Nr. 23 Erstes Blatt
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5amrtag, 27. Januar MH
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Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Zahr der Wende.
Nur noch eine kurze Spanne trennt uns von jenem Tage, da sich zum erstenmal der denkwürdige 30. Januar jährt, an dem sich der greise Feldmarschall an der Spitze des Reiches und der Führer des jungen Deutschland zu jenem Bunde zusammensanden, der im letzten Augenblick unser deutsches Volk vom Abgrund des Bürgerkriegs zurückreißen und aus dumpfer Verzweiflung, blindem Parteienhaß und fanatischem Klassenhader eine neue Volksgemeinschaft siegreich emporsteigen ließ. Das tiefe gläubige Vertrauen jener einst so kleinen Schar, die in Adolf Hitler den Retter vor drohendem Chaos sahen, hat sich Millionen und aber Millionen mitgeteilt, erfüllt heute ein ganzes Volk mit der Gewißheit, daß es den Führer gefunden hat, der ihm mit heißem Herzen und starken Armen den Weg zu einem neuen Reich höchster sittlicher Kraft, inneren Friedens und sozialen Ausgleichs, wirtschaftlicher Schaffensfreude und politischer Freiheit bahnen wird. Das erste Jahr der nationalsozialistischen Revolution hat Unendliches umgestaltet und neu- geschasfen. Wir stehen noch zu nah, um auch nur einen Ueberblick, geschweige denn einen Maßstab zu gewinnen. Parteien und Klassen sind verschwunden, das Reich hat eine einheitliche Führung erhalten, die keinen Länderpartikularismus duldet, die ständische Gliederung ist im Aufbau, der Bauer ist von den Zufällen einer kapitalistischen Wirtschaftsordnung gelöst und seiner großen nationalpolitischen Aufgabe zurückgegeben, die Wirtschaft ist neu ausgerichtet und auf die großen Aufgaben der Arbeitsbeschaffung angesetzt, die Rückführung von zwei Millionen Erwerbsloser in den Arbeitsprozeß ist der erste Erfolg der Arbeitsschlacht, das soziale Problem ist durch das soeben verkündete Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit, das auf dem Führerprinzip und der Betriebsgemeinschaft ruht, einer Lösung gewaltig nähergebracht worden, Lebenskraft und Lebenswille des Volkes werden durch sinnvolle Gesundheitspflege und planmäßige Ausgestaltung der Freizeit gestählt, Künste und Wissenschaften haben durch den nationalen Umbruch mächtige Anregungen erfahren, Rechtspflege und Erziehung werden im Geiste des neuen Staatsprinzips umgestaltet, die Presse ist durch das Schriftleitergesetz in den Dienst der Nation genommen.
Aber das wesentlichste: Grenzen und Trennungen sind gefallen, die man für unüberwindlich gehalten hatte, und das deutsche Volk hat sich zu einer wirklichen Volksgemeinschaft zusammengefunden, wie sie unsere wechselvolle Geschichte nur an ganz seltenen Höhepunkten aufzuweisen hatte. Und so ist es nur sinnvoll, daß an diesem ersten Jahrestage der nationalsozialistischen Revolution nach dem Willen des Führers die Feier der Erinnerung an das große Geschehen im Zeichen tätiger Volksgemeinschaft steht. Getreu der Parole dieses Winters „Keiner soll hungern und frieren" hat Reichsminister Goebbels für den ersten Geburtstag des Dritten Reiches eine großzügige Attron des Winterhilfswerks angekündigt, durch das Brot und Wärme in Stuben und Hütten grade der bebrang- teften Volksgenossen getragen werden als Beweis dafür, daß wir nicht unfern Stolz in prunkvollen Aeußerlichkeiten und nicht unsere Freude in rau- fchenden Festen sehen, sondern in dem Bewußtsem sozialer Pflichtersüllung. Und über das öffentliche Hilfswerk hinaus kann niemand dem Führer feinen Dank für die Wendung des 30. Januar und das ,-itd-m in rastlosem Streben Erreichte besser bezeugen, als durch eine persönliche Tat lebendiger Bolksgemeinschaft. Einem not -id-nden Volksgenossen Freude bereiten stiftet vielfältig Segen und hilft den Boden bereiten für die Vollendung des Werkes, das mit dem 30. Januar begann. Denn die gewaltig- Anspannung aller Kräfte der Nation auf allen Gebieten kann eben nur auf diesem Boden einer wahrhaften Volksgemeinschaft zu dem ersehnten Erfolge führen.
