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Nationalsozialistische Bankreform

Neichsbankpräsident Or. Schacht über die Neuordnung des Bankwesens.

Schmidt-Wiesbaden zum Neichshandwerksführer bestellt

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beruhe nicht in dem Ersatz der einen Drganitations- form durch eine andere, sondern an der Spitze stehe di- Forderung einer Reformierung der ® e f i n n u n g. Und wenn von einer national- sozialistischen Bantreform gesprochen werde so muß man sich vor Augen halten, daß N al1 o n a l s ° - lial Sinus nicht ein äußeres System, sondern innere Gesinnung fei. Mit dieser inneren ®e- Innung die Leiter und Trager des Kredit, und Bankwesens zu erfüllen, sei die eigentliche Aufgabe

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Settor der Wirtschaft das Führerprinzip zum Durchbruch gekommen und staats» und verwal­tungsrechtlich verankert fei. Der Reichswirtschafts- mini|ter^abe mit der Ernennung den Stand des d e u tfchen Handwerks als solchen anerkannt, ^^kht weniger als 20 000 Handwerkerinnungen, mehr als oOO Fachverbände, 68 Gewerbe- und Handwerker- kammern müßten nun nach dem Führerprinzip um- gestaltet werden. Die Durchführung soll aber nicht in Hast, sondern nach wohlerwogenen Entscheidun- gen durchgeführt werden. Der Reichshandwerksfüh- rer Schmidt stattete besonders dem Ministerialdirek- tor Dr. W i e n b e ck seinen Dank für feine Mitar- beit an bem Zustandekommen des Gesetzes über den vorläufigen Aufbau des Handwerks ab und gab das Gelöbnis, daß er und das ganze Handwerk sich in den Dienst des gesamten Volkes stellen würden. Eine Führerschule für Handwerk und

Gewerbe.

. Berlin, 26. Jan, (Vdz,) Auf Grund einer Ver- einbarunfl mit dem Reichsschulungsleiter Gohdes wird voraussichtlich anfang März in der Nähe von Berlin eine Führerschule für Handwer­ker, Kaufleute und Gewerbetreibende eingerichtet werden. An dem ersten Lehrgang wer­den sämtliche Schulungsleiter der NS,- H a g o aus dem Reiche teilnehmen. Ein zweiter Lehrgang ist für die Presse- und Propagandawarte vorgesehen. Die Amtsleitung der NS.-Hago wird voraussichtlich im Februar nach München über­siedeln.

Zur Neugliederung der Arbeitsfront.

Berlin, 26. Jan. (DNB.) Der Stabsleiter der PO. der NSDAP. Dr. Ley hat verfügt, daß der Träger der Einordnung der Einzelmitglieder des Handels, Handwerks und Gewerbes sowie der Trä­ger der Umformung des Gesamtoerbandes des Handels, Handwerks und Gewerbes die N S. - H a g o ist, die im engsten Einvernehmen mit der NSBO. diese Aufgabe durchzuführen hat. Die poli­tische Führung der neuen Betriebsgruppe Handel und Handwerk liegt selbstverständlich bei der NS.- Hago. Der Amtsleiter derselben Pg. Dr. von R e n° t e l n, der in Personalunion auch die Betriebs- Sruppe Handel leitet, gibt damit auch die politische

inie für die Betriebsgruppe Handwerk an.

Regelung der Wettbewerbsfrage und zu einer Um­gestaltung der gesamten Personalfragen kommen werde. Besonders der Nachwuchsfrage müsse man Beachtung schenken. Die jungen Bankbeamten müßten wieder mehr Gelegenheit bekommen, Er­fahrungen im Auslande zu sammeln. Schließlich müsse eine ständische Berufsvertretung des Bank­wesens ihr Augenmerk ganz besonders der Wah­rung der Standesehre zuwenden. Das Ein­dringen fachlich ungenügend vorbereiteter und cka- rakterlich ungeeigneter Elemente in das Bankwesen, müsse verhindert werden. Das Schriftleiter- aetz fei ein Beispiel für eine derartige Rege­lung.

