iS
' V * X:
’ %
■----------- -v
. ' <:. <
** •« ;m % 1 <
BWU
r^v li^V- f »v*
UJ - ■ ■
DM MM
WDMk-s
M , >#j
■ -&.." I
^>->1
' '
.- '. ,Ss!;
^MHMK
> -
■
I
Silit diesem Stoff tat Schiller den entscheidenden bender Kräfte von innen und außen. Die Familien- ^e,ritt näher zur antiken Tragödie", deren Form i katastrophe, die das Haus des Fürsten von Messina
Mit der neuen Form aber wurde, was sich nicht weniger bedeutsam und folgenreich auswirkte, auch ein neuer Inhalt aus dem Drama der Griechen übernommen: die antike Schicksalsidee, die Schiller mit dem durch das deutsche klassische Drama entwickelten Schuldbegriff verschmolz. Gewiß ist, daß die geniale Überlegenheit und der unfehlbare Instinkt eines großen Dichters dazu gehörte, diese Verschmelzung zum schlackenlosen Kunstwerk zu gestalten. (Was von schwächeren Händen aus solchen Elementen geformt wurde, haben die wahrhaft fatalen späteren „Schicksalsdramen" zur Genüge erwiesen.)
Schicksal und Schuld — das sind die beiden Mächte, die den Ablauf der Tragödie regieren. Alles, was an greifbarer Handlung in der ursprünglich durch keine Akteinteilung gehemmten Szenenfolge sich entwickelt, geschieht aus einem Doppelspiel trei-
-ochiller hat nach der Vollendung der „Jungfrau" rr Frühjahr 1801) längere Zeit in der Wahl zwi- wm verschiedenen neuen dramatischen Stoffen ge= ihDanft, die ihn zum Teil bereits seit Jahren be- lyiftigten, aber in meist mehr oder minder frag- mmtarischem Zustande auf uns gekommen sind: lir sind zu nennen der „Warbeck", die „Gräfin Dr Flandern", der „Themistokles" und auch schon -r „Teil". 1802 endlich entschied sich Schiller für ^Ausführung keines der erwähnten Projekte, fon- üni griff entschlossen einen ebenfalls bereits meh- r Jahre zurückliegenden Plan auf und ging nun Eich an dessen Durcharbeitung und Vollendung: - jst die Fabel zur „Braut von Messina", die dem iciter bei einem früheren Studium der griechi- ’qcn Tragiker zuerst aufgetaucht, dann aber durch le „Maria Stuart" und die „Jungfrau" ver- worden war.
Gießener Giadttheater.
Schiller: „Die Braut von Messina".
Ms eine etwas verspätete Ehrung Schillers zum |7i«. Geburtstage erlebten wir gestern an Stelle des UPrünglich zum gleichen Anlaß geplanten „Malochte in" die neue Inszenierung der „Braut von M ssina", eines der heute verhältnismäßig selten tepielten Schillerschen Dramen, das übrigens in liefen seit einer Reihe von Jahren nicht mehr »?:ieben worden ist.
Die „Braut von Messina" (oder: Die feindlichen Srliber, ein Trauerspiel mit Chören) gehört auch W:e Zweifel zu den Dramen Schillers, die am üirabeften volkstümlich geworden find — man denke enia zum Vergleich an die „Räuber", an die Jungfrau", an den „Teil" — und zu den Stücken, iie immer, ähnlich wie die Goethesche „Iphigenie", eis Inbegriff ernes „Klassikers" auf dem Theater fnoolten haben.
Mes lag wohl weniger an dem für uns be- onoes abseitigen Stoff als eben an der von dnller bewußt und mit Leidenschaft ergriffenen um, die ihrerseits in einen noch ferneren und lenderen Kulturkreis zurückftredte, die an Dorbil- >an erwachsen und gebildet war, mit denen der ro^erne Theaterbesucher, sobald er die Schule oer- fcfi-n hat, nur noch selten, und dann meist mit in r gewissen Befangenheit, in Berührung zu kom- ten pflegt.
