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Preußen führt eine straffere Verkehrsorinmng ein

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Wer hat die Stavisky-Äwelen in London versetzt?

Scotland Hard auf der Spur der geheimnisvollen Blondine.

Hirrner, 41 Jahre alt,

über 14 Monate im

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Aus aller Welt.

900000 DIorf spendete die Wehrmacht zur Förderung der nationalen Arbeit.

Kiel,. 26. März (DNB.) Die Sammlungen innerhalb der Wehrmacht zur Förderung der nationalen Arbeit ergaben von August bis Ende Februar den Betrag von über 841350 RM. Bon den D i e n st st e l l e n , Schiffen und Fahrzeugen wurden über 64520 RM. ge­sammelt.

Das 70. Opfer der Neunkirchener Gasomekerexplosion.

Kunst und Wissenschaft.

Der Veethoven-Preis für Paul Graener.

Der im Jahre 1927 vom Preußischen Staats» Ministerium begründete staatliche Beethoven» Preis ist auf Vorschlag des Kuratoriums von der Preußischen Akademie der Künste dem Kom­ponisten Professor Dr. h. c. Paul Graener ver­liehen worden. Graener hat neuerdings die Auf­merksamkeit mit seiner OperFriedemann Bach" erregt, die er bei der Erstaufführung im Frank­furter Opernhause selbst dirigierte.

Uraufführung am hessischen Landeslheater.

Das Staatspresseamt in Darmstadt teilt mit: Generalintendant Dr. Rolf P r a s ch hat die Oper Der Tod des Johannes A Pro" von Wolfgang Riedel zur alleinigen Uraufführung am Hessischen Landestheater in Darmstadt angenommen.

Unbemannter russischer Stratosphärenballon 21 Kilometer hoch.

Das Aerologische Institut in Slutsk bei Lenin­grad veranstaltete einen neuen Versuch mit dem elbständigen Stratosphärenballon. Der unbemannte Ballon erreichte eine Höhe von 21 Kilometern. Alle Apparate arbeiteten sowohl beim Aufstieg als. auch beim Abstieg seht gut. In der Höhe von 8900 Metern betrug die Temperatur 50 Grad Celsius Kälte. Dann nahm die Kälte ab und in der Höhe von 21 Kilometern zeigte das Ther­mometer nur noch 40,7 Grad Celsius Kälte. Die Angaben über Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchtl^ feit usw. wurden von dem Ballon selbsttätig durch Funksprüche angezeigt.

Todesurteil gegen den Mörder des SA.-INannes Gornatowski.

Die Schweiz schützt ausländische Staatsmänner vor Beschimpfung.

Bern, 26. März. (DNB.) Der Schweizer Bun­desrat hat eine Verordnung erlassen, in der er zum Ausdruck bringt, daß er d i e Beschimpfungen ausländischer Staatsmänner und Ein­richtungen durch die marxistische Presse nicht mehr dulden werde.,Die neuen Bestimmungen gelten für Inländer. Durch die 'kürzlich erfolgte Ausweisung des Rumä» nen Hestar, Chefredakteur desMoment", der die österreichische Regierung beschimpft hatte, hat der Bundesrat bereits bargetan, wie er in Zukunft mit ausländischen Pressevertretern verfährt, die ausländische Staatsmänner und Einrichtungen beschimpfen. Schweizer Presseorgane, die durch be­sonders schwere Ausschreitungen die guten Be­ziehungen der Schweiz zu anderen Staaten ge­fährden, werden verwarnt. Bei Nichtbefolgung der Verwarnung wird ihr Erscheinen auf bestimmte Zeit verboten.

Va Ottendorf, inzwischen ebenfalls gestorben ist An der gleichen Stelle hat sich schon einmal vor zwei Jahren ein schweres Autounaluck ereig- net. Der getötete Karl Feick war der älteste SA.- Mann in Bad Kreuznach. Mit ihm fuhren Kölner SS.-Männer, der Fahrer Lambertz und Pg. Ottendorf, sowie ein Herr Dlttr ich aus Köln und dessen neunjähriger Sohn. Der Fahrer Lam- berß erlitt einen Oberschenkelbruch, auch wurde chm der Brustkorb eingedrückt, doch hofft man ihn am Peben erhalten zu können. Für den Jungen, der einen schweren Schädelbruch erlitt, besteht noch Lebensgefahr.

Schreckliches Drandunglück in einer Textilfabrik in Lodz.

In einer Textilfabrik in Lodz brach während der Arbeitszeit Feuer aus, das sich schnell über das ganze Gebäude ausdehnte. Der Belegschaft bemach tigte sich eine Panik. Die Arbeiter mußten durch Feuerwehrleute aus dem brennenden Gebäude her­ausgeholt werden. 13 Transportarbeiter wurden mit lebensgefährlichen V e r l e tz u n g e n ms Kran­kenhaus gebracht. Zwei Arbeiter verloren den Der- stand: sie haben aller Wahrscheinlichkeit nach in den Flammen den Tod gefunden. Der Besitzer der Fabrik namens L a i b o w i c z stürzte sich vor Ver- zweistung in die Flammen und kam ums Leben. Die Wehren konnten nur die angrenzenden Gebauoe retten.

Ein Toter, zwei Schwerverlehte bei einem Mauereinsiurz in Warschau.

Bei den Abbrucharbeiten des alten Warschauer Hauptbahnhofes ereignete sich ein schwerer U n - glüdsfaH. Eine Mauer stürzte ein unb begrub sechs Eisenbahnarbeiter unter sich. Einer per Ar­beiter war sofort tot, während zwei weitere mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus geschafft werden muhten.

1556 Todesopfer der Vrandkatastrophe von Hakodate.

Die Liste der T ° ten bei dem schweren Brand- Unglück in Hakodate belauft sich jetzt auf 15a6 Personen. Nach dem Polizeibericht sind 87 Ange­hörige fremder Staaten, die in Hakodate wohnen durch ein neues Feuer heimatlos geworden und zwar zweiDeutsche, fünf Burger der Sowjet­union, neun Weißrussen, ein Engländer und siebzig

Auto vom Zuge erfaßt. Eine Tote, ein Schwerverletzter.

An einem Bahnübergang bei Neuerkrug auf der Strecke BassumBünde wurde ein mit zwei Per­sonen besetzter Kraftwagen von einem Zuge erfaßt und etwa 100 Meter weit rnitgeschlelft. Dabei wurde die Braut des Besitzers und Fahrers auf der Stelle getötet; her Besitzer des Wagens, der 28 Jahre alte Tabakfabrikant Martin Lind- rn e y e r aus Bünde in Westfalen, wurde mit schwe­ren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert; es besteht aber Hoffnung, daß er mit dem Leben davonkommt. Der Kraftwagen hatte sich derart in die Maschine festgerannt, daß ein Hilfszug mit Schweißapparaten angefordert werden mußte um die Trümmer zu beseitigen. Die Bahnstrecke ist dort vollkommen gerade und übersichtlich, jo daß es vor- läufig unerklärlich bleibt, wie der Fahrer bas Herankommen des kurz vor dem Bahnhof schon sehr langsam fahrenden Zuges nicht hatte bemerken können.

Lastauto mit Deicharbeitern verunglückt. Zwei lote, mehrere Schwerverlehte.

Auf der Straße zwischen Toenning und Garding in Schleswig verunglückte in Katharinenheerd ein mit Deicharbeitern besetzter Lastkraftwagen.. Der Wagen raste in voller Fahrt gegen e t nen Telegraphenmast, riß diesen um und fuhr fobann9gegen einen Baum, der ebenfalls umgestur^t wurde Der Lastkraftwaaen ging fast völlig m Trümmer. Don den Insassen wurde em junger Ar­beiter auf der Stelle getötet, em zweiter Ar Äff?* «g versagt hat

Auto rast gegen ein haus. Zwei Tote, drei Schwerverlehte.

In Laubenheim an der unteren Nahe fuhr ein Kraftwagen in einer unübersichtlichen Kurve aller Wucht gegen ein Haus. Die Insassen, vier Männer und ein Kind, wurden schwer ver letzt. Der NS-Hago-Führer Ferck aus Bad Kreuznach ft a r b kurze Zeit nach dem Unfuü, ö übrigen wurden ins Krankenhaus gebracht, wo einer der Schwerverletzte Gauwirtfchajtsrat

Die anqetünbigten neuen Überraschungen im Fall Stavifky sind nicht ausgeblieben. Die Juwelen, in denen Stavisky einen Teil seines ergaunerten Vermögens angelegt hotte, sind gefunden worden. Die Polizei hat damit einen Erfolg errungen, der, praktisch gesehen, kein Erfolg ist, denn die Kostbar­keiten liegen in einem Londoner Leih­haus, wo sie mit ungefähr 7900 Pfund oder etwas mehr als 600 000 Franks beliehen wurden. Die Stücke dürften damit normal beliehen fein, so daß das Leihhaus von Bayonne, das Ansprüche barauf hat, nicht mehr viel herausbekommen wird.

Das Londoner Leihhaus, in dem die Stücke ent­deckt wurden, liegt dicht hinter dem königlichen Schloß. Der Inhaber der Pfandleihe, Mister S u t - ton, ist ein in London sehr angesehener Kauf­mann und gilt als Spezialist für kostbare Steine. Im Dezember 1933 erschien, wie Mister Sutton an­gibt, in seinem Geschäft eine große blonde, blau­äugige Dame. Sie legte ein kleines Täschchen vor, in dem sich Diamanten, Ringe, Perlen und andere wertvolle Schmuckstücke befanden. Ein junger An­gestellter erkannte gleich den hohen Wert der Steine und rief daher Mister Sutton zur Begutachtung. Die Dame verlangte ein Darlehen von 1000 Pfund. Mister Sutton wählte einige Steine aus, prüfte deren Wert und gab darauf das verlangte Dar­lehen. Zwei Tage später erschien die Dame wieder und verlangte ein weiteres Darlehen. Misier Sut­ton wählte einige weitere Steine aus und schrieb wiederum einen Scheck über 1900 Pfund aus. Das kostbarste Stück, das die Dame in Besitz hatte, blieb noch im Besitz der Dame. . . ,.

Am 2. November erschien die Dame wieder bet Mister Sutton, um einige Steine zu versetzen und zum vierten Male am 5. Dezember. Diesmal war sie von einer anderen Dame begleitet, die in der Londoner Vergnügungswelt nicht unbe­kannt ist, und gegenwärtig tn einem Variete im Weitend als Tänzerin auftritt. Auch jetzt handelt es sich um ein Leihgeschäft, und erst am 8. Februar dieses Jahres wurde zwischen Mister Sutton und der Dame ein Kaufvertrag abgeschlossen. Für den Gesamtpreis von 7900 Pfund gingen die Ju­welen in den Besitz von Mister Sutton über. Mister Sutton hatte keine Ahnung davon, daß dieser Ju­welenkauf, der immerhin auffällig genug war, mit der Stavisky-Assäre in Verbindung stehen konnte

Stavisky hatte im Jahre 1932 bei dem Lechamt von Orleans Juwelen versetzt, deren Wert mit 15 Millionen Franks angegeben wurde. Die Haupi- stücke aber stellten sich bei näherer Prüfung als unecht heraus, und für Stavisky drohte eine An-

zeige wegen Betruges. Um dem zu entgehen, bot er Dem Leihhaus von Orleans Ersatzstücke an. Er st ah l die besten Wertstücke, die sich in seinem eigenen Leihhaus von Bayonne befanden, sand unredliche Juweliere, die den Wert der Steine überschätzten und gab sie dem Leihhaus von Or­leans, das sich für befriedigt erklärte. Im Leihhaus von Bayonne lagen feit der spanischen Revolution sehr viele Edelsteine, die flüchtige, spanische E d e 11 e u t e sich dort hatten beleihen lassen. Sta­visky räumte nach und nach die ganze Pfandleihe von Bayonne aus, versetzte und verkaufte die Steine, um sich Geld zu verschaffen. Der Wert der von Stavisky unterschlagenen Steine wird auf zehn Millionen Franks geschätzt. Es kann sich demnach bei den Steinen, die jetzt im Leihhaus von Mister Sutton entdeckt wurden, nur um einen klei­nen Teil handeln. Die Nachforschungen nach dem Verbleib der übrigen Juwelen werden fortgesetzt.

Die Entdeckung der Juwelen ist dem französischen Edelsteinsachverständigen F e r o r zu danken, der seinerzeit den berühmten rosenfarbigen Diamanten, der aus einem Pariser Museum gestohlen war, in einem Apfel verborgen entdeckte, den der Dieb in einer Fruchtschale auf der Anrichte seines Speisezimmers liegen hatte. Feror lenkte die Auf­merksamkeit der Polizei auf Romagnino, dem Prioatsekretär Staviskys. Romagnino machte häufige Reisen nach London, und Feror glaubte nicht daran, daß der Sekretär nur Schriftstücke nach London bringen wollte. Ein Privatdetektiv wurde mit den weiteren Nachforschungen betraut, und so gelang es, auf die Spur der Pflandleihe von Sutton zu kom­men.

Wer die schöne blonde Frau war, die die Steine bei Mister Sutton versetzte und später an ihn ver­kaufte, ist noch unbekannt. Die DarietLtänze- r i n, die sich einmal in Begleitung der Dame be­fand, entpuppte sich als eine gewisse Celia Nono, die früher in dem Pariser Darietä Staviskys auf­trat und zur Zeit im Londoner Cafe Anglais tanzt. Miß Nono, eine 23jährige Blondine von großer Schönheit, soll mit dem Sekretär Stavi­skys Romagnino in Verbindung ge­standen Haven. Sie wird am Montagabend von dem Scotland Pard - Inspektor Landor verhört, der mit dem von der Surete Generale nach Lon­don entsandten ftanzösischen Detektiv P.e ud e - piece zusammenarbeitet. Als Miß Nono von einem Reporter gefragt wurde, ob sie Romagnino gekannt und die Juwelen verpfändet habe, verwei­gerte sie die Antwort.

Berlin, 27. März. (DNB.) DerVölk. Beob." veröffentlicht grundsätzliche Ausführungen des Staats­sekretärs Trauert zu der kurz vor der Verkün­dung stehenden neuen preußischenStraßen» oerkehrsordnung Die Kenntnis der Stra­ßenverkehrsordnung muß von jedem Volks­genossen verlangt werden. Deswegen muß sie- so gestaltet sein, daß man sie ohne f o n ft i g e Gesetzeskenntnis, ohne Erläuterungen und Auslegungen lesen und befolgen kann. Mit Ausnahme gewisser notwendiger örtlicher Ergänzun­gen, z. B. der Einbahnstraßen und Parkplätze, ist keine Möglichkeit der Aenderung, Er­gänzungoder Einschränkung der zentral erlassenen Bestimmungen mehr zugelassen. Aufgabe der Schulen, der Eltern und Erzieher, Aufgabe aber auch des selbstverständlichen Interesses aller Volksgenossen muh es sein, die Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung zum Gemeingut zu ma­chen. Von den allgemeinen, für den gesamten Ver­kehr zugrundelegenden Bestimmungen ausgehend, wird zunächst der Fahrzeugverkehr behan­delt. Der neue Staat lehnt es ab, schülmäßige Vor­schriften für erwachsene Menschen zu geben. Er beschränkt sich darauf, eindeutige Gebote und Ver­bote zu erlassen, deren strengste Beachtung er aber verlangt und erforderlichenfalls erzwingen wird.

Alle Lastfahrzeuge müssen in Zukunft mit einem Rückspiegel ausgerüstet sein. So wird künftig jedes Fahrzeug, gleichgültig ob Straßen­bahn ober Pferdefuhrwerk, ob Fahrrad ober Hand-

Das Reichsgericht in Leipzig verwarf antrags­gemäß die von dem 21jährigen Dreher Bernhard Pi schon gegen das Urteil des Schwurgerichtes Kottbus vom 16. Dezember v. I. eingelegte Revision als unbegründet. Damit ist der Angeklagte wegen Mordes rechtskräftig zum Tode unter Aber­kennung der Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt. Pifchon hatte in der Nacht zum 18. Februar 1932 nach einem kommunistischen Ueberfaü auf National­sozialisten den bereits schwerverletzten und hilflos am Boden liegenden SA.-Mann Gornatowski durch einen Steinwurf gegen den Kopf getötet.

Aus kandrzin wirb heydebreck.

Durch Erlaß des Preußischen Staatsministeriums ist der Name der Landgemeine Kandrzin, Kreis Kofel, in Oberfchlefien mit Wirkung vom 15. Mai 1934 in Heydebreck O.-S. umgeändert worden. Kandrzin ist der bekannte Eisenbahnknotenpunkt, an dem sich die Linien von Breslau nach Gleiwitz und Beuthen und nach RatiborOderberg sowie Neiße verzweigen. Der Name Heydebreck ist ge­wählt worden zur Ehrung des bekannten Ober- schlesienkämpsers Peter von Heydebreck, der als einarmiger Frontsoldat an den oberschlesischen Selbstschutzkämpfen beteiligt war und sich dort be- sonders hervorgetan hat. Peter von Heydebreck ge­hört seit 1923 der NSDAP, an, war 1924 Mit­glied des Frontbanns in Berlin unb bann mehrere Jahre lang SA.-Führer in Oberschlesien. Seit einigen Wochen ist er Führer der SA.-Gruppe Pommern in Stettin.

Als letztes Opfer der Gasometerexplosion im vorigen Jahre ist jetzt der Hüttenmeister Joses " * ' *1, gestorben, nachdem er

n Krankenhaus auf

karren, mit einem Rückstrahler oder Rücklicht aus­gerüstet fein. Die Anbringung des Rückstrahlers ist nicht nur für die Dunkelheit, sondern für die Dauer angeordnet, da erfahrungsgemäß ein Fahrzeug, das den Rückstrahler nicht am Tage hat, ihn auch nachts nicht führen wird. Die Polizei erhält die Befugnis, ungeeigneten Personen die Führung von Fahr­zeugen dauernd oder zeitweilig zu untersagen. Also auch der Radfahrer, der sich nicht daran ge­wöhnen kann, die Bestimmungen zu beachten, läuft Gefahr, daß ihm das Führen des Fahrrads für dauernd untersagt wird. Erhöhte Rück­sichtnahme auf Kriegsbeschädigte und andere Körperbehinderte ist das vor­nehmste Gebot für jeden Fahrzeugführer. Die gelbe Armbinde mit drei schwarzen Punkten wird als staatlich geschützte V e r k e h r s e i n r i ch - t u n g eingeführt. Derkehrsbeschränkun- g e n können künftig nur noch von der Kreispolizei­behörde ausgesprochen werden. Die von vielen kleinen Ortspolizeibehören aufgetürmten Hinder­nisse für einen freien und fließenden Verkehr wer­den damit beseitigt. Das bisher übliche Neben- e i n a n b e r f a t) r e n zahlreicher Radfah­rer ist verboten. Die Fußgänger haben alle Verkehrszeichen strengstens zu beachten. Die Sicherung marschierender Kolonnen im Dunkeln durch Laternen oder Rückstrahler ist | für die Formationen der SA. und SS. über­nommen worden.

Chinsen. Keinem von ihnen ist jedoch ein leiblicher Schaden zugefügt worden. 90 Gefangene wurden aus dem Kerker herausgelassen, weil dieser vom Feuer ergriffen war unb schließlich auch zerstört wurde; 63 von ihnen hatten sich bis zum 25. März den Behörden wieder gestellt.

Beim Paddeln im Rhein ertrunken.

Zwei junge Leute aus Frankenthal (Pfalz) fuhren mit einem Faltboot, an dem ein Segel gespannt war, auf dem Rhein in Richtung Ludwigshafen. Plötzlich wurde das Boot von einer Böe zum Kentern gebracht. Der eine der beiden Insassen konnte durch Schwimmen das Land erreichen, dem 23jährigen ledigen Dreher Josef Schmitt glückte dies jedoch nicht mehr. Er versank 20 Meter von einem Boot entfernt, dessen Insassen ihm zu Hilfe kommen wollten, und ertrank. Seine Leiche konnnte noch nicht geländet werden.

