Der Besuch französischer Frontkämpfer beim Führer.
Toienge-ächinisfeier
-es RG -Arbeitsdienstes.
Berlin, 25. Noo. (DNB.) Der NS.-Arbeits- dienst und der Arbeitsdank hatten am Totensonntag zu einer kultischen Feier in Len Ufa-Palast am Zoo geladen. Reichsarbeitsführer Hierl konnte Lie Reichsminister Dr. Frick, Dr. Goebbels, Fhr. v. Neurath und Graf Schwerin von Krosigk, den Chef der Heeresleitung General der Artillerie Fhr. von Fritsch, die Vertreter vieler Behörden begrüßen, sowie zahlreiche SS., und SA.-Führer neben den Leitern der verschiedensten Parteigliederungen. Zur Aufführung kam die Dichtung des Arbeitsmannes Konrad L i ß „Deutsche Not und Wende", zu der Arbeitskamerad Kurt von Hertzberg die Musik geschrieben hatte. Das mit» reißende Werk ist ein Bekenntnis zum Vermächtnis der Toten des Krieges und des deutschen Freiheitskampfes, aber auch ein mahnendes Bekenntnis zur Kameradschaft der Lebenden im Dienste an Volk und Land. Das bis auf den letzten Platz besetzte Haus erlebte die Dichtung in tiefer Ergriffenheit mit.
Saattagung deSBölkerbundsrats nicht vor 3. Dezember.
Genf, 24. Nov. (DNB.) Aus Keifen des Völkerbundssekretariats wird mitgeteilt, daß man nach den letzten Nachrichten aus Rom mit dem Z u * fammentritt des Völkerbundsrates zur Besprechung der Saarfragen nicht mehr vor dem 3. Dezember rechnet. Man glaubt, aus dieser Verschiebung der Ratstagung schließen zu können, daß die Absicht bestehe, in Rom zu einem vollständigen Ergebnis au kommen und alle wesentlichen Punkte klären zu können. Der Genfer Havasvertreter schreibt, man habe eingesehen, daß durch eine frühzeitige Einberufung der Sitzung des Völkerbundsrates der Erfolg oer in Rom im Rahmen des Dreierausschusses geführten Verhandlungen vielleicht gestört werden würde. Die von Baron Aloisi vorliegenden Nachrichten seien nach wie vor g ü nft i g. Die Vertagung der Ratssitzung könne also nur als günstiges Anzeichen für eine baldige Regelung der Saarfrage aufgefaßt werden. Andererseits sei es schwierig geworden, die A u ß e n m i n i st e r , die für die außerordentliche Ratssitzung nach Genf gekommen wären, länger in Genf aufzuhalten. Die Vertagung gebe den Ministern aber die Möglichkeit, sich ihren heimatlichen Arbeiten zu widmen.
Erwerbt
das Gaar-Iahrbuch 1935!
Die deutsche Saar sieht ein wiedererstarktes Reich und sehnt den Tag herbei, an 'dem sie heimkehren kann? Jeder deutsche Volksgenosse erwidert mit Begeisterung die tausendfachen Treuekundgebungen unserer Brüder an der Saar und fühlt sich verbunden mit unserer Westmark, die in jahrhundertelangem Ringen den vordersten Graben der deutschen West- grenze zu halten hatte! Vergessen wir nie, was un- fere Saar für uns alle geopfert hat, was sie l‘/i Jahrzehnt für uns getan! Der Kampf um die Saar geht feinem Ende entgegen, und gerade jetzt kann kein Opfer für unsere Westmark zu groß sein! Es ist unsere Pflicht, unsere Brüder im Endkampf zu unterstützen, Not und Leid von ihren Schultern zu nehmen! Keiner soll daher fehlen, wenn es gilt, einen kleinen Beitrag zur Saarhilfe zu opfern! In jedem Wohn- und Arbeitsraum soll das Saar-Jahrbuch Aufnahme finden. Jeder deutsche Volksgenosse erwirbt das Saar-Jahrbuch 1935! Preis 1 Mark, zu haben in jeder Buchhandlung.
Oer Chef des Stabes der SA. in Darmstadt.
