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Wrerwechsel bei der Gießener Studenlenschast.

markt nahm elnen guten Verlauf. Je nach Quali­tät wurden für Ferkel 12 bis 19 Mark pro Stuck bezahlt. Das schöne Herbstwetter brachte auch dem anschließenden Krämermarkt viele Besucher aus der Umgebung, so daß flottes Treiben auf dem Marktplatz herrschte.

Preußen.

Leichterer Aufstieg auf der Burg Vetzberg.

(D Vetzberg, 25. Okt. Seit acht Tagen hallen von unserer alten Burgruine weithin vernehm­bare Schüsse. Sie rühren von Sprengungen her, die man im Mauerwerk des Berg­friedes vornimmt. Durch die fast vier Meter dicke Mauer wird zur ebenen Erde von Nordwesten her eine Oeffnung geschaffen, um einen leichte­ren Eingang und Aufstieg zum Turm zu erhalten. Nun ist. der D u r ch b r u ch durch das harte, festgefügte Basaltgestein gelungen. Mittels starken Leitern für die Schaffung einer Treppe stehen leider keine Geldmittel zur Verfügung kann künftig die Turmplatte erstiegen werden, von der man, wie man Gleiberg, eine reizvolle Aussicht hat. Bisher verirrte sich sehr selten jemand auf den Turm, da bis zur ursprünglichen Eingangstür in halber Turmeshöhe an einer alleinstehenden Mauer- ruine eine Leiter hinaufführte, von deren Ende ein schmaler Steg zum Eingang lief, von dem eine weitere Leiter im Innern bis zur Plattform benutzt werden mußte. Die Besteigung war immerhin ge­fährlich und konnte nur von schwindelfreien Per­sonen ausgeführt werden. Durch die Ersteigung im Innern des Turmes dürfte die Gefahr nicht mehr so groß sein. Hoffentlich lassen sich in absehbarer Zeit einmal die Mittel flüssig machen, um eine be­queme Treppenanlage schaffen zu können.

Klimatologische Beobachtungsstation in Biedenkopf.

* Biedenkopf, 25. Okt. Von der im ver­gangenen Jahre hier eingerichteten klimatolo­gischen Beobachtungsstation, die unter Aufsicht von Universitätsprofessor Dr. P f a n n - st i e l (Marburg) steht, liegt das erste Jahres­ergebnis ihrer Wetterbeobachtungen vor. Damit ist zum ersten Male eine einwandfreie Feststellung der hiesigen klimatischen Verhältnisse, wie sie in den Strahlungsverhältnissen und dem Kerngehalt der Luft in Erscheinung treten, möglich geworden.

Die hiesige Station besitzt ein Psychrometer (feuchtes und trockenes Thermometer), ein Maxi­mum- und ein Minimumthermometer, ein Hychro- meter und einen Regenmesser. Zu den dreimaligen täglichen Ablesungen dieser Instrumente kommt noch die Aufzeichnung sämtlicher Witterungserscheinungen, wie Gewitter, Regen, Schnee, Nebel, Dunst, der Windstärken und Windrichtungen, alles in den drei Stufen: stark, mittel und schwach. Das Ergebnis der bisherigen Beobachtungen zeigt, daß hier trotz des heißen Sommers stets ein recht hoher Luft­feuchtigkeitsgehalt vorhanden war. Nebelbildung trat nur geringfügig auf. Das Klima unseres Ortes ist im Winter sehr ausgeglichen, im Sommer aber starken Schwankungen unterworfen. Die Abkühlung des nachts ist sehr stark.

Kreis Wetzlar.

< Wißmar, 25. Okt. Die älteste Ein­wohnerin, Frau Maria Schmidt Witwe, ge­borene Speier, begeht am 26. Oktober ihren 8 9. Geburtstag. Als Auftakt zum Winterhilfs­werk fanden in unserer Gemeinde außer der Samm­lung für das Eintopfgericht eine Kleider- s a m m l u n g durch die NS.-Frauenschaft und eine Brotsammlung durch das Jungvolk statt. Die Sammlungen hatten ein gutes Ergebnis. Die Eintopfsammlung ergab 107,60 Mark. Bei der Brotsammlung konnten unsere Jungens 90 Brote an die Sammelstelle abliefern.