Weitere 12,1 Millionen NM. Arbeits­beschaffungsdarlehen bewilligt.

Berlin, 26. Jan. (DNB.) Der Kreditausschuß der Deutschen Rentenbankkreditanstalt hat erneut Arbeitsbeschaffungsdarlehen im Gesamtbeträge von 12,1 Millionen Mark bewilligt. Damit sind die Mittel, die der Rentenbankkreditanstalt im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms vom 1. Juni 1933 zur Verfügung standen, im wesentlichen vergeben. Der noch verfügbare geringe Rest ist durch die Anträge, die dem Kreditinstitut gegenwär­tig bereits vorliegen, mehr a l s überzeichnet, so daß von der Einreichung weiterer Anträge zur Zeit abzuraten ist. Ein Bild von der Arbeitsleistung, die die finanzielle Ab­wicklung dieses Teiles des Programms innerhalb weniger Monate bedeutet, vermittelt die Tatsache, daß in diesem Zeitraum von der Rentenbankkredit- anftalt insgesamt 2860 Darlehensanträge bearbeitet wurden.

Unter den größeren Vorhaben, die aus den neuer­dings bewilligten Mitteln gefördert werden, find u. a. zu nennen: Die Herstellung eines Vorfluters bei M.-Gladbach (Darlehen von 536 000 Mark), die Sicherung der Hallig Langeneß (249 000 Mark; größere Meliorationsmaßnahmen in der Amts­hauptmannschaft Dresden (391 000 Mark), der Stadt Harburg-Wilhelmsburg (335 000 Mark) und in St. Wendel, Baumholder und Saarburg des Regie­rungsbezirk Trier (230 000 Mark); Verbesserung der Vorflutverhältnisse des Sielamtes Leer - Emden (500 000 Mark), Verbesserung der Jagst (210 000 Mark), hochwasserfreier Ausbau der Schwarzen El­ster (230 000 Mark), Entwässerungsanlagen im Kreise Usedom-Wollin (526 000 Mark), Siedlungs­wegebauten in Pommern (316 000 Mark), Arbeiten in den bayerischen Staatsforsten (500 000 Mark), Regulierung der Tollense im bisherigen Mecklen- burg-Strelitz (200 000 Mark).

Zuwendungen an die SA sind schenkungssteuerfrei.

Berlin, 26. Jan. (DNB.) Das Reichswirt- fchaftsministerium teilt mit: In Kreisen der Wirtschaft besteht vielfach Neigung, die SA. durch Zuwendungen zu unterstützen. Die Ausführung der­artiger Absichten wird jedoch durch die weitverbrel- tete'Auffassung gehemmt, daß derartige Zuwendun­gen der Erbschafts-(Schenkungs-)Steuer unterlagen. Diese Annahme trifft nicht zu. Zuwendungen jeder Art (von Todes wegen oder durch Schenkung unter Lebenden) an die SA. find von der Erbschafts­steuer (Schenkungssteuer) befreit.

5tdd)^fammer der Technik.

Berlin, 26. Jan. (DNB.) Der vom Stellvertre­ter des Führers mit den Vorarbeiten für die Bil­dung einerReichskammer der Technik beauftragte Ausschuß gibt bekannt, daß je de übereilte Zwischenlösung für den Ausbau einer Kam- wer abzulehnen ist und die deutschen Inge­nieure nur einen Entwurf verlegen werden, der d - r V i e l q e st a l t u n g d e r T e ch n i k i n a l l - n Teilen gerecht wird. Hierzu sind umfang- reiche Feststellungen und Vorarbeiten im Ausschuß

der Bankreform.