Wirbelsturm über Neuorleans.

Die amerikanische Stadt Neuorleans wurde von einem Wirbelsturm heimgesucht, der großen Schaben anrichtete und auch Menschenopfer gefor­dert hat. Sieben Häuserblocks wurden in einen Trümmerhaufen verwandelt. Die Verwirrung wurde dadurch vergrößert, daß die Drahtverbin- düngen und Lichtleitungen zerstört wur­den, so daß sich die Alarmierung von Rettungs­mannschaften verzögerte. Zahlreiche Verletzte sind bereits aus den Trümmern der Häuser gebor­gen worden. Wie groß die Gewalt des Sturmes war, geht daraus hervor, daß ein Wohnhaus vom Unterbau losgerissen wurde. Die Trümmer stürzten auf einen Lastwagen. Ergänzend wird gemeldet, daß die Zahl der zerstörten Häuser etwa 100 be­trägt. Die Zahl der Verletzten hat sich auf 60 erhöht, von denen zwölf schwer verletzt wurden. Auf den Wirbelsturm folgte ein ungewöhnlich star­ker Wolkenbruch.

Gelungene Probeflüge mit einem motorisierten Segelflugzeug.

Auf dem ©anbauer Flugplatz bei Breslau fanben Flugversuche mit einem motorisierten S e - gelflugzeug statt. Dieser Motorsegler vom Typ Grunau-Baby ll war vom Leiter der flugtechnischen Vereinigung der höheren technischen Staatslehr­anstalt für Hoch- unb Tiefbau, Studienrat Diplom­ingenieur Dr. Widok, in einem Kursus für er­werbslose Jugendliche in acht Wochen hergestellt

Wieviel Erbhöfe gibt es?

Bisher gingen die Meinungen über die Anzahl und die Fläche der landwirtschaftlichen Betriebe, aus die sich das Reichserbhofgesetz erstreckt, recht ] weit auseinander. Nach dem Reichserbhofgesetz wer­den land- und forstwirtschaftliche Betriebe in her Größe einer Ackernahrung bis zu 125 Hektar zu Erbhöfen, wenn sie am 1. Oktober 1933 im Alleineigentum einer dackernfähigen Person wa? ren und nicht durch ständige Verpachtung genutzt wurden. Der Gesetzgeber hat d i e untere Grenze der Ackernahrung nicht genau festgelegt, um für die Berücksichtigung der örtlichen Verschie­denheiten einen gewissen Spielraum zu lassen. In Anlehnung an eine Anordnung des preußischen Justizministers kann jedoch eine Fläche d o n 1% Hektar als untere Durchschnitts- grüße angesehen werden.

Da bis zur endgültigen Feststellung der Erbhofe noch einige Zeit vergehen wird, hat das Institut für Konjunkturforschung jetzt eine Schätzung oorgenom- men. Danach sind in Deutschland etwa 1 Mil­lion landwirtschaftliche Betriebe vor­handen, die als Erbhöfe in Frage kommen. Zahlenmäßig stellen diese Betriebe e t w a 2 0 o. H. aller landwirtschaftlichen Betriebe und etwa 50 v. H. der Betriebe mit mehr als zwei Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche dar. Dabei ist der prozentuale Anteil der Erbhöfe an der Gesamt­zahl der Betriebe in Westdeutschland kleiner als im Osten, da namentliche in West- und Südbeutschland sehr viele Klein- und Parzellenbetriebe vorhanden sind, die nicht unter das Erbhofgesetz fallen. Trotz­dem befinden sich aber etwa % aller Erbhöfe in Westdeutschland.

Die Erbhöfe umfassen mit 19,7 Mill. Hektar Ge­samtfläche und einer landwirtschaftlichen Nutzfläche von 13,8 Mill. Hektar etwa 60 v. H. derFläche aller Betriebe über zwei Hektar. In Westdeutschland ist der Anteil der Erbhöfe an der landwirtschaftlichen Fläche größer als im Osten, wo die nicht unter das Erbhofgesetz fallenden Groß­betriebe stark vertreten sind. Die Durchschnitts- große der Erbhöfe wird auf 20 Hektar Gesamt­fläche unb 14 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche geschätzt. Don Osten nach Westen macht sich eine Verringerung der Durchschnittsgröße bei den Erb­höfen bemerkbar, lieber vier Fünftel der Zahl unb fast brei Fünftel ber Fläche der Erbhöfe entfallen auf bie m i 11 e 1 b ä u e r 1 i ch e n Betriebe, bie als Familienwirtschaften eine ibeale Be- triebsform barstellen.