Darmstadt, 25. Nov. (LPD.) Der Chef des Stabes der SA. traf am Sonntag zu Besprechungen mit den Führern der SA.- GruppeKurpsalzin Darmstadt ein. Zu seiner Begrüßung hatten sich u. a. der Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger, Staatsminister Jung und Oberbürgermeister W a m b o l d eingefunden. Vor der Festhalle in Darmstadt hatten die SA.-Führer der Gruppe Kurpfalz Aufstellung genommen. Nach der Besprechung und dem gemeinsarben Mittagessen wohnten die SA.-Führer einer S o n d e r v o r st e l - hing von „M Inna von Barnhelm" im Hessischen Landestheater bei. Der Chef des Stabes wurde von der Bevölkerung überall lebhaft begrüßt.
Das Kriegs-Chrenkreuz.
Berlin, 24. Nov. (DNB.) Zum Gesetz über die Verleihung desEhrenkreuzes des Weltkrieges wurde eine neue Durchführungsverordnung erlassen, die u. a. folgendes bestimmt:
Die Frontkämpfereigenschaft haben auch die Schiffsjungen als Besatzungsangehörige des betreffenden Kriegsschiffes, vorausgesetzt, daß sie an einer Kampfhandlung beteiligt gewesen sind, auch wenn sie nicht vereidigt waren. Sofern sie an einer Kampfhandlung nicht teilgenommen, sich aber an Bord eines Kriegsschiffes aufgehalten haben, steht ihnen das Kriegsteilnehmerkreuz zu. Die Schüler der Unteroffiziersschulen haben Anspruch auf das Ehrenkreuz des Weltkrieges. Die Kadetten und Schüler der Unteroffiziersvorschulen können bei der Verleihung des Ehrenkreuzes nicht berücksichtigt werden. Einer ledigen weiblichen Person, die mit einem gefallenen Kriegsteilnehmer verlobt war, kann das Ehrenkreuz nicht bewilligt werden.
Aus der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union.
Berlin, 24. Nov. (DNB.) Um die verfassungsmäßige Bildung des geistlichen Ministeriums zu ermöglichen, hat der Reichsbischof in zwei Verordnungen alle 2} e ft immun g e n aufgehoben, die einer verfassungsmäßigen Tagung des Kirchensenates der Evangelischen Kirche der Altpreußi- scheu Union entgegen st änden. Der für Samstag in Aussicht genommene Zusammentritt des Kirchensenats mußte verschoben werden. Auch die Landeskirchenführer treten daher erst später zusammen.
Die Ehaco-Vorschläge in der Völkerbundsversammlung einstimmig angenommen.
Genf, 24. Nov. (DNB.) Die außerordentliche Völkerbundsversammlung für die Beileaung des Chaco-Konfliktes hat ihre Schlußsitzung abgehalten. Dabei wurden die Vorschläge zur Beilegung des Streitfalles einstimmig angenommen. Nur Die beiden in Streit befindlichen Staaten Bolivien und Paraguay haben sich der Stimme enthalte».
B e r l i n, 24. Nov. (DNB.) Die französische Presse beschäftigt sich mit einer Unterredung, die der Führer und Reichskanzler vor einiger Zeit dem Führer der französischen Nationalen Vereinigung ehemaliger Frontkämpfer, Goy, gewährt hat, wobei die französischen Zeitungen sich in übelwollenden Be- merfunaen und geflissentlichen Mißdeutungen er» gehen. Zur Klarstellung und objektiven Würdigung der Ausführungen des Führers über die deutsch- französischen Beziehungen sei festgestellt, daß der Führer nach den Mitteilungen des Herrn Goy u. a. folgendes erklärt hat:
„Die deutschen und französischen ehemaligen Frontkämpfer haben sich während des Krieges rennengelern t und haben von einander einen richtigen Begriff ihres Wertes und des Wertes jeder Nation bekommen. Sie find besser als andere befähigt, diesen Wert im Frieden zu achten. Zwischen unseren beiden Völkern darf es keine Mißverständnisse geben.
Die gegenwärtigen Schwierigkeiten gehen vom Saarproblem aus. Die französische Presse schien die Annahme aufkommen zu lassen, daß wir Deutschen einen Putsch vorbereiteten. Es ist reine Torheit, zu glauben, daß Deutschland durch Gewaltanwendung die kommende Volksbefragung zu stören versuchen will. Ich erkläre formell, daß wir uns vor dem Ergebnis der Volksabstimmung, gleichviel, wie sie ausfallt, be u- gen werden.
Ich hatte Übrigens dem französischen Außenminister vor einigen Monaten oorgeschlagen, ein Protokoll zur Regelung aller eventuellen Schwierigkeiten cmszuarveiten. Aber ich habe keine Antwort bekommen."
Als das Gespräch bann auf die Verträge übergegriffen habe, habe der Führer lebhaft von den moralischen Ehrenforderungen des deutschen Volkes gesprochen und hinzugefügt: „Es kann von einer Versetzung eines Grenzpfahles nicht die Rede sein. Sie kennen meine Auffassung hinsichtlich Elsaß-Lothringen.
Ich habe ein für allemal erklärt, daß es keine Lösung wäre, alle zwanzig oder dreißig
Genf, 24. Nov. (DNB.) Der ungarische Delegierte Tibor Eckhardt hat dem Generalsekretär des Völkerbundes eine Note überreicht, in der die ungarische Regierung verlangt, daß die von Südslawien aufgeworfene Frage der politischen Verantwortlichkeit für das Marseiller Attentat a u f d i e Tagesordnung der demnächst zu- fammentretenben außerordentlichen Ratstagung gefetzt wird. In der Note heißt es unter anderem:
Eine hartnäckige Kampagne, der Ungarn feit dem Tage des Marseiller Attentats ausgesetzt ist, hat eine politische Atmosphäre geschaffen, die nicht nur für die normalen Beziehungen zwischen gewissen Staate» Europas voll ernster Ge-
Jahre Krieg zu führen, um Provinzen wieder zu nehmen, die Frankreich stets Schwierigkeiten verursachten, wenn sie französisch waren, und Deutschland, wenn sie deutsch waren, hier denkt das heutige Deutschland nicht so wie das frühere Deutschland, wir denken nicht an zu erobernde Quadratkilometer von Gebiet, wir haben die Sicherung des Lebens unseres Volkes im Auge, worauf es jetzt ankommt, ist, zu arbeiten, um eine neuefozialeOrdnung herzustellen.
Man wirb anbeuten können, ich suchte nur Zeit zu gewinnen, um meine Vorbereitungen zu vollenden. Darauf antworte ich, daß mein Arbeitsplan derartig ist, daß der Mann, der das Ziel wirb erreichen können, das ich mir gesteckt habe, von ber Dankbarkeit feines Volkes ein viel größeres Denkmal verdienen wird, als dasjenige, das ein ruhmreicher Führer nach zahlreichen Siegen verdienen konnte.
Wenn Frankreich und Deutschland sich verständigen, so wird eine große Anzahl von Nachbarvölkern einen Seufzer der Erleichterung ausstoßen, und ein Albdruck würde verschwinden. Es würde sich eine sofortige Entspannung ergeben, eine Besserung der Wirtschaftsbeziehungen aller Länder Europas. Von unseren beiden Völkern hängt es ab, daß dieser Traum Wirklichkeit wird.
Ich bin ber Ansicht, daß b i e Männer, die den Krieg mitgemacht haben und die in ihrer Mehrzahl noch in dem Alter stehen, um aufs neue mobilisiert zu werden, eine klarere 23 o r ft e I * lung von den Gefahren haben, die die Nichtverständigung beider Völker heraufbeschwört. Die Männer, die den Krieg mitgemacht haben, sind offener, ihre Haltung ist brutaler. Aber deshalb wagen sie, den Schwierigkeiten ins Auge zu sehen, und bas ist b t e einzige Methode, um sie leichter zu lösen. Ohne Rücksicht auf diplomatische Gepflogenheiten müssen sie sich ihre natür- lichen Besorgnisse anvertrauen und rechtzeitig mitteilen, um die Konfliktgefahren zum Verschwinben zu bringen."
fahr ist, fonbern auch den Frieden ber Welt beeinträchtigen kann. Die Spannung ist verschärft worden durch den Antrag, den die südslawische Regierung mit Unterstützung ber beiden anderen Staaten ber Kleinen Entente am 22. November an ben Völkerbunbsrat gerichtet hat. In diesem Anttag erlaubt sich die südslawische Regierung, Ungarn au b e I a ft e n und seine Behörden für bas veraoscheuungswürbige Attentat von Marseille verantwortlich zu machen. Die ungarische Regierung glaubt, daß es von ber größten Bebeutung wäre, daß ber Völkerbunbsrat sofort in bie Prüfung der Angelegenheit ein tritt, mit der er von ber sübslawischen Regierung befaßt ist. Die ungarifche Regierung legt
Kriegsgerede schafft Kriegsatmofphäre.