Line grundsätzliche Linstellung gegen das ka- pil-I fei sinnlos. Der Spulen de» Gartner», der Bf(ug des Bauern, die Maschine des Indu­striellen und das Gold des reichen Mannes, eien alles Sapilalgüler, die ihre ootteroirl- fchaslliche Beteiligung Haben wenn fie durch Arbeil gewonnen (inö. Botum sei da» Ausleihen solcher Güler und die Lnlwuk- tung eines (Entgelte» für solche Lechen unent­behrlich für den Fortschritt >ede- Volke». Leih- kapital sei nützlich und die Zahlung von Zinsen fei notwendig, wenn man Leihkapital verwenden ffo wpnn man andererseits mit Recht von "ner T^echung der Zlnskn'echlfchafl spreche. fo heiße da» daß man dem BeReti be» Ceit)- topitals keinen beherrschenden Lla- Hnfert.it die Wirtschaft eines Volkes zuerkennen

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kapitals dem 3 niet eil«

heil unterordnen müsse.

Dr. Schacht wandte sich dann gegen die immer stärkere 3 u f a mm en bcH U n g^^ Kredit- banken, die uu Mittel der Einflußnahme auf gewahrung zu emem Mit ?*braudjt hätten. Bei die ^robuftionsg ftaltung Ben Bankwesens im

®Cft| ""d./vottiq verschiedenen Ausgaben ge- voneinander völlig veri i $or aUem die tjenn t 0 ® Vifeten bie ihr anvertrauten langsristi- Sparkassen mußten .... nb ^ie kurzfristigen flen Spargelder angfrift^ uno

«r am äxs Präsident warnte sodann , Zinsverhält-

Wülkürlichen Eingriff '"Erliche ^Gesundungspro,eß nille, durch den Der ,nau,'a,et],1r ' bemmt mürbe, »es Geld- und Kapitalrnarkte g ltung unb s. sonders setzte sich ®r; ®J*Lifn tttu* bie weri- Slartunq der Regionalbanken -irn LUiy

len Dienste de» B ri o a tb antl»efen» bie örtliche Kreditversorgung wurden vom V^eichsb'In?p1ä,id7n.'7egrüß.e ferner die Be-

Kontrolle des Staates, wodurch es auch zu einer

Berlin, 26. Jan. (DNB.) Im Reichswirt­schaftsministerium fand die feierliche Einführung des Reichshandwerksführers und seines Stellvertreters statt. Die beteiligten Minister haben, ausgehend von dem Gedanken, daß ein Hand- w e r k s m e i st e r s e l b ft der Führer des deut­schen Handwerks sein müsse, den Spenglermeister Schmidt (MdR.), Wiesbaden, für diesen be­deutungsvollen Posten ausersehen. Der Reichswirt­schaftsminister hat die neuen Führer des deutschen Handwerks zur Entgegennahme ihrer Bestallungs- urkunden empfangen und dabei u. a. folgendes ausgeführt:

Ich möchte die Gelegenheit benutzen, zu betonen, daß wir hier in der Regierung in dem deut­schen Handwerk einen der stärksten Pfeiler unseres deutschen Volkstums und des deutschen Menschen sehen, und daß wir uns bewußt sind, daß die Kraft, die darin steckt, gepflegt und gefördert werden muß. Das deutsche Handwerk zeigt wie kaum ein anderer Be­ruf, wie sehr das Können und das An­packen des einzelnen für das Schicksal des ganzen Berufes entscheidend sind. Ganz besonders im Handwerk haben wir das Leistungsprin­zip, dieses Können darf aber nicht dazu führen, daß der einzelne damit Willkür treiben kann. Jeder muß den Eigennutz hinter den Gemeinnutz AurücffteUen. Der nationalsozialistische Staat sorgt dafür, daß die Grenzen und Fähigkeiten der ver­schiedenen Berufe gegeneinander so abgeftimmt werden, daß keiner auf dem Rücken des anderen,sondern alle nebeneinander nach bestem Können sich entfalten können. Der nationalsozialistische Staat lehnt darum auch alle Interessenvertretungen und Jnteressenkämpfe ab, denn im Dritten Reich ist bie Regierung da, die die Dinge sieht, wie sie sind und die gegen­einander abwägt. Wir können durch die Maßnah­men, die wir treffen, die Organisation um vieles verbessern. In diesem Sinne müssen wir dann d i e Innunge n aufbauen, und es wird eine der nächsten Aufgaben sein, diese Innungen mit der Zwangsmitgliedschaft auszu statten, so daß wir alle Handwerker in diesen Innungen haben.

