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Montag, 26. November 1934

184. Jahrgang

Nr. 276 Erster Blatt

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Die Manien der Deutschen Universität Prag

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Am die Insignien der deutschen Universität

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Kiisenzeichen in Frankreich.

Don unserem Or. K. Z.-Korrespondenien.

Paris, 24. November 1934.

Doumergue hatte oft von seinen Gegnern ui hören bekommen, daß er seine Zeit an nutzlose Erörterungen über mögliche ober unmögliche Ver­fassungsänderungen vergeude, statt tatkräftig die so hringenb notwendige Stützung der schwer ringenden Wirtschaft in Angriff zu nehmen. Sein Nach-

denten sämtliche _ chen Hochschulen. Gegen mittag zogen einige Hundert tschechische nationalistische

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36 Milliarden hinzuzurechnen sind, woraus sich dann die obige Gesamtsumme von 41 Milliarden ergibt, um welche die französische Staatsschuld in den letzten beiden Jahren angewachsen ist.

Die Finanzlage wird nun dadurch immer schwie­riger, daß die neuen Schulden natürlich auch er­höhte Aufwendungen für den Zinsen- d i e n ft erfordern. In dem Etatvoranschlag für 1935 ist für den Zinsendienst der inneren Staatsschuld ein Betrag von über 11 Milliarden eingesetzt, der um eine halbe Milliarde höher ist als im Vorjahre, aber trotzdem noch nicht ausreichen wird. Wie unter diesen Umständen die beabsichtigten Steuerer­leichterungen durchgemährt werden sollen,

Die Deutsche Universität in Prag.

Studenten unter Führung des Pro­rektors der tschechischen Universität Professor Dr. Dornin vor das Rektoratsgebäude der deutschen Universität, warfen einige Fensterscheiben ein und prengten die Türen z u dem Gebäude. Der Dekan der medizinischen Fakultät der deutschen Universität, Professor Dr. Zeynik, der vor das Gebäude kam und das Einschreiten der zahlreich aufgebotenen Polizei verlangte, wurde fortge- wiesen.

Der Sturm a u f das Rektorat setzte unmittelbar im Anschluß an eine Rede des Prorektors Dr. Dornin ein, der u. a. die Ent­fernung der Rechtswisfenfchaftlichen Fakultät aus dem Gebäude des Larolinums forderte. Die tschechischen Studenten drangen bis zum ersten Stockwerk vor und verwüsteten die Räumlichkeiten des hi st ari­schen und slawischen Seminars der deutschen Universität vollkommen. Das ganze Stockwerk bietet das Bild einer wilden

ohne die unfinnig aufgeblähten R ü ft u n g s e t a t s einzuschränken, ist vorläufig noch das Geheimnis Regierung.

dieses dann zu billigeren Preisen unmit­telbar an die städtischen Verbraucher zu verkaufen. In der Umgebung von Rennes sind bereits drei solcher Backöfen in Betrieb, in denen täglich 1800 Kilogramm Brot verarbeitet werden. Die Bauern erklären, daß sie mit dieser Maßnahme gleichzeitig auch dasgute Brot" von frü­her erzielen wollen.

Die Getreidekrise ist nach wie vor Anlaß größter Beunruhigung in den interessierten Kreisen. Das Ministerpräsidium hat daher eine neue beruh i- gende Erklärung veröffentlicht. Trotz der be­reite bekanntgegebenen Dementis, so heißt es darin, würden von gewissen Spekulanten falsche Nach­richten über b i e Regierungsvorlage zur Behebung der Getreidekrise verbreitet. Dem- gegenübr werde erneut festgestellt, daß diese Frage nur durch d i e Kammern gelöst werden könne, denen in kürzester Zeit die Regierungsvor- läge zugehen werde Solange die Kammern keine nuen Bestimmungen träfen, blieben die bisherigen jedoch in Kraft.

Das NGKK. am Ehrenmal der Kraftfahrer.

DNB. Potsdam, 25. Nov. Die Berlin-Branden­burger Formationen des NSKK. waren in Stärke von 5000 Mann am Totensonntag in Potsdam am Ehrenmal der Kraftfahrer auf-

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Fassons,t r- o -, ~------ ' -- -.......

bis zu d.t ker Wirtschaft, hat jedenfalls den umgekehr- nen Weg beschritten. Er will zunächst der ^etw.Zusai Wirtschaft wieder auf die Beine Helsen, und Sl9er Aus» lofft, daß sich die politischen Schwierigkeiten, an pnen sein Vorgänger scheiterte, bann zum großen heil von selbst in Wohlgefallen auflösen werben.

| !«rausführen zu können.