<£ Rodheim a. d. Bieber, 25. Okt. Die hier am vorigen Sonntag durch den Kriegerverein Rod­heim a. B. veranstaltete Haussammlung für die Kriegsgräberfürsorge hat den er­freulichen Betrag von 88. RM. ergeben. Wie wir hören, beabsichtigt der Kreis Wetzlar ab 1. No­vember in unserem Ort eine ländliche Fort- bildungskschule für Mädchen zu errich­ten. Es werden ca. 60 junge Mädchen aus den Orten Rodheim a. B., Bieber und Vetzberg zu Be­schulung kommen. Als Lehrerin ist Fräulein Martha

Da der seitherige Führer der Gießener Studen­tenschaft, Pg. Heinz-Jürgen Adam, mit Ende dieser Ferien die Universität Gießen verläßt, wurde wie uns von der Studentenschaft berichtet wird von dem Reichsführer der Deutschen Studenten­schaft Andreas F e i ck e r t der langjährige und ver­diente Hochschulgruppenführer des Nationalsoziali­stischen Deutschen Studentenbundes Pg. Bern­hard Edler von Graeve zum Führer der Gießener Studentenschaft ernannt.

Die Aemter der Gießener Studentenschaft und des NSDStB. sind wie folgt besetzt worden: Führer des NSDStB. Hochschulgruppe Gießen und Führer der Studentenschaft der Universität Gie- ßen: Pg. Bernhard Edler von G'raeve; Stellvertreter des Führers: Pg. Hans-Fritz Schu­ster;

Organisationsleiter: Dr. Hermann;

Geschäftsführer des NSDStB.: Pg. Günter Har­tung:

Schulungsleiter: Pg. Helmut Lang;

Kerntruppführer des NSDStB.: Pg. Hans-Fritz Schuster;

Hauptamt I: Pg. Ludwig Preiß;

^Hauptamt II: Hans Bender;

Hauptamt III: Helmut Hahn;

Hauptamt IV: Hugo Maurer;

Hauptamt V: Pg. Hans-Fritz Schuster; Hauptamt VI: Pgn. Irene Hoffmann; Kameradschaftsführer der Universität Gießen: Pg.

Gerhard P a l l m a n n ;

Amt für Arbeitsdienst: Pg. Gerhard P allmann.

Abschiedsehrung fürpg. Adam

Mit Beginn des Wintersemesters verläßt der seit­herige Führer der Gießener Studentenschaft, Pg.

Helwig gewonnen worden, die seit Jahren den Kochschul- und Handarbeitsunterricht an unserer Schule leitet.

Kreis Biedenkopf.

Biedenkopf, 25. Okt. (LPD.) Das fünfjährige Söhnchen eines Waldarbeiters aus Feudingen, das die ältere Schwester aus der Schule abholen wollte, stürzte an der Feudinger Hütte von der drei Meter hohen Brücke in die Lahn und ertrank, ehe ihm Hilfe gebracht werden konnte.

Oie Llrsache des Wallerstädter Vergifiungsunglücks.

Verhängnisvolle Wirkung desBazillus Botulinus".

LPD. Groß-Gerau, 25. Okt. Das entsetzliche Unglück in Wallerstädlen, bei dem vier Ange­hörige einer Familie nach dem Genuß von eingemachten Bohnen unter Vergiftungserschei­nungen in wenigen Stunden verstürben, hat nunmehr seine Aufklärung gefunden. Es handelt sich um eine Botulinus-Vergiftung. Der Bazillus Botulinus, der gegen Hitze, Kälte, Aus­trocknung, Besonnung und Desinfektionsmittel außer­ordentlich widerstandsfähig ist, wird bei Botulinus- Erkrankungen von Kühen, Kälbern und Schafen ausgeschieden und gelangt mit dem Dung auf Gartenland und Feld und damit auch auf Obst, Gemüse und Salate. Werden nun derartige Nah­rungsmittel roh oder nur ungenügend gekocht ge­nossen, so können schwerste Vergiftungserscheinungen Auftreten. Auf einen solchen unglücklichen Zufall ist das Wallstädter Vergiftungsunglück zurückzuführen. Die bakteriologische Untersuchung des Restes der genossenen Bohnen ergab unzweifelhaft Botu- l i n u s k e i m e, die durch mangelhaftes Einmach- verfahren lebensfähig geblieben waren. So ge­langten sie als vollvirulente Keime in den mensch­lichen Körper, wo sie die schweren Vergiftungen verursachten. Durch genügend langes Abkochen der Bohnen hätten die giftigen Botulinuskeime abgetötet werden können; der Botulinus stirbt nach drei Minuten langem Kochen bei hundert Grad.

Heinz-Jürgen Adam, die Universität Gießen, um sein Studium in Berlin fortzusetzen. In den beson­ders verantwortungsvollen drei Semestern nach der Machtübernahme hat er als Führer der Studenten­schaft in selbstloser und aufopfernder Tätigkeit an der Verwaltung und Erziehung der jungen aka­demischen Mannschaft gearbeitet.

Wenn heute die Studentenschaft Gießen und darüber hinaus die gesamte Universität im aanzen Reich einen vorbildlichen Ruf genießt, so ist dies nicht zuletzt das Verdienst seines unermüdlichen Wirkens. Da in Berlin wichtige Aufgaben auf ihn warten, ist damit zu rechnen, daß Pg. Adam seine Kraft auch dort in den Dienst der gemeinsamen Sache stellt. Seine Mitarbeiter in der studenten- schaftlichen Arbeit der Universität Gießen empfinden fein Ausscheiden aus ihrer Mitte sehr schmerzlich, obwohl.eine Rückkehr des Pg. Adam im kommenden Frühjahr zu erhoffen ist.

Zu einer kleinen Abschiedsfeier versammelten sich die engsten Mitarbeiter im Gießener Studentenhaus, um ihrem Führer und Kameraden zum Abschied den Dank für die geleistete Arbeit und die besten Wünsche für die Zukunft auszudrücken.

Der Hochschulgruppenführer des nationalsozia­listischen Deutschen Studentenbundes und jetziger Studentenschaftsführer Pa. Edler von Graeve richtete im Laufe des Abends einige Dankesworte an den Scheidenden. Als äußeres Zeichen der Dankbarkeit übergab er ihm im Namen der Gieße­ner Studentenschaft ein Bild vom Gleiberg. Kame­rad Adam dankte anschließend für die ihm zuteil gewordene Ehrung und gab der Hoffnung Ausdruck, daß es in den kommenden Semestern weiter auf­wärts gehe mit der studentenfchaftlichen Arbeit an unserer geliebten alma mater Ludoviciana.

100 Zahre Feldartillerie-Regiment Jlr. 27Oronien*.

In der Zeit vom 20. bis 22. Oktober trafen sich wie man uns berichtet die Angehörigen des ehemaligen RegimentsO r a n i e n" und seiner: Kriegsformationen in der früheren Garnisonstadt Wiesbaden zu einer Wiedersehensfeier, mit der die Einweihung eines Denkmals verbunden war. Die Straßen und Häuser der Fest­stadt waren prächtig geschmückt.

Am Samstagnachmittag hatten sich bereits viele Artilleristen eingefunden. Um die Mittagsstunde fand ein Platzkonzert statt, das von dem Trompeterkorps des Feldartillerie-Reaiments Nr. 5 Fulda ausgeführt wurde. Viele frühere Offiziere waren dazu erschienen, u. a. auch der frühere Armeeführer Exzellenz General von G a l l w i tz , der als Hauptmann im Regiment stand. Am Nach­mittag hielt Oberstleutnant a. D. W i l h e l m i im Paulinenschlößchen einen Lichtbildervortrag über die Regimentsgeschichte und erinnerte dabei an die 21 Schlachten, an denen das Regiment im Weltkrieg teilgenommen hat. Am Abend fand man sich zu einem Kameradschaftsabend im Kurhaus zusammen. Studienrat Kaiser, der Vorsitzende der ehemaligen 27er, hieß die Teil­nehmer willkommen. Der Vorsitzende des Denkmals­ausschusses, Oberstaatsanwalt Lautz, sprach über die Entstehung des Denkmals. Exzellenz General von G a l l w i tz erinnerte an die Taten der Armee im Weltkrieg und betonte, daß es auch heute wieder gelte, Menschen, heranzubilden, die bereit seien, Blut und Leben für die Heimat einzusetzen. Mit den WortenLieb Vaterland, magst ruhig sein!" und mit einem dreifachenHoch" auf unser deut­sches Vaterland beschloß der Redner seine Ansprache. Oberstaatsanwalt Lautz brachte ein dreifaches Sieg-Heil!" auf den Führer aus. Im Anschluß daran wurden das Deutschland- und das Horst- Wessel-Lied gesungen.

Nach dem Gottesdienst am Sonntagmorgen versammelten sich die alten Artilleristen in ihren Standquartieren, begaben sich von dort zu den Auf­stellungsstraßen und marschierten dann zum Denk­malsplatz. Zur Denkmalsweihe hatten sich die frühere Generalität, die ehemaligen Truppenführer, Vertreter der Behörden, die An­gehörigen der Gefallenen und Schwerkriegsbeschä­digte eingefunden. Die Feier wurde eröffnet durch

den Choral des MännergesangvereinsDie Himmel rühmen des Ewigen Ehre". Studienrat Kaiser hielt die Ansprache. Er gedachte zunächst der Toten des Regiments in fremder Erde, sprach über den Weltkrieg und seine Folgen und über die Zukunft des deutschen Vaterlandes. General von Gall- w l tz, der 83jährige, ließ in seiner kurzen Ansprache mi Geiste noch einmal jene Tage erstehen, da die Regimenter mit wehenden Fahnen in die Schlach­ten zogen und im Vaterlande die Siegesglocken lauten konnten. Er sprach von dem hohen Opfer jener, die ihren Fahneneid mit dem Leben ein- losten. General von G a l l w i tz weihte dann das Denkmal mit den Worten:Den Gefallenen zum Gedenken, den Lebenden zur Mahnung!" Gleich­zeitig fiel die Hülle des Denkmals, Salutschüsse krachten, von der Bonifatiuskirche läuteten die Glocken. Studienrat Kaiser übergab dann das Denkmal der Obhut der Stadt und Oberbürger­meister Schulte erklärte, daß die Stadt das Denkmal in Ehren betreuen werde. Nach der Denkmalsweihe zogen die Formationen zum Kur­haus, wo Genera! von Gallwitz den Vor­beimarsch abnahm. Am Nachmittag fanden sich die Kameraden in den Gaststätten ein und tausch­ten allenthalben Erinnerungen aus. Am Abend fand noch ein großer Fackelzug zum Denkmals­platz statt. Das Denkmal war prächtig beleuchtet. Exzellenz General von Oven hielt eine Gedenk­rede und betonte, daß unsere Toten nicht umsonst gefallen seien. Die Musik spielte noch das Lied vom outen Kameraden. Mit dem Großen Zapfenstreich fand der Festtag derDränier" feinen Abschluß.

Darmstädter Gtadtrat.

LPD. D a r m st a d t, 25. Okt. Der Stadtrat beschäftigte sich heute nachmittag u. a. mit dem An­schluß der Gemeinde Eschollbrücken an die Wasserleitung der Stadt Darm st ad t. Das vorgelegte Projekt zum Abschluß eines Was- serlieferungsvertraaes wurde genehmigt, womit eine Reihe von Wohlfayrtserwerbslosen für längere Zeit in Arbeit kommt. Gleichzeitig wurde beschlossen, den in der Stadtgemarkung liegenden Teil der Land­straße nach Griesheim zu verbreitern. Die Hunde- steuerzuschläge für den zweiten und jeden weiteren Hund wurden ermäßigt. Die Zahl der Hunde in Darmstadt ist in den letzten Jahren von 3776 auf heute 1878 zurückgegangen und damit der Hundesteuereingang, trotz Erhöhung, von 70 000 Mark auf 35 000 Mark gesunken. Der Stadtrat er­klärte schließlich sein Einverständnis, die Bürger- st e u e r in der jetzigen Höhe auch für 1935 festzu­setzen.

Bau einer Pferderennbahn in Darmstadt.

LPD. Darmstadt, 25. Okt. Das Gelände des alten Flugplatzes am Friedhof in der Nieder- Ramstädter Straße soll nach den Plänen des Hessi­schen und Darmstädter Reitervereins zu einer Pferderennbahn ausgebaut werden, da es landwirtschaftlich nur einen geringen Nutzeffekt be­sitzt und durch einen solchen Ausbau das schöne Landschaftsbild mit der Silhouette der Stadt Darm­stadt erhalten bliebe. Am Sonntag, 11. November, soll dieser Platz erstmalig mit einem großen Pro­gramm in den Dienst der Winterhilfe gestellt wer­den, wozu sich die Reiterkreise Frankfurt, Wies­baden und Offenbach mit ihrem hervorragenden Pferde- und Reiterbestand zur Verfügung gestellt haben. Nach jahrzehntelanger Pause werden also jetzt in Darmstadt wieder Voll- und Halbblutrennen gelaufen werden können.

Rundfunkprogramm.

Samstag, 27. Oktober.

6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgen­spruch Choral. 7: Frühkonzert. 8.30 bis 8.45: Gymnastik. 10: Nachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. 13.10: Nachrich­ten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Quer durch die Wirtschaft. Berichte und Gespräche. 15: Jugend-Stunde. 16: Nachmittagskonzert. 18: Stimme der Grenze. 18.25: Stegreifsendung. 18.45: Instrumental - Kabarett. 19.45: Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.05: Saar­ländische Umschau. 20.15: Der Widerspenstigen Zähmung. Komische Oper. 22: Nachrichten. 23: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtmusik.

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