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Hungen gerichtet. Die neue ,deutsch-polnische Freund­schaft' wird Frankreich verdrießen, da Frankreichs Unvermögen, seinen östlichen Verbünde­ten zu halten, auch in Oe st erreich eine Reak­tion Hervorrufen werde. Hitler zieht durch den Vertrag Frankreich weiter von Polen ab und schwächt den ,Ring von Stahl', mit dem die französischen Staatsmänner Deutschland um­geben hatten."

Der sozialistischeDaily Herald" schreibt, daß das Abkommen auf die A b r ü st u n g s f r a g e günstig wirken werde, denn es sei so gut wie sicker, daß Polen jetzt der deutschen Forderung auf jofor- tige Gleichberechtigung sympathisch gegenüberstehen werde. Das Blatt meint, daß Deutschland jetzt ohne Zweifel sein Angebot für ein ähnliches Ab­kommen mit'der Tschechoslowakei wie­derholen werde. Ebenfalls werde es wahrscheinlich Frankreich erneut einen Nichtangriffspakt an­bieten. Jetzt würde es den Franzosen schwer fallen, zu antworten:Jawohl, aber was geschieht mit Polen?"

Befriedigung in Warschau.

" Warschau, 26. Jan. (DNB.) Das deutsch-pol­nische Verständigungsabkommen hat in Regierungs­kreisen große Befriedigung ausgelöst und wird überaus freundlich begrüßt. Besonders wird her Umstand unterstrichen, daß der Pakt nicht von dem Bestehen irgendwelcher internationaler Institu­tionen abhängig gemacht worden ist, zumal diese Stellen einem wechselvollen Schicksal unterliegen können. Ferner wird gesagt, daß die nunmehr er­folgte Befriedung der Beziehungen zwischen den bei­den Nachbarländern auch eine Stärkung des europäischen Friedens bedeute. Nicht zu­letzt durch die große Zeitspanne von zehn Jahren, für welche dieses Abkommen abgeschlossen worden ist, wird es als eine bedeutsame Tatsache auch wirtschaft­licher Tragweite angesehen.

Die meisten Blätter beschränken sich vorläufig darauf, über das Abkommen umfangreiche Berichte zu veröffentlichen, ohne es bis ins einzelne zu kom­mentieren. Der regierungsfreundlicheK u r j e r Poranny" schreibt u. a., daß das Abkommen in die deutsch-polnischen Beziehungen eine tiefe und dauerhafte Befriedung hineintrage. Die Festigung des Friedens sei eine bedeutsame Etappe auf dem Wege der Befriedung von ganz Europa. Der groß­industrielleK u r j e r P o l s k i" unterstreicht den Umstand, daß die Beziehungen zu den internationa­len Abtnachungen der vertragsschließenden Länder in keiner Weise berührt werden.

Oie Tschechen merken auf.

Prag, 27. Jan. (DNB.) Das deutsch-polnische Verständigungsabkommen hat in allen politischen Kreisen Prags großes Aufsehen erregt. Die Mel­dung kam für die Morgenblätter zu spät, so daß nur in demPrager Tagblatt" ein Kommentar ent­halten ist, der aber die in Prag in dieser Frage herr­schende Stimmung sehr gut wiedergibt. Das Blatt sagt: Der Sondervertrag zwischen Berlin und War­schau ist offenbar eine Verkörperung des von Hit­ler wiederholt ausgesprochenen Gedankens, die inter­nationalen Beziehungen Deutschlands nicht im Rahmen des Völkerbundes, sondern durch gegenseitige Vereinbarungen zwischen Deutschland und den jeweils in Betracht kommenden Staaten zu regeln. Der neue Vertrag ist kein vollständiges Ostlocarno, da dazu zum min­desten auch die Tschechoslowakei gehören würde. Die Prager Außenpolitik geht aber von dem Grundsatz aus, daß sie nur im Rahmen des Völkerbund es und nur im Einverneh­men mit den anderen befreundeten S t aa t e n ein ähnliches Abkommen mit Deutschland schließen will.

Großer Eindruck in Paris.

Warum findet Paul-Boncour nicht auf den gleichen Weg?

P a r i s, 27. Jan. (DNB.-Funksvruch.) Die Unter­zeichnung des deutsch-polnischen Vertrages hat in Paris großen Eindruck gemacht. Wenn man auch betont, daß dieser Vertragsabschluß nicht ganz überraschend gekommen sei, so fragt man sich im Grunde doch nach den Wirkungen dieses außen­politischen Ereignisses.Journal" erklärt, die Unter­zeichnung habe bei der öffentlichen Meinung eine wahre Sensation hervorgerufen. Obwohl beiderseits große Schwierigkeiten bestehen blieben, habe sich doch der deutsch-polnische Himmel auf­geklärt.Matin" hebt hervor, der Vertragstext beweise klar, daß Deutschland einerseits die Be­ziehungen mit Polen und Frankreich und mit Ru­mänien sowie die Beziehungen des Warschauer Kabinetts mit dem Völkerbund vorbehaltlos a n - erkenne und andererseits sich nicht in inner- politische Angelegenheiten Polens einmischen werde. Excelsior" schreibt: Die Oeffentlichkeit werde, ohne sich Illusionen zu machen, dieses Abkommen günstig aufnehmen, das für die Gegenwart die an der Weichsel vorhandenen Sturmzeichen zerstreue.Petit Journal" schreibt, die Unter­zeichnung beweise, daß die Warschauer Politik sich in Richtung auf eine immer größere S e l b st ä n d i g k e i t hin entwickele. Le Jour" schreibt:

Bisher ist die Frage Korridor Polen Dan­zig Schlesien international gewesen.

Wenn die direkten deutsch-polnischen Verhand­lungen einen Sinn haben, dann nehmen sie Europa das Aufsichtsrecht und die Jnterventionspflicht in dieser Frage. Wenn auch das alte System der Geschmeidigkeit entbehrte, so hat es doch den Status quo mit tausende Bürgschaften umgeben. Das neue System gibt Polen zwar seine Bewegungsfrei­heit wieder, aber es isoliert es auch.

Echo de Paris" erklärt: Es wäre unrichtig, zu behaupten, daß die Polen mit Pauken und Trom­peten in das mitteleuropäischeLager" übergelaufen feien. In dem Maße, in dem Deutschland sich gegen­über Polen zu einer Friedenspolitik verstehe, finde es nur in der Entschlossenheit und Energie, die Polen schon seit einem Jahre beweise, Anerkennung.

Wenn der französische Außenminister P a u l - Boncour f i d) gegenüber Berlin ge­nau so verhalten hätte, wie Beck, dann wäre man nicht da angelangt, wo man jetzt stehe. 3m übrigen meint das Blatt den Standpunkt, daß auch taktische Gründe maß­gebend waren. Polen wolle einmal zeigen, daß es auf Frankreich verzichten könne.

Oer erste Erfolg der neuen Methode direkter Verständigung.

Das Abkommen im Spiegel der Berliner presse.

Berlin, 27. Jan. (DNB.) Das Verständigungs­abkommen zwischen dem Deutschen Reich und Polen wird von der gesamten Berliner Presse mit Freude und Genugtuung begrüßt. DerVölkische Beo­bachter" weist darauf hin, daß der Pakt mit Po­len die Politik des Friedens und der offenen Aus­sprache fortsetzt, die der Führer als sein außenpoli­tisches Programm vor dem deutschen Volk und der Welt gekennzeichnet hat. Es ist noch nicht lange her, fährt das Blatt fort, daß sich beide Vertragspartner xu wiederholten Malen vor dem Forum des Völker­bundes gegenüberstanden, ohne einen Weg der ge* genseitigen Verständigung zu finden. Das national­sozialistische Deutschland hat sich mit einem kla­ren Entschluß aus dieser vergifteten Atmosphäre der internationalen Di­plomatie gelöst, und es ist eine mutige Tat, daß ebenso die polnische Regierung sich über alle Quertreibereien hinwegsetzte, um in direkter versönlicher Aussprache den Weg der Annäherung zu finden, der in Genf immer wieder von interessierten Kräften verstellt wurde. Die neue europäische Politik hat mit diesem Tag den ersten großen Erfolg errungen.

