Paris rüstet zum Empfang zweier Könige.
Oer Glanz der Vorkriegszeit wird wieder erweckt. Von unserem Or.L.
Paris, 25. September 1934.
Die derzeitige französische Regierung läßt sich ihre verkrampfte Bündnispolitik etwas kosten. Soweit Herr B a r t h o u nicht in Genf beschäftigt ist, befindet er sich auf Reisen und besucht die Regierungshäupter der verbündeten Staaten. Bei dieser Gelegenheit pflegt er ihnen Einladungen zu feierlichen Empfängen 'in der französischen Hauptstadt zu überbringen. So hat er es auch bei seinen Besuchen in Belgrad und Bukarest im vergangenen Frühjahr gehalten. Am 9. Oktober wird nun König Alexander von Südslawien in Paris zum Staatsbesuch eintreffen, und wenige Tage darauf wird auch König Karol von Rumänien hier erwartet.
Schon seit Wochen werden eifrige Vorbereitungen für die Gestaltung des feierlichen Zeremoniells der Staatsbesuche getroffen. Der Quai d'Orsay- B a h n h o f, auf dem die Monarchen ankommen, wird mit riesigen Baldachinen aus pupurrotem Tuch und goldenen Fransen sowie mit grünen Lorbeer- und Oleanderbüschen ausgeschmückt. Dor dem Bahnhofsgebäude werden die Fahnenabordnungen von 24 Regimentern nebst einer Schwadron der berittenen Republikanischen Garde in den blinkenden Kürassieruniformen des Kaiserreiches mit den wehenden Roßschwänzen am goldenen Helm Aufstellung nehmen. Ein großes Festessen auf dem Quai d'Orsay, ein feierlicher Empfang im Pariser Rathaus und eine Parade auf den Champs-Elysöes werden die Höhepunkte der ganzen Feiern bilden. Ueberhaupt soll diesmal eine Pracht entfaltet werden, die an die großartigen Staatsvisiten vor dem Kriege erinnert.
In der Zeit zwischen dem deutsch-französischen Waffengang von 1870/71 und dem Weltkriege haben in Paris zahllose Monarchenempfänge stattgefunden, von denen allerdings die meisten nur den äußeren Rahmen abgaben für geheime Besprechen, die dann später zum Kriege führten. Zunächst verdient der groß aufgezogene Besuch des belgischen Königs Leopold II. erwähnt zu werden, der im Jahre 1867, also noch unter der Negierung Napoleons III., erfolgte. Den Anlaß bot die Besichtigung der belgischen Abteilung der zweiten großen Weltausstellung. Im Palais Walewski in der Avenue Montaigne, in dem Leopold II. Wohnung genommen hatte, wurden damals eifrige Verhandlungen mit Napoleon III. über die luxemburgische Frage gepflogen.
Der nächste große Staatsbesuch war der des russischen Zaren Nikolaus II., als die prächtige, von goldenen Statuen strotzende Brücke des Zaren Alexander III. eingeweiht wurde. Bei dieser Gelegenheit wurde dem hohen Gast auf dem Felde von Mourmelon das französische Heer in einer für damalige Zeiten riesenhaften
B.-Korrespondenten.
Parade vorgeführt. Eine Kavalleriedivision von 10 000 Reitern defilierte in gestrecktem Galopp vor dem Zaren. Anschließend ereignete sich allerdings ein peinliches Mißgeschick. Der kommandierende General, der die Division vorbeigeführt hatte, wurde huldvollst zum Zaren befohlen. Im schneidigen Galopp ritt der General auf den Monarchen zu und wollte gerade mit dem Säbel grüßen, als das Pferd scheute, zur Seite sprang und den Reiter in den Dreck warf. Nikolaus II. lächelte großmütig, während der neben ihm stehende französische Kriegsminister einige Entschuldigungen stammelte.
Als Wohnung wurde den königlichen Besuchern damals gewöhnlich die obere Etage des Außenministeriums am Quai d'Orsay eingeräumt. Die Einrichtungen vermochten zunächst noch nicht allen Ansprüchen zu genügen. So begab es sich, daß ein hoher Gast ein wichtiges Nachtgerät („Vase de Nuit") vermißte und auch trotz Anforderung in jener Nacht nicht mehr bekommen konnte. Im Jahre 1900 wurde darauf der Architekt Chedanne beauftragt, die Fürstenräume mit allen hygienischen Annehmlichkeiten der Neuzeit auszustatten. Er schuf das sog. „Königszimmer" und das „Königinnenzimmer", die durch ihre prächtigen Betten, Spiegel und Gobelins berühmt sind, und richtete Privatgemächer, ein Boudoir und ein Badezimmer ein. König Alexander und König Karol werden indessen nicht in dem Palais am Quai d'Orsay wohnen können, da inzwischen Ministerpräsident D o u m e r - g u e und die beiden Staatsminister H e r r i o t und T a r d i e u , die alle drei kein Ministeramt und deswegen auch kein Ministerpalais erhalten haben, dort eingezogen sind. Die mächtigen Fürstenbetten und die kostbaren Möbel stehen derweilen auf dem Dachboden des Außenministeriums.
Besonders verschwenderisch ging es früher bei den großen F e st e f s e n auf dem Quai d'Orsay zu. Eine ganze Armee von Köchen und Bediensteten wurde dann aufgeboten, um die 250 bis 300 Gäste mit den erlesensten Leckerbissen der französischen Küche zu erfreuen. Allein 50 Blumendekorateure hatten die Aufgabe, eine solche Ueberfülle von Rosen, Nelken und Flieder herbeizuschaffen, daß die Wände von ihrer Pracht ganz bedeckt wurden. Zu der großen Weltausstellung von 1900 waren sogar mehrere Monarchen auf einmal erwartet worden. Zu diesem Anlaß waren Vorkehrungen getroffen, das Wasser in den Becken -er Springbrunnen gefrieren zu lassen, worauf dann an dem festlichen Abend — als besondere lieber* raschung — Schlittschuhläufer ihre Künste zeigen sollten. Aber man hatte nicht mit des Geschickes dunklen Mächten gerechnet. In Monza wurde König Humbert von Italien ermordet und das sensationelle Fest mußte abgesagt werden.
Wenn ein Fürstenkind geboren wird...
Freudentaumei in Italien. — Hoffnungen, Segnungen, Stiftungen. Traditionelles um eine „hohe" Geburt.
Ganz Italien ist durchwogt von einem Taumel der Freude: die Kronprinzessin Maria von Savoyen schenkte, wie bereits gemeldet, einem Mädchen das Leben, das in der Taufe den Namen Maria Pia erhalten wird. Fünfzig Salutschüsse kündeten zu Rom dem Volk das Eintreffen des freubigen Ereignisses — aber als die Salve mit dem fünfzigsten Schuß ihr Ende nahm, mischte sich trotz aller Genugtuung doch eine leichte Enttäuschung in den Jubelsturm: das italienische Volk hat nämlich einen „principino" erwartet, einen Thronfolger, der den Titel des Großvaters, den dieser der regierende König, als Kronprinz trug, weiter führen würde: „Prinz von Neapel"... So hoffte man auf 101 Kanonenschüsse — aber das Schicksal hat es anders gewollt; undd er Prinzessin in der Wiege kommt nun nach dem Savoyischen Erbfolgerecht die Thronfolge nicht zu, die übrigens gegenwärtig bei dem Prinzen von Piemont und gegebenenfalls bei seinem Vetter, dem Herzog von Aosta, dem Sohn von König Victor Emanuels Bruder, liegt.
Und dennoch: Freude über Freude! — wobei nicht zuletzt die Tatsache eine Rolle spielt, daß schon vorher die Stiftungen aus Anlaß der erwarteten Geburt sich gehäuft haben. So erhalten alle Kinder von Armen, die am gleichen Tage geboren wurden wie die Prinzessin Maria Pia, eine reichliche Babyausstattung geschenkt. Und noch mehr —: der faschistische Land- wirtschastsverband hat bereits zwanzig kleine Landgüter gekauft, die vergeben werden an Kinder von Landarbeitern, welche das Glück gehabt haben, am gleichen Tage wie die Prinzessin geboren zu werden. Bedingung ist nur, daß die Väter dieser glückhaften Babys nicht nur Landarbeiter, sondern auch Frontkämpfer waren und bereits vor dem „Marsch auf Rom" eingetragene Mitglieder der faschistischen Partei gewesen sind.