In einer Pressebesprechung im Kaiserhof machte Generalsekretär Dr. Schild grundsätzliche Ausfüh­rungen über die Ernennung eines Reichshandwerks- führers. Er betonte, daß damit im gewerblichen

Kiel, 26. Jan. (DNB.) Reichsbankprasident Dr. Schacht sprach am Freitag im Institut für Welt­wirtschaft in Kiel überNationalsozialistische Bank­reform" Dr. Schacht erklärte u. a.: Die Bankkrisis fei nicht so sehr durch eine falsche Organisation des Bankwesens, sondern durch dasVersagender leitenden Menschen im Bankgewerbe Mark E gegenüber den inneren und äußeren politischen Ge- u üna täni walten verursacht worden. Diefem Mißstand tonne bit 6ani«m man nicht durch eine Veränderung der äußeren Or- i ganisationsformen beikommen. Daher sei auch die Sw» Frage der Verstaatlichung oder umgekehrt ..7° »,ft der Zurückdämmung der Verstaatlichung

t i,2 I nicht non aktuellem Int°r-ffe. Die un- g6,Ä lS mittelbare praktische ^Aufgabe einer Bankenresorm rnheime nti: seriellen zu töt m die Erfülle

und mit führenden Männern der Technik erforder­lich. In der Zwischenzeit hat keine Organi- sationund kein Verband, gleich welcher Art das Recht, die Technikerschaft unter Anwendung irgendwelcher Druckmittel zum Eintritt aufzu­fordern. Auch die Werbung technischer Vereine und Verbände unter Hinweis auf die spätere Reichskam­mer der Technik ist unstatthaft.

Das Urteil im Mikowski-Prozeß

Milde Sühne der Bluttat des 30. Januar.

Die Haupttäter entflohen.

Berlin, 26. Jan. (DNB.) Im M a i k o w s k i - Prozeß wurden verurteilt: M ü h l e r wegen schwe- ren Landfriedensbruchs und zugleich Raufhandels sowie wegen Beteiligung am RFB. zu a ch t Jah­ren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust, Ros- l e l wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit schwerem Landfriedensbruch, Raufhandel, unbefugter Schußwaffenführung zu zehn Jahren Zucht­haus und>5 Jahren Ehrverlust, Fleschenberg (Jugendlicher) wegen gemeinschaftlich versuchten Mordes in Tateinheit mit schwerem Landfriedens­bruch und Raufhandel, sowie unbefugter Schußwaf­fenführung zu sieben Jahren Gefängnis, Leese wegen gemeinschaftlich versuchten Mordes in Tateinheit mit schwerem Landfriedensbruch, Raufhandel zu sechs Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust, Choratzky wegen Land­friedensbruchs und Raufhandels, sowie Vergehens gegen das Schußwaffengesetz zu acht Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust, Bor­chardt wegen schweren Landfriedensbruchs und Raufhandels zu sechs Jahren Zuchthaus. Die Übrigen Angeklagten erhielten Gefängnisstra­fen zwischen 7 Jahren und 6 Monaten. Der Ange­klagte Kolasa wurde freigesprochen. Die Untersu­chungshaft wird den Angeklagten voll angerechnet. Das Gericht hat das Verfahren gegen den Ange­klagten Meyer, der des fortgesetzten Hoch­verrates hinreichend verdächtig ist, an das Reichsgericht verwiesen.

In der Urteilsbegründung im Maikowski- Prozeß gab der Vorsitzende eine genaue Darstel­lung der Bürgerkriegsvorbereitungen bei der KPD. und der Ereignisse in der Nacht des 30. Januar. Es fei damals bei den kommunistischen Organisatio­nen allgemeine Mobilisierung angeordnet worden.

Die Erforschung der Wahrheit sei sehr schwer ge­wesen, weil die Angeklagten bewußt logen und nur das zugaben, was ihnen restlos nachgewiesen wurde. Bei der Strafzumessung habe die Gefähr­lichkeit der durch die Tat zum Ausdruck gekomme­

nen Gesinnung im Vordergrund stehen müssen. Die Beweisaufnahme habe ergeben, daß sich besonders gefährliche H a u p 11 ä t e r durch die Flucht d e x Strafverfolgung entzogen haben, so daß die Angeklage gegen die Hauptangeklagten in diesem Prozeß nur wegen versuchten Mordes und schweren Landfriedensbruches erhoben werden konn­te. Das Gesetz bot also keine andere Hand« habe, den gemeinen Mord zu sühnen.

Knebelung der Beamten in Oesterreich.

Wien, 27. Jan. (DNB.) Der Ministerrat be­schloß eine Verordnung, nach der die rechtskräftige Bestrafung wegen bestimmter Verstöße gegen Regierungsverordnungen für Personen, die in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis stehen oder aus einem solchen Verhältnis heraus ein Ruhegehalt beziehen, den Verlust ihres 2lrntes und aller daraus fließenden Ansprüche zur Folge hat, wenn das Bundes­kanzleramt den Eintritt dieser Rechtsfolgen be­stimmt. Diese Verordnung läuft bis einschließlich Juni 1934. Zur Beratung der Vorlage über Maß­nahmen gegenstaatsfeindliche" Bun­desangestellte wurde ein Ministerausschuß eingesetzt. Minister Dr. Körber und Staatssekretär Dr. Glas, die beiden Vertreter der Nationalstän­dischen Front im Kabinett, haben sich entschlossen, ihr R ü ck tr i t ts g e su ch zurückzuziehen, das sie wegen der von der Regierung gegen die staatsfeindlichen" Beamten geplanten Maßnahmen zu stellen beabsichtigt hatten.

Oie Sturmfahne der Heimwehr entführt.

München, 27. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die Tiroler Nationalsozialisten haben, wie derVölkische Beobachter" meldet, wieder einmal ein Husarenstück geleistet, daß an Kühnheit nicht viel hinter der Be­freiung des Tiroler Gauleiters Hofer zurücksteht. Es gelang ihnen, aus der Hauptkanzlei der Landes­leitung der Heimwehr in Innsbruck die Sturm- fahne der Heimwehr, Gaufturm-Kompanie der sogenanntenPenzplatte", zu entführen. Heber die Nordkette brachten sie diese über bie Grenze. Bei der schwierigen Ueberquerung der Gebirgsketten glitt der Fahnenträger kurz vor dem Ziel aus und stürzte so unglücklich, daß er sich am Knie erheblich verletzte Seine Kameraden mußten ihn auf zusammengebundenen Skiern über die Schneefelder schleifen.

Aus aller Welt.

Nur noch ein Offiziersvetbanb.

Der Nationalverband deutscher Offi­ziere und der Deutsche Offiziersbund haben sich mit sämtlichen übrigen Offiziersverbänden zumReichsverband deutscher Ofsi- ziere" zusammengeschlossen. Ehrenführer sind, wie dieKreuzzeitung" meldet, Generalfeld­marschall von Mackensen und Generaloberst von Hutier.

Ausländische Turnierreiler als Gäste Görings.

Ministerpräsident Göring empfing aus Anlaß des internationalen Reit- und Fahrturniers eine Anzahl der teilnehmenden ausländischen und deut­schen Reiter. Der Ministerpräsident begrüßte seine Gäste und gab der Hoffnung AusdruF, daß das Turnier den ausländischen Gästen ein anschauliches Bild vom neuen Deutschland vermitteln möge. Für die ausländischen Gäste bedankte sich der Komman­deur der französischen Kavallerieschule Saumur, General der Kavallerie de la Laurencie, für die gastliche Aufnahme; es sei ihm eine besondere sFreude, der deutschen Kavallerie die Grüße der fran­zösischen Kavallerie überbringen zu können.

Erste Deuffche Garlenkulturtagung.

Die von der Deutschen Gesellschaft für Garten­kultur in Verbindung mit dem Kampfbund für Deutsche Kultur einberufene erste Deutsche Gar­tenkulturtagung vereinte in der Berliner Krolloper die Vertreter des berufsständischen Gar­tenbaues und des gesamten Liebhabergartenwesens zu einer Schulungstagung. Es galt, einheitliche Arbeitslinien für die Förderung deutscher Garten­kultur aufzustellen und organisatorische Einrichtun­gen zu schaffen, damit wir zu einem gesunden, art­eigenen deutschen Gartenleben kommen. Die Groß­städte hatten zahlreiche Leiter ihrer öffentlichen Parks und Gartenanlagen entsandt. Erschienen waren auch die maßgebenden Vertreter vieler Kul­tur- und Architektenverbände und vor allem die Vertreter der Berufsorganisationen des Garten­baues und der Kleingärtnerbewegung sowie die Führer sämtlicher Liebhabergartenvereine. Den Vor­sitz bei der Tagung führte Der Präsident der Deut­schen Gesellschaft für Gartenkultur, Bö11ner.

Das Ende eines lange gesuchten Verbrechers.

Der steckbrieflich gesuchte Emigrant Franz Zwin­ger, der kürzlich einen Landjäger erschossen hat, wurde am Freitagabend von Landjägern in der Hauptstraße von Illingen (Saar) gestellt. Zwinger gab sofort wieder mehrere Schüsse auf die Beamten ab, ohne zu treffen. Die Beamten erwiderten das Feuer und streckten den Verbrecher mit einem Herzschuß nieder.

Zwölf englische Seeleute ertrunken.

Nach einer Meldung aus Reykjavik (Island) stie­ßen die. englischen FischdampferSabik" undEutha- mia" bei schwerer See im Düra-Fjord an der islän­dischen Westküste zusammen. DieSabik" ging s o - fort unter. Von der 14köpfigen Besatzung konn­ten nur der erste Telegraphist und der zweite Inge­nieur gerettet werden. Alle übrigen ertranken. Die Geretteten befanden sich im Augenblick Des Zu­sammenstoßes gerade auf Der KvmmanDobrücke und sprangen auf Den FischdampferEuthamia" über. Der Kapitän unD ein Maat DerSabik" trieben noch einige Minuten an Der Oberfläche Des Meeres, konn­ten aber wegen Des hohen Wellenganges unD weil DieEuthamia" selbst ein schweres Leck Durch Den Zusammenstoß erhaiten hatte, nicht mehr geborgen werben. DerEuthamia" gelang es, trotz ihrer schweren BeschäDigungen, in Den Hafen von Düra- Fjord einzulaufen.

Winterhilfsspenden unterschlagen. 2*/2 Jahre Gefängnis.

Vor dem Schöffengericht in Aschaffenburg hatte sich der kaufmännische Angestellte Josef Heuser zu verantworten. Der Angeklagte war Betriebs­zellenobmann in einer hiesigen Firma und miß­brauchte feine Vertrauensstellung dazu, sich fremde Gelder anzueignen. Z. B. sammelte er 35 Mark zur Beschaffung einer Betriebszellenfahne, führte aber nur 20 Mark ab und behielt den Rest für sich. Als Betriebszellenobmann sammelte er Winterhilfsspenden in Höhe von 35 Mark und um

terschlug den ganzen Betrag. Auch eine Sammel­büchse, die ihm vom Stadtrat übergeben war, er­brach er und nahm zwei Mark heraus. Das Gericht verurteilte ihn zu 2V2 Jahren Gefängnis und 50 Mark Geldstrafe. Der Vorsitzende betonte bei der Urteilsverkündung die niederträchtige Ge­sinnung des Angeklagten und den moralischen Scha­den, Den Dieser Dem Winterhilfswerk zugefügt habe. Der Angeklagte habe es fertiggebracht, unter schnö­destem Mißbrauch seiner Vertrauensstellung sich an den Sparpfennigen zu vergreifen, die das ganze Volk für Die ärmsten unserer Volksgenossen ge­opfert habe. Der beispiellose Opfergeist, den unser Volk in diesem Winter schon bewiesen habe, und das Vertrauen des Volkes auf die Sauberkeit der Verwaltung könne nur erhalten werden, wenn gegen solche Schädlinge wie den Angeklagten mit strengen Strafen vorgegangen werde. Nur Der UmftanD, daß Der Angeklagte noch nicht vorbestraft fei, habe Das Gericht bewogen, von einer Zuchthausstrafe abzu- sehen.

Kunst und Wissenschaft.

Professor Frih RUlkau f.

Professor Fritz Milkau, der frühere General­direktor Der Preußischen Staatsbibliothek in Berlin, ist im Alter von 74 Jahren g e st 0 r b e n. Milkau, Der aus Dem ostpreußischen Städtchen Lötzen stammte, studierte an Der Universität Königsberg und wandte sich dann der Bibliothekarlaufbahn zu. Im Jahre 1897 übertrug man ihm Die Organisation Des Gesamtkatalogs Der preußischen Bibliotheken. Als Nachfolger von H a r n a ck wurde Milkau auf Den Poften des Generaldirektors Der Preußischen Staatsbibliothek berufen, Die er bis zur Erreichung Der Altersgrenze fünf Jahre lang leitete. Milkaus letzte Schöpfung war das Bibliothekarwissenschaft­liche Institut an Der Universität Berlin.

Hessisches Landestheater Darmstadt.

Der Oberspielleiter Der Oper Des Hessischen ßanDes» theaters DarmftaDt, Hans Strohdach, ist von Der GeneralintenDanz Der Sächsischen Staatstheater auf fünf Jahre als Oberspielleiter unD Dramaturg Der Oper an Die DresDner Staatsoper verpflichtet worDen.

Wettervoraussage.

Da die nördliche Störung sich über Skandinavien weiterbewegt, herrscht an ihrer Südseite in Deutsch­land Westluftzufuhr, wodurch das Wetter veränder­lichen Charakter erhält. Bei wechselhafter Bewöl­kung die zeitweise durch Aufklaren unterbrochen wird, kommt es vereinzelt auch zu schauerartigen Niederschlägen. Die Temperaturen bleiben vorerst über Null. Von Westen her steigt allerdings der Luftdruck kräftig an, so daß späterhin Beruhigung zu erwarten ist, wobei gleichzeitig wieder Tempe­raturrückgang bis unter Null eintreten wird.

Aussichten f ü r Sonntag: Wechselnd- wolkig mit Aufklaren, tagsüber Temperaturen über Null, einzelne Schauer.

Aussichten für Montag: Ruhigeres, aber noch kein beständiges Wetter, besonders nachts wie­der kälter.

Amtliche Winlersporlnachrichten.

Vogelsberg. Hoherodskopf: Nebel, 2 Grad, 20 bis 25 cm Schnee, 4 cm Neuschnee, Pul­verschnee, Ski nur im Walde gut.

Sch warzwald. Hornisgrinde: Wolkig, 1 Grad, 50 cm Schnee, 11 bis 15 cm Neuschnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeit gut.

Alpen. Garmisch-Partenkirchen. Wol­kig, 4 Grad, 27 cm Pulverschnee, Sportmöglich­keit sehr gut.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik: Dr. Fr. W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein- Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für Den Inhalt Der Anzeigen: TheoDor Kümmel. DA. 11700. Druck unD Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stsindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen.