tri feinem Fahrrad auf dem Wege nach Hause iijranb, wurde in der Marburger Straße von einem «ilswärtigen Kraftwagen angefahren und kam jdroer zu Fall. Er erlitt dabei einen Unterschenkel- Viuch und muhte in ärztliche Behandlung gebracht «erden.
"** Fahrpreisermäßigung derReichs» «ihn zur zweiten Reichskleinti era u 5- sirllung in Frankfurt. Zrl der vorn»30. No- v-mber bis 3. Dezember in Frankfurt ftattfindenden zweiten Reichskleintierausstellung glbt die Fahr
kartenausgabe Gießen Sonntagsrückfahrkarten nach Frankfurt aus. Gültigkeit: Hinfahrt vom 29. November 12 Uhr bis 2. Dezember 24 Uhr. Rückfahrt vom 29. November bis 3. Dezember 12 Uhr. Fahrpreis für Hin- und Rückfahrt 2. Klaffe 5,20 RM. 3. Klaffe 3,60 NM. Bei Benutzung von Schnell- und Eilzügen ist außerdem der tarifmäßige Zuschlag zu zahlen. Dieser beträgt für Eilzug 2. Klasse 0,50 RM.; 3. Klasse 0,25 RM.; für Schnellzüge 2. Klasse 1 RM.; 3. Klasse 0,50 RM.
Das deutsche Volksbildungswerk eröffnet die Winterarbeit.
Das Deutsche Volksbildungswerk in der NS.- (iemeinschaft „Kraft durch Freude" Gießen (Volks- t.chschule Gießen) eröffnete am Samstagabend im jjrfaal der Universität die Arbeit des Winterhalb- jcjres 1934/35.
Schulrat Nebeling,
6r die Leitung des Deutschen Dolksbildungswerkes in Gießen übernommen hat, eröffnete die Ver- mstaltung mit einem Gedenken an die Toten un- hies Volkes. Wenn wir, so führte er aus, heute iT zusammengekommen seien, so stehe der Abend □n im Zeichen des Totensonntags. Wir erinnerten s der Toten unseres Volkes, die in Jahresenden, in Jahrhunderten für uns gelebt, gereitet, geopfert und gekämpft haben. Wir ge- d ijten derer, die in der Zelt der härtesten Rot U'eres Volkes ihr Leben gaben, jener zwei Millio- n i Deutschen, die im Weltkriege fielen und derer, d im Kampf der nationalfozialistischen Bewegung ih höchstes Gut, Blut und Leben opferten. Wir füllten uns verbunden mit denen, die ihr ganzes n gaben für uns, für unser Volk. In unserer it sei es immer wieder notwendig, daß unser [Lf, daß Deutschland nur werden konnte durch b t Kampf und durch das Opfer unserer Toten.
sei schon so, daß wir unserem Volke immer Mder sagen müßten, daß das, was wir besitzen, Ken zu verdanken sei. Sie gaben uns ein großes Anspiel. Es sei nicht von jedem verlangt, für sein 23:Ef zu sterben, es sei nicht zu jeder Zeit gefordert; al r von jedem sei gefordert, daß er sich einsetze für I ses, sein Volk. Nachdem Schulrat Nebeling ferne I uze Ansprache mit einem Verswort von Heinrich ! macker geschlossen hatte, erhoben sich die An- rv enden von ihren Plätzen und gedachten in einer SJmutc der Stille der Toten unseres Volkes.
Das Orchester des hiesigen Lyzeums brachte fo- bcm in feiner Ergänzung der Ansprache den langsamen Satz aus dem Klavierkonzert in f-Moll von 3i)l. Ehr. Bach zum Vortrag und fand sehr auf- nrffatne Zuhörer.
.m weiteren Verlaufe des Abends sprach dann S ulrat Nebeling über die Aufgaben des Volks- bil>unswerkes. Es fei, fo führte er u. a. aus, nicht gi’ieoUt, im Volksbildungswerk eine bestimmte Be- cuisschicht, vielleicht gar die Intellektuellen, zu er- Fal^n, vielmehr solle Dienst an der Gesamtheit Des Volkes geleistet werden. Willkommen seien Nmschen aus allen Berufen. Der Arbeitsplan bringe nicht wissenschaftliche Vorlesungen, vielmehr lot!" Arbeit im Sinne und in der Form der A r - bei tsgemeinschaft geleistet werden, in der her Referent durchaus nicht der alleingebende Teil $u lein brauche. _ _
Me ganze Arbeit solle unter dem folgenden Leit- ziinnken des Führers stehen:
Mir wollen die großen Traditionen unseres I olkes, seiner Geschichte, und seiner Kultur in Irmüttger Ehrfurcht pflegen als unversiegbare L uellen einer wirklichen inneren Stärke und üner möglichen Erneuerung in trüben Zeiten."
W öd, IW Me ifl?
Roman von Klothilde v. Siegmann.
(Schluß.)
Ldelgart hatte still zugehört. Nun nahm sie Robbys Lwf in ihre Hände. Mit einem unendlich gütigen schein schaute sie ihn an.
,!Wo man liebt, Robby, da ist Vergeben und Der- te । en selbstverständlich."
i:r küßte ihre Hände in tiefer Dankbarkeit. Und s vlieben sie lange im tiefen Gefühl ihres Glücks, icnn löste sich Edelgard leise von Robby.
.Damit hier alles klar zwischen uns wird, liebster Unn — hier lies den Brief an Rudolf Kutschner, :i ich soeben geschrieben habe."
p.'obbt) las.
, .Habe ich es recht gemacht?" fragte Edelgard ettms bang. „Daß ich glücklich fein soll, wo er üiL’t, ist der einzige bittere Tropfen."
I a sagte Robby:
: .Ein Mann kommt über solches Leid hinweg, lerne Edelgard. An einer Liebe zu einem wert- üilxn Menschen leiden, ist nicht das Schlimmste. Btt: um einer Unwürdigen willen Schmerz trägt. Dir ist sogar der Schmerz vergiftet."
Gin Schatten flog über seine Stirn. Aber Edel- gnn küßte ihn fort.
5ior der Abfahrt mit dem Zeppelin von Amerika wci Deutschland hatte Rudolf Kutschner gerade wc Zeit, Frau Dorothy Lebewohl au sagen.
.Was ist mit Ihnen, lieber Freund?" fragte sie pirgt. als er hereinkam. „Sie sehen so verstört CV. . .
ü-ack kurzem Zögern sprach Kutschner. Frau 2c>othy war ihm doch in dieser Zeit hier eine irnnbin geworden. Ihr konnte er sein übervolles ausschütten.
'Sine furchtbare Intrige, die nicht nur gegen bas pcf, sondern auch gegen Edelgard von Dönitz Licchtet ist." ö
|,Unö was werden Sie machen?"
I' J-a5re mit ?em<_3ePPeIin hinüber. Ich habe -v Gluck noch eine Passage bekommen. Ich muß {Edelgard eintreten."
!»rothys schönes Gesicht zeigte eine leise Trauer. „Reisen Sie glücklich, lieber Freund, und ver- if:n Sie mich nicht ganz dort drüben bei der t -ren."
tie sagte es sehr zart. Aber all ihr Schmerz lag hr t.
En ergriff Kutschner die Hände der Frau.
.irrau Dorothy, haben Sie Geduld! Ich bin in e'icm seelischen Zwiespalt. Noch vor wenigen H>Hen glaubte ich, es gäbe keine andere Frau für irch als Edelgard von Dönitz. Ich glaubte, auch
Drei Tage brauchte das Luftschiff, um von Amerika nach Europa zu fliegen. Mit verzehrender Ungeduld erwartete Rudolf Kutschner das Ende der Reise. Er ahnte nicht, wie sich die Dinge in Berlin inzwischen zugespitzt haben konnten. Würde er noch zurechtkommen, ehe Edelyard ein Unheil widerfahren? Tiefe Besorgnis für das einstmals so heißgeliebte Mädchen war in seinem Herzen. Und merkwürdig, er dachte nur immer an das eine: daß er ihr helfen wollte. Nicht daran dachte er, daß er sie wiedersehen wollte. Es war in der Tat so, wie er Frau Dorothy gesagt hatte. Der Schmerz um Edelgard wich einer sanften Freundschaft. Dafür aber befam das Bild Dorothys lebendigere Farben. Vor allem war Dorothy für ihn verflochten mit den beiöen reizenden Kindern. Ihnen den Vater ersetzen zu dürfen, war ein beglückender Gedanke.
