Junge deutsche Nation.
Lebenserziehuug!
Körperertüchtigung
einzelnen Mädeln
nnere Haltung bei den
stand im Dorder-
um des eigenen
Bewußtes Erleben
Buben lieben den Sturm,
uns vorwärts. Nur nicht
Papier ab und legen sie in
den Marken! Bald löst sich
es ist so, daß jedes dieser Teilchen zum andern gehört. Keins bedeutet für sich selber etwas. Da ist eine Fahrt, oder ein Zeltlager, ein Jungenschafts- abend, eine Rauferei, oder eine Feier; lauter Einzelteile, die miteinander verbunden und zusammengefügt sind. Das Bild ist noch nicht vollendet. Immer wieder bringt ein neues Erlebnis unsere Be-
Wert.
Ja werdet ihr erstaunt fragen, können denn solche abgestempelten Dinger auch einen Wert haben. Ganz gewiß! Jede Marke hat einen be- stimmten Wert. Die eine kostet wenig, die andere
Reichsjugendführung einberufenen Kursen teilgenommen hatten, die Richtlinien weiter, so daß in verhältnismäßig kurzer Zeit der gesamte Sport im BdM. eine klare und einheitliche Ausrichtung
erhielt.
Immer stärker wurde zu Beginn der Sommerarbeit 1934 das Ziel, das von Anfang an die BdM.-Sportarbeit beherrschte, herausgestellt: Auch das letzte BdM.-Mädel, ganz gleich ob in der Stadt ober auf dem Lande, durch die gleiche ziel- bewußte körperliche Ertüchtigung zu erfassen.
Wenn jetzt am Ausgang des Sommers Meldungen aus den einzelnen Obergauen vorliegen, wonach nunmehr tatsächlich 90 bis 95 v. H. aller Mädel sich ständig einer körperlichen Ertüchtigung unterziehen, so klingt das einfach und selbstverständlich. Nur wenige Außenstehende wissen, welche Schwierigkeiten im Laufe des letzten halben Jahres überwunden werden mußten. An einige Tatsachen sei
intensive Kleinarbeit die Vorbedingung geschaffen, daß auch die letzte Einheit zum Gelingen dieser ersten gemeinsamen deutschen Mädelkundgebung bei»
an der Sammlung, wenn du siehst, was wir alles aus diesen kleinen Marken lernen können?
Ja, was machen wir nun weiter? Steckt euch alle eure Marken nun in einen Zigarrenkasten und... wartet, bis ich euch weiter erzähle.
geisterung hervor.
Denkt doch einmal der Abende draußen! Der Tag in seiner Dielgestaltheit geht hin. Wir liegen auf einer Anhöhe. Lange betrachten wir die Wandlun- gen, die sich am Horizont vollziehen. Die Wolken formen sich zu Fabeltieren. Jeder von uns steht neue Dinge. Hauchdünne Farben legen sich über die Wolkenspiele. Die Sonne gibt eine glänzende Schau! Da sind dicke Wolken, die mit einem hellen Rand umgeben sind, der so aussieht, als ober selbst strahlen würde Aus den andeutenden Farben wurden satte, glutrote Brände. Die Sonne ist uns schon lange
Das ist unser Denken!
So laßt es das Neue, es erwacht, wächst
Und zieht.
Einst und jetzt auf rasenden Schwingen Und hell wird das neue, das Bubenlied Weit über die Lande klingen:
Wir sind die schwarze, die eiserne Schar, Wenn Zeiten vergehen, wir verändern uns nicht. Wir bleiben die Mauer, an der alles zerbricht. Das Dunkel der Nacht war gewichen. Hell und leuchtend steigt im Osten die Sonne empor. Ans Schlafen hatte keiner gedacht.
folgt.
I Im Anschluß daran gaben in zahlreichen Lehr-
Den Halben!
Wir haben uns diesseits am Damm heimisch ein Lager gerichtet.
Drüben und hinter den Wogen zagen die Halben.
Wenn sich der Wolkenwall lichtet, sehn wir sie leicht umrissen.
Aber wir wissen, daß sie einst mit uns zogen. Laßt uns Brände stellen, ihre Irrung zu hellen!
W. Pommerening.
Das Ziel der Leibesübung im BdM.