Zu diesen Geschenken kommt die Stiftung einer Versicherungsgesellschaft, die es sich nicht nehmen läßt, auf eine ganze Reihe von Jahren bezahlte P o - l i c e n für die Kinder mit dem Geburtstag und Alter des soeben geborenen fürstlichen Babys zu vergeben. Schon seit Wochen hatte in Italien ein wahrer „Regen "derartiger Stiftungen eingesetzt. Bedeutende Summen sind von vielen Seiten dem Nationalwerk für Mutterschaft und Kindheit, das sich aller verwahrlosten und armen Kinder annimmt, ; bereits zur Verfügung gestellt worden. Daneben sind neue Sommerkolonien für dergleichen ■ Jugendliche gestiftet worden.
„Auguro alla Vostra Altezza Reale un bei maschio!" — das ist der Wunsch gewesen, den vier- undzwanzig ausgewählte Frauen aus dem Volk 'Neapels, als Vertreterinnen der vierundzwanzig «Stadtteile dieses besonders königstreuen Ortes, dem ;Kronprinzen darbrachten; zu deutsch: „Wir wünschen Eurer Königlichen Hoheit einen Iftrammen Sungenl" — Nun, aus dem strarn- imen Jungen ist ein strammes Mädchen, aus den er- iwarteten 101 sind nur 50 Salutschüsse geworden; -aber die Prinzessin wird ebenso sanft und gut wie öder erwartete Prinz in der künstlerisch gearbeiteten Wiege schlummern und gedeihen, die von den vier- lundzwanzig Neapolitanerinnen als Geschenk der Stadt gleichzeitig mit dem herzlichen und derben Wunsch dem Kronprinzen und glücklichen Vater dar- Nebracht worden ist.
< Diese Geburt bringt allerlei überlieferte offizielle Maßnahmen und Notwendigkeiten mit sich. Zunächst gibt der Kronprinz die Ankündigung des ffreuoigen Ereignisses an alle „Fürsten von Geblüt",
wie es in der Hofsprache heißt: der Hofmarschall teilt das Ereignis im festgesetzten Ritualstil den höchsten Regierungsstellen und dem Generalsekretariat der faschistischen Partei mit. Bereits am Tage nach der Geburt wird der e r ft e Taufakt, der sozusagen provisorischen Charakter trägt, in der engsten Familie begangen. Die offizielle Taufe wird die Prinzessin, Maria Via, wie verlautet, zwischen dem 13. und 18. Oktooer erhalten, und zwar wird sie mit größtem Glanz vollzogen werden durch den Kardinalerzbischof Ascalefi von Neapel. Taufort ist die große Schloßkapelle, und anwesend sein werden mindestens tausend hohe Persönlichkeiten, so zum Beispiel die dem Hause Savoyen durch Verwandtschaft verbundenen Souveräne Belgiens und Bulgariens, ferner eine Menge von Prinzen, Vertreter aller Staatsoberhäupter, dann natürlich der italienische Staatschef Mussolini mit den Regierungsmitgliedern und den obersten Vertretern der faschistischen Partei; dazu kommen die höchsten Persönlichkeiten des Landes, zahlreiche Vertreter Oer italienischen und belgischen Aristokratie, die „Vettern des Königs", das heißt die Ritter des Annunziaten-Ordens, Abordnungen der Marine, der Generalität, der Luftschiffahrt sowie Kirchenprälaten.
Den Geburtsakt selbst verzeichnet man binnen zwei Tagen feierlich in Neapel selbst, und zwar hat das durch den höchsten Staatsbeamten, also durch Mussolini selbst, zu geschehen, wobei der Präsident des Senats anwesend sein muß.
Bei der italienischen Kronprinzessin weilt zur Zeit ihre Mutter, die Königin von Belgien, Witwe des kürzlich verunglückten Königs Albert. Ebenfalls ist die Königin Helene von Italien, die Schwiegermutter, anwesend. Begreiflich, daß vor allem durch die Straßen Neapels ein ununterbrochener Freudenstrom rauscht. Dauernde Kundgebungen finden vor dem Königsschloß, feierliche Dankgottesdienste in den Kirchen statt. Nach dieser Anteilnahme des Volkes an dem freu-i- gen Ereignis zu schließen muß das dynastische Gefühl im italienischen Volk von großer Lebendigkeit sein... Die Bevölkerung nimmt jubelnd Anteil an dem Geschehen mit Gesängen und Tänzen, mit Feuerwerken und Serenaden, obschon es kein „bei maschio“ ist, den die Kronprinzessin gebar, sondern „nur" ein Prinzeßlein...
Meine poliiischeTrachricbien.
Die „Mainzer Tageszeitung" ist jetzt in den „M ainzer Anzeiger auf gegangen. Der Verlag des „Mainzer Anzeigers teilt mit, daß von jetzt ab die Abonnenten der „Mainzer Tageszeitung" den „Mainzer Anzeiger zugeftellt bekommen. Gleichzeitig begrüßt Gauleiter S p r e n « der die Verschmelzung in einem Aufruf in dem er betont, daß die kämpferische Tradition der „Mainzer Tageszeitung" unvergessen bleiben wird.
Luftfahrzeugen efassen. Ferner
Der Reichsminister der Justiz eröffnete in Berlin die 9. Jahrestagung des 3 n t e r n a 1t o n a len Luft - Privatrechts - Ausschüsse s, der zum erstenmal in Deutschland tagt. Der Ausschuß, in dem Deutschland seit Beginn, d. h. seit 1925, vertreten ist, hat die Aufgabe, die im Interesse des internationalen Luftverkehrs gebotene Vereinheitlichung des Luftprivatrechts 0^3^61:6^ 2)16 dies- iähriae Taaung wird sich mit der Bergung und Hilfeleistung für in Not befindliche Luftfahrzeuge fomie mit der Beistandspflicht von L..stsabr,oi.apn für in Seenot befindliche Schiffe befassen.
soll dn Entwurf über die Haftung bei Zusammenstößen von Luftfahrzeugen verabschiedet werden.
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Der deutsche Gesandte in Bern, Frhr. von W e i z s a e ck e r, ist zu einer Besprechung mit dem Vertreter Italiens, Baron Aloisi, in Genf eingetroffen. Die Unterredung hatte nur den Charakter einer Fühlungnahme, bei der Entscheidungen naturgemäß nicht getroffen werden . konnten. Es wurde die Frage der Verstärkung der Polizei im Saargebiet besprochen.
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Zwischen Deutschland, Polen und der Sowjetunion wurde über eine gemeinsame Regelung der Ausfuhr von Roggen und Roggenmehl ein Abkommen paraphiert, in dem die Sowjetunion dem deutsch-polnischen Getreideabkommen vom 1. August 1934 hinsichtlich der Ausfuhr von Roggen und Roggenmehl beitritt.
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Der italienische Gesandte in Wien, Preziosi, überreichte am Mittwoch dem Bundeskanzler Schuschnigg die Insignien des Großkreuzes des
Maurizius-und Lazarus-Ordens und
übermittelte ihm die Glückwünsche Mussolinis.
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Der Fürsterzbischof von Salzburg, Dr. Rieder, ist lebensgefährlich erkrankt. Er hat bereits die Sterbesakramente empfangen.
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Der schweizerische Nationalrat stimmte der vom Ständerat bereits genehmigten Verlängerung der ersten Dienstzeit (Rekrutenschule) bei den Hauptwaffen (Infanterie, Kavallerie, Artillerie) um etwa drei Wochen zu.
Die SA. am Erntedanktag.