Wie fremd dieser Geist und wie neu diese Form auf die Zeitgenossen wirken mußte, mag man daran ermessen, daß Schiller der Buchausgabe der „Braut" eine Abhandlung „lieber den Gebrauch des Chors in der Tragödie" vorausfchickte, um darzulegen, worauf es ihm hier ankam, und welche Rolle dem Chor im (damals) modernen Drama — im Gegensatz zur alten Tragödie — zugeteilt war: „er Hilst die Poesie hervorbringen", wie Schiller sich ausdrückte; man mag selber nachlesen, wie diese Funktion gedacht war und im einzelnen entwickelt wird.
ihm als das Idealbild des großen deutschen Dramas auf dem Nationaltheater feiner Zeit vorschwebte. Die neue, strenge, nach griechischen Maßen stilisierte Form hat ihn gereizt und geradezu „verjüngt", wie er an Körner schrieb, „denn die wahre Jugend ist doch in der alten Zeit". Und an Humboldt, als das Werk bereits abgeschlossen war: „Mein erster Versuch einer Tragödie in strenger Form wird Ihnen Vergnügen machen. Sie werden daraus urteilen, ob ich als Zeitgenosse des Sophokles auch einmal einen Preis davongetragen haben möchte. Ich habe es nicht vergessen, daß Sie mich den modernsten aller neueren Dichter genannt und mich also im größten Gegensatz mit allem, was antik heißt, gedacht haben. Es sollte mich also doppelt freuen, wenn ich Ihnen das Geständnis abzwingen könnte, daß ich auch diesen fremden Geist mir zu eigen machen können."
Montag, 26. November 1934
Anzeiger für Gberhessen)
Schwester ist, welche die Mutter ahnungsvoll in
und auf die Atemtechnik achten. Die ruhige Gefaßt-
und mit wenigen Säulen, Stufen, Rundbogen und! der Staffelei stand, nach naß ein eben fertiggestelltes rr v CY”\ • • r . i Hf. _ _ »lUörP höG •TT? O t f T OY C. TinhOH AAC 'K t I h V
Werk des Meisters. „Wie finden Sie das Bild?
Die schon besprochene Auflockerung und Durchgliederung der Chöre kam zumal den rein lyrischen Stellen von hoher Schönheit zugute. Hier bewährten sich insbesondere die Herren Neuhaus (Cajetan), Kühne (Berengar) und Geiger (Manfred) als kultivierte und sichere Sprecher.
Intendant König leitete die Inszenierung; er hat ihr, wie er im Programmheft bemerkt, die Wiener Theaterfassung zugrunde gelegt, welche die beiden Chöre solistisch auflockert und individuell belebt. Das scheint uns den Grundgedanken einer
einem von Zypressen und Pinien begrenzten Ausblick auf die sizilianische Landschaft dem strengen und sparsamen Stil der Tragödie entsprach.
Mit Anerkennung ist ferner die von Herrn Löff ° l e r geschaffene äußere Einkleidung zu nennen, die auf würdige, großlinige Schlichtheit bedacht war
lichsten heraus.
Das Haus war recht gut besetzt. Der Beifall, anfangs zögernd, steigerte sich zuletzt zu warmer Anerkennung. hth.
Kollegen.
Fritz von Uhde, Maler und Offizier, besuchte einmal den alten Menzel in seinem Atelier. Auf
fragte Menzel den sachkundigen Besucher, der sich sofort beeilte, dem Meister seine große Bewunderung auszudrücken. „Unsinn, mein lieber Uhde", knurrte Menzel. „Sie sollen mir keine Schmeicheleien sagen, sondern mir als Kollege Kritik üben."
„Wenn ich frei reden soll," sagte Uhde num „bann möchte ich mir die Bemerkung erlauben, daß ich den Hintergrund zu dunkel finde."
„So, finden Sie das, Herr Major von Uhde?" sagte die alte Exzellenz jetzt sehr kühl.
einem Kloster verborgen gehalten hat. So erfüllen sich Ahnung und Weissagung schrecklich mit einem Ende voll Blut und Tränen, in einer Tagödie blind- waltenden Schicksals und menschlicher Schuldbeladen- heit: in einem Schauspiel, das, realistisch geformt, schwer erträglich wäre, durch die strenge Würde und den melodischen Wohllaut des klassischen Verses aber geadelt und verinnerlicht wird.
- —: ... - - . z - Als Diego bewährte sich Herr Volck wie immer
Regiefuhrung anaubeuten, die sich bemühte, die klas- jn f[affifd)en Aufgaben als verläßliche Stütze des fil'dje Szenerie nicht rhetorisch erstarren zu lasst^s, Ensembles. Aus Don Cesars Chor hoben sich Karl sondern mit ben gegebenen Kräften melobramah^ : ßubroig Linbt unb Heini Gödel am persön- zu burchwirken und theatralisch zu steigern. Auch i----- -
bars bie Aufführung insofern gelungen genannt werben, als es ihr im Ganzen gelang, ben Beschauer unb Hörer begreifen zu lassen, baß dieses Werk zu ben musikalischsten unb in einem besonderen Sinne zu ben sprachlich ebelsten unb poesievollsten in ber Reihe ber klassischen Dramen gehört.