Von Inge prölß, Sporiwariin in der Reichsjugendführung.
beiten ohne Geräte und Sportplätze waren. Durch zielbewußte Arbeit ermöglichte es aber die Reichsjugendführunß, allmonatlich Lehrpläne herauszugeben, die, völlig unabhängig von Plätzen und Geräten, auch von der kleinsten Madel- gruppe an den allwöchentlichen Sportnachmittagen und --abenden durchgeführt werden konnten.
Durch weitere Sportlehrgänge, durch planmäßig einsetzende Wochenendfchulungen und vor allem durch gründliche mehrwöchige Sportkurse in den 35 Führerinnenschulen des BdM. konnten auch die Sportwartinnen der kleinen Gliederungen geschult werden. Als nunmehr vor kurzem tm August die Anordnungen für die BdM.-Sportveranstaltung herausgegeben wurden, war durch die bisherige
Wir alle kennen die Bilder, aber wir beachten sie so selten, wir würdigen sie wenig als Teile, die ein Großes ausmachen. Nur dann, wenn sie vorüber sind, befällt es uns und wir fpüren, daß wir etwas übergangen haben. Wenn es uns doch zu jeder Stunde erst einmal bewußt wäre, daß sich in uns jenes große erhabene Bild unserer eigenen neuen Jugend bildet mit all diesen kleinen, oft fo unscheinbaren Erlebnissen. XYZ.
Marke. Jetzt angeln wir sie — aus Achtet aber dabei, daß die Marke nicht zu sehr unter Wasser taucht! Nun legen wir die Marke auf ein sauberes Löschpapier und lassen sie trocknen.
Saubere Marken haben wir jetzt, die können wir auch verwenden. Aber auch nur dann, wenn sie vollständig unbeschädigt sind. Eingerissene Marken werfen wir lieber gleich weg, die haben doch keinen
Gefahren, rennen wir hoiaho, ahoi!" T^utzige louDeri neuen uen wuiui, lieben das Rasen und Toben. Unser wildes und unruhiges Blut treibt ~ " ruhig und gleichgültig
werden und suchen den
den Lippen unseres lesenden Kameraden. Er liest gut.
Ueber die Nacht ruhen wir in unseren Zelten. Morgens sind wir die ersten Badegäste. Unsere Füße sind taunaß, wenn wir das Bad erreicht haben. Das Wasser ist schon recht frisch in diesem September, obwohl die Tage noch so lagerwarm sind. Wir schnellen in die Flut, tauchen und bellen wie Seehunde. Und dann geht es frisch in einen neuen Tag.
Wir.
Wir tragen das Feuer in reiner Hand und heiligen Willen durch deutsches Land. Wir tragen den Glauben in dieser Glut an Freiheit und Ehre, an deutsches Blut. Wir tragen die Fahne, wir tragen die Kraft, die aus der Not uns Wege schafft.
Wir sind das Hoffen, das Wagen, die Tat: Wir tragen den Sieg der jungen Saat.
Irmgard S t o f f e r s.
Was treiben wir im Winter?
Don Willi Hanke, Gießrn.
Diel ist somit bereits in dem einen BdM.-Sport- jahr geschafft worden; weit mehr aber noch muß in den kommenden Jahren durch die Ertüchtigungsarbeit im BdM. erreicht werden. Wir kennen das Ziel: Durch die klaren und einfachen, aber dennoch harten Linien unseres Sportes, unserer körperlichen Erziehungsarbeit sollen frische, aufrechte und willensstarke Menschen geformt werden, die ein Leben hindurch uneigennützig und treu ihrem Volke zu dienen wissen.
Nia und der Pimpf.
Unser Zeltlager hat oft Besuch bekommen. Aber die lustigsten Gäste waren doch die Pimpfe. Alle Achtung! Wie viele Lieder und Spiele die kannten!
Erklärte also zum Beispiel der eine, er müßte sich jetzt die schönste „junge Dame" zu einem ganz besonders interessanten Spiel aussuchen! Ria, unsere Lagerführerin, war das Opfer!
Der Pimpf bat sehr höflich, sie möge doch zu ihm in den Kreis der Zuhörer treten. Dort begann er ihr mit furchtbar viel Worten und wilden Gesten klarzumachen, daß sie sich in Afrika befänden, und zwar ständen sie gerade vor einem afrikanischen See. — Ria gab sich alle erdenkliche Mühe, diesen Phantasiegebilden zu folgen und nickte eifrig.
Der Pimpf erklärte also seine Geschichte weiter: An diesen See kommt ein ganz kleines Kamel, um zu trinken; doch ehe es noch seinen Durst stillen kann, kommt ein ganz großes Kamel, und das kleine Kamel läuft aus lauter Angst vor dem großen Kamel trnoon — und da stand auch unsere Ria plötzlich allein im Kreise der lachenden Zuschauer! — Das kleine Kamel war fortgelaufen.
Nachtfahrt.
Es ist ein Blut, das die Jungen Aur Tat treibt. Sie erfüllen ihre Pläne, als seien es heilige Pflichten. Und darum werden auch unsere Pläne zu Taten. Wir sind stolz auf sie, und sie geben uns den Boden für unsre Kämpfe ...
nahe sind.
Dann sprüht ein Brand in das dürre Reisig und zündet die Balken zu einem Feuer, das wieder für eine Nacht währt. Hoch hinauf schlägt die Lohe der sprühenden Garben. Es ist, als ob wir neue Sterne streuen wollten am überbesäten Himmel. Ein Lied bricht vor, hoch und tief zugleich, ungetrübte Knaben- und halb gebrochene Jünglingsstimmen men= qen sich. — Wir sind nie so gesammelt wie am Feuer. Wir reißen ungeduldig Wort für Wort von
bewirkt hat.
Nicht das Ich der einzelnen , gründ dieser Arbeit, sondern stets das Wir, die Gemeinschaft. Nicht um des eigenen Körpers, nicht um des Wettkampfes willen wurde hartnäckig und selbstlos bis hinab zur kleinsten Gruppe geschafft, sondern einzig und allein, um an der Wiedergesundung des deutschen Volkes tatkräf-
Im Herbst vorigen Jahres etwa wurden die ersten Vorbereitungen für eine umfassende körperliche Ertüchtigungsarbeit im BdM. getroffen und eine Reichssportwartin eingesetzt, der diese wichtige Erziehungsarbeit unterstellt wurde. Binnen kurzem war die sportliche Organisation in den größeren Einheiten durchgeführt.
Nun erfolgte eine intensive sportliche Schulungsarbeit. In großen richtunggebenden Lehrgängen wurden die neueingesetzten Gauverbands- undOber- gausportwartinnen — Fachkräfte, die größtenteils aus dem BdM. hervorgegangen waren — zusammengefaßt, um unter Leitung der Reichssportwartin, Liselotte Rupp, draußen im deutschen Stadion der Hochschule für Leibesübungen für die Arbeit in den einzelnen Gliederungen des BdM. geschult zu werden.
Unter dem Blickpunkt, daß die nationalsozialistische Haltung des deutschen Menschen auch zwangsläufig eine neue Ausrichtung in der gesamten sportlichen Arbeit erfordere, standen diese Lehrgänge. Nicht die Einzel- und Höchstleistung wurde angestrebt, sondern ganz bewußt wurde eine Erziehungsarbeit auf breiter Basis ver-
werden. Sieger wollen wir ----- . ,
Kampf. Denn ohne Kampf kein Sieg. Menschenpflicht ist nicht Ruhe, Kampf ist sie, Kampf in Ewigkeit. Und das wissen alle wichtigen Buben und bedauern die Landstraßenwanderer.
Nun sind wir am Ziel. Bald steht die Kothe, und zwanzig verwegene Burschen hocken um das auflodernde Feuer. Karli, unser Fähnleinsführer, spricht von Deutschlands heiliger Revolution und von unserem großen Führer. Scharf und hart sind seine Worte, als er an uns und unserer Arbeit Kritik übt. Aber er zeigt uns neue Wege, gibt uns Richtlinien für die kommenden Monate. Hell blitzen die Augen der Buben, und alle sind sie wild, die hier im Kreise sitzen, sich der großen Aufgabe be- mußt, die ihrer wartet und zu der sie berufen sind.
tig mitzuarbeiten.
Um den Mädeln in dieser Arbeit ein Ziel zu etzen, stiftete der Reichsjugendführer das B d M.- Lei st ungsabzeichen. Nicht die großen Könner auf bestimmten Sondergebieten werden es erringen, sondern lediglich die Mädel, die in den verschiedenen Arten der Leibesübungen eine gute Durchschnittsleistung aufweisen, daneben aber erfahren sind in Wanderkunde, Kartenlesen und Sanitätsdienst. Daß ihre weltanschauliche Haltung eine bedingungslos nationalsozialistische sein muß, ist selbstverständlich.
mehr, und manche davon sind sogar recht kostbar. Und das schönste dabei ist, daß der Wert der Marken mit jedem Jahr zunimmt.
Aber das soll ja nicht der Anlaß fern, weshalb wir Briefmarken sammeln wollen. Also zunächst verkürzen wir uns die langen Winterabende dadurch. Aber nebenbei können wir beim Sammeln noch etwas lernen. Zunächst müssen mir mal wissen, wo die einzelnen Marken alle her sind. Kun ja, das steht ja meistens darauf. Wenn ihr em bißchen Phantasie habt, bekommt ihr das schnell heraus Und wenn ihr es mit dem besten Willen nicht erraten könnt, dann schickt die Marke an euren „Gießener Anzeiger" ein. Ich sage euch dann gerne, aus welchem Lande die Marke stammt.
Auf diese Weise lernen wir eine ganze Menge von Staaten kennen. Wißt ihr denn nun wo die Staaten alle liegen? Schlagen wir also mal unseren Atlas auf, da wird sich schon das Ländchen finden das die geheimnisvolle Marke hergestellt hat. N ein bißchen Geduld und die Augen aufgemacht, dann ist das schon nicht so schwer zu finden. Wenn dann der Lehrer mal in der Schule fragt, wo Peru oder Urugay liegt, dann können mir mit Stolz antworten: In Südamerika, Herr Lehrer!
Mehr noch wollen wir aus den Marken lernen. Zunächst stehen also zahlen auf den Marken Kleine Zahlen, große Zahlen und neben diesen Zahlen sind meist noch Buchstaben. Sie geben uns den Wert an, den eine Marke gehabt hat. Df^Mand haben wir demnach 6, 12 usw. Pfennig, in Oester reich Groschen, in Schweden Oere. Fast leder Staat hat eine andere Währung. Ist das nicht schon leh - re’yjf vielen Marken haben wir noch schöne bunte Bilder. Mein JunZe, aus diesen kannst du noch am
w. and-r-n Staaten haben natürlich andere Köpse? Da kannst du sehen wte d.e ame^amschen Sfnntsmänner und Generale aussahen, weiter ^v-
« Sä -:a..,»
w>- da« Jungvolk °e>m w» , lieber Leser!
Vn°^X nun?^ ®atte haben, auf der • au sehen ist, dann raten mir doch
befUmmt gleich auf Aegypten! Hast du nun Spaß
Meine beste Freundin.
Meine beste Freundin ist eine kleine bunte Mundharmonika. In der großen Stadt München habe ich sie mir erstanden. —
Es war an einem Abend. Ich bummelte die große Straße hinunter, die vom Bahnhof zum Rathaus führt. An einem Musikgeschäft blieb ich stehen. Da waren Geigen mit geschwungenen, zierlichen Formen, und Trompeten, die im Laternenlicht glänzten und funkelten. An den Wänden hingen Gitarren mit bunten Bändern und ganz unten, in einer Ecke des Schaufensters, lag eine kleine bunte Mundharmonika. Ich malte mir aus, wie schön es fein würde, wenn ich sie besäße. Traumverloren stand ich da. Die Menschen warfen einen scheuen Blick auf die wunderlichen Formen der Instrumente und hasteten vorbei. Schließlich gab ich mir einen Ruck und ging weiter. Zu dumm, das mit der Mundharmonika! — Aber es zog mich immer wieder in ihre Nähe, und endlich fing ich an zu rechnen: 1,80 kostet sie, dann habe ich noch 8,20 übrig, also wird sie gekauft. Denn 8,20 ist viel Geld. Ich ging also hinein und verlangte eine Mundharmonika. Ein alter Mann mit einem rosigen gutmütigen Gesicht bediente mich: „Q-Dur oder L-Dur? Ich tippte auf die erste und legte ihm die 1,80 hin. Er packte sie mir fürsorglich in buntes Seidenpapier ein. Ich tat sie strahlend in meine Tasche und ging auf die Straße. Zaghaft klang das erste Lied empor.
So bekam ich sie, und überallhin begleitete sie mich. Auf dem Marsch, im Quartier und auf dem Heiemabend. Im Heu habe ich sie verloren, ins Wasser ist sie mir gefallen, einmal war sie ver- schwunden, und ich hatte sie schon aufgegeben, da fand ich sie wieder in meinem Affen. Inzwischen ist sie alt geworden und verbeult, und der bunte Lack ist auch abgegangen. Aber wenn ich sie hervorhole und darauf spiele, dann lächeln die Menschen, dann verschwindet der Griesgram und der Aerger, und sie freuen sich über mich und meine treue luftige Freundin. Hannsferdi Döbler.
tragen kann.
Am 23. September konnte die BdM.-Sportveranstaltung im ganzen Reich, nach einheitlichem Programm gauweise durchgeführt, zeigen, daß die kör- perliche Ertüchtigung nicht nur eine ganz bestimmte äußere Disziplin innerhalb des BdM., sondern darüber hinaus auch eine ganz bestimmte
müssen uns so zufrieden geben. Der eine Pott wird bis zum Rand mit Wasser gefüllt und vorsichtig streben wir der Jugendherberge zu. Obwohl Hebby mir nur bis zur Schulter reicht, verschütten wir fast gar nichts. Bald sind wir angelangt, und nun geht in den „Kahn". Es herrschen gedrückte Verhältnisse, da wir uns einschränken müssen. Hebby pennt in meiner Nähe und wir sägen gemeinsam an einem recht dicken Ast.
Unter dieser Ueberschrift will ich euch, deutsche Jungen, einige Anregungen geben, wie ihr die langen Winterabende verkürzen könnt. Ost sitzt ihr drinnen in der Stube, hübsch behaglich beim warmen Ofen, wenn es draußen regnet oder schneit, wenn ihr keinen Scharabend oder keine Jungen- fchaftsstunde habt. Ist euch dann nicht schon Langeweile gekommen? Habt ihr bann nicht schon zum soundsovielten Male das gleiche Buch gelesen, immer nur aus Langeweile? , . .. ..
$abt ihr schon einmal auf Briefmarken geachtet? Habt ihr noch niemals Interesse daran gehabt, solche bunten kleinen Dinger zu sammeln? Heute wollen wir einmal versuchen, eine kleine Sammlung anzulegen. Sucht also gleich mal zu Hause alle Briefumschläge zusammen! Die Marken machen wir fein säuberlich ab. Aber Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste! Die Briefmarken sind doch keine Blechmarken, sondern nur aus dünnem Papier! Vorsichtig schneiden wir also die Marken mit dem Papier ab und legen sie in eine Schale mit warmem Wasser, aber Vorsicht, heißes Wasser schadet ~~ * ' ........ "' bas Papier von der
aus dem Wasser her-
Spüldienst.
„Wer meldet sich zum Spüldienst?" ruft unser Führer. Hebby tritt vor. Schon stehe ich neben ihm. Das Spülen gehört mit zu den „angenehmsten" Beschäftigungen auf Fahrt, aber welcher echte Junge würde sich drücken. Bei uns herrscht ein eigener neuer Geist, der sich gerade in freiwilligem Dienst an der Gemeinschaft offenbart. Wir bekommen beide Pötte, in denen noch die Reste der Abendkocherei kleben, und trollen uns.
Kühl streicht der laue Nachtwind um unsre nackten Knie. Doch das ist uns gerade recht nach dem langen Tagesmarsch durch Die glühende Sonne. Der Mond sendet sein fahles Licht in die stillen Gassen des Städtchens. Der sternbesäte Himmel wölbt sich weit über uns und stößt am Horizont auf das Dunkel der Waldberge. Wir bleiben stehen und blicken hinüber zum großen Bären. Im bekannten Abstand davon weist uns der Polarstern die Nordrichtung. Und dort im Süden grüßt der Orion. Er erinnert uns mit seinem Schwert an: Blut und Ehre. Sinnend schweifen unsere Augen von Stern zu Stern, und wir ahnen etwas von der Größe und Weite des Weltalls. Unwillkürlich denken wir an das Schicksal unseres Volkes, unserer Heimat, an unseren großen Führer.
Aber vom Träumen werden unsere Pötte nicht sauber. Wir haben Turnschuhe an, und im Laufschritt geht es zum Brunnen. Aus einem gußeisernen Rohr rinnt ständig Das klare, eiskalte Naß in den darunter stehenden Eisentrog. Eifrigst machen mir uns an die Arbeit. Nach langen vergeblichen Mühen stellen wir fest, daß Wasser allem nicht genügt Die Spuren der „ä la geröstetgedampften Kartoffeln, wie sie unser Führer „poetisch" bezeichnete, wollen nicht weichen. Ich hole rasch aus der benachbarten ungepflasterten Ecke einige Hande Erde Es weiß es ja niemand, und auf Fahrt mutz man findig sein. Hebby meint: „Wenn das Mutter erführe Sie würde die Hände über den Kopf zu- sammenschlagen!" Einige Kameraden kommen zu uns an den Brunnen, verschwinden aber bald, ohne etwas zu merken. Endlich, nach ausdauerndem Reiben, sind nur noch verschiedene Fettflecke auf dem Boden geblieben. Sie halten stand, und wir
Lied der Jungen.
Auf wildumbraustem Berge Diel Jungvolkjungen sind, Die schwarze Fahne flattert Im kalten Abendwind.
Die Jungen stehen schweigend, Die Hand zur Faust geballt; Kein '--lc'isch stört diese Stille, Der leere Worte lallt.
Ihr Mund ist fest geschlossen, Ihr Blick geht himmelwärts; So steht sie da, die Jugend, Aus reinem deutschem Erz. Da, seht sie stehn, ihr Alten, Ihr Spötter, ach, so klug, Die ihr euch rühmt der Schlauheit In Worten nicht genug;
Ja. ihr, die ihr in Reden Und Politik so weis', In euern Herzen brennet Der Glaube nicht so heiß. Doch aus der Jungen Augen, Da lodert Leidenschaft, Aus ihren Augen leuchtet Des jungen Deutschlands Kraft. — Sie stehen lange schweigend Und wenden sich dann um; Sie gehen wieder heimwärts, Sie gehen stark und stumm.
Doch plötzlich bricht ein Singen Aus ihren Rechn hervor, Es braust empor gewaltig Ein fester, starker Chor: Wir marschieren für Hitler Durch Nacht und durch Not Mit der Fahne der Jugend Für Freiheit und Brot.
— idur —
Heute also steigt die langersehnte Nachtfahrt. Tagelang schon eine Affenhitze, auch heute noch, nun hängt aber der Himmel voller trüber Wolken. Ein Unwetter scheint aufzukommen. Gerade das richtige Wetter für wichtige Buben. 18 Uhr. Alle sind pünktlich da. Los geht's per Rad in Zweier- Reihen durch die ganze Stadt. Endlich sind wir draußen, und nun in brausender Fahrt rein in die Heide. 32 Kilometer sind noch zurückzulegen. Unser Ziel soll der Saupark im Deister sein. Wetterleuchten am Horizont. Wild jauchzen die Buben auf, Penne und alles andere wird vergessen, allein wollen wir mal wieder sein, nur für eine Nacht. Wir Buben lieben es, zu leben wie das Wild, Nicht umsonst nennen wir uns stolz die Wikinger. Und diese Nacht sollte ein Sieg für uns und unser Fähn- lein werden. Da plötzlich blitzt ein Scheinwerfer vor uns auf, halten, absitzen, Kontrolle durch Feldpolizei. Einige mußten dran glauben. (Aber dreie haben sie doch nicht bekommen. Drei blinde Passagiere fuhren auf einem Lastwagen vorbei.) Um uns nun stockfinstere Nacht. Grelle Blitze durchzucken den Aether. Die ersten schweren Tropfen klatschen auf uns herunter. Wir treten fester in die Pedale, und zwanzig Buben brüllen unser altes Kampflied hinaus in die tobende Nacht „Auf, marsch, marsch, durch Mühen und c ~J**
und kennen fein Behagen,
Das Bild, das wir von der neuen Jugend in folgt. . M
uns tragen, ist nicht durch ein einmaliges, großes „Im Anschluß daran gaben ^.^hlreichen Leh- Erlebnis geworden, sondern es setzt sich aus vielen gangen der Gaunerbande und Obergaue des BdM. Teilchen zusammen, wie bei einem Mosaikbild. Aber die Sportwartmnen, bie m Berlin °n den von der «Lcuincn öu|umui6i, ____impnhhihrima emberufenen Kursen teil«
& me^7fi(Stbar !Der »Dfle^Sber0 Hinte/ uns ver-,kurz erinnert: So hatte sich bislang ber weitaus strikt im Diolettblau der nähen Nacht. Gleich nach größte Teil der Madel — die Landmadel — kaum Sonnenuntergang wird es oben beim Lager kühl, sportlich betätigt. Hinzu kam, daß die meisten Em- Wir sind stumm geworden. Einer spielt Mundhar- —- - — « - — ♦ - n n r t n l a h p
monika. Es ist in uns das Gefühl großer Dankbar- feit, weil wir aus der Stadt und dem Alltagstreiben herausgenommen sind und draußen in der Zeltstadt der Natur in ihrem frühen Herbst ganz unmittelbar