Allerbings häufen sich mit bem beginnenden Win- ü-r in Frankreich bie Krisenzeichen in beängstigen- ?r Steigerung. Besonbers beunruhigenb sind die | Nindereingänge an Steuern und Z ö l- » n. Aus dem letzten Ausweis des Finanzmini-

1 iseriums geht hervor, daß die Eingänge beim Schatz- ! mit in dem dritten Vierteljahr des laufenden Etat- ihres um 1056 Millionen Franken hinter denen

I l'_'9 entsprechenden Zeitraumes im Vorjahre zurück- peblteben sind. Allein bei den Eingängen aus den

| m b i r e f t e n Steuern, aus den staatlichen Nonopolen und den Staatsdomänen und Forsten i beläuft sich der Minderertrag gegenüber den I Vorschlägen in den ersten neun Monaten dieses Matjahres auf nicht weniger als 2,7 Militär- be n Franken. Bei den direkten Steuern, l [o in der Hauptsache denen auf Einkommen und Vermögen, lassen sich während des Etatjahres keine vergleiche mit den Voranschlägen anfteüen. Aber regenüber dem Vorjahre hat sich auch bei diesen Steuern in den Monaten Juli, August und Sep- iimber ein Minderertrag von 621 Mil-

I lii o n c n bei einem Gesamtaufkommen von 4480 Millionen Franken einschließlich Departements und

Gemeinden ergeben.

I Aehnlich gestaltet sich die ungünstige Entwicklung j lei der Post und den Eisenbahnen, ! seren Haushalte in dem Staatsbudget nicht enthal- »?n sind. Die Postverwaltung hat im dritten Vier- !?ljahr 865 Millionen Franken vereinnahmt, eine Summe, die gegenüber dem Voranschlag um 28 Millionen, gegenüber den entsprechenden Einnah­men des Vorjahres um 16 Millionen zu- ücfbleibt. Bei den Eisenbahnen es gibt eine staatliche und fünf Privat-Gesellschaften belief l«ich der Minderertrag gegenüber dem Vorjahre in kr 44. Woche (vom 29. Oktober bis 4. November) muf 14 Millionen Franken oder fast 7 Prozent, fon den gesamten 44 abgelaufenen Wochen sind (12 Millionen weniger eingekommen als

Schwere Ausschreitungen tschechischer Studenten in Prag

Deutschfeindliche Kundgebungen vor der Prager deutschen Universität.

Wüste Zerstörungen eingedrungener Tschechen.

marschiert, um in einer erhebenden Feierstunde der Toten zu gedenken, die für Volk, Vaterland und bie Bewegung ihr Leben bahingaben. Unter den Ehren­gästen sah man u. a. den Reichssportführer von Tschammer und Osten, Polizeipräsident Graf H e 11 b o r f, Vertreter zahlreicher Behörben, ber Reichswehr, ber Bewegung, SA. unb SS.

Obergruppenführer Hühnlein betonte den Heroismus des Kampfes, ber immer das deutsche Volk beseelt habe, wenn es galt, sich die Freiheit zu erkämpfen. Auf den Schlachtfeldern des Weltkrieges liegt der Ausgangs­punkt der Bewegung. Deshalb werden wir niemals feine Toten und deren Gedenksteine ver­gessen. Mit dem gleichen Heroismus kämpften auch die Gefallenen des neuen Deutschlands. Sie kämpften zäh und entschlossen für ein Deutschland der sozialen Gerechtigkeit, für ein Deutschland hoch in Ehren. Aber auch den Toten, die in den schweren Motor­schlachten im Kampfe für deutsche Wertarbeit fielen, gilt das heutige stille Gedenken.

Nachdem das Lied vom guten Kameraden ver­klungen war, ermahnte der Korpsführer die SA.- Männer, auch in der jetzt über Deutschland herauf­gezogenen Ruhezeit treue Kämpfer z u blei­ben und Arbeit an ber inneren Festigung bcs ein­zelnen Mannes und Kameraden zu üben. Hierauf legte Obergruppenführer Hühnlein am Fuße des Kraftfahrer-Denkmals für die gefallenen Helden einen Kranz nieder.

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Zerstörung. Zweifellos wäre es auch mit den nächsten Stockwerken, in denen sich die Räume des Rektorats der deutschen Universität befinden, ebenso ergangen und die Insignien und wertvollen Rilder, die dort hängen, wären durch die tschechischen Studenten gewaltsam ent­wendet oder zerstört worden, wenn hier nicht der erbitterte Wider st and der deutschen Student en das Schl im m sie verhindert hätte. Einer der deutschen Studenten wurde im Flur von den Tschechen niedergeschlagen und trug eine klaf­fende Kopfwunde davon. Mehrere andere deutsche Studenten wurden ebenfalls verletzt.

Erst bie immer dringender werbenden $ o r Hei­lungen des deutschen Rektors, Prof. Dr. Großer, der sich seit seiner Rückkehr von der Dorsprache bei Ministerpräsident Malypetr in (ei­nem Amtszimmer befand, bewogen die Polizei, die in starken Abteilungen erschienen war, i um­greifen. Daraufhin räumten die tschechischen Stu­denten das Gebäude, verharrten aber auf der Straße und wiederholten dort ununterbrochen ihre Kund­gebungen. Durch Zuzug aus der Stabt wuchs ihre Zahl fortwährend.

Gegen 15 Uhr gelang es der Polizei, die Straße vor dem Rektorat zu säubern. Die tschechischen Studenten stimmten nationale Lieder und die Staatshymne an und zogen unter deutschseind- lichen RufenRieder mit der deutschen Tech­nik",Die Deutschen müssen heraus aus dem Earolinum",Es lebe die nationale Opposition", Ls lebe Dornin ab. Die Demonstranten, zu denen sich Pöbel gesellt hatte, zimmerten aus der während des Kampfes zertrümmerten Tür zum deutschen Rektorat ein Gatgengerüst.

Daran brachten sie die Tafel an, die sie in den Mittagsstunden vom deutschen Rektoratsgebäude abgerissen hatten.

Nach Eintritt der Dunkelheit wurde auch das deutsche V e r e i n s h a u s Urania v o n De- mon(tränten angegriffen. Zahlreiche Fen­sterscheiben wurden durch Steinwürfe zertrümmert. In den Abendstunden wurden die Demonstranten überall teils von Sicherheitswoche zu Fuß, stellen­weise unter Anwendung von Gummiknüppeln, teils von berittener Polizei zerstreut. An drei Stellen wurden mehrere Auslagescheiben eingedrückt. A u f dem Graben begann eine Demonstrantengruppe bie Sicherheitswache mit Steinen zu bewerfen, weshalb diese die Säbel zog und mit der flachen Waffe die Demonstranten zerstreute. Die Zahl der Festgenommenen beträgt 67.

Vie Demonstrationen wiederholten sich.

Prag, 25. Nov. (DNB.) Einem Bericht ber Po- lizeibirektion zufolge versammelten sich heute vor der Mittagsstunde vor dem großen Reprä­sentantenhaus in Prag erneut tschechische Studenten in größerer Zahl, bie sich zum National­theater begaben, wo sie sich zerstreuten. Gegen 14 Uhr versammelten sich vor bem G e m e i n b e - haus wieberum Demonstranten, denen sich auch nichtstubentische Elemente beigesellten. Sie ver­suchten wieberholt, zum Neuen Deutschen Theater vorzubringen, wurden aber von ber Sicherheitswache aufgehalten und 3 e r- ft r e u t bzw. in die Nebengassen abgedrängt. Solche Ansammlungen wiederholten sich im Laufe des Nachmittags und Abends an verschiedenen Stel­len der inneren Stadt, doch wurden sie von ber Polizei auseinanbergetrieben. Bis 18.30 Uhr wur­den von der Polizei 34 Personen angehalten.

Französische dauern schreiten zur Selbsthilfe.

Kein Absatz für Brotgetreide.

Paris, 25. Nov. (DNB.) Infolge der unverän­derten französischen Getreidekrise sind die Land­wirte in der Bretagne zur Selb st Hilfe geschrit­ten. Da es ihnen wegen der festgesetzten Getreide- preise nicht möglich war, ihre Kornvorräte abzu- setzen, haben sie sich entschlossen, das Getreide selbst zu vermahlen, Brot zu backen unb

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nm Jahre 1933 in der entsprechenden Zeitspanne, Obgleich Ende des vorigen Jahres eine Erhöhung her Personenfahrpreise vorgenommen worden war. Da die Fehlbeträge der Eisenbahngesellschaften, auch her privaten Gesellschaften, ber Staatskasse zur »»oft fallen, erhöht sich das Defizit des Staatshaus­haltes um die betreffende Summe.