Der Neubau des Reiches wird errichtet unter weltpolitisch ungemein schwierigen Umstanden. Europa trägt noch heute das verzerrte Gesicht der Versailler Friedensdiktate. Zu gleicher Zeit, wo Deutschland den Kommunismus im Innern n^^9crunflen I)at und sich anschickt, sein von allen Schmarotzern und Schädlingen gesäubertes Haus den eigenen art- qemäsien Bedürfnissen entsprechend wohnlich emzu- richten steht es im erbitterten Kampf um ferne usienvolitische Gleichberecht' gung. Das Ab- ätsiÄKÄ iahnehnte nad) dem Friedensschlutz die Trennungs- Bundesgenossenschaft mit 1ter9 Jrunqenen Sieg &TÄX"n Ä ^poleon^strU- Sg^ÄneuS!mä,büÄrnUtb.n gekan? um den m Ver-
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sieht. Kleinliches, engherziges Mißtrauen mach Fi ankreich blind für die Gefahren einer Politik sturer "r-aation gegenüber einem Volk, das das Gesuyi ^nationale Ehre und für die Kraft sittlichen Rechts iir Dölkerleben wiedergefunden hat.
Ein zehnjähriger Versiändigungspakt zwischen Deutschland und Polen.
Der Wille zur Begründung gutnachbarlicher Beziehungen. — Ein erster großer Erfolg der direkten Methode in der Außenpolitik des Führers.
Oie amtliche Erklärung.
Berlin, 26. Jan. (DNB. Wie durch amtliche Meldung vom 15. November vorigen Jahres in Berlin und Warschau bekanntgegeoen wurde, ist damals bei einer Aussprache zwischen dem Herrn Reichskanzler und dem polni- chen Gesandten in Berlin die übereinstim- nende Absicht der Reichsregierung und der polni- chen Regierung festgestellt worden, die diese beiden Länder berührenden Fragen auf dem Wege unmittelbarer Verhandlungen in Angriff zu nehmen und ferner zur Festigung des Friedens in Europa in ihrem Verhältnis zueinander auf jede Anwendung von Gewalt zu verzichten. Im Anschluß daran haben Verhandlungen zwischen der Reichsregierung und der polnischen Regierung stattgefunden mit dem Ziele, im Sinne des Ergebnisses jener Aussprache eine bindende schriftliche Vereinbarung über die künftige Gestaltung der beiderseitigen Beziehungen zu treffen. Diese Verhandlungen sind nunmehr zum Abschluß gelangt. Der Reichsminister des Auswärtigen und der polnische Ge- andte haben heute vormittag im Auswärtigen Amt eine Erklärung unterzeichnet; sie hat
folgenden Wortlaut:
Die deutsche Regierung und die polnische Regierung hatten den Zeitpunkt für gekommen, um durch eine unmittelbare verständi- gung von Staat 3u Staat eine neue Phase in den politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Polen einzuleilen. Sie haben sich deshalb entschlossen. durch die gegenwärtige Erklärung die Grundlage für die künftige Gestattung dieser Beziehungen feslzulegen.
Beide Regierungen gehen von der Tatsache aus, daß die Aufrechterhaltung und Sicherung eines dauernden Friedens zwischen ihren Ländern eine wesentliche Voraussetzung für den allgemeinen Frieden in Europa ist. Sie sind deshalb entschlossen, ihre gegenseitigen Beziehungen aus die im Pakt von Paris vom 27. August 1928 enthaltenen Grundsätze zu stützen, und wollen, insoweit das Verhältnis zwischen Deutschland und Polen in Betracht kommt, die Anwendung dieser Grundsätze genauer bestimmen.
Dabei stellt jede der beiden Regierungen fest, daß die von ihr bisher schon nach anderer Seite hin übernommenen internationalen Verpflichtungen die friedliche Ent- Wicklung ihrer gegenseitigen Beziehungen nicht hindern, der jetzigen Erklärung nicht widersprechen und durch diese Erklärung nicht berührt werden. Sie stellen ferner fest, daß diese Erklärung f i ch
Das Sicherheitsphantom, von einer der Rüstungsindustrie hörigen Presse immer wieder neu herausgeputzt, macht die öffentliche Meinung Frankreichs, von wenigen einsichtigeren Kreisen abgesehen, unempfänglich für den Gedanken, daß Frankreichs Bedürfnis nach Sicherheit nicht besser befriedigt werden könnte als durch eine offene Verständigung mit seinem deutschen Nachbarn, die zwar die Anerkennung der Gleichberechtigung voraussetzt, aber von Frankreich nichts verlangt, was seinem nationalen Prestige abträglich sein könnte. Der Notenwechsel zwischen Berlin und Paris wird von der französischen Presse mit ängstlichem Gegacker oder wütendem Bellen begleitet. Die Regierung sieht in den diplomatischen Verhandlungen anscheinend nur ein unvermeidliches Zwischenstadium, von dem sie nichts erwartet und nach besten Abschluß sie erleichtert nach Gens zurückkehren zu können glaubt. So werden auch die englischen Vermittlungsversuche mit wenig freundlichen Kommentaren begleitet. Die innerpolitische Krisis, in die der Staviskyskandal Frankreich gestürzt hat, tut natürlich auch das ihrige, den Tatendrang Paul-Boncours zu lähmen. Ob nach dem Sturz des Kabinetts Chautemps ein verständigungsfreundlicherer Wind in Paris aufkommen wird, muß abgewartet werden. Deutschland hat den Weg zu einem Ausgleich gewiesen, es ist Sache der Franzosen sich zu entscheiden, ob sie diesen Weg ebenso ehrlich und ohne inneren Vorbehalt beschreiten wollen, wie er vorgeschlagen wurde, oder ob sie weiter sich einer endlichen Befriedung Europas entgegenstellen wollen.
Mit nicht weniger Mut wie das deutsch-französische Verhältnis hat der Führer des jungen Deutschland auch das heiße Eisen des D ft Problems angepackt. Hier hat seine Politik direkter Verhandlungen, die er in klarer Erkenntnis des völligen Desastres der internationalen Konferenzen wie mit Frankreich so auch mit Polen einleitete, schneller zu einem Ergebnis geführt. Die Ausdehnung des polnischen Staatswesens auf Kosten des deutschen Ostens und die Abtrennung Ostpreußens vom Reich durch den Korridor sowie die Schaffung der Freien Stadt Danzig sind wohl die schwersten Wunden, die das Versailler Diktat unserem Vaterlande auf territorialem Gebiet geschlagen hat. Die „blutende Grenze" vom oberschlesischen Jndustrierevier, das man sinnlos
nichtauf solche Fragen erstreckt, die nach internationalem Recht ausschließlich als innere Angelegenheiten eines der beiden Staaten anzusehen sind.
Beide Regierungen erklären ihre Absicht, sich in den ihre gegenseitigen Beziehungen betreffenden Fragen, welcher Art sie auch fein mögen, unmittelbar zu verständigen. Sollten etwa Streitfragen zwischen ihnen entstehen und sollte sich deren Vereinigung durch unmittelbare Verhandlungen nicht erreichen lassen, so werden sie in j edem besonderen Falle auf Grund gegenseitigen Einvernehmens eine Lösung durch andere friedliche Mittel suchen, unbeschadet der Möglichkeit, nötigenfalls diejenigen Verfahrensarten zur Anwendung zu bringen, die in den zwischen ihnen in Kraft befindlichen anderweitigen Abkommen für solchen Fall vorgesehen sind. Unter keinen Umständen werden sie jedoch zum Zwecke der Austragung solcher Streitfragen zur Anwendung von Gewalt schreiten.
Die durch diese Grundsätze geschaffene Friedensgarantie wird den beiden Regierungen die große Aufgabe erleichtern, für Probleme polilscher, wirtschaftlicher und kultureller Art Lösungen zu finden, die auf einen gerechten und billigen Ausgleich der beiderseitigen Interessen beruhen.
auseinandergerissen hat, bis hinauf nach Danzig und Ostpreußen ist ein Hohn auf völkisches Selbst- bestimmungsrecht und wirtschaftliche Vernunft. Die Politik kleinlicher Schikanen, die die Warschauer Regierung in den vom Reich losgerissenen Gebieten gegenüber den neuen Staatsbürgern betrieb, hat ebensosehr wie die blutigen Deutschenverfolgungen, die man sich unter Führung von Aufständischenverbänden und Westmarkenoerein ungestraft zuschulden kommen ließ, die Herstellung auch nur korrekter Beziehungen zwischen Deutschland und Polen verhindert. Nicht einmal wirtschaftliche Interessen haben an dem äußerst gespannten Verhältnis zu unserm größten Nachbarn im Osten sehr viel ändern können. Das Reich und Danzig waren ständig Kläger vor dem Genfer Völkerbunosrat, aber über die Wahrung des Rechtsstandpunkts hinaus gelangte man nicht. Die Erkenntnis, daß durch ihn allein die Verhältnisse im Osten nicht geregelt werden können, führte zu dem Entschluß des Kanzlers, die deutsch-polnischen Beziehungen auf dem Wege direkter Verhandlungen auf eine neue Grundlage zu stellen.
Der Führer hat in Warschau für die Zweckmäßigkeit seiner Methode schneller Verständnis gefunden als in Paris. Dem war gewiß auch die seltsame innere Struktur des jungen polnischen Staates günstig. An sich eine demokratisch-parlamentarische Republik mit allen, durch persönliche Leidenschaft und Parteienhaß wie durch völkische Zerklüftung noch gehäuften Nachteilen dieses Systems, ist sie seit 1926 wenn auch ohne formelle Aenderung der Verfassung doch tatsächlich ganz auf die eine Persönlichkeit des Marschalls P i l s u d s k i zugeschnitten. Trotz seines höchst persönlichen Regiments tritt der alte Revolutionär, der mit der Armee in der Hand seit sieben Jahren unbeschränkter Herrscher Polens ist, doch nicht gern in den Vordergrund. Das „Oberstenkabinett" aus ihm blind ergebenen ehemaligen Legionären zusammengesetzt regiert in seinem Sinne und Oberst Beck, der Außenminister, noch nicht vierzig Jahre alt, klug, zäh, gewandt, ist der besondere Vertrauensmann des einsamen alten Marschalls. In Warschau hat man schneller als in Paris das Fragwürdige des Versailler Werks und auch die wachsende Entwertung der Genfer Dölkerbundsmethoden erkannt. Man hat daraus sehr entschlossen die Folgerungen gezogen und sich merklich aus dem Schlepp
Veide Regierungen find der Ueberzeugung, daß sich auf diese Weise die Beziehungen zwischen ihren Ländern fruchtbar entwickeln und zur Begründung eines gutnachbarlichen Verhält- nisfes führen werden, das nicht nur ihren bei, den Ländern, sondern auch den übrigen Völkern Europas zum Segen gereicht.
Die gegenwärtige Erklärung soll ratifiziert und die Ratifikationsurkunden sollen sobald als möglich in Warschau ausgetauscht werden. Die Erklärung gilt für einen Zeitraum von zehn Jahren, gerechnet vom Tage des Austausches der Ratifikationsurkunden an. Falls sie nicht von einer der beiden Regierungen sechs Monate vor Ablauf dieses Zeitraumes gekündigt wird, bleibt sie auch weiterhin in Kraft, kann jedoch alsdann von jeder Regierung jederzeit mit einer Frist von sechs Monaten gekündigt werden.
Ausgefertigt in doppelter Urschrift in deutscher und polnischer Sprache.
Berlin, den 26. Januar 1934.
Für die deutsche Regierung:
gez.: Freiherr von Reurath.
Für die polnische Regierung.- gez.: Joseph Lipski.
tau der französischen Außenpolitik gelöst, nicht ohne vorher den alten Bundesgenossen noch für die Anbahnung normaler Besprechungen zu Moskau eingespannt zu haben. Den Weg nach Westen mußte Oberst Beck freilich ohne Frankreich, ja von recht unfreundlicher und mißtrauischer Kritik der Pariser Presse begleitet, unternehmen. Er traf auf den Wunsch des Reichskanzlers, die in der großen Friedensrede angekündigte Bereitschaft zur Anbahnung normaler Beziehungen mit allen Nachbarn erst einmal gegenüber Polen in die Tat umzusetzen.
