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Vor 20 Jahren.

Oie Tragödie der 13 Tage. Ein Zeitkalender der Tage des Kriegsausbruchs vom 23. 7. - 4. 8.1914.

Oer vierte Tag: 26. Füll.

Beginn derkriegsvorbereilungsperiode" für das ganze europäische Ruhland.

Rückberufung der deutschen Flotte aus den nor­wegischen Gewässern.

Die seit 15. Juli zu einer Probemobilmachung versammelten englischen drei Heimatflolten stellen die Demobilmachung ein.

Der österreichisch-ungarische Generalstabschef Frei­herr Conrad von Höhendorf erklärt dem Grafen Berchthold, die Armee feierst ungefähr am 12. August" marschbereit.

Unterredung des Prinzen Heinrich von preuhen mit König Georg V. im Buckingham-Palast über die Haltung Englands.

Der französische Botschafter in Rom Bartete gewinnt in einer Unterredung mit Ministerpräsident

S a l a n d r a den Eindruck, dah Italien neutral bleiben wird.

Der deutsche Generalstabschef von M o l t k e kehrt aus Karlsbad nach Berlin zurück und versaht die (am 2. August überreichte) Rote an die belgische Regierung, worin die mögliche Verletzung der bel­gischen Neutralität durch Deutschland angekündigt und begründet wird.

Der deutsche Reichskanzler von Bethmann- h o l l w e g beauftragt Graf pourtales, Sasonow darauf hinzuweisen, dahvorbereitende militärische Mahnahmen Ruhlands Deutschland zu Gegen­maßnahmen zwingen würden, die in der Mo­bilisierung der Armee bestünden".

Abends: Der russische Kriegsminister Suchom- l i n o w gibt dem deutschen Militärattache Oberst von Eggeling fein Ehrenwort, dah noch keine Mobil­machungsorder ergangen sei; nur Vorbereilungs- mahnahmen würden getroffen.

es die Reichsbahn als vordringliche Aufgabe, durch die Kraftwagenlinien gerade solche Gebiete für den Verkehr zu erschließen, die bisher öffentlicher Ver­kehrslinien für den Güterumschlag entbehrten. Die Eröffnung weiterer Güterkraftfahrlinien steht in der nächsten Zeit bevor.

Von den rund 54 000 Kilometer Streckennetz der Deutschen Reichsbahn verwaltet die Reichsbahn­direktion Frankfurt rund 2061 Kilometer. Damit steht sie an 13. Stelle unter den 28 Reichsbahn- direktionen. Im Jahre 1933 wurden zur Beförde­rung von rund 30 Millionen Menschen von den rund 32 Millionen Wagen der Reichsbahn etwa 1 Million Wagen von der Direktion Frankfurt gestellt. Insgesamt wurden von den 10 Millionen Tonnen Lokomotivkohle der Reichsbahn etwa 400 000 Tonnen im Frankfurter Bezirk verbraucht.

Zur Bewältigung ihrer Aufgaben beschäftigte Vxe Direktion Frankfurt rund 21 000 Mann, die rund 50 Millionen Reichsmark an Lohn und

Gehalt erhielten.

Von den 2,9 Milliarden Reichsmark Gesamtein­nahmen der Reichsbahn werden vom Frankfurter Bezirk etwa 100 Millionen aufgebracht. Die An­lagen stellen einen Wert von nahezu 700 Millionen Reichsmark, wenn man Werkstätten und Fahr­zeuge mitrechnet, sogar einen solchen von einer Milliarde dar.

Ser Eisenbahnverkehr im Mein-Maingebiei.

LPD. F r a n k f u r t a. M., 24. Juli. In der Rhein-Mainischen Wirtschaftszeitung" veröffent­licht der Präsident der Reichsbahndirektion Frank­furt, Dr.-Jng. Steuernagel, einen Aufsatz Der Eisenbahnverkehr im Rhein- Main-Gebiet", dem wir folgendes entnehmen:

Der Verkehrsrückgang des Jahres 1933 konnte im Jahre 1934 nicht nur eingeholt werden, er hat so­gar zu einem leichten Zuwachs besonders im Berufsverkehr geführt. Der Verkehrsrückgang in den Jahren 1931 und 1932 ist die Folge des wirt­schaftlichen Niederganges und der unsicheren poli­tischen Verhältnisse. Schon im Sommer 1933 zeigte eine durch die Maßnahmen der neuen Regierung bedingte Verkehrsbelebung die Besserung der Ge­samtlage an.

Der Aufschwung ist keineswegs eine vorüber­gehende Erscheinung, denn die aufsteigende Verkehrsentwicklung hat im Jahre 1934 gegen­über der gleichen Zeit bisher weiter ange­halten.

Trotz der vielen in letzter Zeit geschaffenen Fahr­geldoergünstigungen haben erfreulicherweise auch die Fahrgeldeinnahmen im Jahre 1934 einen höheren Stand erreicht, als die der jeweils gleichen Zeit des Vorjahres. Die durch die Arbeitsschlacht herbei­geführte Besserung auf dem Arbeitsmarkt hat schon

seit Mai eine anhaltende Belebung im Berufsverkehr mit sich gebracht. Jedoch ist infolge der Besserung der Wirtschaftslage auch eine allgemeine Belebung des Einzelreiseverkehrs ein­getreten. In den Großstadtgebieten gestaltet sich der Ausflugsverkehr durch die Erweiterung der mit Sonntagsrückfahrkarten erreichbaren Orte fort­laufend günstiger.

In dem geplanten Netz von Triebwagen, die auf Fernstrecken eingestellt werden sollen (z. B. Fliegen­der Hamburger), sind die Städte des Rhein-Main­gebietes besonders berücksichtigt. Sie sollen damit näher an die Reichshauptstadt und an die großen Wirtschaftszentren herangebracht werden. Auch in dem Nahverkehr der rhein-mainischen Städte un­tereinander sollen Triebwagen eingesetzt werden.

Infolge seiner hochwertigen Wirtschaftserzeug­nisse nimmt das Rhein-Maingebiet eine sich immer mehr entwickelnde Stellung im Güterverkehr ein. Besonders zu erwähnen ist dabei der Frankfurter Expeditionsverkehr.

Zu berichten ist, daß sich der Güterverkehr im Jahre 1934 als Folge der Wirtschafksbelebung um etwa 25 v. h. gegenüber den gleichen Mo­naten 1933 erweitert hat.

Besonders angelegen ließ sich die Reichsbahn­direktion Frankfurt den Ausbau des Güter­kraftwagenverkehrs sein. Dabei betrachtete

preutzen.

Riesensprengung

in einem Hinterländer Steinbruch.

Biedenkopf, 25. Juli. (LPD.) Die Hinter­ländische Steinindustrie, die in den Jahren vor der nationalsozialistischen Revolution wegen Auftrags­mangels zum größten Teil stillgelegt werden mußte, hat durch den intensiven Straßenbau der Regierung Adolf Hitlers eine erfreuliche Belebung erfahren. Dos Grundsteinmaterial erfreut sich in bezug auf Festigkeit besonderer Beliebtheit. Die viele Zentner schweren Blöcke werden entweder zu Denkmälern, Grabsteinen und Pflastersteinen behauen oder in Steinbrechern zu Schotter und Split zerkleinert. Ein großer, den Eiserfelder Steinwerken gehöriger Steinbruch befindet sich unmittelbar bei dem Häus­chen Mornshausen-Dautphe. Große Auftragsertei­lungen haben die Unternehmer jetzt veranlaßt, dort eine Riesensprengung vorzunehmen. In wochen­langer Arbeit wurde in den Fuß der etwa 40 Me­ter hohen Felswand ein 14 Meter lan.ger Stollen mit zwei Seitengängen von je 8 Meter gebohrt und mit 37 Zentnern Spreng st off geladen. Um die Sprengwirkung nicht nach außen gelangen zu lassen, hatte man den Stolleneingang vermauert. Zu der gestern nachmittag durchgeführ­ten Sprengung wurde das Gelände in wei­tem Umkreis abgesperrt. In großer Zahl hatten sich die Bewohner von Mornshausen und

der umliegenden Orte eingefunden, um das impo­sante Schauspiel der Riesensprengung mitzuerleben, soweit es die Absperrungsmaßnahmen zuließen. Nach mehrmaligen Warnungssignalen wurde die gewaltige Sprengladung pünktlich zur angesetzten Zeit durch elektrische Zündung zur Entladung ge­bracht. Mit einem dumpfen Knall hob sich die hohe Felswand, um dann mit mächtigem Gepolter in sich zusammenzustürzen. Als sich die Explosionswolke verzogen hatte, bildete die vorher steile Felswand eine mächtige Steinhalde mit kleineren und viele Zentner schweren Steinblöcken. Noch minuten­lang dauerte das Poltern der von oben nachstürzen­den Blöcke an. 10 0 0 0 Kubikmeter G e - steinsmassen harren nunmehr der Verarb.ü- tung, die viele Monate erfordern wird.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Eine Bille an die Stadtverwaltung.

Die Stadtverwaltung hat in liebenswürdiger Weise dem Musikpodium am Stadttheater gegen­über ein paar Bänke für ältere Leute aufgestellt, damit diese in den vollen Genuß der schönen Musik der Stadttheaterkapelle kommen sollen. Aber bei der jetzigen Aufstellung der Bänke wird leider ge­rade das Gegenteil erreicht. Ein Teil des nicht sitzenden Publikums stellt sich an der anderen Seite des Weges auf, so daß jeder Blick nach der Kapelle versperrt ist. Der andere Teil, insbesondere unsere liebe Jugend, patrouilliert fortwährend in lebhaf­tester Unterhaltung und lautem Lachen dicht an den Bänken vorbei, so daß man mit angezogenen Knien dasitzen muß. Es leuchtet wohl ein, daß man durch diese Störung, die noch durch das dauernde Knirschen des Kieses auf dem Wege verschärft wird, um die schönsten Stellen der Streichmusik gebracht wird, da zeitweise absolut nichts zu hören ist. Also bitte, liebe Stadtverwaltung, lasse die Bänke wieder dahinstellen, wo sie die ersten Tage standen, nämlich mit dem Rücken nach dem Weg, damit der Blick nach der Kapelle frei ist, man seine Beine ausstrecken kann und, was die Hauptsache ist, auch etwas von der schönen Musik hört. Der Schaden, den die Grasnarbe durch die Aufstellung der Bänke erleidet, steht in keinem Verhältnis zu dem Aerger, den die Benutzer der Bänke zur Zeit haben. H. S.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellv. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Ver­antwortlich für Politik: I. V.: Ernst Blumschein, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

Heute nachmittag 5V< Uhr verschied nach langem schwe­ren, mit großer Geduld ertragenen Leiden meine liebe Fraus unsere treusorgende Mutter, Tochter, Schwester und Schwägerin

Frau Katharine Bartmann, geb. Winter

im Alter von 40 Jahren.

Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:

Heinrich Hartmann und Kinder.

Gießen (Leihgestemer Weg 16), den 25. Juli 1934.

Die Beerdigung findet am Samstag, dem 28. Juli, vor­mittags 11 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. oaeco

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Bekanntmachung.

Aus der Landrichter Dr. Müllerfchen Stiftung ist ein Unterstützungslegat von zur Zeit jährlich 300 Reichsmark an einen bedürftigen, elternlosen Stu­dierenden der Rechtswissenschaft aus den Provinzen Starkenburg oder Oberhessen zu vergeben.

Bewerbungen sind binnen vier Wochen bei uns einzureichen. 4343D

Darmstadt, den 19. Juli 1934.

Abteilung Id (Finanzen) des Hessischen Staatsministeriums. ___________________I. V.: Krap p.___________________ Lw. E. 29 (ä) 134.

Beschluß.

Ueber den landwirtschaftlichen Betrieb (Eigen­tümer - Pächter - Verpächter - Betrieb) des Balthasar Jakob Haas und dessen Ehefrau Lina, geb. Steller, in Steinbach wird das Entschuldungsverfahren ge­mäß dem Gesetz zur Regelung der landwirtschaft­lichen Schuldoerhältnisse vom l.Juni 1933 heute um 9 Uhr vormittags eröffnet. 4333D

Die hessische Landesbank in Darmstadt, Paulus- plah 1. wird zur Entschuldungsstelle ernannt.

Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre An­sprüche bis zum 1. September 1934 bet dem unter­zeichneten Amtsgericht anzumelden und die in ihren Händen befindlichen Urkunden dem Gericht einzu­reichen bei Me-idung der in § 11 Abf. 2 des Ent­schuldungsgesetzes angedrohten Rechtsnachteile.

Gießen, den 21. Juli 1934.

_______________Hessisches Amtsgericht.___________'

Bekanntmachung.

Das Nachstreichen der Beschriftung auf den 285 Denksteinen des Deutschen Ehrenfriedhofes und die Neuanfertigung von 170 Denksteinen auf dem Russi­schen Ehrenfriedhof sollen öffentlich vergeben werden.

Angebote auf Vordruck, die auf der unterzeich­neten Dienststelle erhältlich sind, müssen mit Preisen versehen bis zum 4335D

Mittwoch, dem 1. August 1934, vormittags 10 Uhr, eingereicht werden.

Gießen, den 25. Juli 1935.

Städtisches Hoch- und Tiefbauamt: G r a v e r t.