Times kritisiert die französische Taktik.
Archimbaud nimmt nichts zurück.
L o n d o n, 26. Nov. (DNB.-Funkspruch.) „Times" erklärt, bie Rebe Archimbauds in ber französischen Kammer sei zweifellos in manchen Kreisen absichtlich übertrieben worden. Aber sie habe vorsätzlich eine sensationelle Form erhalten. Archimbaud habe, wenn auch nicht direkt gesagt, so doch angedeutet, daß zwischen der Sowjetunion und Frankreich ein enges militärisches Einvernehmen bestehe. Der Vorsitzende des Heeresausschuffes der Kammer habe ebenfalls einen Alarmruf erhoben und von vernichtenden Luftangriffen ufw. gesprochen. Dies sei eine gute parlamentarische Taktik, um bie Bewilligung von militärischen Ausgaben durchzusetzen, auf internationalem Gebiet aber fei sie verhängnisvoll. General Smuts habe neulich gesagt, daß bas Gerebe von Krieg eine Kriegsatmofphäre f 4) affe und mehr als alles andere geeignet fei, zum Kriege zu führen. Baldwin habe biefe Aeußerung in einer feiner Reben wiederholt. Sie fei durchaus währ. Es werfe ein bezeichnendes Licht auf ben jetzigen Stand der Dinge, solches Gerede sofort zu verbreiten, und als gute Politik zu betrachten, während die Bemühungen eines
Oie russisch-französische Entente.
Paris, 26. Nov. (DNB.-Funkfpmch.) Die Außenpolitikerin des „Oeuvre" nimmt Frankreich gegen den Vorwurf, ein Militärbündnis mit Sowjetrußland abgeschlossen zu haben ober abschliehen zu wollen, mit der Erklärung in Schutz, daß man ebenso wenig von einem Militärbündnis zwischen Frankreich und England oder Frankreich und Italien sprechen könne, was jedoch nicht verhindere, daß Frankreich auf Grund der Verträge berechtigt sei, für den Fall einer Verletzung dieser Verträge auch den materiellen und militärischen Beistand der b ei den anderen Unterzeichnermächte zu rechnen. Denn es handele sich nicht um ein Bündnis im Sinne der Vorkriegsdiplomatie, sondern um eine 21 rt mi - litär ischen Beistand im Rahmen und im Geiste des Völkerbundes. Es sei natürlich, daß kein einziger Franzose und kein einziger Russe gegenwärtig Daran zweifle, daß moralisch eine solche Lage zwischen Frankreich und Sowjetrußland bereits bestehe, da alle Mitgliedsstaaten des Völkerbundes mit ihren Nachbarn bzw. den räumlich entfernteren Mitgliedsstaaten durch Beiftandsverträge verbunden feien. Frankreich warte jetzt auf Polens Antwort in ber Ostpaktfrage. Aber natürlich seien Paris u n b Moskau über bie endgültige Organisation der
Ungarn verlangt sofortige Behandlung der südslawischen Aote im Völkerbundsrat.
offiziellen Vertreters des deutschen Reichkanzlers, der nach London gekommen sei, um den Weg für eine Erneuerung ber Abrüstungserörterungen zu bereiten, in Täuschung unb Geheimnis gehüllt worden seien.
„Sunday Expreß" meldet aus Paris, daß Archimbaud sich weigere, auch nur ein Wort von dem, was er in der Kammer erklärte, zurückzunehmen. Die französische Presse sei angewiesen worden, so wenig wie möglich über diese Frage zu schreiben. Der Ministerpräsident und die anderen Minister seien wütend über bie Indiskretionen Archimbauds gewesen, ber keine amtliche Billigung für feine Aktion gehabt habe. Archimbaud erklärte dem englischen Korre- fponbenten, Barthou habe bei seinen Bespre- jungen in Genf eine Vereinbarung mit Litwinow erzielt. Bis zur Erreichung der Ab- rüftung fei es vollkommen normal für zwei große Nationen wie Frankreich und Rußland, ein Einvernehmen zustande zu bringen, unter dem jedes Land dem anderen für den Fall, daß es angegriffen werde, militärische Hilfe verspricht. Für mich, so schloß Archimbaud, besteht nicht der geringste Zweifel, daß eine Union zwischen Frankreich und Rußland herrscht.