heimsucht und vernichtet, ist vorausbestimmt durch s Rose Stirl formte die große Partie ber Donna die zwiefach gebeuteten Träume der Donna Isabella > Isabella sehr überlegen, gab der Gestalt bie fürst- unb ihres Gemahls. Nur scheinbar gelingt es ber j liche Hoheit unb Haltung, bie ihr zukommt, ohne Fürstin, bem bunkel brechenden Orakelspruch ent- j doch der warmen Herzenstöne liebender, ahnender gegenwirkend das Unheil abzuwenden: die Versöh- - und schmerzzerrissener Mütterlichkeit zu entbehren, nung ihrer von Kindheit an im Bruderhaß ' welche der klassischen Erscheinung vom Menschlichen sich verzehrenden Söhne Don Cesar und Don Ma-her Anmut und Würde verleihen.
nuel wandelt sich alsbald unter der schrecklichen Ent-1 *
deckung, daß beide das gleiche Mädchen lieben, in Will Qua bf lieg gab ben Don Cesar mit schö- neue, löbliche Feindschaft. Der Konflikt steigert sich - nem jugendlichen Feuer, stolz und auch, als Sieb« zu heilloser Verstrickung und unlösbarem Verhäng- । Haber, nicht ohne Zartheit. Doch muß er sich bei ben nis, als es offenbar wird, daß bie von beiden Brü- j gefühlsmäßigen Höhepunkten und großen Ausbern geliebte unb als Braut begehrte Beatrice ihre brüchen vor einer Übersteigerung bes Tempos hüten
heil ber letzten Abschiebsszene bestimmte nachbrück- lich ben sympathischen Einbruck ber Gesamtleistung.
Karl Löser als Don Manuel charakterisierte ben Aelteren ber Brüber burch eine gewisse maßvolle Verhaltenheit unb Besonnenheit, beherrschtes Temperament unb einen klaren, jebem Pathos abholden Sprechstil.
Eine zarte Beatrice war Lorie Pflug, die das beträchtliche Ausmaß ber Rolle umsichtig bewältigte, unb ber übrigens bie mäbchenhaft-lyrischen Monologe am besten anftanben unb eine freiere Entfaltung gestatteten als bie Erschütterungen ber zuletzt mit Keulenschlägen hereinbrechenben Katastrophe.
lr. 276 Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General
Totengedenkfeiern in Gießen
liehen Glauben heraus bem Tob entgegensetzen. Sie begegnet uns in bem Heilandswort „Ich will euch Wiedersehen", das gesprochen ist auch über dem Heer unserer für Volk und Vaterland gefallenen Brüder. Das Wort „Wiedersehen" ist nicht umsonst gerade im Krieg im Lied, wie in den Briefen uns immer wieder begegnet. Da ist uns ganz besonders seine tiefe Freude, aber auch sein ganzer Ernst offenbar geworden. Aus der bitteren Erfahrung, daß so vieler Menschen Wunsch „Auf Wiedersehen" nicht Wirklichkeit geworden ist, haben wir bie Unsicherheit unb Begrenztheit alles menschlichen Hoffens erkannt. Hier setzt die Christusbotschast ein, die den Seinen die starke Hoffnung gibt: „Ich will euch wiedersehen!" Unb sie ist Wirklichkeit geworben. Seitdem wissen wir, daß der Tob nicht bas letzte Wort hat, fonbern bas Leben, in bem wir burch Christus mit Gott oerbunben find. Daraus wächst das mächtige Lied der Todesüberwinder, das uns gerade auch aus dem Sterben so vieler Kameraden entgegenklingt. Sv gewinnen diese Worte „auf Wiedersehen" von Christus her auch im Gedenken an unsere gefallenen Brüder den Klang unerschütterlicher Hoffnung unb unzerstörbarer Freube. So grüßen wir das große Heer ber Gefallenen aus unserem christlichen Glaubenstrotz: Tob, wo ist dein Stachel? Gott sei Dank, ber uns den Sieg gegeben hat durch unseren Herrn Jesus Christus!
Im Anschluß an die Predigt sang die Sängervereinigung „Liederkranz-Heiterkeit" das „Grablied" von Ferdinand Schmidt. Hierauf wurden noch einmal bie Gefallenen bes Krieges unb bes nationalsozialistischen Freiheitskampfes gegrüßt unb ihrer im stillen Gebet gebacht. Nach bem Segen beschloß bie Reichswehrkapelle mit bem Trauermarsch über bas Lieb „Ich hakt' einen Kameraben" von Thiele ben außerordentlich einbrucksvollen Gedenkgottes- bienft.