©erobe jetzt, da er von Dorothy getrennt war, füllte er doch, wie stark er schon in dem dortigen Leben mit ihr und den Kindern wurzelte.
Während das Luftschiff in kühnem Flug über das Weltmeer dahinflog, waren die Ereignisse in Berlin schon weitergegangen. Peter Gaßnow hatte nach seiner Unterredung mit Robby Herman ein ebenso langes Gespräch mit dem Kommissar Schöttler. Das Resultat dieser Unterredung war eine schärfere Beobachtung Studczynskis und Frankes. Peter Gaßnow hatte Glück. Bereits am gleichen Abend sah er die beiden in einen Spielklub gehen. Das heißt, daß in diesem harmlos aussehenden Bürgerhause ein geheimer Spielklub tagte, war bisher nur Peter Gaßnow bekannt. Er hatte die Fährte aufyespürt. Nun nahm die Polizei sie auf. Ohne daß einer der Beteiligten etwas davon wußte, wurde das Haus umstellt.
Kommissar Schöttner nahm selbst an der Razzia mit teil.
Der Portier im Hause öffnete zunächst Peter Gaßnow, der wie ein harmloser Gast heranschlenderte und sofort das Losungswort gab. Aber gerade wie er durch die Haustür hindurch wollte, kamen von der Ecke her im LaujjchrUt ein paar
Es geht bei der Arbeit im Deutschen Dolksbildungs- werk nicht um die Unterhaltung. Die Zuhörer sollten vielmehr an die Quellen unseres Volkstums geführt werden. In feinen weiteren Ausführungen eschäftigte sich Schulrat Nebeling mit dem A r - beitsplan für das Winterhalbjahr 193 4/35. Er sprach zunächst über den ersten Lehrgang, der die „Grundbegriffe der nationalsozialistische nW eltanschauung" vermitteln wolle. Noch sei in breiten Kreisen viel Unklarheit über die Grundbegriffe des Nationalsozialismus. Dr. Röder, der Referent dieses Lehrgangs, sei ein berufener Sprecher, der schon seit langen Jahren in der Bewegung stehe. Der zweite Lehrgang (Leiter Dr. (Steiger) „Deutsche Geschichte in Entwicklungslinien durch zwei Jahrtausende" stehe unter dem Leitsatz: „Wer deutsche Politik der Gegenwart verstehen will, muß die Geschichte der Vergangenheit kennen". Politik sei lebendige Geschichte, Geschichte erstarrte Politik.
Heber den dritten Lehrgang „D o l k s h a f t e D i ch t u n g", der drei Abende umfassen wird, sprach kurz der Leiter des Lehrgangs,
Lehrer Frank.
Dichtung, so führte er u. a. aus, müsse organisch aus den Tiefen des Volkes wachsen. Sie führe uns zu wirklichem Deutschtum und mache uns zu Hütern und Kündern unseres Deutschtums. Geschichte unseres Volkes erlebten wir stets in volkhafter Dichtung. Ein Abend des Lehrgangs sei der Heimat- k u n ft und ein dritter Abend der heroischen Kunst gewidmet. Im Volksgebundenen müsse, so schloß der Referent, das Ewige geschaut und gestaltet werden.
lieber den vierten Lehrgang sprach dann kurz wiederum Schulrat Nebeling. Der vierte Lehrgang „Heimische Vor- und Frühgeschichte von Referendar S z c z e ch geleitet, werde die Gesckichte der Menschheit, ferne Vergangenheit vor den Zuhörern lebendig werden lassen. Der Lehrgang solle den Hörern die Zeiten erhellen, an denen die Wurzeln unseres Volkes liegen. Führungen im Oberhessischen Museum und im Gelände würden den Lehrgang unterstützen.
