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Briefe an unsere Blauen Jungen.

Das Postbureau der

Wenn Mutter den liebevoll bedachten Brief an ihren großen Jungen in den Kasten wirft, ziehen ihre Gedanken mit dem Brief hinaus zu ihrem seefahrenden Sohn, der vielleicht zur Mannschaft eines deutschen Kreuzers gehört und sich fern von der Heimat, Gott weiß in welchem fremden Lande, oder auch mitten auf dem Ozean schwimmt. Sie macht sich aber sicher keine Gedanken darüber, auf welchen Wegen der Brief in die Hände ihres Jun­gen gelangt.

Es gibt einen von der Deutschen Reichspost sorg­fältig ausgearbeiteten Plan über die Uebersee- ostverbindungen der ganzen Welt. Und nicht nur diese zahllosen Verbindungen lassen sich aus dem Plan ersehen. Es sind daraus auch die Daten der letzten Absendemöglichkeiten feststellbar, die noch ein rechtzeitiges Erreichen der bis in die kleinsten Einzelheiten berechneten Verbindungsmittel gewährleisten.

Ein freundlicher Beamter gibt ein anschauliches Bild von der Präzision, mit der sich viele Hände regen, um einen Brief seiner Bestimmung zuzu­führen.

Vom 12. bis zum 22. Mai beispielsweise befand sich der deutsche Kreuzer Karlsruhe' in B o st o n, USA.", so berichtet ei,und die letzte Post nach diesem Hafen ging am 11. Mai vom Marinepostbüro ab. An diesem Tage ging der Beu­tel vom Bahnhof Friedrichstraße mit £) 24 über Hannover nach Köln, von dort weiter über Jeu- montParis nach Cherburg. In diesem Hafen er­hielt am 12. Mai der Dampfer ,Aquitania' den Beutel zur Weiterbeförderung. Die Ueberfahrt nach Neuyork dauerte sechs Tage, also kam unser Beutel in diesem Hafen am 18. Mai an. Einen Tag brauchte er, um mit der Eisenbahn nach Boston zu gelan­gen, und am 20. Mai, länger als einen Tag vor der Abfahrt, erhielt die Mannschaft an Bord noch einmal ihre Post aus der Heimat ausgehändigt/'

In dem seefesten Beutel, der dazu bestimmt ist, die in Bündel gepackte Briefpost auszunehmen, werden gewöhnliche Briefe, Postkarten und Druck­sachen befördert, und zwar zu den Inlands- s ä tz e n des Fernverkehrs.

Deutschen Manne.

Um die Sendungen gegen unerwünschte Neugier zu schützen, wird die Briefpost doppeltv e r - s a ck t", das heißt, der Beutel wird in einen zwei­ten, ebenso wetterfesten gesteckt. An beiden Beuteln befindet sich je ein rotes Holztäfelchen, auf dem der Name des Schiffes und der Weg angegeben ist. Außerdem trägt er in englischer und französischer Sprache noch den Vermerk:Post für Kriegs­schiffe des Deutschen Reiche s".

Durch den Versailler Vertrag ist der Aufgaben­kreis des Marinebüros auf einen Bruchteil zurück­gegangen. Seinen höchsten Betrieb hatte es natur­gemäß während des Weltkrieges, wo über hundert Beamte in ihm tätig waren und dafür Sorge tru­gen, daß unsere blauen Jungens die heißersehnten Nachrichten aus der Heimat auf dem schnellsten Wege erhielten. Damals durfte ja niemand wissen, wo unsere Schiffe sich aufhielten."

Kommt es nicht auch vor, daß einmal Post verloren geht oder verspätet in die Hand des Empfängers gelangt?"

Sehr selten und nur, wenn Mächte am Werke sind, gegen die wir nichts ausrichten kön­nen. Ein bei Ausbruch des Krieges auf langer Fahrt befindliches Schiff war nach heftigem Kampf gesunken, und nur ein kleiner Teil der Mannschaft konnte gerettet werden und sah die Heimat später wieder. Zwei Jahre nach Friedensschluß schickte eine amerikanische Postbehörde mehrere da­mals vor dem Kriege für dieses Schiff bestimmt gewesene Beutel zurück, die Ueberlebenden erhielten ihre Briefe und die Hinterbliebenen der Gefalle­nen ihre Post zurück."