Die Feier am Denkmal auf dem Landgraf-philipp-platz.
Von ber Stabtkirche aus begaben sich die Formationen mit ihren Fahnen, bie Abordnung ber Reichswehr an ber Spitze, unb bie vielen übrigen Teilnehmer bes Gottesbienstes zu bem Gefallenen- Denkmal auf bem Lanbgraf-Philipp-Platz, wo sich eine große Menschenmenge bereits eingefunben hatte. Nachbe mber Aufmarsch am Denkmal beendet war unb bie Fahnen runb um bas Denkmal Auf-
Arn gestrigen Sonntag mürbe auch in unserer Etabt in pietätvoller Weise roürbig der Toten ge= dicht. Im Vordergründe standen dabei zwei G e - denkf eiern für die Gefallenen des großen Kriegs und für die Opfer des nationalsozialistischen Hreiheitskampfes in ben Nachkriegsjahren.
Gedenkgottesdienst in der Siadttirche.
Nach bem üblichen Sonntags-Hauptgottesdienst fnb auf Veranlassung ber Arbeitsgemeinschaft ber Militär- unb Negimentsvereine von Gießen in ber Aadtkirche ein besondrer Gedenkgottesbienst für ie Gefallenen des Krieges unb der Nachkriegszeit /;itt. An dem Gottesdienst nahmen mit ben Änge- d ritzen ber Militär- unb Regimentsvereine bas Dusikkorps unb eine Abteilung unserer Reichswehr- gcrnison, der NSDFB. (Stahlhelm), Vertretungen dir SS., des SA.-Fliegerfturms, HI., Jungvolk urb BdM., der Reichstreuebund ehemaliger Berufs- ftibaten, der Technischen Nothilfe unb ber Freiwil- II:en Sanitätskolonne vom Roten Kreuz teil. Die Mrdje war überfüllt. Vor bem Altar waren zu baden Seiten bie mit Trauerflor geschmückten Fah- ron ber Formationen ausgestellt.
Der (Bottesbienft würbe von der Reichswehr- kcpelle unter Leitung von Obermusikmeister Ärauße mit dem eindrucksvollen „Ave Verum" vin Mozart eingeleitet, anschließend wurde von der Sindervereinigung „Liederkranz-Heiterkeit" unter flitung von Chormeister Schüttler Schuberts „6anctus" (Heilig, heilig ist der Herr) gesungen. Sdann wurde von dem Geistlichen, Pfarrer «ccker, im Gebet der Gefallenen des Krieges itb der Nachkriegszeit gedacht und aus ihrem Opfer Eörke und Aufrichtung für uns Lebende vom All- Nichtigen erfleht. Nach Gemeindegesang folgte bie J ebigt von Pfarrer Becker über bas Evangelium Jhannes, Kapitel 16, Vers 22. Der Geistliche sagte U a.: Der Totensonntag ruft uns auf zum (Beben« td an unsere Toten, biefe Gebächtnisfeier läßt uns ir? besondere denken an alle, welche in Krieg und Nichkriegszeit für Volk und Vaterland ihr Leben jrn Opfer gaben. Während der Volkstrauertag an femntag Reminiscere uns mehr auf die ernste Verpachtung hinwies, welche für uns aus diesem Opfer «wächst als heiliges Vermächtnis der Gefallenen, ftl der heutige Totensonntag besonders die Bot- jeuft erklingen lassen, die wir aus unserem christ-
EBIitf auf die Trauerversammlung vor dem Gefallenen-Denkmal auf dem Landgraf-Philipp-Platz.
stellung genommen hatten, leitete die Rechswehr- kapelle unter Obermusikmeister Krauße die Feier mit dem Trauermarsch aus „Saul" von Henkel ein.
Hierauf sprach der Führer der Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Regimentsvereine, Kamerad Müller, der zunächst den Dank für die außerordentlich große Beteiligung an ber Feier zum Aus- bruef brachte unb bann u. a. sagte: Fast so weit wie Allvaters Winbe wehen, so weit, wie um Deutschlanbs Freiheit gerungen würbe, liegen die Gräber. Doch wer den Tod im Heilgen Kampfe fand, ruht auch in fremder Erde im Vaterland. Wie der Schnitter bas reife Korn, so mähte ber Schnitter Tob bie grauen Kämpfer, unb so blieben sie auch im Tobe vereint im letzten Unterstand — Gruppen, Züge, Kompanien und ganze Bataillone. Musketier, Korporal und Leutnant, sie starben zusammen fürs Vaterland. Doch wir wissen, wenn der Herbstwind das dürre Laub jagt und sein Lied singt vom Sterben und Vergehen, dann ist nicht nur die Zeit des Sterbens-, sondern auch die Zeit neuer Saat.