Die ersten Abkommen zwischen Polen und der neuen nationalsozialistischen Regierung in Danzig waren gleichsam eine Probe auf die Gangbarkeit des neuen Weges. Deutsch-polnische Besprechungen in Berlin wie in Warschau folgten und gestern nun konnten Reichsaußenminister von Neurath und der polnische Gesandte in Berlin ein auf zehn Jahre lautendes Verständigungsabkommen schließen, das alle zwischen Deutschland und Polen etwa auftretende Streitfragen unmittelbaren Besprechungen der beiden beteiligten Mächte oorbehält. Damit ist in Warschau die Besorgnis ausgeräumt, als ob Deutschlands Austtitt aus dem Völkerbund irgendwelche rechtlichen Folgen für Polen haben könnte und Deutschland hat die Gewißheit, auch ohne das Genfer Forum zu betreten, feine Hand über den deutschen Minderheiten in Polen halten zu können. Daß diese sehr einschneidende Frage, die bisher in der Hauptsache das deutsch-polnische Verhältnis so unerquicklich gestaltet hatte, in den Berliner Verhandlungen eine besondere Rolle gespielt haben wird, darf man wohl aus der Anwesenheit Calonders, des Präsidenten der Gemischten Kommission für Ost-Oberschlesien, schließen. So haben die beiden europäischen Mächte, zwischen denen ein Ausgleich fast unmöglich zu sein schien, sich als erste über die trennende Mauer von Siegern und Besiegten hinweg die Hand gereicht in dem festen Willen einer Verständigung den Weg zu bahnen, die den nationalen Bedürfnissen und wirtschaftlichen Notwendigkeiten beider großen und ehrliebenden Völker entspricht. Wann wird man auch in Paris die Forderung des Tages erkennen und den Mut zu ähnlichen Entschlüssen finden?
Der Friedensbeiirag des nationalsozialistischen Deutschland.
Das Echo der englischen presse.
London, 27. Jan. (DNB. Funkspruch.) Der Abschluß des deutsch-polnischen Derständigungsab- kommens wird von der englischen Presse ohne Ausnahme begrüßt. ,Daily Telegraph" bezeichnet den Vertrag als den wichtigsten Beitrag des nationalsozialistischen Deutschlands zur Sicherung des Frieoens in Europa. „Daily Mail" schreibt: Was Hitler und Pilsudski getan haben, scheint beinahe ein Wunder zu sein. Das Abkommen ist der unmittelbaren Initiative Pilsudskis und Hitlers zuzuschreiben. „Times" schreibt u. a.: Seitdem Adolf Hitler zur Macht gekommen ist, hätten sich die Beziehungen zwischen Deutschland und Polen st ä n - dig gebessert. Der Reichskanzler habe von neuem gezeigt, daß er zwischen einem Agitator und einem Staatsmann einen Unterschied mache. Man müsse es auch begrüßen, daß zum ersten Male feit dem Kriege eine
französische Mannschaft an dem internationalen Reitturnier in Berlin teilnehme. Es sei klar, daß ganz Deutschland der Führung Adolf Hitlers folgen werde. Die Ereignisse vom Freitag ermutigen zum mindesten zu der Hoffnung, daß Deutschland bei einer sowohl praktischen wie grundsätzlichen Anerkennung ein guter Nachbar sowohl nach Westen als nach Osten hin sein werde. Obgleich niemand, der in Deutschland lebt, glaubt, daß die Korridorfrage durch das Abkommen beigelegt sei, so scheint es doch eine bessere Aussicht für die künftigen deutsch-polnischen Beziehungen als jemals zuvor zu bieten.
„Hitlers Zehn-Jahrespakt mit Polen", so schreibt „Daily Expreß", „ist die Konsolidierung der Gewinne einer einjährigen Diplomatie. Seit seiner Machtübernahme hat Hitler seine Aufmerksamkeit auf die Verbesserung der deutsch-polnischen Bezie-