Aus einer Tabelle bes Instituts für Konjunktur­forschung ist ersichtlich, baß bie Rheinprovinz, beibe Hessen unb Rheinpfalz zusammen 123 000 Erb-. Höfe haben, bas finb 14 v. H. aller lanbwirtschaft- lichen Betriebe. Die höchste Prozentzahl (25 v.H.) weisen Ostpreußen unb Sübbeutschlanb auf.

bie Heilung von seinen schweren Derwunbungen gehofft hatte. Durch feinen Tob erhöht sich bie Zahl ber Opfer bes Neunkirchener Unglücks auf 70.

Deutsche Filmschauspielerin mit ihrem Begleiter in Frankreich tödlich verunglückt.

In ber Nähe von Bordeaux fuhr ein Kraftwagen, in dem sich die deutschen Staatsangehörigen Ola Gutschmidt und Hildegard Alexandra Molino von Kluck befanden, in schärfster Fahrt gegen einen Chausseebaum. Der Benzinbehalter ging bei dem Anprall in Stücke unb der Wagen stand sofort in Hellen Flamme n. Die beiden In­sassen kamen ums Leben. Fräulein von Kluck war das einzige Enkelkind des Generalobersten a. D. von Kluck. Sie war mit einer Filmgesellschaft in den Pyrenäen gewesen und befand sich auf der Rückreise nach Deutschland.

worden. Der Motorsegler ist eine Konstruktion ber chlesischen Flugzeugfirma Edmund Schneider- Grunau, der Motor, ein Zwei-Zylinder-Zweitakt- motor mit einer Höchstleistung von 16 PS bei einem Gesamtgewicht von nur 22 Kilogramm, ist von Ingenieur Koeller (Wittenberge) konstru­iert unb treibt eine als Druckpropeller wirkende Flügelschraube, die oberhach der Tragflächen ange­ht ist, an. Der erste, von W^erkstattleiter Sei» l e r ausgeführte Flug, dauerte nach einem geringen Anlauf etwa zehn Minuten. In 200 Meter wurde der Motor abgestellt und das Flugzeug segelte in weitausholenden S-Kurven zur Erde. Weitere Fluge olgten bald dem gelungenen ersten Fluge, dann wurde die Maschine, die erste ihrer Art in Deutsch land, wieder auseinandergenommen und nach ihrem künftigen Standort, Strehlen transportiert.

Wettervoraussage.

Ein Hochdruckkeil erstreckt sich von Westen her über Deutschland und bewirkt ein Zusammensinken der Luftmassen. Da das Barometer noch steigende Tendenz zeigt, wird sein Einfluß auch weiter er­halten bleiben. Das Wetter gestaltet sich daher viel­fach aufheiternd, wobei am Tage die Sonnenstrah­lung milde Temperaturen hervorruft, während nachts die Werte bis unter den Gefrierpunkt zu liegen kommen. Die angrenzenden Störungen wer­den vorübergehend Anlaß zu etwas Bewölkung geben, ohne aber den Witterungscharakter dabei wesentlich umzugestalten.

Aussichten für Mittwoch: Zeitweise be­wölkt, im allgemeinen aber später aufheiternd, tagsüber mild, nachts Temperaturrückgang bis unter den Gefrierpunkt, trocken.

Aussichten für Donnerstag: Im wesent­lichen Fortdauer der Hochdruckwetterlage.

Lufttemperaturen am 26. März: mittags 7,2 Grab Celsius, abenbs 3,8 Grad; am 27. März: morgens 1,3 Grad. Maximum 7,6 Grad, Minimum1,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. März abenbs 5,2 Grad, am 27. März morgens 2,3 Grad.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Derantworllich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 34: 11 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen.