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Dienststelle zu berichten, warum die Anordnungen des Herrn Reichsarbeitsministers nicht befolgt wurden.

Ich behalte mir vor, gegebenenfalls auf Grund des z 22 des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit vom 20. Januar 1934 Strafverfolgung ein­zuleiten.

Ein Handwerksabzeichen.

Auf Anordnung des Reichshandwerksmeisters ist ein allgemeines Handwerksab^eichen geschaffen worden, das in seinem Mittelfelo das Handwerks­symbol trägt. Es soll an alle Mitglieder der Pflicht­innungen zu einem späteren Zeitpunkt abgegeben werden.

Außerdem ist noch ein Abzeichen geschaffen wor­den, das allen verliehen werden soll, die in den Handwerksorganisationen eine leitende Stellung einnehmen.

Durch das Handwerksabzeichen soll die Zugehörig­keit zum Handwerk gekennzeichnet werden: es soll dazu beitragen, das Zusammengehörigkeitsgefühl

und den Gemeinschaftsgeist der Handwerker unter- einander zu fördern. Das Abzeichen für leitende Personen soll zudem seinen Träger an seine Ver­antwortlichkeit und seine Pflichterfüllung dem Handwerk gegenüber mahnen.

Der Tag der Ausgabe des allgemeinen Hand­werksabzeichens steht noch nicht fest. Das Abzeichen für leitende Personen wird dagegen vom 27. Ok­tober 1934 ab verliehen. Der Reichshandwerks­meister wird es am Vorabend des Handwerkstages, also am 27. Oktober 1934, an die Landeshandwerks­meister, Kammerpräsidenten und Vorsitzenden der Reichsfachoerbände persönlich verleihen. Es wird ferner verliehen werden an die Kreishandwerks­meister, die Vorsitzenden der Landesfachoerbände und die Jnnungsobermeister. Die Verleihung an die Kreishandwerksmeister und Jnnungsobermeister wird durch die zuständigen Handwerks- und Ge­werbekammern vorgenommen. Die Abteichen ver­bleiben im Eigentum des Reichsstandes und sind an das Amt gebunden.

Buch und Buchhandel in unserer Zeit.

Man berichtet uns: Dem Rufe zu dem Bezirks- treffen des Rhein-Mainischen Jungbuchhandels am 20. und 21. Oktober in Gießen, das von der Bezirks­fachgruppe Buchhandel in der Deutschen Angestell, tenschaft in Verbindung mit dem Kreisverein der Mitteldeutschen Buchhändler veranstaltet worden war, hatten etwa 60 Jungbuchhändler und eine Anzahl geladener Gäste aus den Städten Darm­stadt, Frankfurt, Marburg, Kassel usw. Folge ge­leistet.

Nachdem am Samstag ein Bunter Abend, der von der Gießener Fachgruppe gestaltet wurde, für das Sichkennenlernen sorgte, sprach am Sonntag­vormittag Herr Hans & ö ft e r aus Königstein (Taunus) über das ThemaBuch und Buchhandel in unserer Zeit". Er erklärte in sehr feiner Weise die Wesensart des Buches als geschriebenes Wort, im Unterschied zu dem gesprochenen Wort, wies dann auf die große Bedeutung des Buches als Spiegelbild des Wesens unseres Volkes hin, das um so echter ist, je besser es das Leben unseres Volkes, seine Sprache und seine Landschaft wiedergibt. Während das gehörte Wort (Radio, Vortrag usw.) nur ein­malig ist und wieder vergeht, ist das geschriebene Wort, das Buch, gleichsam ewig, unvergänglich. Am Nachmittag sprach Herr Dr. Huch (Gießen) über Gemeinschaftsarbeit innerhalb des Buchhandels". Aus der anschließenden sehr regen Aussprache ging hervor, daß sich die Krise, in der sich das Buch und damit der Buchhandel als Vermittler des Buches befindet, nur erfolgreich überwunden werden kann, wenn ?s gelingt, dem Buch eine größere Verbreitung zu sichern. Das Buch als Ausdruck des geistigen Lebens unseres Volkes darf nicht mehr nur der Besitz einer bestimmten Schicht sein, sondern es muß Eigentum des ganzen Volkes werden. Aus dieser Erkenntnis heraus wurde von der Reichs­regierung die Woche vom 4. bis 10. November zur Woche des Buches" bestimmt, in der durch Aus­stellungen und Vorträge auf die außerordentliche Bedeutung des Buches für unser Volk hingewiesen werden soll. Auch in Gießen sind verschiedene Ver­anstaltungen geplant, über die schon berichtet wurde und in den nächsten Tagen noch Näheres gesagt werden wird. St.

Daten für den 26. Oktober.

1757: Der Staatsmann Friedrich Karl Freiherr vom und zum Stein in Nassau geboren (gestorben 1831); 1800: Graf Helmuth von Moltke in Par­chim geboren (gestorben 1891); 1828: der Land­wirt Albrecht Thaer in Möglin gestorben (geb. 1752); 1919: der preußische Generalfeldmarschall Gott­fried Graf von Haeseler auf Gut Harnekop ge- storben (geboren 1836).

Vornotizen.

Tageskalender für Freitag: NSLB. Kreis Gießen, AbteilungHöhere Schule", Fach­schaft fürNeuere Sprachen", 16 Uhr, Oberreal­schule: Sitzung. NSLB., FachschaftVolksschule", 16 Uhr, Hotel Köhler: Versammlung der Leiter der Bezirksarbeitsgemeinschaften und der Gießener Schulgruppen. Stadttheater 20 bis 22.30 Uhr: Polenblut". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Die Insel". Astoria - Lichtspiele, Seltersweg: Das Taucher-Duell". Volksmissionarisches Amt der evang. Landeskirche Nassau - Hessen, 20 Uhr: VolksmissionsvortragChristentum und national- sozialistischer Staat".

*

** D i e Verbilligung der Speisefette für die minderbemittelte Bevölke­rung betrifft eine Bekanntmachung des städtischen Wohlfahrtsamtes im heutigen Anzeigenteil, auf die besonders hingewiesen sej.

** Z u d em Brand in der Jugend­herberge, über den wir am Dienstag berichte­ten, wird uns von der Gießener Ortsleitung des Reichsverbandes der deutschen Jugendherbergen mit« geteilt und auf unsere Anfrage bei der Feuerwache bestätigt, daß das Feuer nicht in der Jugendher- berge selbst ausgebrochen, sondern in dem im Erd-

Aufruf an die Bevölkerung der Stadl Gießen.

Am Samstag, 27. Oft, mittags 12.35 llhr, trifft auf dem Bahnhof Gießen ein

Gaarurlauberzug

ein. Aach einer kurzen Begrüßung durch den Kreisamtsleiter der AED. pg. K l ö ß marschieren die Gäste und die Untergliederungen der Partei durch folgende Straßen: Bahnhofstraße, Liebigstraße, Frankfurter Straße, Seltersweg, Kreuzplah, Sonnenstraße, Schulstraße, Marktplatz, Kirchenplatz, Walltorstraße, Braugaffe zum Landgraf-Philipp-Platz.

Hier findet der offizielle Empfang durch die Vertreter der Partei fowie der Stadt Gießen statt.

Ich fordere die Bevölkerung der Stadt Gießen zu reger Teilnahme auf!

Heil Hitler!

Krelsamisleitung der NSV.

Kloß, Kreisamtsleitqr.

Flaggen heraus zum Empfang der Gaardeutschen!

Am Samstag, 27. Oktober, treffen um 12.35 Uhr 80 Volksgenoffen von derSaarin Gießen ein. Sie werden von einer Kapelle vom Bahnhof zum Landgraf-Philipp-Platz geleitet. Dort findet der Empfang statt. Wir bitten in den Durchmarschstraßen zu flaggen.

Kreisleitung Gießen der NSDAP.

geschoß des Hauses liegenden Zimmer des SA.- Reserve-Sturmbanns Gießen entstanden ist.

** Die Gießener Sänger beim Emp­fang der Saardeutschen. In unserem heutigen Anzeigenteil werden die Gießener Sänger zur Beteiligung am Empfang der Saardeutschen im Gießener Bahnhof am morgigen Samstag auf­gefordert. Näheres ist aus der Anzeige ersichtlich.