In Vertretung von Dr. weck. Kranz, der den fünften Lehrgang: „Rassenkunde, Nassen- Hygiene, Vererbungslehre und Familiengeschichte" leiten wird, sprach
Or. Finger
in einigen prägnanten Sätzen zum Thema. Der na- nattonalsozkalistische Staat habe als erster Staat die Rassengesetze zur Richtschnur seines Handelns gemacht. Unser Erbgut sei unser Schicksal. Der Minderwertige müsse im Kamps um das Leben unterliegen. Unser Volk stehe gegenwärtig im Kampfe um seine Zukunft. Alles Bemühen sei sinnlos, wenn ein Volk nicht Rassenpflege treibe und feine ihm artgemäßen besten Kräfte pflege.
Lehrer Falks,
ein Mitarbeiter von Pros. Julius Maria Kaufmann (dem Letter der Ausgrabung der Mänas- ftadt in Lydien) referierte kurz über die drei Vor
wenn Edelgard mich nicht liebte, würde ich glücklich neben ihr fein. Aber Frau Dorothy, ich weiß etzt, daß man eine Frau ganz oder gar nicht be- itzen muß, soll man eine wirkliche Ehe mit ihr ühren. Sie sind mir in diesen Wochen der Zu- ammenarbeit so viel geworden. Ich hegte zuerst Bewunderung für Sie, dann Verehrung, und jetzt, Frau Dorothy, ick wage kaum, es jetzt schon aus- Zusprechen. Und doch, ich glaube, meine Liebe zu Edelgard wird blasser und blasser vor meiner Empfindung für Sie. Werden Sie Güte haben und Geduld? Darf ich wiederkommen?"
Sie nickte nur. In ihren Augen lag Hoffen und Gewährung.
trage, die er unter den Titeln „Auf deutschen Schiffen nach fremden Zonen", „Mit 1000 Kamelen zur Jupiter-Ammon Oase" und „Moderner Islam" halten wird.
Unter dem Titel „Volkstümliches Singen und Musizieren" steht der siebente Lehrgang.
Herr Siegler,
der diesen Lehrgang leiten wird, umriß kurz die Art der Arbeit in diesem Lehrgang. Es gehe, so führte er u. a. aus, um das Singen als Tun. Siegen solle eine Tür zur lebendigen Gemeinschaft fein. Es gehe weniger um das Lied als Ergebnis, als um das Tun als Erlebnis. Der Kanon sei das Symbol dieser Arbeit. Ein Kanon wolle gesungen sein und nicht nur gehört werden. Man werde auf Lieder aus der vor Bach scheu Zeit zurückgreifen.
Schießlich sprach noch einmal
Schulrat Nebeling.
Der Abend habe ein Bild der Arbeit gegeben, dis im Deutschen Volksbildungswerk gepflegt werden solle. Es sollten die Lehrgänge keine Massenver« sammlungen und die Arbeit keine Arbeit an bet Oberfläche sein. Die Arbeit solle in die Tiefe führen. Der Teilnehmer solle eine Stärkung und Festi« gung seiner persönlichen Werte als Ergebnis erleben können. Und diese Werte sollten fjinausge« tragen werden und breitem Kreise zugute kommen. So hoffe man mitarbeiten zu können an unserer deutschen Dolkswerdung, denn unser Volk fei auf diesem Wege. Mit der in diesem Kreise zu leistenden stillen und bescheidenen Arbeit soll beigetragen werden zum Neuoau des Reiches.
Mit dem „Concerto grosso" für Streichorchester von Oeminiani, von dem Orchester des Lyzeums untageiig wiedergegeben, klang der Abend aus.
SrfolgreicheLeichtachletiksaisonbeiLSOO
Die Leichtathletik-Saison 1934 liegt hinter uns. Für die Vereine mit einem geregelten und auf moderner Grundlage aufgebauten Leichtathletikbetrieb — die Spielvereinigung 1900 darf sich schon seit langen Jahren dazu zählen — erscheint es daher geboten, einmal Rückschau zu halten und gleich- zeitig das Fazit zu ziehen. Es dürften dafür Qualität und Zahl der errungenen Erfolge sowie die für die Leichtathletik an sich geleistete Arbeit maßgebend fein.
Die 1900er Leichtathleten und Leichtathletinnen waren auf insgesamt 20 Veranstaltungen vertreten. Neben den eigentlichen Meisterschaftskämpfen — Kreismeisterschaften, Gaumeisterschaften, Deutsche Meisterschaften (Kampfspiele) — beteiligte man sich in der Hauptsache an den stets beachtlich besetzten Nationalen Wettkämpfen in Frankfurt, KassÄ, Corbach, Frankenberg, Fritzlar, Nass-au, Diez usw. Selbst Ausrichter war die Spielvereinigung 1900 für den Frühiahrswaldlauf, den Langstrecklertag (Suche nach dem unbekannten Sportsmann), den Sprintertag (Suche nach dem unbekannten Sportsmann), den Wehrkampftag, die Wettkämpfe für die Deutsche Vereinsmeisterschaft und vor allem für die XII. Nationalen Wettkämpfe.
Die XII. Nationalen Wettkampfe mit über 250 Teilnehmern, ihren prächtigen Kampfbildern nnd imposanten Leistungen, insbesondere durch den Zehnkampfwettrekordmann Hans Heinz Sievert, war eines der sportlich bedeutendsten Ereignisse In Nordhessen und eine wohlgelungene Kundgebung für den Leichtathletikgedanken.
Auf diesen Veranstaltungen wurde die stattliche Anzahl von 18 2 Siegen errungen, nämlich 6 5 erste, 74 zweite und 43 dritte. Die Zahl Gäre um ein Beträchtliches höher geworden, wenn nicht starke Ausfälle zu verzeichnen gewesen wären. Es sei hier nur erinnert an den schon im Anfang der Saison infolge eines Motorradunfalles außer Gefecht gesetzten H. Jung, an P. Gerhardt, der aus beruflichen Gründen nach Berlin übersiedelte, an die starke Schwächung in den Sprintstrecken dadurch, daß F. Koch, Eidracher und W. Müller nur zeitweise zur Verfügung standen usw.
Wenn es den Spielvereinigungsleuten trotzdem gelang, sich erfolgreich in der Spitzengruppe der nordhessischen Vereine zu behaupten, so dürfte das den Wettkämpfern und auch der Abteilungsleitung, in der wieder Georg R i ch t b e r g auf organisatorischem und Willi Schmidt auf technischem Gebiet verantwortlich zeichneten, das beste Zeugnis ausstellen. An dieser Stelle sei auch noch darauf
hingewiesen, daß die Spielvereinigung 1900 bei bent Wettbewerb um die Deutsche Vereinsrneisterschafk mit 6661 Punkten — bie seinerzeit angegebenj Zahl von 5993 beruhte auf einem irrtümlichen Be- rechnunasmodus — an 70. Stelle steht, dabei de- kannte Leichtathletikvereine wie z. B. Preußen unty SC. Stettin und Spv. 98 Darmstadt hinter firff lassend. Ein Beweis, wie fruchtbar fick geleifteta Breitenarbeit auswirkt. Daß eine ganze Anzahl bed 1900er Leichtathleten Spitzenkönner finb, ist minbe* ftens ebenso erfreulich. Sie seien nachstehenb auf« geführt, unb zwar mit ihren biesjährigen
Wettkampsleislungen:
Felbwebel O. Gugel (l./JR. Gießen) im Diskuswerfen 45,80 Meter und im Kugelstohent 14,91 Meter.