DieDeutsche Allgemeine Zeitung" unterstreicht besonders, daß bei dem Abschluß des deutsch-polnischen Abkommens nicht jene allgemeine pazifistische Ideologie Pate gestanden hat, "die den Pariser Pakt vielfach zum Gespött werden ließ, und nicht die Vorstellung internationaler Verbrüderung, die im Völkerbund ad absurdum geführt worden ist, sondern das gerade Gegenteil davon: Der Wunsch zweier Nationen, die vielen brennenden Fragen, die sie trennen, ohne Einmischung dritter Inter­esse n t e n einer Lösung entgegenzuführen. Der Wille zur direkten Verständigung ist der Kern dieses Abkommens, und darin unterscheidet es sich gerade grundsätzlich vom Kelloggpakt.

DieDeutsche Zeitung" schreibt u. a.: War der Völkerbunds-Austritt Deutschlands der entschlos­sene Schlußstrich unter die ausweglose sich in ewi­gen Hadern aufzehrende, zu wirklichen Friedenstaten unfähige Politik, so beweist das nationalsozialistische Deutschland mit diesem Abkommen, daß es allen Widersachern zum Hohn wirklich großer epochemachender Friedenstaten fähig ist. Das nationalsozialistische Deutschland und sein Führer Adolf Hitler können für sich in Anspruch nehmen, etwas geschaffen zu haben, was nicht nur für Deutschland, sondern für die Verständigung der Völker überhaupt und für die Sicherung des Frie­dens unter den Völkern von außerordentlicher Be­deutung ist.

DieG e r m a n i a" betont besonders die Form der Erklärung, in der ein auffallender Unterschied zu der Art sestzustellen sei, in der internationale Abmachungen bisher festgelegt worden seien. Statt

der sonst üblicken juristischen Formen sei diesmal das einfachste sprachliche Gewand gewäylt worden. Damit werde gleichzeitig die bewußte Abkehr von Abmachungen, wie sie im Rahmen des Völkerbundes üblich waren, dokumentiert.

DieVoffifche Zeitung" nennt das Abkom­men die schärfste politische Wendung in der ganzen Nachkriegszeit. Wenn Deutschland und Polen, fährt das Blatt fort, den Verzicht auf Gewaltanwendung und ihre Bereitschaft, alle Streitfragen durch Ver­handlungen zu regeln, für einen Zeitraum von zehn Jahren aussprechen, so wird man erkennen müssen, daß es sich hier um eine neue Methode di­plomatischer Beziehungen handelt, die sich nur durch eine innere Abkehr von jeder Gewalt­politik erklären läßt. Als in den Abrüstungsverhand­lungen der Macdonald-Plan, dem Deutschland be­reits zugestimmt hatte, von den anderen Mächten abgeändert wurde, beriefen sie sich darauf, daß Deutschland ein friedenstörendes Element in Europa sei. Dieser Vorwurf kann nicht mehr gelten, nachdem Deutschland gerade mit dem Nach­bar ein Abkommen geschlossen hat, mit dem die ernstesten Streitfragen bestanden. So wird das Abkommen auch zu einem Ausgangspunkt wei­terer Abrüstungsverhandlungen.

Was wird Simon im Unterbaue erklären.

Rätselraten in der englischen treffe.

London, 27. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die englische Morgenpresse beschäftigt sich mit der anae- kundigten außenpolitischen Erklärung Sir John Si­mons im Unterhaus. Die meisten Blätter vertreten die Ansicht, daß mit irgendwelchengrund- legend neuen Vorschlägen nicht zu rechnen sei.Morning Post" meint, daß die Erklärung Simons wahrscheinlich nicht viel mehr enthalten werde als einen Ueberblick über die diplo­matischen Verhandlungen seit der Parlamentsverta­gung im Dezember. Das Blatt betont, daß die gegenwärtige Lage der Abrüstungsfrage selbst in gut unterrichteten Kreisen durchaus unklar beur­teilt werde und deutet ferner die Möglichkeit von Unstimmigkeiten im britischen Kabi- JJ V t an- DerDaily Telegraph" sagt ebenfalls, daß das englische Kabinett zwar keine grundsätzlich neuen Vorschläge bringen werde, aber doch wahr­scheinlich bestimmte neue Anregungen machen werde. Jedenfalls werde die Regierung in reiL®emü^un$en Unterschiede zwischen dem deutschen und französischen Standpunkt zu über­brücken, nicht im geringsten nachlassen. Die Erklä­rung, die vor einigen Tagen entworfen worden sei.

werde in etwas energischerer Sprache gehalten sein, als ursprünglich geplant worden sei.Daily Mail" vertritt die Ansicht, daß die Erklärung Simons das F e st h a l t e n E n g l a n d s an dem ursprüng­lichen Macdonaldplan mit gewissen Ab­änderungen zum Ausdruck bringen werde. Eine der wichtigsten Abänderungen könnte möglicherweise die Anregung sein, die sogenannte Bewährungs- f ri st auszu schalten. Am Freitagabend habe man jedenfalls in unterrichteten Londoner Kreisen geglaubt, daß Frankreich unter Umständen einer solchen Ausschaltung zu stimmen würde.

Gin Dreikönigstreffen der Balkan­könige verabredet.

Bukarest, 26. Jan. (DNB.) Am Freitag vor­mittag fand eine telephonische Unterre. düng zwischen den auf Schloß Pelesch in Sinaja anwesenden Königen von Rumänien und Bulgarien und dem König von Südsla- w i e n in Belgrad statt. Es wurden wichtige balkan- politische Fragen sowie der Plan einer gemeinsamen Zusammenkunft der dreiKönige bespro­chen. Der Besuch wird wahrscheinlich im Laufe des Monats März stattfinden.

Vor dem Rückttitt des Kabinetts Lhaulemps.

Oie offene Krisis noch heute erwartet.

Paris, 26. 3cm. (DRV.) Der französische 3ustiz- minisler Raynaldy hat Ministerpräsident Chcm- lemps sein en Rücktritt erklärt. (Eine Abord­nung der sozialistischen Kammerfrak­tion war bei Ministerpräsident Chautemps vor­stellig geworden, um von ihm den Rücktritt des 3ustizministers Raynaldy zu fordern. Der Rücktritt des 3ustizministers dürfte feinen Ursprung darin haben, daß er Verwaltungsratsmitglied der Bank Sacazyn gewesen ist, die weg e n Unregel­mäßigkeiten in der Buchführung und wegen 3rref üfjrung der Oeffentlichkeit in einen Skandal verwickelt ist, der vorläufig noch Gegenstand einer Untersuchung der zuständigen Ge­richte ist.

3n parlamentarischen Kreisen nimmt man an, daß der Ministerpräsident das Rücktrittsgesuch des 3ustiz- ministers nicht angenommen habe, um am Dienstag mit voll besetztem Kabinett vor die Kam­mer zu treten und dort den entscheidenden Kampf liefern zu können. Die Ablehnung wird auf eine eingehende Unterredung zurückgeführt, die Chau- temps mit dem Vorsitzenden der radikalfozialistifchen Partei h e r r i o t gehabt hat. herriot soll den Mi­nisterpräsidenten dazu bestimmt haben, den Kampf mit dem Parlament noch einmal aufzunehmen. Ray­naldy wird indessen das Rücktrittsgesuch aufs neue einreichen und auf dessen An-

nahmebestehen. 3n gut unterrichteten Kreisen neigt man zu der Auffassung, daß Chautemps dem Präsidenten der Republik den Gesamtrücktritt der Regierung überbringen wird, aber man glaubt nicht, daß Chautemps wiederum mit der Kabinettsbildung betraut wird, sondern nennt als aussichtsreichsten Kandidaten Ldouard Herriot und in zweiter Linie Da 1 ad 1 er.

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Im Laufe der Nacht haben sich die Straßen» kundgebungen, die abends oor demKam» mergebäude stattfanden, nach den großen Boulevards der Innenstadt hingezogen. Einige Demonstranten trugen Plakattafeln mit Auf­schriften, die auf die Stavisky-Angelegenheit Bezug hatten. Die Polizei zerstreute die Demonstranten, konnte aber nicht verhindern, daß einige die kleinen auf den Terrassen der Kaffeehäuser befindlichen Tische als Wurfgeschosse zu benutzen ver­suchten. Vom Platz der Republik aus bildete sich ein Zug, der immer mehr anschwoll und unter dem Gesang der Marseillaise und mit dem Rufe: Nieder mit den Dieben!" umherzog. Die Demon­stranten versuchten, über die Seinebrücke vor das Kammergebäude zu ziehen, was aber durch die Polizeiabsperrung verhindert wurde. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei. Auch vom Boule­vard St. Germain aus versuchte eine Kolonne nach dem Kammergebäude vorzustoßen, wurde aber dar- an durch die Polizei verhindert. Ueberdies fand eine Kundgebung vor dem Justizministerium statt.

Der Führer - ein Mann aus dem Volke und ein Soldat.

Reichsarbeitsminister Seldte über die Persönlichkeit Adolf Hitlers.

Eine Unterredung mit dem Stahlhelmbundesführer.

Berlin, 27. Ian, (VDZ, Funkspruch,) Aus An- laß des Jahrestages der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler gewährte Reichsarbeitsminister Seldte einem Mitarbeiter des VDZ.-Bureaus eine Unterredung über die Ergebnisse des ersten Jahres nationalsozialistischer Regierung in Deutsch­land. Der Minister äußerte sich bei dieser Gelegen­heit auch über die Persönlichkeit des Führers und erklärte,für unser Volk bedeutet es ein großes Glück, daß uns dieser Mann geschenkt worden ist, der erstens ein Mann aus Dem Volke, zwei­tens auch Soldat ist und außerdem diese uner­hörte intuitive Begabung gepaart mit großem Fleiß, besitzt. Er hat den Instinkt des Spähers und des Jägers dem Schicksal und der Politik gegenüber, der dem Deutschen im allgemeinen fehlt".

Minister Seldte erklärte dann, die Eingliede­rung des Stahlhelms.in die SA. sei des­wegen so leicht geworden, weil eine starke Paralleli­

tät in den Auffassungen bestanden habe und weil er selbst im Stahlhelm den Boden dafür bereitet habe. Der Stahlhelmkamerad als Soldat sei darauf einge­stellt gewesen, daß eines Tages ein Führer kommen würde, der den großen Befehl gibt.

Zur Frühjahrsschlacht gegen die Ar­beitslosigkeit erklärte der Minister, daß noch viele Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen im Gange seien und daß noch 1 bis 1,5 Milliarden Mark aus dem vorjährigen Programm zur Verfügung ständen. Er erwähnte die 600 Millionen für die Saniere L des Hausbesitzes. Für die Vorstadtsiedlung seien im letzten Jahre 110 Millionen bereitgestellt worden, es würden damit etwa 50 000 neue Klein- siedler stellen errichtet. Für Eigenheime seien 20 Millionen Mark zur Verfügung gestellt, damit hoffe man, etwa 1 2 0 0 0 Eigenheime mit rund 14 000 Wohnungen herstellen zu kön­nen. Minister Seldte glaubt fest an die Erfüllung dessen, was der Kanzler gesagt hat:Innerhalb von Dfer Jahren werden wir die Arbeitslosig­keit beseitigt haben."

Dir lugend der Deutschen Arbeitsfront wird in die Hitlerjugend eingegliedert.

Die zusätzliche Berufsschulung der Jugend.

Berlin; 26. Jan. (DNB.) Im Preußischen Land­tag begann die von der Reichsjugendführung, dem Sozialen Amt und dem Jugendamt der Deutschen Arbeitsfront veranstaltete erste Tagung für z u s ä tz- liche Berufsausbildung der deutschen Jugend, bei der Staatsrat Dr. Ley und Reichs­jugendführer Baldur von Schirach über die Uebernahme der Arbeitsfront-Jugend durch die Hit­ler-Jugend. sprachen.

