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Der Besuch französischer Frontkämpfer beim Führer.

Toienge-ächinisfeier

-es RG -Arbeitsdienstes.

Berlin, 25. Noo. (DNB.) Der NS.-Arbeits- dienst und der Arbeitsdank hatten am Totensonntag zu einer kultischen Feier in Len Ufa-Palast am Zoo geladen. Reichsarbeitsführer Hierl konnte Lie Reichsminister Dr. Frick, Dr. Goebbels, Fhr. v. Neurath und Graf Schwerin von Krosigk, den Chef der Heeresleitung General der Artillerie Fhr. von Fritsch, die Vertreter vie­ler Behörden begrüßen, sowie zahlreiche SS., und SA.-Führer neben den Leitern der verschiedensten Parteigliederungen. Zur Aufführung kam die Dich­tung des Arbeitsmannes Konrad L i ßDeutsche Not und Wende", zu der Arbeitskamerad Kurt von Hertzberg die Musik geschrieben hatte. Das mit» reißende Werk ist ein Bekenntnis zum Vermächtnis der Toten des Krieges und des deutschen Freiheits­kampfes, aber auch ein mahnendes Bekenntnis zur Kameradschaft der Lebenden im Dienste an Volk und Land. Das bis auf den letzten Platz besetzte Haus erlebte die Dichtung in tiefer Er­griffenheit mit.

Saattagung deSBölkerbundsrats nicht vor 3. Dezember.

Genf, 24. Nov. (DNB.) Aus Keifen des Völker­bundssekretariats wird mitgeteilt, daß man nach den letzten Nachrichten aus Rom mit dem Z u * fammentritt des Völkerbundsrates zur Besprechung der Saarfragen nicht mehr vor dem 3. Dezember rechnet. Man glaubt, aus dieser Verschiebung der Ratstagung schließen zu können, daß die Absicht bestehe, in Rom zu einem vollständigen Ergebnis au kom­men und alle wesentlichen Punkte klären zu können. Der Genfer Havasvertreter schreibt, man habe eingesehen, daß durch eine frühzeitige Ein­berufung der Sitzung des Völkerbundsrates der Erfolg oer in Rom im Rahmen des Dreieraus­schusses geführten Verhandlungen vielleicht gestört werden würde. Die von Baron Aloisi vorliegenden Nachrichten seien nach wie vor g ü nft i g. Die Ver­tagung der Ratssitzung könne also nur als günstiges Anzeichen für eine baldige Regelung der Saarfrage aufgefaßt werden. Andererseits sei es schwierig ge­worden, die A u ß e n m i n i st e r , die für die außer­ordentliche Ratssitzung nach Genf gekommen wären, länger in Genf aufzuhalten. Die Vertagung gebe den Ministern aber die Möglichkeit, sich ihren heimatlichen Arbeiten zu widmen.

Erwerbt

das Gaar-Iahrbuch 1935!

Die deutsche Saar sieht ein wiedererstarktes Reich und sehnt den Tag herbei, an 'dem sie heimkehren kann? Jeder deutsche Volksgenosse erwidert mit Be­geisterung die tausendfachen Treuekundgebungen un­serer Brüder an der Saar und fühlt sich verbunden mit unserer Westmark, die in jahrhundertelangem Ringen den vordersten Graben der deutschen West- grenze zu halten hatte! Vergessen wir nie, was un- fere Saar für uns alle geopfert hat, was sie l/i Jahrzehnt für uns getan! Der Kampf um die Saar geht feinem Ende entgegen, und gerade jetzt kann kein Opfer für unsere Westmark zu groß sein! Es ist unsere Pflicht, unsere Brüder im Endkampf zu unterstützen, Not und Leid von ihren Schultern zu nehmen! Keiner soll daher fehlen, wenn es gilt, einen kleinen Beitrag zur Saarhilfe zu opfern! In jedem Wohn- und Arbeitsraum soll das Saar-Jahr­buch Aufnahme finden. Jeder deutsche Volksgenosse erwirbt das Saar-Jahrbuch 1935! Preis 1 Mark, zu haben in jeder Buchhandlung.

Oer Chef des Stabes der SA. in Darmstadt.

Darmstadt, 25. Nov. (LPD.) Der Chef des Stabes der SA. traf am Sonntag zu Bespre­chungen mit den Führern der SA.- GruppeKurpsalzin Darmstadt ein. Zu seiner Begrüßung hatten sich u. a. der Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger, Staatsminister Jung und Oberbürgermeister W a m b o l d eingefunden. Vor der Festhalle in Darmstadt hatten die SA.-Führer der Gruppe Kurpfalz Aufstellung genommen. Nach der Besprechung und dem gemeinsarben Mittagessen wohnten die SA.-Führer einer S o n d e r v o r st e l - hing vonM Inna von Barnhelm" im Hes­sischen Landestheater bei. Der Chef des Stabes wurde von der Bevölkerung überall lebhaft begrüßt.

Das Kriegs-Chrenkreuz.

Berlin, 24. Nov. (DNB.) Zum Gesetz über die Verleihung desEhrenkreuzes des Weltkrieges wurde eine neue Durchführungsverordnung erlassen, die u. a. folgendes bestimmt:

Die Frontkämpfereigenschaft haben auch die Schiffsjungen als Besatzungsangehörige des betreffenden Kriegsschiffes, vorausgesetzt, daß sie an einer Kampfhandlung beteiligt gewesen sind, auch wenn sie nicht vereidigt waren. Sofern sie an einer Kampfhandlung nicht teilgenommen, sich aber an Bord eines Kriegsschiffes aufgehalten haben, steht ihnen das Kriegsteilnehmerkreuz zu. Die Schüler der Unteroffiziersschulen haben Anspruch auf das Ehrenkreuz des Weltkrieges. Die Kadet­ten und Schüler der Unteroffiziersvor­schulen können bei der Verleihung des Ehren­kreuzes nicht berücksichtigt werden. Einer ledigen weiblichen Person, die mit einem gefal­lenen Kriegsteilnehmer verlobt war, kann das Ehrenkreuz nicht bewilligt werden.

Aus der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union.

Berlin, 24. Nov. (DNB.) Um die verfas­sungsmäßige Bildung des geistlichen Ministeriums zu ermöglichen, hat der Reichs­bischof in zwei Verordnungen alle 2} e ft im­mun g e n aufgehoben, die einer verfas­sungsmäßigen Tagung des Kirchen­senates der Evangelischen Kirche der Altpreußi- scheu Union entgegen st änden. Der für Sams­tag in Aussicht genommene Zusammentritt des Kir­chensenats mußte verschoben werden. Auch die Landeskirchenführer treten daher erst später zusammen.

Die Ehaco-Vorschläge in der Völker­bundsversammlung einstimmig angenommen.

Genf, 24. Nov. (DNB.) Die außerordentliche Völkerbundsversammlung für die Beileaung des Chaco-Konfliktes hat ihre Schlußsitzung abgehalten. Dabei wurden die Vorschläge zur Beilegung des Streitfalles einstimmig angenommen. Nur Die beiden in Streit befindlichen Staaten Bolivien und Paraguay haben sich der Stimme enthalte».

B e r l i n, 24. Nov. (DNB.) Die französische Presse beschäftigt sich mit einer Unterredung, die der Führer und Reichskanzler vor einiger Zeit dem Führer der französischen Nationalen Vereinigung ehemaliger Frontkämpfer, Goy, gewährt hat, wobei die französischen Zeitungen sich in übelwollenden Be- merfunaen und geflissentlichen Mißdeutungen er» gehen. Zur Klarstellung und objektiven Würdigung der Ausführungen des Führers über die deutsch- französischen Beziehungen sei festgestellt, daß der Führer nach den Mitteilungen des Herrn Goy u. a. folgendes erklärt hat:

Die deutschen und französischen ehemaligen Frontkämpfer haben sich während des Krieges rennengelern t und haben von einander einen richtigen Begriff ihres Wertes und des Wertes jeder Nation bekommen. Sie find besser als andere befähigt, diesen Wert im Frieden zu achten. Zwischen unseren beiden Völkern darf es keine Mißverständnisse geben.

Die gegenwärtigen Schwierigkeiten gehen vom Saarproblem aus. Die französische Presse schien die Annahme aufkommen zu lassen, daß wir Deutschen einen Putsch vorbereiteten. Es ist reine Torheit, zu glauben, daß Deutschland durch Gewaltanwendung die kom­mende Volksbefragung zu stören versuchen will. Ich erkläre formell, daß wir uns vor dem Ergebnis der Volksabstimmung, gleichviel, wie sie ausfallt, be u- gen werden.

