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m 75 Zweiter Blati Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Dienstag, 27. März (934

Reichsbmgschasteii für den Kleinwohnungsbau

6.

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Zusammen

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stelle) hat eine Verfügung an alle Kreisämter ge-

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kung der Preise an den Viehmärkten Veran-

nommen worden sei und auch eingehalten werde.

ZU das zur jetzt den

Mark

12 000

lleberlah es nicht anderen Nein Schicksal zu bessern. Hilf selbst mit, die Arbeitslosigkeit zu beseitigen!

Aufgabe

In solchen Augenblicken nannte ich sie nicht Marie- Louise, sondernCoccinella Sentempunctata". Dieser ihr hochtrabender wissenschaftlicher Name wider­strebte natürlich ihrer unauffälligen Schlichtheit durchaus, und gewiß ärgerte sie sich nicht schlecht.

So blieb Marie-Louise eine Woche lang die Attraktion meines Heims, wurde vielen erstaunten Besuchern vorqeführt, mit Apfelgelee gefüttert und

empfahl sie sich auch. Vergebens rief ich sie in den beschwörendsten Tönen, vergebens kroch ich unter alle Schränke, vergebens ließ ich Apfelgelee und Primeltopf locken. Marie-Louise blieb verschwunden.

So frühstücke ich nun wieder allein. Nur eins nehme ich ihr übel. Sie hat vergessen, mir das

dem Lande unbedingt die Preise..eingehalten wer­den müssen. Der hessische Staatsminister bestimmt daher die Veröffentlichung der nachstehenden

garantieren. Dieser Umstand wird und ist der weitere Sinn der Reichsbürgschaften Folge haben, daß mancher private Geldgeber eher bereit ist, sein Geld an zweiter Stelle für Wohnungsbau herzugeben.

Ueber weitere Einzelfragen« gibt das städtische Hoch- und Tiefbauamt den ^städtischen Bauinter­essenten die gewünschte Auskunft.

maßen gestaltet:

Gesamtkosten für Haus und Grundstück 1. Hypothek (ohne Reichsbürgschaft; besonders gesichert, da an erster Stelle)

2. Hypothek (mit Reichsbürgschaft) Eigenkapital

Grundstückskosten

4 000

5 000

1000 __2 000 12 000

Vom städtischen Hoch- und Tiefbau - a m t Gießen wird uns mitgeteilt:

Die bisherigen Veröffentlichungen der Tages­presse über die Bestimmungen, die der Reichs­arbeitsminister unterm 28. Februar 1934 für die Uebernahme von Reichsbürgschaften her­ausgegeben hat, waren uqch den bei uns einge­gangenen Anfragen nicht genügend aufschlußreich und teilweise sogar irreführend. Der vom Reich zur Verfügung gestellte Fonds von 100 Millionen Mark soll nicht dazu dienen, Darlehen in barem Geld zu -geben, sondern er ist gewisser­maßen nur ein Kreditfonds für die Hergabe von Bürgschaften. Für die Erteilung einer Reichsbürgschaft kommen folgende . Gesichtspunkte

Aus der provmzialhauptstadt.

Men Gast - der Marienkäfer.

Ich entdeckte ihn ganz plötzlich. Gelassen und still wanderte er auf der geflochtenen Schnur meines Telephonapparates entlang, und er hatte soeben die Höhe der Schreibtischplatte aufatmend gewonnen, als mein Auge zufällig auf ihn fiel.

Er hielt im Wandern und ich im Schreiben inne. Sieh da, ein Mensch!"Nicht möglich, em Marienkäferchen!" Eine Weile maßen wir einander stumm, verblüfft, aber wohlwollend. Ich glaube, wir waren uns auf den ersten Blick sympathisch.

Schließlich brach ich den Bann, langte nach dem Telepbonkabel und löste mit unendlicher Vorsicht meinen winzigen Besucher von seiner reichsposta­lischen Unterlage. Zwecks näherer Fühlungnahme setzte ich ihn auf meinen Notizkalender, wo er

Bekanntmachung.

Betr.: Die Bildung der Fleisch- und Wurstpreise in Hessen.

Durch Verfügung vom 25. Oktober 1933, für die einzelnen Kreise durch die zuständigen Kreisämter bekanntgegeben, sind die Verkaufspreise für Fleisch- und Wurstwaren bindend im einzelnen festgesetzt worden. .

Ich habe Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß besonders in den Landgemeinden 'die für sie in Frage kommenden und aus der damaligen kreis­amtlichen Bekanntmachung ersichtlichen Preise un­bedingt eingehalten werden müssen. Anträge auf Erhöhung der vorgeschriebenen Preise haben bet dem augenblicklichen Stand der Einkaufspreise für Vieh keine Aussicht auf Erfolg.

Die Kreisämter sind .streng angewiesen, irgend­welche Preisüberschreitungen sofort festzustellen und hierher zu berichten."

Ich bitte, nach erfolgter Durchführung der Be kanntmachung eine Nachprüfung der Ver­kaufspreise in einer durch die beauftragten Prüfungsorgane, möglichst unauffälligen und loyalen Form durchzuführen und mir über das Ergebnis zu berichten.

Jung.

Ser Hitler-Kruk in den Schulen.

Die Anordnung über die Erweisung des Hitler- grußes ist von der Ministerialabteilung für Bil­dungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum dahin ge­ändert worden, daß in Volksschulen ohne Lehrer­wechsel der Gruß nur zu Beginn und am Schluß des Unterrichts am Halbtage zu erweisen ist.

Unwürdige Bebandluug alter Bäume.

Auf einer Bergkuppe steht am Eingang des Ortes das Kirchlein,, umgeben vom Friedhof, in wunderbarer Lage, mit freiem Blick hinaus in die Landschaft. Vor der Kirche steht eine mächtige alte Linde, die dem ganzen Platz eine wundervolle Weihe gibt, und man sollte denken, daß die Gemeinde diesen Platz in Ehren hält und den Baum wie ein Heiligtum betrachten würde. Aber die Menschen von heute wissen mit dem Baum nichts mehr anzu­fangen. Wie schön wäre es, diesen Platz frei und

in Frage:

Einfamilienhäuser, die die Eigentümer selbst bewohnen wollen (Einbau einer zweiten Woh-

bie Reichsbürgschaft. Er erhält also nicht vom Reich ein Darlehen, sondern für seinen Geldgeber die Sicherheit der Reichsbürgschaft.

Der Arbeitsminister schreibt vor, daß die durch die Reichsbüraschast gesicherte Hypothek 75 v. H. des Bau- und Bodenwertes (also der Kosten für Haus und Grundstück) nicht übersteigen darf. Wenn z. B. ein Bauherr ein Einfamilien­haus im Betrage von 10 000 Mark errichten will und das Grundstück 2000 Mark kostet, muß die Hypothek der Reichsbürgschaft inner­halb des Betrages von 75 v. H. von 10 + 2 = 12 000 Mark stehen, darf also den Betrag von 9000 Mark nicht übersteigen. Da der Bauherr für fein Einfamilienhaus eine Reichsbürgschaft von 5000 Mark erhält, kann an erster Stelle die Differenz von 9000 minus 5000 = 4000 Mk. stehen, so daß sich die Finanzierung folgender-

nung als Mietwohnung ist zulässig) oder der B.au von kleinen Mietwohnungen.

Einfamilienhäuser dürfen nur 100 qm nutz­bare Wohnfläche haben, ausnahmsweise 120 qm. Dieses Maß darf auch nicht überschritten wer­den, wenn eine Mietwohnung in das Ein­familienhaus eingebaut wird. Für beide Woh­nungen gilt bann als äußerstes Maß an Nutz­fläche 2X120 qm = 240 qm.

Bei Wohnungen in Miethäusern darf die nutz­bare Wohnfläche nur 75 qm, ausnahmsweise 90 qm betragen.

Wer also ein Einfamilienhaus zum Allein- bewohnen in ben unter 2. angegebenen Aus­maßen erbauen will, kann für bieses Haus eine Bürgschaft in Höhe von 5000 Mark erhalten. Wenn er eine zweite Wohnung ein­baut, erhöht sich bie Bürgschaft auf 7000 Mark. Bei Mietwohnungen beträgt bie Bürgschaft für jebe einzelne Wohnung 3000 Mark. .

Die Gewährung ber Reichsbürgschaft bedeutet also folgendes: Der Bauherr muß sich von privater Seite das Baukapital besorgen und gibt seinem Geldgeber als Sicherheit dafür

etwas chokiert durch meine rauhen gesellschaftlichen Formen von Donnerstag bis Samstag lief. Dann aber blieb er auf dem Weekend sitzen, um mit flinken Beinchen ein wenig Toilette zu machen.

Währenddessen unterzog ich ihn einer gründlichen Prüfung. Wirklich hübsch sah er aus, mit seinem gemütlich gewölbten Leib, seinen rotglänzenden Flügeldecken und dem lustigen Pünktchenmuster. Da nun nber ein Notizkalender weder einen stimmungs­vollen, noch bequemen Hintergrund für ein Marien­käferchen abgibt, ergriff ich ihn abermals und fetzte ihn auf den Primeltopf am Fenster. Furchtbar wichtig lief er da einen langen Stengel erst herauf und dann herunter, was indes wegen seiner kurzen Beinchen der Komik nicht entbehren konnte. Ich mußte also lachen, und das nahm er mir übel,

setzte sich mürrisch unter ein Blatt und ignorierte ------------------------------

mich vollkommen. . . .... . | besucht". Eine Woche lang. Und bann war sie

Ich aber freute mich. Denn em Manenkaferchen c(ne5 Morgens weg, so plötzlich wie sie gekommen, bringt bekanntlich Glück, unb wenn es zu so aus- 0 - - F J ....

gefallener Jahreszeit angekrabbelt kommt, natür­lich erst recht. Daß er überhaupt auftauchte, war schon ein kleines Wunber. Als Ueberraschung bes Fernsprechamtes wollte ich ihn trotz bes Ent- beckungsortes boch nicht ansprechen unb wieso er e uueu ölK i;ut

im übrigen m mein Zimmer zu so unpasienber ' rammäfeige Glück zu bringen. Ober sollte sie Besuchszeit gelangt war, blieb mir stets em Rätsel. bQ5 a[5 be onbere Finesse nachträglich schicken? Ueber ber Vergangenheit bes Gastes lag also stets s

ein geheimnisvoller Schleier gebreitet, ben seiner OieBUdUlia der Ml ch-Ulld AZlMtpreNe seits zu lüften er sich auch stets bis tret weigerte. | $er fcernfAe Staatsminister (Preisüberwachungs-

Ich sah daher m lhm em weibliches Wesen unb s^lle) hat eine Verfügung an alle Kreisämter ge­taufte bas kleine Fräulein Marie-Louise. Eine Zeit |n her betont wird, daß die seit der Ver- ungetrübtesten Zusammenlebens begann. Schon beim ' DQm 25. DFtober 1933 eingetretene Sen- Frühstück fand sich Marie-Louise em unb leckte am ' « aber Preise an ben Viehmärkten Veran- Apselgelee (Tatsächlich, es passierte mehrmals auch (affub erneut auf ftrengfte Einhal-

in Gegenwart von Zeugen!) Ich trug sie bann auf ber Festpreise Wert zu legen. Die Er- ihre Pflanze zurück unb beibe begannen wir unser Ehrung habe gelehrt, baß bie Preisverorbnung in' Tagewerk. . 1 ben Stäbten ohne besonbere Beanstanbung aufge-

Ich hatte sehr viel Spaß an ihr, aber auch pommen worben sei unb auch eingehalten werbe. Aerger Ihr Lieblingsspiel hieß nämlichVerstecken , Dagegen hätten sich zum Teil auf bem Lanbe ge eine burchaus einseitige Angelegenheit, m Der fte xoi se Schwierigkeiten gezeigt, bie zum Teil jetzt noch nie, ich aber stets ber suchende Teil mar. In meiner n-' überwunden seren. Die heutige Lage ber Ein- Angst, sie unbewußt zu zerbrucken ober zu zertreten, taufsprcifc rechtfertige aber nunmehr, baß auch auf ruhte ich unter heftigen Verwünschungen nicht eher, - <*»-.«.

bis ich sie irgenbroo entbeckte, bei ben Ausmaßen meiner neckischen Partnerin eine äußerst schwierige

Aus bieser Zusammenstellung ist ersichtlich, baß ber Sinn ber Reichsbürgschaften barin bestehen soll, bem privaten Gelbgeber an zweiter S't eile eine besonbere Sicherheit

in Drbnung zu halten unb etwa eine Bank unter bie Linbe zv teilen, bamit bie Menschen bie Ma- jeftät bieses V. nes roieber begreifen lernen. Statt beffen schieben alb Nachbarn ihr Holz, ihre Stangen unb Leitern, ja Abfälle aller Art auf ben Platz hinaus. Selbstverständlich hat auch der Elektro­techniker nicht versäumt, seinen Verteilung-: urast hier aufzustellen. So wird die Heimatnatur ver­schandelt. Muh das sein?

Kreisbetriebszellenabteilung Gießen.

Belr.: Beikragszahlung von Linzelmilgliedern berDeutschen Arbeitsfront".

Da bie DAF.-Veiträge grundsätzlich nur nach den ausgegebenen Marken abgerechnet werden, ist es nicht notwendig, daß das Einzelmitglied seine Bei­tragsmarken immer bei ein und demselben Kassie­rer kauft. Es gelten daher die NSBO.-Dienststetten (NSBO.-Ortsgruppenbetriebswarte, Kreisbetriebs­zellenabteilung) als Markenverkaufsstellen, wo jedes Einzelmitglied Beitragsmarken kaufen kann.

Die Ortsgruppen haben das Recht und die Auf­gabe, stets die Beitragszahlung der Einzelmitglie- der an Hand der geklebten Marken zu kontrollieren. Das geschieht am besten in Versammlungen, deren Besuch den DAF-Mitgliedern zur Pflicht gemacht wird. Die DAF.-Mitglieder sind verpflichtet, sich im ersten Drittel des Monats ihre Marken bei der NSBO.-Ortsgruppe, ober Kreisbetriebszellenabtei­lung zu kaufen. Wer trotz mehrmaliger Aufforde­rung mit seinem Beitrag über zwei Monate im Rückstand bleibt, ist aus der Deutschen Arbeitsfront ausgeschlossen. .

Die Sprechstunden der kreisbelriebszellenablei- lung, Gießen, haus ber Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße, sind von 11 Uhr bis 12.30 Uhr und von 17 bis 19 Uhr.

Heil Hitler!

Gez.: Hermann W.a g n e r, Kreisbetriebszellenobmann.

F. b. R.: Hahn, stellv. Kreisbetriebszellenobmann.

Hat.-Goz. Knegsopferversorgung E. Ä.

Ortsgruppe Gießen.

Mittwoch, 28. März, 20.30 Uhr, findet im Licht­spielhaus Bahnhofstraße bie Erstaufführung bes FilmsStoßtrupp 1 9 1 7" statt. Eine Musik­kapelle wirb zur Verschönerung beitragen. Der Lanb^sobmann Pg. Ziegler wirb in passenden Worten auf die Bedeutung des Filmes Hinweisen.

Der Besuch des Filmes wird den Mitgliedern der NSKOV. zur Pflicht gemacht. Der Film läuft bis zum Sonntag, 1. April. Mö11, Obmann.

Die Erstaufführung dieses Kriegsfilms am mor­gigen Mittwochabend wirb wie die Bezirks­leitung Gießen der Nationalsozialistischen Kriegs­opferversorgung uns mitteilt zu einer Festvor­stellung gestaltet, bei der auch eine Musikkapelle mitwirken wird. Weiter wird uns mitgeteilt, daß der Film besonders auch militärische Vereinigun­gen (Kriegervereine usw.), sowie die Angehörigen der Wehrmacht stark interessieren dürfe.

. B inklickt b-achten!

Die Reichsbahn hat im Laufe ber letzten Jahre an mehreren Wegübergängen ohne Schranke be­sonbere Warnlichtanlagen (Blinklicht) in Betrieb genommen. Diese Warnlichtanlagen, bie an ben Warnkreuzen beiberseits ber Bahn angebracht finb, geben in ber Richtung ber Straße weißes ober rotes Blinklicht.

Weißes Blinklicht bebeutet lebiglich, baß sich ber Wegebenutzer einem Bahnübergang nähert, ber mit einer Warnlichtanlage ausgerüstet ist. Der Bahnübergang barf also trotz weißen Lichtes mit ber bei Schienenübergängen erforberlichen Vorsicht benutzt werben.

Rotes Blinklicht bebeutet, daß sich bem Wegübergang ein Zug nähert unb ber Uebergang nicht mehr benutzt werben barf. Rotes Licht heißt also:Halt! Gefahr!"

Deist.

Oie Mausoleunis-Siadt der Oranier.

Die" im Haag verstorbene Königin Emma von Hollanb wurde in Delft beerdigt.

Die hübsche, saubere, an stillen Grachten gelegene Stadt Delft beherbergt Erinnerungsstücke, bie sie zu etwas ganz anberem, nicht zu einer Stabt bes un­befangenen Lächelns, sondern der Stadt der Trauer und der Vergänglichkeit machen. Hier wurde in sei­nem Statthaltergebäude, dem Prinzenhof, auf einem Treppenwinkel der tödliche Dolch gegen den Be­gründer von Hollands Größe, gegen den Begrün­der der Dynastie Oranien-Nassau, gegen Wilhelm I. ben Schweiger gezückt. Hier würbe er, in ben Gruft- gewölben berNieuwe Kerk" beigesetzt, unb biese Gruftgewölbe öffnen sich immer roieber, wenn ein Sproß des Hauses Dranien der Tod ereilt. Denn bieNieuwe Kerk" in Delft ist bie geschichtliche Be­gräbnisstätte der Dränier, bas Mausoleum bes hol- länbischen Fürstengeschlechts.

Unb wie unwirtl'ch, wie kahl unb einsam ist es in diesem großen kalvinistischen Gotteshaus. Man betritt es vonGroote Markt" her, den es mit sei­nem 108 Meter hohen Turm, über alle Maßoerhalt­nisse ihrer kleinen Umwelt hin. uswachsend, einsam überragt. Es ist ein uralter Bau, der ursprünglich dem katholischen Gottesdienste gewidmet war, und damals den Namen ber Heiligen Ur ula trug. (Er tränt den neuen, ben farblos-nichtssagenben Na­menNeue Kirche", seitbem bie Bi Iber sturm er in das Gotteshaus einfielen unb alles, was ihnen barm aötienbaft erschien, kurz und klein schlugen: den ^runf der Altäre, Gemälde, Standbilder und die bunten Gläser der hohen, eingelegten Fenster. Von diesen Buntscheiben konnten nur wenige ge­rettet bzw geflickt werden, so daß denn heute das Licht von draußen durch weißes Glas hereiiftallt. Es fällt, kühl und wesenlos, auf kahle, weih- getünchte Wände, auf schmucklose verwitterte Trag­säulen, auf harte abgeschliffene Holzbanke...

Mit dieser Entnüchterung Hand in Hand geht em auch baulicher Verfall des Jnnenraums. D eser be­trübliche Verfall schreibt stch daher, daß die Kirche wie die meisten Gebäude in Delft, auf Ps hi f b - bie in ben morastigen Untergrunb als £ r M I für bas Mauerwerk bineingetrieben s^. Die Pfahle werben burch bas Grunbwafser von Fäulnis benagt, sie geben nach, sie sacken weg. Der Raum verliert nach unb nach seine Grundstutzen unddieFeuchtig^ Feit steigt zu ben brüchigen stellen herein unb in den Mauern, beis Pfeilern auswärts Die Tünche von ben Mauern fällt ab, bie Sättel ber Fäulen zerbersten.

Der gute alte Hausarzt.

bälF ber Bebachung einzusetzen.

an

Lehrstubl für Anatomie, Histologie unb (Entwirf

in ber Reform bes Unterrichtswesens Stelle zu stehen habe.

ber für

Die Restaurationsarbeiten an berNieuwe Kerk" in Delft bilben seit Jahren einen beträchtlichen Po­sten auf ber Liste ber notwenbigen kulturellen Aus­gaben bes Landes. Man nahm seinerzeit zuerst den Chor in Angriff, ber benn auch enblich 1923. der Königin, bie in biefem Jahre ihr 25jähriges Re­gierungsjubiläum beging, als nationale Gabe feier­lich zur Verfügung gestellt werben konnte. Das eigentliche Schiff steht feit Jahr unb Tag unbenutz­bar. Hier find Zimmerleute, Scharwerksmaurer, Schmiede unverbroffen babei, neue Steine in bie

gemeine Sterblichkeit burch bie Krankenversicherung nicht gesunken, bebauerlicherweise habe sich aber ber bürchschnittliche Aufenthalt ber Patienten im Krankenhaus verbvppelt. Die Zahl ber Gesuche, um Krankengelb und Behandlung sei von 1921 bis 1927 von 41 aus 159 v. H. gestiegen, wobei die