Sendungen wie eingeschriebene Briefe, Geld­briefe, Telegramme, Pakete, Päckchen, Nachnahmen werden durch das Marinepostbüro nicht befördert.

Da das Gewicht der Beutel beschränkt ist, müssen Pakete durch eine Firma in Hamburg zur Weiter­leitung gesandt werden.

Beutel und Holzschilder werden vom Bordzahl­meister wieder in die Heimat zurückgeschickt und verrichten viele Jahre hindurch ihren Dienst, be­vor sie wegen Altersschwäche in den Ruhestand ver­setzt werden. H.

Das lockende Ziel.

20000 Pfund für den kürzesten Weg nach Indien.

Zwanzigtausend Pfund demjenigen bar auf den Tisch, der den kürzesten Weg nach Indien und China findet!" Das war der Lohn, mit dem die britische Admiralität in der zweiten Hälfte des acht­zehnten Jahrhunderts winkte. Sie hatte guten Grund, den Wagemut ihrer Seefahrer aufzupulvern, denn Asien war Englands verheißungsvolle Zukunft. Aber mehr als zwölf Monate brauchten auch noch die schnellsten Schiffe, um nach Honkong zu gelangen. Sie mußten das Kap der Guten Hoff­nung umrunden, sie hatten einen fast endlosen An­marschweg zurückzulegen. Man wollte die Schätze O st a s i e n s schneller in die Hand bekommen, man brauchte einen Weg, der nur einen Bruchteil dieser Zeit in Anspruch nahm. Gesucht wurde er schon im Mittelalter, erst recht forschte man nach ihm, als sich herausgestellt hatte, daß man um die Südspitze Amerikas genau so wie um die Spitze Afrikas herum nach Ostasien gelangen könne. Und da sagte man sich: Was im Süden vorhanden ist, muß sich auch im Norden finden lassen. Immer wieder zogen mutige Männer hinaus, um ihr Glück zu versuchen. Wir erinnern an einen William 23 ar ent 5, der wohl in den nördlichen Eisregionen Neuland ent­deckte, der in der langen Polarnacht unsägliches er­leiden mußte, aber die Nordostpassage nach China nicht fand. Tragödien sahen die Eiswüsten, in denen die Expeditionen umkamen; ein Trauer­spiel reihte sich an das andere in den aufeinander­prallenden und die Schiffe mit ihren Mannschaften zermalmenden Eismassen. Schließlich wurde die Nordwestdurchfahrt gefunden, aber die Entdeckung

des Kapitäns Mac (Hure, der Leben und Ge­sundheit aufs Spiel fetzte, blieb praktisch bedeutungs­los. Man konnte mit der Nordwestpassage wegen der Eisschwierigketten doch nichts anfangen. Unbe­kannt ist, ob ihm die Admiralität wenigstens eine Anerkennungsgebühr zahlte. Um so wilder lief man jedoch in die Wüsteneien hinein, um den Ostweg ausfindig zu machen. Die einen glaubten, kurzer­hand über den P o l hinweg nach Japan zu gelangen, nur kamen sie nicht allzu weit. Sie muß­ten die berstenden Schiffe verlassen und sich auf schwachen Booten wieder nach dem Süden retten. Oft wurden sie ein Opfer der Kälte und der Stürme. Es dauerte lange, bis man das Suchen aufgab. In­zwischen kam das Dampfschiff zur vollen Entfaltung, der Suezkanal verkürzte den Weg nach dem Osten gewaltig, und die Forscherarbeit wandte sich mehr dem Auffinden des Nordpols zu. Die Russen jedoch arbeiteten langsam weiter. Sie erkundeten ihre Küste. Die Sowjets brannten vor Ehrgeiz, von Ar­changelsk abdampfen und durch das Eismeer hin­durch nach Wladiwostok gelangen zu können. 1932 schaffte es der EisbrecherSibiriakow" von Wladi­wostok her, sich durch das Schollengewirr und tau­send Gefahren hindurch nach Europa durchzuschla­gen. Immerhin brauchte er drei Monate! Und jetzt hat der EisbrecherSitte" den gleichen Weg in um­gekehrter Richtung zurückgelegt. Doch ein halbes Jahr mußte geopfert werden. Aber das lockende Ziel ist erreicht: Der Beweis ist geliefert, daß man an der sibirischen Küste entlang nach China und Indien kommen kann.

des Schreibzimmers oder des Kajütganges ver­nommen. Als er sich dorthin begab, habe er einen jungen Mann in grauem Anzug bemerkt, den er nie zuvor gesehen habe und der auch kein Mitglied der Besatzung gewesen sei. Weiter habe er gesehen, daß ein Mitglied der Besatzung einen Schrank geöffnet habe, aus dem Flammen schlugen. Noch feine Klärung im §al e Lindbergh.

Hauptmann erneut belastet.

Im Lindbergh - Fall befaßte sich die über die Zulässigkeit der Anklage entscheidende Instanz in dreieinhalbstündiger Verhandlung mit den Beschul­digungen gegen Hauptmann. Unter den Zeugen befand sich der Handsckriftensachverständige Albert Osborn und einige Ladeninhaber, denen Haupt­mann angeblich Golddollarscheine gegeben hat, die einen Teil des Lösegeldes gebildet haben sollen. Als angebliche Beweisstücke wurden die in Haupt­manns Garage gefundenen 13 700 Dollar sowie der von dem Entführer geschriebene Zettel unterbreitet, ferner ein Bauholz aus der Bronxer Bauholzhand­lung, aus der das Holz stammte, aus dem die bei der Entführung benutzte Leiter bestanden hat.

Die Bundespolizei in Neu-Jersey sucht drei Frauen, die die Behauptung des Sträflings Pau­lin bestätigen können, daß der Sträfling Haupt­mann kenne. Einige der untersuchenden Beamten vertreten die Ansicht, daß zwischen den Fußspuren Hauptmanns und den Spuren, die in der Entfüh­rungsnacht in der Nähe von Lindberghs Haus ent­deckt worden waren, Aehnlichkeit bestünde. Haupt­manns Anwalt F a w c e t t hat erklärt, Hauptmann habe ihm mitgeteilt, Isidor Fisch habe ihm 2000 Dollar geliehen, und zwar sei Hauptmann der An­sicht, daß Fisch ihm 5000 Dollar aus einem Pelz­geschäft schulde. Wie der Antwalt weiter mitteilte, seien Gerüchte im Umlauf, wonach die Frau und das Kind Hauptmanns Drohbriefe erhalten hätten. Diese Gerüchte entsprächen aber keineswegs den Tatsachen. Ferner verlas Fawcett eine Er­klärung Hauptmanns, in der der Beschuldigte die Hoffnung ausspricht, daß die Wahrheit in der gan­zen Angelegenheit bald ans Tageslicht komme. Er hoffe, daß er bald entlastet sein werde. Haupt­mann wird aber neuerdings erheblich belastet durch einen Fund, den Beamte bei einer Haus- s u ch u n g in seiner Wohnung machten. Der An­klagebehörde wurde ein Stück der hölzernen Wand­bekleidung aus der Wohnung Hauptmanns vorge­legt, auf der die Adresse und Telephonnummer des Mittelsmannes von Lindbergh, Dr. C o n d o n , ausgezeichnet ist. Dem Staatsanwalt gegenüber er­klärte Hauptmann, er habe sich die Adresse damals ausgeschrieben, weil er sich für den Fall Lindbergh interessierte.

Filmbrand verursacht Panik in einer Kindervorstellung.

Bei der Vorführung eines katholischen Missions­films in einer Kindervorstellung in Hilversum (Hol­land) geriet der Film plötzlich in Br a n d. Das Feuer verbreitete sich sehr schnell. Von den 180 an= -wesenden Kindern im Alter von 7 bis 14 Jahren stoneben etwa vierzig verletzt, darunter drei­zehn schwer. Auch der «die Vorstellung leitende Pater erlitt bedenkliche Verletzungen. Die Filmvor- Itcllung fand in dem Gebäude der Katholischen Ar- -beiteroereinigung St. Clemens-Parochie statt, das lür eine Filmvorstellung äußerst ungeeignet war. Das Haus war größtenteils aus Holz gebaut und fcefafj neben einer Doppeltür nur zwei kleine Seiten- cusgänge. Unglücklicherweise hatte man den Vorfüh­rungsapparat vor der Haupttür aufgestellt, so daß fcas Feuer hier den Ausgang versperrte. Da die Leiden Seitenausgänge verschlossen waren, ent- fitanb unter den Kindern eine furchtbare P a - m i k. Der Umstand, daß das Feuer sich mit rasender Schnelligkeit ausbreitete, erhöhte noch das Entsetzen. ÜEinige Kinder schlugen die Fenster ein und suchten sso das Freie, wobei sie ernsthafte Schnittwun­den erlitten. Glücklicherweise eilten sofort Bewoh- nner der umliegenden Häuser auf die Hilferufe her- 0bei. Es gelang ihnen, mit Hilfe von Balken die Not- enusgänge zu zertrümmern und auf diese Weise den Kindern den Ausweg ins Freie zu bahnen. Viele Kinder brachen, vor dem Gebäude zusammen und imußten in Krankenhäuser gebracht werden. Das Ge­bäude brannte trotz eifriger Löscharbeit der Feuer­wehr bis auf die Grundmauern nieder. Die Polizei hat eine strenge Untersuchung eingeleitet. Von den chwer verletzten Kindern ist ein sechsjähriges Mäd­chen im Krankenhaus feinen Brandwunden erlegen. Auch der Zustand des schwer ver­hetzten Paters, der die Filmvorführung leitete, : st besorgniserregend. In den Krankenhäusern be- rinben sich ferner noch 16 Kinber in Behandlung. Die übrigen Verletzten konnten in ihre Familien Entlassen werden. Die Ursache des Feuers scheint Kurzschluß zu sein.

Aufsehenerregender Berliner Bilder­diebstahl vor Gericht.

Ein aufsehenerregender Bilderdieb- lt a h l in der Berliner Kunsthandlung Goldschmidt & Co. im September vorigen Jahres sand vor der :,6. Großen Strafkammer des Berliner Landgerichts sein Nachspiel. Wegen D i e b st a h l s und fortgesetz- ser schwerer Urkundenfälschung hat sich der frühere Hausdiener dieser Kunsthandlung, der 40- Ährige Manchen, zu verantworten. Manchen war zehn Jahre in der Kunsthandlung tätig und enoß dort volles Vertrauen. Kurz vor seiner Tat srnte er den persischen Kunsthändler Nikaal Mous- uogolu kennen, der ihn nach seinen Angaben -azu anstiftete, 40 zum Teil sehr wertvolle Ge­mälde im Werte von insgesamt 70 000 Mark jus den Räumen der Kunsthandlung zu stehlen. £in Schwager des Persers sollte die Beute in Paris verkaufen. Als Belohnung versprach der Anstifter !*m Hausdiener eine gutbezahlte Stellung in einer Strumpffabrik in Konstantinopel. Manchen ließ 'ich überreden und bereitete die Tat planmäßig vor. i:r schnitt fast alle Gemälde aus den Rahmen her­aus, verpackte sie sorgfältig in zwei Bildertrans- i flvrtkisten und eignete sich noch eine goldene Herren- 'Hr mit Kette, Kleidungsstücke, sowie 1000 Mark Bargeld an. Die beiden Bilderkisten gab er nach I?aris auf und fuhr am selben Abend noch mit

dem Luxuszug dorthin, während der Perser mit der Frau Mauchens und dessen Kind nach Bukarest reiste. In Paris erwartete der Schwager des Per*- sers den Dieb am Bahnhof und übernahm den weiteren Transport der gestohlenen Bilder über Marseille nach Galata. Manchen selbst fuhr weiter nach Konstantinopel. Dem geschädigten Kunsthänd­ler gelang es am 28. September, die Bilderkisten an Bord eines Dampfers noch rechtzeitig von der Polizei beschlagnahmen zu lassen, nur ein Land­schaftsbild von Slevogt fehlte. Manchen mußte bald feststellen, daß der Perser sein Versprechen, ihm eine Anstellung in" Konstantinopel zu verschaf­fen, nicht gehalten hatte. Er war bald ohne Bar­mittel und wurde auf der Rückreise nach Deutsch­land am 7. März in einer Wiener Herberge er­mittelt und festgenommen. Manchen wurde jetzt wegen Diebstahls und fortgesetzter schwerer Ur­kundenfälschung zu insgesamt eineinhalb Jah­ren Gefängnis verurteilt.

Sparkassenkassierer raubt 18 000 Mark. Selbstmord nach der Verhaftung.

In die Sparkasse der Stadt Roßlau (Anhalt) wurde nachts eingebrochen; 18 000 RM. wurden entwendet. Der Diebstahl konnte schnell aufgeklärt werden. Es wurde festgestellt, daß nur der Kassierer der Sparkasse Zugang zu dem Geldschrank im Tresor haben konnte. Als der Kas­sierer keinen Ausweg aus dem Netz des Indizien­beweises mehr sah, tötete er sich in seiner Woh­nung durch zwei Schüsse in die Brust.

Um die Herstellung von künstlichem Radium. Eine Richtigstellung von 5 tau Jolliot-Eurie.

Frau Jolliot-Curie hat die in deutschen und englischen Zeitungen verbreiteten Meldungen, es sei ihr gelungen, künstliches Radium her­zustellen, dahin richtig gestellt, daß es sich um eine

vom praktischen Standpunkt aus noch un­brauchbare Entdeckung handele. Sie habe die Möglichkeit gefunden, neue radioaktive Elemente durch Bestrahlung inaktiver Elemente mit Alpha­strahlen zu schaffen. In England und Amerika ver­suche man, die Herstellung von Radium auf andere Weise, und es sei dort schon gelungen, größere radioaktive Körper zustandezubringen, aber in Frankreich fehle es an den für diese Versuche not­wendigen Apparaten.

Reue Explosion in der Grasford-Grube.

Am Ventilationsschacht der Grasford-Grube bet Wrexham, bei dem am Dienstag ein Arbeiter den Tod gefunden hatte, erfolgte am Mittwoch früh eine neue Explosion. Holz und Beton wur­den haushoch in die Luft geschleudert, und eine riesige Wolke schwarzen Rauches quoll aus dem Schacht hervor. Glücklicherweise wurde diesmal niemand verletzt. Alle Führer von Lastkraftwagen des Werkes find herbeigerufen worden, um neue Erdmassen an Ort und Stelle zu befördern, damit der Schacht von neuem verschlossen werden kann. Fünf Gordon-Vennett-Ballons auf sowjetrussischem

Gebiet gelandet.

Fünf Teilnehmer des Gordon-Bennet- Fluges sind mit ihren Ballons auf sowjetrussi- schem Gebiet niedergegangen. Don dreien von die­sen stehen die näheren Angaben noch aus. Der ame­rikanische BallonBuffalo Courier" ist bei Gdow unweit Leningrads gelandet. Bisher hat die längste Flugstrecke der polnische BallonPolonia" zurück­gelegt. Sie beträgt fast 1200 Kilometer.

Eine Lehrerin in den Bergen tödlich abgestürzt.

Die Lehrerin Barbara Hansen aus Platten im Kreise Wittlich machte in Begleitung mehrerer Gäste einen Aufstieg zum Kofel. Beim Abstieg stürzte

sie plötzlich über die Steilwand, die zur Kälber­platte hinunterführt. Beim Sturz blieb sie im Wur­zelwerk mit der Kleidung hängen. Der Tod trat sofort ein. Die herbeigeeilte Rettungsmannschaft fand die Leiche tief im Geröll mit schwersten Ver­letzungen und transportierte sie zu Tal, von wo aus sie nach Trier übergeführt wird.

Fünf Todesurteile

gegen korrupte Beamte in der Sowjetunion.

Das Gericht in Tjumen (Sowjetunion) hat fünf Beamte einer Getreideaufkaufstelle wegen Sabo­tage und Vergeudung der neuen Ernte zum Tode durch Erschießen verurteilt. Die Beamten waren beschuldigt, mit Hilfe staatlicher Mittel bet den Bauern Getreide angekauft und es dann in größeren Mengen auf freien Märkten zu höheren Preisen verkauft und den Verdienst in die eigene Tasche gesteckt zu haben.

Entwichene Riesenschlange seht eine englische Stadt in Schrecken.

Eine aus ihrem Käfig entkommene Riesen­schlange, die die Einwohner von Hastings (Eng­land) eine Woche lang in Schrecken gehalten hatte, wurde dieser Tage an der Küste in tiefem Schlaf liegend gefunden und eingefangen. Die Schlange ist drei Meter lang und wiegt einen halben Zentner.

Zusammenarbeit

-er Goldblockiänder.

Genf, 25. Sept. (DNB.) Die Vertreter Bel­giens, Frankreichs, Italiens, Luxem­burgs, der Niederlande und der Schweiz haben sich am 24. und 25. September versammelt, um zu prüfen, wie ihre Regierungen am wirksam­sten auf wirtschaftlichem und finanziellem Gebiete Zusammenarbeiten können. Sie haben festgestellt, daß die Länder, die die Goldwährung bei­behalten haben, entschlossen sind, die Goldwäh­rung unbedingt aufrecht zu erhalten, weil sie das für eine der wichtigsten Vorbedingun­gen für die wirtschaftliche und finanzielle Wieder­gesundung der Welt halten. Sie haben auf der anderen Seite anerkannt, daß sie sich als haupt­sächlichstes Ziel die Erweiterung des inter­nationalen Warenaustausches setzen müßten. Sie sind der Meinung, daß ein derartiger Versuch am besten zuerst unter den Staaten unter­nommen wird, die unter sich besonders große wirt­schaftliche Beziehungen haben. Dabei sollen die Interessen dritter Staaten und die Not­wendigkeit einer erweiterten Zusammen­arbeit auf internationalem Felde nicht aus dem Auge verloren werden. Eine Kommission soll sich vor allem mit zwei Aufgaben befassen: Die Er­weiterung des internationalen W a - renaustausches und den Ausbau des Reiseverkehrs und des Transportwesens.

Der Präsident dieser Kommission, I a s p a r (Bel­gien), hat Vollmacht erhalten, die nötigen Maß­nahmen zu ergreifen. Die erste Tagung der Kom­mission soll Ende Oktober in Brüssel stattfinden. Die Handelsminister der einzelnen Staaten sollen den Abordnungen angehören. Da die erste Frage, die von der Kommission behandelt werden soll, die Ausdehnung des Warenaustausches betrifft und diese Ausdehnung wegen der Meist­begünstigungsklausel praktisch nur durch Kon­tingente geschehen kann, steht es fest, daß sich die Kommission von vornherein weitgehend mit diesen Kontingenten befassen wird.

Kleine politische Nachrichten.

Der Leiter der Nira, des Nationalen wirtschaft­lichen Sanierungswerkes der USA., General John- f o n, ist von seinem Posten zurückgetreten.

In Genf ist nunmehr ein telegraphisches Auf- nahmegesuch der afghanischen Regie­rung eingetroffen, in dem Afghanistan um seine Aufnahme in den Völkerbund durch die Vollver­sammlung bittet und sich gleichzeitig verpflichtet, alle Bedingungen des Völkerbundspaktes und alle Ver­pflichtungen zu erfüllen, die für Mitglieder des Völkerbundes gelten.

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Der päpstliche Nuntius für den irischen Freistaat, Monsignore Robinson, hat ein Telegramm von dem Kardinalstaatssekretär P a c e l l i in Rom er­halten, in dem es heißt, daß der Papst über die von dem irischen Ministerpräsident de Valera in Genf gehaltende Rede über den Eintrit Sow­jetrußlands in den Völkerbund sehr er­freut sei und daß Seine Heiligkeit van ganzem Herzen de Valera den apostolischen Segen erteile.

Das Präsidium des Vollzugsausschusses der Ko­mintern hat beschlossen, den 7. Weltkongreß der Kommunistischen Internationale tn der ersten Hälfte des Jahres 1935 stattfinden zu lassen.

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Die Warschauer Polizei hat 48 Mitglie­der der illegalen OrganisationDas Lager der nationalen Revolution" verhaftet.

Anläßlich der Geburt derPrinzessinMaria P i a fjat der König von .Italien eine allgemeine A m n e st i e erlassen für alle Geldstrafen und die Gefängnisstrafen bis zu zwei Jahren. Strafen von längerer Dauer werden um zwei Jahre gekürzt. Die Amnestie schließt auch das Verbrechen der unerlaub­ten Auswanderung und Ablegung der Staatsange­hörigkeit ein. Ausgeschlossen von dem Gnadenakt sind Spionage, Verbrechen gegen das keimende Le­ben, Mord, Raub und betrügerischer Bankerott.

Das brasilianische Parlament hat einen Antrag angenommen, die Kandidatur des früheren brasi­lianischen Außenministers Dr. Mello Franco an den Nobelpreisausschuß des norwegi­schen Parlaments weiterzuleiten. Der Antrag grün­det sich auf die Tätigkeit Mello Francos anläßlich des Leticia-Konflikts zwischen Peru und Kolum­bien, den er nach längeren Bemühungen ftiedlich beilegen konnte.