Sicherheit im Osten einig. In Paris glaube man übrigens nicht, daß der polnische Außenminister prompt eine günstige Antwort geben werde. Das „Oeuvre" rechnet damit, daß ber Abschluß des Ost- paktes noch in weiter Ferne stehe, so baß die Gründe für das französisch-russische Unternehmen nur zu verständlich würden.
Lebhafter Gedankenaustausch.
Moskau, 25. Nov. (DNB.) Halbamtlich wirb mitgeteilt, daß am Montag die Aussprache zwischen dem Außenkommissar Litwinow und dem französischen Außenminister Laval in Genf fortgesetzt werden soll, an der auf sowjetrussischer Seite auch der neue Botschafter in Paris Potem- k i n und der Generalsekretär Rosenberg teilnehmen werden. Der französische Botschafter in Moskau Alphand hat im Außenkommissariat verschiedene Besprechungen gehabt, darunter auch mit dem ehemaligen sowjetrussischen Gesandten Arosew, der in besonderer Kulturmission nach Paris beordert worden ist. Wie weiter verlautet, werden demnächst auch mehrere Mitarbeiter des Außenkommissariats nach Genf reifen, um an den Arbeiten im Generalsekretariat des Völkerbundes teilzunehmen. Die Beamten werden dem Generalsekretär Rosenberg unterstellt werden.
Wert auf bie Erklärung, baß es für ihr Land ch lebenswichtiges Interesse barstellt, bie Ehre Ufr garns gegen Umtriebe zu verteidigen,, bie kein ar- bered Ziel als die Schädigung des gutei Rufes der ganzen ungarischen Ratioi haben. Da es andererseits unbeschadet ber Doi. schristen bes Artikels 11 bes Paktes, auf ben M der südslawische Antrag bezieht, zu ben Befugt fen des Rates nach Artikel 4 des P akte, gehört, über jede Frage zu befinden, di. den Frieden der Welt berührt, so H es feine Aufgabe, die vorliegende Angelegenhej sobald wie möglich auf die Tagesordnun; der gegenwärtigen außerordentlichen Tagung fetzen und so den ernsten Gefahren zu begegn^ auf die hinzuweisen die ungarische Regierung fy ihre Pflicht hält.
Italien unterstützt die Forderung Ungarns.
Rom, 24. Nov. (DNB.) Amtlich wird mitte, teilt: In verantwortlichen italienischen Kreisen uw folgt man mit großer Aufmerksamkeit die Entwich lung, die durch die Ueberreidjung bt, Anklageaktes von Jeftitsch und bit Kleinen Entente beim Genfer Völkei bund und anderwärts h e r d o r g e r u f ei werden kann. In diesen Kreisen erkennt man do: das Recht Ungarns darauf an, eine fofor. tige Aussprache im Völkerbundsrat über bie(i Anklagen zi; verlangen und dieser ungarische Stand punkt wird von den italienischen Vertretern in Völkerbund selbst klar unterstützt werden. Die yei- antwortlichen italienischen Kreise find ber Ansicht baß eine Nation nicht u n t ^r so schwe> ren Anklagen bleiben kann, wie es dii gegen Ungarn erhobenen sinb. Die _ italienische, Kreise halten die geschaffene Lage für heikel, glauben aber nicht, daß sie unmittelbar §u ernsteren Verwicklungen führen kann.
Südslawien mit sofortiger Ber Handlung einverstanden.
Trotzdem vor Januar nicht zu erwarten.
Belgrad, 25. Nov. (DNB.) Die „Prawda' berichtet, baß der südslawische Außenminister Jes- titsch in der südslawischen Hauptstadt am Dienstagfrüh erwartet wird, um der Regierung über bli Lage in Genf Bericht zu erstatten. Arn Sarnstaz kehrt er wieder nach dort zurück, um das angefün- digte Beweismaterial dem Völkerbund zoi überreichen. Jestitsch hat dem Genfer Havasvertreter erklärt: „Nur auf die dringenden Vorstellungen gewisser Mächte hätte ich mich bereiterklärt, daß bas südslawische Gesuch e rsi auf der ordentlichen Januartagung geprüft werden sollte. Wenn jetzt die ungarische; Regierung der Auffassung ist, daß die Sin- Gelegenheit auf der kommenden außerordentliche» Ratstagung zur Behandlung kommen soll,, dann kommt sie damit ben Wünschen Sud- f l a ro i e n s entgegen."
Die „Prawba" erklärt jedoch, daß eine Erttfcheii- düng des Völkerbundsrates hinsichtlich der südslawischen Anklageschrift gegen Ungarn nicht voc dem 10. Januar zu erwarten sei. Der Völker- bundsrat wird am 3. ober 4. Dezember die Einzel- Heiken der Tagesordnung festsetzen. Die Verlesung des umfangreichen Memorandums wird mindestens zwei Tage in Anspruch nehmen unii wahrscheinlich am 9. und 10. Dezember durchgefüiM werden. Hierauf wird der Völkerbundsrat ein« Ausschuß zur Prüfung der AnklageschH einsetzen. Der Ausschuß wird sich während -!» Weihnachtsfeiertage seiner Aufgabe unterziehen unil dann dem Völkerbundsrat Bericht er flattern Da bie griechisch-katholischen Feiertage er ft am 10. Januar enden, ist voll dieser Zeit mit einer Entscheidung über die Anklagen schrist nicht zu rechnen.
Entscheidend ist natürlich, baß bie meisten im RaÜ vertretenen Großmächte in bem Wunsch über-« einstimmen, keine sofortige Behandlung ber Frage eintreten zu lassen. Da bie Verfahrensfrage im Rat durch die bisherige Praxin völlig geklärt ist und deshalb Einwände aus btt' Geschäftsordnung nicht gut erhoben werden könm ist zu erwarten, daß die an einer späteren Sejanfi» lung interessierten Mächte ihren Einfluß hauplsch lich auf diplomatischem Wege geltend machen w ben. Die Lage ist nach dem ungarischen Antrag die, daß die Mächte innerhalb einer 2Bodjt zu der Stellungnahme gelangen müßten, für bie sie noch etwa acht Wochen Zeit zu habe« glaubten.
Gömbös in Oesterreich.
Eine Besprechung mit dem Bundeskanzler Schuschnigg.
Wien, 25.Nov. (DNB.) Amtlich wird mit" geteilt: Bundeskanzler Dr. Schuschnigg begab । sich im Kraftwagen nachmittags nach Wild" alpen in Steiermark, um bem ungarische«! Ministerpräsidenten Gömbös einen Besuch ab" zustatten, der sich dort zu Besuch aufhält. Ann Abend reifte ber Bundeskanzler wieder nach 2ßk": zurück.
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Zu bem unerwarteten Besuch bes ungarische« Ministerpräsidenten Gömbös in Oesterreich bemerkt ber Wiener Berichterstatter ber „Time s", man könne diese Reise als eine G e st e auffassen, die zeigen solle, wie wenig das Vorgehen Süd' slawiens und seiner Gefährten von der Kleinen Entente Gömbös in feiner Gelassenheit,^ stört habe. Man könne sie auch darauf guri'“' führen, daß Gömbös einen sehr bringe flbf” Grund zu einer Konferenz mit ben Ministern Oesterreichs habe. Vielleicht seien beide Ausle^' gen zutreffend. In Wien bestehe ber Eindruck, dav Ungarns Absicht daraus abziele, eine f chnel'' Beilegung des Streites mit Südslo' wien zu ermöglichen. Südslawien habe bie vo" Unterstützung ber Tschechoslowakei und Rumäniens, Die Frage werde vielleicht akut werden, ob Un garn, Italien und Oesterreich nicht au > eine gemeinsame Front bilden sollten. v • Staatsmänner dieser Länder könnten jedoch • ber Möglichkeit rechnen, baß sie durch die ox’ düng einer gemeinsamen Front in Genf eine c Weiterung des Streites heraufbeschwo würben, ba bie sübslawische Regierung in ber x. 9 sei, gegen Italien unb Oe st erreich a " liche Anklagen vorzubringen wie gegen u garn.
Ein Nückiriit in Japan.
Tokio, 28. Noo, <DNB.-Funkspruch.) Minister Fuji hat sein Rücktrittsgesuch gereicht.