geringfügigen Leiden eine immer größere Rolle einnehmen. Allein im Jahre 1929 seien den Ver­trauensärzten über 400 000 Fälle wegen Simula­tionsverdacht überwiesen, von denen sich sofort über 100 000 für arbeitsfähig erklärten, ohne bie Unter­

schaffen unb schlägt vor, in jebem Krankenhaus Säle einzurichten, in benen ber praktische Arzt unter Oberaufsicht der Chefärzte seine eigenen Fälle behandeln kann. Die für den Bau von modernen Krankenhäusern aufgewendeten Kosten stünden zu den erzielten Heilerfolgen in höchst ungünstigem -Verhältnis. Auch der weltbekannte Hirnchirurg Arvet C u s h i n g bricht in einer amerikanischen medizinischen Zeitschrift eine Lanze für ben Haus­arzt unb betont, baß bie Mehrzahl ber wissenschaft­lichen Instrumente unb Reaktionen keineswegs so zuverlässige unb genaue Heilerfolge verspreche, wie bie Oeffentlichkeit bas anzunehmen scheint. Viel­mehr komme es auf ein geschultes Auge, auf bas Ohr, ben fühlenben Finger unb einige erprobte, meistens sehr einfache Laboratoriums-Methoben an. Die praktische Mebizin sei viel mehr eine Kunst als eine Wissenschaft. Die Kurpfuscherei sei in ben Ver­einigten Staaten außerorbentlich schwer zu bekämp­fen, ba bie von ben großen Jnteressen-Gemeinschaf-

HochsckulnacknAten.

Professor Dr. Heinrich B o n h o f f, jährige Abteilungsvorsteher am Institut

7 0. Geburtstag.

Nach ben jüngsten Besprechungen bez Reichs­statthalters Sprenger, bes Oberbürgermeisters Krebs unb bes Kurators Dr. W i s s e t mit ben zustänbigen Stellen im Kultusministerium in Berlin steht nun einwanbsrei fest, baß bie Franksur - ter Universität erhalten bleibt, ja sie wirb überbies noch ganz befonbers ausgebaut werben. Vor allem sollen bie Sozialwissenschaftliche unb Kulturwissenschaftliche Fakultät unb bereu Institute in nächster Zukunft sehr gesörbert werben. Zu biefem Zweck werben ip ben nächsten Tagen meh­rere Berufungen erfolgen. Es ist zu erwarten, baß Professor Dr. Krieck auch weiterhin ber Frank­furter Hochschule vorstehen wirb. Frankfurt soll bie Universität werben, aus ber bie künftigen höheren Verwaltungsbeamten hervorgehen sollen.

Dem Privatbozenten Dr. med. vet. H. Grau an ber Universität Leipzig ist ber orbentliche

Unter bem Grabmal aber befinben sich die Ge­wölbe, wo bie Särge ber meisten Fürsten aus bem Hause Oranien-Nassau, unb ebenfalls bie ihrer Ge­mahlinnen stehen. Es sinb zwei Räume, ein größerer unb ein kleinerer, auf bie sich keine Türe, °em Fen­ster auftut, sie finb mit ben Steinfliesen verichlo,- sen, bie ben Bobenbelag ber Kirche bilben. Diese Fliesen werben nur geöffnet, wenn bie Zahl Der Särge burch einen neuen vermehrt werben soll, an Tagen also, wo bas Haus Dranien, bas ganze Laub ber Nieberlande in Trauer steht, weil em Mitglieb bes Fürstenhauses von hinnen ging. Dies ist jetzt mieberum geschehen.

ten ber Zeitungen, ber Jnbustrieunternehmunqen usw.beeinflußten" Abgeorbneten jebes gegen ben mebizinischen Mißbrauch gerichtete Gesetz zu Fall bringen. Wie früher müsse ber praktische Arzt bas Ziel aller Ausbildung sein, ein Gesichtspunkt, ber ~ ' ' erster

Wer die Kirche, vom Küster, begleitet, heute be- nun KUIU||t, ucl uct ,uUUUIIUH(CMUU;uily ...... tritt, muß über Mörtelkästen, Tauwerk, (-isen- nemiefen, bie sehr häufig eine Verkümmerung bes ftangen unb Bretter Hinwegsteigen, um in Den x^nischen Denkens unb bes klinischen Blicks zur Hintergrund zu gelangen, borthm, wo sich ginter ^lge habe. Die Verwenbung technischer Neueriin- einer hölzernen Notwanb der erneute Peil, der, sollen natürlich nicht unterbleiben; ihr bürfc Chor, erschließt. Hier haben bie Architekten ver- i aber b,e klinische Beherrschung ber Krankhaften ftänbige Arbeit getan. Sie haben bie Tünche von ,um Opfer gebracht werben. Präsibent L e - ben Mauern kratzen lassen, so baß nun wieder das ro { Q, ^gte hinzu, daß sich die Anzahl der jährlich ursprüngliche Baumaterial, ber rote Backstein, zu -n ben Bereinigten Staaten zugelassenen Aerzte Tage getreten ist. Sie haben bie niebrige ^djem* jejt beinahe verboppelt habe, baß heute auf decke aus Holz weggebrochen, so daß der Blick nun 7§q Einwohner bereits ein Arzt komme und daß wieder frei bis zur Vierung der Dachkrönung an=; QegentüQrtig mehr als 25 000 Aerzte überflüssig steigen kann. Sie haben die festen Bänke wegney- fejen yis Gegenmaßnahme müsse eine starke Em­men lassen, und dadurch ist wieder Geräumigkeit sch^ünkung der Zulassungen für im Ausland aus- um jenes Grabmal herum entstauben, bas hier gebilbete Aerzte burchgeführt werben, auch wenn inmitten bes Raums feinen Platz hat, bas prächtige b^fe Amerikaner finb. Seine sehr schroffe Ableh- Ehrengrabmal Wilhelms bes Schweigers. Es ist. - PPng jebes Kaffen-Systems ist aus ben amerikani- ein prunkvoller Barockbalbachin aus buntem Mar- (Verhältnissen zu erklären unb kann wohl auch mor, an ben Ecken flankiert von allegorischen üigu=|nur au5 ihnen begrünbet werben. Zur Unterstützung reu aus Bronze: Gottesfurcht, Gerechtigkeit, Tapfer- ^jner Behauptungen verweist Lewis auf bas eng- feir unb Vorsicht vorstellenb. Unter biefem Prunk- Kassenwesen, bas eine Herabwürbigung bes buche, in ber Lage wie auf bem Sterbebette, aus ^rjtes unb eine Verführung bes Kranken zum weißem Marmor gemeißelt, bie Füße auf ben Simulanten bewirkt habe. In Englanb sei bie all- Rücken bes Hünbchens stützenb, bas ihm auch zu! - 1

Lebzeiten ein treuer Begleiter war, ruht Wilhelm ber Schweiger ber außer biefem noch einen, anbe- ren Beinamen trägt,Vater bes Vaterlanbs".

suchung bes Arztes abzuwarten, unb von benen fast 90 000 überhaupt nicht zur Untersuchung er­schienen. Daß es sich hier nicht von vornherein um ausgesprochene Betrüger gehanbelt haben wirb, bürsten gerabe bie in Deutschlanb auf biefem Ge­biet angestellten Untersuchungen über ben Zusam-

l menhang zwischen Sozialversicherung unb Volks- . iui jpi.u.u^ic uuu v-niunu-

gesunbheit bewiesen haben. Lewis möchte für Ame- lungsgeschichte in ber tierärztlichen Fakultät ber

^rita vor allem bem Hausarzt wieder Geltung vsr-1Unwerfität München angeboten worden.

Auch im Ausland, besonders in den angelsächsi­schen Staaten, scheint die Bewegung gegen das zu­nehmende Eindringen des theoretischen Denkens in die Medizin unb bie Sehnsucht nach bem praktischen Arzt, ber sich in erster Linie auf eine grünbliche praktische Ausbilbung unb auf bie in jahrelanger Tätigkeit gesammelten Erfahrungen verläßt, anzu­wachsen. Wie Dr. I. P. z u m B u s ch in ber «mmieue UHUCIULUUCH uuuCt, ...h.Deutschen Mebizinischen Wochenschrift" berichtet, drllchiq-n Pfeiler, neue Spunden ins baufällige Ge- hat der Präsident der Amerikanischen Medizinischen ..... -! -.....Gesellschaft bei ber letzten Jahresversammlung aus bie allzu überroiegenbe Bebeutung ber Laborato­riumsergebnisse bei ber Krankenuntersuchung hm-

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nische unb experimentelle Therapie an ber Uni­versität Marburg, begeht am 3. April seinen