Erschwerend fällt jedoch ins Gewicht, daß die -Höhe der Mindererträge in den letzten Monaten ii nb Wochen außerorbentlich stark a n g e ft i e g e n iit, währenb im ersten Vierteljahr noch vielfach fo- war Mehrerträge verzeichnet werben konnten. Bei Isen oben bereite erwähnten Einnahmen aus ben mbireften Steuern und Monopolen stiegen die Mindererträge im Verhältnis zu dem veranschlag-

Gesamtaufkommen von 9 Prozent im ersten Merteljahr auf 11,2 Prozent im zweiten unb 14 4 Prozent im dritten Vierteljahr. Wenn bte Entwick­lung so weiter geht, muß am Ende des Jahres rni linem Fehlbetrag von mindest en s fünf Milliarden gerechnet werden, wodurch das nach mehreren Regierungsstürzen und erbitterten innenpolitischen Kämpfen im vergangenen Marz nübfarn berbefqefUferte Gleichgewicht des Staats- Haushaltes bei dem Stande von ungefähr 50 Mil­liarden wieder erheblich gestört werden wurde.

Es wird dann wiederum nichts anderes übrig bleiben, als die Deckung der Fehlbeträge au f bem Anleihewege vorzunehmen. Die ständige Zu­nahme der Staatsschuld zeigt deutlich, wohin eine olche ungesunde Finanzgebarung führt. Der Be­richterstatter der Finanzkommission der Kammer bat soeben festgestellt, daß die französische Staats­schuld in den letzten beiden Jahren u m 4 1 M i l- 'liiarben Franken angewachsen ist. Sie itelief sich am 30. September 1932 auf 275 Mil­liarden, am 30. September 1933 auf 299 Milliarden nnb am 31. August dieses Jahres auf 311 Milliar­den Franken. In diesen Ziffern ist die auswär - li i g e Schuld mit etwas über 4 Milliarden ent­halten! sie hat sich in ber letzten Zeit nicht wesent­lich ueränbert. Die Zunahme betrifft also fast aus- Ichließlich bie innere Schuld. Sie beträgt bis jum letzten amtlichen Ausweis (31. August) 36 Mil iarben. Mitzuberücksichtigen ist bann noch bie letzte 'konsolidierungs-Anleihe vom September, bie fast

Milliarben erbracht hat. Von biefen finb 4 Mil Garden zur Tilgung anderer Schulden verwendet norden, so daß nur 5 Milliarden zu den genannten

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r vorwärts, dem Eintritt bei Handel, j Behörden.' je Handel«. , iatl. AbschL. isuchen.la» I insorenJW j cken oder ommenSleP81 unsere Bert; täglich v.» lhe Handel; . eoetheatrs Istungs-Sch-' zrn Charakt» en.

Amtskette des Rektors und Zepter der Pedelle der Deutschen Universität zu Protz, bie auf Anordnung des tschechoslowakischen Unterrichtsministeriums an die dortige tschechische Universität ausgeliefert werden sollen. Rektor und Senat haben die Auslieferung der Insignien verweigert, die der Universität von ihrem Gründer Kaiser Karl IV. verliehen worden sind.

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Sonntags unb Feiertags für bie Mittagsnummer

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Diese Rechnung kann nur stimmen, wenn es bem liuen Ministerpräsidenten tatsächlich gelingt, bie Uifcerorbentlid) starke wirtschaftliche Notlage Frank- l.^ichs in absehbarer Zeit fühlbar zu erleichtern. (1,anbin sieht die Hauptgründe für bie gegenroärti»

r A iLn Schwierigkeiten in ber unerträglichen Steuer- l ta ft unb in ber viel zu sehr übertriebenen E i n - * Hußnahme b e 5 Staates in bie Sphäre er Wirtschaft. Er will langsam unb bebächtig bie tätlichen Fesseln roieber lösen, um zu einem heien Wettbewerb und ungehinderten Waren-Aus- üiusch zurückzufinden. Auf diese Weife hofft er, die Wirtschaft aus ber augenblicklichen Notlage wieder

Prag, 24. Nov. (DNB.) Der Streit um Auslieferung ber alten Insignien ber beutschen Universität in Prag an bie tschechische Universität nimmt immer schärfere For- g früh besetzten die beutschen Stu- (Sebäube der beiden Prager deut-

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