte der Mann auf u. it ii'ODon, aber er weiß, es dauert nur eine kurze Ze. Idann ist ihm der Winter vertraut. Doch heut trxi ein Wetter, Gäste zu haben. Prosit, ihr x$nir:be und Kameraden, ihr Glücksucher in fernen S:tc)2n, mög euch das Leben freuen! Er bebt sein ßfi i gegen die Lampe und läßt den Tiroler fta 'em.

a rumpelt es draußen vor der Tür, und als cri -inet, steht der Kinni Sepp draußen, ganz toii )Hief, ganz krumm und verweht und naß und bin ict aus kleinen listigen Augen unter den f ch a-zen Brauen 'S Good! I wollt fragn, ob i... 61 rrn grab daher, wann 's mögü wär, daß i

.cnr Markt fringn kunnt . . Oha, is des a

nes hat's nicht zur Hand, es zerrann ihm unter den Fingern, der Winter braucht mancherlei Vorräte, Kartoffeln und Krautköpfe und Speckseiten und Mehl und Honig und hunderterlei, nach dem man nicht jeden Tag laufen kann. Nix ist heut damit, Kinni Sepp, sagt Hannes, ich muß erst auf die Bank gehn, du mußt noch warten, gelt?

Ja, is fcho recht, i wart scho. 'S is ja nur, weil i grab vorbei kimm.

Und er steht da und kaut auf seinem nassen Bart und der Wind weht.

Komm rein, daß d' einen Schnaps wenigstens kriegst.

Ja, des tät wärmen.

Nun ist also doch noch Besuch gekommen, ein Gläubiger, ein armer Teufel. Er riecht nach Fich­tenharz, nach säuerlichem Holzsaft, nach nassen Klei­dern, nach Arbeit und Sägehütten. Er schritt ein wenig scheu in die Stube und nimmt bescheiden den Hut vom kahlen Schädel, feine weiße Platte leuchtet über dem mageren luftgeselchtem Gesicht wie der Mond im Abendrot. Ehrfürchtig nimmt er das Glas Kirsch im Stehen und sagt: Zum Wohlsein! und gießt den Kirsch die Gurgel runter, i dank auch schön. Und dann will er wieder gehen, nix für unguat!

Aber Hannes hält ihn am Mantelsaum fest und sagt: Lauf doch nicht gleich davon, da hock dich nie­der und trink noch einen Kirsch.

Und der Kinni Sepp pflanzt sich.breit auf einen Eichenstuhl und schmunzelt.

Was gibts denn Neues in der Gegend?

Za mei, was halt so passiern tuat. Der Kinni Sepp berichtet von einem Autounfall auf der Chaussee, wo die Fetzn nur so umananb geflogn san, non einem Brand, da san sechs Küh und Ochsen verbrannt und der Großvater aa dazua, der hat geschlafn. Und will umständlich von einer großen Leich und einem Kindsmord erzählen, aber da un­terbricht ihn Hannes und sagt: Geh fort mit deinen Grauseligkeiten! Und fragt ihn: Kannst Schach spieln?

Naa,*Tarok und Doppelkopf, mehra kann i net.

Gib acht, da zeig ich dir 's Schachspieln, du lernst es schon.

Naa, i muaß ja hoam, nix für unguat, mei Alte...

Da bleibst, daß du mal was Gescheites lernst in dein'm Leben! sagt Hannes und drückt den Holzer nieder

Nacha bleib i also halt da.

Und Hannes holt das Schachspiel, fetzt auf und erklärt die Figuren. Kinni Sepp ist ganz bei der Sache, er hängt seinen Mantel auf und spitzt die