Arthur Kilo im Diskuswerfen 43,90 Meter.
Heinrich Faulfeit im Marathonlauf 2:53:04 Stunden.
Grenadier M. Baumstieger (Reichswehr) im 1500-Meter-Lauf 4:16,5 Min. und im 800-Meter- Lauf 2:04,6 Minuten.
Heini Jung im Stabhochsprung 3,40 Meter.
Paul Gerhardt im 10 000-Meter-Lauf 34:31,6' Minuten.
Franz K o ch irn 200-Meter-Lauf 23,1 Minuten^ Hans Peters im 800-Meter-Lauf 2:02,6 Min. Reinhard Bepperling im 400 - Meter - Laus 53,8 Sekunden.
Unteroffizier G. R e b s ch e r (Reichswehr) im Kugelstoßen 12,32 Meter.
Erfolgreichster Mann war zweifellos Feldwebel. Gugel. Seine Leistungen haben internationales Format. Für die übrigen sollte es ein Ansporn fein, es ihm gleich zu tun. Eine vorstehend nicht re«, giftrierte Leistung muß noch festgehalten werden^ Es ist der von Paul Gerhardt bei seinem letz« ten Start für die 1900er Farben errungene zwecks Platz im Nationalen Brockenlauf hinter Kohn (Berlin).
Auch von der
Jugend
ist erfteuliches zu berichten, wenigstens teiftungs« mäßig gesehen. Was die zahlenmäßige Beteiligung angeht, so mußte ein Rückschlag konstatiert werden^ Die inzwischen von der Reichsjugendführung er» {offenen Richtlinien dürften jedoch die Gewähr dafür bieten, daß die Vereine wieder den notwendigen Nachwuchs zur Verfügung haben. Bei den 1900er Jugendlichen trat in der verflossenen Saison am weitaus stärksten Bertold Goß (Jahrg. 1920) in Erscheinung. Er vermochte sich gegen starke süd- und westdeutsche Konkurrenz erfolgreich durchzufetzen. Schöne Fortschritte zeigten auch die Kleinsten (Jahrg. 1922 und jünger), hier seien die Gebrüder
Kriminalbeamte heran. Ehe der Portter noch durch die geheime Alarmglocke ein Warnungssignal in die obere Etage geben konnte, wurde er bereits festgehalten..
„So, das' wäre der erste Streick!" sagte Peter Gaßnow fröhlich und verbeugte sich vor dem Kriminalkommissar a. D. Werner, der neben Schöttner heraufkam.
Schweigend gingen die Männer die Treppe empor.
„Ehrlich", stand auf dem Schild an der Tür der Etage.
„Na", sagte der Kriminalkommissar Werner trocken, „ehrlich währt nicht immer am längsten!" Und dann drückte er auf den Klingelknopf.
Es schrillte laut durchs Haus. Man hörte hinter der Korridortür vorsichtige Schritte.
„Wer ist da?" klang eine ängstliche Stimme.
„Deffnen, Kriminalpolizei!"
Ein kurzes Zögern. Dann rasselte eine Kette. Ein Riegel schob sich zurück. An einem bleichgesichtigen Manne vorbei rannten die Beamten mit Schöttner und Peter Gaßnow durch einen Korridor. Sie stießen eine Tür auf. Ein arell erleuchtetes Zimmer. Ein grünbezoaener Tisch. Roulettefelder und eine Kugel, die gerade in rasendem Lauf sich drehte.
Die Spieler, etwa zwölf Personen, sprangen auf, wollten durch eine rückwärtige Tür hinaus. Im Hintergrund fuhr eine Hand nach dem Lichtschalter. Aber schon scholl der Ruf: „Hände hoch!" Revolver blitzten.
Die Ueberraschten standen bewegungslos da. Und Peter Gaßnow sagte mit einer fröhlichen Verbeugung:
„Guten Tag, Herr Kollege Franke — guten Tag, Herr Direktor Studczynski!"
Mit wutverzerrtem Gesicht starrten die beiden auf Peter Gaßnow, den angeblichen Angestellten des Werkes.
„Zum Präsidium!" sagte der Kriminalkommissar Werner zu seinen Beamten. „Nehmen Sie alle hier mit! Diese beiden Herren" — er zeigte auf Studczynski und Franke — „nehme ich unter meine Bewachung. Darf ich Sie bitten, meine Herren?"
„Warum transportieren Sie uns gesondert?" fragte Studczynski heiser. „Es liegt nichts anderes gegen uns vor als die Beteiligung an diesem Spielklub. Unsere Personalien könnten Sie eigentlich auch hier feststellen."
„Bitte, mir das zu überlasten!" Der Kriminalkommissar Werner sprach es sehr kurz. ,^)ch werde wohl meine Gründe dafür haben."
*
Tief in der Nacht war das Arbeitszimmer Robby Hermans im Werk noch hell erleuchtet. Dort saßen Robby, Schöttner und Peter Gaßnow in ernstem Gespräch zusammen.
Schöttner wies auf ein paar Schriftstücke, die auf
dem Tische vor chnea lagen. .....
„Das sind die Kopien des Schriftwechsels über die Spionage Studczynskis und Frankes hier in Ihrem Werk, Herr Direktor. Die Originale liegen bei der Kriminalpolizei. So viel ich ersehen kann, haben wir die Jungens noch im letzten Augenblick gefaßt. Es fehlen noch die entscheidenden Formeln. Der Schaden für Ihre Firma dürfte also noch zu reparieren sein. Einen Tag später wäre es vorbei gewesen."
Bewegt reichte Robby dem Detektiv und bann auch Peter Gaßnow die Hand.
„Ich danke Ihnen, meine Herren. Ihre Hilfe hat großes Unheil verhütet, nicht nur geschäftlich, sondern auch in meinem persönlichen Leben."
„Den Dank müssen Sie allein diesem jungen Manne da zukommen lassen", sagte lachend Schöttner und wies auf Peter Gaßnow, „der da hat's ja geschafft. Sogar die geheime Telephonanlage vom Büro dieses famosen Studczynski zu Ihnen hat er herausgeknobelt. Was machen wir nun mit diesem talentierten Jüngling?"
„Wir erhöhen sein Honorar, Herr Kommissar", sagte lachend Peter Gaßnow.
Da lachten auch die beiden anderen.
„Und mar gestatten Sie", schloß Robby, „daß ich von der Direktion aus Ihnen extra eine Anerkennungsgratifikation zukommen lasse."
„Vielen Dank, Herr Direktor! Ehe ich mich schlagen lasse, nehme ich es lieber."
♦
Der Frühling sandte seine ersten lauen Winde über Deutschland. Im Park der Villa Dönitz steckten die ersten Schneeglöckchen ihre weißen Köpfchen ! unter dem welken Laub hervor. Die ersten Amseln fangen ein schüchternes Frühlingslied.
Es war ein Tag voll süßer Erwartung, voll Frühlingsahnen. Da führte Robby Hermann Edelgard zum Altar. Die Kerzen brannten feierlich. Ihr schlankes Weiß leuchtete vor den weißen Blüten, mit denen Altar und Kirche bräutlich geschmückt waren.
Es war auf Edelgards Wunsch eine ganz kleine Hochzeit. Nur Kutschner und Frau Dorothy, die zu diesem feierlichen Tage mit ihrem Gatten aus Amerika herübergekommen war, und ein paar nahe Freunde Robbys entfliegen den Autos.
Kutschner geleitete sorglich Frau von Dönitz. Das müde Gesicht der Mutter war vor Freude verklärt und wirkte wie verjüngt.
Nun begann die Orgel zu klingen. Jubelnde Stimmen klangen vom Chor herunter, sangen vom Glauben, der nicht wanken wird, und von der Liebe, die ewig währt.
Wie getragen von diesen Klängen, eingehüllt in das Glück ihrer Liebe, schritten zwei selige Men- schenkinder zum Altar.
. Snds.


