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Reichsverkehrsminister Freiherr von Eltz - R ü b e n a ch hat dem Präsidenten des Board of Trabe, W. R u n c i m a n, drahtlich seine besten Wünsche zum Stapellauf des neuen Cunard- White-Star-Schiffes ausgesprochen.

der Cunard-White-Star-Gesellschaft sowie der Werst John Brown. Zahlreiche Handelsschiffe aus allen Teilen der Welt hatten ihr bestes Kleid angezogen, um ihre freudige Teilnahme an der Taufe des bri­tischen Schiffes und der Anwesenheit des englischen Königspaares zu bezeugen.

Der König und die Königin trafen in Begleitung des Prinzen von Wales um 14.51 Uhr auf dem Werftgelände ein und wurden von der Menschenmenge begeistert begrüßt. Der König, der die Uniform eines Admirals der Flotte trug, be­sichtigte vor dem Festakt eine Ehrenwache, die in den Werftanlagen aufgestellt war. Auch der Prinz von Wales trug Flottenuniform. Vor dem Taufakt hielt der König eine kurze Ansprache, in der er darauf hinwies, daß sich die englische Regierung in der Hoffnung auf eine baldige Besserung des Welthandels dazu entschlossen habe, den Riesendampfer, dessen Bau lange Zeit unterbrochen war, zu Ende zu bauen. Er erwartet, daß der neue Dampfer zur Vertiefung der Beziehungen zwischen Großbritannien und den stammverwandten Vereinig­ten Staaten und darüber hinaus zur Förderung des Friedens beitragen werde.

treffende Rede eigentlich über den Vorrang die­ser beiden Kulturen auch heute noch e i n e (E in­fügung gemacht werden müsse. 3m übrigen aber feien auch die Italiker einst aus dem Norden nach Rom gekommen, und die römische Kultur wäre ohne diese Itali­ker nicht entstanden, sondern es wäre bei der etruskisch-afrikanischen Dekadenz geblieben. 3m übrigen legen w i r Wert darauf, jung und nicht übermäßig veraltet zu sein.

Die NS.-Kulturgemeinde wird eine Kunstausstellung in der früherenSezession" in der Tiergartenstraße veranstalten, die den TitelD i e Auslese fuh­ren wird. An dies Werk werden sich Kulturver­anstaltungen in den großen Betrieben Deutschlands anschließen, Pg. Rosenberg wird noch im Oktober in einem großen Werk Suddeutschlands diese Arbeit durch eine solche Kulturkundgebung einleiten.

In den vergangenen Jahrhunderten war die Kul­tur oft die Angelegenheit eines Fürstenhofes, in letzter Zeit die der Geldmagnaten. Es sei nunmehr die Aufgabe und Sendung des Nationalsozialismus, daß die Kunst und Kultur eine Lebensnot. wendigkeit für die ganze Nation werde. So wie die politischen Schranken gefallen seien, sei auch das kulturelle Bewußtsein in Deutschland über den Partikularismus hinweggegangen und bei sorg­fältigster Pflege aller Stammeseigenart und Stam- mesbewegungen wird doch die eine Kulturgesin­nung ganz Deutschland das Gepräge geben. Das Haus der Kunst in München, die Kongreßhalle in Nürnberg, das Haus der deutschen Arbeit in Köln und eine große Anzahl längst geplanter Werke werden Zeugnis ablegen davon, daß neben der Politik auch die deutsche Kultur eine der besten Garanten der deutschen Einheit ist.

DerKulturwilledesNationalsozialismus

Oie Aufgabe der JUS. Kulturgemeinde. - Eine gemeinsame Kulturgesinnung einer der besten Garanten der deutschen Einheit.

Oer Gaarabsiimmungs- kalender.

Ein Beitrag zum Saar-Winterhilfswerk.

Es wird keine glücklichere Stunde geben für dieses neue Deutschland als die, in der wir die Tore aufreißen können und euch wieder in Deutschland sehen." Diese Botschaft des Führers und Reichskanzlers werden wir am 5. Oktober in jedem deutschen Arbeitsraum vorfinden! Sie steht auf dem ersten Blatt des Saar-Abstim- mungskalenders, der 100 Tage bis zur Saarabstimmung läuft! Treue und Liebe der Ra« tion, das Zusammengehörigkeitsgefühl des Mutter­landes mit der deutschen Saar liegen in den Wor­ten des Führers! Sie zeugen von dem naturgewoll­ten Verlangen, die deutsche Westmark zurückzufüh­ren ins Reich!

Und so wie das erste Blatt des Saar-Abstim­mungskalenders legen auch die anderen Zeugnis ab von den Tausend und aber Tausend Fäden, die das deutsche Saarland mit dem Mutterland ver­knüpfen! Die Blätter zeigen die saarländische Wirtschaft in ihren Beziehungen zum Wirtschaftsraum des Reiches, wir sehen den Anteil des Saargebiets an der deutschen Pro- duktion, wir sehen die Zukunft des Saarbergbaus, wir lesen von dem Wiederaufbauprogramm für das Saargebiet nach seiner Rückgliederung ins Reich und von vielen anderen Aufgaben um den Wieder­aufstieg der Saarwirtschaft! Die saarländische Wirt­schaft will zurück zumReich, der saardeutsche Arbiter und Bauer will heim, und in dem 100- tägigen Saarkampf wollen wir unsere Brüder an der Saar darin unter st Ütze n!

100 Tage Saarhilfe! Jeder deutsche Volksgenosse bringt sein Saaropfer durch Erwerb des Kalenders. In jedem deutschen Arbeitsraum soll am 5. Oktober ein Abstimmungskalender hängen!

DNB. Berlin, 26. Sept. Das Amt N S. - Kulturgemeinde" veranstaltete aus Anlaß seines Eintritts in die NS. - Gemein­schaftKraft durch Freude" im Berliner Sportpalast eine große, von künstlerischen Darbie­tungen umrahmte Kundgebung, in der grundsätzliche Richtlinien über die künftige Arbeit der NS.-Kultur­gemeinde gegeben wurden.

Der Waleiter der pO.Dr.Ley führte u. a. aus: Wenn Nationalsozialismus Sieg der Vernunft über Unvernunft ist, so kann man auch sagen, daß er den Sieg der Klarheit über die Unklarheit der vergangenen Zeit bedeutet. Wenn Not über die deutschen Menschen gekommen ist, so in erster Linie deshalb, weil der Begriff der Arbeit an sich nicht mehr klar war. Man empfand die Arbeit nur noch als Last, als bittere Notwendigkeit, und das Schöpferische, das Edle, das Göttliche der Arbeit wurde unter­drückt und ging verloren. Noch viel weniger wußte man, daß die Arbeit Ausdruck der Rasse ist, daß sie allein durch die Disziplin der Rasse ge­leistet werden kann, und daß diejenige Rasse, die die größte Disziplin in sich trägt, damit auch be­rufen ist, die wertvollste Arbeit zu leisten.

Es wird unsere Hauptaufgabe sein, einmal den Typ des deutschen Arbeiters zu schaffen und auch für ihn einen Begriff zu schaffen, jenen Begriff nämlich der höchsten Disziplin. Diejenigen Menschen, die sich selbst und damit ihre Arbeit m der höchsten Disziplin haben, müssen als Vorbild, als Typ für den deutschen Arbeiter gelten. Kultur ist nichts anderes als die Summe der geleisteten Arbeit der vergangenen Jahrhunderte. Es muß sich die Erkenntnis durchsetzen, daß auch die g e - ring st e Arbeit ehrenwert ist, und daß man sie achten muß, weil sie für die gesamte Kultur notwendig ist. So sind alle schaffenden Men­schen Kulturträger. Hierdurch werden wir die Arbeit zu einer Sache der Kultur machen, werden wir sie aus den Niederungen des Alltags emporheben zu der Höhe einer göttlichen Mission, die jeder in sich trägt. Und weiter muß es uns gelingen, möglichst jeden an den ihm gebührenden Ar­beitsplatz zu stellen, dorthin, wo er seine Fähigkeiten voll ausnutzen kann, wo kein Leerlauf entsteht. Alles das ist nur möglich, wenn jeder sich in die Gemeinschaft einfügt; denn nur sie befähigt dazu, den Stürmen des Schicksals standzuhalten. Die Gemeinschaft muß man üben.

Rechte und ihre nationale^Selbständigkeit zu wahren.

Nach dem großen Bluten des Krieges war in den Völkern die Sehnsucht nach dauerndem Frieden und nach Einrichtungen, die dieses Ideal zu verwirk­lichen geeignet sind, so groß, daß die psychologischen Voraussetzungen für eine Friedensorganisation aller Nationen gegeben waren. In Versailles hat Frank­reich diese schöne Idee abgewürgt, die nur Lebens­kraft gehabt hätte, wenn man den Frieden auf G e - rechtigkeit und Versöhnung aufgebaut hätte. Aber das Werk der Pariser Verträge kann nur mit den Waffen aufrechterhalten werden, und im Eingeständnis dieser Tatsache hat Frankreich jeden Versuch abgewehrt, durch eine Politik der ver­traglichen Abrüstung wieder auf den Weg zurück­zufinden, den man aus Haß und Machtgier nicht betreten hatte. In zunehmendem Maße betrachten es seitdem, und mit Recht, alle verantwortlichen Staatsführungen als ihre nationale Pflicht, sich stark und wehrhaft zu erhalten, um nicht eines Tages fremder Willkür schutzlos preisgegeben zu sein. Die Idee des ewigen Friedens hat ihre historische Stunde nicht gesunden, und die Frage, ob sie überhaupt zu verwirklichen ist, ist wieder in den Bereich der Philosophie zurückgekehrt, aus dem sie gekommen war.

Für die Folgerungen, die daraus zu ziehen sind, hat der Reichsaußenminister von Neurath in seiner Rede zum Abschluß des internationalen Straßenbaukongresses die treffende Formulierung gefunden, daß ein Staat, der seine Grenzen nicht verteidigen kann, ein Anreiz für eine gefährliche Politik der andern und damit eine Kriegs­gefahr ist, wenn er inmitten hochgerüsteter Staa­ten liegt. Das von Frankreich betriebene System der einseitigen Aufrüstung mit Niederhaltung eines bestimmten Kreises von Staaten hat dazu geführt, daß die Kriegsgefahr nun gerade in der Schwäche dieser Staaten liegt, die zur An­wendung von Gewalt geradezu aufforderte. So ist die Staatenwelt nach einem fruchtlosen, von Frankreich vereitelten Versuch, zu einer dauernden Organisation des Friedens zu kommen, wieder in den alten Zustand zurückgekehrt, in dem der Frie den nur durch das Risiko des Krieges gewahrt werden kann. Daß dieser Weg nicht ohne Gefah­ren ist, zeigt die Geschichte und namentlich die Ent­wicklung, die zum Weltkrieg geführt hat.

Deutschland hat noch in der letzten Phase des Kampfes um den Abrüstungsgedanken den Versuch

Das größte Schiff der Welt in Glasgow vom Stapel gelaufen.

Auf den NamenQueen Mary" getauft. - Englands Hoffnungen auf das Blaue Band.

Oie Stellenbesetzung bei den Behörden Berlin, 25. Sept. (DNB.) Im Einvernehmen mit dem Reichswehrminister hat sich der Reichs­innenminister damit einverstanden erklärt, daß zu Gun ft en von bewährten Kämpfern für die nationale Erhebung die bei den Be­hörden vorhandenen A n g e st e l l t e n stelle n auch weiterhin, und zwar bis Ende Mörz 193 5, nur zu 50 v. H. mit Versorgungs- anwärtern besetzt werden. Die den Schwer- kriegsbeschädigten zugebilligten Vorzugs* rechte werden durch diese Maßnahme nid).t ge­schränkt. Hinsichtlich des Stellenvorbehalts für -öc* amtenstellen des unteren Dienstes ergeht eine ent­sprechende Regelung.

Oie organisatorische Zugehörigkeit der Kulturberufe.

Berlin, 27. Sept. (DNB.) Amtlich: In der Presse sind in den letzten Tagen irreführende uno unrichtige Mitteilungen über die organisatorisa) Zugehörigkeit der Kulturberufe erschienen. Insbe­sondere wurden über die Organisation der Kunjne, der Sänger, Musiker, Maler und Zeichner, -ön - Hauer, Architekten, Schriftsteller, Schauspieler un Schriftleiter unzutreffende Angaben gemacht. Dem­gegenüber ist festzustellen, daß für Angehörige, aller dieser Berufsgruppen nach wie vor die e in zige Berufsorganisation und zwar o gesetzliche, die Reichskulturkammer rm ihren Einzelkammern ist. Irgendwelche Aenderun gen im Ausbau ober in der Zuständigkeit Der Reichskulturkammer sind nicht eingetreten; alle gegenteiligen Meldungen sind unrichtig.

Arbeitsverhältuiffe im öffentlichen Dienst.

Berlin, 26. Sept. (DNB.) Der Reichs ar- beitsminister hat angeordnet, daß der zunächst auf den 30. September d. I. vorgesehene Ablauf der zur Zeit als Tarifordnungen geltenden Werks- (Betriebs-) Tarifverträge im Bereich der öffentlichen Hand bis längstens zum 31. März 19 3 5 verlängert wird. Da alle anderen als Tarifordnungen zur Zeit gel­tenden Tarifverträge, die die Regelung der Arbeits­verhältnisse in öffentlichen Verwaltungen und Be­trieben betreffen, bis zu ihrer Aufhebung oder Aen- derung auf unbestimmte Zeit weiter laufen, tritt in der Regelung der Arbeitsverhält­nisse im öffentlichen Dienst zunächst keine 21 e n* derung ein. Zur Überprüfung und etwaigen Neugestaltung der Arbeitsverhälthisse bei Reich, Ländern und Gemeinden einschließlich der gemeind­lichen Betriebe ist die Bestellung des Oberpräsiden­ten i. R. Staatsrat Dr. Melcher zum Sonder­treuhänder für den öffentlichen Dienst in Aussicht genommen.

den Nebensinn der Propaganda zur Verdächtigung des andern? In Deutschland jedenfalls ist man weit davon entfernt, die Wehrhaftigkeit des Volkes und seine Fähigkeit, Grenzen und Rechte zu schützen, als Vorbereitung zum Kriege und zur Durchsetzung im­perialistischer Ziele zu begreifen. Aber Deutschland hat die Erfahrung gemacht, daß es aus der Ge­rechtigkeit allein auf Achtung seiner Rechte nicht rechnen darf. Im heutigen Zustand der Welt gilt das Recht nur, wenn es durch die Starke ge-

An der Clyde bei Glasgow wurde Mittwoch nach­mittags in Anwesenheit des Königs, ferner des Prinzen von Wales und einer Zuschauermenge von 250 000 Menschen der Riesendampfe r5 3 4" der Cunard - White - Star - Linie, mit 73 000 Tonnen, das größte Schiff der Welt, vom Stapel gelassen. Es erhielt von der Königin bei der Taufe den bis zum letzten Augenblick ge­heim gehaltenen NamenQueen Mar y". Die Hoffnungen von Millionen von Engländern sind auf das Schiff gesetzt. Wird es, so fragt man sich, sich als schnellster Dampfer erweisen und das derMauretania" 1929 von dem 55 000-Tonnen- LloyddampferBreme n" entrissene Blaue Band des Atlantischen Ozeans wiedergewinnen?

Bereits viele Stunden vor dem Stapellauf hatten sich trotz des grauen regnerischen Wetters Tausende aus allen Teilen Englands an der Clyde angesam­melt, um der Taufe des Schiffes beizuwohnen, dessen Bau abgesehen von 4000 Arbeitern des Clyde, die unmittelbar daran beteiligt waren, einer Viertelmillion Menschen auf den briti­schen Inseln Erwerb verschafft hat. Nicht weniger als 2000 Polizisten mußten hinzugezogen werden, um den Verkehr zu regeln, und 3000 Sa­nitätsbeamte waren tätig. Innerhalb der Werft war eine besondere Unfallstelle eingerichtet. Alles überragend, erhob sich534" aus dem Gewühl von Anlagen und Menschen in seinem Kleid von grauem Silber und seinem purpurfarbenen Kiel. Von fei­nen Masten wehte derUnion Jack" und die Fahnen

Man darf sie nicht nur predigen. Der Unternehmer muß sich üben, feine Gefolgschaft kennenzulernen, und die Gefolgschaft muß bemüht sein, die Belange des Unternehmens zu begreifen. Arbeiter, Künstler und Soldaten sind eines, sind das deutsche Volk.

Reichsletter Alfred Rosenberg führte dann u. a. aus, die jetzt vergehende Welt habe im Zeichen einer Vereinzelung aller Lebensgebiete gestanden. Wissenschaft, Wirt­schaft, Technik und Kultur grenzten sich voneinander immer mehr ab, und ein Spezialistentum, das sich mit hohen Mauern vom übrigen Leben schied, war das Kennzeichen dieser auseinanderfallenden Epoche. Auch die K u n st war nicht mehr eine Angelegen­heit breiter Volksschichten, sondern stand bezie- hungslos im Leben ba. Die kommende Kunst wird monumental werkgerecht und art- gemäß sein. Aus diesem Gesichtspunkt heraus voll­zieht sich auch im neuen Deutschland eine neue griechische Wiedergeburt, nicht in dem Sinne der verstaubten Archäologie, auch nicht in dem Sinne, bei einem angeblichfremden Volke" Lehren zu suchen, sondern weil wir im griechi­schen Volk ein Brudervolk des germanischen er­blicken. Wir nehmen uns die Freiheit, nicht die gesamte Vergangenheit Deutschlands zu verherr­lichen, sondern das aus ihr zu erwählen, was L e - bensförderung für uns geworden ist. So wie wir heute gegen einen nationalen Kitsch auftreten, so werden wir auch einen gewissen religiösen Kitsch der Vergangenheit auszuschalten haben. Genau so wie es heute Konjunkturschriftsteller gibt, so hat es im Mittelalter Konjunkturholzschnitzer gegeben. Nicht jede bizarre Gliederverzerrung der Vergangen­heit kann deshalb Vorbild für heute fein. Um fo schöner und größer werden aber d i e wirklich großen Werke zu uns heute sprechen, nicht als seelenlose Vorbilder, sondern als Zeugen des ewi­gen deutschen Charakters.

Pg. Rosenberg ging dann auf eine Rede ein, die kürzlich in Rom gehalten wurde, in der es hieß, daß Rommitleidig" auf gewisse Lehren herabschauen könne, die in Rordeuropa gelehrt würden; denn als es dort noch keine Menschen gegeben hätte, die schreiben kannten, hätte Rom schon über einen Cäsar verfügt. 3ro- nisch erklärte Reichsleiter Rosenberg, daß die Assyrer un dAegypternochvielälter feien als die Römer, und daß in die be-

DerWiarisnms der anderen

Der italienische Ministerrat hat in die­ser Woche drei Gesetze angenommen, die von der französischen Presse mit dem sauer-süßen Lächeln, das durch die derzeitigen engen Beziehungen der französischen und italienischen Politik bedingt wird, ols dieMilitarisierung des italieni- scheu Volkes" charakterisiert werden. Der erste regelt die vormilitärische Erziehung und Ausbildung der männlichen Ju­gend vom 8. bis 21. Lebensjahr, der zweite die nachmilitärische Ausbildung, das heißt die Erhaltung der gedienten Mannschaften nach ihrer Entlassung in militärischem Geist und Wissen, und der dritte verfügt die besondere militä­rische A u s b i l d u n g a n d e n M i 11 e l - u n d Hochschulen mit dem Zwecke der Heranbildung eines starken und vollwertigen Reserveoffi­zier k o r p s für den Kriegsfall.

Man wird in Deutschland nicht geneigt sein, in diesen gesetzlichen Maßnahmen Italiens eine beson­dere Sensation zu sehen und etwa gegen denMi­litarismus" Italiens vom Leder zu ziehen, obwohl wir Anlaß hätten, rückblickend allerlei ironische oder auch bittere Bemerkungen über den Wandel der Zei­ten und Anschauungen zu machen. Was man jetzt in Italien in bindende gesetzliche Formen gebracht hat, ist nicht viel mehr als die F e st l e g u n g eines schon bestehenden Zustandes und seine Ueberführung in die Kontrolle und Appara­tur des Staates. Denn schon seit I a h r e n ist die italienische Jugend, und zwar nicht nur die männliche, sondern auch die weibliche, im Anschluß an die Parteiorganisation der faschistischen Miliz militärisch durchorganisiert, so daß die Gesetze nur die vorhandenen Formen der Ballila, der Avanti- guarda und der Jungfaschisten, also der drei Alters­stufen der faschistischen Wehrverbände, zu überneh­men und, was allerdings wichtig ist, unter staat­lichen Zwang und staatliche Aufsicht zu stellen hat­ten. Auch die nachmilitärische Erziehung durch zeit­weise Einberufung der Reserve und die Vorbildung einer militärischen Führerauslese ist bisher nicht etwa vernachlässigt worden, so daß auch in diesen Punkten nicht von neuen militärischen Maßnahmen gesprochen werden kann.

Das faschistische Regime ist von vornherein mit dem Programm aufgetreten, daß es weniger eine neue Regierungsform im alten Italien fein will, als daß es sich zum Ziele setze, ein neues Ita­lien und ein neues Volk zu schaffen, mit dem erst die politischen sehr weit gesteckten Ziele des Faschismus verwirklicht werden können. An die Stelle des alten Humanitären und pazifistischen Er­ziehungsideals setzte Mussolini das männliche, mili­tärische, zu dessen Ausprägung er ja nicht unbe­dingt auf preußische Traditionen zurückzugreifen brauchte, da sie ihm in der Anlehnung an altrömi- sche Begriffe und Leistungen näher zur Verfügung standen.

Dieser geistige Umformungsprozeß, der für den Kenner des alten Italiens eine der interessantesten Erscheinungen der Zeitgeschichte ist, lag bisher in den Händen der faschistischen Partei und wird nun vom Staat übernommen, was allerdings bei der fast restlosen Verschmelzung von Partei und Staat von keiner großen Bedeutung sein dürste. Wie weit er in den zwölf Jahren, die für diese erst in Gene­rationen vollwirksame Arbeit zur Verfügung stan­den, gediehen ist, kann man ohne die große eiserne Probe schwer ermessen. Jedenfalls hat die Empfind­lichkeit, mit der die italienische Presse erst neulich auf die Zweifel jugoslawischer Blätter an der mili­tärischen Tüchtigkeit und Leistungsfähigkeit des ita­lienischen Volkes erwiderte, gezeigt, daß gerade diese Aufgabe und dieses Ziel des Faschismus sich sehr fest in die Herzen und in den Ehrgeiz des Volkes festgesetzt haben.

Der PariserMatin" versieht seine Meldung mit einem echt französischen Kommentar: er spricht von den Befürchtungen und Schwierigkeiten, diedieser neue diplomatische Faktor" im Ausland Hervor­rufen könne, und sieht voraus, daß auch andere Länder sich zu militärischen Reformen entschließen würden. Dies ist pure Heuchelei. Frankreich hat längst die militärische Durchbildung des ganzen Volkes verwirklicht und ist im übrigen in allen Arten der Rüstung zu Wasser und zu Land und in derLuftdenandernmeilenweitvoraus- geschritten. Aber ganz abgesehen davon ist die französische Politik dafür verantwortlich, daß heute alle Völker in der militärischen Vorbereitung den

gemacht, diese Gefahr zu beschränken, indem es sich bereit erklärte, jeden Grad der Ab r ü ft un g mitzumachen, den d i e anderen M acht e ür sich anzunehmen bereit sind. Der Vorschlag

ist nicht angenommen, kaum gehört worden. Des­wegen ist das, was Italien jetzt für die Wehrhaft- machung der Nation tut, und was andere schon m dieser Richtung getan haben und «och tun werden, nur die natürliche Folgerung der politischen Ent- Wicklung der letzten Jahre. Wenn man dies Mlli-, das Rech tarismus nennen will, mag man es tun, aber ohne | schützt ist.