Oberstleutnant Schmidtbei der Kranzniederlegung im Namen der Reichswehrgarnison.
Und wir glauben fest und unerschütterlich, daß auch bie deutschen Soldaten, bie für ihr Vaterlanb starben, nicht einfach vergangen sind, sondern daß aus ihren Opfern wuchs ber Geist einer neuen Zeit. Unb bas ist unsere Zuversicht. Ein Volk, für bas so viele Millionen zu sterben bereit waren, muß leben. Wir alle wissen, wie schwer es ist, zum Sterben bereit zu -sein. Wir wissen, baß die Begeisterung verraucht im Dreck und schwerer Not. Wir wissen, wie schwer es ist, immer wieder Abschied zu nehmen von den Lieben, ohne zu wissen, ob es ein Wiedersehen gibt. Da blieben nur bie Pflicht unb bie Kamerabschast. Die Pflicht zum Opfern und bie Kameradschaft zu Helfen, bie Kameradschaft, bie nicht Halt macht vor Rang unb Herkommen. Und bie Pflicht unb bie Kamerabschast schufen ben Frontsolbaten, ber immer roieber bereit war, sich einzusetzen, obwohl es halb zwecklos schien. Man hatte auch einmal bas Wort gehört vom Dank bes Vaterlanbes — wer rechnete bamit? Es wußte nur jeber, es muß sein, bamit Deutschlanb lebt. Möge bieser Wille zum selbstlosen Dienen im beutschen Volke immer lebendig sein, daß wir uns vor den Toten nicht zu schämen brauchen. Und wenn sich heute unsere Herzen in Ehrfurcht und stolzer Trauer beugen vor den toten Kameraden, dann laßt uns im Herzen geloben: Wir wollen, wie unser Front-
Der Obmann der Ortsgruppe Gießen der NS.-Kriegs- opferversorgung, Kamerad Mö11, während seiner Ansprache. (Aufnahme: Photo-Pfaff.)
kamerad an der Spitze des Reiches, wie echte Frontsoldaten an unserem Platze unsere Pflicht tun. Wir wollen treue Kameraden sein allen deutschen Menschen, die guten Willens sind. Wir bleiben die Alten, und nie soll erkalten die Liebe zu euch und die Treue zum Vaterland.
Hierauf ehrte der Redner die Toten mit bem Hitlergruß und legte im Namen der Arbeitsgemeinschaft einen Kranz am Denkmal nieder.
Als Vertreter unserer Reichswehrgarnison brachte Oberstleutnant Schmidt ben toten Helden einen Kranz dar mit den Worten: „Den Helden des Weltkrieges — die junge deutsche Wehrmacht". Anschließend spielte die Reichswehrkapelle das Lied „Ich hott' einen Kameraden".
Im Namen des Reichstreubundes ehemaliger Berufssoldaten sprach dessen Führer Kam. Schwen - der herzliche Worte des ehrenden Gedenkens der Gefallenen des Krieges und der Gefallenen bes Froiheitskampfes für das Dritte Reich, bie sämtlich im Glauben unb in heiliger Opferbereitschaft für bas deutsche Volk und Vaterland in den Tod gegangen seien.
Für den NSDFB. (Stahlhelm) sprach Kamerad Loppe, der bei dieser Ehrung der Gefallenen darauf hinwies, daß auf Befehl des Bundesführers zur gleichen Zeit überall in Deutschland bei den Gedenkfeiern eine gleichlautende Trauerbotschaft verlesen werde, in der in Ehrfurcht und tiefer Dankbarkeit der Toten gedacht und ihrem gewaltigen Opfer unauslöschlicher Dank gezollt wird.
Auch diese beiden Redner legten als äußere Zeichen des Dankes und der Ehrung für die Gefallenen Kränze am Denkmal nieder.
Mit dem von ber Sängervereinigyng „Liederkranz-Heiterkeit" unter Chormeister Schüttler E'ungenen Chor „An bas Vaterlanb" von Zenger tb bie würdige unb erhebenbe Gedenkfeier ihren schluß.
Die Feier der AS.-Kriegsopser- Versorgung.
Zu einer schlichten Gefallenen-Ehrung fanben sich bie Mitglieber ber Ortsgrupe Gießen ber NS.- Kriegsopserversorgung auf bem Helbensriebhof im Neuen Friebhof ein.