** Saarkinder kommen zum Ferien­aufenthalt. Am nächsten Montag um 12.24 Uhr treffen auf dem Gießener Bahnhof 320 Kin­der von der Saar ein, die einen fünfwöchigen Er­holungsurlaub im Kreise Gießen verbringen sollen. Den kleinen Volksgenossen von der Saar wird überall eine herzliche Aufnahme bereitet werden.

** Fahrpreisermäßigung der Reichs­bahn Für Braunen Messe Deutsche

Woche In Wetzlar. Zu der vom 27. Oktober bis 4. November in Wetzlar stattfindenden Braunen Messe = Deutsche Woche gibt die Reichsbahnver­waltung von allen Fahrkartenausgaben der nach­stehenden Strecken Sonntags-Rückfahrkarten aus: HerbornNiederwalgern, WetzlarLollar, Wetzlar Gießen, GießenMarburg, GießenFriedberg, GießenNidda, GießenBurg- und Nieder - Ge­münden, LollarGrünberg. Gültigkeit: Am 27. Oktober 12 Uhr bis 28. Oktober 24 Uhr zur Hin­fahrt, Rückfahrt vom 27. Oktober bis 29. Oktober 12 Uhr. Hinfahrt: 30. Oktober 0 Uhr, Rück- fahrt: 30. Oktober 24 Uhr, 1. November 0 Uhr bis 1. November 24 Uhr, 3. November 0 Uhr bis 4. November 24 Uhr, 3. November 12 Uhr bis 5. November 12 Uhr. Fahrpreis ab Gießen: 2. Klasse 1,10 RM., 3. Klasse 0,70 RM.

Arbeitsdank-Kameradschasten.

Ein Aufrufan alle männlichen und weiblichen ehemaligen ArbeitSdienstkameraden

Zum Zwecke der Zusammenfassung aller Kameraden und Kameradinnen, die im Arbeitsdienst bereits ihre Pflicht gegenüber unserem neuen Staate getan haben, werden bei den Bürgermeisterämtern in ganz Hessen-Nassau, sowie bei den Zeitungen Eintragungslisten aufgelegt. Mit dieser Feststellung ist neben der Bildung von Arbeitsdank-Kameradschaf- ten im ganzen Reich vorgesehen, den be­dürftigen und noch nicht in Arbeit gebrachten Kameraden beizustehen. Es sollen keine neuen Ver­eine oder dergleichen gebildet und gegründet wer­den, sondern der Arbeitsdank will mit der zusam­mengefaßten Organisation der früheren Arbeits­dienstkameraden zum Zwecke der Traditionspflege und zum Zwecke der Betreuung nach der abge- leisteten Arbeitsdienstzeit Bindungsglied für alle

Zeiten zwischen den jetzigen und früheren Arbeits­dienstkameraden sein.

Gehe daher jeder heute noch zu seinem Bürger- meisteramt, in den größeren Städten zu einer Zeitung und trage sich in die dort aufliegende Liste ein. Eine sofortige Eintragung ist im Interesse der Kameraden von größter Bedeutung. Wir wollen in Hessen-Nassau zeigen, daß die Disziplin und Freund­schaft dieselbe geblieben ist wie zu der Zeit, als ihr dem Arbeitsdienst angehört haben.

Der Gauarbeitsführer des Gaues 25: F a a tz.

Der Gauobmann des Arbeitsdank im Gau 25: Roth.

(In der Geschäftsstelle desGießener An­zeigers" liegt eine Liste zur Eintragung auf. D. Red.)

Recht verliehen, zwei weitereKrammLrkte ln Dek< bindung mit Viehmärkten" abhalten zu dürfen. So war und ist der Kalte Markt ein historisches Ereig. nis für Homberg und seine weitere Umgebung.