Ich hatte Übrigens dem französischen Außenminister vor einigen Monaten oorgeschlagen, ein Proto­koll zur Regelung aller eventuellen Schwierig­keiten cmszuarveiten. Aber ich habe keine Ant­wort bekommen."

Als das Gespräch bann auf die Verträge übergegriffen habe, habe der Führer lebhaft von den moralischen Ehrenforderungen des deutschen Volkes gesprochen und hinzugefügt:Es kann von einer Versetzung eines Grenzpfahles nicht die Rede sein. Sie kennen meine Auffassung hin­sichtlich Elsaß-Lothringen.

Ich habe ein für allemal erklärt, daß es keine Lösung wäre, alle zwanzig oder dreißig

Genf, 24. Nov. (DNB.) Der ungarische Dele­gierte Tibor Eckhardt hat dem Generalsekre­tär des Völkerbundes eine Note überreicht, in der die ungarische Regierung verlangt, daß die von Südslawien aufgeworfene Frage der politischen Verantwortlichkeit für das Marseiller Attentat a u f d i e Tagesordnung der demnächst zu- fammentretenben außerordentlichen Ratstagung gefetzt wird. In der Note heißt es unter anderem:

Eine hartnäckige Kampagne, der Ungarn feit dem Tage des Marseiller Attentats ausgesetzt ist, hat eine politische Atmosphäre geschaffen, die nicht nur für die normalen Beziehungen zwi­schen gewissen Staate» Europas voll ernster Ge-

Jahre Krieg zu führen, um Provinzen wieder zu nehmen, die Frankreich stets Schwierigkeiten verursachten, wenn sie französisch waren, und Deutschland, wenn sie deutsch waren, hier denkt das heutige Deutschland nicht so wie das frühere Deutschland, wir denken nicht an zu erobernde Quadratkilometer von Gebiet, wir haben die Sicherung des Lebens unseres Volkes im Auge, worauf es jetzt ankommt, ist, zu arbeiten, um eine neuefozialeOrdnung herzustellen.

Man wirb anbeuten können, ich suchte nur Zeit zu gewinnen, um meine Vorbereitungen zu vollenden. Darauf antworte ich, daß mein Arbeitsplan der­artig ist, daß der Mann, der das Ziel wirb er­reichen können, das ich mir gesteckt habe, von ber Dankbarkeit feines Volkes ein viel größeres Denkmal verdienen wird, als dasjenige, das ein ruhmreicher Führer nach zahlreichen Siegen ver­dienen konnte.

Wenn Frankreich und Deutschland sich ver­ständigen, so wird eine große Anzahl von Nachbarvölkern einen Seufzer der Er­leichterung ausstoßen, und ein Alb­druck würde verschwinden. Es würde sich eine sofortige Entspannung ergeben, eine Besserung der Wirtschaftsbeziehungen aller Länder Europas. Von unseren beiden Völkern hängt es ab, daß dieser Traum Wirklichkeit wird.

Ich bin ber Ansicht, daß b i e Männer, die den Krieg mitgemacht haben und die in ihrer Mehrzahl noch in dem Alter stehen, um aufs neue mobilisiert zu werden, eine klarere 23 o r ft e I * lung von den Gefahren haben, die die Nichtverständigung beider Völker heraufbeschwört. Die Männer, die den Krieg mitgemacht haben, sind offener, ihre Haltung ist brutaler. Aber deshalb wagen sie, den Schwierigkeiten ins Auge zu sehen, und bas ist b t e einzige Methode, um sie leichter zu lösen. Ohne Rücksicht auf diplo­matische Gepflogenheiten müssen sie sich ihre natür- lichen Besorgnisse anvertrauen und rechtzeitig mit­teilen, um die Konfliktgefahren zum Verschwinben zu bringen."

fahr ist, fonbern auch den Frieden ber Welt beeinträchtigen kann. Die Spannung ist ver­schärft worden durch den Antrag, den die südslawische Regierung mit Unterstützung ber beiden anderen Staaten ber Kleinen Entente am 22. November an ben Völkerbunbsrat gerichtet hat. In diesem Anttag erlaubt sich die südslawische Regierung, Ungarn au b e I a ft e n und seine Behörden für bas veraoscheuungswürbige Attentat von Marseille verantwortlich zu machen. Die unga­rische Regierung glaubt, daß es von ber größten Bebeutung wäre, daß ber Völkerbunbsrat sofort in bie Prüfung der Angelegenheit ein tritt, mit der er von ber sübslawischen Re­gierung befaßt ist. Die ungarifche Regierung legt

Kriegsgerede schafft Kriegsatmofphäre.

Times kritisiert die französische Taktik.

Archimbaud nimmt nichts zurück.

L o n d o n, 26. Nov. (DNB.-Funkspruch.)Times" erklärt, bie Rebe Archimbauds in ber fran­zösischen Kammer sei zweifellos in manchen Kreisen absichtlich übertrieben worden. Aber sie habe vorsätzlich eine sensationelle Form er­halten. Archimbaud habe, wenn auch nicht direkt gesagt, so doch angedeutet, daß zwischen der Sow­jetunion und Frankreich ein enges militäri­sches Einvernehmen bestehe. Der Vorsitzende des Heeresausschuffes der Kammer habe eben­falls einen Alarmruf erhoben und von vernich­tenden Luftangriffen ufw. gesprochen. Dies sei eine gute parlamentarische Taktik, um bie Bewilligung von militärischen Ausgaben durchzusetzen, auf internationa­lem Gebiet aber fei sie verhängnisvoll. General Smuts habe neulich gesagt, daß bas Gerebe von Krieg eine Kriegsatmofphäre f 4) affe und mehr als alles andere geeignet fei, zum Kriege zu führen. Baldwin habe biefe Aeußerung in einer feiner Reben wiederholt. Sie fei durchaus währ. Es werfe ein bezeichnendes Licht auf ben jetzigen Stand der Dinge, solches Gerede sofort zu verbreiten, und als gute Politik zu be­trachten, während die Bemühungen eines

Oie russisch-französische Entente.

Paris, 26. Nov. (DNB.-Funkfpmch.) Die Außenpolitikerin desOeuvre" nimmt Frankreich gegen den Vorwurf, ein Militärbündnis mit Sowjetrußland abgeschlossen zu haben ober abschliehen zu wollen, mit der Erklärung in Schutz, daß man ebenso wenig von einem Militär­bündnis zwischen Frankreich und Eng­land oder Frankreich und Italien spre­chen könne, was jedoch nicht verhindere, daß Frank­reich auf Grund der Verträge berechtigt sei, für den Fall einer Verletzung dieser Ver­träge auch den materiellen und militä­rischen Beistand der b ei den anderen Unterzeichnermächte zu rechnen. Denn es handele sich nicht um ein Bündnis im Sinne der Vorkriegsdiplomatie, sondern um eine 21 rt mi - litär ischen Beistand im Rahmen und im Geiste des Völkerbundes. Es sei natürlich, daß kein einziger Franzose und kein ein­ziger Russe gegenwärtig Daran zweifle, daß mora­lisch eine solche Lage zwischen Frankreich und Sowjetrußland bereits bestehe, da alle Mit­gliedsstaaten des Völkerbundes mit ihren Nachbarn bzw. den räumlich entfernteren Mitgliedsstaaten durch Beiftandsverträge verbunden feien. Frank­reich warte jetzt auf Polens Antwort in ber Ostpaktfrage. Aber natürlich seien Paris u n b Moskau über bie endgültige Organisation der

Ungarn verlangt sofortige Behandlung der südslawischen Aote im Völkerbundsrat.

offiziellen Vertreters des deutschen Reichkanzlers, der nach London gekommen sei, um den Weg für eine Erneuerung ber Abrüstungserörterungen zu bereiten, in Täuschung unb Geheimnis gehüllt wor­den seien.

Sunday Expreß" meldet aus Paris, daß Ar­chimbaud sich weigere, auch nur ein Wort von dem, was er in der Kammer erklärte, zurückzuneh­men. Die französische Presse sei angewiesen wor­den, so wenig wie möglich über diese Frage zu schreiben. Der Ministerpräsident und die anderen Minister seien wütend über bie Indiskre­tionen Archimbauds gewesen, ber keine amtliche Billigung für feine Aktion gehabt habe. Archimbaud erklärte dem englischen Korre- fponbenten, Barthou habe bei seinen Bespre- jungen in Genf eine Vereinbarung mit Litwinow erzielt. Bis zur Erreichung der Ab- rüftung fei es vollkommen normal für zwei große Nationen wie Frankreich und Rußland, ein Einver­nehmen zustande zu bringen, unter dem jedes Land dem anderen für den Fall, daß es an­gegriffen werde, militärische Hilfe ver­spricht. Für mich, so schloß Archimbaud, besteht nicht der geringste Zweifel, daß eine Union zwi­schen Frankreich und Rußland herrscht.

Sicherheit im Osten einig. In Paris glaube man übrigens nicht, daß der polnische Außenminister prompt eine günstige Antwort geben werde. Das Oeuvre" rechnet damit, daß ber Abschluß des Ost- paktes noch in weiter Ferne stehe, so baß die Gründe für das französisch-russische Unternehmen nur zu verständlich würden.

Lebhafter Gedankenaustausch.

Moskau, 25. Nov. (DNB.) Halbamtlich wirb mitgeteilt, daß am Montag die Aussprache zwischen dem Außenkommissar Litwinow und dem fran­zösischen Außenminister Laval in Genf fort­gesetzt werden soll, an der auf sowjetrussischer Seite auch der neue Botschafter in Paris Potem- k i n und der Generalsekretär Rosenberg teil­nehmen werden. Der französische Botschafter in Moskau Alphand hat im Außenkommissariat verschiedene Besprechungen gehabt, darunter auch mit dem ehemaligen sowjetrussischen Gesandten Arosew, der in besonderer Kulturmis­sion nach Paris beordert worden ist. Wie weiter verlautet, werden demnächst auch mehrere Mitarbeiter des Außenkommissariats nach Genf reifen, um an den Arbeiten im Generalsekre­tariat des Völkerbundes teilzunehmen. Die Beam­ten werden dem Generalsekretär Rosenberg unterstellt werden.

Wert auf bie Erklärung, baß es für ihr Land ch lebenswichtiges Interesse barstellt, bie Ehre Ufr garns gegen Umtriebe zu verteidigen,, bie kein ar- bered Ziel als die Schädigung des gutei Rufes der ganzen ungarischen Ratioi haben. Da es andererseits unbeschadet ber Doi. schristen bes Artikels 11 bes Paktes, auf ben M der südslawische Antrag bezieht, zu ben Befugt fen des Rates nach Artikel 4 des P akte, gehört, über jede Frage zu befinden, di. den Frieden der Welt berührt, so H es feine Aufgabe, die vorliegende Angelegenhej sobald wie möglich auf die Tagesordnun; der gegenwärtigen außerordentlichen Tagung fetzen und so den ernsten Gefahren zu begegn^ auf die hinzuweisen die ungarische Regierung fy ihre Pflicht hält.

Italien unterstützt die Forderung Ungarns.

Rom, 24. Nov. (DNB.) Amtlich wird mitte, teilt: In verantwortlichen italienischen Kreisen uw folgt man mit großer Aufmerksamkeit die Entwich lung, die durch die Ueberreidjung bt, Anklageaktes von Jeftitsch und bit Kleinen Entente beim Genfer Völkei bund und anderwärts h e r d o r g e r u f ei werden kann. In diesen Kreisen erkennt man do: das Recht Ungarns darauf an, eine fofor. tige Aussprache im Völkerbundsrat über bie(i Anklagen zi; verlangen und dieser ungarische Stand punkt wird von den italienischen Vertretern in Völkerbund selbst klar unterstützt werden. Die yei- antwortlichen italienischen Kreise find ber Ansicht baß eine Nation nicht u n t ^r so schwe> ren Anklagen bleiben kann, wie es dii gegen Ungarn erhobenen sinb. Die _ italienische, Kreise halten die geschaffene Lage für heikel, glauben aber nicht, daß sie unmittelbar §u ernste­ren Verwicklungen führen kann.

Südslawien mit sofortiger Ber Handlung einverstanden.

Trotzdem vor Januar nicht zu erwarten.

Belgrad, 25. Nov. (DNB.) DiePrawda' berichtet, baß der südslawische Außenminister Jes- titsch in der südslawischen Hauptstadt am Diens­tagfrüh erwartet wird, um der Regierung über bli Lage in Genf Bericht zu erstatten. Arn Sarnstaz kehrt er wieder nach dort zurück, um das angefün- digte Beweismaterial dem Völkerbund zoi überreichen. Jestitsch hat dem Genfer Havasvertreter erklärt:Nur auf die dringenden Vor­stellungen gewisser Mächte hätte ich mich bereiterklärt, daß bas südslawische Gesuch e rsi auf der ordentlichen Januartagung geprüft werden sollte. Wenn jetzt die ungarische; Regierung der Auffassung ist, daß die Sin- Gelegenheit auf der kommenden außerordent­liche» Ratstagung zur Behandlung kommen soll,, dann kommt sie damit ben Wünschen Sud- f l a ro i e n s entgegen."

DiePrawba" erklärt jedoch, daß eine Erttfcheii- düng des Völkerbundsrates hinsichtlich der süd­slawischen Anklageschrift gegen Ungarn nicht voc dem 10. Januar zu erwarten sei. Der Völker- bundsrat wird am 3. ober 4. Dezember die Einzel- Heiken der Tagesordnung festsetzen. Die Verlesung des umfangreichen Memorandums wird minde­stens zwei Tage in Anspruch nehmen unii wahrscheinlich am 9. und 10. Dezember durchgefüiM werden. Hierauf wird der Völkerbundsrat ein« Ausschuß zur Prüfung der AnklageschH einsetzen. Der Ausschuß wird sich während -!» Weihnachtsfeiertage seiner Aufgabe unterziehen unil dann dem Völkerbundsrat Bericht er flattern Da bie griechisch-katholischen Feier­tage er ft am 10. Januar enden, ist voll dieser Zeit mit einer Entscheidung über die Anklagen schrist nicht zu rechnen.

Entscheidend ist natürlich, baß bie meisten im RaÜ vertretenen Großmächte in bem Wunsch über-« einstimmen, keine sofortige Behandlung ber Frage eintreten zu lassen. Da bie Ver­fahrensfrage im Rat durch die bisherige Praxin völlig geklärt ist und deshalb Einwände aus btt' Geschäftsordnung nicht gut erhoben werden könm ist zu erwarten, daß die an einer späteren Sejanfi» lung interessierten Mächte ihren Einfluß hauplsch lich auf diplomatischem Wege geltend machen w ben. Die Lage ist nach dem ungarischen Antrag die, daß die Mächte innerhalb einer 2Bodjt zu der Stellungnahme gelangen müßten, für bie sie noch etwa acht Wochen Zeit zu habe« glaubten.

Gömbös in Oesterreich.

Eine Besprechung mit dem Bundeskanzler Schuschnigg.

Wien, 25.Nov. (DNB.) Amtlich wird mit" geteilt: Bundeskanzler Dr. Schuschnigg begab sich im Kraftwagen nachmittags nach Wild" alpen in Steiermark, um bem ungarische«! Ministerpräsidenten Gömbös einen Besuch ab" zustatten, der sich dort zu Besuch aufhält. Ann Abend reifte ber Bundeskanzler wieder nach 2ßk": zurück.

Zu bem unerwarteten Besuch bes ungarische« Ministerpräsidenten Gömbös in Oesterreich bemerkt ber Wiener Berichterstatter berTime s", man könne diese Reise als eine G e st e auffassen, die zeigen solle, wie wenig das Vorgehen Süd' slawiens und seiner Gefährten von der Kleinen Entente Gömbös in feiner Gelassenheit,^ stört habe. Man könne sie auch darauf guri'' führen, daß Gömbös einen sehr bringe flbf Grund zu einer Konferenz mit ben Ministern Oesterreichs habe. Vielleicht seien beide Ausle^' gen zutreffend. In Wien bestehe ber Eindruck, dav Ungarns Absicht daraus abziele, eine f chnel'' Beilegung des Streites mit Südslo' wien zu ermöglichen. Südslawien habe bie vo" Unterstützung ber Tschechoslowakei und Rumäniens, Die Frage werde vielleicht akut werden, ob Un garn, Italien und Oesterreich nicht au > eine gemeinsame Front bilden sollten. v Staatsmänner dieser Länder könnten jedoch ber Möglichkeit rechnen, baß sie durch die ox düng einer gemeinsamen Front in Genf eine c Weiterung des Streites heraufbeschwo würben, ba bie sübslawische Regierung in ber x. 9 sei, gegen Italien unb Oe st erreich a " liche Anklagen vorzubringen wie gegen u garn.

Ein Nückiriit in Japan.

Tokio, 28. Noo, <DNB.-Funkspruch.) Minister Fuji hat sein Rücktrittsgesuch gereicht.