Staatsrat Dr. Ley

führte u. a. aus: Es ist das Vorrecht der Jugend, daß sie immer Generationen vorausmarschiert und ihre Gedanken hinausträgt. Als wir älteren aus dem Kriege nach Hause kamen und sahen, daß alle Opfer vergeblich sein sollten, nahmen wir den Kampf auf. All unser Ringen verkörpert sich in Ihnen, meine jungen Freunde. Was ist Sozialismus, was ist die Idee vom sozialistischen Menschen. Nichts anderes, als Kameradschaft. Kamerad sein heißt treu sein. Alle Programme von Marx, Engel und Liebknecht sind lächerlich gegenüber einer Minute Schützengraben, dort, wo der Tod umging, wo das Leben des einzelnen von der Treue, dem Mut und der Kameradschaft abhängig war. Ihr seid berufen, den Sozialismus wieder in das Volk hineinzutragen. In der Treue und Kameradschaft lag auch die Größe des alten deutschen Heeres. Treue und Kamerad­schaft sind auch die Größe unserer Bewegung. Wir haben den Arbeiter zum Volk zurückge­führt. Wechselten die anderen Schichten zwischen allen Parteien, so blieb er ewig Marxist, bis er zu uns kam. Insofern war er seinem Wesen entspre­chend treu. Als wir ihm die Binde vom Gesicht rissen und ihm bewiesen, daß auch wir treu waren, kam er zu uns, und da ward er unser treue« ster Soldat. Sie als Jugendführer bitte ich, Ihre hohe Aufgabe zu erkennen und zu erfüllen: den Arbeiter gerecht und als vollwertiges Glied in die Gemeinschaft einzureihen, dann wird er nie wieder von seinem Volke lassen.

Reichsjugendführer Baldur von Schirach

erklärte, die Hitler-Jugend wolle nichts anderes, als den Kameradschafts, und Gemeinschaftsgeist des Weltkrieges für alle Zukunft erhalten. Der Kampf des Nationalsozialismus sei im Grunde genommen

nichts anderes als der Kampf der Arbeiter gegen die Drohnen. Die Aufgabe der Jugend fei es, die junge Generation zu dem höheren Be­griff der Arbeit zu erziehen. Wenn wir die (Eini­gung der Jugend fordern, jo tun wir es, weil wir für diese Einigung 21 unserer besten Kameraden geopfert haben. Ihr werdet mit diesem Tage ein Bestandteil der großen revolutionären Jugendbewe­gung Adolf Hitlers. Nun sollt ihr in dieser Millio­nenbewegung der Hitler-Jugend mit gleichen Rech­ten und Pflichten marschieren. Ich erwarte von euch, daß ihr kämpft für das große sozialistische Werk der Zukunft. Wir wollen in der HI. nichts kennen, was uns entzweit, sondern nur kennen die Kameradschaft der deutschen Jugend, die sozialistische Revolution des jungen Deutschland, das Gelöbnis der Treue zu Adolf Hitler!

In eingehenden Referaten wurde dann auf die Arbeitsgemeinschaft als die eigentliche Form zusätzlicher Berufsausbildung hingewiesen. Dabei handelt es sich vor allem um die sogenannten Uebungsfirmen, von denen heute rund 1000 in Deutschland vorhanden sind. Eine starke Förde­rung hat in der letzten Zeit die Ausbildung in Lehrgängen erfahren, die ebenfalls im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften, vor allem für Arbeiter, in die Wege geleitet wurden. Man hofft, daß im Mai schätzungsweise rund 16 000 Lehrgänge in etwa 600 Städten in Deutschland laufen werden. Be­rufswettkämpfe sollen als Krönung der be­ruflichen Lehrgänge und Arbeitsgemeinschaften im­mer mehr ausgebaut werden. So will die Hitler- Jugend in diesem Frühjahr einen über das ganze Reich gehenden und die Jugendlichen aller Fachge­biete umfassenden Berufswettkampf organisieren, (in dem rund 2 Millionen Jugendliche teilnehmen wer­den. Aus den Ergebnissen sollen dann durch einen systematischen A u s l e s e p r o z e ß die zehn besten eines jeden Berufs­zweiges fe st gestellt werden, die am Tag der Nationalen Arbeit ihre besondere Ehrung erhalten werden. Weiter beschäftigte man sich eingehend mit den Werkschulen, den Freizeitwochen und mit den einzelnen Berufen und den sich für sie ergebenden besonderen Ausbildungsbedingungen.

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