Landkreis Gießen.

ck Lollar, 24. Okt. Der Uebungsbetrieb der Segelflieger des S t ü tz p u n k t e s L o l l a r der Ortsgruppe Gießen im DLV. (Deut­scher Luftsport-Verband) hat fick in der letzten Zeit nach der Schaffung der beiden selbsterbauten Segel, flugzeuge in reger Weise entwickelt. Im Laufe beg vorigen Sonntags wurden auf dem Gelände nach dem Hofqut Friedelhausen zu wiederum zahlreiche Uebungsflüge mit den Segelflugzeugen ausgesuhrt. Die Bewohner von Lollar und den Nachbarorten bringen der Tätigkeit des hiesigen Segelflieger. Stützpunktes erfreulicherweise reges Interesse ent. gegen. _ ,

00 Lollar, 25.Okt. Die vom Jungvolk durch, geführte Brotsammlung ergab in der ganzen Ortsgruppe Lollar der NSDAP. 403 Laib Brot. Am vorigen Sonntag sammelte der hiesige Vete. ranen- und Kriegerverein für die Kriegsgra. ber für sorge. Es ging der ansehnliche Betrag von 128,80 Mark ein. Das hiesige Llcht spiel. Haus veranstaltete eine Sondervorstellung für Iw gendliche und Kinder bei ermäßigten Preisen, m der der FilmWilhelm Tell" nach dem Drama von Schiller lies. Die Vorstellung wies einen guten Besuch auf.

* Watzenborn-Steinberg, 26. Okt. Nach einer Bekanntmachung des Personalamts des Hef« fischen Staatsministers wurde Karl Schäfer III. von hier zum Bürgermeister, Johann Phi­lipp II. von hier zum Beigeordneten unse­res Ortes ernannt.

tn. Lang - Göns , 25. Okt. Bei der Sammlung für das Eintopfgericht wurden in unserer Gemeinde 125,75 Mark gespendet. Für die Brot­sammlung durch das Jungvolk kamen 182 Laib zusammen. Durch den Verkauf von B e r n st e i n. nadeln wurden 23,60 Mark erzielt. Auch für dis Sammlung der deutschen Kriegsgräberfür­sorge wurde reichlich gespendet. Im ganzen gin- gen hier 112,60 Mark ein. Am Mittwoch kam das Kasperle-Theater Mainzer Künstler, das im Auftrage der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" Vorstellungen gibt, auch in um ser Dorf und erfreute am Nachmittag die Schul« fügend mit einem heiteren StückKasperle reift nach dem Saargebiet". Am Abend wurde unter anderem gespieltKasperle in Genf",Kasperle und der Jude". Die Vorführungen fanden reichen Beifall der zahlreich erschienenen Zuschauer, besondere Freude lösten die Begrüßungen Kasperles aus, die sich den örtlichen Verhältnissen und Personen humo­ristisch anpaßten.

+ Holzheim, 25. Okt. Bei der ersten Samm­lung für das Eintopfgericht gingen hier 76,25 NM. ein, für Verkauf von Bernsteinnadeln 20 RM.

+ Ober-Hörgern, 24. Okt. Für das Ein­topfgericht gingen in hiesiger Gemeinde 27,75 Mk. ein, für den Verkauf von Bernsteinnadeln 6Mk.

* Ober-Hörgern, 25. Okt. Die vom Volks­bund deutsche Kriegsgräber fürsorg, ausgeschriebene Sammlung ergab in unserer kleinen Gemeinde den schönen Betrag von 64 Mk. Die Sammlung wurde von dem NSDFB. (Stahl­helm) oorgenommen.

(xd 6 b e r ft a b t, 25. Okt. Ein hiesiger Einwohner hat auf seiner Baumanlage ein A p f e lbäumchen stehen, das gegenwärtig Blüte n trägt. Ein anderer Einwohner konnte dieser Tage in seinem Garten Himbeeren zweiter Ernte pflücken. Gestern konnte die Mutter unseres Bürgermeisters, Frau Witwe Margarete G ö r l a ch , geb. Fey, im Kreise ihrer Kinder, Enkel und Urenkel ihren a ch t - zig st en Geburtstag feiern. Gestern wurde hier für die Stadt Hagen eine Kartoffel- sammlung durchgeführt, bei der 30 Zentner auf­gebracht wurden. Die erste Eintopfgericht­sammlung ergab in unserem Orte den Betrag von 40 Mark. Bei der Sammlung für Öen Volksbund deutscher K r i e g s g r ä b e r-

Oberheffen.

Wechsel in den Kreisämtern Schotten und Lauterbach.

* Schotten, 24. Okt. DasSchottener Kreis- blatt" berichtet: Kreisdirektor Zürtz wurde laut Verfügung des hessischen Staatsministers mit der Wahrung der Dienstgeschäste im Kreis Lauterbach beauftragt. Kreisdirektor Zürtz hat heute seinen Dienst in Lauterbach angetreten. Das Kreisamt Schotten wird zur Zeit von Regierungsrat Schwan geführt. In der nächsten Woche wird sich Kreisdirek­tor Zürtz von der Bevölkerung des Kreises Schotten verabschieden. Er war seit Anfang Februar in unserem Kreise tätig.

* Lauterbach, 25 Okt. DerLauterbacher Anzeiger" von heute berichtet folgendes: Mit der Wahrung der Dienstgeschäfte des Kreises Lauterbach wurde durch Verfügung des hessischen Staatsmini­sters Kreisdirektor Zürtz beauftragt, der seit An­fang Februar dieses Jahres im Kreise Schotten tätig war. Kreisdirektor Zürtz trat gestern fein Amt in unserem Kreise an und stellte sich heute morgen um 8.30 Uhr im Sitzungssaal des Kreis- ausschusses nach herzlichen Begrüßungsworten des Herrn Regierungsrats Kessel dem Dienstpersonal des Kreisamtes mit einer kurzen Ansprache vor und gab seiner Hoffnung auf kameradschaftliche Zu­sammenarbeit Ausdruck.

Ein Arbettsbeschaffungsprojett im Vogelsberg.

# Mücke, 25. Okt. Während in den meisten Orten des Kreises Alsfeld die Einwohnerschaft die (Segnungen einer Wasserleitung genießt, ent­behren die zusammenhängend gelegenen Orte Mücke, Flensungen, Merlau, Niederohmen, Kirschgarten und Wettsaasen noch einer solchen Wasserversorgung. Gerade für den Bahnknotenpunkt Mücke wäre eine Wasserleitung sehr von Vorteil, da nicht nur die Reichsbahn an einer solchen interessiert wäre, sondern auch die hiesigen Motorfahrzeugwerkstätten, Baumaterialienhandlungen, Gasthäuser usw. ge­zwungen sind, das Wasser aus gegrabenen Brunnen zu beziehen. Dasselbe trifft für das über 1000 Ein­wohner zählende Nieder-Ohmen zu. Die beiden größeren Gemeinden könnten wohl von sich aus allein den Bau einer Wasserleitung in Angriff nehmen (bei Mücke kämen noch Flensungen und Merlau hinzu), damit wäre aber den kleineren Orten Kirschgarten und W e 11 s a a s e n auf unabsehbare Zeit überhaupt jede Möglichkeit ge­nommen, in den Besitz einer Wasserleitung zu kom­

men, da diese Gemeinden finanziell dazu überhaupt nicht in der Lage sind. Die einzige Möglichkeit be­stünde darin, daß man den früher schon einmal gefaßten Plan eines Gruppenwasserwerks ins Auge fassen würde, nach dessen Verwirklichung sämtliche Gemeinden des Kreises im Besitze einer Wasserleitung wären. Bei dem direkten Zusammen­hang der tn Betracht kommenden Gemeinden brauchte keine fremde Gemarkung durchschnitten zu werden, es sei denn, daß die Heranführung des Wassers bis zur ersten Gemeinde eine solche Maß­nahme notwendig machen würde. Bei einer even­tuellen Quellenfassung im Ohmtal in Richtung RuppertenrodOber-Ohmen entstünde ein derartig hohes Gefälle, daß die Frage des notwendigen Hochdruckes leicht zu lösen wäre. Vielleicht tritt man im Rahmen der großen Arbeitsschlacht einmal diesem Projekt näher, das auch einer größeren An­zahl Arbeiter für Monate Arbeit und Brot geben würde.

©er Kalte Markt zu Homberg. 380 Jahre alt.

-er. $ um berg, 25. Oktober. ZumKalten Markt hatten wir in diesem Jahre schönes war­mes Herbstwetter, das eine stattliche Zahl von Be­suchern nach Homberg lockte. Schon in den Vor­mittagsstunden brachten die Bauern ihre mit Fer­keln beladenen Wagen nach dem Marktplatze vor der Stadthalle, wo der Schweine- und Viehmarkt abgehalten wurde. Kauflustiges Publikum stellte sich auch ein. Lebhafter Handel setzte ein. Um die gleiche Zeit war man auf dem eigentlichen Marktplatz am Rathaus mit dem Aufschlagen einer großen Zahl oon Standen beschäftigt, in denen die zahlreichen Verkäufer ihre Waren zur Schau legten. Um die Mittagszeit strömten die Marktbesucher von den umliegenden Ortschaften scharenweise heran. Auf dem Marktplatz herrschte großes Gedränge. Gegen Abend sah man alle Besucher mit Paketen beladen dem heimatlichen Herde wieder zustreben. Für Unterhaltung und Vergnügen war reichlich Sorge getragen.

Der Kalte Markt zählt bereits 380 Jahre. Nach den Stadtakten ist am 20. August 1554 fein Ge­burtstag. Er hieß jedoch anfänglich Simon- und Judä-Markt. Am 5. September 1756 wird er in den Akten zum ersten Male alsKalter Markt" erwähnt. Für das Jahr 1554 wurde ausdrücklich die Abhaltung eines Viehmarktes verboten. Ein Grund für dieses Verbot ließ sich nicht ermitteln. Erst am 13. Januar 1681 wurde der Stadt das

Spenden für dasWinterhilsswerl

Sämtliche Zahlungen für den kreis Gießen, die das Winlerhilfswerk 1934/35 betreffen (Spenden, Strahenfammlnngen, Haussammlungen, Eintopfgerichte usw.), sind nur auf Konto der

Bezirkssparkasse Gießen, 31 r. 4600 oder auf

Postscheckkonto Frankfurt a. 2H. Ttr. 5979 einzuzahlen bzw. zu überweisen.

für sorge (Kreisgruppe Gießen) konnten hier 33,50 Mark abgeliefert werden. Jedermann gab nach seinen Kräften. Die Gemeinde erwies sich wiederum als recht opferfreudig.

* Göbelnrod, 26. Okt. Wie das Personalamt des Hessischen Staatsministers bekannt gibt, ist Heinrich Weber von hier zum Bürgermeister unseres Ortes ernannt worden.

Kreis Bübingen.

Büdingen, 26. Okt. Zu kommissari­schen Bürgermeistern wurden bestellt: Aug. Neumann in Dudenrod und Rudolf Eckhardt in Unter-Schmitten; zum kommissarischen Beigeordneten wurde Wilhelm Knickei in Himbach bestellt.

Kreis Alsfeld.

* Alsfeld, 25. Okt. Heute früh entstand in Werkstatt des Schreinermeisters Döring, Hersfelder Straße, ein Brand. Die schnell herbei- gerufene Feuerwehr konnte die Flammen nach einiger Zeit löschen.

ll. Nieder-Ohmen, 26. Okt. Don einem schweren Schicksalsschlag wurde gestern nachmittag die Familie Döll von hier betroffen. Das drei­jährige Töchterchen, bas einzige Kind des Ehepaares, hatte sich unbemerkt vom Elternhause entfernt. Als man auf das Fehlen des Kindes aufmerksam wurde, fand es der Vater schließlich in einem Abfluß der Ohm liegend vor. Die bedauernswerte Kleine wurde schnell nach der elter­lichen Wohnung gebracht, wo der sofort herbei- gerufene Arzt nur noch den Tod der Kleinen feststellen konnte. Das Kind ist anscheinend nicht durch Ertrinken, sondern durch einen Herzschlag ums Leben gekommen. Vermutlich ist die Kleine, deren Elternhaus nicht weit von dem Abfluß der Ohm entfernt steht, beim Spielen vom Ufer in den Abfluß gestürzt.

# Ruppertenrod, 25. Okt. Gestern wurde hier der H e r b st m a r k t abgehalten. Der Schwein"