München, 26. Sept. (DNB.) Der Chef des Stabes der SA, Lutze, hat folgende Anordnung erlassen: Um dem Erntedankfest seinen Charakter eines Dankfestes zu sichern und eine Beeinträchtigung der Erntedankfestgottesdienste zu vermeiden, dürfen am S o nn t a g , den 30. September 1934, während der Gottesdienftzeit von 9.30 bis 11.30 andere Veranstaltungen der SA. nicht st a 11 f i nd e n.
Aus aller Wett.
43. Deutscher Wandertag in Plauen.
Der Reichsverband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine, der sämtliche deutschen Gebirgs- und Wandervereine mit 260 000 Mitgliedern umfaßt und vom Deutschen Wanderführer Prof. Werner- Darmstadt geleitet wird, hatte nach Plauen (Vogtl.) zum 4 3. Deutschen Wandertag aufgerufen. Aus allen Teilen Deutschlands wurde dem Rufe Folge geleistet, es waren 40 Verbände vertreten, und die ganze Tagung nahm einen guten Verlauf.
Prof. Dr. Werner erstattete Bericht über den Stand der Reichsverbandsarbeit. Ferner wurden drei Referate erstattet. Ritter sprach über „Die Technik der Vereinswanderungen", M ü n f e r über „Natur und Heimatschutz" und Kochskämper über „den Stand des Deutschen Jugendherbergswerkes". Die Aussprache ergab die Einmütigkeit des Wollens und die Zielbewußtheit der Führung. Während eines vogtländischen Heimatabends pries u. a. der Deutsche Wanderführer Dr. Wer - n e r in tiefschürfender Rede den deutschen Wandergedanken und die ideale Betätigung deutschen Wan- dertums.
Nach einer stimmungsvollen Morgenfeier im Walde trat der Deutsche Wandertag in der Centralhalle zur öffentlichen Hauptversammlung zusammen. Einleitend widmete der deutsche Wanderführer dem Heimgegangenen Reichspräsidenten von Hindenburg einen warmen Nachruf. Anschließend begrüßte er die zahlreich erschienenen Vertreter der Behörden. Der Jahresbericht wurde genehmigt, ebenso der Bericht des Schatzmeisters. Die Satzungen wurden dann einstimmig angenommen. Auf Vorschlag von Pfarrer Löscher wurde der deutsche Wanderführer unter großem Beifall der Versammlung einstimmig wiedergewählt. Zum Orte des 44. Wandertages wurde Freiburg i. B. gewählt. Der Führerrat wurde ergänzt durch Berufung zweier neuen Mitglieder. 21 verdiente deutsche Wanderer erhielten die silberne Ehrennadel des Reichsverbandes. Mit einem Bekenntnis zu Deutschland und seinem Führer Hitler schloß die eindrucksvolle Hauptversammlung.
Der Deutsche Wandertag in Plauen wird als Markstein in der Geschichte des deutschen Wanderns allen Teilnehmern in bester Erinnerung bleiben; dies beweist aufs Neue die Stärke des deutschen Wandergedankens.
Die Anklage gegen gegen Hauptmann im Lindbergh-prozeß.
Die Neuyorker Polizei fetzte die Durchsuchung der Wohnung und der Garage Hauptmanns fort.
In der Garage wurden weitere 840 Dollarnoten und eine geladene automatische Pistole von kleinem Kaliber gefunden. Die Geldscheine waren zusammengerollt in vier Löcher hinter einem Brett, das an der Wand hing, gestopft worden. Ein Teil des Geldes wurde sofort dem Untersuchungsausschuß zu- geleitet, der, wie Staatsanwalt C o l e y mitteilte, das Geld als einen Teil des Lösegeldes erkannte. Lindberg h sagte vor dem Untersuchungsausschuß über seine damaligen Verhandlungen wegen des Lösegeldes aus.
Die Staatsanwaltschaft hat gegen Hauptmann Anklage wegen Erpressung erhoben. Die Staatsanwaltschaft nimmt dabei an, daß Hauptmann der Empfänger der 50 000 Dollar Lösegeld gewesen ist. Die Klageschrift enthält sonst weiter keine Be- »ung. Sie führt nur noch eine Anzahl fal- amen auf, die sich Hauptmann zugelegt hatte. Staatsanwalt C o l e y gab noch bekannt, Hauptmann habe erklärt, daß tms bei ihm gefundene Geld gleichfalls ein Teil des Geldes sei, das Isidor Fisch ihm zur Aufbewahrung gegeben habe. Coley fügte hinzu, daß alle gefundenen Dollarnoten aus dem Löfegeld Lindberghs stammten.
Trotz zunehmender Häufung des B e w e i s m a - terials gegen Hauptmann wird die Suche nach Mittätern unermüdlich fortgesetzt. Das Washingtoner Justizamt kündigte einige wichtige Verhaftungen als unmittelbar bevorstehend an. Die bei einer erneuten Haussuchung bei Hauptmann gefundene kleinkalibrige Pistole wird mit der im Kopf des Lindbergh-Kindes Vorgefundenen Wunde in Zusammenhang gebracht. Ursprünglich war angenommen worden, daß das Loch in der Schädeldecke von einem spitzen Instrument herrührte, da es als Einschußloch einer gewöhnlichen Reoolverkugel zu klein war.
Ministerpräsident Göring schießt zwei Elche für das Frankfurter Senckenberg-lNuseum.
Der preußische Ministerpräsident Hermann G ö - ring hat vor einiger Zeit bei einem Besuch in Frankfurt dem Senckenbergschen Museum durch die preußische Forstverwaltung die Zusage gegeben, daß er ihm zwei Elche in den vstpreußischen Wäldern schießen werde. Oberpräparator Kopp, der zu diesem Zwecke nach Ostpreußen reifte, teilt nun mit, daß die Tiere in den letzten Tagen geschossen wurden. Es handelt sich um ausgesucht starke Tiere, die eine besondere Sehenswürdigkeit des Museums sein werden. Nach sachgemäßer Vorbearbeitung der Decken wird Oberpräparator Kopp nach Frankfurt zurückkehren, wo er dann mit der eigentlichen Präparation beginnen wird.
polnischer Sieg im Gordon-VennettFlug.
Nach den ersten nicht amtlichen Berechnungen des polnischen Aeroklubs, die natürlich noch kleinen Veränderungen unterliegen werden, hat Polen die beiden ersten Plätze im G o r d o n - B e n n e t t- Flug errungen. Beim dritten Platz ist noch unsicher, ob ihn ebenfalls Polen oder Belgien erhält. Die vorläufigen Kilometer-Berechnungen ergaben
für den polnischen Ballon „K o s z c i u s k o", getan- bet bei Woronesch, 1310 Kilometer, für den Ballon „W a r f z a w a", gelandet bei Rjasan; 1240 Kilometer, für den Ballon „P o l o n i a", gelandet in Finnland, und den belgischen Ballon „B e l g i c a", gelandet in Sowjetrußland, etwa 1170 Kilometer. Von den drei deutschen Ballons hat der in Sowjetrußland gelandete Ballon „Deutschland" mit etwa 960 Kilometer den besten Platz.
26. Bundestag
deutscher Zimmermeister in Hannover.
Der Bund deutscher Zimmermeister, der Reichsfachverband des deutschen Zimmerhandwerks, hatte seine Mitglieder zum 26. Bundestag nach Hannover gerufen. Der Bundesführer, Zirn- mermeifter Roth (Karlsruhe), MdR., begrüßte die Teilnehmer und Ehrengäste. Der Bundesführer schilderte die schwierige Lage im deutschen Zimmerhandwerk in den Jahren des Verfalls und begrüßte es, daß mit dem siegreichen Vormarsch der nationalsozialistischen Revolution ein hoffnungsvollerer Ausblick geschaffen worden fei. Zimmer- meister Wyder (Bern) gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß ihm Gelegenheit gegeben fei, den Besuch der deutschen Kollegen in der Schweiz zu erwidern. Handwerkskammerpräsident W i 11 m a n n (Hannover) wies auf die außerordentlichen Aufgaben hin, die dem gesamten deutschen Handwerk in der Zukunft erwachsen werden. Unter starkem Beifall überbrachte Zimmermeifter S ch e i l (Saarbrücken) die Grüße des Saarlandes. Der Geschäftsführer der Reichsbetriebsgemeinfchaft „Holz", Major Brauer (Berlin), hielt einen Vortrag über das Thema „Holzwerbung in Forstwirtschaft und Zimmerhandwerk". Der Redner wies vor allem auf die Notwendigkeit hin, das holzverarbeitende Gewerbe durch geeignete Werbung zu unterstützen.
Deutscher Stenographentag 1935 in Frankfurt.
1935 werden die deutschen Stenographen in der Festhalle zu Frankfurt a. M. ihre Jahrestagung, den Deutschen Stenographentag ab- halten, zu dem mit dem Erscheinen von etwa 10 000 Stenographen aus dem ganzen Reich gerechnet wird. Gleichzeitig mit dem Deutschen Steno'graphen- tag wird der „Internationale Stenographenkongreß" und eine Ausstellung „Die Kurzschrift in Vergangenheit und Gegenwart" stattfinden.
Fischerboot im Sturm auf der Ostsee gekentert. — Fünf Fischer ertrunken.
Aus der Ostsee ereignete sich bei dem Dorf Wittenberg ein schweres Bootsunglück. Ein mit fünf Fischern besetztes Segelboot wurde ungefähr 40 Meter vom Strande von einem heftigen Sturm überrascht. Das Boot wurde von einer Welle, die bis an die Mastfpitze hochschlug, zum Kentern gebracht. Alle fünf Insassen fanden den Tod. Die Verunglückten find die Fischer Paul Mach, Franz Ziemann, Erwin Jankowskie, Karl Mielke und Paul Jankowskie. Infolge der Stärke des Sturmes waren Rettungsversuche vom Strande aus unmöglich, obwohl das Unglück beobachtet worden war. — Ein zweites Boot, das sich zur gleichen Zeit in der Nähe der Unglücksstelle befand und mit vier Personen besetzt war, konnte von einem anderen Boot ins Schlepptau genommen und schließlich an der Küste des Korridors auf Strand gefetzt werden.
Drei Tote bei einem nächtlichen Autounglück.
Auf der Straße Mechernich—Dormagen (Rheinprovinz) ereignete sich nachts ein schweres Verkehrsunglück. Ein mit sieben Personen besetzter Kraftwagen, dessen Führer, wahrscheinlich durch einen entgegenkommenden Kraftwagen geblendet, die Uebersicht über die Fahrbahn verloren hatte, raste in voller Fahrt gegen einen Straßenbaum. Zwei Insassen, der Bezirksstellenleiter der NSV. Dormagen, Emil Lauterborn und der Kreiskassenwart der NSV., Theodor Miebach- Neuß, wurden auf der Stelle getötet, während ein dritter Mitfahrer, der Geschäftsführer der PO. Dormagen, Werner Berg, kurz nach der Einlieferung in das Krankenhaus an den Folgen der bei dem Unfall erlittenen schweren Verletzungen starb. Der Wagenführer blieb wie durch ein Wunder unverletzt, während die übrigen drei Insassen mit leichteren Verletzungen dem Krankenhaus Dormagen zugeführt wurden.
Wertvolle pariser Münzensammlung gestohlen.
Die Sammlung des bekannten Pariser Münzensammlers B o u b e y wurde von Einbrechern heimgesucht. Es handelt sich ausnahmslos um seltene Stücke aus der Zeit Konstantins des Großen bis zum Ausgang der byzantinischen Epoche und aus der Zeit Philipps III. und IV. von Frankreich, die in Sammler- und Händlerkreisen sehr gesucht sind und einen Liebhaberwert von 500 000 Franks darstellen. Die Einbrecher sind äußerst geschickt vorgegangen, da weder in der dem Hause gegenüberliegenden Polizeiwache, noch von den Hauswächtern etwas Verdächtiges bemerkt wurde. In der neben der Sammlung gelegenen Wohnung bahnten sich die Täter einen Weg durch eine Mauer.
NIVEA
mild, leicht schäumend, ganz wundervoll Im Geschmack.
Ecx für die grosse Tube


